Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 59 (18.3.1919)
- Date
- 1919-03-18
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2979076-2979077-2979136--00511-2985811- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
t ■ " Nr. 59 Wien. Dienstag Ei« weibNches Mitglied der preußische» Akademie der Künste. Berlin, 17. März. (Kvrr.-Bur.Z Die preußische Akademie der Künste Kat heute eine Anzahl neuer Mttgliedert. darunter als erstes weibliches die Radiererm Käthe Kollwitz, ernannt. Gin Metropol-Theater in Wie«. Direktor Richter- Roland, der die Führung deS Intimen Theaters mit Schluß dieser Spielzeit aufgibt, hat das dermalen von der Budapester Orpheumgesellschaft benützte Lokal aus zehn Jahre gepachtet und wird es am 1. August d. I. unter dem Tttel „Metropol-Theater" eröffnen. Schriftsteller Max Waldstein gestorben. Sonntag verschied hochdrtagt der bekannte Wiener Theaterschriftsteller Max W a l d st e i n. Aus de» Theatern, In der Volksoper findet Frettag den 21. d. M. die Erstaufführung des Musikdramas „(Sroiccr von Dr. Richard Batka, Musik von Marco, Frank, statt. Die Besetzung lautet folgendermaßen: Don Perez — Herr Frachter; Donna Prudenzm — Frau Attler; Erorca — Fräulein Rantzau; Albino — Herr Kubla; Don Caranzo -- Herr Mamau; Tabaco —- Herr Bandler; Quirino — Herr NoS: Cyvilo — Herr Korkes; Baranda — Herr Greve; em Nachtwächter — Herr Beer; ein Ausseher — Herr Hagen. Die Inszenierung leüet Oberregtsseur Markovsst. Die musikalische Leitung hat Kapellmeister Anderieth inne. ~ . . Literatur seien empfohlen: Irma Smger, Das verschlossene Buch. Mit einem Nachwort von Max Brod (ü 7.70); Sippunm, Eine Sammlung von Ghettosagen und jüdischen Legenden (K12.—); Moaus zur. Ein Chrnukabuch (K 11.—), — Zn beziehen durch R.Löwtt, Wieg, l, Rotenlurmstraße 23. Sport. Wettspiel« zwischen Wien und Budapest. Im .Laufe her Frühjahrsianon finden vorläufig folgende Wettspiele zwischen Wiener und Budapester Mannschafien starr: 25. März: , JlliyWi •v^UUUl'yll f XX« Milli 7J* w« wiUfllvi fielt; 18. Mm: F. T. C.-W. A. C.. Budapest; 29. Mai: M.,T. K— Floridsdorf, Budapest; 22. Jum: M. T. K.— Rapid, Wien. Ländermettspiele Deulschösterrelch—Schweiz. Die ün.Barjahre angebahnten Beziehungen mit dem Schweizerischen O'ußbgllverbande sollen . in der. heurigen. Saison weiter fortgesetzt . werden, Es sind sowohl Spiele in der Schweiz als auch in Wien und-m Graz geplant. . Prager Fußball. Die sonntägigen Meisterschaftsspiele .brachten folgende Ergebnisse: Sparta-Bikrona 2:0 (1:0), Slnvia—Smichov 9:0 (6:0); Umon Zizkov—Lwen 4 :2. Gin Arb eitersportplatz soll in der allernächsten Zeit im Ul. Bezirke errichtet iverden. Die Anregung dazu gab der Landfiraßer Arbcilerradfabrtliib. Auf dem Sportplatz find Einrichtungen zur Ausübung säintlicher Körpersportzweige geplant. > Einen schonen Erfolg hatte Sonntag die Hakoah- Jttttilulanmchafi zu verzeichnen, da sie eine kombinierte Mannschaft des Ä. C. Nikoliohn überlegen mit 8:1 schlug. Bei den jungen ' Hakoahiiern zeichnete sich tnsbesondere der Mittelstürmer Großmann ans. r Rapid ist nach seinem vorgestrigen Siege über W. A. F. auf dem besten Wege, sowohl die Meisterschaft als