Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 53 (12.3.1919)
- Date
- 1919-03-12
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Wien, Mittwoch Bühne und Kunst. Die Kunstpflege in DeuLschösterreich. Eine wichtige Kundgebung des Akademischen Senats der Wiener Universität. Xt'c Akademische Senat der Wiener Universität hat am Sonntag folgende Kundgebung einftmmug beschlossen: ..Ter tllkadcmnche Senat spricht sich entschieden gegen die geplante Bereinigung der Unterrichtsverwabnng Mit dem Ressort nir Innerrö. Heerwesen und Aeußeres und dagegen aus. daß die Selbständigkeit der UnterrichtZverwaltung beseitigt werde. —^ So erwünscht und notwendig eine Be r einfach u » a des B e r w a l l u n g s a p p a r a t e s und dessen Anpassung an die veränderten staatlichen Verhältnisse ist, so darf darunter die Bstege der g e i st i g e n Güter «echt leiden. Dies aber würde zweifellos geschehen, wenn das Unterrichtsreffort mit t Ti in vollständig wesensfremden Berwalmngszweigen mechamsch wiammengekoppelt würde und wenn so die unfreie Art d e r B e r w a l t n n g des Innern» das heißt, im wesentlichen. Sicherheitspolizei, und vorn Heerwesen auch auf den Unterricht üb ergriffe. Mehr als je gerade im gegenwärtigen Augenblick des materiellen ousamnreubruchrs ist die Sammlung und schöpferisch irere Behandlung aller geistigen und Kulturrraft höchst notwendig. Der Akademische Senat hält es für allem richtig, daß die UnierrichtSverwaltirng nicht nur in ihrer bisherigen Selbüändlgteit erhalten, sondern auch noch dadurch a u s g emaller werde, daß ihr einerseits alle bisher abgespaltenen Teile des llnlerrrchtsweseus restlos unterstellt und außerdem auch noch die Pflege von B o l k s b i l d u n g und K u n ft zugewiesen wird, so daß das Staatsamt für Unterricht künftig ein Staatsamt für Unterricht, Volksbildung it it b uv u ii ft p sl e g e würde. Aus den Theatern. 3m Deutschen VolkStheater gelangt bij dreüstiige Komödie „Adam, Eva und die Schlange" von Pam Eger mit dm Damen Carls« und Schmidt und den Herren Edthoser und Aslan in deii Hauptrollen zur ersten Aufführung. Spielleiter: Dr. Schulbaur. Die für Mittwoch den 13 d. M., iür welchen Tag diese Vorstellung geplant war, gelösten Kütten gelten nicht, wie irrtümlich mrtgeteilt wurde, für Freitag, sondern inüssen der Kaste bis spätestens Mittwoch den 12. d. M., 4 Uhr nachmittags, zur Rüalösung, eventuell Umtausch präsentiert werden. In der B o l k s o p e r kommt am 21. d. M. das Musikdrama „Eroica" von Dr. Richard Batka, Munk von Marko -vrank, ziir AiMhrrmg. Morgen Mittwoch singt Klara Musil die Partie der Zerline in „Vrs Diarolo". Die Vorstellung beginnt um 7*5 Uhr. Die Kunst fuv Las Volk. Unter diesem Titel finden 'ür den Wiener VollSdlldmigsvrrcin unter Mitwirkung bekannter .'ftmftürä'tt imd nnt besonderer Fcirdernna der Direktion der Sper sowie des Burgtheaters in nächster Zeit zwei außerordentliche Veranstaltungen tm Volksbildungs-Hause statt. Die erste ist das für Sonntag den 23. d. M. nachmittags angesetzte Konzert, bei dem Grete F o r ü. Opernsängerin Hermme 'Kittel, Kammersänger Georg Dt a i k l und Dr. Ludwig Winter Brahms „L i c b e s w a l z e r" und Schuberts „Deut sch e Tan z e" singen. Pros. Karl P r H I spielt einige ausgewählte Biolinstücke. Zur Klavierbegleitung haben sich Bros. Ferdinand F o l l und Solokorrcpetiror der Oper Paul B r e i s a 6) bereit erklärt. Karten im Bolksbildungsverem, l., Spiegelgaste 19, I'.nd im