Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 50 (9.3.1919)
- Date
- 1919-03-09
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Wien. Sonntag Wieker Morgenzettrmg Die Fleischabgabe für die nächste Woche gefährdet. Montag abends wird das Ernährungsamt endgültig über die zu erwartenden Flersä»anlieferungen der nächsten Woche im klaren sein. Die Aussichten füv d i e A d g a b e v o n F l e i s ch in der nächsten Woche sind sehr schlecht. Trotz aller Berhandlmrgen und Zulagen blechen die Anlieferimgen der Länder weit hinter den vereinbarten Mengen zurück. Es fehlt den Behörden heute gänzlich an der erforderlichen.Macht, die Ausbringung zu sichern. Zur Stunde erwartet man noch die restlichen Transporte aus Steiermark und Oberösterreich, die dey Rest der für die laufende Woche bestimmten Fleischmengen darstellen. Abgabe von Anterzündholz. Die Abgabe non se .'»,.§ilograimn Uinerzündholz an einen Haushalt für eine Woche erfolgt vom 9. bis 15. d. M. gegen Abtrennung des Ziffernabschnutrr' E des Flriichrinkaufickirmes. Der Preis des Weichholzes -st voii aus -1 ü Heller pro Kilogramm erhöht worden; der Preis des Hartholzes ist nrivcrändert. Abgabe von Sauerkraut und Sauerrüben. Die Abgabe von Sauerkraut und Sauerrüben wird auch irr der i'amntenbcix Woche fortgesetzt und die Ware ohne Einschränkung der Menge r.nd ohne Vorweisung einer Ausweiskarte abgegeben. Der Preiü l'elrägi für 1 Kilogramm Sanerkraut K 1.-10, für Sauer: üben 1.12 pro Kilogramm. Bühne und Kunst. Konzerte. (Mari; Rosenthal. — Max Rosthal. — Josef ~ Rosenstock.) Moriz Rofenthal ließ uns wieder einen Abend lang die Dffenbarungeu seiner pranistischen Vollnatur bewundern. Er hat die Höh« technischer Vollendung längst überschritten, alles Mechanische ist ihm nur mehr mühelos beherrschtes Mittel zur Gestaltung feiner nachschöpferischen Kunstwerke. Dennoch verweilt man gern bei der Betrachtung jener Einzellierten. die das abgerundete Ganze formen: des. kraftvollen und doch alle Weichheiten der Melodie nachfühlenden Anichlcgs: der mächtigen Baßfundamente seiner linken Hand, die das tönende Gebäude stützen; der wunderbaren Ausgeglichenheit des Passagenwerkes, wie sie in Chopins Etüden zutage trat. DieS alles und der gestaltende Geist, der voll Selbstzucht und doll Ehrfurcht sür das Werk die Wiedergabe leitet, übt auf den Hörer immer^ wieder unwiderstehliche Wirkung aus. Auch diesmal war der Meister Gegenstand begeisterter Ehrungen, vor altem nach den zn durchsichtigster Klarheit gebrachten Paganinivariationen und der Paraphrase des Konzertgebers über Themen von Johann Strauß. Ein Kind an Jahren, aber ein Mann an Reise des Erlebens ist Mar Rosthal. Man sieht es diesem schmächtigen. wie von körperlichen Leiben geschwächten Knaben an, das; ihn ein künstlerisches Feuer verzehrt. In dem Leuchten n-iner Angen, die aus der Brille des Stubengelehrten blicken, in der Energie seines Bogenstriches kündigt es sich mit ^rwerhert an. Daß er sich vorerst den Hexenkünsten der Virtuosität verschreiben muß, um seinen Weg zu machen, mag beunnll,i.zen, wird ihm aber nicht ernstlich von Schaden sein. Wie der zwölfjährige Geiger das Bruchkonzert spielte, daS zeigte -eine Bestinmurng für künftige größere Aufgaben, fern vom Vrrtnosenerfvlg, den er schon heute genießt. Seine