Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 50 (9.3.1919)
- Date
- 1919-03-09
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 Men, Sonntag Daß diese politische« Jsraelitengemeinden gerade in Mähren vom Staat gebildet und trotz aller Anfechtungen durch Jahrzehnte aufrechterhalten wurden, erklärt sich zum Teil daraus, daß gerade in diesem Kronland seit der durch Kaiser Karl VI. durchgeführten „Separation" streng abgeschlossene Ghettt mit eigenem Zweckvermögen bestanden, vor allein aber ans dem politischen Interesse der damals irO Oesterreich herrschenden Deutschen. Denn diese schufen sich in den Jsraelitengemeinden Bollwerke gegen die tschechische Bcvölkerungsmehrheit, insbesondere dadurch, daß sie diese ■ Gemeinden durch ihre Zuteilung zu gemischtsprachigen Landtags- und Reichsratswahlkreisen jeweils für die deutschliberalen Kandidaten der: Ausschlag geben ließen. So waren diese Jsraelitengemeinden trotz ihrer Geringfügigkeit tatsächlich lange Zeit eine wichtige Stütze der erkünstelten deutschen Mehrheit im Brünner Landhaus. Freilich bröckelte diese Stütze allmählich ab. So sind — dank der Freizügigkeit — viele Juden, zumal die Wohlhabenderen, aus der Israelitenin die Christengemeinde übcrsiedelt oder weiter weg in die Großstadt gezogen; hingegen haben sich viele Christen, zumal Handwerker und andere kleine Leute, in den Jsraelitengemeinden niedergelassen. Wenn sich dort — laut Volkszählung von 1900 — den 9500 Christen nur mehr 7250 Juden gegennberstanden, so bat sich dieses Verhältnis Zither noch bedeutend zu nngnnsten der Juden verschoben. > Die nächste Folge des VorwiegenS der Christen in. allen Jsraelitengemeinden, und daher auch in den von ihnen erhaltenen Schulen, war die, daß gemäß einer klerikalen Schnlnovelle Zu Schulleitern in pzn Gemeindeschulen überall Katholiken eingesetzt werden mußten. Auch entschied der Derwaltungsgerichtshof, daß in diesen Gemeindeschulen die ihnen von der katholischen Geistlichkeit aufgedrängten Kruzifixe anzubringen seien. / Doch überall hielten noch die Jirden als das GroS der Steuerträger und daher — auf Grund des Zensuswahlrechtes — auch der Wähler die Gemeindeführung, fast unangefochten^ fest. Dies hat sich fit* sie und ihre Stammesbrüder wiederholt als von hohem Wert erwiesen, insbesondere ans dem Gebiet deS Schulwesens und des Heimatsrechtes. Die Gemeinden hielten an den deutschen Schulen, wie sie ihnen von Kaiser Josef II. ausgedrängt worden waren, fest, weil so der jüdischen Jugend der Aufstieg zu höheren'Bildungsstätten und ein weiterer Aktionsradius für ihre wirtschaftliche Betätigung verbürgt war. Die Erwerbung der österreichischen Staatsbürgerschaft war für ausländische Juden, wenn sie sich nich't von antisemitischen Gemeinden, wie Wien, durch die eigens hierzu eingeführten hohen Einbürgernngstaxen wollten schröpfen lassen, oft nur durch diese politischen Jsraelitengemeinden möglich. 