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Wiener Morgenzeitung · 1919-03-15 · Heft 56 (15.3.1919) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 56 (15.3.1919)
Date
1919-03-15
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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. 16. M arz 1919 Rr. 86 Lebensmitteldiktator Hoover tu Brüssel. Brüssel» 13. Man. lHavas.^ Dte Delegation der Waffen- Nillftandskommission mit Admiral Weymiß an der Spitze ist abends hier emgetroffm. Mit dem gleichen Zuge sind der ^rbensmitteldiktator Hoover und der Präsident der englischen >2chtffahrtkontrolle M a c l a y angekommen. Der Marmeladebezug der außerhalb Wien» Wohnenden. Das Staatsamt für Bolksernäh'ung hat an- 'Ordnet, daß die außerhalb WtenS wohnenden Mitglieder der Wiener Kousunteutknorgarusationen bei den Organisationen zum Bezüge vvil Marmelade zrigelaffrn werden, denen sie anghören. D:e Abgabe der Marmelade erfolgt an diese in der gleichen Menge und am selben Tage w,e an die in Wien wohnenden Mitglieder. .Die Zahl der zum Bezüge berechnen Familienmitglieder ist durch eine gmieindeamiliche BestältgUTH nachzuwrisen, rbcnfo die Zahl der Kinder unter 14 Jahren und der Schwerarbeiter. Die Abgabe vrr Marmelade und dre abgegebene Menge nt im Bezngsbuche ersichtlich zu macken. 28. 3. 2V. Heule Samstag de» IS. d. M. von 9 bis '.'--12 Nhr A bis ■K, von 3 bis %6 Uhr L bis 2. Bühne Md Kunst. Aus den Theater«. Im O v c r n t fi f tt t e r kommt heute „Das Rheingolb" .-'.t den Damen Paalen, Lehmann, Kittel. Mihaesek, Bauer v. Bilccka sowie den Herren Schmedes, Mayr, Duhan, Gallos, :!'7'iedtttlanu, Breuer, Mmthoff, Zrc zur Aufilihrung. Anfang Uhr. Im IosrfftädierTheater sind« am Sonntag t m 16. d. M. um 2 Uhr nachmittags eine einmalige Nachmittags» '.'orstrlluttg deö Dramas »Der Vater" von August Sttmdberg üitt. Josef Jarno sprelt den Rittmeister. Auf der F a v o r i t e n e r Volksbühne findet am -.U b. M. die Uraufführung beS Lchattenstückes „'s Z'samm'leben" des Wiener Aolksdtchcers Christian Spanner-Hansen, der in diesem Jahre seinen 60. Geburtstag feiert, statt. Spamier-Hansen gebart zu jenen Schriftstellern auS dem letzten Vierte! des vorigen Jahrhunderts, die, durch Anzengrubers Erfolge anaeeifert, das VoUsstück besonders zr, kulnvicren bestrebt waren. Muudmlltch lwnjch gehört er zum Epigonatenlum drS neuerstandenrn Ältwiener Volksdichters Sauler. Richard Kubla. Die Solistenkonzerte unserer Opern- 'änger und »Sängerinnen häufen sich. Auch dre Sterne der Volksvver wollen durch Erfolge rm Konzertsaal, wo die hemmende Schranke zwischen Rampe Md Parkett verschwindet, chren Glanz crhöhm. Richard K u b l a, dre jugendliche Stütze deS Währinaer 0 m'emdles, hat der solchem Streben gewonnenes Svtel. Er besitzt längst die für das Fach des BühnenttnorD unerläßliche Wert- 'chäl-ung de§ schöneren Geschlechts, deren Bettceterinnen sich beim Konzert als eine mit Operngläsern bewaffnete Majorität eingefunden' hatten. Aber auch der von anacnebmen Borürtrilen freie Teil deö Publikums konnte auf seine Rechnung kommen. DaS ivohllamend weiche Organ des Sängers üdk sympathische Wirkung aus und kam durch den unaufdringlichen Vortrag» dettz imr etwas urchr an Vcidcnschastlichkett zu wünschen wäre, zu beiter Geltung. Wenn auch vorderhand die eigentliche Sphäre drs Saugers im lyrischen zu liegen scheint, so reift hier doch, nr.e dre Proben bewiesen, auch für Walter Stolzmg und Siegfried eiir würdiger Interpret heran. Dr. K. M. Ei» neues Thealerunternehmen in Wien. Ein neues Theater, die