Begabung und sein tiefer Ernst scheinen ihn selbst ans den besten Weg zu führen, auf dem er in gedeihlicher Entwicklung von Geist und Kunst die höchste Meisterschaft erreichen kann. In der: Dienst seines Konzertes hatte sich ein neuer Dirigent gestellt, der gleich Anton Konrath aus der Reihe der Geiger zirnr Dirigentenpult auffteigt. Leopold Föberl, ein junger Philharmoniker. Die Ouvertüre zur „Euryanthe", mit der. er sich cinsührte, gab ihm Gelegenheit, alle schätzenswerten Eigenschaften des Orchesterfiihrers in kleinem Rahmen zu betätigen. Zu den beachtenswertesten Musikern der jungen Generation gehört Joses Rosen stock. Aus der pianistischen Schille Prof. Lalewicz's, hervorgegangen, hat er schön lange -einen eigenen Weg gesunden. Er führt ihn ia immer höhere :>??gtott<rt voll weiter künstlerischer Ausblicke. Wie er Bach sickvoll zu dnrchdringen rveiß ober in der Schlußfuge der Brahms'schen .Häudelvariationen den kunstvoll verwobenen Stimmen klarste Individualität verleiht, das zeigt einen jungen Meister am Werk, der uns noch viel zu sagen haben wird. Seine Sonate, die an dieser Stelle schon gewürdigt wurde, fand auch diesmal reichsten Beifall. Vielleicht gelingt cs Rvstuswck auch, das Klavierkonzert zu' schaffen, mit dem von Wien aus die schon lange vernachlässigte Literatur diewr Gattung wieder bereichert wird. 4_ Dr. K. M. Neuaufsühr»rngen im Burgtheater. Die nächste No- Eta: des Burgthralers ist die Komödie Georg Kaisers »Die ^r>rma". deren Abführung am 27. d.M. ftattfinder. Die Hnupt- - ollu; des Stückes sind besetzt nnt den Herren Marr. Romberg, Zrsbr und Baumgartner sowie den Damen Senders und Marbrrg. — Am 9. Avril findet die Uraufführung von R. Becr-Hof- '..lanns „Jakobs Traum" in der bekannten Rollenbesetzung statt, .ur der zweiten Hälfte Avril wird ,m Bnrgrhcater der erste ^t-undberg-Abend veranstaltet. Zur Aufführung gelangen: ..Das Band" mit nräulein Mayer foirne den Herren Nomberg. Marr and Kor'7 :n den Hauptrollen und ..Vorm Tode" unter Mitwirkung der Damen Mayer, Marberg und Aknay sowie der Herren Pauffm mifc Romberg. Aus den Theatern. Spielpüm des B u r g t h e a t e r s von 9. bis!-l. Bcärz lautet: Sonntag den 9. «außerdem Jahres-und Saisonaöonnemcnt zu halben Abendpreisen-: „Die Fahrt inS Blaue." Eang '/,1 Uhr. „Unterwegs." Anfang '/-ü Uhr. Montag den welplen n t h c a t c r Z vom 9. bis ■'ivm''.;-' Ist.M.'ir^larrtet: Sonntag den 9.: „Palcstr.ua." lBorro- Emst ^stn.vvcr vom Nanonalibeater;n München als A-imng;/:1 Ul)-. Montag d.'n sind D-'cn-itaa der II.: Geschloffen. Mittwoch den 12.: „Martha." Anfang 5 Uhr. DonnerWg den 13.: „Salome." (Jochanaan: Herr Kammersänger Mitz Femhals vom Nationaltheater in München als Gast.) Anfang 7«6 Uhr. Freitag den 14.: „Der Prophet." Anfang V*5 Uhr. Samstag den 15.: -Das Rheingold." Anfang 5 Uhr. Sonntag den 16.: „Die Wallküre." (Wotan: Herr Kammersänger Fritz Feinhals, vom Nationaltheater in München als Gast.) Anfang 3 Uhr. Jüdische Theaterabende. Der nächste der vom iüdischakadeunschen Kulturverband „Jabne" veranstalteten jüdischen Theaterabende findet morgen den 10. März im Theatersaale des Hotel „Post", I., Fleisckimarkt 24, statt. Zur Aufführung gelangt David P i n s k i S dreiaktiges Drama „D i e M u t t e r". Beginn 6 Uhr abends: — M a b l e r s Z w e i t e S hm ph 0 nie wird unter Leitung von Bruno Walter in der Karwoche nochmals aufgeführt werden. 