VoMildungshausc, V.» Sröbergasse 19/15. Das jüdische Volk $mb seine Jugend. Unter diesem Tnel läßt 2r. Siegfried B e r u s e l d soeben im Verlage R. Lomir e-n Luch erscheinen, das zrun erstenmal die Frage der jüdischen Erziehung vom Standpunkt der unbedingten Selbstücherheit des jüdischen Geistes behandelt; aber das Buch ist in i einem wahren Ausbau kein wistenschastliches, sondem ein 'orderndes w:d bekennendes. Eine Fülle von neuen und eigenartigen Gedanken auf dem Gebiete des Erziehungswesens und die große Achtung und Liebe, die der Verfasser der jüdischen Jugend entgegenbringt, werden dem Buche rasch Freunde werben, es wird bahnbrechend und befruchtend wirken. — Das Buch ist mm Preise von K 8.80 ab 15. b. M. in allen Buchhandlungen oder direkt bei R. Löwit. Wim, I,, Rotentnrmstrafie 22 . zu haben. Sport. Das Luftschiff, das Verkehrsmittel der Zukunft. So wie das Flugwesen als Mittel der Vernichtung van Menschen und Gütern im Kriege einen ungeheuren Aufschwung genommen hat, so wird es in den kommenden Fricdensjahren dazu beitragen, die Grenzen der Länder und die Schranken des Verkehres zu überwinden. Es wird nicht lange dauern und selbst bei schlechtestem Wetter, bei Sturm und Nebel werden sich Luftreifen ebenso bequem und sicher ausführen lassen, wie heutzutage Reisen auf der Eisenbahn und 5u Schiss. Diese Gewißheit gibt uns nicht nur die rastlos porstürmende Technik, sondern dafür bürgt uns auch der Mensch. Die Militärflieger, die in den großen Staaten nach vielen Tausenden zählen, sehnen und drängen sich nach gleicher Betätigung. Nicht minder warten die auf eine große Produktion eingerichteten Betriebe an fentsprrchende Beschäftigung. Um der kommenden Wellluftschiffahrt die Wege in ebnen, müssen die sechs vernünftigen Leitsätze des englischen Luftministers erfüllt werden: 1. Festsetzung der Bedingungen und Regeln des Luftverkehrs zwischen den Ländern. 2. Einrichtung eines verbesserten Wctternachrichtendienstes. 3. Verbesserung des drahtlosen Telegraphen- und Telephonwesens. 4. Schaffung von Karten der Luftwege und Kennzeichnung der Lust- Häfen Tag und Nacht, 5. Staatliche Kontrolle, aber lein Staats Monopol. 6. Bereitstellung staatlicher Lufthäsen auch für Privatmaschinen. Der Körpersport in der deutschösterreichischen Wehrmacht. Die Äolkswehr soll, wie wir erfahren, eine sportliche Organisation erhalten. Der Anreger d-eier Idee ist der be» kannte Wiener Schwimmer Hauprmann X. Bematz. Die 40 Volkswehrbalalllone sollen in füm Sponkrene ein geteilt werden, deren Delegierte dazu berufen sind, dm Zerttralspottaueschnß^ der Bolkswehr zu bilden. Der Sporlbctneb soll vor allem Fußball, Leichtathletik nud Radfahren umfassen. Jeder Kreiö soll ferne rrgene Fußballmeisterschaft spielen, drr .Kreismeister tragen dann eine weitere eigene Meisterschaft aus. Die Radfahrer planen ern Radrennen .Rund mn Wien" und die Leichtatbletm schreibe» als Wiener Morgenzetturrg erste Konkurrenz ein Querfeldemsaufen durch den Lainzer Tiergarten aus. Generalversammlung des Schiedsrichterdollegtmns, Die Schiedsrichter des Nlkderpsterrclchischm FnßballverbandeS hielten Montag abends eine außerordentliche Generalversammlung ab, die zcitwetk einen zremstch bewegten Verlaus nahm. Jene Schiedsrichter, die M'tgliedep zweitklassiger Vereine sind, setzten sich fast ausnahmslos dafür em. daß das Kollegium wieder in ein erst- und ein zweitklassiges geteilt werden möge. Cs klang bei säst allen Rednern der Unmut über