Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 56 (15.3.1919)
- Date
- 1919-03-15
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 56 Wien, Samstag matt diese nicht Lu prmckvollem Stile bauen, sonder» in emfacher Bauweise» jo daß sich. die Gebäude erforderlichensalleZ immer wieder erweitern ließen. In erster Linie käme die Erwerbmrg .des GanüsonSspitaleS Nr. 1 und deS Offiziersspitales in dtt Seufenaaffe für die Zwecke der Neubauten der. Klmiken in Betracht. DoS alte Iosesinmu müsse wegen seiner baulichen Schönheiten «halten werden. Hier könnten etwa historisch-medizinische Sammlüngen untergebracht werden. Maler Leffler gestorben. Gestern abends ist hier der Chef des Ausstattnngswesms der Hofoper, der bekannte Maler Heinrich Leffler, gestorben. * Die Juweliere und die Sperre dev Safes. Di* Sperre der Safes hat für die Juweliere großen SchÄhE im Gefolge. Da sich in letzter Zeit die Einbrüche besonders mxhrten» haben die Juweliere vor Geschäftsschluß s ü m t l i ch e- I uwel en im S afe d ep o n i er t, well die BersichenrngsaeseNchasten eine Bersichemna nicht mehr übernehmen wollten. Sickbst zur Reparatur übergebene Pretiosen würden über Wünsch der Eigentümer :m Safe deponiert. Die Safes bildeten also' über Nacht eine Art Aufbewahrungsort für die Juweliere, sowohl für eigene als.auch für fremde Juwelen. Infolge der Safesperre ist eS nun den Juwelieren unmöglich gemacht, die über Nacht deponierten Juwele» ja beheben, wodurch sie offensichtlich ' großen Schaden erleiden. Eine große Anzahl von Juwelieren hat .nun i« Fmanzministerium diese prekäre Lage dargestellt, worauf ihnen erklärt wurde, daß n a ch d e r p r o t oko ll a r i s ch e n A u f- »ah«e des Inhalts der Safes, die schriebex- Ätt wird, die Juweliere über den Inhalt ihrer Safes frei gm können. * Verhaftung de» Laufburschen Hawel. Dev Laufchmsche emer1 großen Wiener Bank, Rudolf Hawel, der, am A2. d. M. mit eurer Summe van kl 145.320 die ihm .Beamte seines Justitutes übergeben hatten, damit er das Geld, ur der AbstempAmigsstelle der Bank gegen abgestempelte Umtausche, durch gega «ge u ist, wurde gestern vormittags vonPolizeiagenteuur der Speckbachergaffe in Ottakrmg erkannt und verhaftet. Per Bursche wurde hem Slcherheitsbureau übergeben. DaS Geld hatte er. nicht bei' sich. Bei feiner Einvernahme im slcherheitsbureau gestand er, daß er den Betrag von etwa K 135.000 durch einen Freund, dün er von dem Unterschleif Mitteilung gemacht hat, ineinem im .Hause Nr. 12 des Stubenrmges. befindlichen Staubsaugeapparat habe verstecken lassen. Das Sickerhettsbureau entsendete sofort Organe m das Haus, und wirklich würde bei einer Durchsuchung des Staubsangeapparates ' der Betrag v o « fast K 137.000 dort versteckt aufgefu nd e n. Einigen Freunden Md Bekannten hat der leichtsinnige Bursche mehr als K 1000 zum Geschenke gemacht. Mehrere Hundert Kronen hat er schon vermisgabt. Nur K 500 wurden noch in feinem Besitz gefundm. Ewige in der Sache eingcwerhte Freunde des Laufburschen, unter chnen der ^jährige Kutscher Franz Oehlschläger, wurden gestern mittags in Berwahnrngshast genommen. Er und seine Mitbeteiligten werden dem LandeSgerichte eingettesert werden. * Generalversammlung des Verbandes jüdischer Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigter. Am Momag den 10 d. M. fand iw