Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 50 (9.3.1919)
- Date
- 1919-03-09
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6^ . _ Wien, Sonntag Weizmanns Bericht über den Empfang in Paris. Der Zionismus vor der Friedenskonferenz. Stockholm, 8. März. (Priv.-Tel. der „Wiener Ncorgenzeituug".) Auf der Mitttvoch vormittags stattgcfundeuen Sitzung der Londoner Zionistenkonicreli; crftattehs Professor Weizmanu, alljc.ii-3 warm begrüßt. Bericht über den Empfang der zionistischen Delegation bei der Friede ns ton serenz in Paris. Er habe am 26. Feoruar die Einladung der Friedenskonferenz für den 27. erhalten. Da die amerikanischen Delegierten fehlten, lmüe er um A u f s ch u b des Empfanges augesucht, welcher sich jedoch' als unmöglich erwies. Infolge -chlechienWetiers konnten die amerikanischen Delegierten mittels Flugzeuges nicht kommen. Zu den Ein geladenen gehörten: S o k o l o w, U s s i s ch k i u und W e i z m a n u, für die F-oanzose» Spire und Professor .Silvain Lövü. Bar der Konferenz hatte S o k o t o w eine Unterr e d u u g mit L e u ü, welcher sich mit den zionistischen Forderungen völlig einverstanden erklärte. In der Konferenz, in welcher Clemcnrean den Borirtz führiL, nmr au chder französische Außenminister Pichon' anwesend. Ebenso Balfour, Mi ln er, La n sing, White und Sonn in o. Die erste Rede vielt Sot'olow in französischer Sprache. Seine Ausführungen waren kurz und klar. Sokololv wies das historische Anrecht des jüdischen Lölkes auf Lalästina nach. Bei seiner Rede hatte man den Eindruck, als ob die zweitausendjährigen Leiden des jüdischen. Lölkes auf seinen Schultern ruhen. Hierauf sprach Beiz mann englisch. Er schilderte die ökonomische Lage der Jude -, die vom Kriege mehr betroffen wurden, als alle audc-rcu Völker. Die .alliierten Regierungen inüßreu das jüdische Volk unterstützen, Palästina in ein nationales Heim zu verwandeln. Die hebräische An spräche Ns fisch ki ns machte auf die Konferenz einen glänzenden Eindruck. Namens der französischen Zionisten unterstützte Spire die jüdischen Forderungen und appellierte an die französischen Delegierten, die soviel Verständnis für hohe Ideale hätten, die jüdischen Wünsche zu unterstützen. Hierauf sprach namens der französischen Juden Professor Lövy. Im ersten Teile seiner Rede sprach er.mit vieler Anerkennung von den jüdischen Kolonien Palästinas, dann aber erklärte er, obwohl die Zionisten große moralische Qualifikationen , besäßen, sei der Zionismus eine Gefahr für Palästina, welches ein kleines Land sei, so daß die Araber unter der Verwirklichung des Zionismus Liden müßten. Aus den ganzen Ausführungen Levhs ging hervor, bau. er ans dem Geiste der Assimilation sprach und das; er bemüht war. die Konferenz im Sinne der französischen Aspirationen auf ein Groß-Syrien zu bein'lnßen. So kamen seine Ausführungen in Gegensap zn denen Spire«, der als wirklicher jüdischer Vertreter die Forderungen des Zionismus hervorhob. Lävhs Rede machte auf die zionistische Delegation einen um so veintecheren Eindruck, als man nach den von ihm Sololow gegebenen Erklärungen eine solche Stellnnguabm? nicht erwartet hatte und eine Diskussionun- ' möglich war. Nach Lövys Rede erhob sich Lan sing und fragte, was man unter einem nationalen Heim verstehe. Wcizmann erwiderte, es sollten jährlich 70.000 Juden sich niederlassen können und in eigener Sprache ihre Lehranstalten sowie alle sonstigen Institutionen errichten. Die Einsetzung einer Administratwn rolle die Verwirklichung dieses Zieles ermöglichen. Die Juden verlangen Palästina für die Juden, wie England den Engländern, und Amerika den Amerikanern zukomme. Levhs Ansicht teilten nur fünf Prozent der Finden, während die übrigen 95 Prozent hinter den 3 rö Mi ft c n