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Wiener Morgenzeitung · 1919-03-18 · Heft 59 (18.3.1919) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 59 (18.3.1919)
Date
1919-03-18
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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~ mt 4 Wien, Dienstag Wiener Morgenzerrung .18. März 1019 Nr. 59 Otii'di de» F r t o tu', tt v p riilim ii i ar i e 11 iv erde De nt sch-- . kLnd so fort seine Beziehungen mit £>c-m . Anslu ndc wieder ausnehmen können. Im weiteren Verlaufe seiner Ausführungen erklärte Pichosr. dm; die Konferenz die Frage der Schaffung eines neutralisierten selbständ igen Deut sch oster reich nicht in bündiger Weise geprüft habe, aber es sei nicht zweifelhaft,'daß dieses Regime Deutschösterreich Vorteile auf wirtschaftliche m.nil d militärischem Gebiete sowie hinsichtlich des Handels bieten -würde. Er halte es bei den bisher befolgten Methoden für ausgeschlossen, daß eine Volksabstimmung in -Oesterreich aufrichtig sein könnte. IDergl. „Pol. Rundschau".) Hin sichtlich der Bvlsche wikenge fahr erklärte Pichon. diese Frage werde -ehr bald auf die Tages- . vrdnung gestellt werden. Schließlich gab der Minister die Versicherung, das; die französische Regierung niemals beschlossen habe, die Sywjetregierung an zu er kennen. .■ . . i Inland. Das Schicksal Deutschösterreichs. Berlin. 17. März. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Wie der „Vossifchen Zeitung" telegraphiert wird, bestätigt der Sonderberichterstatter des „Berner Bund" in einem Telegramm aus Paris die Meldung, daß die Entente unter keinen Umständen den A n f ch l u ß von Deutsche st e r r t i ch an Deutschland zu geben werde. Für die französische Presse scheint die Anschlußsrage überhanpt abgetan und das Projekt der Neuer alisaLion Deutsch Österreichs steht im Vordergrund der Diskussion. Gegenüber dem Widerspruch, der darin liegt, daß neben einer Völterliga auch das Prinzip der Neutralität bestehen bleiben soll, bringt der „Temps" folgende Ausführungen: Wie die Schweiz' darauf besteht, die Garantie ewiger Neutralität .zu erhalten und dennoch Mitglied der Gesellschaft der Nationen zu werden, kann man Deuts ch oster re.ich provisorisch die Neutralität gewahren und später die Aufnahme in den Völkerbund gestatten. Es wäre weder gerecht noch geschickt, Sen Völkern, die uns nicht hassen, eine Hoffnung zu rauben. In einzelnen Fällen muß die Zulassung-zur Völkerliga gewährt werden, ohne daß die betreffenden Staaten, wie die Schweiz und Deutschösterreich, aufhören, neutral zu sein. Der „Temps" fordert rascheste. Behandlung deich deutsch österreichischen Frage, ehe die Sozialisten ein fait aecompli schaffen. Bern. 17. März. (Tel. der „Wr. Morgenztg.".) ,F)äily Telegraph" fordert die Einsetzung einer, interalliierten Kommission, die die finanziellen Fragen zwischen Deuts ch ö ste r reich,. T s che-. chicn, Ikugarü und Jugoslawien zu regeln hätte. Die Deutschen, die Ungarn Und wahrscheinlich auch die Tschechen würden die Einsetzung einer solchen Kommission begrüßen, die alle nötigen Entscheidungen zu treffen hätte. Es erscheint ratsam, zwischen diesen Staaten zu vermitteln, ehe sie dem finanziellen Ruin und völliger Hungersnot verfallen. Dies liegt im Interesse des Weltfriedens, um den Einbruch des Bolschewismus zn vermeiden. '. - * Im Parlament verlautete gestern, die Friedenskonferenz habe Deutsch böhmen endgültig dem tschechischen Staate, Deutschsüdtirol den Italienern .zugesprochen. Die bezügliche Proklamation soll in Deutschböhmen bereits heute erfolgen. Eine Bestätigung dieses Gerüchies war