Versammlungslokal deS Jndustriellen- CatS eine zahlreich besuchte konstituierende Gencralversamntlung der jüdischen Kriegsleilnehmec Md Kriegsbeschädigten statt. Der Obmann des'Exckutlvausschuffes Herr Oberleutnant M a l ä ch gedachte in ferner Begrüßungsansprache der vielen gefallenen silbischen Brüder. Im Hinweis aus die w i r ts ch a f t l i ch e Berel c u d u u g der jüdischen Kriegsteilnehmer, die, vielfach auS ihren Berufen herausgefchleudert, neue Berufe ergreifen inMen, legt der Redner, nachdem er die Vorgeschichte desVer-- b'cmdes' geschildert hatte,, die Notwendigkeit einer starken Organifatwn dar. Dre jüdischen Kriegsteilnehmer wollen keine Gnade, sie fordern nur chr Recht, Schutz für die Krüppel, Kranken, Witwen Md Waisen, für d>e wirtschaftlich schwachen Heimkehrer und Kriegsteilnehmer eine großzügige Fürsorgeaknon, Abwehr jener tendenMen, publizistischen Entstellungen und Verleumdungen durch Beroffentlichrmg statistischer Daten über LeistMgen jüdischer Kriegsteilnehmer. Herr Dr. P o l l a k v. P a r n a u begrüßte die Versammlung tut Namen des Jüdischen Nattonalrates, worauf Herr Oberleutnant F r r e d b e r g den Bericht über hie Tätigkeit des Exekutrvausschusses erstattete. Nach Genehmigung der durch Med. Doll verlesenen Statuten wurden die Wahlen vorgepommen, die folgendes Resultat ergabt«: Obmann: Oberleutnant Dr. P o l l a k v. P a r n a u; erster Sellver- . trctcrOberleutnant W a l ach; zweiter Stellvertreter: Oberleutnant Eisler, ferner Med. Doll, Dr. Weldler, Oberleutnant Friedberg, Hauptmaun May, Leutnant Walach, Feldwebel Prerß, Feldwebel Ham, Feldwebel Groß. Erbauung von Krematorien in Wien. In derletzten unter Vorsitz des Bezirksvorstehers Karl Pre t sch e k abgehaltenen Sitzung der BezltDvertretung Hernals, beantragten Bezirksrat S v u r n h Md Genoffcn. in Gemäßheit des Beschlusses Ms EmsetzMg emer PrAimmarpost pro K 100.000 für die Ex b au ung eines Krematoriums iur dre fühütatrpe Lerchenbestatümg m das Prälimiuare pro 1919/20, den Grmetndrrat zu ersuchen, daß er die fakultative Feuerbestattting genehmigen wolle Md dementsprechend Krematorien erbauen taffen. möge. Der Antrag wurde mit 14 Stimmen gegen 12 Stimmen zum Beschlüsse erhoben. Die Kaufleute für de» freie« Handel. Gestern-vormittags sprach eine Abordnung der Reichsorganisatloisi' der Käufleute Oesterreichs unter Führung des Präsidenten Gremtalrates Ratz beim Staatskanzler Dr. NennEvor der Abordnung, daß er in jeder Weise dem legitimen Handel «ährungsamt Einfluß. genommen werde, baß endlich 'dem freien Handel, insoweit es im ÜebergangsstadiuM zur Befriedigung der Bolksernühnmg notwendig ist, stattgegeben und alles darangesetzt werde, daß mit den Erwerbs---und Wirtschaftsgenossenschaften, mit dem. Groß- und Kleinhandel nnd mit den Approvistonierungsgewerben in erster -Linie die Stadt Wien mit Lebensmitteln versorgt werde. Weiters/wurde gegen das Austreten einzelner VollMchr-. elemenie Protest eingelegt Md gefordert, daß die nM. 