stünden. Die von Levy betonte Angst' vor den russischen Juden sei unbegründet. Auch die Kolonien, die Levy so gerühmt habe, seien von russischen Juden gegründet. Die Lage der russischen Juden iK. schlecht, aber die Verwirklichung des Zionismus würde alle ihre Energie wecken. Nach dieser Erklärung A.'izmanns.'war Balfour sichtlich befriedigt. Als die Delegierten die Konferenz verließen, hatten sie den deutlichen Eindruck, daß die Stimmung der .Konferenz ihnen günstig sei. Sonnino drückte ihnen die Hand und Balfour beauftragte seinen Seirelär, sie zu beglückwünschen und Weizmann zu sagen, daß feine Rede wie Schwertgeklirr über oem Haupte des Gegners geklungen habe. Beim Verlassen der Konferenz wollte sich Levy Verabschiedenaber Weizmann und Sokolow wandten sich instinktiv ab. Eine offizielle Mitteilung von der Annahme der zionistischen Forderungen durch die Friedenskon- --renz ist bisher nicht erfolgt. Weizmcmrr tritt in die Leitung der ,zU;:.isti?chen Weltorganisation ein. Kopenhagen» 8. März. (Tel. der „Wr, Morgeuztg.") Die Nwooner zionistische Konferenz hat beschloffen, daß Professor t i 5 in a n n in fco.? engere Aktionskomitee der Weltorganisation üwptim werden soll. Tie Mitglieder des großen Aktionskomitees, die in London nicht anwesend find, wurden telegraphisch um ihr EinvrrßändniL ersucht. Tie in W i e n anwesenden Mitglieder des großen MionStvinitees, Adolf Stand und Roben S t i: i rf» r, haben lestaravhisch ihre Zustimmung gegeben. ' f *" f; . " ' i Wiener Morgen;ettrmg i*, Traar t. .. ----.---... <' Die Borgänge in Berlin. Abflauen des Kampfes. Berlin» s. März. Nach Blätterrneldimgen ist gegen Mitternacht, nachdem der Kampf am Streitbergerplatz und in der Frankfnrterstraße noch einmal sehr heftig aufgelebt war, verhältnismäßig Ruhe eingetreten. Von den Dächern knallt es zwar n o ch u n u n t e r b r o ch e n. doch hat das Geschütz- und.Maschinengewehr-feiler nusgehört. Die scheinbare Ruhe benützten die Spartakisten, um ihren Rückzug zu bewerkstelligen. Die vereinzelten Kämpfe der Nacht haben immerhin ziemlich viele Opfer gekostet. Die Feuerwehr hat 20 B e r l e tz t t int b 7 T o te aus ihren Fahrzeugen geborgen. Die Regierung Herr der Situation. V erli«, 3. Marz. (Korr.-Vnr.k . Die Matrosen in der Reichsbank sind entwaffnet. Dnwh das Eingreifen der technischen Abteilung der Gardekavallerie-Schützendivision ist der Betrieb p der elektrischen Werke s i ch c r g e ft e l l t. Beträchtliche Teile der republikanischen Soldattnwchr wurden entwaffnet. Der Betrieb der Hochbahn und der Wasserwerke ist durch die Gardekavallerie-Schiitzendivision gesichert. Der Fimferausschuß der republikanischen Soldatenwehr ist aufgelost. Nur Kommandeur M ü l l e r, der sich hinter die Negierung gestellt hat. bleibt im Amte. Die Lage in Berlin ist letzt so. daß der größte Teil mit Ausnahme der östlichen Gegenden, wohin sich die Spartakisten zurückgezogen haben, in der Hand der Gardekavallerie-Schützendivifion und der ihr angegliederten Verbände ist. Die Regierung ist demnach völlig Herrin der Lage. Die sozialdemokratischen Arbeiterräte, Betriebsvertrmiensleute und Funktionäre hielten beute abends eine Versammlung ab, in der der einmütige Wüste znm Ausdruck kam, die Arbeit überall sofort wieder aufzunehmcn. Der Sieg der Regierung. , Berlin» 8. März. (Tel. der „Wr. Morgeuztg'") Berlin ist fest in den Händen der RegiernngStnippen. Lediglich im O sr t lt, wohin sich die Spartakisten zurückgezogen haben, fanden gestern in der Nacht auf heute Kämpfe statt, die auch a pi h e u t i g e n T a g noch anbauer n. Me R egrerung ist vollständig Herr der Lage. Bereits im Laufe des gestrigen Nachmittags konnte das Telephon wieder vollkommen frcigegeben werden. Der Hochbahnv e r t’ t h v setzte