Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 59 (18.3.1919)
- Date
- 1919-03-18
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 59 Wien, Dienstag Wiener Morgenzeitung 18. März 1919 Seite 3 Kein Friedensvertrag ohnE Völkerbund! Die neueste Botschaft uns Paris bliebe sie doch. «jrdementiert! ist von größter Wichtigkeit: Der Völkerbund wird einen Teil des Friedens- Vertrages bilden. So hat W ilson, einerReuternzeDung zufolge, nach New-Z)ork gekabelt. Als nach dem' Zusammenbruch des Weltkrieges die Bölkerbundidee alle Edsldenkonden begeisterte-und die öffentliche Diskussion beherrschte, hat sich niemand den Friedensschluß . anders vorgestellt, als daß g l e ich - zeitig alle Vertragsteile, den Völkerbund eingehen. Der Siegestaumel in einzelnen Ententeländern und die neuen Vorstöße der Imperialisten verdunkelten bald den Gedanken des Välkerareopags . und des Völkerbundes und man schob sachte diese wichtigste Angelegenheit auf eiy Nebengeleise. . Nur der Välke.rbundkv.ngreß in.'Bern arbeitete unentwegt weiter. . Wilsons Rückreise -nach Amerika schien den Völkerbundfeinden irr Paris eine willkommene Gelegenheit, Beschlüsse zu fassen)'-welche den 14 Punkten Wilsons widersprechen, das „Delbsibestimmungsrecht" - gröblich verletzen und den.-Keim zu künftigen Kriegen legen. ' Nun weilt' wieder Wilson in Paris undl die Nachrichten der letzten Tage lassen hoffen, daß er die Kraft und auch den Rückhalt hat,!sein Programm der Menschlichkeit, der Gleichberechtigung und des Weltfriedens burchzusetzen. Daß der Völkerbund nicht — wie man nach den Verhandlungsergebnissen in Paris und Äeußerungen zahlreicher Ententeführer fürchten mußte ~ gesondert verhandelt werden wird, sondern/ einen untrennbaren Bestandteil des FriMens- Vertrages bilden soll, ist eine überaus erfreuliche Nachricht, welche die Hoffnungen auf einen wahrhaftigen? Weltfrieden neu belebt.?D; Das Problem der Sozialisierung. - - Das Problem dar Sozi-alis iexung ist durch die Ue? er- - nähme der Negierung durch die Sozialisten in Deutsch- ^tÄinb zum Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion geworden. Es zeigte sich nämlich, daß, abgesehen von Her prinzipiellen Gegnerschaft der Nichtsozialisten, vor Krllem unter den Sozialisten s-elbstueitgehende Meinungsverschiedenheiten bestehen, die sich Weniger auf das /schließsiche Endziel — darin.stiymren die Gemäßigten .Ä.it den Radikalen so ziemlich überein ~■. als vielmehr .Ms das Tempo-und auf die Mittel, durch die das Ziel ^reicht werden soll, beziehen-Hierbei, konzentrierte sich - -.das Hauptinteresse, vor allem.dev Berliner Sozialisten, s?rüf die Frage, welche Betriebe für die „Vergesellschaftung" schon „reis" seien. Wie inzwischen von verschiedenen'Seiten, z..Bvon Prof. Oppenheimer betont worben ist, bringt uns eine mehr oder .-minder-. weitgehende Verstaatlichung — denn auf eine solche' lausen-'die bisherigen, Vorschläge zumeist' .hinaus — der sozialistischen Gesellschaft im Sinne von Karl Marx eigentlich nicht näheMEs ist daher interessant, . baß man in. Sachsen aus der .Erkenntnis heraus, daß Sozialisierung, vor allemeim Berwaltungs- und Or- 'ganisationsproblent istversucht,; die Sozialisierung glicht, durch stückweise VergesellschastuUg, son' ern durch eine- :U m o r g a n i s i e r ü n g der Wir t sch alf't v o n Vründ au f .durchzuführen,' wabei 'zugegeben