die jüngst erfolgte Klnmnemteilung der Schiedsrichter durch. Schließlich gelangte cm Verntittlungsantrag zur Annahme, daß nur bic Wettspielbesetzung in gesonderten Ausschüssen erfolgen sollte. Die SpeseuvergAung wurde für alle Klaffen einheitlich nnt K 10,-’- festgesetzt. Nach mehr als zweistündiger Tagung wurde die Versammlung vorn Vorsitzenden Dr. Handel geschloffen. Hakoah (Hockcysekrtton). Heute sinket ab 9 Uhr vormittags em Trainmg statt, zu welchem insbesondere die Spieler der U. Mannschaft zu erscheinen haben. Abends 7 Nhr Vollversammlung im Jndnstriellen-Cafe. Der Volkswirt. Zur Aufhebung der Blockade. Der Weltgetreidemarkt. Einem Artikel der „Frankfurter Zeitung" entnshmen wir: Bekanntlich war die Lebensmittelnot Europas nicht eine Folge d-es Mangels au Lebensmitteln in der Welt, sondern des Mangels an Transport t-- möglichkeiten. Daher blieben während mehrerer Jahre viele Millionen Tonnen Getreide in Australien den Unbilden her Witterung und dem Mäusefraß preisgegeben, während man sich überall in Europa besonders auch in neutralen Ländern, die größten Einschränkungen auserlegen mußte. Die Alliierten setzten alles daran, den Getreideanbau in ihren Staaten, besonders aber irr Airreri.ka und Kanada als den nächstgslegenen Bezugsländern, zu fördern. Die Regierungen mußten sich den Bauern gegenüber zu hohen Preisgarantien verstehen, dadurch wurde in Amerika ein noch nie dagewesener Mehvanbau erzielt auf Kosten der M a i S- und B a u m w o l l k u lt u r e n. Wahrscheinlich wird Hort bis Juli dieses Jahres eine Weizenernte von 1.200,060.000 Bushel eingebracht werden, wovon nur die. Hälfte im Lande selbst verbraucht wird, sv daß hie Bereinigten Staaten außer den übriggebliebenan ‘ Restbeständen von zirka einer Million Tonnen aus der Ernte 1918 einen Uebers ch n ß von ungefähr 16 M i l l i o n'e n T o n n e n W e izen für die Ausfuhr haben werden. Hierzu kommt, daß Argent inien mit seiner Ernte 1918/19 auf der; Markt kommt, die einschließlich Restbeständen einen Ueberschuß von 4 bis 4*/& Millionen Tonnen ergeben dürste; ferner Australien, da§ mit seinen alten Beständen, die allerdings zum Teil in schlechtem Zustand sind, eine Menge von 5 bis 5Vs Millionen Tonnen wird ausführen können. Der Ueberschuß in Kanada wird mit 3 Millionen Tonnen bewertet. Insgesamt stehen also aus diesen Ländern zirka 3 0 Millionen Tannen Weizen für die.Versorgung Europas zur Verfügung, hie naturgemäß gewaltig den Marktpreis drücken. Nur Indien kommt dieses Jahr für die Ausfuhr nicht in Betracht, dg in manchen Gegenden sogar die Gefahr einer Hungersnot besteht. Angesichts des zu erwartenden UeberangeboteS voll Getreide stich die Preise in den nicht garantierten Ländern zunächst tu Argentinien, ganz gewaltig her untergegangen. So stellt sich heu e die Tonne atgerrtinischer Weizen auf. zirka 63,5 Dollar Gold, während der nordamerikanische garantierte Preis zirka 69 bis 70 Dollar ist. Der argentinische Weizen stellt sich schoil jetzt bei den aus ein Viertel zurückgegangenen Seefrachten auf zirka 57 Schilling nach England, gegenüber dem in England garantierten Inlandspreis von 72,6 Schilling oder nach Frankreich oder Italien zirka 35 Franks, gegenüber dem dort garantierten Preis von 60 Franks. Diese Staaten stehen also wie Nordamerika selbst vor einem ungeheuren finanziellen Problem. Amerika sieht sich genötigt, bei der Verwertung seines Ueüerschusses den freier: Wettbewerb fe r n z u h a l t e n, da dev