'im Dienst -stehende Bolkswehrmannschaft die.Straße nur ohne Waffe betreten dürfe. Staatskanzier Dr. Renner erwiderte, daß sowohl die Regierung wie auch die Vorgesetzten Byhöxben sich mit dem. Vorgehen de? Volkswehr nicht idLNtiWei?en mäj ihren ganze» Einfluß geltend' machen , Warden, Richa «ob Ordnung in Wien zu eryalten. Ferner versicherte , er rmd verlangte, daß von seiten der. Regierung auf das Erdas weitestgehende Wohlwollen entgegenbringen werde.' * Forderungen der Automo bittender. Nach den Fuhrwtrkem stellen nunmehr auch die Antolaxi die Forderung nach Erhöhung der Taxen, auch sie wollen, daß die eingeschaltete Nachttare verfünffacht werde. ES ul noch fraglich, ob dieser Wunsch erfüllt werdm wird. . Vorträge und DersMMnrungen. . Jüdische Iuarndlmse, ll. Semester:. Vvttragszhllus' deS Herrn Rabbiner Dr. Mar G r u uwal d. Beginn Akiliwoch den Sd. März, V»6 Uhr. Themen: 26. März: Indische Erfinder. Wiener Morgenzeitung 3. April: Jüdische Entdecker wd Weltreisen. 9. Avril: Jüdische Künstler: A/ark Autokolski. 23. Llpril: Indische Künstler: Max Liebenuaim. Die Themen der späteren Vorträge werden rechtzcckg verSffentlicht werden. Verein „Zwn", Sonntag den 16. März werden Vertreter des Ausschuffes des Vereines „Zion" von 1 bis 5 Uhr nachmtttags im Vereinslokale, U., Glockengaffe 30/12. Spende» zugunsten des Na tio n alfo nd es als Punmgrschenk rntaegenmhmrn. — Die jüd. akad. BerbindMg ..Jordama" in Wren veranstaltet heute um 5 Uhr abends im Festsaale des niederösterreichischen Gewerbeverünes, I., Eschenbachgasse 11, eine Purimfeier. Festrede: Dr. Marek Scherlag. Mrttvirkend: Erika v. Wagner, Margttt Schwarz, Max Rosrhal, Mm v. Rittersherm. Restliche Karten bei Lörvit und von 7 bis 9 Uhr abends im Couleurcafs „Industrie". IX., Porzellangasse 39 (Stammtrsch). — Lüeranscher Abend. Sonntag den 16. Marz, V«6 Uhr abends, Cafs „Cny", Werderthorgasse 3. Vorlesung Hrlda Wertheim: Revolutionäre Dichtungen. - Adolf G r o ß m a n n: Verharren, Boudelaire, Wilde, Tolstoi, LynkeuS. — Lese- und Redehalle jüdffcher HochschAer in Wien. Heute Konvent um lk<o Uhr. Tagesordnung:. 1., Wahl in das Landeskonutee. 2. Wahl in die freie Sektion-' (Jüdaa.) — Sozialistische Vereinigung jüd:sch er Hochschüler. Heute Samstag findet um 6 Uhr im „Ringcafs",^ I.. Stabenring 18, ein Bortrag des Herrn R u d c l: „Das Problem der nationalen Autonomie", statt. Wilsons Ankunft in Paris. Paris, 14. März. Präsident Wilson und Gemahlin wurden heute früh bei ihrer Ankunft im Bahnhof vom Präsidenten P o i n c a r 6 Md Gemahlin empfangen.. Eine Kompanie, mtt Fahne und Musik leistete die Ehrenbeze,gmig. Nach der offiziellen Begrüßung im Bahnhof begaben sich Präsident Wckson und Gemahlin, in das ihnen von der französischen Regierung' zur Verfügung gestellte Palais. Die Parrser Bevölkerung bereitete Wllson einen überaus herzlichen E m p f a n u g. Konskription der Wertpapiere in Tschechien. Prag, 14. März. Die Regierung veröffentlich eine Verordnung bezüglich der Künskription und Kennzeichnung der We r Lp a p i e re. worin es Unter anderem heißt: Ausländische und inländische Wertpapiere, rvelcher Art immer, Obligationen, Schuldverschreibungen,Prioritäten, Aktien, Lose, Teilschuldverschreibungen, Genuß- und Gewinstscheine usw. sowie fällige Coupons dieser Effekten (abgetremrt oder unabgetrennt) sind mit Ausnahme der Schuldscheine von österreichischen und ungarischen Kriegsanleihen, der Kassenscheine der österreichischen und ungarischen Kriegsanl«then und der Kassenschnne der Oesterreichisch-ungarischen Bank zu konskribieren und zu kennzeichne». Als ausländische Wertpapiere gelten alle jene, deren Kapital oder Zinsen außerhalb des Gebietes der tschecho-slowakischen Republik zahlbar sind, daher auch solche, deren Aussteller den Sitz außerhalb dieses Gebietes hat. Die Konskription wird in der Zeit vom 20. Marz bis 20. April bei den Aemtern durchgesützrt werden. Sperre der Safes in Budapest. Run auf die Banken. Budapest» 14. Mürz. (Nng. Tel.