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Wiener Morgenzeitung · 1919-03-14 · Heft 55 (14.3.1919) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 55 (14.3.1919)
Date
1919-03-14
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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« Sette 8__Wien. Freitag Wiener MorgenzerLung 14. Marz 1919 9it 55 Die Ernährung. Die EnLentedelegation in Wien. Die Bezahlung der LebeusmttLellieferuugen. Die gestern statlgesundenen Behandlungen mit der intera'.uirrtkn Kommission über die f i n a n'z i e l l e Bedeckung d..- von der Eltteute für Deutschosterrerch zu liefernden Lebensn: ttel haben zu einer erfreulichen Annäherung geführt und es demgemäß zu erwarten, daß in der Flnanzierungsfrage ver-- m.ulich heute noch eine Einigung erfolgen wird. Die Besprechungen baden gestern mittags im Staatsamt 'i'".- Finanzen begonnen. Bon seiten der Entente batten sich ein» gefunden: Als Führer der Kommission und gleichzeitig als Vervctcr Englands Mr. C. K. B u r l e r, als Vertreter Amerikas E -ptaur G r e g o r i) und M. G u t t e r s o n, als Vertreter Frankreichs Kommandant O 1 r v a r i und als Berlreker I aliens Cavaliere T r o v a i i und Herr A l b erti. Bon selten unserer Regierung nahmen für das Staatsamt für Acußerrs Seknonschef Kosrat Richard v. S ch ii l l e r, für das Staatsamt .für ^rüuuuu Staatssekretär Dr. Otto Steinwendcr und Seklionschri Braun eis, vom Staatsamt fürBolksnnähnmg Sekkionsibef G rii n b e r g e r, ferner als Vertreter der Stadt Wien die Cieniemderäte Dr. Rudolf Ritter v. Schwarz -Hiller und Äagrstratsrat Hartl teil. Die Ententedelegatiyn hat nicht nur die Lösung des E r n ii h r u n g s p r o b l e m s durchzujühren, sondern ihr obliegen auch Ausgaben verkehrstechnrscher und finanzieller Ratur. Die Euteutekommlssion hat diesbezügliche Vollmachten« Das Hauptdepot der Lebensmittel wird Triest sein, doch ist als H a n p t u m l a d e p l a tz W i e n bestimmt worden. * Aunlich wird abends mitgeteilt: In der gestern im StaatSiiir Volksemahrung mit den Mitgliedern der interalliierten iKberrsmitteltonrrnrssion abgrhaltrnrn Sitzung wurden die Beschlüsse des Wirrschaftsrates (seonowro eouncrl) der Pariser Friedenslommu'nvn mitgeteilt, die rm wesentlichen wie folgt lauten: Deutschösterreich wird seitens Englands, Frank- - eichs und Italiens für die Lebensmltte!b''züge em K r e d r t dis ymx Höchstausmaß von 80 Millionen Dollar gewährt, wobei tae bereits von den interalliierten Mächten ßeliefcrteit Lebensmittel uüreingerechnel werden.. Dieser Kredit dient zur Deckung der vom Wittickaftsrat verfügten Lebensmntelsendungen an Deulschösterreich. Als Sicherungen werden von den interalliierten flächten verlangt: Solmenscheine. aus Besitz der Stadl Wien und'erte Obligationen, nötigenfalls noch anderdSickerheuen. Mu der Durchführung der finanziellen Fragen wird einebesonderevrerglredrrgeKom Mission betraut werden. Der Wirkschaftsrat der Frledenskommisfion m Paris ae« hattet außerdem der deutschösterrerchrschen Regierung, über die durch den bezerchneten Kredit gedeckten Lebensmrtlelbezüge hinaus aas Argentinien bis zu 30.000 Tonnen Zerealien