Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 53 (12.3.1919)
- Date
- 1919-03-12
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 53 Wien, Mittwoch empfindlichen Schädigungen der öffentlichen Intereffen, welche die-angeordnete Anfstemvelung zeitigen muff, ent chiedenst Stellung zu nehmen geznmn gen ist. -Die Bank -werde dadurch,-daß ihren Noten die gesetzliche Zahlkraft genommen^ beziehungsweise auf eine willkürlich bestimmte Kategoriebeschränkt -wird, in dre Unmöglichkeit'versetzt, die chr statutengemäß zngewicsenm Geschäfte, und zwar das Eskompte-> Darlehens- und Girogeschäft, weiter zu betreiben, da ihr die zum-Betriebe-dieses Geschäftes nötigen Mittel, welche durch Ausgabe von Banknoten zu-beschaffen find, u i ch t mehr zurVerfü a u n-g st e h e n. In weiterer Folge dieser Behinderung vermag die Dank auch die ihr gemäß Artikel I der Bankstatuten , obliegenden Aufgabe: für die Regelung des Geldmnlanses, die'Erleichterung der Zahlungsausgleichungen .und'die .Befriedigung der kommerziellen, industriellen,' gewerblichen undlgudwirischasilÄen Krcditbedürsuisse- Sorge zu tragen, nicht zu.' erfüllen.. Ihre Tätigkeit erscheint somit vollkommen l a h m g e l'e g (, ihre durch das Privilegium «wordenen, . gesetzlich gewährleisteten Rechte illusorisch gemacht, wodurch .ihr der Boden für eine weitere Auftechterhaltung' ihres Betriebes im Bereiche des tschecho-slowak-.schcn Staates e wt z o g e n w ir d. Die zwischen den Gebieten der .einstigen Monarchie bisher bestandene Wähnmgsgememschaft wird durch die Beschränkung der Zahlkraft auf die ausgestempelten Banknoten zerrissen, der Geldverkehr unter den Nationalstaaten gestört.' Es droht die Entwicklung chaotischer Zustände auf dem Währungsgebiete innerhalb aller auf dem Gebiete, der emstigen Monarchie entstandenen Nationalstaaten, wodurch der Kurs der Krone rm Auslande aus ein noch tieferes Niveau gedrückt würd e« Es entspringt-daraus die Frage, in welchen Z a h l u n g S m i t t e l n die aus den Verbindlichkeiten der früheren k. k. Regierung und jenen der der ' ganzen Monarchie gemeinsamen Stellen auf die an deren Stelle getretenen. Nationalstaaten übergehenden Verpflichtungen geleistet werden sollen, sowie«, die aus der früher innig verknüvsten, einem einheitlichen Regime nntrrstandcnen Volkswirtschaft im bisherigen Inlande wie auch gegenüber dem Zollan 8 lande ent- 'standenen Handels- und Kreditverbindlichkeiten. Die von dem tschecho-slowakischen Staate getroffenen Verfügungen benehmen den mit dem Stempel nicht versehenen Banknoten die gesetzliche Zahlkraft im Gebiete dieser Republik. Der gemeine Rcchtsstnn sträubt sich gegen die Annahme, daß die Regierung dieses Staates damit die Frage des - S ch i ck f a l s dieser Bankno teil, welche bisher von diesem Staate und seinen Angehörigen zu allen Zahlungen im In- und Auslande rechtsgültig verwendet worden sind,, ganz unvermittelt für erledigt anzuschen vermöchte. Die Oesterreichisch-ungarische Bank muß betonm, daß in einer Absicht. dieser Art eine geradezu .u n e rhörte Rechtswi drigkrit gelegen wäre, .w.'lche ebenso die Oesterrelchischunggrische. Bank selbst wie auch die anderen zum Geltungsgebiete des Privilegiums -gehörigen Staaten, nicht minder auch das A ü s l a n d, als solche ansehen und zurückweisen müßten. Diese , Banknoten erscheinen schon in ihrer Zahlkraft derart beschränkt, daß ihre Besitzer dadurch schwer geschädigt werden. Die Bank verwahrt