allch den Coup zu gewinnen. Der Volkswirt. Die tschecho-slowakischen Textilinduftriellen. ... Prag, 17. März. (Tel. der »Wr. Moraenztg.") Ueber die me vor einigen Tagen in der Prager Handelskammer abgehaltene Perianimluiig der Weber und Spinner im tschecho-slowakischen Staate, m welcher über die Methode der künftigen Gar >i b e w i r t s ch a f t u n g beraten wurde, entnehmeii wir hem ausführlichen Ber-chte der tschecho-slowakischen Textilkomm i s s t o n folgende ergänzende Ansflihrungen: Gegen d t.e Freigabe von Garn wutde hmMächlich angeführt, , daß einige großkapitalistische Webereisirmen die geianile Produktion aufkausen könnten, so daß kleine Betriebe, namentlich Handweber, welche während des ganzen Krieges nicht gearbeitet haben, obne Beschäfttgnng blieben. Bon 2b Spinnereien in der tschecho-slowakischen Republik haben 6 eine eigene Weberei, die kaum eine größere Garnmenge ewetn linderen, verkaufen würde, wenn ste sie selbst in thren eigenen Webereien verarbeiten können. Fiir die Freigabe dagegen sprechen folgende Gründe: Die Produktion von Flachsgar« kann man mit Rücksicht aus den absoluten Mangel an Rohmaterial mif etwa 5000 Schock Garn monatlich abschätzm. Diese Menge ist an sich viel .zu germg, als daß sie auch nur teilwetse die Ansprüche der mechanischen wie der Handweber befriedigen könnte. Nach dein bisherigen Schlüsse! wurde Garn vom Kriegsverband m . Handweber wird sich gleichfalls erhöhen, weil viele Handweber M anS dem Militärd'-nsi heimgekehrt sind nnd silbstverständlich bet etwaiger weiterer Garnveneiluna auf sie gebührende Rücksicht genommen iverden müßte, Nach delMlSherigm Anmeldungen bei der Textilkommüston ist die Zahl dU Handweber, die sich um Garn arimeldcit, auf 8869 gestiegen und eS steht zu erwartkn, daß , noch weitere Ansuchen einlaufen werden. Wenn inan beim AufieilungSschlUsscl einen mechanischen Stand emem Handstnhl gleichstem, sv gelangt man zu dem Ergebnis, daß dre MonatSvrodllktion von 5000 Schock aus 10.268 mech. gleich mal 5 5Handstühle und 8861 Havdstühle, mithin tm rtan^cn 55.206 Handstühle verteilt werden müßte, was eine sehr unbedeutende Ouote wäre. Es ist somit w o h l z u U b e r l e g e n, ob daö Garn öffentlich bewirtschaftet und auf die einzelnen auf- Mteilt werden soll, denn eS ist sicher, daß eine Aufteilung, wenn fie noch so gewlffcuhaft und präzise durchgesührt würde, nicht besrredigeii konnte. In Bertretung der tschecho-slowakischen Komntisnou betonte Herr M o r a v e e, daß auf Grund der -Deckung deS Handelsministeriums die Textilkommisston verpflichtet sei, alle bei ihr angemeldete Ware dem Bettetd. u n g S a m t e a n z u b i e t e n. daß sich binnen drer Tage» zu entschließen hat, ob eS am die Ware reflektiert oder nicht. Im letzten Falle wird die Ware den Fabriken zum '? * renBerkauf überwiesen. Der Freihandel konnte bisher nicht cingeftthrt werden, weil der Bedarf der öffentlichen Anstalten, der Bergarbetterschaft und der brettrn Konsumschichten mit Rücksicht auf den Warenmangel nicht voll gedeckt ist und die Regierung daraiis besteht, daß gerade diese Kategorien der Berbrancher in erster Reche befriedigt werden müssen. — Nach reger Debatte