einzufllhren. Die Verhandlungen werden durch den Wirtschaftsrat in Paris r-r.mittclk, der sich die Genehmigimg der für die argentinische Einfuhr erforderlichen finanziellen Abmachungen vorbehält und auch für dir Verschiffung nach Möglichkeit Sorge uagcrr wird. « Die geiamte Versorgung Deutschösterreichs mit Lebensm-.rteln ist der interalliierten Lebensmtttelkommrssion m Tuest übertragen. Düse Kommission hat bereits in den letzten Tagen verfügt, daß läglrch zwc: Getceidezüge aus Triest über Larbach nach Dentschöstrrrerch abrollrn, außerdem werden täglich ein Zug von Triest über TarvrS und zwei Getreidezüge aus Oberrtalren über den Brenner, somit insgesamt täglich fünf GetreideMe nach Dcutsch Österreich geleitet werden. Auf diese Weise können durchschnittlich 1500 Tonnen emgeluhrt werden. Die Kommission hat in Aussicht gestellt, die Anzahl'der Züge nach Abschluß der internationalen Transportverhandlungen nach Möglichkeit zu erhöhen. Fenrer werden Sendungen von.Kett und Kondensmilch erdigen. lieber das Ausmaß dieser sowie über etwaige andere Lebensm tttlsendungen lReis, Fleisch) wird mit der Tnester Lrbcnsiiiittilkonimission verhandelt werden. Vorläufig ist die Lieferung von 40 0 TonnenKondensmilch für dre nächste Zeit zugesagt. __. Zn Len Revisionen in privaten Haushaltungen. Irr den letzter Tagen sind durch die Volkswehr auch in v'.ivaten Haushaltungen Mengen von Lebensmittel beschlagnahmt »vordeu, dre —- erne entt'vrechende Anzahl von Familienmitgliedern vorausgesetzt — nicht als Übermäßig bezeichnet werden können. Laut, noch in Wirksamkeit befindlicher Mimsterialverordnung ist, wie wir im Rathaus erfahren, die Bewerbung um Lebens? '.mttcllartm, respektive der Bezug von Lebensniitteln auf Lebensmittelkarten auch dann noch gestattet, wenn sich im betreffenden -Haushalt« nicht mehr als die nachstehend genannten Mengen an Lebensmitteln befinden: 3 Kilogramm Mehl pro im Haushalte verpflegte Person, i Kilogramm Fett für jede im Haushalte verpflegte Person im Alter vorr übet drei Jahren und fe ern halbes Kilogramm für Kmder unter dre: Jahren. 2'/» Kilograium Zucker mr jede im' Haushalte verpflegte Person. Wenn also beispielsweise eine Familre von fünf Personen über einen Vorrat von 15 K lo« »ramm Mehl verfügt, so ist sie sogar zum Bezüge von Mehl auf Lebensmittelkarten weiter berechtigt. Es ist somit kein Anlaß gegeben, eine solche Menge zu requirieren. Für jene Haushaltungen, welche keine Lebensmittelkarten begehen, war bisher keine Begrenzung der erlaubten Vorräte festgesetzt. Bei den vor mehr als Jahresfrist vorgenommenen Revisionen durch Organe der Wiener Marktämter war eH dem Ermessen des amtierenden Organes, beziehungsweise der damit he-! -amen Kommission anheimgestellt, welche Mengen sie als übermäßig bezeichnet. Bei diesen Revisionen, die auch auf Grund vtzn. :.’