abends ivreder ein. Die Straßenbahn dürfte im Laufe deS bentigen TageZ den Verkehr wieder auf-- nehlnen. In den meisten Betrieben wird heute bereits gearbeitet. Alle Berliner Blätter steilen die voll! o nt m c n e S i u u n l o s i g'k e i t d e s G e n e r a l st r e i k s fest. Der „Vorwärts" nennt/ihn den verworrensten aller Generalstreiks, den die Welt je erlebt hat. Er sagt weiter, der Streikbeschluß sei eine Vergewaltigung der Berliner Arbeiterschaft gewesen. Die Blätter konstatieren, daß der Streik beschlossen wurde, ehe die Forderungen festgesetzt waren, rnn derentwillen gestreikt werden solle. Mandat um des Streiks willen gestreikt. Die Blätter stellen iveiter fest, daß die Berliner Arbeiter vom . Generalstreik überrumpelt worden sind. Vom Anfang an bestand kern Zweifel daran, daß die Mehrheit den Streik nicht wollte. Die Abstimmung, die nachträglich vorgenommen; wurde, hat das bestätigt. Der Generalstreik konnte «nr beschloffen werden, werl dre mehrheitssoziallstische Führung im Groß- Berliner Arbeiterrat sich hatte einschüchtern lassen. Dazu kam allerdings, daß die Reichsregienmg in. Weimar nichtrechtzeitig die Sympathien der Arbeiterschaft auf ihre Seite gebrächt und deul vordringendeu Radikalismus zu sehr das Feld überlassen hatte. Nicht mit Unrecht wird in der Presse den Unabhängigen der Vorwurf -gemacht, daß sie mitschuldig an dem Treiben Mer Aufrührer und-des Gesindels seien, das die Gelegenheit benützte, zu p l üü d e r n und sich durch einen wohlorganisierten Angriff auf das Polizeipräsidium m dem Besitz der Macht zu setzen. ' Mn warmen Danlesworten gedenken die Berliner Blätter der Umsicht Noskes und der Tapferkeit rmd Aufopfernug der regieraugsireuen Truppen. Nur diesen ist es zu danken, daß die Aufständffchen niedergeschlagen wurden und daß dm Raubunternehmnngen des Gesindels wenigstens einigermaßen Einhalt getan wurde. Wenn diese militärischen Maßnahmen nicht getroffen worden wärm, würden heute Berlin die zügellosen Banden beherrschen. Alle Blätter weisen auf die große« Zugeständnis s c hin, welche die Arbeiter von der Negierung in der Frage der A r b eit e r r 8 t c und der Sozialisierung erhalten habm und fordern auf das dringendste die Arbeiter auf, jetzt endlich wieder an die Arbeit zu gehen, um ihre Kräfte dem wirtschaftlichen Wiederaufbau Deillschlands zu widmen. Die Opfer des Aufstandes. 300 bis 600 Tote. Die Blätter bringen ausführliche Schilderungen der Straßenkäwpfe in den letzten Tagen, der größten, die je in Berlin stattgesunden haben. Der Schaden an Gebäuden und Läden übertrifft ber weitem den der früheren Kämpfe, der etwa 40 Millionen Mart betrug. Am schwersten beschädigt wurden das Polizeipräsidium. Das Warenhaus T i etz wurde vollständig ausgeplündert, das ' Warenhaus W e r t h e i m stark mitgmomme». .. Dem „V orwärts" nffolge konnte das'Berliner L e i ch e u s ch au Haus gestern diezahlr eichen ihm zu gef üh rt eu Leichen wegen U eb erfüll n,n g-n i ch t mehr a u f u e h m e n. Die Gesamtheit der Totm und Verwundeten geht in die Hmiderte. Der „Lokalanzeiger" schätzt die^ Z a h l d e r T o t e n ans 5 0 0 b i s 6 0 0, die der Verwundetm auf weit über 1000. Die V o l k s m a r i n e d i v i s i o n. die bei den Känipsen nm das Polizeipräsidium imd das Marinehaus zum größten Teil a n f g e r i e b e n wurde, ist aufgelöst worden. Der Herausgeber der anarchistischen ..Aktion" Franz P f e m p'f e r t winde gestem mittags verhaftet. Er steht im Verdacht, den letzten Aufstand mitorganisierl zu habm. Das Verhalten der Ententebesatzung in Deutschland bei Unruhen. Zürich, 8. März. (Tel. der ..Wr. Morgenztg.") Ein Erlaß des französischen K r i e g s m i n i ft e r S an alle Koumlaudanteli der m den besetzten deutschen Gebietm befindlichen