hier nicht zu erlangen. Die Agrarreform. Am 12. und 13. d. M. fand im StacüZamte für Landwrnschaft ehrt Beratung der vom Kabmettsrate eingesetzten zwrschenstaatsamtllchen Kommission für die Agrarreform statt. Den Gegenstand der Verhandlungen bildeten die im Staatsamte für Landwirtschaft im Einvernehmen mit jenem für Justiz ausgearbeiteten Gesetzentwürseüber dieWrederbei tcbclung 'gelegter Bauerngüter und H ä n s l e r,a n w es e n sowie über den Abbau des l a n d w i r f chaft >lichen Großgrundbesitzes, welche von - dein Referenten, Ministerialrat Dr. D ax endichter, Zertreten wurden. Die Verhandlungen, bei welchen bie möglichste Forderung der Produktion unter gleichzeitiger Wahrung der" notwendigen sozialen Anforderungen das Schwergewicht bildeten, führten zn einem befriedigenden Ergebnis. Neue Gesetze. D>rs vorgesteru ausgegebene Staatsgesetzblatc verlantbatt eine Vollzugsanweisung des Staatsrates betreuend die Abände-» rnng einiger Bestimmungen über die Re lt t c n-!t_e'u t r,_ ferner d i e K r i e g s z u s ch l ä g c zn den direkten Steuern für dir Jahre 1918 und 1919. In Anbetracht der außergewöhnlichen Verkehrsverhältnisse werden vorübergehende A e n d e r n n g e n der B o ri ch r i r 11 n d e s E i s e n b a h n b e t r i e b s r e g! em e n t § verfügt. Zn den wichtigsten Aendcrungen gehören die folgenden: Jedes Gepäcksstück muß die genaue und dauerhaft befestigte Adresse der Reisenden (•Name, Wohnort, Wohnung) trogen. Nicht derartig gekennzeichnetes Gepäck kann zurückgewiesen werden. Der erste Kabmettsrat der neuen Regierung. Die neugewählten Staatssekretäre traten heute unter Vorsitz des Staatskanzlers Dr. Renner in der Staatskanzlei zu ihrer ersten Kabinettssitzung zusammen. Es wurde zunächst eine Geschäftsordnung für den Kabniettsrat beschlossen und sodann in die Beratung der Vorlagen für die nächste Tagung der Nationalversammlung eingetreten. — Dem Ueberemkommen mit der tschechoslowakischen Hcporlstelle betreffend den Zuckerverkehr wurde von dm deutschösterreichischen Staalsämtern für Bolksernährung und Handel dre Genehmigung erteilt. Weiters wurde die Vorlage iibft das MilUärversorgungsgesrtz einer eingehenden Beratung rmter- Der KabineM.ch nahm mehrere AMpW^jn TbLbgramme. Die derstsche von der Entente auerkltnftt. Berlin, 17. März. Das „8 Uhr-Abendblatt" meldet ans Basel: „L'Homme Libre" berichtet, daß die Alliierten am 13. März die A n e rk e n n nu g der j e tz i g e n d e n t s ch e n Rfe g i c r u n fl: beschlossen haben.. Amerikanische Senatoren gegen den Völkerbund. Gründung einer Liga ddr amerikanischen Unabhängigkeit. Washington» 17. März. (Tel.-Komp.) Hier wurde von Senatoren eine Liga der amerikanischen- Nnabhängkeit gegründet, die beschloß, einen Delegierten zur Pariser Konferenz zu entsenden, der gegen das Projekt des Völkerbundes.austreten soll. Wieder ein Attentat auf Lenin. Kopenhagen, 17. März. (Fnnkspr. des Kon.-Bur.) Wie ails Moskau gemeldet wird, ist ans Lenin neuerlich ein M o r d au s ch l ä g verübt worden. Als er im Auwmobil durch die Stadt fuhr, wurde durch Schüße, die aus einem Hause abgegeben wurden, der Chauffeur verletzt, während Leninselbst n i ch t getroffen wurde. Wiederaufnahme der deutsch-polnischen Verhandlungen. Posen, 17. März. Die deutsche Abordnung ist wieder hier eingetroffen. Die Verhandlungen sind wieder ausgenommen worden. : England vor einem Eisenbahner- und Bergarbeitergeneralstreik.. London,- 17. März. (Funkspruch der Tel.