werden mmßchdaß die diesbezüglichen Vorschläge ein durchaus 'geschlossenes, sozialistisches System bilden, das^ nach Ansicht seiner Urheber ohne allzu große Schwierigkeiten und Erschütterungen durchführbar wäret Die interfsanten Vorschläge sind in ci: C Denkschrift uiedergelegt, die im Austrage des Zentralrates der Arbeiter- und Soldatenräte Sachsens unter führender Teilnahme eines Wiener Nationalökonomen und Wirtfrhastspolitikers, Privatdozent Dr. Neurath, f aüsgearbeitet wurde. Die Denkschrift sieht als entscheidend die Errichtung eines Zentralw irtsch afts a m tes für gan', Sachsen an, Hessen Ausgabee.; wji e, zunächst eine Uebersicht über die wroduktiven Kräfte des Landes und über die Bewegung der Rohstoffe, Energien und Produkte zu schaffen. All dies wäre nicht seinem Geldwert nach zu ermitteln, sondern nach den wirklichen Gütermengen, Arbeitskräften usw. also ln natura. Die Ergebnisse einer solchen Unire salstatistik würden dann durch' die Naturalrechn uugszentrale des Wirtschaftsamtes für die Zwecke des Wirtschaftsplanes verwertet werden. Aus denk Wirtsch-aftsplau könnte entnommen werden, welche Lebenslagen sich für die Bevölkerung bei Anwendung der verschiedenen wirtschaftlichen Produktions- und VerteilungDmaßnahmen ergeben, da derselbe Sachgü'er- und Arbeitsaufwand in verschiedener Weise verwertet werden kann. Es wä^e .dann Sache der Volksvertretung, den he veiligen Wirtschaftsplan festzusetzen. Im Zusammenhang damit stünhe .die Durchführung des' K o tit p c u f ü t i o n s verkeh rs mit den auswärtigen Wirtschastsgebieten. Eine der Hauptaufgaben des Zentralwirtfchaftsamtes läge aber in der .Ratio nallsierung der Betriebe und der Arbeitsleistungen. Bisher seien die Arbeitsmethoden , unvernünftig gewe en, da ein großer Teil der aufgewendeten Arbeitskräfte an Leistungen verlorengegangen wäre, die zur Erreichung des ArbeitSzweckes nichts beitrugen. In Hinkunft sei jede Arbeitsleistung auf ihre Zweckmäßigkeit wissenschaftlich zu untersuchen uüd her Arbeitsprozeß dadurch möglichst rationell undarbeitsparend auszugestalten. Daher müsse vor allem technische Vereinheitlichung, Normierung und Typisierung durchgeführt werden. Im Zusammenhang damit steht die Pflege der Arbeit?- und Berufsforschung, deren Ergebnisse zü einer Ausgestaltung der Eignungsprüfungen und Berufsberatung verwertet werden sollen. Wie immer man sich zur Sozialisierung stellen mag, wird man immerhin, zugeben können, daß der hier wiedergegelene Plan , wenigstens , von der. Ungeduld frei, ist, mit dev manche sozialistische Kreise das- Endergebnis ihres Programms verwirklicht sehen wollen, auch wenn die? nur mit gewagten Experimenten mögli chfein sollte. Daneben enthält er bezüglich der Nationalisierung der Betriehsmet.hoben, Eignungsprüfungen usw. Vorschläge, die gewiß der Beachtung auch nichLspzialistischer Kreises wert sind. Zur Wiener Kundgebung für die deutschböhmischen Todesopfer. Die Deutschen Wiens haben Sonntag mit einer würdigen Kundgebung die deutschböhmischen Todesopfer des 4. März geehrt. Nach den Trauerversammlungen, die in Men Bezirken stattfanden, zogen die Teilnehmer zum;Mithause undf der. Bürgermeister. Lab der Trauer der Stadt Wien Astsdruck./. - > - Wir Juden wissen, wie kein zweites Volk, was, es heißt, Unrecht und Unterdrückung zu dulden, uno wir versichern das deutsche Volk Deutsch