Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1919-03-16 · Heft 57 (16.3.1919) · p. Seite 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 57 (16.3.1919)
Date
1919-03-16
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2979076-2979077-2979134--00494-2985792
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

«efif 8 Men. vomuag Wiener Morgenzettung 16. Marz 1919 Sk. 67 Möglich offizielle Lebensfreude büundende Adtnlrmg der Dolkswehr geworden wäre. Daß die von ihm verhätschelt« ^Wiener Spezi- »liratenmm selbst regierungsfähig werden, hat sich Engelhart zewrß nicht träumen laffen. Zwar hat auch die »me böse Zeit sein Malm beeinflußt. Dom Felde hat er Soldatensigure» mitgchracht. aste so fesch tmb kriegslustig, wie ebm der Wrmer rm Weltkrieg. Das Hinterland hmgegm erscheint in feinet Lammsgeduld auf dem großm Tableau ,Wi« im Jahre 1918*. Der Titel schmeckt nach Reportage aber auch das Bild besagt mcht mehr, als daß der Wim» vom Fleisch gefallm ist und sich tmt r<rä Essen anstellt. Es ist eine Gruppe von Elendsgestalten, die gleichmütig ergrbm auf dir Abspeismg wartet. Jche Spm von seelischer Erregung ist sorgfältig venmedm md so dürste daS Bild für Propagandazwrckr bei Entmtelommissionm' passende Verwendung finden. Josef Engelhart hat auch die große Welt gesehen. Er ist burch Italien, Frankreich, Spanien. Aegypten gekommen ähnlich wie der Wiener Mämrergeftmgyerein. WaS er dort von typisch Malermäßigeru yx sehen bekam, hat er fleißig notiert, von dm großen Offenbarungen des Achtes und der Farbigkeit weiß er wenig zu sagen. Die Farbe ist ihm wohl überhaupt nicht so zwingendes A'usdruckZbedirrfniS wie das Gegenständliche und die Raumwirkung und so versteht man auch seine Neigung für die Fkächenfiillungm der Wandmalerei, wie er sie mit dem Raiunmdzvklus für daS Schloß Kogl versuchte. Daß er auch in Metalltechucken und in .der Bildhauerei sich betätigt, wie der BorromLuSbrnnnm im Hl. Bezirk, das WÄdmüllerdmkmal Md einige ausgestellte Plastik« be-> zeugen, spricht für die gleiche Annahme. So vielseitig er sei« mag,daß ihm der große Wurf noch nicht gelMgm ist, der durch die Gewalr der Idee oder die malerische Größe der AusjÜhrung i ein Werk über das Genremäßige mrd Farblgdekorative hmänfbebrn könnte, ist aus der Kollektivausstellung neuerlich zu ersehen. Und fast scheint es, als ob dir Zeit schon über ihn hinweg- «refchritten wäre. —l. Aus de» Theater«. Im B u r g t h e a L e r gelangt heute den 16. d. M. Schillers Trauerspiel ^Wallenstemö Tod" zur Aufführung. 'Es werken mit die Herren Elmborst, Frank, Gcrasch, Gimnig, -Ame, Heller, Lerterich, Marr.^Moncza, Moser, Haussen, Renners, Rub, ^orebrrt, Straßni, Sllkbinger, Romberg. Wrrsner mrd Zeska, die Damen Blcibtreu, Burg, Lewmsky, Aescnberg und Mcdelsw. Diese Vorstellung beginnt rm: V-4 Uhr. Iiu O p e r n t h t a t c t fommt heute den 16. b. M. ..Dre Walküre" mit den Damen Wrtdt, Bauer v. Pilecka, Kiurina, Heun, Kittel. Mchaciek» Paalm, Jovanovie, SzterMhi rmd den Herren Schmedes, Markhof sowie Kammersänger Fritz Fernhals vom Nationaltheater in München als Gast zur Ausführung. Anfang 3 Uhr. Im Wiener K o m ö d i t tt & a n f s beginnt die Abendvorstellung von „Errwan" n m 6 U h r. Sprrlplänr des Opern- und BurgtheaLers. Operni l> e a 11 r: Mittwoch den 19. d. M.: „M argarete" ^..Faust )i — Donnerstag den 20. d. M.: „P a l c fr r i n a". iBoromeo Herr Kammersänger Frry F e i n h a l s vom 'Aaiionaltheater in München als. Gast.) — Freitag beit 31. b. M.: e v if) t t\ —^Sanistag den 22. d. M.: „D ec T r o ub q b o h t". Sonmng den 23, d. M.: „S i e g f r i e d". 