sich schließlich dagegen, daß ste für das Disagio imsercr Wähmng im Ausland verantwortlich gemacht werden könne. Wenn es nicht gelungen sei, das immer weitere Sinken der Krone aufzuhaltcn, so liege dies nicht an einem Verschitlden der Bank, es müsse vielmehr darauf hingewiesrn werden, daß gerade das Verhalten einzelner Nationalstaaten, insbesondere der tschecho-flowakrschcn Regierung, gegenüber den gemeinsamen Interessen. der übrigen Nat-onälstaaten und der Oesterreichischnngarischen Pank den Kurs der K r o n e in der u n g ü n st i gst e n Weise beeinflußt habe. Der Protest gegen die Lentschösterreichische Regierung. In dem an, die obige Regierung zu Hunden Dr. Steinw end e r s gerichteten Protest heißt es unter anderem: Der Generalrat der Oesterrelchisch-ungarischen, Bank verschließt sich nicht der Anerkennung der Zwangslage, in der sich die delltschösterreichlsche Regierung mit Rücksicht auf die seitens der'-tschecho-slowakischen und der jugoslawischen Negierung .. verfügte Banknvtenansstempclung befindet und wclcher der Entschluß der dcutschösterreichischen Regierung zu der ihreri'ecks ' eingeleiketen Aussternpelung entsprungen ist, nimmt auch mit Befriedigung das in biclcr Rote zum Ausdruck gebrachte Bedauern dieser Maßnahmen sowie die Versicherung, aus die Rechtsstellung und Privilegialrechte der Oestei-reichisch-unggrischen Bank soweit nur irgend tunlich Rücksicht zu nehmen, zur Kenntnis. Ungeachtet besten sieht sich aber der Genernlrat mit Rücksicht ans die von ihm zu vertretenden Interessen der« Aktionäre der Bank und in Anbetracht der gefährdeten öffentlichen Interessen genötigt, gegen die von der dculfthösterrcichischen Regierung eingeleitete Aufstempelung der Banknotennnd gegen dieBeschränkung der gesetzlichen Zahlkraft auf die gestempelten Banknoten sowie auch gegen die der Bank Gferlegte Verpflichtung zur Mitwirkung an der Aufstemvelnng hiermit feie r l i ch e n P rote st einzulegen und dle Eeklärung abzugeücn, daß sich die Bank gegen den deutschösterreichischen Staat die Geltendmachung aller ihr zustehmden gesetzlichen Rechte, insbesondere die Geltendmachung von Ersatzansprüchen für jedweden wre immer gearteten, ihr aus diesen Eingriffen in ihr Privilegium mittelbar oder unmittelbar entstehenden Schaden oder ent- . gangenen Gewinn Vorbehalte. Die Bank sicht in der gegenständlichen Ausstempelun Bauordnung erneu Eingriff in ihre P rivilegialrechte alle r s ch werst e r N a t u r, durch die ihre Existenz und dre Möglichkeit ihres Weiterb estandes rn Frage gestellt wird. ■ Die Deckung des Kreditbedarfes Deutschösterreichs. Die in einer Sitzung bei der Postsparkaste stattgefundenen Beratungen des Konsortiums für die Deckung des Kreditbedarfes Deukschöstcrreichs sind ergebnislos verlaufen. Die geplante Emission einjähriger Schatzscheine wurde ausführlich erörtert; durch deren Ausgabe würde der noch offenstehende Kredit von 1430 Millionen ausgenützt werden. Gegen diesen Vorschlag machte sich eine starke Opposition geltend. Die zwo jährigen Schatzscheine mit 6'/,prozeniiger Verzinsung notieren 5 Prozent unter Pari; cs ist nicht möglich, ste abzustoßen. Ganz ausgeschloffen wäre es, kür Schatzscheine mit 4prozenttger Verzinsung zu einem Kurse von 99 Prozent (eine derartige Emission war ins Auge gefaßt) Abnehmer zu finden. Ein weiterer Vorschlag ging dahin, ähnlich wie in Ungarn eine a m o r t i s ü b l e, hallnährrg kündbare Anleihe und gleichzeitig