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Wiener Morgenzeitung · 1919-03-16 · Heft 57 (16.3.1919) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 57 (16.3.1919)
Date
1919-03-16
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Sk. 57 Wien. Sonntag Wiener Morgenzeitung 16. März 1919 Seite 8 ■ gehalten. Wir genießen den Segen, als Deutsche mit Deutschen allein zu sein,' endlich sind wir, von dem Fluch der Großmachtpolitik befreit, endlich ist jedem Tüchtigen die Bahn frei. Ausblick in die Zukunft. Gewähren wir freien Entschlusses und im Wege des Gefehes der Arbeiterschaft das MitbestimmungSrecht im PrüoukLionsprozesse und die Teilnahme an dem Produltionsergebnis und wir werben der drohenden Anarchie entrinnen. National ein einheitlicher Staat, politisch ein freies Gemeinwesen und sozial eine freie Organisation wirtschaftlicher Zusammenarbeit, wird Deutschösterreich sich wieder anfrichten und den Platz, der ihm gebührt, einnehinen innerhalb des gesäurten deutschen Volkes und inmitten der großen und kleinen Nationalstaaten ringsum. Das hoffen wir alle - und darum wollen wir uns redlich bemühen. (Lebhafter, anhaltender Beifall und Händeklatschen.) Die Debatte. 8Ö>£. Kittinger beantragt die Eröffnung der Debatte Wer die Regierungserklärung. 'Der Antrag auf Eröffnung der Debatte wird »»genommen.! Erklärung der Großdeutsche». Ebg. Kittin ger erklärt im Namen der Großdentschnr Vereinigung, daß diese an der Regierungsbildung nicht teilnimmt. Sie will damit ihre vollkommen freie Stellung in der Nationalversammlung kennzeichnen, Ihre zukünftige Haltung macht sie von den Taten der Nesaintregrerung abhängig. Die Großdeutsche Vereinigung toirb, was nach ihrer Ueberzeugung dem deutschen Volk schabet, bekämpfen, alles, was ihm fremd ist. ablehnen. (Deifall und Händeklatschen bei den Parteigenossen.) Der Standpunkt der Sozialdemokraten. Mg. E l b e r s ch gibt im Namen des sozialdemokratischen ffftt&S eine Erklärung ab, in der es unter anderem heißt: DK Sozialdemokraten sind als die stärkste Partei aus de»/ Wahlen hervorgegangen. Aber wir haben nicht die Mehrheit und können nicht allein die Regierung bilden. Wir sind aber auch zu stark, als daß wir den anderen Parteien die Regierungsbildung überlassen könnten. Darum haben wir als die Vertreter der Arbeiterklasse uns entschlossen,' gemeinsam mit den Vertretern der Bauern eine Negierung zu bilden. Es ist ein Versuch, der heute unternommen' wird. Ob er gelingt, Md ob diese Regierung von Dauer ist, hängt davon ab, ob sie imstande ist, alle Zweige der Staatsverwaltung mit neuem Geist zu erfüllen, de« Forderungen der ArbeiterklM Rechnung zu tragen, und das umwälzende Werk der ^Sozialisierung rasch und unbeirrt durch kapitalistische Einflüsse, zu beginnen. Diese Regierung kann nur Bestand haben, wenn sie Imr sozialistischem Geist erfüllt ist. Wir hoffen, daß die Bauern sich nicht täuschen lassen. Wir sind, ohne auch nur i« mindesten unsere Grundsätze preiszugeben, zu gemeinsamer Arbeit bereit. An Ihnen liegt es zunächst, ob der Weg gangbar ist oder ob, wenn dies nicht der Fall ist, die Entwicklung im Staat über diese National versa m inlung hinweggeht und andere Wege ei n schlägt. In diesem Sinn werden wir Mitarbeiten und die Regierung unterstützen. Von ihren Taten wird es abhöngenwie lauge wir dies vermögen. (Beifall und Händeklatschen ' bei den Sozialdemokraten.) i Der Sprecher der LhrisMchsozialen. Mg. H ü üf ie'r: Nehmen Sie auch von mir im Namen und im Auftrag der