DeutfchösterrerchrscheBühnr, beginnt ihre W'rksamkeit am Mittwoch den 19. d. M. vorläufig als Gastlheater rm Intimen Theater mit dtr Erstaufführung deS lireiakngen SchausptrlS „Das Lächeln GoueS" von HanS Knobloch. Unter den zur Aufführung angenommene« Werken beenden sich: „Dettellem von Max Winter; „Kaplan Schmdler", ein Schauspiel des bekannten Salzburger VarrkrS Hans Ku'chsteiger; „Das siebente Sakrament" von E. Hirsch Md „Staatsanwalt Alexander" von Karl Schüler. DaS Theater vei'Üßt bereits über ein eigenes Ensemble, dem Mt« anderem ange« bören: Einmy v. Emmering, die an den Wiener Kammersnirlen tätig war. Dr. Paul Gerhardt (früh« an der Volksbühne!, Alfred Gebhard vom Lessing'Theat« in Bcilin. Dre limstlensche Leitung der BÜbne hat der ehemalige Reg ffeur der Bolksover in Hamburg A F. Ritter-Ka'ser rnne. Femer sind Gastspiele Lia Rosen, Gisela Wtt'bezirk und Wilhelm Klitsch in Aussicht genommen. Im Herbst wird ern eigenes Bühnenhaus eröffnet werden. Jur Störung der Erstausführung de» französischen Lustspiele» „Die Fahrt ins Blaue" im Buratbeater. Brkann'lich wulde vor einigen Wochen der Schnflsteller lv u g i tz wegen Protestrusen gegen di« Anfsüh'ttng eines französischen Lustspieles rm Bucgihearer von der Polizei emS dem ^'.lächauerraum entfernt. Der genannte Schriftsteller ww-de, obwohl er ertlärie, daß er lcdigltch vom vaterländischen Gesichtspunkte seiner Entrüstung Über die Ausführung deS keiyer Ansicht iiach wertlosen Stückes Ausdruck gegeben habe, von der Polizerd'.rektisn Mit drei Tagen Arrest nach dem Prügelparent vom Jahre 1&V1 bestraft. Rechtsanwalt Dr. Walter Niehl hat einen 6-ekurZ gegen diese harre und merkwü-dige Strafe be,m StaatS- 'ckretarun des Innern eingkbracht, dessen Erledigung m deutschnationalen Kreisen mit SpannMg erwartet wird. Bom Deutschen BLhnenverei«. In Berlin trat am H. März die Generalversamniluna des deutschen Dlthnenvereins -wammm. Den Borsiy führte Gras HÜlsen-Haestler, der in seiner Begrüßungsansprache unter anderem erkiä'ie, da- Präfid-um sei in ruhiger Ueberlegung zu dem Entschlüsse getouwteu, daß der A u S b a u d t s B ü h n k n v e r e t n s aus sozialerGrundlageem Gebot der Stunde sei.?cach der Bildunades Bureauerstattete Gras Hüllen-Haeßler den Bericht über die Verhandlungen mit den Angcstellkknverbänden. Allgemeine Künstlerversammlung. Am 16. d. M. nubet um 10 Uhr in der Aula der Akademie der bildenden Jtid, akad. Verbindung »Jordania« in Wien Sude: IX , MGllnerg. 6. OmlwrcaM; »Indtiitrift«, IX., PorKllang. 39. PURIMFEIER SamstiR den l5.M&rz1919 im Festeaale des Nieder fisterr. uewerbevereines. 1, ßachenbachgasse Nr. 11. Pestrede: Dr. Mnrek Schering; Mttwftkende: Krikn eott Wagner, Margit Schwärs, Atoin o. Ritterthcim, Max.Rotthal. Beginn » Uhr nachmltt«£»> Rsatllciic Kartei, üi der Burhhondlufig Löwit a. bei den Couteurnhxlfe-'lent. Das RelnertrUgr.ls füllt einem PalSstlnaaMpcndlum zu. 332 Äflnflf, 1., Cchillerplav 8, eine Massenversammlung der Künstler Mt. Die Bersammltmg soll die einmütige Forderung der Künstlerschaft '"M Ausdruck bringen, daß dt« Vertretung ihrer Jntereffm tmu.tmlb der m B ldung begriffenen neuen Organisation der Staatsverwaltung einer Stelle anvettraut werde, deren Letter ausschließlich und mit voller Sclbstavdigkert diesen Jntereffen zu dienen berufen ist. Dk« Wiener Juden (1700-1000) schildert Slegmnnd Mayer m se nem umfangreichen Buch «über 600 Setten). Aber da» Buch hält mehr, als es nach dem Titel verspricht. WaS nnS Mayer bietet, ist ganz anderes.. Den größten Teck des Stoffes buttt »hm sein eigenes