Schatzwechsel mit einer Laufzeit von drei und sechs Monaten zu kmitti«en. Große Summen flüssiger Gelder, die kerne Anlage finden, sind vorhanden und der Staat könnte sich ihrer auf diese Weise bedieneu. Die Ansicht wurde ausgesprochen, daß solche drei- Md sechsmonatige Schatzwechsel eine dauernde Einrichtung werden sollten. Diese Wechsel müßten auch bis zu einer gewissen Summe lombardiert werden können. Zu einer Einigung über die Modalitäten der neuen Emission kam cs nicht. In wenigen Tagen soll eine neue Sitzung stattffnden. Die Einlösung des Anrileonpons der öfterpMchischen Staatsschuld. Wie wir erfahrne finden Beratungen über die nächstfälligen Z: n s e n c o n p o n s der Oester reichischen Staatsschuld statt. Es ist in Aussicht genommen, die am 1. A p r i l fälligen Coupons noch emzulösen; für die Einlösung sollen jedoch weder gemeinsame Aktiven, noch Reste der Wiener Ätorgenreitirng 12. März 1919 Seite 7 vom früheren Finanzminlster Dr. Redlich ansgenommenen Anleihe zur Verfügung stehen. Die Einlösung würde durch Derttschosterreich tm Treuhaudverhälcnis gegenüber dm anderen Nanottal- 'taaten durchgeführt werden. Was die E nlöümr der n a ch dem 1. Aonl fälligen Coupons her Schulden der.früheren Monarchie betrifft, so heißt es, daß die deurschö 'terrcichische Regierung.eine ablehnende Haliung einn-mmt und erst die Entscheidung der Friedenskonferenz ab warten will. .Freilich. kW sich nicht Voraussagen, ob die interalliierte Komtwiston der Entente nicht wieder, wie dies beim Märzcouvon der Fall, war,'auch die.Eim lösung der Avrilcoupons fordern wird. Rückgang der Güldsör-errrM. Haag, 11. März. (Tel. der „Wr. Moryenztg.") Wie die „Times" berichtet, ist die Goldsörderung . dxr Welt in ausfälligem Rückgang; im Vorjahre belief sie sich auf 77'6 Millionen Pfund Sterling/. gegen ' 87,' 97. und 95 in den vorhergehenden drei Jahren. Die Ursachen find' der infolge des Krieges in den goldproduzierenden Staaten eingetretene Arbeitermangel und die Arbeitsnnlnft: aber auch die Minen sind weniger ergiebig. Der Getreidemarkt in Argentinien. Bern» 10. März. Emem schweizerischen Berichte über den argentinischen Getreidemarkt ist / folgendes ' zu entnehmen: A r g e n t i n i e n ist bestrebt, die Gctreldepreise klinstlrch hoch zu halten. Es bat England und Frankreich einen Kredit von je 80 Millionen Goldpesos und Italien cineNsolchen von 40 Millionen Goldpesos zum .Ankauf argentinischer Produkte, hauptsächlich von Wolle lind Fleisch, eröffnet. Für Exportgetrerde sind jedoch von der argentinischen Regierung seinerzeit M i n i m a l p r e i s c festgesetzt worden, welche erheblich, höher als die gegenwärtigen Marktpreise sind und von den alliierten Regierungen als zu hoch erachtet werden. Letztere scheinen bereits mit der Einstellung ihrer Käufe in Getreide, besonders in Mais, gedroht zu haben, falls die Mlinüralvreise aufrechterhalten werden. Es ist'aber sticht auzunehnten', daß letzteres der Fall sein wird. Bereits im Vorjahre hat der' Handel in Argentinien die. Minimatpreise unberücksichtigt tzelaffen) was sich wahrscheinlich in diesem Jahre wiederholen wird, uül so mehr, als die argentinische Ernte eine recht ansehnliche zu sein scheint. Die Mmimalpreise stellen sich für Weizen ans 12.50, für Mais aus 6.50, für Haser auf 7.— vnd für Leinsaat auf 18.