Weltmarktpreis sonst auf einen Stand heruntergedrückt Werder: könnte, her vielleicht nicht einmal die Hälfte des garantierten Preises decken würde, was Amerika einen Verlust von zirka einer Milliarde Dollar verursachen würde. Auch die Differenz in Italien und Frankreich zwischen Weltmarkt- und Inlandspreis geht in die Milliarden Franken. Aus diesen: Grunde hat sich hie Entente entschlossen, die Blockade so lange aufrecht zrr halten. Auch die Neutralen, sowohl die Schwerz, Holland, Skandinavien wie auch die übrigen Länder sind vom freien Bezug ausgeschlossen und werden gezwungen, lediglich durch Vermittlung beö Allgemeinen E i nkaufsbureaus in London ihre Einkäufe zu decken. Mit einem Wort, die Entente üftetuiiumt die Velic fcrung ganz Europas und schreibt die Preise vor, wobei sie natürlich jetzt in ihrem eigenen Interesse die Be'üae der Neutralen an Lebensmitteln sowie auch an Dungstoffen und Futtermitteln ganz beträchtlich erhöht hat. Doch der Wiederexport nach Deutschland ist nach wie vor streng verboten. Wenn auch durch die Ausschaltung des freien Handels die Preise hoch gehalten werden, so bleibt doch noch immer die Frage offen: Was geschieht mit den 10 Millionen Tonnen Weizen, die nach Befriedigung aller Alliierten und Neutralen hauptsächlich in Nordamerika noch lagern werden? Wird sich Amerika entschließen, Deutschland und Oestexreich großzügig zu be¬ 13. März 1919 Nr. 53 liefern? DaS amerikanische Getreide würde sich für Deutschland, selbst wenn man es zu dem Garantiepreis phts Fracht u:ch Umrechnung auf heutiger Valutabasi? bezahlen müßte, auf 80 bis 90 Pfennig das Kilogramm stellen. Auch an Futtergetreide, besorrders an Mais, sind in Argentinien allein fünf -Millionen Tonnen zurir Export bereit; Nordamerika wird riesige Mengen Gerste und Hafer verfügbar haben zu billigen Preisen, da hierirr keine Garan-. tieit gegeben wurden. Die Lage der Säcke-Jndustrie. Von einem Fachmann. Wenrr man sich über die Lage der Säcke-Jndustrie ein Bild machen will, muß man vorerst die vorhanderren Vorräte der Säcke und den voraussichtlichen Bedarf filr die nächste Saison und für die hoffentlich zu erwartenden Notstandsbauten in Berücksichtigung ziehen. Eine Neuerzeugung der Säcke aus ed len Fa ser n krmmt im Inlands vorläufig überhaupt nicht in Betracht, weil wir schon mit Rücksicht aus unsere Vatrrta hie Einfuhr der Rohstoffe aus dem Auslände nur auf das allernottvendigste werden beschränken müssest und der Bekleidungsindustrie zur Verfügung werden stellen können. — Durch die staatlich« Bewirtschaftung und das Unterbinden des freien Handels in\ Landesprodukten, Lebensmitteln und anderen Waren, durch den gänzlichen Rohstoffmangel und durch die Reduzierung der Produktion überhaupt hat sich der. Bedarf an Säcken bedeutend vermindert^ und die Nachfrage im freien Verkehr hat fast gänzlich aufgehört. Während des Krieges benötigte die Militärverwaltung riesige Mengen von Säcken, um die diversen Verpflegsartikel zu fassen und den Armeen im Felde nachzuschieben; ferner wurden Säcke mit Sand, Erde und Gestern gefüllt und verschiedene Be- ^festigungsbauten durchgeführt. Da die Sacks von der Armee gewöhnlich nicht mehr zurückkamen, wurden immer wieder neue große Quantitäten in Auftrag gegeben und bereitgeh alten. Die bei Ka'iegSbeginn vorhandenen bedeuterchonMengen Jutesäcke waren bald vergriffen, später durch Leinen- und Hanfsäcke ersetzt worden; da wegen Mangel die Hanffasern bloß für hie Bekleidung