christlich sozialen Partei an dem heutigen feierlichen Tage eine kurze Erklärung entgegen. Wir alle stehen unter dem Eindruck der Not der Zeit. Wenn je einmal bas Wort richtig war, das ist die große Not der Zeit, das ist die große Zeit der Not, dann gilt es für heute. Und wenn ich ein Wort dankbar ans den Ausführungen des Herrn Staatskanzlers entgegennehme, so ist es jenes, bas er an die Spitze seiner Erklärung gestellt hat: „Arbeiten, und nicht verzweifeln!" Die Not Ist groß, das Elend ist allgemein ttnd tvlr kommen aus dieser Not nicht heraus, wenn wir nicht gemeinsam arbeiten und unsere Pflicht erfüllen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wenn wir nicht imstande sind, in der jetzigen großen Not die Ruhe und Ordnung aufrecht zu erhalten, dann sind wir verloren. (Sehr richtig!) Wir haben keinen Boden unter den Füßen, wir müssen uns erst die Existenz sauer verdienen, wir müssen uns erst aus der Armseligkeit herausarbeiten. Aber heute müssen wir zuerst um unsere ■ Existenz arbeiten. Das ist im wörtlichen Sinn zu nehmen. Die Forderungen der Zeit sind so unabweislich, daß sich unsere Partei ohneweiters, obwohl uns — wir sind schon auch so schlau wie andere (Heiterkeit) — das einigermaßen Opfer auferlegt, gerne dazu entschlossen, gemeinsam zu : arbeiten, um unser Volk zu retten. Als christliche Partei sind wir ein« Partei der Ruhe und der Ordnung. Wir sind eine BolkSparte! und darauf tun wir uns etwas zugute. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Nächste Sitzung im schriftlichen Wege. I Telegramme. Kampf mit Wilderer«. Bier Tote. Linz, l5. März. Gestern ,st rS in Mollu zu einem dewaffnele« Zusammenstoß zwischen der Ortsbevölkerung und Gendarmerie gekommen, wobei vierPersonen getötet Md einige verwundet wurden. Als lüuf Wilderer auS Molln vom Bezirksgericht in Gründerg nach Sreyc transportiert weiden sollten, wurden die Verhafteten tm Bahnhdf von Grünberg durch etwa zwanzig Personen gewaltsam befreit Md »och Molln znrückgebracht. Abends kam eine Gmdarmetieverstärkung von fünfzig Mann nach Molln, um bie befreiten Wilderer wieder zu verhaften. Dabet kam es zwilchen den Gendarmen Md Ortsbewohnern, welche für die Wilderer Partei ergriffe«, zu Schießereien, in deren Verlauf zwei Ortsrnfaffe« getötet und einige schwer verwundet wurden. Bon den Verwundeten sind tm Verlaufe desselben Tages weitere zwe» Personen ihren Verletzungen erlegen. In einigen Betrieben der Gegend hat anläßlich der letzten blutigen Vorfälle ein Demonstrationsstreik eingesetzt. Vertreter der Landesregierung, des Linzer Arbeiter- und SoldatenratcS und anderer Behörden haben sich nach Molln begebe«, wo jetzt die Ruhe und Ordnung wieder hergrstellt ist. Die galizifche Liquidierungskommission eingestellt. Jtvolum, ifiu März. (Tel. der „Wr. Morgeriztg.*) Das Amtsblatt der polnischen Regtenmg „Mvrntor Polski" veröffentlicht ein Dekret, laut welchem diepvlnischeLiqntdierungskomlnisslvn für Galizien aufgehoben und an deren Stelle ein Generaldelegat worden« ideutschland mutz Schadenersatz leisten. Eine Aeußerung Wilsons. N e tv - V o t f, 15. März. (Tel.°Koinp.) Wie die „New Bork Sun" meldet, hat Präsident Wilson erklärt, er werde von Deutschland die Wiedergutmachung der angerichteten Sch Aden verlangen. Unruhen im westfälischen Industriegebiet. London, 151 März. (Tel.