—Pesos pro 100 Kilogramm in losem Zustande und, falls gesackt, je um 75 Centavos höher. - - Daß der argentinische Handel nicht an die Aufrcchterhaltung dieser Minimalprcise glaubt, geht auch aus der rückgängigen Tendenz der argentinischen Terminnrärkte hervor, aus denen nur Leinsaat, dessen Tagespreis sich noch am meisten dem Minimalpreise nähert, fest geblieben ist. Das Angebot von Mais ans Argentinien und der N ü ckgang der Frachten von Südamerika nach Nordamerika haben auch die Haltung der nordamerikanischcn Marsmärkte beeinflußt, wo die maßgebenden Kreise der Ansicht sind, daß der gegenwärtige Preisstand sämtlicher Gctrerdesorten noch zu hoch ist. Einem stärkeren Preisrückgänge in Futtermitteln in Nordamerika steht gegenwärtig noch der hohe Minimalpreis für Schweine im Wege. Neue BankengrünÄungen und Kapitalserhöhungen. Zürich, 11. März. - (Tel. der §Wr. Morgenztg.") In Mailand wurde eme n a t i o n a l e B e r e i n r g u n g vonBanken undBankiers zwecks gemeinschaftlicher Förderung der wirtschasiltchen Entwicklung des Landes gegründet. .. InPadua wurde der Credito Beneto mit 5 Millionen Lire Kapital gegründet. ' Die Bankof NovaSotia übernimmt die B a n k o f O t t a w a. Die Bank of Montreal eröffnet eine Filiale in Paris, ebenso die R o y a l B a n k o f C a n a d a. Die kanadischen Banken «öffneten in Kanada während des , vergangenen Dezembers 145 neue Zweiganstalten. Cr 6 dit Commercial de France (früher BanqueSnisseet Frangaise) erhöht ihr Kapital um 35 auf 80 Millionen und übernimmt die B a n q u e de Bordeaux des Konzerns Banque de .l' Union Parisienne. Die London County Westminster and Parr's Bank beschloß dieKapitalserhohung um 3 auf 33 Millionen Pfund Sterling durch Schaffung von 1 Pfund-Aktien zum Kurse von 35 Schilling. Die Llod-Bank beschloß die Ausdehnung ihr« überseeischen Beziehungen durch enaere Verbindung mit der National Bank os Wem Zealand durch Aktien Übernahme. Die Standard Bank of South Africa erhöhte ihr Kapital um 4 auf 10 Millionen Pfund Sierling und verteilte 16'/, Prozent Dividende (im Vorjahre 15'/,). Die Bezahlung der Lebensmittel durch Deutschland. Hierüber äußert sich die „Times": Die'Bezahttmg dürfte ditrch uebertragung auswärtiger Wertpapiere mit ihrem requirierten Werte erfolgen; die Deutsche Bank aber ist gegen diese Beschlagnahme Md es ist nicht klar, oo die Regierung ihre ursprünglichen Plane auf Zwangsablrestmg zu bestimmten Preisen aufgab. Welches immer der Wert dieser Effekten sei, weit höher ist der Wert derdeutschenAnlageninIndustrien, aber beide zusammen erschöpfen nicht bas Bolksvermögcn, wie die Deutschen unermüdlich behaupten. Durch dm Warenausverkauf stiegen die fremden Gelder bei der Deutschen Bank- und Diskonlo- Gesestschaft um mehrere Milliarden, ebenso bei Darmstädter und den übrigen Banken. Die Drohung mit Staatsbankerott ist eine Waffe, deren Anwendung Deutschland nicht verachtet. Don den belgischen Banken. In B e l g l e n wird die „SocistS Nationalede C r 6 d i t e t d e l' I n d u st r i e" M 25 Millionen Franks und dem Recht zur Ausgabe staatsgarantierter Obligationen gegründet. Die b e l g i s ch e R e g r e r u n g will für die vom Auslande dem belgischen Handel und der Industrie gewährten Kredite bis 700 Millionen garantieren. Das Bankhaus C m p a i n, B r ü s s e l, wird in eine Bank mit 10 M'llionen Franks Kapital und ,n die Firma BanqueJnd u.st r i e l l e umgewandelt. Die Banqued'Anvers v«t«lt 15,Prozent Dividende (im Vorjahre 10), B a n q u e D e ll g e p o b v l'E t r a n g e r 40 M'lltvnen, die S ocistS Gsnsrale de Belgrque 52*90 Millionen. Die französischen Finanzen. Genf» 11. März. (Tel. der „Wr. Morgcnztg.") D i e französische B u d g e t k o m m i s > i o tt beschäftigte sich mit der geplanten Erhöhung des st a a t l i chen B o rs ch u ß e s bei der R o l e n b a n k um 3 aus 24 M c l l ia r d e n. Eme diesbezügliche Interpellation in der Kammer steht bevor. Wahrscheinliche Aufhebung der Exporteim schränkungen in der Schweiz. Bern». 