Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 53 (12.3.1919)
- Date
- 1919-03-12
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nk Z3 Wien, Mittwoch Wiener MorgenzerLNttK 13. März 1919 Seite > . Was die Grippe betrifft, so wird sie hauptsächlich durch die beim Sprechen und Husten der Kranken verstreuten, meist imsichtbare« Tröpfchen auf die Umgebung verbreitet, weshalb die ttmt der Grippe Betroffenen unbedingt zu meiden sind.' Während es keinen sicheren Schutz gegen Flecktyphus und Grippe gibt, kann man sich fast mit Sicherheit gegen eine Blalterninfektion bewahren -der man sichert sich mindesteneine leichtere Form der Erkrankung — durch eine mit Erfolg vollzogene Impfung, beziehungsweise Nachimpfung (Revakzination). Die begrenzte Dauer des Impfschutzes, die vier bis fünf Jahre: besteht, kann nicht genug . auf das nachdrücklichste betont werden. Mit Rücksicht auf die konstatierten-Blatternherde im 2. und 20. Wiener Gemeinbebezirk und bei der trotz der Weiterverbreitung der Blatternkrankheit leider bestehenden Teilnahmslosigkeit der Bevölkerung, muß diese auf das eindringlichste darauf Aufmerksam gemacht werden, sich neuerlich der S ch n tz p o ck e n i m p f u n g: z u unterziehen. Wohl eine Folge der weiter bestehenden brLrohlichen Unterernährung der ärmeren Kreise, des Mangels der wichtigsten Nahrungsmittel, an Fleisch, Eier, Mehl, und der Pch daraus ergebenden^ Kalk- und Phösphorarmut de r Kost ist da- Auftreten von akuter Rhachitis, der Knochenerweichung, die die Heranwachsende Jugend, aber auch Erwachsene, befällt. ES wurden bereits mehrere hundert Fälle dieser eigenarttgen Erkrankung beobachtet, i Go ist denn laut Ausweises des Stadtphysikates be- .greiffich, daß die Sterblichkeit in den ersten zwei Monaten diese- Jahres in Wien im Vergleich zum Vorjahr eine noch größere geworden ist. Sehr trübe Aussichten für die Zukunft, wenn man dazu den ungeheuren Rückgang der Geburten berücksichtigt. Daß die jüdische Bevölkerung in den volkreichen Bezirken Leopoldstadt und Brigittenau schwer mitbetroffen ist, kann der Arzt auf Schritt und Tritt auf der Straße, in beit- Kinderlaboratorim, in de« Krankenhäusern, nur zu gut beobachten* i i : Dr. Sauel Beer^ Das Schicksal der verwundeten Kriegsgefangenen. DaS Staatsamt für Heerwesen teilt mit: Die Schweizer Bundesregierung hat ihre Gesandtschaft in Paris neuerlich beauftragt, bei der französischen Negierung wegen Heimschaffung s ch w e r k r a n k e r und s ch w e r verwüst d e t e r ö st e r r ei ch i s ch--un «arischer Kriegsa e f a n. g euer vorstellig zu werden. Auch an die amerikanische Gesandtschaft ist der deutschösterreichische Gefangenendienft mit der gleichen Bitte herangetreten. Die. Verständigung der italienischen Negierung über die durchgeführte Beförderung krieasgefanaener Offiziere ist nur utt Wege des Roten Kreuzes zulässig. Alle diesen Gegenstand/ betreffenden, an das Staatsamt für Heerwesen gerichteten Ansuchen wurden dmch t das gemeinsame Zentralnachweisbureau 9., ^-lschhof 3) an das italienische Rote Kreuz weiter befördert. . 