-Korr.-Bur.) Montag wird eme Elraausgabe des Amtsblattes eine Verordnung des Fmanzmlmsters verösseMchen, durch welche die Sp e r r e der Safes und unter gewissen Voraussetzungen auch die der Forderungen auf lauf e n d e Rech nung sowie der E l n l a g e n angeordnet wud. Diese Verordnung deckt sich im großen und ganzen mit der gestern erschienenen VollzugsanweesMg der deutschösterreichlschen Regierung. Wie wir von komvetenler Seite erfahren, hat die Regienmg absolut nicht daran gedacht, diese Verordnung zu erlassen. Das Publikum hat aber heute die Banken beinahe g e st ü r m t, so daß die Regie-ung gezwungen war, diese Verordnung zu erlassen, um eine Panik, vre evenMell auch aus andere Zwerge des Wirtschaftslebens Hütte übergrersen köunen, zu verhindern. Internationalisierung der Oesterreichischungarischen Bank. Der Wiener Redakteur des „P:sti Naplo" meldet: Im Zusammenhang mit der Absicht der einzelnen Nationalstaaten, neben den Nationalbanken die entsprechenden Banknoten m sevacüien Drucke nen Herstellen zu lassen. Huben mm die de» verschiedenen Nastonatiäten Oesterreich- Ungarns angehörenden Arbeiter der Oesterreichischungarischen Bank durch ihre Bettrauensmäuner dem Generalrate der Baut eine Derikschrift Lberre'tchr. in der es unter anderem heißt: Das in der Oesterrelchisch-nngarischen Bank bei der Baknotenerzeugung beschäftigte Personal übersieht nicht den nationalen Standpunkt, daß auch dtr lleinste Staat bestrebt ist, frr, und vv bhängig zu sein, will jedoch daraus verweisen, daß im Falle der TrennMg der Bank trotzdem dre Herstellung von Banknoten in einem gemeinsamen Institute aus vielen Gründen vorteilhafter wäre. Verschiedene enropäische Staaten haben schon vor dem Kriege ihre Banmoten außerhalb ihres LaudeS verfertigen lassen und dam« die beste Erfahrung gemacht. Die Oesterreichlsch-ungarische Bank besitzt einen vollständig modern rmgerichteten Betrieb, der selbst den größten Anforderungen entsprechen würde. Der Betneb muß Nicht erst neu organisiert, sondem nur dm neuen ’ Erfahrungen angepaßt werden. Alle Staaten würden dadurch viel Geld ersparen und ein gutes Produkt erhalten. Dieser Betrieb wäre von der Oesterreichlsch-imgarlschen Bmtk vollständig abzuschalten Md unter gemeinsame Verwaltung aller daran belelligleu Staaten zu stellen. Dies würde dann zwar noch ein kleines Ueberbleibsel von der alten Gemeinsamkeit sei«, über doch zum Vorteil aller daran beteiligten Staaten gereichem Das Personal verweist noch schließlich ..darauf, daß eö schon aus (^cistenzsorgm für diesen Plan ist, weil die meisten Eingestellten bei der Bank vmsionsberrchtigt.sütd, bei tmer AuslösMg der Bank aber errstenzlos würden. ' Wie der Wiener Redakteur des „Pesti Naplo" noch weiter erfahrt, - steht man in den maßgebenden Kressen der Nationalstaaten diesem Plane günstig gegenüber, so daß die Wahrscheinlichkeit vorhanden ist, das die Notendruckerei der österreichischungarischen Bank in g-wliser Bcvebnnd auch weiterhin Ar das ganze bisherige Gebiet Ocsterrnch-UngarnS tätig sein w»rd. Tsrsztiansky pensioniert. » Budapest» 14. März. (Tel. der „Wr. Moramztg.