österreichs unseres tiefsten.Mitgefühls. „ Ein Wunsch sei aus diesem Anlasse ausgesprochen. Was den Deutschen Nordböhmens widerfuhr, steht in gar, keinem Verhältnisse zu der.Entrechtung, Vergewaltigung und barbarischen Willkür, welche die jüdische Nation in zahlreichen Ländern niederhält und insbesondere das Ostjudeptum fortdauernd entwürdigt. Möge das deutsche Volk, das jetzt am eigenen Leibe die Notnationaler Verfolgung empfindet, "dep Judenfrage mehr Verständnis entg^genbringen, als es. bis jetzt der Fall war. Insbesondere in Deutschböhmen selbst war jener rüde deutsche Radikalismus zu- Hause, der dem Juden die Ehre abschneidet, den jetzt sehr un- Vertreter des Gemeinderates und:der Syuägogenvereine. Es soll eine „jüdisch-religiöse Gesellschaft" gebildet werden, eine private Gesellschaft, die den Zweckhat, den Bedürfnissen der religiösen Inden zu genügen. Das Statut dieser.Gesellschaft soll demnächst im Plenum des Gemeinderates verhandelt und angenommen werden. Laub dem neuen Dekret fallen«! sämtliche Immobilien der Gemeinde, jo auch der Friedhof, in den Besitz des -Justizkommissariats, welches sich bereit erklärt hat, mit der zukünftigen jüdisch-religiösen Gesellschaft über die Benützung der in Betracht kommenden expropriierten Immobilien und Anstalten - für die 'religiösen Interessen der Juden ein -Ab kommen zu treffen. - .■-,< WS wär stets charakteristisch für die russische Judenheit, .baß sie . in den schwersten Tagen sozialer Not den Geist .der Nation mit allen Kräften hochgehalten hat. Auch jetzt , Mt, ein reicher, schöpferischer, jüdischnationaler Geist durch ' bis'Massen unseres Volkes'm Rußland. Es ist bezeichnend, daß der alte Traum der russischen Juden, die Gründung einer j ü d i s ch e n. Volks u tt i versit frt; in Petersburg gerade in diesen Tagen seine Verwirklichung gesunden hat. Mit großer Freude wurde die Mitteilung deS Ausschusses zur Gründung der VolkSUnlversität (bestehend aus den. Herren Prof. S. G. Losinski, Dr/'J. D. Brutzkns und De. I. G. R u b'a s ch o w) : über die am 1. Mürz. 1919 bevorstehende Eröffnung' der Volkshochschule ausgenommen. Di« Vorlesungen finden in Wen Räumen det Universität, Md zwar zunächst zwei Stunden täglich, statt. Die Zahl dbr Vorlesün'gsstunden soll-demnächst aus mindestens vier täglich festgesetzt werden. Das Programm der Volkshochschule ist stwar noch nicht abgeschlossen, aber bietet schon jetzt-ein reichhaltiges Bild über die zulünflige^Wirksämkelt dieser- Nationalen Vildungsstülte: ES werden Vorlesungen gehalten werden über alle Gebiete der Mischen Geschichte, Literatur, Saunst und Wissenschaft. Besondere Berücksichtigung finden die Nationalökonomie und die sozialpolitischen Wissenschaften. -Unter den Lektoren siirden wir die besten zurzeit erreichbaren Kräfte. Ueber.die jüdische Geschichte und Literatirr werden lesen Du b n ow, L o sin Sk y.und I. D. Brutz ku s. Ueber das jüdische R e ch t und über WieE t h i k des Judentums werden lesen die bekannten Gelehrten J.M. und M.J. Kulischer, über jüdische Kunst, lesen die berühmten Künstler I. Ginzburg und M. Maimon. Ueber die neue jüdische und hebräische Literatur lesen S. Epskeln und Eljaschew (Baal-Machchoves). Die Zahl der Hörer ist schon jetzt sehr groß. ' . . - p Die russische Judenheit ist sich zwar ihrer Machtlosigkeit unter den gegewvärtigen Berhältiiissen bewußt, sie