Wiener Morgenzeitung schloß die Versammlung mtt dem Beschluß, daß daS Garn weiter bewirtschaftet und die fertige Ware dem freien Handel überlasten werde. Die Art der Bewirtschaftung hat die Textilkommlision zu bestimmen. Ueberslutz an Rohstoffen. Obwohl die Ententeländer während der vter KriegSjahre emen ungeheuren Bedarf an Rohstoffen aller Art befriedigten, waren sie doch nicht imstinde, die tatsächlichen Vorräte aufzunehmen, die sich, zum Teil infolge der gesteigerten Erzeugnung. m emer Reihe überseeischer ErzeugungSländer angesammelt haben. Der so entstandene Ueberfluß einzelner Erzeulttingsländer betras zum nicht geringen Teil Nahrungs- und Genußmittel, für deren Verfrachtung, es an Schiffsraum fehlte, für die auch außerhalb der blockierten Mittelmächte keine Verwendung war. So sind, wie w r hervorheben, in Australien'gewaltige Ueberschttste cm W e i z e n ausgeipeichert, die nn Laute der Zeit allerdings eine Berrmgemng durch die ungeheuer auSgebreitete Mäufevlage erfahren haben. Ferner befindet sich der K a f f e e m a r k t Brasiliens m'olge von Uebererzeugung wieder in beträchtlicher Notlage. Auch T e e, T a b a k und Zu ck e r lagern im Ueberfiuß besonders aus den ostindischen Märkten. Ferner verzeichnet Ostmden Ueberfluß an K a u t s ch u k, so daß trotz des großen Kautschukbedarses des Krattfahrwesens utt Kriege der Kautschuk während der Kriegszeit im Preise gesunken ist. Australien hat auch bedeutende Vorräte an Wolle. Wenn die australischen Schafzüchter den ganten Wo fl ertrag für eine gewisse Zeit nach dem Kriege den englischen Händlern zur BerflifMig gestellt haben, so geschah das Nicht eigentlich ttt der Absicht, den geplanten wirtschaftlichen Nachkrleg gegen Deutschland zu unterstützen, sondern es war eine Gegenleistung tür die finanziellen Opfer, die England brachte, ind»in es die gesamte australische Wallernte der Kriegszeit auikaufte. Beträchtlich dürsten auch dre tma-mntzttn Lager von Häuten und F e l l e n in den dem europäischen Markt entlegenen, mtt Schiffsraum entsprechend kärglich bedachten Ueberseemärkten sem. Auf dem Metallmarkt ist in der Nachkriegszeit Uebererzeugung zu erwarten an Kupfer, da die Verewigten Staaten sich aus eine ungeheuer gesteigerte Kupsergewlunung eingerichtet haben und der Ausfall der Kriegsnachfrage zur Anhäufung beträchrltcher Kiipfervorräle führen dürfte. Bei dieser Sachlage siegt es ofiensichtlich im eigensten Interesse ausgedehnter überseeischer Märsie, insbesondere der südamerikanischen. der ostindtschen und australischen, aber auch der nordame ikanilchen. alsbald dre Ausfuhr nach dem ausgehungerten Mitteleuropäischen Markt wieder in Gang zu bringen. Der Staatssekretär für ftimmrn und die Orsterreichisch-ungarische Bank. Dr. S ch u m p e 1 e r erschien gestern zu einer Beratung in der Notenbank, an der sich unter anderen der Gouverneur, der Generalsekretär, Präsident Dr. LandeSbcrger und Direktor Dr. Hammerschlag beteiligten. Der Staatssekretär beschränkt«stch offenbar nicht auf den zertraubenden Weg des Notemv 'chsels. sondern er will sich p e r s 8 y?l t ch informieren. An der Sitzung haben auch mehrere Negrernngskommtssäre der Nationalstaaten