'Noch im November,1918 hat das liquidierende KriegSrnmifterium bei der f e r b i s ch e n Regierung Schritte ein geleitet, tm Sinne eines im Juni 1918 in Bern abgeschloffenen UebereinkoistüMs^die Hei m b c f 5 r d e r ung der seinerzeit in serblscherGewalt -geratenen und nach Italien. und Frankreich gebrachten. Antzehorrgm " der ‘ vormaligen österreichisch-ungarischen Wehrmacht so r t z u s e tz e u., Die serbische Regierung hat geantwEet, diesem Ersuchen bis zu einer weiteren Schlußsaffung der Beteiligten (Jtalim und Frankreich) n i ch t F o l g e g e b e n z u f.pjt u c a.;> j Banknotenschmuggel aus Ungarn. Die Budapester Polizei hat eine Banknoten- I, m m u g g l e r b a n d e verhaftet. Es wmden dmch längere Zeit, zwei Männer beobachtet, die verdächtig waren, Banknoten von. Budapest nach Deutschöfterreich zu schmuggeln. Der eme der Verhafteten,, ein Kurländerhatte zwei Noten zu L 10.000 um den Finger gewickelt und dann einen ärztlichen Verband uiOden Fingev angelegt, wn so die Notr» unbemerkt nach Deutschösterrerch zu brmgen. . ■ * Verbot von Grenzüberschreitungen ohne gültige Aeisepäsie. Amtlich wird verlautbart: Es wurde die Wahrnehmung gemacht, daß seitens der Reisenden die für Reisen von und nach . Deutschösterreich gültigen Paßvorschriften nickt genügend BeachüÜig finde». Die Ueberschreitung der Grenzen Dcutschosterreichslst ohne gültigen Reisepaß verböte n. -Ausländische Reischäffe muffen, um zum Grenzübertritt , zu ermächtigen, mit dem Visum der inländischen deuischösterreichischen Paßbehörde des Aufenthaltsortes, beziehungsweise dem. Visum der deutsckösterreichischeu Vertretungsbehörde rm Auslande versehen sein. Diese Vorschnften-gelten auch für den Reiseverkehr mit den auf dem Boden Oesterreich-Ungarns entstandenen Nationalstaaten. Wer ohne einen den bestehenden Vorschriften entsprechenden Reisepaß die Grenzen Deutschösterreichs zu überschreiten versucht, wird unbedingt an der Grenze, zurückgewiesm. Die Bevölkerung-wird daher im eigensteil Interesse ersucht, Reisen aus Deutschösterreich ms Ausland und umgekehrt aus dem Auslände nach Deüffchösterreich nur mit den erforderlichen Reisedokumenten zu unternehmen. Die Sperrstunde der Kaffeehäuser. In einer gestem >stattgesundenen Versammlung der Kaffcesiedergenoffensckast berichtete der Vorsteher Egkher über das.Resultat der Verbandlmigen,. welche mit der Regienmg wegen der Sperrsttmde der Gasthäuser und der Kaffeehäuser geführt worden waren. Er habe . mit einer Karbidlampenfabrik wegen Lieferung von e i n i. g e n t.a u s,e n d K a r b r d l a m p e n mit Erfolg Verhaiidluiigen erngcl?itet, doch müsse hierzu die Zustimmung der Regierung erteilt werden. In jedem Falle habe er vorgeschlagen, am F r e rtrag und Montag um 8 Uhrzu sp erren, um am S a m Stag - n n.d ©oit it t a g b t § 10 H h r ( offen haltew-zu können, waS auch -vonder.Regierung zugesiändcn - wurde. Dieser Beschluß wird als Z w an g s v r r o r d n u n g erlaffen werden. . , Die Gammkunge» für das SilSeime Kreuz. Wir werden von mehreren Seiten därastf aufmerksam gemacht, daß in letzterer Zeit bei. den Sammlungen 'für das Silberne Kreuz ein Unfug getrieben wird, der in der Oeffentlichkeit allgemein Aeraerms erregt. Zwei Herren, und zwar gewöhnlich ein Offizier und ein Zivilist, besuchen verschiedene Geschäfts- und Privalleuie, uni für das Silberne Kreuz zu sammeln und erpressendavet in der urrrnstündigstn,. Weise und mit gänzlich unzulässigen Mll-elri hol, e E >?! db e t r ä g e. JnSbesoaderet habm. sie . sich gattzische Juden zu Opfern ausgesucht, bereu Uninforu.iertyett ihnen ein dMjNders dankbares Arbeitsfeld bietet? Tsist offenbar,,daß eMsich um bezahlte Agenten handelt, die dabei — mcchrjcheinlich in Form einer Provisionihr eigenes Geschäft nmchrn mljm« ivärH doK «^gezeigt, daß die Leitung. deS Silbernen Kreuzes sich die Leute besser aussucht, die sie für/ihre Sammelzwecke verwendet, da sonst die Sache kompromittiert wird. -^Jüdische StttdenLenversamntlüng. Das Rektorat der Universität hat, den Weisungen des StaatsamteZ für Unterricht folgend, einen