-Kornp.) Der Führer der englischen Elsenbahnarbeiter T h o m a s erklärte in einem Interview mit einem Mitarbeiter des „Weekly Dispatch", daß dir Lage s.e h r e nt ft sei. Am Freitag werden die Abgeordneten der Bergwerks- und Eisenbahnbetriebe über die Streiksrcige beraten. Das Eisenbahnperional ist in überwiegender Mehrheit f ü vbuiGtrei I. Wie die Dinge setzt liegen, kann ' w<m die Situation als sehr bedrohlich ansehen. Die Führer haben die Kontrolle über die Arbeiter vollkommen verloren rmd „bie Gruben-- und Etsenbahnürbeiter haben beschlossen, zu siegen oder zn' fallen. Thomas erklärte weiters: Gestern hatte ich eine Unterredung mit Lloyd George imb~ dem Präsidenten des Emnbahuerrates.' Auch sic sind der Ansicht, daß die " hoffnimgslos ist. . . mge Eröffnung des bayrischen Landtages. H offmann Ministerpräsident. : München, 17: März. (Korr.-Bur.) Unter Beobachtung außergewöhnlicher Sicherheitsmaßnahmen ist heute vormittags der b a y r r s ch e' L a n d t a g zusammengetreten. ,,,, Die Sitzung.nahm einen vollkommen ruhigen, programmmäßigen Verlauf. Zum desiültiven Präsidenten wurde der Sozialdemokrat Hans S ch in i d t, zum ersten Vizepräsidenten ein Mitglied der bayerischen Volkspartei gewählt. Hierauf wmde nach Abgabe von Erklärungen aller Parteieu, welche den Äbichen über die Mordtat vom 21. Februar-bei Eröffnung des Landtages zmn Ausdruck brachten, das provisorische Staatsgrundgesetz angenommen und der sozialdemokratische Kultus- . und Unlerrichtstninistero f'f m a n n eiUtiminig zum Minister-. PräsidentengewähltSodann wurde die Sitzung auf morgen,: (9 Mhr vormittags, vertagt. > - - ...... - 7. d. Die Proklamation der historischen Grenzen Böhmens. Maßnahmen dev Prager Statthalterei. ' Prag, 17. März. (Tel.-Komp.) Sämtliche Bezirkshauptmannschaftcn Böhmenshaben von der Prager Statthalterei die Weisung erhalten, alles-vorzukehren, damit der 18.. März,' an welchen Tage -die -historischen Grenzen Böhmens proklamiert werden, unblutig verlause. Ministerpräsident Graf Clam-Martinitz auf der Flucht. 7. Prag, 17. März. - (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Wie das Abendblatt des „Pravo Lldu" meldet, versammelten sich gestern vormittags in Smecna die Bergarbeiter der ganzen Umgebung und verlangten stürmisch, daß der dortige Herrschaftsbesitzer, Graf C l a m - M a r t i n i tz, der erst vor wenigen Tagen in Smecna cinsv:troffen war, von dort ausziehe. Die Berrranensmänner der Arbeiter versuchten, diese zn beruhigen, was, aber erst gelang, als deui Grafen ein Ulnmatum überreicht wurde, daß er binnen einer Woche Smecna zn verlassen habe. Kampf zwischen Sozialdemokraten und Ehristllch sozialen. 2 Tote und 15 Verwundete. - Budapest, 17. Murz. Das Ungarische Telegraphen- Korrespondenzburean meldet ans P a p a: Anläßlich eines. am Mittwoch veranstalteten Denionstratiouszuges der hiesigen sozialdelnokraiischeu Partei drang eine Gruppe in das Parteilokal der Cbristlichsozialen ein, .zertrümmerte die Möbel und warf die Vorgefundenen Schriftstücke aus die Straße. Das Sekretariat der sozialdemokratischen Partei erkärte, daß die Partei diesen von unverantwortlichen Elementen begangenen Ausichreittmgen serustehe und sie verurteile. Hiermit gaben sich die Christlichsozialen Wilfrieden. Trotzdem wurde Donnerstag abends ,eG Sozialdemokrat von christlichsozialen Arbettertr insultiert. FreitM abends würden gegen die -Wohnungen zweier Sozialiftenführer von unbekannten Tätern durch die Fenster Schüsse abgegeben. Diese Vorfälle ' erregten die Empörung der hiesigen Eskadron des 7. H'.iiarenrcgirnents, iv eiche zusamnten mit sozinldemokratisch gesimiteti abgerüstcteii Soldaten zum Klublokal der Laudwlrteparrei zog, wo^ eben eine Beratuug dieser Partei mit' den Christlichsozialen