^ Eine D7i-yrdnung des Kriegsuumsters . verfügt die .Versetzung .des Feldmarschalls Tersztiansky in dm Ruhestand. (Tersztlansky war. einer der größten Schlämter des Weltkcstaes. Er trägt insbesondere Schuld an dem Fchlschlagen des FeldzngeS zur Entsetzung Przemyslt-.) 15. März 191H Seite 5' >2 Die Ernährung. Die interalliierte Lebeusmittelkoinmisstou beim Präfideute» Seitz. P r äsid ent ^S eitz empfig gestern in Gegenwärt deS - ^taatskanzlers Dr. Renner, des Staatssekretärs •< des ■■ Aeußern Dr. Bauer und deS SektionschefS Dr. Sch üller im Parlamentsgrbäude die Vertreter der interalliiertm Lebensmittel- komnnssion. Es waren erschienen die Herren: B u t l e r, England; G re a o r y, Captain, Amerika; Oliva ri, ÄhMuan-' dem, Franki-erch; T r o v a t i, Cavaliere, Italien. Der Präsident sprach den Herren den D a n k D eü ts ch-. o st e r r e i ch s dafür aus, daß sie den Bewohnem der RWubW in diesem Augenblick schwerster Not durch Gewährung' dev i Kredites und durch L e b e n s m i t 1 e l s e» düng e n 8 u H i l f r k o m m e n. Unsere Bevölkemng ist arbeits>nn Wd' dankbar mrd wird alle die VerpstichtMgen gegenüber Jiiii Ausland erfüllen, welche wir durch die nlöglichst rasche'Zumbr -von Lebensmitteln auf uns nehmen. Wir sind uns svöllig -im. Klaren darüber, daß der . e i n g e r ä u m t e ' K r-H d i r allerdings n.i ch t ge n ü g t, um die großen Kosten zu decken, und daß wir genötigt sein werden, durch Arbeit üüd-ErVoit, 'insbesondere von Holz die uns zirr- BerfügMg stehenden Mittel zü' ergänzen. Das Bestreben der Regierung Deutschösterreichs ■ gehe in erster Lmie dahin, dw Wtederauftrahme produttivec Arbeit zu ermöglichen und zu fördern.. Die Mitglieder der Kommission erklärten, daß sie. es'W vorteilhaft halten würden, wenn eine dauern deBerb i n d u n g uii t derTriesterKommissi s.'n chrrgeftellt würde, was von den anwesenden Vertreietu der RrzieriMg begrüßt wmde. ' Nach Schluß des offiziellen Enivfanges blieben die Herren noch in zwangloser Unterhaltung beisammen, wobei unter,anderem.. auch, noch wirtschaftliche und handelspolitische Fragen - bespro'cheii würden, . ./ . Hieraus besichtigten die erschienenm Herren wüer Führmig des SektionschefS Dr. Freiherr» v. L ö w e n t h a l -das -Parla-. memsgebäude. - Dies Kinderärzte a« die interalliierte Lebensmittelkommiffion. In der letzten Sitzung der Gesellschaft für innere Medizin und Kinderheilkunde kam es zn^ einer lebhaften,. Aussprache über das in den letzten Monaten stark gäHuft-e^ Auftreten der kindlichen Rhachitis (Englischen Krank--', heit im Volksmund bezeichnet) und über die bei Erwachsenenbeobachtete Häufung' einer neuartigen - K-uo^e-U--^ erkrankung. Man kam zu der übereinstimmendest ÄÄschauung, daß die bei diesen Krankheiten bestehenden Symptonrr den bei l a n g d a u e r n b e m H u n g e r z u st a n d kynstajiexten Erscheinungen gleichen, so baß otot diese Krankheiten dikekt als Folge der Ber h un gerun g der Ve v ölker un g bezeichnen kann. Es gebe nur ein Heilmittel, und .hies^s.; bestehe in der Verabreichung quantitativ und .qualitativ) aus?