'Wanderer Herr Kammersänger Fritz F e i n h ä l s vom Mironaltlieater in München als Gast.) — Burgtheater: Mittwoch der: 19. d. M.: „u n t e r io e g s". — Donnerstag dm 20. d. M.: ,.D e r S ch op f e r". —- Freitag den Künstlern. Die heunge Londoner Opernstagione — seit 1914 wieder dir erste — wird Ende April oder anfangs Mai beginnen. Jüdischer Autoren-Abend. Zu Gunsten eines Kameradschastssonds ftir südische Handelstchüler veranstaltet die I. H. B. „Kanaan", Men, am Sonntag den 33. d. M. um V*& Uhr nachmittags im Festsaale des Ingenieur- und Architekten- BereineZ, l., Escheübachgaffe 9, einen ittdischen Avtorm-Abend. Kart« im Berbaudsbeim des Jüdisch« Handlrtngsgehllfen- Berbandes, ll.. Obere Donaustraße 65. Zur Frage der südische« Erziehung« Durch den i. und 84. emberusenen Jüdischen Jux für den 88 rsMeyungsrag wird dre Frage der jüdischen Jugenderziehung gewiß gründliche Klärung erlangen. Als Vorbereitung sur den Ermtt dem Leben im allgemeinen und dem jüdischen Leben mt besorderen tu Einklang zu bringen. — Preis geh. R 8.80. Durch alle Dnchhandknngen oder direkt bei R. Lcimit, Wien, l., Roteniurmstraße 88. Äerzls „Altneuland" ist soeben in unter Auslage e.- schienen (schön gebunden R 16.80X Heute^ da Herzls Verheißung „Wenn ihr wollt, ist es kem Märchen", Wahrheit werden soll, erhält dieses Buch heiligste Aktualität. Mrs der Traum eines alWnden Schwärmers gewesen, ist Ersüllnng geworden: Ein Voll ist zu neuem Leben erwacht. Zu beziehen durch die Buchhandlung R. Lömrt, Wien, Rotentnrmstraße 22. abonnement: „I p h i g e n i e a u f T a u r i s". Nachmittags drewierte! u Uhr: ,G a r t e n d e r I u g e n b", Eine Ovation für Lloyd Georqe und Balfour in der Pariser Opera Comique. Paris, 15. März. lKorr.-Bur.) In der Opera Comique wohnten gestern Lloyd George und B a l f o u r m einer Loge der Vorstellung der „Hochzeit des Frgaro" bei. Am Schluß des ersten Aktes wurden sie vom Publikum erkannt, das die englische Nationalhymne und die Marseillaise anstimmte. Konzert Kazia Liebau. Am 20. d. M. wird Mi erstenmal im kleinen Konzerthaussaale Kazia L i e b a n, eitle junge Pianistin, auftnten. Sie spielte bereits in Berlin und in mehreren Städten DvlenL. Das von der Künstlerin gewählte Programm enthält Werke von Bach-Dusvm, Beethoven. Brahms, Chopin und Ludomrr Rotycki, dessen Werke in Wien noch wenig bekannt und. Karten bei Heller. Die Tagung des deutschen Biihnenvereines. Aus Berlin wird telegraphiert: Im wetteren Verlauf der gestrigen Tagung des Deuffchen Bühnenveremes wurde die Verhandlung des Tariivertrages erledigt, wobei ein Antrag, der die Inanspruchnahme der gewerbsmäßigen Stellen Vermittler untersagt, abgelehnt wurde. Nach Annahme des Normalvertrages und der neuen Satzungen wurden die Wahlen vorgenonimen, rvober Gras Hülsen-Haeseler einstimmig zum Präsideuren w^edergewählt wurde. Er teilt mt, daß mir dem hemigcn Tage eine Amnestie für alle gegenüber dem Bühnenverem begangenen Vertragsbrüche rmtrete. Tosecknini Dirigevt der henrkge« Opernstagione tm „Gooent Garden". Aus London wird