'Ms zum Beispiel Dr. Schmarja Lewin als Abgeordneter der ersten Duma aus Rußland fliehen mußte und später zwecks Leitung des Baues der Technischen Hochschule iu Haifa die den Türken genehme österreichische Staatsbürgerschaft austrebte, gelang ihm dies dadurch, baß er sich von der politischen Jsraelttengemeinüe Proßnitz die Aufnahme in deren Gemeindeverband zusichern ließ. In dem Streit zwischen Deutschen und Tschechen traten diese Gemeinden allmählich an Bedeutung zurück, da sich die dortigen Juden, hauptsächlich unter dem Einfluß der jüngeren, schon zionistisch gesinnten Generation, immer mehr neutral verhielten. Ms 1906 die Deutsche« ihre Herrschaft im Landtag freiwillig ausgaben und mit den Tschechen einen Ausgleich dahin schlossen, daß unter Umgehung der Juden zwei nationale Kataster geschaffen wurden und die Anzahl der Marrdate zwischen den Rivalen endgültig aufgeteilt wurde, hatten die Juden ihre Rolle als Zünglein an der politischen Wage vollends ausgespielt. s Doch noch im Weltkrieg bewiese« die politischen Jftae- Ntengemeinden Mährens, daß sie wenigstens ihren lokalen Einfluß in den Dienst der Sache ihres BolkeS zu stellen verstehen. MS nämlich damals unsere Brüder aus Galizien und der Bukowina vor der ruflisch« Invasion nach Westen lstohen. und sich vile, besonders tsch chische Gemeinden Mährens, den Staatsbehörden gegeuüber weigerten, sie aufzunehmen, waren es jene Jsraelitengemeinden. die sich zur Aufnahme sofort bereit erklärten, alle ihre und der affiliierten KultuSgemeinden Hilfsmittel bereitstellten und den Heimatlosen durch Jahre ein Asyl boten. Wenn daher heute der junge tschechische Staat daran geht, die politischen Jsraelitengemeinden mit den Christengemeinden der betreffenden Ortschaften zu verschmelzen, so sind es nur mehr Reste jüdischer Macht, die da verloren gehen. Immerhin aber haben die Juden des tschecho-stowakischen Reiches, und besonders die Mährens, welche sich noch heute durch ihren LandesmassafondS und ihren Landesrabbiner an die frühere innige Zusammenfassung erinnert fühlen, allen Grund, sich gegen jene Auflösung zu wehren, und sollte sie unabweislich sein, sie als Rechtstttel für die Forderung nach nationaler Autonomie zu verwert«. Parteikämpfe in Palästina. Jaffa, Februar 1919. Palästina steht jetzt im Zeichen der Parteikämpfe, billige nennen es sogar Klassenkämpfe. In meinem letzten'Bericht ist bereits über die Gründung des „Ha'ESrach", der national-demokratischen bürgerlichen Partei, an deren Spitze der Bürgermeister von Tel-Awiw, Herr M. Disengoff, steht, berichtet worden. Im.Laufe einer ganz kurzen Zeit hat diese Gründung eine auffallend starke Entwicklung erfahren und man darf mit Sicherheit sagen, daß sich, um biefc Partei bis künftigen inneren politische» Kämpfe in Palästina abspieten werben. Schon jetzt organisieren einerseits 'der Hapo.el Hazair, andererseits die sozialdemokratischen Wiener Morgerrzeitung 9. März ISIS_ Nr. 50 Die EweihrrmgsLage Mitteleuropas. England will helfen. — Die Londoner Presse warnt vor Anarchismns. London» 8. Marz. (Funkspruch deS Telegraphen-KorrespondenzbureauS.) In einer in Newcastle gehaltenen Rede Ährte der britische E r n 8 h r u n g s m r n i ft e r Ro b e rts aus, er habe Nachrichten von absolut verläßlicher Seite, daß die Situation in großen Gebieten Europas g e r a d e z utrotz isch sei. Es sei nicht zu viel gesagt, wenn beharrptet werde, daß Rumänien, Serbien, Oesterreich und Deutschland h v n gern. _ Seit der Unterzeichnung des WaftenstillftandeS hatten ne Verbiindetm viel unternommen, um den Zustand zu heffern, und Lebensmittel wurden rmd werden gegenwärttg noch an alle, genannten Länder geliefert. Es sei aber alles nicht genügend gewesen, und es frage sich nun, ob Großbritannien imstande sein werde, genügend Lebensmittel auszubringen, um einer'Katastrophe worzubeugen- Der Oberste KriegSrat in Paris arbeite mit.allen Nerven, um der Lage Herr zu werden. Der Ernährungsminister teilte mit, daß er sich am Montag nach Paris zur Teilnahme.