11. März. (Schweiz. Depeschenagentur.) Bo» gu informierter Seite wird berrchrei, daß voraussichtlich m wenige^ Wochen die.Erportelnschränkungen für die schweizerischen Iw dustrien zum mindesten stark gemildert, wahrscheinlich aber g a n z.a u f g e h o b e n werden.. Die Transttformülitäter' ür SendMgen nach dem Norden sollen dieser Tage vereinst werden.. ' Die Lage im Ostrau-Karwiner Revier. Mähr.-Oftrarr-, 11. März. (Tel. der ,^Lr. Morgenztg.") Im Ostrau-Karwiner Reviere herrscht weiterhin Ruhe mrddi» Streikbewegung hat keine w e i t e r e n F o r t s ch r i 111 geniacht. Bau Interesse ist, daß die et. fe f olvrerten B e r tzs ch ü l c r sich in einem offenen Briefe an die Vertreter' der Unternehmer wenden, in welckiem dargelegt wird, daß die' quält' fizierten Unterbenimen. wesentlich weniger verdienen äls die Berg-- arbeiter selbst. Sie verlangen die G l e i ch st e l l u n g mit d« Bergarberterschaft. Die von anderer Seite gemeldete Forderung nach Emsührung des S e ch s st u n d e tt t a tz e s bezieht sich lediglich aus die Fordmmg, daß am S ä m s t a g nur sechs' Stunden gearbeitet werde, wodurch die Wochettarbeitsleiftung um w e i 1 e r e z w e i S t u n d e n v t x 11 tt gell' t'' werden würde. Die Dividende der Deutschen Bank. Aus Berlin . wird uns gemeldet: Die Leitung der D e u tsche n Ban k erklärt, für 1918 sei auf die Fricdensdividende, das ist 12V, Pro- * zent (im Vorjahre 15) zu rechnen. Diese Dividende ist m Anbetracht der Ereignisse mährend der letzten Monate des vergangenen Jahres als günstig zu bezeichnen. Dev tschecho-slowakische Donauhandelsverkehr. Hierzu wird uns aus P r e ß b ur g gemeldet: Dem vorläufigen Vertrag zufolge, den die von der tschecho-slowakischen Regleruntz hergesandte Kommission mit der DonM-Dampsschiffahrtgesellschast abschloß, stellt die Gesellschaft zwecks Sicherstellung des Transportes ihre sämtlichen Schiffe und Einrichtungen unter der Konttolle des alliierten Schiffahrtkommnn^os in Belgrad, welchem d^r Adnnral Troubidye vorsteht, zur Disposition. Aus diesem Grunde dürste bald die ordentliche Damvffchiffahrt zwischen Preßbürg und den Häsen an der unteren Donau bis züm Schwarzen Meere geöffnet werden. Die ersten Transporte werden K o h l e n für den südslawischen Staat und für die Kohlcnstationen, welche die Dampffchlffahrt versorgen werden, befördern. In der Richtung stromaufwärts werden die Schisse Vorräte von M a n g a.nerzen und anderen Roh st offen, welche der südslawische Staat den Tschechen zur Verarbeitung übergeben wird, sichren. Gleichzeitig sollen Handelsbeziehungen mit- S-ü dr u ß l a n d und dem Kaukasus angcknüpft werdlm In Prcßburg' wird ein T r a n S p o r t a m t errichtet. Es wird angenommen, 'daß in der heurigen Saison der Transport von 22 M i l l i o n e n Tonnen in beiden Richtungen durchgesührt werden kann. ' Höhere Preise bei Zahlung in tschechischen Kronen.).In der Wochenschrift des nicderösterreichischen Gewerbevereines wird darauf aufmerksam gemacht,, daß tschechische Firmen für bestellte Waren nachträglich einen h ö Here n' ’ als den vereinbarten Preis (in einem besonderen Falle K 105.