Truppen gibt Verhaltungsmaßnabmen benn Ausbruch b o l f ch e iu i k r s ch e r -Unruhe n. Darnach sollen die sranzosischen Truppen jeden Z u s a yl m e u ft o ü und jede Berührung mit deutschen Demonstranten vermeiden. Im Falle des 'Ausbruches von Unruhen sind die französischen Truppen sofort zurückzu ziehen. Ferner istdcnTruppenkommandantm jede Verhandlung mit bolschewikischen Führern untersagt» ebenso sind derm Anordnungen nicht a n z u e r k e n n e n. Die englische Heeresleitung hat den englischen Truppen im besetzten Gebiete ähnliche Anordnungen erteilt. Paderewskis Regiernngsprograraur. Warschau» 8. März. (Tel. der „Wr. Morgenztg/O In der letzten Sitzrmg des volnischm Reichstages wurde da-' Re-- girrungsprvgraninr des Ministerpräsidenten Päderewsli mit allen ‘ gegen die Stimmen derZ^Wgldemvkratm sebilligt. , '> 9. März 1-919 Fach und Haig Ehrendoktoren der Rechts^ Wissenschaften. . Haag» 8. März. (Tel. der „Wr. Morgmztg.*) Nach einer! Londoner Meldung hat die schottische Aberdeen-Universität dir Marschälle F o ch rmd Haig, Admiral B e a t t y und Ge» neral A l l e n b y zu Ehrendoktoren der Rechtswiffenschaß ernannt. Z Tagesbericht. Die Sperre der KaffeehLuser. In einer sehr bewegt verlaufenen Versammlung der Äaffee**' sledergenoffenschaft erstattete gestern Vorsteher Egkher Bericht über! seine Bemühimgen. die leitenden Behörden zu einer Milderuug! der j ü mg st e n V e r f ü g ü n g e n ü b e r d i e S p e tx c der Kaffeehäuser z u gewinnen Die Leitmig' stellte den Antrag, es seien während der Zeit der Kohlmnot an zwei Abende« der Woche die Kaffehäuser um 8 Uhr zu sperren und dafür au zwei ander» Tage» bis 10 Uhr offen zu halten. Nach schr erregten Szene» gelang eS der Vorstehung, die- Versammlung zu beruhigen, und es wurde ihr dasMandat zuteil, sich unverzüglich mit dem Staatsamt in BerbiudMg zu setze» und dort die Forderungen vorzubringen, daß die Gasthaus^ wegen , der Kohlennot um halb 9 Uhr, die Kaffeehäuser uor halb 10 Uhr sperren. Sollte diese Fordermig nicht erfüllt werde»,- wird Diettstag eine neue Versammlung der Kaffeesieder eittbetufett werden, um weitere Beschlüsse zn fassen. Jii der Versammlung wurde auch Beschwerde argen div Uebergriffe der Volkswehr erhoben« Obzwar gestern eine Mitteilung erschienen ist, daß der Völkswehr durch Unterstaatssekretav Dr.' Deutsch däS Recht der Requirierungen abgesprochen wurde,- erschim heute in einem größerm Kaffeehause in der Innere»! Stadt eine Abteilung von zehn Mann Volkswehr - mit auf gepflanztem Bajonett, welche dort- Lebensrnittel beschlagnahmte. Gegen diese neuerlichen Ueb ergriffeerhob die Versammlung energischen Protest. Die Grenzsperre. Die Deutschösterrelchische Staatskorresponde»K warnt drim, gend-vor Einreisen in das deutsch österreichische Gebiet in'der Zeit' der Nutenäbstempelüng, da§ ist bis 24. d. M., da währmd dieser Zeit alle Reisenden atisnahmslos ohne Ansehen der Person undohne Rücksicht auf Empfehlungsschreiben, der genauesten Unter-- suchung, unter Umständen auch der Leibesvisitation unterzogm werden. Pon der Mitnahme von Gebäck wird dringend abgeraten. - Entgegen dem bestehenden Verbote der Kroneneinfuhr mitgeführtr N o t e n werden, unbeschadet der gesetzlichen Straffolgen, <ms-- nahmlos als verfall e » erklärt. * Das Leichenbegängnis Ernest v. Körbers. Unter . _j Beteiligung von Staatswürdenträgern, hervorragenden Männern der Wissenschaft rmd Kunst — die deutschösterreichische Regierung war offiziell durch den Staatskanzler Dr. Renner > vertrete» — wurde Ernst v. Körber gestenr zu Grabe getragen.' * Einfach und bescheiden wie das Leben dieses bedeutenden Staatsmannes war, gestaltete sich auch seine letzte Fahrt. Ueber deS Verstorbenen ausdrücklichen Wunsch wurden an seinem Grabe