.oui)men Anzeigen erfolgten, hat eS sich aber meist um Haus- : altungen gehandelt, die ungeachtet größerer Vorräte Lebensmittelkarten bezogen haben. Ber Liesen Revisionen wurde übrigens in den meisten Fällen nickt sgfoxt mit der zwangsweisen Enteignung vorge« L-rngen,' dre Ware wurde beschlagnahmt' oder anderweitig sicher« /'stellt und Machst Erhebungen über die Art der Beschaffung gepflogen. , ~ Enteignet wurden nur solche Vorräte, die mit dem Der«! rauch des betreffenden Haushaltes für eine längere Zeit nicht in Einklang zu bringen waren oder offenbar zu Schleichhandels- Zwecken aufgestapelt wurden. In Haushaltungen, deren Vorräte als zu groß befunden wurden, wurden übrigens nicht die gesamten Vorräte beschlagnahmt, sondern es wurde eine gewiffe Menge, dre für den Verbrauch der nächsten Wochen aüSrnchte. zmückbelaffen. Erwähnt muß noch werden, daß Selbstversorger, deren,e8 in Wien nur eine verhäl.niSmäßig geringe Anzahl gibt, berechtigt und, den Bedarf eines Jahres zurückzubehalten, also jetzt noch über Vorräte, die bis zur neuen Ernte ausmchen, verfügen dürfen. Die Quote, auf Grund deren die JahreLmenge für Selbstve'r- 'arger bemessen wird, ist etwas großer als die ursprüngliche Ouote für die anderen Verbraucher. Der Marktbericht. Gestern, am ersten Tage der fleischlosen Woche, siel die Beschickung der Märkte sehr schlecht aus, >'o daß sie Nicht geeignet waren, auch nur halbwegs Ersatz für das fehlende Fleisch zu bieten. * ■ In der Groß Markthalle gab eS, obwohl der Fleischoerkmrf mtt Ansnahme von Rindfleisch -gestattet ist, gar keine F l e l s ch v o r r 8 t e. Auch die Fleischhauer in den Bezirken verfügten tast über kein Schmflettch, da die an die anul-che Uebernohmsstclle für.Vieh und Fleuch emlangendeu Schafe für eine Ausgabe in späteren Wochen eingelagert w-rdcn. Die geringen Vorräte an Wcichwürste», über welche die Großmarkt« halle gestern verfügte, wurdm^rur zum Teil an Verbraucher abgegeben. Geflügel kommt nur in sehr geringen Mengen nach Men, auf den Markten ist eS überhaupt Nicht erhätilich. Dre F r s ch m ä r k t e erlreuren fick zwar eines lebhaften Besuches. daS Angebot, das aus geringen Mengen von Seefischen rmd Kl'ppsi'chen bestand, war karinr nennenswert. Auf den G r ü n w a r e n m 8 r k t e n waren gestern nicht einmal Rüben reichlich zugeitthrt, da sowohl die Zufuhren aus Böhmen, als auch ans Ungarn ausgeblieben sind. Lebensmittelaushilfe für Südflawen. Ter Ausschuß für Verm ttlung von Lebensm ttelauslnlfen für die in Wien lebenden Südflawen fordert alle Süd'laven lHauöhaltvorstäirde) auf, Sonntag den 16. März von 8 Uhr früh bis 3 Uhr nachmittags sich ,m R i e d ü o f, VJir., Wickenburggaffe 15. Weißer Saal, mit Hechratsnachweis, Meldezettel und Einkamschcin zu melden. Liebesgaben für Kinder. Vom Frauenarbeitskomitee d"s lX. Bezirkes gelangen für K-.nder un Älter von dr« bis sechs Jahren die Schweizer Liebesgaben zur Verteilung. Di« Verteilung für Kinder des!X. Bezirkes findet für die Ansaiigsbuckstabni A bis K am Freitag und L biS Z am Montag im AmtShanfe, IX., Währlngerstraite 63, 2. Stock, statt. Mitteilungen der „Nohö". Heute Freitag: Zentralmagazin (VIII., Piaristengaffe 19): Salz, ichviebel, Germ. Knoblauch, Dörrgemüse, Paprika, To>lettekeife, Paradeiser m . Eisig von 9 bis 12 Ubr. — I. Bezirk: Totletteseike unp diverse Kleinigkeiten von 9 vis 12 und von 9 bis 5 Uhr. H. und Hl. Bezirk: Toiletteseife, DörraemAe, Pavrrka und Salz von 9 bis 12 Uh«-. — IV. und V. Bezirk: Für Nr. 2201 bis 3400 Lekwar und insche Germ von 9 bis 13 Uhr. — IX. Bezirk (nur für die Mitglieder des XX. Bezirkes): Tostetttseife. Dörrgemüse, Zwiebel und Knoblauch von 9 bis 13 Uhr.