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Wiener Morgenzeitung · 1919-03-09 · Heft 50 (9.3.1919) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 50 (9.3.1919)
Date
1919-03-09
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Men, Sonntag Wiener Morgenzeitnng 9. M8rz 1919 ' Nr. 50 öMeitcn zu wollen. Man begnügt sich gerne mit dem tröstlichen Bewußtsein, daß arme unschuldige Kinder, denen ein boseS Schicksal in der wirren Welt non Granaten imb Giftgasen eme traurige Jugend bereitet hat, satt zu essen haben werden, daß von den armen Müttern die ärgste Pein genommen wird und Greisen daZ Schicksal erspart sein wird, sich in ihren letzten Lebenstagen an den Hnnger zn gewöhnen. Ein verfehltes Manöver. Die Wiener Gegner der jüdischnatioualrn Bewegung haben sich folgende Taktik zurechtgelcgt: Die Nationaljuden arbeiten den antisemitischen Parteien in die Hände. Immer wieder schreien sie in Versammlungen, daß die Zionisten von den Antisemiten „gelobt" werden und daß inan daraus die richtigen Schlüffe über den inneren Wert und über da? Wesen des jüdischen Nationalismus ziehen müsse. Merkwürdig! Dieselben Elemente, die es so trefflich verstanden haben, sich mit Lneger in ihrer Art „ausznsöhnen", ihm nachkrochen, förmlich seine Füße leckten, sich in widerlichen Bücklingen ergingen, wenir sie ihm bei einer Festlichkeit oder beim Leichenbegängnis eines jüdischen Notabeln begegneten, dieselben rvlirdigen Herren und Damen, die sich aalglatt bis in die antisemitische Gesellschaft zu schleichen verstehen, dieselben jüdischen Politiker, die in chrenr Teutonenwahn wiederholt mit Wolf nnd Teufel gemeinsame Sache machten — diese Juden wagen es,- uns förmlich als die Trabanten des Antisemitismus hinznsiellcn und den Juden eistzureden, daß urir die „Isolierung" der Jndenschaft im Sinne des Nüffenäntisemitisnms Hand in Hand mit den Jnbenhaffern bewirke« wollen. Demgegenüber sagen wir aufrichtig: Was dm Asstmilästtett durch ihre lendenlahmen Proteste, durch ihre oft demütige „Abwehr" nicht gelang, das hat der jüdische Nationalismus jetzt schon sichtlich bewirkt: Die beginnende Entsp a nn u n g des b i s n n n unleidlichen Verhältn i f s e s zwischen Juden und N ichij u d r tl. Wenn antisemitische FühM fttzk offen erklären, wie das in der jüngsten G e m e i n d e r a t s d e b a r t e geschah, daß die Juden allen Grund hätten,, stolz zn sein auf ihre uralte Nationalgcmeinschaft und daß man von Volk zu Volk sich werde cmseinandersetzen können, so klingt das anders als die bisherigen Hetzreden. Wir buhlen um niemandes Gunst, wir teilen nicht dre politischen und wirtschaftlichen Grundsätze der Deulschnationalen, aber wir sind zufrieden, daß ihr Verhalten gegenüber dem Judentum als Gesamtheit sich durch unser Auftreten zu andern beginnt und wir wissen, daß dieser Wandel zunr Wohle des g a n z e n Judentums, wie auch zum Wohle des d e n t s ch e n V o l k e s gereichen w i r b» U lt b noch eines: Welche anderen P a r t e i e n s ol l e n denn unsere Bewegung billigen? Die sogenannten „f reif innigen" Gruppen und Grüppchen? Die bestehen doch fast durchaus aus assimilatorischen Juden! Oder die deutschösterreichlsche Sozialdemokratie? Die hätte allerdings die verfluchte Pflicht dazu, schon ans programmatischen Gründen, .ist aber gezwungen, ans ihre deutschnationalen