tetlgenommen. Bet den Besprechungen hat es sich voraussichtlich um die Lombardierung der zu emittierenden deutschösterreichischen Schatzwechsel und um die E i n l 8 s n n g d e r Avrilcoupons gehandelt. Besonders die letztere erfordert eiu möglichst baldiges Einverständnis mit den Sukzesstonsstaaten. Keine Gegenzeichnung der Staatsanleihe. Bericht der Staatsschulden-Kontrollkommrssion. DieGtaatsschulden-Kontrollkommission hat an dis Nationalversammlung den folgenden Bericht über den Monat Februar erstattet: Seit dem der provisorischen Nationalversammlung am 31. Jänner d. I. vorgelegten Bericht hat sich die Kontrollkommission vornehmlich mit der vom deutschösterreichischen Staatsamt der Finanzen übermittelten Abschrift der Vereinbarung mit der Oesterreichisch-ungarischen Bank über deren Schadloshaltung fiir die ihr etwa aus der prospektnräßigen Belehnung der deutschösterreichischen Staatsanleihe erwachsenen Verluste sowie mit dem zwischen dem StaatSamre der Finanzen und dem Konsortium zur Durchführung staatlicher Kreditoperationen abgeschlossenen Uebereinkommen über einen der Staatsverwaltung durch Voreinzahlung auf die deutschüstervetchische' Staatsanleihe zu gewährenden Vorschuß befaßt. In beiden Fällen ist die Kontrollkommission zu der Entscheidung gekommen, di« Gegenzeichnung nicht mehr vorzunehmen. Maßgebend hierfür war die im Zeitpunkte der Beschlußfassung bereits in Wirksamkeit getretene Bestimmung des 8 19 des Gesetzes vom 6. Februar l. I., Gt.-G.-Bl. Nr. 8ö. Darnach hat die Kontrottkommissii..t nur jene Urkunden mit ihrer Gegenzeichnung zu versehen, über welche sie im Zeitpunkte des Inkrafttretens des Gesetzes über den Staatsrechnungstiof bereits Beschluß gefaßt hat. Es wurde daher das Staatsamt der Finanzen in diesem Sinne in Kenntnis gesetzt. Anlangeud die bereits in einem früheren Zeitpunkte beschlossene Gegenzeichnung der Obligationen der deulschösterveichtschen Staatsanleihe wurde im Sinne des Gesetzes vom 5. Dezember 1918, St.-G -Bl. Nr. 88, hinsichtlich der vom Staatsnotar auf diesen Schuldurkunden zu leistenden Gegenzeichnung das Einvernehmen gepflogen und vereinbart, daß der Ausdruck der Namenstampiglie des Staatsnotars gleichzeitig mit der des Mitgliedes der Kontrollkommission zu erfolgen hat. Das deutschösterreichische Staatsnotariat wird vom Zeitpunkte des Beginnes der Gegenzeichnung jeweils über den Fortgang der Arbeiten laufend in Kenntnis gesetzt werden. Die Einkommensteuer in den Vereinigten Staate». New-V^rd» 16. März. (Funkspruch deS Tel.-Korr.-Bur.) Einzelne Nem-Vorker Unternehmungen haben bereits 20 Millionen Dollar an Einkommensteuer bezahlt und die Steuerbehörde erwartet, daß die Steuereinnahmen m dk e w-V o r k diegleickeHöhe erreichen werden, wie ime m dm übrigen Teilen der Bereinigten Staaten zusammrugenommen. Caruso wurde Mit 153.998 Dollar besteuert. 18. März 1919 Zahlbar in Prag. Aus Prag wird uns gemeldet: Die PragerGisr«» i n d u st r i e g e s e 1 l s ch a f t. die ihren Sitz in Wien hat; hatte ihre Fakturen bisher in Wien zahlbar gestellt. Dies» Tage har sie alle ihre Abnehmer verständigt, daß sie fortab ch« Fatturen „zahlbar in Prag bei der böhmischen Eskomvtebank" ausstellen wird. Die Fakturen werde? somit in tschecho-ilowasischer Wähiuna zv begleichen sein, worausich angesichts des Agio der tschechischen Noten für die deutschösterreichischen Abnehmer eine erhebliche PreiSver» t e u e r u n g ergeben wird. Kapitalserhöhung der vereinigten SchafmoL» warenfabriken A.