-r« X. Bezirk: Waschvulver, Torletteseife, Döcr« a«nüfe und Salz von 9 bis 13 Uhr. — XI!l. Bezirk: Salz, Dörrgemüse, Pivrika und Sardellen von 9 bis 13 Uhr. — XVll. Bezirk: Lekwar, Puddingpulver und Paprika von 9 biS 13 und von 8 brs 5 Uhr. — XVl>l. Bezirk: Zwiebel, Paprika, Toiletteseife, Kümmel und Dörrgemüse von 9 bis 13 Uhr. «— XXI. Bezirk: Torletteseise, Gulaschtabletten und Dörrgemüse von 3 dis 4 Uhr. — XU. und XIX. Bezirk: Geschloffen. Die Wettspiele des nächsten Sonntags. Die Spiele des nächsten Sonutagd zählen znr Konkurrenz um den niederösterreichischen Coup. Da die Unterlegenen der früheren Runde» ansgeschieden sind, sind nur mehr acht Vereine, davon ein einziger zwettklassiger, terlnahmsberechtigt. Die Auslosung ergab folgende Paarung: Rap d—W. A. F., Rudolfshügel—Amateurs Sportklub—Vienna, F. A. C. -Slmmtiinger Sportklub. Für das Laufe» »Quer durch Döbling" gibt sich allgeniem ein großes Jntereffe kund. Sämfliche Leichtathletik betreibenden Vereme haben zu dieser Konkurrenz ihre Nennung abgegeben. Si« bedauerlicher Un glücksfall. Wie wir bereitberichtet haben, hat Dich beim Wettspiel Rapid—F. A. C. Lux. der Verteidiger der FlondSdorser,„ einen Cchlenbeindnrch zugezogen. Da dre in ihrer Sportausübimg vernnglückten Spieler dank der Fürsorge des Fuäballverbandes eine tägliche UnsallSunterstüyung von sage und schreibe 8 Kronen bekommen, >st dre Familie des Bedauernswerten, der daS Spital kaum vor 5 Monatm verlaffen dürste.,der bittersten Not preisgegeben. Zum Glück ereignen sich solche Unglücksfälle höchst selten, doch wäre cs auf jeden Fall Pflicht der Sporchehörden, bester für die SportaMbenden zn sorgen. Das Länderwettfpiel Deutsch Österreich-Ungarn ist von den beiderseitigen Verbänden für den 6. April wohl fix abarschlossen, doch ist es noch sehr fraglich, ob es dem Fußballverband gelingen wird, derl Spielern dre Püffe für die Fahrt von Wien nach Budapest zu verschaffen. Pack und Hagen» die sich beim letzten Wettspiel des W. A. F. gegen den F. A. C. geohrfeigt baden, wurden nach kaum viertestähriger Drsquallsikatiorl vour Fußballverband begnadigt. Der Sportklub Hakoah spielt am Sonntag auf der tohen Warte sein fälliges Mersterschaflspirl gegen den i. ,C. Sturm. ' Bühne und Kunst. Jüdische Theaterabende. Veranstaltet vom jüd. akad. Kulturverband Iabne. Der zweite literarische Theaterabend brachte David P i n S k iS Drama „Die Mutter". Es schildert die Tragödie der Witfrau Ruchel Lewin, die nur für. ihre Kinder tcbciV will und deshalb den Heiratsantrqg deS Witwers Awruhom Salbnd ausschlägt. Als aber ihr Sohn Mücha eine Ehe schließt, m die sie nicht einwilligt, und sich ihre Tochter Sonia an die Seite des Bruders stellt, eröffnet sie den Kindern, daß sie jetzt Salkinds Antrag annehnte. Die Kinder sagen sich von der Mutter los, die sich sechs bange, schwere Jahre in Sehnsucht nach ihnen verzehrt, bis sie sich entschließt, den Sohn in seiner Häuslichkeit aufzusuchen, aber gebrochenen Herzens fortwanken muß, weil Sonja, die bei ihrem