jüdischen Führer Rücksicht zu nehmen. Wahrheit bleibt.Wahrheit, von wo immer, sie kommt. Mir dem beatmen Geschrei, ,,die Antisemiten loben sie," werden unsere gegen das Judentum protestierenden Israeliten bald leinen Hund mehr hinter dem Ofen hervorlocken. Namen neune«. DaS „Deutsche Völksblatt" ruft empört nach den Namen der ausgehobenen Schleichhändler tmd Hasardeure,, die in luxu« riösen Wohnungen bei Feeßorgren Unfuknmen verspielen und gewinnen. Die Sache wird wie der zu einem P o l i t i k u nt g e ni a ch t. Die „G ä l g en'v ö g e l ans dem Osten" sollen herhallen, der Antisemitismus soll um einige Grade verschärft werden.! Wir haben gar keine Ursache, irgendeinen Juden, der unerlaubten Wucher treibt oder der m dieser alle;schweift.n, von furchtbarer Hungersnot bedrängten Zeit bei vollbesetzten Tischen bis in den Morgen praßt, in Schutz zu nehmen. Reimgung des Judentums von jeglicher Schande, . in die cS ohne sein Verschulden durch eine grausame Entwicklung geraten ist, war fett Herzls Auftreten — und auch schon lange frilher — die erste Forderung der nationalen Juden» Aber das nruß doch wieder ejnmal kräftig gesagt werden, daß das Wuchern und Prassen und Ludern keine Spezialbeschäftigung der Jtiden ist.-7- und in km heutigen Wien schon gärmcht. Jeder er st eheste Wiener G r e i s l e r, a u ch der ge e i ch.t v ch r i st l i ch s o z i a l e P a r t Liga n g er — s o f ern e er nur Beziehungen z u m L a n d e h a i o d e t etwas e rgatte r n k a « n — treibt he st t e in Wien Lebensmittel w u ch.e r. Die arme Bevölkerung muß beispielsweise Zuckerln zunl Süßen des sogenannten Kaffees und Wnrstwaren zu unerhörten Preisen beim GreiSler erstehen. Ja, die Grenzsperre der letzten Tage hat wieder deutlich bewiesen, daß Wien gegenwärtig o h n e Schleichhandel ü b e r h a u p t n i ch t leb e n k ä n i*. Und die sauberen Damen und Herren, welche bei nächtlichen Orgien dem Spieltenfel huldigen, rctuttleren sich aus den hinaufgekommenen oder schon lange „oben" befindlichen Gesellschaftskreisen ohne Unterschied der Konsessidn und Raffeaus den erbgeseffenen und hmzugeloMmenen, Die Namen, die bis jetzt .- m die Oeffentlichkeit drangen, sind der untrügliche Beweis dafür. Darum schließen wir uns ruhig der Forderung an und fordern auch: NaMe u nenne st, aber auch a l l t N a in e u! Dann wird sich erweisen, was -auch oek verbohrteste Judenhetzer jetzt fcboit wissen müßte, daß Lebensniittelwucher eine notwendige, wenn auch traurige Zeiterschemung ist, nicht zuletzt durch Misere elende Wirtschaft h'ervvkgerüftn And unter dem Zwang der Verhältnisse als „Rettungsanker" geduldet, und daß Sprelwut. und Völlerei. eine Krankheit aller derjenigen geworden ist, die es sich leisten können und keinen inneren Halt haben. Was sagen die deutschösterreichischen jüdischen Sozialdemokraten dazu? In der 17. Sitzung der deutschen' vom 28. Februar hrelt der unabhängige Sozialdemokrat Dr. Cohn eine Rede, m der er unter anderem jagte: .