Anschlag assichiert, in welchem die einzelnen Gruppen der Studentenschaft aufgefordert werden, ihre Vorschläge zur 'Bildung des allgemeinen Hochschulausschusses ehestens vorzulegen. — Der jüdische Hochschulausschufr veranstaltet Freitag den 14. Marz um V<6 Uhr abends in den Reichshallen,' l., Dorotheergasse 6, zur Besprechung dieser Fragen eine allgemeine,V e rsam.mlnng und erwartet zuversichllich, daß die jüdische Sttldentmschnst die Bedeutmtg der Sache voll erfaßt und vollzählig erscheinen ioird. * Jüdische Gruppe dev Wiener Stadtschutzwache. Das Kommando der Grupve erklärt hiermit, daß die am 17. d. M. im Hotel „Bayrischer Hof" stattfindende Veranstaltnng nicht v o ir der Gruppe aüsgeht, diese vielmehr eine Beranstaltmig von einigen Privatpersonen ist, die dm Namen der Gruppe m i ß brauche n, um größere materielle^ Vorteile zu erzielen. Eine Spielbarrk im Belvedere. Wie bereits ge-- mcldet, ist von verschiedenen Seiten der Plan, im Belvedere ein S p i e l k a s i n o zu errichten, aufgetaucht. Die Bezirksvertretung Wieden hat sich jüngst mit dieser Frage beschäftigt und ist zu. dem Entschluß gelangt, .daß diesem Plane näher zu treten "wäre. Aehnliche Projekte, die schon zu dudendeutalett anfgetaucht find, hat die Regierung stets abgelehnt. Es ist zu hoffe«, daß auch dieser Plan, der Wim zum Sammelpunkt der internationalen Gaunerwelt stmipeln könnte, fein Ende im Papierkorb findet. « Eine evangelische FaLultät an der Wiener Universität. Wie wir hören, soll an der Wiener Universität eine selbständige evangelisch-theologis ch e Fakultät errichtet werden. * Paßzwang für Reisen itt das südslawische Gebiet. Laut Verordnung der „Narodna Vlada" in Laibach vom 17. Jänner 1919 ist bei Passierung der Grenzen des slowenischen Gebietes der Besitz eines Reisepasses notwendig. Für rückkehrendc Flüchtlinge genügen Dokumente, die sie als solche austveiseir. Bei Reisen aus dem Ausland über das slowenische Gebiet hinaus sind FahrttlnterLrechuugcrl unstatthaft. * Standrccht irr Nrunkirchen. Wegen der PlünberuitgLn, deren Schauplatz vorgestern Neunkirchen war, wird heute das Standrecht verhängt werden. — In Berndorf, wo die Arbeiterschaft vorgestern die mißliebigen Beamten gewaltsam aus der Kruppschen Fabrik entfernte, ist wieder Ruhe eingetreten, nachdem mehrere sozialdemokratische Abgeordnete aus Wien die Vermittlung zwischen der Fabriksleitung und den Arbeitern übernommen hatten. * Der jüdische Volkssozialismus. Diese neue Propagandabroschüre des „Hapoöl Hazair" von Viktor Ch. Arlosorosf ist beim Wiener Komitee des „Hapoöl Hazair" einaelangt und bei Fräulein Epstein (II., Taborstraße 20 a, Jüdischer Nationalrat) erhältlich. Vorträge und Versammlungen. Heute findet im Drehersaal, Hk., Landstraße Hauptstraße 97, um halb7Ubrabends eine jüdische Volksversammlung statt, in der Abgeordneter Stricker„Ueberdie deuffchösterreichische KonstiMante und die Juden", Dr.'Jakob Ehrlich über die Kultusgemeinde und Frau Erna P a t a k über die Stellung der jüdiscken Frau zum jüdischm Volke sprechen werden. — Herzl--Klub. Alle Mitglieder wollm sich zu einer sehr wichtigen B e s p r e ch u n a am Dienstag den 18. März um halb 7 Uhr abends in der Religionsschule, I., Seitenstetten- .gasse 2, II. Stock, bestimmt einfinden. Jakob Plaschkes. — Der Elternverein „P e ft ä l o z z i". veranstaltet heute im Festsaal des Hotel „Bayrischer Hof", kl., Taborstraße 38, einen Familienabcnd, bei welchem beliebte Kunstkräfte Mitwirken werden. Beginn präzise 5 Uhr. — Der IX. Borträg des Oberrabbiners Dr. Chajcs im Zyklus der Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler mußte neuerdings verschoben werden. Der bestimmte Tag wird nach Rückkehr des Herrn Oberrabbiner Dr. C Hajes verlautbart werden. Die Ernährung. Der Marktbericht. Das Rindfleischangebot war gestern sowohl tit der Großmarkthalle als auch in den Bczirksläden vielfach nicht groß genug, um die große Zahl der Verbraucher, die an den letzten Fleischtagen kein Nindsteisch crbalten konnten, mit der ihnen zusiehenden Menge m versehen. Die Fleischhauer konnten mangels genügender Ankünfte nicht mit Rindfleisch entsprechend versorgt werden. ' Dir Fisch markte boten auch keinen Ersatz sür das fehlende Fleisch, da die Vorräte im allgemeinen sehr gering waren. In der Großmarkthalle - gab es Schollen zu X 8.70 und X 10.—, auf den übrigen Märkten nur getrocknete Klippfische zu K 15.—. Die G r ü n w a r e n m a r k t e erhielten - gestern keine Zufuhren aus Böhmen. Aus Ungarn kamen nur Karotten. Rüben waren immerhin ausreichend vorhanden, Gärt n e r g e m it s c fehlten nahezu gänzlich. Kein Fleisch in dev Woche vom 13. bis 19. März. Vom deutschösterreichischen Staatsamte für Volksernährung wird mitgeteilt: Die rmzurelchenden Viehauliefernngen nach Wien ermöglichen es n i ch t, m der Woche vom 13. bis 19. März in Wien Rindfleisch für den allgemeinen Konsum zur Veriügimg zu stellen. Die Haushaltungen, denen' sonnt fern Rindfleisch zu-v gewiesen werden kann, werden in der fleischlosen Woche einmalig ein Achtetk'.logramm Haieneis pro Kops erhalten. Wie in den früheren fleischlosen Wochen dürfen auch in der Woche vom 13. bis zuin 19. März in den Hotels und Pensionen, in Gastwirtschaften und in Airskochcrereii. an Fleöchtagen lediglich Wild, Geflügel, F i s ch e u n d W u r ft w a r e n zubereitet, verabreicht und genosien werden. Die Vorschriften über die fleischlosen Tage bleiben unverändert auf r e ch -t. . Die Lebensmittelvevsorgung gesichert. London» 11. März. (Reuter.) „Daily Telegraph" schreibt, daß Aussicht für die Beschaffung von Vorräten an Lebensmitteln bestehe, die sowohl für die befreiten, wie auch sür dre feindlichen Länder bis zur nächsten E/nte hmreichen, haß die Oraaniiation daiür geschaffen sei und die Finanzierung keme Schwierigkeiten biete. Dssprechnngen üüer Ernahrungsfragen. Gestern babm iw StaarSamte für VblkSerpäh,nmg -B-ivrechungen. mit den Vecireiecn ollen*- Landesregierungen .über Ewährungsfragen vwie die zu treffenden Vorsorgen iür daS kommende Wirtschans» jahr begonnen. Die Besprechungen find für drei Tage anderanntt. Gestern fam die Frage der kiiiistigen Getccideüewirtschasttmg zur Erörterlmg. Die Vertreter sauülicher Landcsregierlmgen sprachen sich für diiS Svstein der K o n t -i n g e n t i e r n » g nnd eine w e i t g e h e n d e S e l.b st ä n d i g k e i t der L 8 n d e it bei der Ausbringung des Getreides aus. Heute kommt die Frag« der V i e h a u s b r i n a it u g und der Versorgung Wiens mit Vieh und Fleisch durch die Länder, ferner der Versorgung mit Fntteri » Mitteln und Wild zur Besprechung. Kommunales. Die Kohlenkrise. Die allgcinrinL Situation in der Kohleuzufüh'r hat sich nur wenig geändert, da die ans Oberschlefierc erwarteten Koh'lenmengen infolge der irr den dortigen Revieren ausgebrvcheneu b'olschewistischen Unruhen nicht rechtzLitig cintreffen. Dreißig der größten Schächte sind, wie Vvn dort gemeldet wird^ bereits in den Ansstand getreten. Man kann demnach von einer'merklichen Besserung in der Kohlenversorgung nicht sprechen, da auch die Gas- und Elektrizitätsloerke nur von einem Dag'zum andemr mit dem