Bruder lebt und schwer erkrankt ist, unversöhnt bleibt Md Mrscha die Mutter nicht einmal sehen will. Eine Hoffnung hlübl ihr. Im Fortgehen hat sie emen Ausruf der Reue gehört, weiß nur nicht, ob es ihre Schwiegertochter war. oder ihre Tochter, die ihn ausstieß. Ihr Gatte eilt, die Kinder anzuflehen, zur schwer erkrankten Mi t er zu kommen, kehrt aber .mt der neuen Hiobsbotschaft heim, daß Sonja nickt mehr lebt. Ruchel stirbt daran. Diese Fähel ist viel zu dünn für ein dreiakttgeS Drama rmd reicht kaum für eine Novolle. Auch "mutet heute die brerte Milieuschilderung ein wenig verstaubt an. Man sicht an diesem Stücke, wie an so mancher anderen ostjttdischen Theaterdichtung, mit Bedauern, wie sehr sich unsere jüdischen Dramatiker nur die in Wksteuropa nmgesetzte Münze des Nasitralismirs bemühen — allerdings um eine tüchtige Spanne Zeit zu spät. A»4 ist das ungewöhnliche Verhalten der Kmder gegen die Mutt« nicht begründet und daher nicht glaubwürdig. Das Stück enttäuschte, aber um so mehr hatte ma« bei dieser Aufführung Gelegenheit, sich an der spezisischeu Eigenart iüdlscher Schauspielkunst zu erfreuen. Wie Frau Siegler zu» nächst die Seelenstärke und dann das verzweifelte Leid eine» siidlschen Mutter darstellt und wie Herr S i e g l e r als Ehegatte' rm dritten Akt die schwergeprüfte Frau umgibt, mit diesev plumpen, gruudgütigen Bewegungen um sie herum ist, wie betspiels-- weise Frau Dreiblatt eine jüdische Köchin mimt Mb Frau Deutsch, eine Frau, die mtt dem nach jüdisch« Bv griffen größten Unglück geschlagen ist, mit Kinderlosigkeit — das muß man gesehen haben. Der dichtgesüllte Saal war innerlich sehr beteiligt. Die Regie des Herrn S i e g l e r Md alle andern Mnwirkenden sind zu loben. 0. A, Aus den Theatern. Im Operntheater wird heute infolge Indisposition hes. Fräuleins Paalen an Stelle der angekündigten BorstellMg „Der Prophet" „Stradella" mtt Frau Kiucina und den Herr« Slezak, Markhoff, Zec und Lmer gegeben. Hieraus das Ballett »Dre Prinzessin von Tragant". Anfang V,5 Uhr. In der B o l k s o p'e r findet morgen infolge mehrerer Krankheitsfälle tut Künsterpersonal keine Vorstellung statt. Die bereits gelösten Karten behalten für die am 22. d. M. angesetzte Wiederholung der „Toten Augen" ihre Gültigkeit. Jüdische Versammlung. Sonntag den 18. März um 10 Ubr vormittags findet i« Theater au der Wien, VI., Linke Wienzeile 6. eine Maffenversammlung statt. Thema: Die zionistischen Forderungen vor der Friedenskonferenz. Redner: Dr. Otto Abrles, Dr. Egon Zweig, Dr. Emil Stein. Eintrittskarten sind nur gegen Vormerkung in der Buchhandlung R. Löwit, I., Roten Mrmstraße 32, an der Theaterkaffe rm Theatergebaude' mrd bei R. Kretschmer, U., Schmelzgaffe 7, erhältlich. Charles Mertens gestorben. In Calverlev bei Leeds ist der Antw^rpener, Maler Charles Merrrns im Alter von 54 Jahren gestorben.' Er. war em Schüler VerlatS und später Professor an der königlichen Akadeuue der schönen Künste in Antwerpen. Em hervorragender Porträtist, hat er niemals „geschmeichelt" und immer gemalt, wie er es gut fand, ohne sich um die Eitelkeit oder Prunksucht semer Klienten zu kümmern. Im Aufirag der Gemeindeverwaltung