Gedächtnis, der all das in einem langen, von fruchtbarer Arbeit' arSgesÜÜten Leben Erfahrene in .einen notwendigen Zusammenhang zu bringen sucht. Der Pr«S deS BucheS betragt broschiert K 16.40, gebunden K 19.80, und ist durch alle Buchhündlunßkn oder direkt bet N. Löwit, Wien, L Rotentimnstraße 22, zu haben. «port. Vortrag im Leichtathlctikverband. Domrerstag cwcudS hielt der bekannte Sportfunknonär Ingenieur Scho neck er einen Bortrag über Sportplatzanlagen. Bedanerlicheiweise hatten sich wieder nur sehr wenige Zuhörer ringefunden, so daß alle Wahrscheinlichkeit vorhanden ist, daß in Hmstmst keni ernster Svorisniann sich mrbr zur BeranstalttMg von Vorträgen bergeben wird. Die AuKfiihnmgen Schöneckers waren höchst intereffant und lehne-ch: ihnen war m entnehmen, bau die derzeit m Wien bestehenden l ns Fuibaltveremc int ganzen ist em gefriedete und vier offene Sporkpiäne besitzen. Wahrend der Kriegszett haben 10 Bereme ihre. Sportplätze verloren. Dem Vortrage wohnten Vertreter des Staatsamtes für soziale Fürsorge und deS SrastbauamkeS bei. Sp. u. ftKadima". Heute 6 Uhr abends, amteinfame Plena.rversammlmtg der Fußball- und Leichtathletikkeknon, wozu samstrche Fußballer und Leichtathleten erscheinen muffen. Um 7 Uhr findet eine interne Purimseicr statt. Gaste willkommen. 7-Sonntag spielt die erste und Neservemannschast um halb 1 und halb 11 Uhr am Jedlerödorfechlatz gegen „Jrdlersdors" 18 und Reservemannschakt. Unsere Fußballer haben sich um 9 Uhr zur gemeinsamen Abfahrt ml Klnbhenn einzustnden. 2«erfeldeinlansen in Hütteldoef. Der „Was" bringt am 23. d. M. ein Oiterseldeinlausen zur Austragung. Ursprünglich wüte e8 burch den Lainzer Tiergarten führen, oa «doch die Erlaubnis der Jagdverwaltung nicht erlangt werden konnte, wurde dre Strecke in das Rosemal und in dm Wald vor der Jubiläumswatte verlegt. Außer der E,nzelkonkurre»z findet auch ein Klick« Wettbewerb für Fünfer - Mannschaften statt. Nennungsschluß DienZ.ag dm 18. März, 6 Uhr abendS. _Din Prater-Querseldeinlaufen veranstaltet der Wiener Athketik-SporrUnb am 30. März. Die Strecke ist ungefähr 8 Kilometer lang Md führt vom W. A. C.-Sportplatz über die Jrsaitenwiese zum erste« Rondeau (E nmündung der Prmzenallee in die Hauprallref und zurück auf den Sportplatz. Nennungsschluß ist Dienstag dm 25. März, 6 Uhr abends. ... Der W.-.-l. L. spielt morgen ans seinem Sportplatz ein Freundschaftsspiel gegen Slovan. Da» erste ungarische Wettspiel findet am 25. d. M. statt, und zwar hat derWtmer Achletikspoitklub dm F.T.C. auS Budapest zu Gaste. Einen Marathonlauf schreibt daS englische Sportblatl „Sporlintilifc" für Amateure aus. Düs Rennen wird »m Juni zwischen Windsor und London zur Auskragung kommen. Sportklub Hakvah. Fußballsektion: Heute halb 7 Uhr abendS, FußballauSschußsitzung; anschlteßmd Cpirlerversammliing. Morgen finden folgende Wettip.ele statt: Hakoahklatz: Halbs Uhr vormittags: l. Jugeudmanuschatt-Nicholson. 10 Uhr: Meisterschaft-Reserve—Slurm^Reserve. Hohe Warte: quer durch Döbling" staitm Scheu und Weiß. SC.o «11 ft 11: Morgen Skitour auf die Rax nur für geübte Touristen und Skffahrec. Mundvorrat für drei Tage mitnehmen. Abfahrt wud, da Züge bei der Slidbabn unbestimmt. Samsmg nachmittags am Schwarzen Breit im Klubheim» JndustrtellmtatS, l., Konkordtaplatz 4, bekanntgegebrn. Treffpunkt für Zuspäckommeuve Montag dm 17. März 1919 um?