über eine Sonplag abzuhaltende Bolksversarnm-. lang statisand. Die Soldaten wollten ins Parteilokal eindringen, fanden jedoch Widerstand, worauf die Husaren durch die F e n st e r S ch ü s s e a b g a b e n. Hierbei wurden zwei P e r s o >i e n getötet, f ü n f s chwer und ung ef ä h r zehn leicht verletzt. in allen Pr»iSia„en. Reparaturen unter Garantie. Farbbänder für alle Shltcme, erstklassiges Material. Leop. Klirzer, Wien, Westbahnstraße 23. Telephon 31537. v«, Die polnische Jndenfrage. / «lhine Kommission -^ polnischen Landtag». Krakau» 16. März. - (Tel. der „Wr. Morgenztg?)' Ävl Ak. stellten im polnischen gesetzgebenden Landtag die Mit» ] alieder'.' der -imtionaldeurokrütischen Fraktion, Abgeordnete GrabKb' ' rnld Glabiiiski, den Antrag auf Einsetzung einer Kommission z u r Erörterung d^e r I n d e n f r a g e. Die Ko«^ rllfssioit soll ails 15 Mitgliedern'bestehen, ihre Amgäbe ist, . boä . gesamte auf die Indenfrage bezughabende Material zu 'sammelvs'. Enqueten-durchzmiihren'und dem-Landtage Vorschläge zur Losmrx ' der Jndeilsrage in Polen zu unterbreiten. Obwohl nach derv , Statitt nur, Klubs von nündestens 12 Mitgliedern das.Recht aus Delegiernng eines Mitglieds ' in pärlanientarische Kommissionen haben und der jüdische Klub mir 8 Mitglieder hat, wurde bcschlossen, , einen jüdisch em Abgeordneten beizuziehen: Die Personenfrctge ist noch nicht entschieden.- . (Es wäre auch wahrhaftig sehr traurig, wenn man Wer du titbifcfjc Frage unter Ansschlüß det Juden beraten wollte. Es in selbstverständlich, daß die-Wahl ans einen n a t i o n a l e n Faden fallen muß, da ein anderer die Stimmung der jüdifchen -Be-.. völkerung nicht ivahrheitsgemäß vertritt und-der Sache wenig ge dient wäre/ wenn man nicht -den tatsächliche» Verhältmssm., Rechming trägt. — Red. d. „Wri Morgenztg.".) ' Antisemitische. Hetze in- Böhme«... Prag, 17. März. (Tel-Komp'.) „Ceske Slovio" be-e spricht did nationalen Verhältnisse in den Eisenbahn^- ämtern.in Mähri s ch Oftrau nnd Pr'ag und wendoL - sich dabes in'scharfer Weise gegen' die Deutsche» und I üden. Das Blatt schreibtunter' anderem^ Dw Arbeiterschaft der Werkstätteir besteht ans 65 PvozenL ' Tschechen, 33 Hrozent - Deutschen und ' 2 Prozent-: Polen, 'aber sämtliche - Beamtenstellen -sind s miv- Deutschen und Juden besetzt.-'Die Aufnahme tschechischetzUrbeiter war bis ^-ur ,Verstaatlichung.der Narb- - bahn vollkommen unmöglich, jetzt befindet' sich -die Strecke / m ck-schAHschen Händen univ das) was -zur-Nationali* siecun^Wschehen -ist) -ist,-so.-minimal,- daß - darüber gar -i nicht gesprochen werden^ -kamt..? Es -scheint,"- daß.der-^' jetzigen Direktion die-Kva-ft-hierzu fehlt, mrd sie . könnte n sich ein ' Beispiel an -der^früheren Direktion nehmen.' Für die rasche Besetzung.' Her-. wichtigen Stellen -mit ’ tschechischen Beamten spricht schon der Umstand, daß sich ' der Arbeiterschaft ein b o l s ch e w i ki s ch e r -Ge i st Leinächtigt hat, wodurch die Arbeitsfähigkeit mit jedem,- Tage, geringer wird, inrd es ist kein Geheimnis'/ daß-- die deutsch-jüdische Beamtenschaft diese Strömung unters stützt. - - Das Standrecht i« Berk«. Debatte i« der preußischen Landesversammlung. Berlin, 17. März. In der preußischen -Landesversammlung wirb die Beratung de- Antrages Adolf H o s m.,a u n (un<. abhängiger Sozialdemokrat) auf Au f Hebung des Stan-dr e.ch t e s ' und des.' B e l a g e.r u n g S z n st a n.