-au den Verhandlungen begeben werde. Er hoffe, daß es., den Verbündeten möglich sem werde, die nötigen-Maßnahmen zur Ve.rhütnng des nahenden Zusammenbruches zu treffen- M.an könne nicht Msehen, wie Europa h n n g e r e, w ä h r e n d man sichse löst f ü t t e re. DieS würde nicht dem Geiste der Nation entsprechen, die den Krieg durch llneigenniitzigkeit gewonnen habe. England werde helfen, und wenn auch vielleicht durch diese Hilfe )ie Situation des eigenen Landes etwas leiden sollte, o werde das Land nicht murren. Sobald das Volk Englands den schrecklichen Ernst der Lage Europas erfaßt haben werde, werde es im Gegenteil sein erstes 'ein, die englische Regierung zur I n t erde n t i o u a uf z n fo r d e r n. Genf» 8. März. Nach Londoner Telegrammen der Nöuvelle Correspondance fährt die große Londoner Presie fort, die ' o f o r t i g e Aufhebung der Blockade zu verlangen. Der „Daily Telegraph" veröffentlicht einen großen Artikel über die Lage in Deutschland, - der folgendermaßen schließt: Die Regierung Ebert muß heute gegen die aufrührerischen Elemente, die Deutschland in Trümmer zu schlagen drohen, unterstützt werden. Deutschland '' darf , kein zweites Rußland werden. Was wir hierzu tun müssen, ist llar. Berlin muß direkter Md wirksamer unterstützt werden, die S t a d t muß v e r p f 11 g t to «1 b e tt. Wir können aus mehr aH emem Gnmd Deutschland nicht HungerS sterben lasse». - Der HMger würde die Anarchie unauSweichlich nach fi ch zi eh en. Auch alle anderen Blätter halten die Vorgänge in Berlin rmd in den übrigen Teilen Deutschlands für ernst genug, um diö Aufheblmg der Blockade fordern zu können. -.-v , Die offizielle Meldung. Paris» 8. März. (Havas). In der Sitzung vom.Freitag nachmittag beschloß der Rat, die L e b e n s m i t t e l z u f ul’t für Oesterreich von t 8 gl ich . 800 £ u f 3000 Tonnen zu erhLhen. Der amerikanische Lebens^ mitlelköntrollor H o o per erllärte hierbei, daß wohl genügend Lebensmittel zur Versorgung Europas persttgbar s«en, daß eS an Transportmittelngebreche. ■ ■■ - - *•' Heber den Beschluß deS Zehnmännerrates. die Blockade gegen Oesterreich (worünker offenbar die alte Monarchie verstanden wird) teilt das Staatsamt für AeußereS mit: Wir haben! allen Grund, diese Meldung a l s v o l l k o m m e n r i ch t i g: und zutreffend a n zuse h e n. Äußerungenführender^ englischer und amerikanischer Staatsmänner sowie die übereinstimmende Haltung der Presse dieses Länder m den letzten Tagen kaffen es als richtig erschemen,- daß em solcher Beschluß tatsächlich gefaßt wurde. Aus der. vomegenZ-. dm Meldung geht allerdings nur hervor, daß die Entente bereit ist, uns Lebensmittel ztMsUren. Vorbedingung dürfte aver wohl die Regelung der Finanzfrage sein. Ueber dirsc Frage werden bekanntlich in der nächsten Zeit neue Verhandlungen eingeleilet werden. . Amerikanische Lebensmittel für den tschechy-- slowakischeu Staat. Prag» 8. März. (Tel. der .Wr. Morgenttg.