„Die . f r e m d s p t a ch l i ch e n Teile des V o.l k e s' m n s s t n d u r ch d. ie V tz r fass u n g geschützt w e r d e A. Cs f.r äg't sich, dbAich t auch d-i e nationale st Miko it h e i t s r echte der Juden i u d c t V e tf ü.s snn g jn ie d e r. g esmus bei legt w erd e n. Die. Hauptsache ist, däst der Smialisi auch, in die Gesinnung aller Bolksglieder dringt. (Beifall ' den UnabhängmeU.) ‘ . Was sagen die Herren A ll st ir l i H, Ellonb o gen und P i ck. dazu? . Immer wieder zeigt es sich, daß nur die deüiichösterreicknsche Sözialdemökrätie den Juden das Recht chlf 8lb eigene Nation vorenthalten will und daß sie von den assimilatorischen jüdischen Fiihreren zu dieser reaktionären Stellung zur Judensrage verführt werden. Frankreichs OrientpolMk. Die Tatsache, daß die Forderungen, der zionistischen Ors gauisation von dem Friedenskongreß offiziell behandelt wurden, hat die französische Presse gezwungen, zu den Onemfragen offener nnd ausführlicher Stellung zu nehmen, als cs bisher der Fall war. Hierbei zeigt sich immer deutlicher, daß die Gegensätze-zwischen Franst eich und England hmsickttich der Abgrenzung ihres beider- . .seitigen Interessengebietes in Palästina nicht nur Nach wie vor bestehen, sölldeiM sich allem Anschein nach poch verschärfen. In dein Teilimgsvertrng, der ursprünglich. zwischen den. beiden Mächten/abgeschlossen wurde, erhielt.Frankreich dem Einfluß auf Syrien-und den nördlichen Teil Palästinas zu gesichert, während England seine Machtsphäre auf SüdpalÜsttüa beschränkte. Die zionistische Bewegung und - .insbesondere die Be-» mühungen Pachum So ko lo Ws führten dazu, daß England sich zugunsten eines img.eteillen Palästinas unter Wahrung seines Mischen Charakters nüssprach rckd. Frankreich trug den obwalkeüoen Mstandeii notgedrungen' soweit Rechnung, daß es auch seinerseits für das zionistische Programm eintrat und somit, wenigstens nach außenhin, von seinen ursprünglichen Aspirationen abging. Immer mehr zeigte es sich aber, daß.Frankreich itt der Tüt nur dein äußeren Anschein nach sich nut DillgeN avsaiid, die es M Augenblick sticht zu Ludern vermöchte. Sobald die ernsthafte Erörterung der Emzclftagen in die Nähe rückte, begann es, zunächst aufs äußerste geschärft hat, hat erst recht in der abstzakten deutschen Philosophie seme wunderliche Macht entfaltet. Dir größten Denker der damaligen Zeit: Kant, Lerbnit; und Wolf sind für den talmudischen Exegttm nur einfache Experimente menschlicher Denkungsart gewesen. Ohne gründliche allgemeine Bildung, ohne modernes wissenschaftliches Rüstzeug beleuchtet und krinstert Maimon in erstaunlich trefflicher Weise. Er besitzt sogar die Kuhttheit, die Grundlagen der Kantischen ^Kritik der reinen Bemunft" zu zer' stören. " Wie kann — ftagt er ein Ding an sich, also etwas, das außerhalb unseres Bewußtseins liegt, in Ans Empfindungen wachrufen? Und so unterfängt er sich, Kant Wort für Wort die Unrichtigkeit seiner Theorie zu beweisen. Daß ihm dies gelungen ist, hat der größte deutsche Philosoph öffentlich eistge" standen und die heutige Wissenschaft unzweideutig bestätigt. War Maimon ein Philosoph im eigentlichen Sinne dieses Wortes? Ohne Zweifel. Er besaß jedenfalls alle Vorzüge eines tiefen, scharfsinnigen und ernsten Denkers. An einem nur gebrach es ihm auch hier: an eineni schöpferischen Geist, der aus einer harmonischen Fülle hervorquillt. Ec konnte aufs trefflichste verrieinen, aber keine neuen Werte schaffen und an Stelle der ditrch sein krilifthcs Gehirn zerstörten reinen Vernunftstheorie vermochte er nichts aufznbauen, das die Lucke des DenksystunZ ganz anSsüllte. Allein, verstört, heimatlos in der Welt imb in Stücke zerwühlt im Innern, vermochte er der Welt nur dm Beweis zu erbringen, wie man nicht philosophieren soll. Und hier greift die Tragik,, seines Lebens iit die Tragik seiner Seele über. Maimon verstand nur zn zerstören. Ein ewiger .Kritiler. Ein zcrsei ender, alles in Trümmer schlagender Ghettojude. Ein Genie der Negation. Der echteste Goluslypus und der erste Nevc-lutivnär der jüdischen Neuzeit... , 7. . l So zieht sich die Traurigkeit > ljag >chen Ein.