-Komp.) Die Times" meldet aus Köln, daß im Industrie g e b r e t Westfalens große Unruhen herrschen. Aus Remscheid eingegangene Nachrichten lauten sehr beunruhigend, so daß wahrscheinlich mit einer weiteren Besetzung von Bruekenkvpfen durch die britischen Truppen im Zuduftriegebret über Solings« hinaus gerechnet werden muffe. Fiume neutralisiert? Graz, 16. März. (Tel. der ,Wr. Morgenzlg.") Wie die Laibacher Blätter berichten, soll die Friedenskonferenz die Frage der Zugehörigkeit von Fiume bereits erledigt haben, und zwar, soll dte Stadt unter dem Protektorate Englands neutralisiert werden. Ein Bündnis zwischen Polen und der Entente? Krakau, 15. März. (Tel. der „Vr. Moraenztg") In der letzten Sitzung des Ausschusses für Aeußeres tm Warschauer Landtage wurde ein aus sieben Mitgliedern bestehendes Subkomttee eingesetzt, das einen formellen Bündnisvertrag zwifchenPolenund den Mächten d e r E «t e n t c ausarbeiten soll. Preußische Landesversammlung. ‘ Eine Rede für die Monarchie. Berlin, 15. März. Das Haus berät den Gesetzentwurf wegen vorläufiger Ordnung der Staatsgewalt. , Abg. Herdt (deutschnational) führt aus: Der Entwurf enthält unzeitgemäße Festlegungen für die Zukunft, Mt Bcispre! zweimal de« Ausdruck „Preußische R epublt k. Wir haben uns mit der republikanischen Staatsform abgesunden, aber den monarchistischen Gedaukenlassen wir unsdadurchni-chtranben. Mitti e,f ebDankbarkeit fledenken wir all des s e n, w a s d i e Hohenzollern für Preußen getan haben. Die Monarchie ist die beste Staatsform für das deutsche Volk und wtr hoffen, daß die Zeit ihrer Rückkehr kommen wird, wenn auch nicht die Zeck des alten Systems. Mmistervrasident Hirsch erklärt, der Ausdruck Republik sei mit vollem Bewußtsein gewählt,- denn an der republtkamschen Struktur des Staatswesens besteht kein Zweifel. Abg. Hetlmanu (Sozialdemokrat) erklärt: Die Rede des Abgeordneten Herdt hatte teilweise provokatorischen Charakter. Wir haben von vornherein erklärt, daß wir keine Diktatur wollen, sondern an der reinen Demokratie festhaltert. Demokratie und Republik bleiben für Preußen und Deutschland eine unwiderrufliche Entrichtung. Der Entwurf wud an den Ausschuß von 27 Mitgliedern verwiesen und dte Sitzung geschloffen. Nächste Sitzung Montag. Tagesordmma: Fortsetzung der Beratung des Antrages Hoffmann betreffend Aufhebung des Belagerungszustandes. Putsch auf das derrtsch^sterrerchifche Konsulat in Stuttgart. - Stuttgart, 15. März. (Tel. der „Wr. Morgenztg.*) In Stuttgart wurde gestern versucht, auf das deurschostertrichffche Konsulat einen Putsch in Szene zu setzen. Von ermgen zweifelhaften Elementen wurde das ganze Konsulatsgebäude nutet Bewachung gestellt. Mit Hilfe der Württemberger Regierung und des Soldatenrates gelang es, dte Ordnung wreder herzustcllen« Lebensmittsl für die besetzte« Gebiete. r Köln, 15. Marz lTel. der ,Wr. Morgcnttg?) Wie die „Internationale Teleg'.aphenagentm erfährt, werden m den nächsten Tagen zur friibmtnß der schweren Lebensm'.ttelnot gewtffe Mengen von Nahrungsmitteln m die besetzten Gebiete eingesührt werden. Japan gegen de« Opiumhandel. London, 15. März. (Tel.-Komp.) „Dmly Erpreß* meldet aus T o k l o. daß das Kabinett Maßnahmen zur Einschränkung des unerlaubten Handels mit Optum erwägt, der m China hauptsächlich durch japanische Kausteute betrieben wird. Die Regierung will sofort energische Schutte ««leiten. In emtger Zeit sollen nähere Einzelheiten Über den ungefähren llmang, den der Handel bereits ang nvmmen har, veröffentlicht werden. Reisebehinderung dalmatinischer Abgeordneter durch die Italiener. Agram» 16. März. (Tel. der ,Wr. Morgenztg.