bemalte er die Decke deS Zuschauerraumes der flämischen Oper ,n Antwerpen mtt shmbolischallegorischen Figuren, die ein sehr harniori'sches Ensemble darstellen. Bon unten gesehen, kann man unmöglich Details unterscheiden. wodurch das Werk von Mericns ebenso merkwürdig ist. Me wenig Mertens auf das Geldverdienen ausging, beweist die Tatsache, daß das Antwerpener Museum der schönen Künste, in deffen Verwaltung er saß, kein einziges Bild von ihm besitzt. Konzert der „Judäa". Bei einem musikalischen Abend des Verenres „Judäa" fiel Herr T r e m b a c z durch angenehmen Ton und ansehnliche Bioliutechnik aus. Seine Begleiterin, Fräulem Schwarz, kämpfte vergebens gegen em unbrauchbares Klavier. Vorträge des Dichters Imb er schloffen die gut gewählten Darbietungen ab. Festkonzert. An dem Festkonzert, welches der Sportklub „Hakaüh" am 33. Avril im Großen Konzrrthaussaale veranstaltet, wirken mit: Alfred G r ü n f e l d.^Sigmund F e u e r m a n n, Rudolf B a n d l e r und Fritz BI u m. Vorverkauf an der Tageskasse des Konzerchauscs und iinSekretariat der „Hakoah", I.,Konkordiavlatz 4 (Cafs „Jiidustriellen"). Eine Kulturgeschichte der Wiener Inden darf sich mit Recht daS soeben m zweiter vermehrter Auflage erschienene Buch von Sikgmund Mayer „Die Wiener Juden", Kommcrz, Kultur, Politik (1700—1900) nennen. Mag auch die heutige jüdische Mneration den antinatlonalen Standpunkt Mayers, als überwunden betrachten, so haben wir eS hier doch mit einem Buch zu tun, das aus eigenem Erleben heraus und Nicht vom Schreibtisch weg die Geschichte der Wiener Juden erzählt. Trotz seiner Lettidee wnd sich dieses Buch als das Dokument emes reichen und tiefen Lehens wie die Memoiren der Glückel von Hameln viele Fretinde erwerben. — Der Preis beträgt drosch. X 15.40, aeb. X 19.80 und ist durch alle Buchhandlungen oder direkt ber R. Löwl, Wien, I., Notenturmstraße 22/ zu haben. Jüd, akad. Verbindung »Jordania« in Wien ßude: IX., Mflllncrg. G. . CouleurcaM: »Industrie«, IX, Porzellang. 39. PURIMFEIER Samstag den 15. März 1919 im Festsaale des Nieder- Österr. Gewerbevereines, I.> Esch&ibachgasse Nr. 11. Pestrede: Dr. MareJc Scher lag; Mitwirkende: Erika von Wagner. Margit Schwärs, Alfrin v. Eittershem, Max Eosthal Beginn 5 Uhr nachmittags« 2 Restliche Karten ln der Buchhandlung LSwit n. bei den Conleurmitgliedem. I Das Relncrtr&gnls fällt einem Palästinastipendium xu. 332 Der Volkswirt. »•—- Die Vermiigensanmeldung. Kontrolle der Einlagen und Depots. ' Die „WienerZeitung" enthält eine sofort in Kraft tretende ' Vollzugsanrveisung betreffs Anmeldung und Kontrolle gewisser BermSgen.- schäften. Anzumelden sind: 1. der Besitz an 1 nläirdischen und auslänidifchen Wertpapieren, der sich im Inlands, fei es Bein Eigentümer selbst, sei es in inländischer Verwahrung befindet. Diese Wertpapiere werden der Konttollbezeichnung zugesührt werben; 2. die Aktiv- und'Pass ich saldi auS allen Kontokorrenten oder Girokonten und dergleichen bei einer inländischen Niederlassung eines inländischen oder eines ausländischen Kreditinstituts oder bei Personen, die gewerbSinäßig Bankiergeschäfte betreiben;

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