-.eüebenS wie ein roter Faden durch all feine Werte n|b Taten und erwächst zur Tragik eines ganzen Geschlechte-. Wie Maiinc-ri, so war auch das Geschlecht, aus dem er hervorging. Was sie versuchten, .-mißlang ihnen, dirWeltkulm", die sie ersehnten, ging bald m Brüche.! und die hohen Werte, die sie zn schassen Vermeinten, zerrannen wie ein Wind mit ihrem eigenen Leben. *. Man konnte sagen: Maimon ist zu frich auf die Welt gekomnieu und vielleicht auch zu spät. Ein Geschlecht früher und er wäre vielleicht in seinem jüdischm Gäßchcn verblieben, Ein Ganzer, ein Einheitlicher, ein Starker» Er hätte gewiß dm ehernm Bau jüdischer Gelehrsamkeit fortgesetzt und vielleicht in neue Wege geleitet. Und jedenfalls wäre er einer der größten Rabbiner feiner Zeit geworden. Hätte er hingegen um ein Geschlecht später gelebt, da würde.er gruudüns andere Zustände angetroffen haben. Die Haskalabeweguug, die von Mendelssohn ausging, hätte ihm schon den richtigen.Weg in die Fremde gewiesen und er hätte schon die erlösende Synthese zweier Welten grfundm. Eme traurige Hypothese und em Mer Traum. Zn früh — und doch zu spät. Es gibt eben unzeitgemäße Geister,, die an der WMe von Jahrhunderten zu Genim heranwachsen und es gibt uuzeitgemäße Genien, die an der Kleinheit ihres Geschlechtes zn unfruchtbaren Zwitterdingen. herabsinken. Die wahre Größe starker Geister, die aus sich heraus erst die Zeit für sich schaffen nlüffen, erweist sich in der Uebrrwindung des Uuzeitgmiäßen in der eigenen Seele. Maimon war sich seiner überragenden Geisteskräfte allzusehr bewußt, um sich mit der Rolle des guten Miktclmaßes zu bescheiden und doch zu schwach und allzu wenig in sich gefestigt, um sich zu überwinden und in der geschichtlichen Zeitwende, in der die jüdische und europäische Kultur plötzlich aneinander prallten, als erster, eigenartiger und synthetischer Ausdruck zweier Weltm siegreich hervorzugrhm. Maimons Tragik lag eben darin, daß er am Wendepunkt zweier Epochen^ geborm wurdennd an der Grenze zweier Kulturen wie von zwei Mühlsteinen zermalmt wurde. Der erste bewußte Jude in Europa ward so bas erste Opfer eines tragischen Zwiespaltes, welcher daruals seinen Urftivur.ß nahm und heute noch das tiessie Weh eines modernen, ruiacnden Juden bedeutet. ' versteckt rauer Berufung auf dm ursprünglichen Teilrmgsvertrag auf eine Revision des zionistischm Programms hinzuarbeitm. Zu diesem Zweck bediente cs sich vorerst der Syrier, welche, im christlichen Glauben erzoam imb mit französischer Kultur eng verknüvft, sich willig dm 'ranzosisch-iinperiallstischen Plänerr zur Venüaung stellten. LetztM Endes war aber davon allein eine Beeinftuffuna der Friedenskonferenz nicht zu erhoffen. Die Syrier, die daS Selbstbestimmungsrecht für sich selbst m Anspruch nahmen, konntm Nicht gleichzeitig ihrem Nachbarvolk das gleiche Recht bestreiten. Da