ist aber von der UeberzeMunF durchdrungen, daß das jüdische Volk außerhalb Rußlands ihre Wünsche und Forderungen vor beb Friedenskonferenz richtig vertreten werde. Der Rat der jüdischen Geineindeorganisationen hat Ende Dezember an sämtliche jüdische Parteien die Aufforderung - gerichtet, einen 'jüdischen Kongreß sofort einzuberufen zwecks Aus- ' arbeitung unserer Forderungen zur Friedenskonferenz. Zustimmende Antworten sind von den Zionisten, von der Volks- - ^artei und von der Organisation AchduS (Orthodoxie) ein- . gegangen. Die jüdisch-sozialistischen Parteien haben ihre Beteiligung an dem „bourgeoisen" Kongreß gelehnt. Am schroffsten lautete die Aiitwort der Poale-Zion, die erklären, daß „der einzige Vertreter und Träger des organisierten Willens der Judenheit daS jüdische Proletariat sei, und ihm allein stehe eS zu, Über das Schicksal des.^Volkes zu entscheiden." Das Zentralkomitee deo Gemtindeorganisativnon hat ungeächtet'dev ablehnenden Haltung der linken Parteien besthlossen, diesen Kongreß so bald al§ möglich einzuberufen. zeitgemäßen Begriff des deutschen „HerrenvölheM?siH zu eigen gemacht und die Judenfeinde - aller Länder, an Roheit womöglich noch übertroffew 'hat.?rGK?würdtz ver Ehre des deutschen Volkes dienen, weMk'dLPi-Mrttz Lehre der Märztage dieses Jahres die -.PeBsche^lNHs-- böhmens dahin brächte, ihre Stellung! zum' Jirden-l tum zu ändern. ' " Die FriedenskorrsereW. Wilson gegen eine Vergewaltigung Deutschlands. Berlin. 17. März. Das MbeM»lätt" meldet ans Lugano: Nach einer Meldung dev Tarinev „ELampa" ans Paris hat Wilson auf der Pariser Konferenz energischen Esnspxuch g e g e n e i n e V.e rgw w a l t i g u n g Deutsch l a n o < e rhoben. Gr erklärte, nicht. zugegen zu können, daß Deutschland Bedingungen, auferlegt werden, die .eine rasche Wiederaufs nahme seiner Produktionstätigkeit uWoglW machen.' '' ".''.H Naher Fviede. London, 17. März. (Fünkspruch des Tel.-Korr.-Bilr.) Im allgemeinen kann gesagt werden, daß nahezu alle Vorberatungen zur Friedenskonferenz während' der Abwesenheit des. Präsidenten Wüion beendet wurden. Die Entschlösse können'nunmehr, derart rasch getroffen werden, daß die Allnerlen innerhalb zwei oder drei Wochen'die Vorbedingungen an Deutschland.H übermitteln in der Lage sem dürsten. - ' - .. Wilson beharrt aus dir vierzehn . Punkte.? Gegen die französische Politik. New-Bork, 17. März. (Funksyruch.) Wils.ou wirst die Vereinbarungen,' welche während seiner.Abwesenheit von dem zuvorkommenden Oberst H o u s e mit den Allllertenabges.chlüssen worden sind, über den Haufen.. Die französischem und englWen Staatsmänner waren wut Oberst House in aller Ruhe übereingekommen, daß der Plan des B ö l-k e rch ü'n des v o m F r i e d e n s v e r t r a g e b g e t r e n n t werden solle, damit dieser rascher unterfertigt -werden' könne. Wilson war kaum zwölf ' Stunden . -in - Paris, als er auch schon erklärt hatte, er werde aus keine solchen Plane eingehen. Er verweise auf den Beschluß der Friedenskonferenz, nach welchem der Völkerbund ein i n t e g r i e r e n b e r' B est a n d te: ld e s Fri e d e n s pro g r a mm s' seAMisse. Daraus replizierte sogleich P i ch o n, daß dicker Plan auf-'Müberwindliche Hindernisse stoße. Die Gegensätze, sind.'gegmwärtig noch nicht überbrückbar. Die Franzosen wo Den mit, einM.