gemeldet, daß die Direktion des Covent Garden-Theaters in London gegenwärtig ruck ToScaninr Unterhandlungen führt, um den berühmten itallemschcn Dirigentm zur Ueventahme der Leitung des Orchesters während der großen diesjährigen Londoner Opeuistagtone r«r bewegen. In dem in Aussicht genommenen Spielplan sind dre rtal.enischen Opern am stärksten vertreten, und zwar befinden stch im Repertoire u. a. solgeüde Stücke: ,(ü'iba“ und „Simon rSoccanegra" von Verdi, „Iris" von Mascägni, und schl'.eßl'.ch ^.osca", „Madame Butterfly" sowie die jüngsten drei einaktigen Opern von Pucänt. Auch sollen diesmal wieder rrlchrerc Wagner-- üüae anfgefiivrt werden, jedoch mrSsMek-li'-'' init nichtdnickchen - ----1 --^ i. KomilegzJiedefMftia itentecftw BiHjsl8BtBftelten f. BettteciiosU nttch " DONNERSTAG DEN 20. MÄRZ, ABENDS HALB 6 UHR, LUDWIG GRAF PdLZER'HSBITZ IN DEN REICHSHALLEN, I., DOROTHEERGASSE 6-8 «nen über: Di« Notwendigkeit der Erhaltung und Weiterentwicklung des deutschen Geisteslebens für die europäische Kultur. —; Historische Voraussetzungen zu Dr, Rud. Steiners Aufruf äsi an das deutsche Volk und an die Kultunveit. ^tUtriea gu 1,8,Sa.bK bei Keiilendot/er,!. kra^crilr. X u. uz. dor SPORTKLUB „HAKOAH“. anlässlich der 10jährigen Gründungsfeier am Montag den 28. April 1919 im Grossen Konzerthaussaale. — Beginn st,7 Uhr. Mitwirkend: ALFRED GRÜNFELD SIEGMUND FEUERMANN RUDOLF BANDLER FRITZ BLUM KARTEN von 16 bis S Kronen an der Tageskaeaä des Konzertltaüses, Wien, III. Lothringefstrasse 20 und im Sekretariate des Sportklubs Hakoah“,Cat6 Industriellen, I., Concordiaplatz4; Buchhandlung LöwiL I., Rotenturmstrasae; Buchhandlung Hirschier, I., Rabensteig 6. ais Der Volkswirt. Wochenschau. Eittü Institution der «ltctt Monarchie' rrcich dev andern'wird nicht nur in ihren Grün!)festen erschüttert, svtldern geht der Auslösung entgegen. So hat auch die O e ste rrei ch i s ch - wn ga r i s ch e Ban k ihre bisherige Rolle ausgespielt. Durch den Zerfall des DonaüstaateS ist die Währungseinheit durchbrochen worden. Die Jugoslawen haben damit begonnen, die Tschechen sind gefolgt. Für die beiden Sukzessionsstaäien hat dadurch die Oesterreichisch-ungatische Bankaufgehört, Notenbank zu sein. Das alte Institut protestierte gegen diese Verletzung seines Privilegs, es protestierte gegen die Notenabstempelung in der Tschecho-Slvtvakei. Aber dieser Protest ist angesichts der' vollzogenen Tatsachen wertlos, ebenso wie derjenige gegen das deutschösterrebchische Staatsamt für Finanzen, das. die Notenabftempelung bei uns verfügte. Schließlich sind die Interessen des Landes» welche die letztere Maßnahme dringend heischten, von größerer Wichtigleit als'die Interessen der Aktionäre der OesterrLichisch-ungarifchenBank. Der tschechische Finanzminister hat ohne vorherige Verständigung .der Zentrale in Wien die Notenausgabe und das Girogeschäft verstaatlicht; Gebäude und Einrichtüngen sind tequiviTt worden; die Angestellten mußten die tschechische Negierung ihrer Lvyaliiitt versichern. Man sollte umt glauben, daß man auch bet uns sobald wie möglich an die Errichtung einer deutschöfterreichischen Notenbank gehen würde. Alleiir unsere Finattzverwaltung ist durch 8bompetenzstrcitigketten zu sehr in Anspruch genommen. Sie tvähni sich irn alten Oesterreich und läßt stch in dieser bringenderr Angelegenheit