keiuei Reden gehalten. * Brillanten «m 300.000 Krone« gestohlen. Die Anzeige über einen sensationellen-Diebstahl wurde gestern der Polizeibehörde erstattet. In einem Schlosse in der Nähe von'- Wien wurde ein B r i ll a n t s ch m u ck, eine einreihige Brillantenriviöre, gestohlm. Sie besteht aus dreißig Brillanten, die in der Mitte erbsengroß sind rmd sich gegen die beiden Enden verjüngen. Die Brillanten sind in glatter Silberfaffimg Md die Rivisre ist mit einem gewöhnlichen Schlöffe versehen. Der W e r t d e L Schmuckes beträgt 300.0VV Kronen. Begangen ist der Diebstahl in der Zeck vom 4. bis zum 6. d. M. worden. Dir Riviöre befand sich m einer versperrten Schnmckkaffette, die in der. offenen Lade eines Toilettentisches stand. Der Schlüssel zu der Kassette lag in einer Glaskaffette Mid diese wieder stand auf dem Toilettetisch. Der Diebstahl kann nur von einer Person begangen! worden sein, die in dm Gemächern gmau Bescheid wußte. Die! ErhebMgm sind emgeleitet; sie habm bisher kein Ergebuisj gehabt. * StaatoratsLonnnlsfion für Kriegsgefangenen»! iurforge. Die Kommission für Kriegsgefangenmsürsorge hat beschlossen, ein eigmes. der Staatskanzlei zu unterstellendes Amt, in welchem sämtliche Agenden der KnegSgefangmm- Md Mil-! interniertenfürsorge zu vereinigen sind, mit einer amtlichm Stellej m Bern zu errichtm. An die Spitze der Berner Stelle tritt- Slatin P a s ch a. j * Fahrprersbegänstigungen für Kriegsbeschädigte. Der Wiener Stadtrat hat die Direktion der städttschen Straßmbahnen ermächtigt, dm in Wien seßhaften oder hier beschäfttgteir Kriegsbeschädigten deutschösterreichischer Staatszugehörigkeit, die mit Blindheit oder einem solchm körperlichm Gebrechen behaftet sind, daß sie zur Fortbewegung die Straßenbahn i» Äu-i ... spruch nchmm müssen, Anweisungen zur Fahrt gegm Lösung von- , Kmderkartm auszufertigen, unb zwar je nach Bedarf mit Gültig-, feit für einzelne Strecken oder für dois Tarifgebiet I, bei Blinde».. auch für eine Begleitperson. r ' * Die Forderungen der Zuristeuheinckehrer. Der Heim^ kehrerausschiiß der Nechtslehrer hat für DonnexZtag den - 5. d. Hr. eine Versammlung einberufen, in der die Antwort des Staatsamtes für Unterricht auf die seinerzeit .über- - reichte» Forderungen mitgeteilt wurde. Da§ Staatsämt .. . für Unterricht hat den Heimkehrer« die Ablegung der jndizielleir und politischen Staatsprüfung, beziehungsweise Rigorosen am ' Ende des 8. Semesters zugestanden. Die Erlassung des! gemeinrechtlichen Rigorosluns sowie die Ablegung dieses NigvroftunS gleichzeitig mit der rcchtshistorischen Staatsprüsimg' wurde vorn StaatSamt für Unterricht nach Einholung von Gutachten der juridischen Fakultäten ab gelehnt. Die/ Gründe hierfür wurden vom Dckml Professor Grün ber gj unb!bcm Prodekan Hofrat v. Boltelini dargelegt, A»j: - diese Darlegung knüpfte sich eine Debatte. Es wurde beschlossen, für Dienstag 10 Uhr vormittags iw der Aula'! eine neuerliche Versammlung einzuberufen. * Was in Wien gefunden wird. Dos polizeiliche Fuiid^ amt auf der Elisabethpromeuade veröffentlicht die Liste der,' Gegenstände, die'im Jänner l. I. in Wien gefunden u n d b i s h e r n i ch t b e h o b e n wurden. Man findet daraus. 14 Arbeitsbcutel, 7 Armbänder, 11. Boas und Pelzkragen,! 1 Butte Kohl, 1 Eisenbahnermantel, 1 Fensterputzerleikör,' 44 Geldbeträge und 111 Geldbörsen mit Inhalt, 1 Militärfernrohr, 5 Muffe, 1 Revolver samt Tasche, 0 Ringe, o Rucksäcke mit Lebensmitteln,!! Schirme, 12 Seidentücher, 0 Brief- und 16 Damenhandtaschen, 1 Taler, 8 Uhren, 2 filbenie!- Zigarettcndosen ujw. U Hunde iourden als zugestanden^ l Kanarienvogel als ztigeslogen angezeigi.!, *■ Rechtsanwalt Dr. Aallob Landan hat feine Ad- Mcskcmzlei Wien, 1. Bez., Wollzeile Nr. 15, eröffnet. m w ws, il