-Wr,-geschickten diplomatischen Schachzug die Angelegenheit' aps später verschieben, indem sie die Neutralen fiir den 20. Mgrz einladen wollten, da die Angelegenheit des'Völkerbundes erst nach-Anhörung der Neutralen erledigt werden könne, währende der Friedensschluß kernen Aufschub' erleiden dürfe. , > Wilson berücksichtigt überhaupt jene Verhandlungen nicht, welche während seiner Abwesenheit von den amerikanischen Delegierten geführt' wurden und weist jeden Versuch zurück,, 'der ach eine- Mcher^ Erledigung Einzelner Fragensgerlchtet M/Ju -her samstägigen Sitzung, der Z'MttkpjnmUon-MMe^^WMeMel überdas -Militärische Abkommen, , so .-lapge keine Meinung MMN, bis man ihm dre. englische Ucbersetzung dieses Abkommens, chyerrcichen werde. Das Verhalten Wilsons beweist, d a ß e r 'd i e Lösung jeder e r n z e l n e n Fr a g e mit sei ne n 14 P u n r t e n in E in kl a ng-b r i-n g e n w i ll, selbst wen nd e rF r i e d e n s.s.ch.l u.ß dadurch v e r z 8 gert würde.. DieFranzosen hatten mrtdem Gegenterl gerechnet, poch, ist Wilson minder größten Bereitwilligkeit,zn chatten'bck-WMs die Alliierten sich seine Auffassung zu' eigen gemacht yätten? Die französischen und englischen Bevollmächtigten sind gezwungen, im Interesse der Beschleunigung des-Friedens nachzugeben, da sie emschen, daß Deutschland ihnen von Tag zu Tag mehr und mehr aus den Händen gleite. ,; General Allenbys Neise nach Paris. London, 17. März. (Funkspr. des -Korr.-Bur.) General A l l e n b y wird im Laufe der nächsten -Woche in. Paris erwartet. Es verlautet in der Presse, es sei. unwahrscheinlich, paß ein Beschluß betreffend den Abzug alliierter Truppen,' aus her Türkei vor der Entgegennahme seiner Berichte gefaßt' werden würde. . Die Forderungen Serbiens. - Zürich, 17. März. (Tel.-Kömp.) Nach einer Meldung 8er „Neuen Züricher Zeitung" aus Pans erklärte ein Mrglicd der serbischen Delegation m Beantwortung des italienischen Memorandums, Serbien verlange T r i e si, G v r z, Istrien, Dalmatien und das B a n a t VM T e m e s v a r an. Es könne eventuell einer Jnternationalisjernng Triests, nicht aber dessen Zuteilung än Italien zustimmen.' ' ' Beschleunigung der Friedensärbeiten. Pichons Erklärungen. lParis, 17. März. (Agence Havas.) Minister des Ae^ißern Pichon empfing heute die Berichterstatter der verbündeten Presse. Ueber die Verhandlungen, in Prüssel befragt, erklärte Pichon, er habe der Tatsache, daß die Deutschen die Bedingungen de r A l li i e r t e n a n g e n o m me n hab-m, . nichts hinznzusi'lgen. Die deutschen Handelsschiffe, die. für die Verpflegung Deutschlands heranzuziehen.sein werden, würden len: interalliierten Transportkomitee zur Verfügung stehen, ohne aber in s e i n E i g e n t u m. ü b e r- 'zugehen. Das Suncksal der Schiffe werde durch.die Konferenz geregelt. Bis dahin werde das den Neutralen seinerzeit zur Ver änderung der Verpflegung Deutschlands auf diesem Wege auserlegte Verbot-wahrscheinlich gemildert werden können, da die Verpflegung Deutschlands nunmehr durch-die verbündeten-Mächte genehmigt sei. .. . . Auf die Frage, ob der Völkerbun.bplan dem Friedensvertrag einverleibt werden würde, antwortete Pichon, daß diese Frage noch nicht offiziell, im Z^hnerrat zur Diskussion gestellt wurde. Bezüglich des endgültigen Friedensver-' träges gab Pichon der Hoffnung Ausdruck,, daß er nicht.' mehr sehr lange ans sich warten lassen, ive.rde.