*) Unter §roßer Erregung des Hauses teilte in der jugoslawischen k a 1 i o n a l v e r s a m m! u n g Münster des Innern PctbickewwS mtt, daß etliche dalmattuischeAbgeordn e t e mcht nach Belgrad kommen konnten, da sie von den tlafiem-- schen OkkupatrouSbehorden zurückgehalten worden seien. Wilsons Teilnahme an der Friede ns Konferenz. s Lugano, 15. März. (Tel. l er „Wr. Morgenztg.") Die erste Sitzung der Konferenz unter Beteiligung Wilsons wird Samstag siattsinden. Ende der Rationierung im August. 1,400.000 Tonnen Getreide und msnaLlrch 100.000 Tonnen Fleisch und Fett für Deutschland. Washington, 15. März. (Tel.-Komp.) Der Unterdirektor der amerikamschen Lebensmtttelversorglmg, Brown, äußerte sich zu der Frage der für die Welternährung in de» nächsten Monaten notwendigen Nahrungsmitteln, der jetzige Bestand könne b i S A u g n st d. I. gestreckt werden und werde wohl auch gestreckt werden müffen. Es sollte wenigstens versucht werden, dte bestehenden Rationierungen bts zum September aufrecht zu erhalte«; B i’otmt teilte mit, daß Deutschland 1,4 0 0.0 0 0 Tonnen Getreide benötige und weiterhin monatlich 100.000 T o n n I.n S ch w e t u c i l e i s ch, Äoit!>en§m leb, Feit» Reis, Haferflocken u. s. w. besonders für Kinder und Kranke notwendig habe. 1 Sequestrierung von Güter« in Schlesien und der Slowakei..; r Prag» 15. Marz. (Tel. der „Wr. Morgenztg.*) Das tschecho-slowakischeAckerbauministerium setzt dieSequestrierungsaktion in Schlesien fort. Neuerlich wurden mehrere Herrschaftsgüter in staatliche Zwangsverwaltung genommen, darunter die Herrschaft , $ des Fürstbischofs von Breslau, des Deutschen Ritterordens sowie dte Herrschaft des Erzherzogs Friedrich. Auch in der Slowakei wurdm zahlreiche Güter sequestriert. Anhaltung des aewesenen Gouverneurs von Montenegro. N Prag, 15. März) (Tel. der „Wr. Msrgenttg.*) Gestern erhielt das Militärkommando die telephonische Verständigung daß in der Nacht mit dem Schttellzuge der gewesene Minister Präsident und nachmalige Generalgouverneue von Montenegro Graf Clam-Marttnitz eintreffen werde. Bei der Ankunft . wurde er von der Militärpolizei angehalten, sein Gepäck unter Assistenz des Bahnhofkommcmoos durchsucht, hierbei aber nichts Verdächtiges vorgesnnden.; Der Ausbau der amerikanischen Handelsflotte. Täashington» 15. März. (Tel.-Komp) Der Präsident des amerikanischen Schiffahrtamtes, H o r n e y, ist mit der Ausarbeitung eines vorläufigen Planes beschäftigt, der dahin geht, daß die amerikanische Handelsflotte nach Friedensschluß dem Staate angehören und von ihm ausaebaut werden soll. Dieser Plan soll am 31. März dem Kongreß vorgelegt werden, . Wilsons Konferenzen. Paris, 15. März. (Funkipr. des Tel.-Korr.-Dur.) Im. Laufe des gestrigen Nachmittags hatte Präsident Wilson mit mehreren Mitgliedern der Frtedenskonferenz Unterredungen, Zunächst empfing er Lloyd George und Sharp. Sodanst fuhr der Präsident zum Hotel Cnllon, ° wo er im Gemach des Obersten House mit den Ministerpräsidenten Cldmencean und Lloyd George rme sehr lange Besprechtmg hatte. Die Besprechung dauerte bis halb 5 Uhr nachmittags. Hierauf begab sich der Präsident in Begleitung seiner Gemahlin ins Palais Elysöe, um dem Präsidenten der Republik Poincarö und deffen Gemahlin einen Besuch abzustatten. Präsident Wtlson md Gemahlin kehrten sodann in ihr Absteigequartier zurück. Der Pogrom in Tarnopol.; Der wahre Sachverhalt. .In Nummer 40 unseres Blattes berichteten wir über die in Stainslan aufgetattchten, unkontrollierbaren Gerüchte über Judenpogrome in Tarnopol. Wie und die