8P0KTK1U6 „bl-XK0^t4". anlLsslieh der 1 Ojahrigen Gründungsfeier am Montag den 28. April 1919 im Grossen Konzerthaussaale. — Beginn J/*7 Uhr. Mitwirkend: ALFRED GRÜNFELD SIEGMUND FEUERMANN RUDOLF BANDLER FRITZ BLUM KARTEN von 16 bis 8 Kronen an der Tageskassa des Konzerthauses, Wien, III. Lothringersirasse 20 und im Sekretariate des Sportklubs „Hakoah“,Cafe Industriellen, I. Concordiaplatz 4. srs Die heutigen Fußballspiele. I. Klaffe. Heute werden in nllcu Klassen die Meisterschaftsspiele fortgesetzt. In Anbetracht deffen, daß die Mannschaften nicht mehr ganz unfertig find, wird cs schone und intcressante Kämpfe geben. Das Hauptinteresse des Publikums wird sich ans Hiitteldorf konzentrieren, wo R a p i d den F l 0 r i d § d 0 r s e r A. C. zu Gaste har. Obwohl die Floridsdorser jetzt in-guter-Form zn sein scheinen, werden sie sich schließlich doch den Raprdlmten beugen müssen. In Favoriten (Rudolfshügelplätz) treten, die R n d 0 l f Zh ü g 1 e r dem W. A. F. gegenüber. Falls die Mannschaft nicht eine bedenkend bessere Leistung wie am letzten Sonntag vollbringt, wird ne geschlagen aus Favoriten hennkchren. Im Prater wird der W. A. C. nicht viel Muhe haben, dm S i in in e r i it a e r Sp.-Cl. zu.bezwingen. In Dornbach treffen der Wr. Sportklub und die Amateure alkfeinander, der Ansgang des Spieles ist ungewiß. Ans, dem Herthaplatz in Favoriten kreuzen die beiden letzten der Tabelle, H e r t h a und W a ck e r ihre Waff-n. Wir geben der Herthamannschast den Vorzug. II. A-Klaff«. .Aus der Hoben Warte spielt Vienna gegen den Nußdorf e r A. C. und dürste einen knappen Sieg erringen. . Auf dem Admiraplatze in Floridsdorf finden zwei Meisterschastssplele statt und zwar S l 0 v a n—S t u r tn und Admira —R0 tSrern. Dn erstgenannten Vereine dürften siegreich bleiben. Aus dem Straßenbabner-Sportplatz wird Donaustadt keine leichte Arbeit haben, dem Ob er-St» Ve.it er A. E. die Punkte abzuringen. Der Sportklub Hakoah spickt . morgen auf. der Hohen Warte vor dem Mcisterfchaftssplck Vienna-'N. A. C., em Freundschaftsspiel gegen die W i e n e r ,B t w e | u U g ss v i e l c r. Es ist mit einem sicheren Siege der Hakoah zu rechnen. / Der Z. Sp. Ct. Hechawer spielt auf der Simmeringer gegen die Simmeringer G e r m a n i a. Die echawer-Leute werden auf dem entlegenen Platze einen schweren Stand haben. ✓ Der Beginn sämtlicher Spiele ist mit 2, bezw. '/:* Wr festgesetzt. __ Bivo es Ätthletikai Club» der Bubapester zionMsche Sportverein, befindet sich derzeit in hoher Form. Letzte Woche gelang es ihm, seinen Siegesz,tg fortzusetzen. Er schlug im Meisterschastsspicl, trotz mehrerer Ersatzleute, den Wekerlet e l c p i S. ,C. 2 : 0. Die I d-Maimschast blieb gegen B. A. K. I b mit st : y Sieger. ' ‘ Die Hocheywettspiele. Auch heute finden drei Wettspiele statt, die aber noch nicht M Meistcrschnt't zählen. Auf dem Prater-Sportplatz spiest bic 53 i c n'n a mit zwei Mannschaften gegen den W. A. C. Der Ausgang beider Spiele ist ungewiß. Im Czatorisky-Park in Währing spielt die Hakoah gegen , die L ehre r Sp.-B. Man kann mit einem schwer errungenen Sieg der Hakoah rechnen. Mannschaftslaufe« des W. A. F. Der W. A. F. veranstaltet heute um i;so Uhr die erste leichtathletische Konkurrenz des Jahres. Start und Ziel befinden sich auf dem W. A. F.