Zeit. In ihrer .Gemächlichkeit lies; sie sich Zeit mit der Abstempelung der Noten, die sich bet uns noch etwa zehn Tage lang hinziehen^wird, während sie in der Tschechv-Slowükei längst beendigt ist. Schon jetzt wird mehr oder weniger offen zugegeben, daß dieRotenabstempelnng keineswegs das gewünschte Nesuttat zeitigen werde. Sie sollte als Grundlage eines Bermögenskatasters bienen. Dagegen ist nach monatelangen Debatten und Enqueten nunmehr et'.vas einschneidendes geschehen: jeder Besitzer mobiler Werte, die bei einer Bank oder eiyM anderen Geldinstitute deponiert sind, ist gezwungen, sein Ergentunl genau zu verzeichnen. Die Möglichkeit der Verheimlichung de; Besitzes vor dem Staat soll dadurch aufhören, daß die Behörden den Inhalt der Schranksächer (Safes), also die bei den Instituten deponierten Wertpapiere, Gold- und Silbermünzen, Ju'.velen ulw. kontrollieren werden. Ebenso sind die Bareinlagen. Kon:olorrentgurhal<:u und Girtbaben auf Girokonto anzrrmrldeu. Der Staat will sich cuiTiuj über die Höhe der Loriiaudcueu mobile"» Werte klar werden. Der Bollzugsanweisung hierüber ist eine gewisse Gründlichkeit nicht abzusprechen, doch ist sie nicht in allen Punkten deutlich genug und in , manchen widerspruchsvoll: vorläufig kann der Kontoinhaber bloß über die Hälfte seines Bankguthabens verfügen; gleichzeitig wird aber erklärt, daß er nur , Beträge bis 10ÖÖ Kronen abheben könne. Erst nachdem er fein Guthaben angemeldet hat, kann er.darüber zur Gänze verfügen. Bisher ist jedoch noch kein Termin der Anmeldung verlautbart worden. Wir können nicht ein sehen, warum bi«' Vollzugs- . anweisüng hierüber nicht gleichzeitig. mit der bereits verlautbarten herauskam. Dadurch, daß der Stichtag ., erst besonders angekündigt tdird, kompliziert sich die > ohnedies verwickelte Angelegenheit noch weiter. Die in den Schrankfächern deponierten Werte bleiben bis Endo; biß Monats gesperrt, das heißt, die Eigentümer könüen ' .darüber nicht verfügen. Daö bedeutet für die Besitzer keirre geringe Unbequemlichkeit, die nur dadurch gemildertwird, daß die Banken die Werte nach wie vor belehnen können. Bei der Änlage eines derartigen Vermögenskatasters sind Nnbeqmmlichkeiten freilich nicht zu vernwidsn. Er wird aber unter anderem auch das > Gute haben, daß durch Anfdrückung eines Zeichens die bei den Geldinstituten deponierten Wertpapiere registriert 'sein werden. Allerdings bleibt es eine offene Frage, ob der Staat das gatt$t ittobile Besitzt.«nt. erfassen kann. Er kann zwar den Bauer, der sein Geld vergraben hat, den Privaten, der zu Hause sein Eigentunr - versteckt, ohne es zu fatieren, mit einer 'A m n e st i c locken, mit Drohungen -einzu'sch.üchtern versuchen. Drakonische Strafen verfehlen nur. zu oft ihren Zweü. Die Praxis hat schon oft gezeigt, daß man mit einer Art Belohnung für wahrheitsgeireue Angaben mehr erreicht, und tatsächlich hat Räschin, dessen System ja jetzt bei uns Nachahmung findet, es damit versucht. . Auch will man denSteuerfatirrendett zum Eid zwingen, - ein Vorgang, der in England sehr häufig ist und dort mit großem Erfolg geübt wird. Die Massen der Bevölkerung sind jedenfalls damit zufrieden, daß die '-vorbereitenden Schritte zur Vermögensabgabe endlich unternornmen wurden. Besonders eine ausgiebige Besteuerung des im Kriege erworbenen Luxusbesitzes