Delegation des Jüdischen Nationalrates für Ostgalizien mitteilt läßt sich auf Grund authentischer Nachrichten und der Darstellung eines ausTarnvpol emgetroffeuenMttgüedesdes Ostnationalrates seststellen, daß die Geschehniffe in Tarnopol als Pogrom n t ch t bezeichnet werden können. Soldaten, dte aus dem Kasernen ausbrachen, plünderten Geschäfte,'mns Lehen ist aber von den Juden n»i e m a n d gekommen. Die Ortsbehörden waren, den Ausschreitungen gegenüber f.ift 24 Stunden machtlos» bis es ihnen gelungen ist, mtt Hilfe herbeigeholter verläßlicher Truppen die Ordnung wieder Hennstellen. Eme strenge Untersuchung wurde eingcleitet. Die Rädelsführer wurden verhaftet und drei von ihnen ffolge Standrechtsurteilen des Militärkommandos erschossen.. er Sachschaden der jüdischen Kaufleute und Einwohner beläuft sich aus 2'/z Millionen Kronen. Die Regierung hat eme Entschädigung der Betroffenen in Aussicht gestellt. Was die Uebergriffe, Mißbräuche und Willkürakte der OrtZ- und Kreis-, Zivil- und Militärbehörden betrifft, so hat auch in dieser Hinsicht der Staatssekretär des Innern, Dr. M a k u ch, die strengste Remeduc zu schaffen erklärt. Wiedereinführung des Terminhandels m der Amsterdamer Börse. Amsterdam, 15. März. (Tel.-Komp.) Eine Antahl von Großbanken und privaten Banksirmen überreichte« dem Börsenrat eine Eingabe, m der um die Wl e d e r e i« s ü h r u n g d es \ Terminhandels. der während deS Krieges aufgehoben war, an der Alnsterdamcr Docke ersucht wird. Es ist anzunrhmen, daß diesem Eckuchen unter gewiffen formelle« Beschränkungen nachgekommen wird. Tagesbericht. Jüdische Versammlung. Heute den 16. Marz» «m 16 Ahr vormittags findet im Theater an der Wie», VI., Linke Wienzeile 6, eine Massenversammlung statt. Thema: Die zionistischen Forderungen vor der Friedenstonferenz. Redner: Dr. Otto Abeles, Dr. Egon Zweig» Dr. Emil Stein. Eintrittskarten find nur geqe« Vormerkung in der Buchhandlung R. Löwit» I., Roten- . tnrmstratze 22, an der Theaterkaffe im Th atergebäude and bei R. Ztretschmer» II., Schmelzgaffe 7, erhältlich._ Purimfreude. Eine Stadl steigt auf in der EriunerMg, hügelig, die südmährische Ebene anmutig überragend, dicht geschmiegt um ein herrltcheS Schloß. Schloß und Städtchen tragen noch Winterschmuck, aber die' Tage sind schon länger itnd der Brunnen neb en der Synagoge M der „Hauptgas?" der Judengemeinde, noch über und über vereist und mit mächtigert Zapfen behängt, schimmert rosig im Abendrat. Nikolsburg! du uralte, treue Stadt, du gcheilrgter Ort der südtschen Lehre, du köstlicher Traum auS den Kindertagen mit dem güttgen Großvater, der nicht böse wurde, wenn man beim V langweilten Lesen der „Megillch^ mit der Lade des Gebetpultes sptclte, und verschmitzt lächelte, wenn man, wahrend er sich im ' Gebet hin und her wiegte,, in seinen Rocktasche» krabbelt^ die tmmer etwas Süßes bargen. Schief drüben, dort am Eck, wo der stetle Weg ins „Judengärtel"i hinunterführt, steht Großvaters Hans mit der hölzernen Galerie, von der man weit, weit draüßm den Eiienbahuzug heranpusten sicht und dir quirlenden Wägelchen aus dem Stcmbruch hernnterrollen hört. Heute dürfen alle Enkelkinder länger ausbleibm rmd ckm Großvaterhans den Putimmg erwarten. I»» der gutm Stube ist der alte, achtarmige Hvlzlenchter angesteckt, der von der. Decke hecabhängt (ein köstliches, ererbtes Stück, hitnmeldlau und gülden bemalt), tw.d nntner wieder zieh: eitrrheitere, ewtg--jtmgrTau.teamFädtfl

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