der Armee in Betracht kamen, wurden die Säcke aus Pap ie r und Papier geweden hxrgestellt und irr Verwerrdung genommen. Wenn die PapierstoffmdustriL durch das Fehlen der Men Textilfasern nnd durch die Unmöglichkeit ihrer Einfuhr ans der,: Auslände einen ungeahnten Aufschwung mhrnen konnte, so war dies sicherlich in der Säcke-Fndustrie am meisten der Fall.. Es wurden von der Heeresverwaltung und den Ernährungsämtern riesige Quantitäten Pap iersto ff sacke in Auftrag gegeben, jedoch nur zum Teile ihrer Bestimmung zugeführt. Kit Eintritt der Demobilisierung verblieb ein großes Ouantunr bei den staatlichen Aemtern und in den Fabriken lagernd und ohne Verwendung. Rechnet rnan nun damit, daß mit der Einfuhr von verschiedenen Lebensmitteln aus dem Auslande noch gut gebrauchsfähige Säcke in ansehnlicher Zahl miteingöführt wurden, so dürften die Vorräte von Getreide-, Frucht- und anderen Säcken ganz bedeutende sein. fberücksichtigen wir nun daS Ausbleiben des! bedarses, das durch die politischen Umwälzungen rs klein gewordene Absatzgebiet (die alstaaten, insbesondere die tschecha-slowakischa Republik, haben selbst noch große Vorräte der verschiebcnstew Säcke), so kommen wir zu dem Schlüsse, daß für die eintretcnde Erutesaison und die voraussichtlichen Notstandsarbeiten und Bautätigkeit vorläufig ein Ueberfluß an Säcken, heziehnngsweise Sackstoffen vorhanden sein dürfte. Dies jedoch zusammen mit denr Umstarrd, daß die Berwendnngsdauer der fast ausschließlich zmn Anhot kommenden Papiersäcke eine nirr kurze 'ist, ivrrd trotz des eiutrcteiibcu Bedarfes kaum eine Besserung der gegenwärtigen niedrigen Preise der Papiersäcke herbeiführerr können. Die Proteste der Oesterreichisch- ««garischen Bank. Die Notenbank veröffenrlicht die beiden folgenden Proteste chres Genecalrates gegen dieStcmPelung der Banknoten sowohl -n der Tschechoslowakei wie auch in Deutschösterrcech. Der Protest gegen die tschecho-slowaliische Regierung. Der an die obige Regierung zu Händen Dr. R a s ch i n s gerichtete Protest stellt zunächst die Entwicklung des Verhältnisses zwischen der Prager Regierung und der Oesterrerchisch-nnganschen Baut' seit Proklümiernng der selbständigen tschechv-slowakischen Republ.k dar, verweist auf das vielfache Entgegenkommen der Bank und erwähnt, daß die Bank auch die Erklärung abgegeben habe, kemem der entstandenen Natiomrlstaaten ohne ausdrnlüche Zustimmung des tschech»-slowakischen Rügicrmrgsvertreters em »reues Darlehen zu gewähren, welche . Ziinchenmg seitens des Goneralrates auch strengstens erngehalren worden scr. Die Auszahlungen an die ungarische Regierung seien n;cht neuen, nach Eintritt des Zerfalles der Monarchie tzcwührten Krediten entsprungen, sondern der Erfüllung der bereits früher mit der ungarachen Regierung zum Abschlüsse gebrachten Kreditgeschastttl. Mir Gesetz vom 25. Februar 1619 wurde die Anfstempelung der im Bereiche der tschccho-slowakischm Republik befindlichen Noten der Oesterrecchilch-unganschen Bank mit der Bestimmung angeordnet, daß in diesem Staatsgebiete fortan nur dre g est e m P e l t e n Noten als gesetzliches Zahlungsmittel zu gelten haben. Dre Oesterreichisch-nngariiche Bank steht in dieser Verfügung einen geradezu vernichtenden Schlag gegen ihre Existenz und die Möglichkeit ihres F o r t lM st a n d c s, gegen welchen sie zur Wahrnng ihrer wohlerwordenW Rechte, die durch diese Bersligung eme eklatante schwere Verletzung erleiden, upd curch m Lmtanbaltrma von