*) „CeLle Slovo derrchtet, daß der Kapitän der Legwnäre B o s k a vor einigen Taaen aus Paris zurückgelehrt ist, wo er sich ' auch ibezuallck der Lebmsmittelaushilfe für den tschecho-slowakischen Staat mformiert hat. 60 Prozent der versprochene^ Lebensmittel. Mr welche die amerikanische Regierung eine Anleihe bewilligte, stehen bereits zur Verfügung. Zchn Transport mrb Berteuüng' der-' selben werden 11.000 Waggons benötigt. Falls der TransMt rechtzeitig und ordentlich vor sich gehr, dürften diese Vorräte'den Bedarf vielleicht bis zur -Ernte decken. Diesbezüglich erfahren wir noch hierzu, daß in T r i e st für die tschecho-llo'waklsche Republik bereits bis. zum 4/Wärz 24.600 Zentner Mehl, 21 Waggons Fett und 1 Waggon Käse eingrtroften sind. Die Lebmsmittelendungrn sind nicht auZschMlich für Prag, sondern für die ganze tschecko-slowakrsche publik bestimmt. Die Durchführung dieser Ernähr ungSattion geschieht mrter Teilnahme der amerikanischen Lebensmittcftunn>-srr. " Poale Zion alle Kräfte gegen die. herannahende „Sie* aktton". j Da nämlich auch die anderen bürgerlichen Elemente, die Kreiss, die sich bisher von jeder Parteibewegung ferrrgehalten haben, sich nunmehr zusammenschließen, UM auf die Entwicklung des jüdischen Lebens in Palästina Einfluß zu nehmen, erheben die radikalen Elemente gegen die neuentstandene Organisation die Beschuldigung, ihr eigentliches Programm bestehe darin, die bevorstehend« Nattonalisterung des Bodens und die Unschädlichmachung des Aapitalismus zu verhindern. Der Ha'ESrach bemüht sich in Wort mrd Schrift, die Grundlosigkett dieser Behauptungen zu beweise«, rmd man muß gestehen, daß der Erfolg seiner Propaganda nicht auSbleibt. Im Verlauf weniger Wochen sind nicht weniger als 24 Gruppen dieser neuen BÜrgerorganisatton üt Stabt und Land ins Leben gerufen worden. Eine großangelegte Monatsschrift gleichen Namens unter der Redaktion des bekannten Schriftstellers S. Ben-Zion soll demnächst zu erscheinen beginnen. Zahlreiche Flugschriften und Versammlungen habe» de» Forderung« des Ha'ESrach im Land« bereits Popularität verschafft. Dem Ha'ESrach gelang eS ohne Schwierigkeit«, in den Kolonien Anhängerschaft zu finden und Filialen zu gründen. Die" Kolonisten hören nicht allzu gerne von der Rattonalisierrmg des BoderlS und von ähnliche« sozialpolitisch« Reform«. So nahm« sie das neue Programm, das klar und bündig erllärtr „Wir lehn« alle Radikalism« ab", sehr gerne an. Die Stabt aber, namentlich die jüdische Intelligenz, blieb kühl. Nun versucht r Disengoff mit sein« Anhängern Jaffa und Jerusalem zu „erobern". Die letzte Versammlung des Ha'ESrach in Jässa hat aber wiederum die reservierte Haltung der städtischen Bevölkerung gegenüber der neuen Organisation an den Tag gelegt. Zur Massenversammlung erschien« kaum 200 Menschen, darunter sehr w«ige Vertreter der Intelligenz. Auf dieser Versammlung entwickelte Herr Dis«Koff baS demokrattsche Programm der neuen Partei. Die Grundlage, auf der man das «eue Palästina ausbau« müsse, sei die Freiheit, Freiheit des Gewissens und Freiheit der öffentlich« Meinung. ES sei unerhört, erklärte der Redner, wenn unsere jungen Leute Boykott erklären geg« alle Kaufleute, die keine hebräisch« Schilder aushäng«, oder geg« diejenig« Unternehmungen, die keine jüdisch« Arbeiter beschäftigen. Das seien mittelalterliche Maßnahmen. WaS würbe man dazu sagen, wenn die orthodoxen Juden diejenigen Brüder unter Boykott stellen würd«, die d« Sabbat entweihen. Gerade in Palästina sei dieses System am gefährlichsten. Die Arbeitsmethoden unserer linken Elemente entfernen bas Kapital aus Palästina und untergraben die Privatinitiative. In dieser Versammlung, in der auch die Herren Doktor C i f r o n i und S. G u t m et nn, beide