/,7 Uhr früh beim OttohauS. Fäh Mg: Ing. Ackeiwann. Morgen, 16. März 1919, findet außerdem eine TageS« wandetüna nt den Wtmerwald statt. Tre^pnnlt, Uhr vormittags, Endstation der 89er Wagen in Siever ng. Mundvorrat mitnkhmen. T« esspunkt für Zuspätkommende zwischen 1 und S Uhr MiltagS beim Kahlmberghotel. Fühiuug: Spira. Hockeusektioni Heute, v,7 Uhr ab-ndch lvichr'g«', öffentliche Ausschußsivung. zu der auch sämtliche Sp-rler erscheinen sollm. Morgen Meiste rfial>*;inele gegen Wiener Hockeyklub am Ämattmplatz m Dbei-Si. Bett. Erste Mauu'ckmst um l/,8 Uhr, -wette Mannschaft um i Uhr. Dev Bolkswlvt. Die Lage der österreichische» und «nga« rische« Mineratölindustrie nach dem Kriege.') Von Jugemeur Bobert Schwarz. Dia in Triest gelegöne Fabrik der Triester Mineralötrli,'f!nerte A. G. mit 30.000 Tonnen Kapazität wird entweder den Jtallrnern zusallen oder falls dieser Hafen tnternationaliftert wird, möglicherweise außerhalb des ZollgebtetüS liegen. Die Triester Nafftnerte, welche btöM ebeiifallS grösitenteils mit gall- -ischem Rohöl versorgt wurde und tn letztr« Zeit auch größere Luantilätett rumättischön Rohöls ver-irbetieto. ist in der günstigen Lage, eventuell auf dem Seeweg« Rohöl oder Zwischenprodukte aus Rumänien» beziehungSivetsL aus. Amerika oder .Rußland importieren zu können. In der gleichen Lage ist die am Meer gelegene Raffinerie Fiume der Mineralölrafftnerie A. G. Budapest („Photogen^ mit einer Kapazität von 40.000 biS 60.000 Tonnen, welche ebenso wie die Raffinerie „Daniea" A. G. für chrmi'che Industrie in BoSnisch-Brod mit einer Kapa irät von LS.000 Tonnen dem jugoslawischen GtaatSgeblere angehvrr. Die Raffinerie ln BoSnisch-Brod kann im Übrigen mit rumänischem Rohöl versorgt werden, weil sie an der Gave gelegen ist und direkt auf dem Donau- Siche „Wiener MorgutMung" vom 13. März, Nr. 51, Savewege bisher durch Tankhöhne rumänisches in größeren Mengen bezogen hat. Bon den ungarischen Raffinerien werden fedenfalk di: Ra fi..eris von Brass0 (Kronstadt) b.r Mineralöl raffinerie A. G. („Photogen") mit einer Kapazität vo» 15.000 Tonnen sowie die Raffinerie Orsov a der Ors> vaer Petroleumrafsinerie A. G. (Konzern Fanto A.G^ mit 40.000 Tonnen Kapazität dem rumänischen Inten essenkreise zufallen und demgemäß mit rumänischen Rohöl versorgt werben, wobei allerdings zu beriicö sichtigen ist, das; die inländischen rumänischen Fabriken wohl in der Lage sind, die gegenwärtige Gesamt Produktion in Rumänien zu verarbeiten. Nur d0 Gchmierölaulagen der rumänischen Fabriken sind vie^ fach noch nicht entsprechend ausgebaut, welk die Beo arbeitung vor dem Kriege und auch während des Kriegevielfach nur auf Pacura erfolgt ist. Die in Budapest gelegenen drei Fabriken, uns' zwar die Vaterländische Petroleumindustrif A. G. in Budapest mit 20.000 Tonnen, die Budapests, Mineralölraffinerie A. G. „Photogen" mit 20.00? Tonnen sowie die Ungarische Petroleum-- inbustrie A. G. (Dr. Freund) mit 40.000 Mo "00,.000, Tonnen Kapazität haben ebenfalls die günstige Donai» -verbiudüug nach Rumänien für sich. Die in Alma- F ü z i t ö gelegene Raffinerie der B a c u u m O i l C 0 «v pagnie hat eine Kapazität von etwa 60.000 Tonus». ,, Dem Konzern der A. G. für Mineralölindustrie vorm David Fanto L Co. in Ungarn gehören noch die Rafsb nerie zu Mezöteleg der Bihar Szllagyer Oeb industrie A. G. mit einer Kapazität von 40.000 Tonnen und die Raffinerie in Satoralja Ui he ly mit einer Kapazität von 10.000 bis 16,000 Tonnen an Die Rasfinerir M a r 0 S - B a s a r h e l y der Maro^ Basarhelyer Petroleumraffinerie A. G. mit einer Kapa, zität von 12.000 Tonnen ist endlich auch noch dem ungarischen Besitzstände züzurechnen. Ungeklärt ist auch noch die nationale Zugehörigkeit der Raffinerie in Turoczszentmarton. weiche jetzt dem „Danica"-A. G.