-d e s fortgesetzt. Dazu, liegt ein Antrag der unabhängigen Sozialisten vor -auf Einsetzüffg eines U n 1 e r s nchungsaussch u,s s e 8 aus - Mitgliedern der Landesversammlung, und des Berliner Volllugsraies, -der die Vorgänge, - die sich auf den Straßm Beruns in, den letzten Wochen.abgespielt haben, untersuchen soll. Ans Antrag der Mchrheitssozialisten wird eine Kommission mit der Feststellung der Ursachen und .des Verlaufes der Unrühm., betraut.-' " \.? .‘ -}. * Kricgsminister R e i n,h a r d' t führt aus/ Der Kampfs gegen den Volschewismüs ist -unbedingt notwendig, und wir müssen erwarten, daß den Männern, die im Kampfe gegen das plündernde Gesinde l ihr Leben einsetzeu, emstimmig gedankt wird.. Ich lege Protest ein gegen die Art,, mit der der Abg. Hoffmann den Kaiser kritisierte,-der sich lediglich aus v a t e r l ü n d i s ch.1 m Empfinden Nach Holland zurückgezogen hat. Abg. S r e r i n g (Sozialdemokrat) erklärt: Der Generalstreik, man mag zu ihm stehen .wie man will, ist b e s ch m.u tz t worden durch verbrecherische Banden. Daß die Regierung gegen dieses Verbrechertum mit .den allerschärfstm Mitteln wsgcht, begrüßen wrr. Abg. G r o s n o w s k i (Zentrum) fragt die Regierung, welche vorbereitenden Maßnahmen sie getroffen habe, um künftig Unruh eil und Blutvergießen vorzubeugen. Seine Partei halte, die Zeit noch'nichtZür gekommen)- um nun auch den Belagenmgszustarld aüfzuhebeir. Abg. R i edel (Demokrat) führt aus: Der Gmeralstreik sollte nur ^'Nl Mittel zum Zweck eines politischen Putsches sein. Der Belagerungszustand dürfe nii^t aufgehoben werden. Die Unabhängigen'und Spartakisten rüsten sich bereits zum neuen Streck. Abg: Dr. Kanffmann (deutschnational) führt aus: Wenn Kaiser Wilhelm auch, nur den hundertsten Teil der Rück-, sichtslosigkeitder Antragsteller hätte anwenden wollen, dann wäre er noch,'auf seinem Platz. , , Abg. Ob n ck (Unabhängiger) erklärt, errie Kommission nach dem Anträge der Mebrheitssozialisten genüge nicht, denn sie würde kcine:entichcidenden Funktionen, haben nnd an, die Feststellungen-der Gerichte gebunden sein. Jusiizminrster H ei ne sagt: Wir haben den Belagermmszusiand ohne Befragung der LandtsversamiNlung verhängen müssen, weil die Einberufung wegen der Unruhen und des Streiks nicht möglich war und wir den, Freund'en des Vorredners, nicht trete Hand lassen dursten. (Sehr richtig!) Die „Rote Fahne" muß so - lange verboten bleiben, bis völlige Bernhignng, eingetreten ist. (Zwischenruf bei-den Unabhängigen: Wie unter dem Sozialistengesetz!) Solange uns angedroht wird, daß am 26. Marz der nächste Streik-losbrechen wird, müssen .wir die Politik der Abwehr treiben. .; . ... Schisbunge« in München. München, 17. Marz. (Tel. der „Wr. Morgenztg.^ Die Polizei ist.', unter Mitwirkung des Stadtkommandanten und des "Mlmfteriinns' für militärische Angelegenheiteu eincm groß aiigelegten.Schiebungsversnch mit Heeresgütern im Werte von mindestens acht Millioneii Aiark auf die Spur gekommen. Eine ganze Anzahl von-Personen, darunter Offiziere, Jntendantursbeamte, Baick- und Käufleute, wurden verhaftet, wodilrch die ins Klemste vorbereitete Schiebung noch im letzten ' Augenblick verhindert werden konnte. Jrn ganzen wirrden 25 Persoiren verhaftet. \ Die Jugoslawen demonstrieren gegen die Grenzregulierung. ., r Laibach, 17. März. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Irifolge der, Nachricht, daß die Entscheidung über die Grenzen schov gefallen ist, fandm in Laibach große Demonstrationen statt. Die Regierung hat zur Berühlguntz 8e3 Volkes einen Aufruf erlassm, in dem mttgeteilt wird. Laßeine amtliche N a richl n och nicht v orl i e g-e. Die ganze Stadt ist mit T rau e r f a h n e n besla'gat.- Auch in Mä r hmr g und fmtdm grv.M DemoMätwnen stqN .^ .

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