- reichender Nahrungsmittel. Mit der medikamentösen Zufuhr/ von Kalk und Phosphor, deren Mangel bei diesen Knvchenerkrankungen eine Rolle spielen sollte, sei garnicht gedient^. - Im Hinblick auf-obige Tatsachen beschloß diei Gesestschaft für innere Medizin und Kinderheilkunde unter berst-' Borsitz des Professors v. Pirqwet, der,, interÄliftMn. Lebensmittetkommission in Wien folgende Resolution zu Überreichen: „Die pädiatrische Sektion der Gesellschaft für innere Medizin und Kinderheilkunde erlaubt , sich, die interMWte Lebensmittelkommission auf die Tatsache aufmerksam zu machen, daß bei den Kindern in Wien Störungen des Knochenwachstums infolge Nahrungsmangel sich häufen. Das beste Heilmittel ist ausreichende Nahrung, das beste Hilfsmittel bei Knochenstörungen ist der Lebertran, der nicht mehr erhältlich ist und hier nicht erzeugt wird. Die pädiatrische Seftwu ' bittet, die sofortige Einsirhr von genügenden Mengen ^Lebensmitteln und großen Quantitäten Lebertran, zu bewilligen." Der Marktbericht. , Obwohl die Märkte schon seit geraumer Zeit zur Deckuug des Lebensmittelbedarfes für die breiten Schichten der Btvöiktzrüngüberhaupt nicht mehr in Betracht kommen, geschieht gar nichts, um das Angebot der Märkte irgend ww zu verbessern oder., zu vei mehren. Wenn dies auch in bezug auf die Flerschversorgung auf augenblicklich unüberwindliche Hindernisse stößt, so wäre es doch nicht notwendig, daß die Grünwarenm a-r He ausschließlich mit Rüben des ch.i ck t sind.-. .- Iri der UmgebMg Wiens und in Niederösterreich gibt es bereits genügende Mengen Spinat neuer Ernte, und es müßte darauf geachtet werden, daß dieser Spinat auf die Wiener Mark t t kommt und nicht in Läden, die nicht allgemein zugänglich sind. Wenn eS sich auch als notwendig , erwiesen hat. daß .drr Handel nr i t frischem Gemüse fteigegebe» werden soll, so darf dieser Handel n i ch 1 j e d e r K o n.t r o l l e e n t b e h r e n. Die fleischlose Zeit, in der wir vorläufig pnch mit Mehl nur auf das miilinralste versehen sind, wäre entschiede!'«, lnchtrr-zu ertrage«, wen» uns außer Rübm auch nahrhafte nvd' schmackhafte Gemüse zur BerstigMg stünden. Die Beschickung derFischmärkte versagt uleichsallK. Wenn ww Ms Böhmen keine Fische inomentan MMstien können, müßte, doch dafür gesorgt werden, daß Flußfische nach Wien gebracht werden. Erhältlich sind jetzt täglich inw -kamn nennenswerte Mengen frischer Seefische mid getrüMetek. Klippfische, deren Preis mit ll 15 per-Kilogramln unverhältmsnjußig hoch angesetzt ist. ’ Bahnzuführeu itt Fleisch waren gLsieru nWW vcr> zeichnen. In der Großmarkthalle stab es wieder mit miudrrMertmc Weichwürste. Heute gelangt wieder das getrocknete, grpiickme amerikanische Schweinefleisch zu ll 35 das -KilvMMM, zur Ausgabe. ' ./ Bevorstehettde Erhöhung der ZuckeriptoLe. Wie wir erfahren, ist die unter Firhrung des Ministerialrates Dr. G st e t 1 n e r stehende dentschösterreichische Mck«»- kommission, welche in Prag Verhandlungen wegen der Zucker lieserungm gepflogen hat, am Donnerstag mit sehr güMgem Resultat nach Wie« zurückgekehrt. Darnach wird dir BevÄkemng in den nächsten Tagen nicht nur die restliche Quote nachgetteftri erhalten, sonder» eS wird auch für die nächste Zeit 'schon die Z u ck e r a n o t e e r h ö h t w e r.d e n. - Allerdings.'«ürh der Preis des Zuckers, wie schon wiederholt von amtlicher Stelle, aus verlautbart worden ist, ebenfalls wieder eine Eichöhung erfahrni.