-Mntz: die Strecke ist 5 Kilometer lang. DaS Laufen stellt cme Mannschaftskoukurernz dar, da jeder Verein Maimichasten zu je drei Leuten stellt, die geschlossen einlausen miin'en. Der W. A. F. hat vier Mannschaften, Vienna, Hakoah und Rapid je eine Mannschaft genannt. Bon den Leichtathleten der Hakaoh. Bon eigenartigem Alißgeschick ist 'die Le'chtathlekikscklion der Hakoah gleich zu Begum der Saison versolgt. Bon den jungen Kräften ist fast alles erkrankt. Ebcnstein, der voizügliche 400 Mcter-Manu. zog sich eine Blttwsrg'.ftmrg zu und l-.egc ,m Spital. Än seineAknonssähigleir ist vorderst nid nicht zu deuten. D;c Mi.telstreckenläuser 9. Marz 1919 Nr. 50 Revay imd Jnwald laborieren an Knöchelverletzungen, komme, infolgedeffen für die nächste Zeit auch nicht in Betracht. Nichts destoweniger werden dre Hakoahner morgen zu einem MannschastS straßenlaufen antreten. Die Hakoahmannschaft. stellt sich aut folgenden Läufern zusammen: Sandor Weiß, Fritz Scheu, Artm Hirschler. Wenn auch an einen Erfolg nicht zu denken ist, wiri es speziell den jimgen Läufern em gutes Training bedertten. Dom Turnkreis Weftösterreich. Die erweiterte Kreisvorstandsfitzung, die am 28. v. M stattgefunden hat, war sehr zahlreich besucht, da diesmal fast alll Elugeladcnen, darunter auch TB. Schwarz aus Graz, erschiene^ waren. Die TB. Dr. Sormenfcld, Brünn, und Ing. Pacovsk^ Prag, waren durch die Lcrkehrseinstellung an der Herreise bv hindert. Die Bersammlung befaßte sich mit den Vorbereitungen zw» drittelt wcstösterreichlscheu Kreisturntage. Der Kreisobmarm legt» in seincii einleitenden Worten dar, daß der Kreisvorstand Wed darauf gelegt habe, die bevorstehenden Tagungen sowohl in tech» nischer Hinsicht gut vorbereitet zu wlffrn,, als auch durch vorherige Beratung nn weiteren Kreise der wichtigsten bei den Tagungen zur Sprache kornmendenden Fragen der jüdischen, Turnun'd Sportbewegiiug eine erfolgversprechende Basis für die Verhandlungen der Zusammenkünfte zu schaffen. In der eingehenden Debatte des Abends an welcher sich nahezu alle Anwesenden beteiligten, wurden beide zur Diskussion gestellten Fragenkomplexe durchgreifend erörtert. Es wurden sodann folgende Beschlüße gefaßt: „Ein vorbere-tendes Komitee, bestehend aus den TB. Kien, Dr. Schiffmann, Dr. Werner, Dr. Ullmann und einem Berireter der Hakoah soll einen neuen Organisationseutwurf ausarbeiten und denselben einer neuerlichen erweiterten Lkreisvorstaiidssttzung zur weiteren Behandlung, innerhalb vierzehn Tagen vorlegen;- bte Einberufung dieser Sitzung obliegt dein Kreisvvrstande. Die Veranstaltung des dritten w.-v. Kreisturtt» tagcs wird für Milte Mai d. I. m Aussicht genommen. Der Volkswirt. Wochenschau. Di^ Ereignisse der abgelaufenen Woche jagten einander mit atembeklenunender Schnelligkeit. In der am 4. März tagerrden Gesandtenkonferenz, die über das Telegramm der Entente betreffs Auszahlung des Märzcoupons der österreichischen Schuld» titres beriet, gab .Tusar, der Wiener Bevollmächtigte der tschrcho-slowakischen Republik, die Erklärung ab, daß seine Regierung jid) an der Auszahlung der Coupons nicht beteiligen werde.