-G. Prag, 17. März. (Tel. der »Wr. Morgenztg/) Die nannte Gmllsclmft beantragt die Erhöhung deS MenkapiM von 6 aus 10 Millionen Kronen durch Ausgabe von 20.000 Aktien zrl K 300.—. Sicherungsmatznahmen zur Vermögensabgabe in Ungarn. Budapest» 17. März. Eine Verordnung der Regierung der Volksrepublik ordnet die Sperre sämtlicher Safes, einschließlich jener m Hotels, an. Ueber Wertpapiere, die bei irgendeiner Firma deponiert sind, darf nur verfügt werden, wenn der Gegenwert der Wertpapiere aus laufende Rechnung tsir dte Parket gutgeschrtebrn wird. Andere Wertdepots sowie Kunstgeaenstände, Bilder und andere Wertgegenstände öffentlicher nnd privater Sammlungen werden unter Sperre genommen. Von Einlagen auf E i ulagebücher bet Firmen, welche sich mit ntil Emlagegeschäfien befassen, werden ohne Rücksicht aus den Gesamtbetrag der Einlage nur tausend Kronen freigegeben. Besitzer von laufenden Rechnungen können über auf laufende Rechnung eingelegte Beträge nur insofern verfügen, als sie des zu behebenden Betrages zur Begleichung von Steuern,- zu Zwecken des Lebensunterhaltes oder zur Auszahlung der Löhne ihrer Angestellten bedürfen. Geldinstitute oder Firmen, welche sich mit Bank- und Einlagengeschäften befassen sowie BersicherungsinstiMte dürfen über chre Einlagen aus laufende Rechnung ohne Rachweispmcht verfügen, wenn sie den Betrag für ihren Geschäftsbetrieb brauchen. Verstöße gegen diese Verordnung werden mtt Arreststrase bis zu sechs Monaten und einer Geldstrafe bis zu 2000 Kronen bestraft. E ne Ententekommisfion wegen der Naphthaindustrie. Krakau, 17. März. (Poln. Telegraphen - Agentur.) Hier weilt eine interalliierte Mission bestehend aus den Hauptleüten Henri Dupont und Claude Duclos sowie dem Leuwant Paul Simon, welche von der Entente in Angelegenheiten der N.a p h t Harn d u st r r e entsendet wurde. Dte Mission begibt sich auch nach Warschau. Amerikanisches Interesse an Pole«. Warschau» 17.März. (Poln. Telegraphen-Agentur.) Demnächst treffen yler Vertreter des ameukanischen MMardärs Morgan em, welche beauftragt sind, Erkundigungen über den P o lNische n M a r k t emzuziehen. Zu gleichem Zwecke begibt sich nach Polen Andrew Carnegie, tit dessen Begleitung sich mehrere Vertreter der ameukanischen Polen befinden werden. Bon den Getreidemärkte«. Die amerikanischen Märkte stehen weiter im Zeichen der Hausse, doch konnten nur in späteren Aeferungsterm neu namha te Steigerungen wahrgenommen werden. Prompte Ware konnte ihren Preisstand bestenfalls behaupten, da sich das Offert den Ansvrfichen gegenüber als ausreichend erwies. Die aus Ungarn und Deutschland vorliegenden landwirtschaftlichen Berichte lauten sehr pessimistisch. Man muß schon heute mit einem Mlndermrägnis rechnen, da es einerseits an willigen Arbeitskräften, andererseits, speziell in Deutschland, an Dünger mangelt. Die mitteleuropäischen Länder