kam die manzöfijche Regierung auf einen Einfall, der davon zeügt, daß der alte Geist der Diplvmatte in Frankreich noch immer zu Hause ist. Sie inszenierte eine drantakische Szme, in welcher das Mische Volk selbst gegen die jüdischen Forderungen Protest erheben sollte und sie fand ein überaus williges Werkzeug an ihren eigenen Juden, die ohnedies seit vielen Jahren muter dem Vorwand, den jüdischm Interessen zn dirNeii, eine kein französische Jntereffenpvlltik..vertraten. Esgelang ihr, zu jener Sitzung, in welcher offiziell die zionistische Organisation ihre Forderungen vertreten sollte, beit Führer 'bet französischen Alliance Jiraelite Universelle Sylvaiit L 6 v v hineinutsck'Migtzeln eiftctt anderen Ausdruck kann man dafür schwerlich findm, denn es ist nnbegreislich, auf. Grund welcher formalem. Legitimation gerade eme in Frankreich bestehende jüdische EiuzelorganisaüoN äls einzige das Recht erhälM sollte, gemeinschaftlich Mit der zionistischen Wcltvrgüttisatiott vor den Friedenskongreß zu treten. So wurde der Welt das widerliche SchausplA. bereitet, daß m . dem historischen Augmbuck, in dem endlich das befreite jüdische Volk stolz und unbeirrt seme Forderungen vor dem Tribunal der Völler vertreten durfte, Mitglieder dieses Volkes ihm ist den Rücken fielen und in knechtischer Gesinnung die Interessen rines anderen Volkes über die des eigenen stellten.. Es.ist begreiflich, daß dieser, den vorangegangenen Besvrechungen diametral züw derlausende Verrat aus vre anwesenden ' Zionisten öinen beschameudM Eindruck machen NrNfftt.' M§ Professor WcizmanN, von Lansmg au'gefordei't, eine Erklärung abgab^ welche die Ausführungen L^vtzs in das rechte Licht-setzten und. gleichztitlg..die Beweggründe der. französischen. Assimilanteu erraten ließ,/beglückwünschte .ihn Balfour zu seinem. Erfolg. L^vy. der stM Schluß Ver Sitzung WeizMÄR uüd S'ölvlvw die Hand zum Abschied reichen wollte, griff ins Leere: Man wandte ihm den-Rücken. Da ging er hin und veröffentlichte im „Tenws" .eine. Erklärungwelche unter anderem folgende Sätze enthält: „Das zionistische Memorandum sieht für die JudeN eine Art doppelter-Nationalität vor: Die eine in Palästina, div astdete in ihrem Wohttland. Es ist gleichermaßen unzweckmäßig, wenn man zugunsten der Juden ein Einwanderunasvorrecht festsctzen wollte». Dagegen ließe sich das begonnene. Werk sehr schön vollenden, wenn man sich auf die Entfaltung des Bisherigen beschränken ivöllte". UNd nün folgte eine Auszählung von Daten, welche, den Eindruck erwecken sollest, als ob alles, waS ist Palästina geschehest fei, allein der Allianc Jsraelrte Universelle, Lord Rothschild und der. Jrwish Eolgnisation Association zii verdanken sei. Vom Zionismus wird Nichts erwähnt, als daß seine ..MrMcye Rolle fö MhlMÄd" gewirkt habe. Und die Erkläruilg schließt mit dem Sätz: ^Jch habe auch den Wunsch aüsgedrückt, daß d i c m o ralische und materie l.l e S.i t u-a t iß n F r a n.k r e.i ch s i n P a l a sti n a zukünftig bis aufs äußerste (oerüpulsuosment) gewährleistet werde» ganz gleich, wkkcheL Macht man das Mandat Mer das Land znbilligen wird. Es ist selbstverständlich, daß die französische imperialistische Preffe freudig derartige Anhaltspunkte verwertet, um gegen^Pro' jckte .Stellung zu nehmen, welche, der Ausbreitung des französischen Machtbereiches