Stützen des Ha'ESrach, sprachen, sind als Vorstand eine Anzahl von Person« gewählt worben, deren Namen bisher in der Oeffentlichkeit nicht sehr bekannt sind. V .; üMiiBir nimpi iFiripr ri/i ‘ Viel streitbarer erwies sich Herr Dis«gofs geg« die, Mtglieder der zionistischen Palästtnakommission. Er begnügte sich nicht mit der Kritik in öffentlicher Versammlung. Unter der Ueberschrift: „Ein Schreiben an alle" verbreitete,.er Massen eine Flugschrift, m der er die Schäd« der sozialem Poltttk der Palästtnakommission nachzuweifen sucht. Nachdeur er aus der Gefangenschaft zurückgekehrt sei, habe er gehofft, in Jaffa ein erfr«licheres Bild vorzufind«. Wiederum aber seien Erlöser erschien« und Erretter von außen mit dem Geldbeutel in der Hand. Sie predig« die Otganisierung, ruf« zu Einigkeit und Reprüsmtanz der ganzen Volkes und dar Volk streckt die Hand aus, um die Almosen zu emp- . .fangern" Herr Disengoff schreibt ferner: „An Stelle von Arbeit und Selbsthilfe ist Demoralisierung in wette Kreise getragen. Es sind Fälle vorgekomm«, daß Arbeiter ihre Arbeit verlassen, um in Organisation« einzutreien, die ihn« ein Arbeitslos«geld sichern, das größer ist als ihr Arbeitslohn. Die Mtglieder der Palästinakommisfion geben, ohne zu frag« und ohne sich mit dm Männerir zu beraten, die über jahrzehntelange Erfahrung verfügm. Me Wenig - diese Kommission ihre Aufgabe verstehe, gehe schon aus der Tatsache hervor, daß die drittsche Regierung aus Aegypten Zehntausende von Arbeiter« zu d« Eis«bahnbauten heran- ' zieh« müßte, in derselb« Zett, da bei unS Hunderte von arbeitsfähig« Männern und Frau« nichts tat«. Diese Freigebigkett der zionistisch« Palästtnakommission bringe > dieSmal nicht nur eine privat«, sonde« eine allgemeine, össentliche Demoralisatton." Eine Seite Wetter heißt es in der Flugschrift: „Nicht ohne Grund hat mm gesagt, daß Palästina nach der Eroberung eine ErweiterungAegy p.t e tt 3 bedeuten würde; in der. Tat sei da- Leb« bereits ganz so wie in Port Said. Keine geistig« Strömungen allgemeiner oder öff«tlicher Natur, keine Bestrebungen zur sozial« und ökonomischen Selbständigkeit, kein Drang nach' Aenberung des Leb«s, alles ist nur von einem persöirlichen ökonomischen Strebertum ergriffen, alles ist egoistisch« Ziel« zugetan, ohne d« Aufgab« der Oessentlichkett irgendwelche Aufmerksamkeit zü schenken. Der Radikalismus habe eS im Lande schm so wett gebracht, daß selbst die hemenittsch« Frau« sich an den Wahlen 'beteilig«. Diese und ähnliche revolutionäre Schritts feteit die Folge der Vorherrschaft einer einzeln« Partei, die sich nicht dafür interessiere, daß alle Schicht« der Bevölkerung sich am Aufbau des Landes beteiligen soll«. »,Die Hauptsache ist das Prinzip, ja, so ist eS auch in Rußland, wo ein kleiner Kreis regiert M« den Willen deS Äölkes." Schließlich greift Herr Diftngöff bas Palästinaamt an, Läs mehrfach Fehler gemacht habe. Die Ursache hierfür liöge dakin, daß das Palüsttnaamt nicht genügend unparteiisch sei- und die Grundlagen des jüdischen Jischuw zu eürseitig behandle. Die einzige Rettling erblickt Herr Disengoff in der von ihm tteugegrülideten Organisation „Ha'ESrach", die allein imstande ist, alle Uebel zu beseitigen, um das neue Palästina einer glänzenden Zulltnft entgegenzuführe». Gegenüber dieser Flugschrift muß erklärt wertzün, dag sie a u ß e r o r d c n t l i ch. eins e i t i g u n.' d p a r t c i i s ch