wird als gerecht empfunden. Man erhofft von der Verurögettsabgabe eine teilweise Sanierung < uttseÄ' trautigen Finanzwirtschaft. Die Wirkung bleibt - abzuwarten. Die Vermögensabgabe wird jedoch ohne gründliche Erfassung des unbeweglichen Eigentums Stückwerk bleiben. Mit der unleugbaren Energie, welche die wirtschaftliches MaAllahnren der Tschechen jetzt aus-» zeichnet, müßte auch bei uns zugegriffen werden. So. tonnte die „Wiener MorgenzeiLurlg" gestern melden. daß die Prager Finanzregierung von den verschiedenen s Fabrikanten verlangen iverde, dm Wert ihrer Objekte - selbst' anzugebrn. Hiervon dürften die Fabrikanten '^ dahin Gebrauch machen, daß sie den Wert so niedrig wie tnöglich verzeichnen. Der tschechische Staat wird sich dann Vorbehalten, die betvefsenden Fabriken von den Eigentümern zu den attgesetzten Beträgen im Wege des - Kaufes zu erwerben; dadurch könnte der Staat zn sehr niedrigen Preisen in -den. Besitz wertvoller - Industrieanlagen gelangen. Vielleicht wird diese Methode die Fatierenden zu wahrheitsgetreuen Angaben veranlassen. Ihre, Nachahmung wäre auch für Deutschösterveich zu empfehlen. - . Während der ab gelaufenen Woche haben Verhandlungen wegen der Deckung des staatlichen Kreditbed rrfes stät'tgesunben. Von der Absicht, einjährige Schatzscheine auszugeben, , ist man äbgekominen. Es dürfte sich um die Emission von Schatzantveisungen mit drei und sechs i Monaten Laufzeit handeln. Die dreimonatigen sollen mit 2VW die sechsmonatigen mit 31/3 Prozent verzinslich sein. Der Zinsfuß soll wie bei den Salincnscheineu durch die Finanzverwaltung j« nach Bedarf geregelt werden. Nach Aufhebung der Sperre wird Geld wieder in hoheif Beträgen liquid sein, und im Staatsmnt für Finanzen hofft man, daß bas Publikum es zum Teil in den neuen SchatzanweisUNgen anlegen-wird. Bon großer Bedeutmrg ist das von der Nationalversammlung beschlyssene^Gesetz zur Vorbereitung dev Svziallsierun g.-Diedafür reifen Industrien sollen unter Verwaltung des Staates, der Länder und Gomeindett kommen. Eine Reihe von Unterltehnfungen sott in öDntliche Genossenschaften zusammengefaßt tverdett, die Arbeiter und Angsstettten, sollen an der Leitung der Unternehmungen teilüehmen. Zur planmäßigen Vorbereitung der Sozialisierung lvird eine Kommission eingesetzt. Sie wird bas Recht haben, sich über die verschiedenen Unternehmungen zu tnformievsn» nicht Nur durch Auskunftspersonen, sondern auch durch Einsichtnahme ^in die Betriebe und in die Geschäftsbücher. Darnach wird' die Kommission entscheiden, welche Arten von Unternehmungen zu sozialisieren sind und wie. ' die Organisation der Verwaltung sozialisierter Betriebe beschaffen sein soll. Sie wird auch entscheiden, aus. j welche Weise die Besitzer solcher Unternehmungen ent- ' schädigt und wie die Mittel für diese Entschädigungen { aufgebracht werden sollen. Die Kommission wird bann J ihre Vorschläge der Nationalversammlung vorzulegen haben. Von sozialdemokratischer Seide wird zur Eile gemahnt Und vor Verschleppungen gewarm. Das Zögern und Zaudern trage mit Schuld an den sttrchtbaren Ereignissen in Rußland und in Deutschland. Die Svziali-' . sierung wichtiger Betriebe wird jedenfalls eine gründ- 'liche Umwälzung der volkswirtschaftlichen Verhältnisse zur Folge haben. L. L.. ■

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.