werden zur Versorgung der Bevölkerung auch nach der Ernte ausgiebiger Zuschüffe bedürfen. Der Wettersturz hat die Ertragsausiichten der heimischen Erzeugungsgebiere kaum vermindert. Eme Beschädlgung der Saaten durch Fröste konnte aus dem Grunde nicht eintreten, weil sich das Wachstum der Wintersaaten vorerst noch im Erdboden vollzieht. Eme Verspätung der Ernte konnte allerdings eintre eu, da die landwirtschaftlichen Arbeiten unterbrochen werden mußten. Die Rentensteuer. Die heute erschienene Vollzugsanweisung des Staatsrates über dteEinhebungde rRentenst e u e r enthält rnehrere Aenderungen der bisherigen Be« stinnnungen. Unter anderem heißt eS darin: Es ist belanglos, ob die Gelder in lausender Rechnung oder als sogenanntes Taggeld, auf feste Termine oder aui Kündrgnng und aus welchem Gründe immer sie entgegegenommen wurden. Die Befreiung der i« kremder Währung aus dem Auslande heremgenommenen und in solcher verzinslichen Gckoer von dem 300prof*ntigen Zuschläge findet bezüglich der hierlandS wohnhaften Komm.ttenten nur dann statt, wenn diese nachwetsen, daß ihr Guthaben aus der Hereinnahme von Geldern aus dem Ausland entstanden ist. Die Entschetduna hierüber » steht der zur Ueberwachung der Rentensteuerabfuhr oerusenen Steuerbehörde zu. Solange eine steuerbehvrdliche Bestätigung über den erbrachten Nachweis nicht vorltegt, hat die znm Stelierabzuge verpflichtete Unternehmung den volle» Zuschlag einzuheben. Neue Einlagebücher. Die Wiener Filiale der U ngarischen Kommerznnd Diskonro-BankA.-G. (Wien, i., Wipplingerstraße 24 bis 36), welche vor einigen Monate» ihre Tätigkeit ausgenommen hat, gibt mit Genehmigung des Staatsamtes flir Finanzen neuartig eEinlageb sicher heraus, die den Einlegern besondere Vorteile bieten. Die Neuerung besteht darin, daß auf diese Etnlagebücher nicht nur Ml d e r, sondern auch österretchische Staatsanleihen jeder Art angelegt werden können. Bettäge» welche mit der Bestimmung eingelegt werden, hierfür später österreichtsche Staatsanleihe anzuschaffen, werde» um ei» halbes Prozent höh'er verzinst. Eine Baubank dev Kriegsdienstentlaffenen. In einer Versammlung des Zentralverbandes der deutschosterreichischm MllitÜrgagisteu berichtete Werstbesitzer Lazarus über ' ei» A u s w a n d e r » n a s p r o j e k t, das im 5tretse der 60.000 Offiziere. Mil'käringenieure, Milltärbeamken und 110.000 Mannschaften ventiliert wird. Da ste wahrend des Kiieges Straßen, Bahnett und Brücken gebaut, Sümpfe getrocknet, den Karst berieselt, Felder und Wiesen melwriech Wafferleitungen angelegt, sonnt zur Jntmsivisterung mserrr Wirtschaft beigetragen haben, wollte der Bortraamde diese Kräfte der Heimat erhalten und sprach gegen die Auswanderung und für die Gründung einer sozialisierten Baubank zur Uebernahme öffentlicher Arbeiten. Insbesondere fordert die bevorstehende Fassung der W a s s e r k r ä s t e der Heimat und der dringende Bau von S ch i s s a h r 1 k a n 8 l e n alle unsere durch diesen Krieg organisierten Bankräste. Mtt den von der Auswanderung zmückgehaltenen Kräften, mtt der noch vorhandenen technischen Kriegßausrüstung und mtt den ohne bisherige Gegenleistung tatsächltch verausgabten