-Konzern für chemische Industrie angehört und welche eine zum Teil ausgebaute Paraffinfabrik und «ine Echmierölanlage älteren Systems besitzt. Bott Ken kleineren Raffinerien haben die Ryirbogdanyer Raffinerie, die Turdositter, Trstena und eventuell die Kesmarker Raffinerie sowie die Rafsi- , nerie Munkacs eine gewisse Leistungsfähigkeit für Rohöl- - destiltation. Die meisten anderen kleineren ungarischen Raffinerien dürften kaum betriebsfähig fein. In Ungarn befinden sich außer den genannten Raffinerien noch 13 kleinere Raffinerlen, von denen ein Teil in den strittigen oLerungarischen, beziehungsweise ' slowakischen Gebieten gelegen ist, deren Zugehörigkeit noch nicht feststeht, die aber, wie erwähnt/geringere Be»' beutung haben und deren Versorgung mit Rohöl sowohl auS Galizien als auch aus Rumänien geringe Aussichten hat, wenn nicht in Ungarn selbst neue Rohölgeblete erschlossen werden. Die Aussichten der früheren österreichisch-unga« rischen Mineralölindustrie sind demnach noch recht u ngeklärte. Die weitere Entwicklung hängt vielsach von der Produktionsentwicklung der Erdölgebiete ab, wobei jedoch die Produktivnskoswn des Erdöls, die während des Krieges so enorm gestiegen sind und die daraus folgenden hohen Erdölpreise eine schwere Hemmung darstellen, wenn matt bedenkt, daß die güienwärtig geforderten Preise von 60 bisi 70 Kronen eine Konkurrenz mit den ausländischen amerikanischen, rumänischen 'M russischen Erdölen kaum aushalten können, selbst wenn man die schlechten österreichischen Valuta- Verhältnisse bexücksichtigt. Wenn bic polnischen und ruthettischen Länder in irgendeiner Heise zusammsttgeschlossen werden, ist auch zu berücksichtigen, baß die neue Staatsverwaltung als Erbe der österreichischen Regierung eine erstklassig ausgebaute staatliche Raffinerie in der Mineralölfabrik von Dr 0 h 0 b y e z besitzen wird, welche seinerzeit die Rolle eines Pusferö für die Ausnahme überschüssiger Ueberproduktivn an Rohöl erhalten sollte, welcher aber bei dem gegenwärtig vermehrten Produktionsstand, wie bereits erwähnt, ein Drittel oder' ein Viertel der gesamten Nohölproduktion verarbeiten kann. Es ist der Gedanke Naheliegend, daß die neue Verwaltung dieser Länder die Tendenz habe.» wird, die ihr zur Verfügung stehende Anlage nach Möglichkeit auszunützen, um auf diese Weife praktisch das Monopol für dis Verarbeitung und für den Vertrieb von Mitteralölerzengnisfen wenigstens im eigenen Lande zur Durch« führnng zu bringen. Vom Standpunkt der Industrie ist es allerdings ein direkter Widerfinni wenn sin Staat sich an elnev Industrie beteiligt, ohne voll und ganz deren Lasten zu Übernehmen. Die Minevalölfabrrk ist bisher noch nicht vvWändig ausgöbaut und hat eine technisch unvollkommene Raffinierte, die sich eben nur dann-reniiereü kann, wenn sw das Oel dem Pvoduzente» zu ungebührlich billigen Preisen wegnimmt. Der weitere Ausbau der Mineralölsabrik mit einer kontpletten Schmierölanlage usw.; wäre aber bei den in Gafizim selbst zur Verfügung stehenden Rafsineeieiapazilät«» sicherlich nicht notwendig und würde noch erhebliche Investitionen erfor' ern. Selbst wenn aber her neue Staat über eine vollständig auSgebaNte Rasftnerie verfügen würde, so würbe er nicht in der Lage sein, sich das Rohöl aus eigenem zu beschaffen, da er das Boyrrlsiko nicht übernehmen will und im Einkauf« vo.n Rohöl Lndrrecseiiö an Tüchtigkeit den Prwatunter- . liehmungen sicher unterlegen ist. Daraus würde solgen,. ..

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