-Die tschecho-slowLlische Regierung könne die österreichischen und ungarischen Kriegsanleihen nicht verzütsen, da sie zur Kriegführung-gegen die Verbündeten und die Lschecho-slowakische Nation verwendet.wurden. Dagegen fordere die Prager Regierung Ersatz für die durch die Anleihezeichnnngen verursachten Schäden, denn die Kriegsanleihen seien in verfassungswidriger und ungesetzlicher Weise und unter Anwendung von Zwangsmaßnahmen ausgenomtnen worden.,Auch an den vor demKriegest von. feiten der ehemaligen Monarchie eingegangenen Schulden könitte sich die tschecho-slowakische Regierung mit keiner wie. auch innner gearteten Q-Uflte der MäM couponS beteiligeu, da diese Schulden in feindlichen Ländern placiert seierr. Doch werde Prag seinerzeit dafür Sorge fragen, daß die Märzconpons solcher Papiere den Tschecho-Stowalen zukommen. Es werde sich auch mit den befreundeten Staaten über die Zahlung der Coupons der dort vorhandenen S.ücke direkt einigen. Wir wollen uns keiiwswegs den Ernst dieser Erklärnngen verhehlen. Würde sic die Prager Regierung in die Tat umsetzen, so wäre das ein erinutigendett Anreiz für Polen und Jugoslawien. Es bliebe dann die ganze Last auf den so schwachen Schultern Deutschösterreichs ruhen, was schon aus dem Grunde ein krasses Unrecht wäre, als wir ja gar nicht die Rechtsnachfolger -des alten Oesterreich sind. Die Staatsschuldden beliefen sich bis vor Kriegsausbruch auf 12.689 Millionen ‘ Kronen, die Kriegsschulden von 1914 6x3! Oktober 1918 auf 81.169 Millionen, also betrug di« Gesaut-tschnlb im Oktober vorigen Jahres 81.169. Millioneck Der Zinsenbedarf der gesamten Staatsschuld ist für das erste Halbjahr 1919 mit 1.478 Willis vuen Kronelx veranschlagt. Blieben wir also die einzigen Verpflichteten zurück, so hätte Deutschösterreich in diesem Jahre für Zinsen allein etwa 3 Milliarden zu bezahlen! Da die Entente durch die Erllärungen Pichons und Orlandos die Zahlungsverpflichtung^ sämtlicher Nationalstaaten anerkannt hat, scheint es kaum möglich, daß sie die Tschecho-Slowakei davon ausnehmen könnte. Wenn uns die Entente xricht total ruinieren will, inuß sie auch die Qxrotenfrage dxtrch die Friedenskonferenz gerecht entscheiden lassen. Und uns nicht ^total zu ruinieren, liegt in ihrem eigeen Interesse, da tvir ja den uns sonst den uns aufgebür-. beten Verpflichtungen nicht nachzukommen vermöchten. Nach und nach scheint man auch hier zu der Er-/ kenntnis zu gelangen, daß Raschins Maßnahmen zur Feststellung des Vermögens in nxancher Hinsicht uacyahmcnswert sind. Die N o st r i f i z i e r u n g der Kriegsanleihen wird auch bei uns erfolgen. Nur ist nicht einzusehen, Ivaruux man sich mit ihrer Abstempelung so lange Zeit läßt. Die acht Kriegs- ' anleihä-Emissiönen belaufensich insgesamt auf zirka 8b Milliarden Kronen. Wir müssen imbe'.L gt fes.steilen, wieviel hiervon aus dentschösterrexchische Besitzer eixtjällt, denn es geht nicht an, daß Tschechien alle Aktiven, dagegen keinerlei Passiven d.w ehemalige^ Monarchie übernimmt. Aber auch die übrigen, in Deutschösterreich' vorhandenen Wertpapiere sollen gestempelt iverden, um die Kontrolle der bei der Vermögensabgabe von delv Parteien genannten Ziffern zn erleichtern. Ferner sollen so wie in Deutschland auch bei uns die neutralen Wertpapiere requiriert n-erden, da sie wahrscheinlich das einzige ZahlungHmittel sind, das-die Alliierten