— für einen Meterzentner statt kl 83.—) dann fordern, wenn, er mcht in tschecho-slowakischen, sondern noch in österreichischungarischen Kronen bezahlt wird. Bon de» Getreidemärkten. Das herrschende milde Wetter wird seitens der Landwirte eifrigst benützt, um die Feldbestellungsarbeiten fortzusetzen Md etwaige Lücken des Winteranbaues auszusüllen. Eine Versorgung des Konsums im Wege. des freien Handels ist auch in den Artikeln, die nicht der Beschlagnahme unterliegen, b c r z e i t unmöglich, da neue Zuzüge an Nebcnprodukren derzeit nicht zu verzeichnen sind. Die geschäftliche Lage^ könnte mdeffen in der nächsten Zeit eine Besserung erfahren, allerdings muß der gegenwärtige Zeitpunkt als ungünstig bezeichnet werden, da größere Zuschübe wegen Ueberbürdung der Landwitte durch Feldarbeiten derzeit kaum stattfinden dürften. An Amerikas Börsen kam infolge des günstigen Berichtes des Ackerbaubureaus eine . m a t t e Tendenz zum Durchbruche, die nach mancherlei Schwanknngett auch m den.Schlnßpreisen zum Ausdruck gelangte. Wiener Börse. Die Vorgänge in Berlin veranlaßten die Spekulation an der gestrigen Börse zu w e i t g e h e n d e r R e s e r v e. Demzufolge war der Verkehr eng begrenzt; die Grundstimmung blieb dennoch fest. Lebhaftere Umsätze fanden in Union-bank- Aktien (bis K 5.98 4* K 13.60) statt, im Hinblick auf die Transaktionen mit den Lloyd-Aktien Md der stattgesMdenen Steigerung der Beitscher Magnesit. Türkis ch e Werte waren 'ebenfalls. Gegenstand lebhafter Nachfrage (Orientbahn notierten kl 68.—, Tabak K 21.— hoher), da sie angeblich an Zahlungsstatt für Lebensmitteleinkäufe im Auslande ihre Verwendung finden sollen. Zu höheren Kursen wurden D a m P f s chifs- Aktien umgesetzt; 3°/o Südbahn Prioritäten brachten einen Teil ihres letztgemeldeten Verlustes herein, wogegen Navigazrone billiger abgegeben wurden. Renten lagen bester. Nachstehend die wichtigsten Schlußkurse: Industrie-Unternehmungen. Allgem. Baugesell. . . 480.— Licsmyer Brauerei . . 610.— Sarajewo Att.-Brauer. 940.— Aussig Chem. 1350.— Brosche....... 1059.75 Karborundum .... 899.— Holzhandel A G. . . 822.— A. E. G. Nn'ün Elektr. 795.— Siemens-Schuckert. . 484.— Alpine ...... 890.-*- Austria . . ».» ... 1020.— Berg-Hütten . . . . 1850.— Poldihüttc. .... . 1150.— Prager Esten . . . . 2740.— Rimamurany .... 967.— Skoda.802.— äbaffcnfabrik.1105.** Salgv Tarjaner . . . 1035.— Trisail« ...... 747.— Ung. Allg. Kohlen . .2105.— Uritany....... 875.— Westböhm. ..... 1205.-— Bcünuer Maschinen . Q30.— Heidt. . . . . ... 508.— Lokomotiv Sigl ... 675.— Slmmennger .... 565.— Elbemühl ..... . 579.—r: Levkam ..... . . 648.— : * 2S0Ö**~, Galizia...... .1600.— tezfabrik 1038.— , choeller Zucker . . , 1459.— Oesterr. Eisenb.-Verlchr 638.— Türk. Tabakregie. . . 1245.-/, Türkenlose . . . . . 449.75 Krupp. 605.— Lransport-Unternehmungen. Ädria ... 1999.— Lloyd. . 2900.— l Austro-Amerikana . . 1850.-* Navigazione... . . 4295.— Bm'chttchr. lit. 8.. . . 932.*- Staatsciscnbahn . . .1034.—«'■ Orieutbahnen .... 1650.-*- Lombarden ..... 160.60'' Donau-Dampf. . . 2105.-* Südbahn Prior. . . . 870.50' Ferdinands Nordbahn 5470.— Staatsbahn Genüßsch. 529.— Renten. Macrcnte ...... 87.50 Ungar. Kraneureute . 89.30 Februarrente. 87.85 Oesterr. Goldreute . . 134.50 Oesterr. Kronenrente . 87.50 Ungar. Goldrente . 160.—'