Vorrat reichen. Nichtsdestoweniger steht eine neuerliche E i u s ch r ä n k u n g nicht bevor, da das Staatsamt für öffentliche Arbeiten eine Hinausschiebung der Einstellung der' Gas- und Elektrizitätswerke auf ein bis zwei Tage durch neue Drosselungen nicht mehr 51t erzwingen trachten würde. i Es steht aber zu erwarten, daß die Uebernahme des Eisenbahnbetriebes in den Nationalstaaten durch die Enteute, die K 0 h l e n z u f u h r e n n a ch D e u t s chöfter re ich günstig beeinflussen wird. , Enquete über die Kohlenfrage. Am Montag den 17. März, findet, wie wir erfahren, int Staatsamt für öffentliche Arbeiten eine neuerliche Enquete über die S v a r m a ß n a h m e n zur Behebung der Kohlennot statt. Bis dchilt wird schon ein Ueberblick über die Zufuhren nach der Wiedereröffnung der Grenzen möglich sein, so daß man eventuell — wenn die obcrschlesischen Kohleuzüge wieder einlaufeu — die jinlgstcn Sparmaßnahmen, die als vorübergehend bezeichnet wurden, wieder wird anfheben können. Letzte Nachrichten. Deutschlands Verzweiflungskampf gegen den Gewattfrieden. Berlin, 11. März. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Ein amerikanischer Funkspruch besagt, datz die Deutschen für den 20. März zur Entgegennahme der Fried ensbedingungeu nach Paris geladen werden. Diese werden so hart sein, datz sie von den Anterhandlern nicht angenommen werden dürften. Es wird ein neuer Bericht nach Weimar geschickt werden müssen. Sollten die Deutschen endgültig die Annahme der Friedensbedingungan verweigern, dann wird die Blockade nicht aufgehoben werden. Die Entente lehnte Graf B e r n s d o r f f als deutschen Anter- Händler a b. Was Deutschland alles zahlen soll. Bern, 11. März. Meldungen englischer Blatter zufolge verlangen die englischen L e bensv er sicher nn gsgesell schäften, daß ihre Verluste aus Kriegsversicher n n g e n aus der deutschen Kriegsentschädigung gedeckt werden. Die Prudential- Gesellschaft hat an Hinterbliebene versicherter Kriegsteilnehmer bisher 5 Millionen Pfund Sterling ausgezahlt. Wilson erkältet. , 11. März. Präsident 2BU)"ou leidet an einer Erkältung und hütet aus Auraien seines , Arztes den größten Teil des Tages über das Zimmer. Man glaubt,'daß das Paketboot am 13. März in Brest eintvesfen werde. Der Präsident wird sich sofort nach Paris begeben, da durch Funkentele-- gramme Abmachungen beh uss Z u s a m in ent r i i t c S . der Friedenskonferenz für den 14. März getroffen worden sind. Die Iudensrage auf der Berner Völkerbund- Konferenz. Bern, 11. Wärz. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Die Völkerbundkonferenz nahm, wie au anderem Ort gemeldet, einstimmig die Forderung auf Eintritt des demokratisch organisierten j üd is ch e n Volkes in den Völkerbund an. Die Kommission für das Nationalitätenproblenr forderte einstimmig Maßnahmen der Gesetzgebung gegen den n er t i o rt a I c n Boykott und gegen den Wirtschaftskrieg. Die zionistische Organisation war vertreten dmch ' die Herren Dr.' K l a tz k i n, G ö t s ch c l und Dr.. / Hugo B e r g m a n n.. - - . Vergebung der nordwestböhmischen Kohlenförderung. / Prag. 11.März. (Telegramrn der „Wiener Morgen- ' zeitung.) Aus einer im Amtsblatte verösfentlichten, . Kundmachung des Ministeriums für ö ffe ntlich e Arbeiten der tschechischen Republik geht hervor, daß die Bern'altung Her ehemaligen staatlichen Montanwerke Bergdirektion Brüx in die Hände der tschechischen Negierung übergegangen ist. Das Ministerium geht daran, die Produktion dieser Schächte vertragsusäßig zu ^ergeben,, und zwar bis 3Jt. DfMlbM 19^0«