Grenzen setzest können. „Le Journal" bringt eine läktgeke Notiz, itt welcher gesägt wird, daß das zionistische Prvgrümm zu Wtzit gehe. „Es handelt sich uni nichts weniger als um die Schaffung eines jüdischen Staates, welcher in Jaffa einen Ausgang zum Mittelländischen Meer besitzt und im Golf von Akäba eMe-Verbindung mit dem Roten Meer." Uni so erfreulicher ist iS, daß der „MütlN", ohM dagegtü Stellung zu nehmen, einen Aüfsätz von Nachsttst Sokvldw bringt, in Welchem die irrigen Vorstellltngen, die von den Gegnern des Zionismus genährt werden, richtiggestellt werden. Es ist zur Stunde noch nicht zu übersehen, in welcher Form per Ausgleich, zwischen Frankreich und England erfolgen wird. Das Me ist sicher: Eine j ü d i s ch e H e i m st 8 t t'e i n. Palästina wird .unter allen u mst ä ii d. e.n a e s ch ü f f e « werden. Fraglich bleibt nur, wo die nördlichen Landesgrenzen' verlaufen sollen. Desgleichen ist es Mzweiselhäft, daß das künftige Palästina, emgelaUkt zwischen zwei gegensätzliche Jntereffengebiete, in' der eiMnO'Entwicklung nicht so Unbeeiigt seist wird, als daß .sich oje Juden bei ihrem Kolomsattonswerk zu leichtherzigen Experimenten verleiten lassen könnten. Sie werden Palästina geschenkt erhalten —- nicht, weil, man ihnen besonders wohl will, sondern weil man darin eine Neutralisierung unerwünschter Reibungsflachm sieht» Aber sie werden Palästina nur eriverben, wenn sie die ihnen .gesetzten Grenzen und Möglichkeiten klar erkennen und irmerhalb derselben stach besten Kräften'für die Entwicklung düs Landes arbeiten. Ihre Aufgabe wird fern: zu. überbrücken und zu verniitteln. Damit dienen sie ihrer eigenen Sache nicht minder als der Menschhett. Vom polnischen Reichstag. „Daily Telegraph" schreibt unter dem Titel ,Hilder vom polnischen Reichstag" unter anderem: Großes Interesse beanspruchte nämlich Rabbiner Perlmutter, ein ehrwürdiger Mann mit einem majestätischen weißen Bart und langem schwarzen Gewand. der sein Haupt bedeckt hielt,. während er zum Reichstag sprach. Er wurde mit Achtung angehört und gab eine Erklärung im Namen der' orthodoxen Juden ab, die sich zum polnischen Patriotismus bc> ölnnten. Er betonte, baß sie ein großes und starkes Polen wünschten, dessen Territorium bis zum Meere, reiche. Für die Juden erhob er keine besonderen FordcrunM, außer daß es ihn'ett gestattet sein müsse, ihre religiösen Gebräuche ungehindert zu befolgen, ein Recht, welches ihnen Wohl niemand bestreiten würde. Ihm - folgte ein Vertreter der jüdischen Nationalisten, Pr i» i u c Et, ein Mann'von außerordentlich agressivem Wesen, welcher das HauS rasch gegen sich aufbrachte. Er bcanspruchte die nationale Autonomie für die Juden innerhalb des polnischen Staates. Es gibt keine Partm im Reichstag, welche nicht restlos geneigt wäre, dmi' Juden dieselben Rechte und dieselben Pflichten U'ie alten anderen Mrgsrn einzuräumen, aber aus dm- »Haltung des Reichstages an diesem Verhandlnngstaa.' ist klar zü entnehmen, daß er die Fordernuc.'n Priluckis nicht erfüllen wird. Eirl Mitglied gab ivr Meinung mit den Worten Ansdruck „Wenn Amerr'a solche Forderungen gewährt, lverden nur es auch tn■ Die Majorität derjenigen Inden, tve'lche Rabbiner P. r> - mniter. vertritt, sind polnische Juden, deren Fanril.en

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