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Wiener Morgenzeitung · 1919-03-08 · Heft 49 (8.3.1919) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 49 (8.3.1919)
Date
1919-03-08
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seile 6 Wien, Samstag Wiener MorgerrZettrmg 8. März 1919 Nr. 49 Kommunales Die KohlenLataftrophe. Nur noch für zwei Tage Strom. — Vor dem Stillstand des gesamten Wirtschaftslebens. — Einschränkung der Abgabe an die Kleinhändler. — Drohende Einstellung des Sonntagsverkehres auf der Straßenbahn. * T r oftlo s, geradezu fürchterlich stellt sich die Situation nach dem Ausspruch des Direktors der städtischen Elektrizitätswerke. „W i r haben kein einziges Kilo K o h l e b e k o m m e n. Die neuerlichen Einschränkungen haben nicht einmal eine Ersparnis von zehn Waggons Kohle gebracht. Wir stehen jetzt vor dem Ende. Ich muß mich leider bereits heute über die A b s ch a l t u u g des elektrischen Stromes entscheiden, da die L : e s e r u ir g i ui b i s h e r i g e n U m f a n g e h ö ch ft e n S nur noch du r ch z w e i T a g e aufrechtzuerhalten i st. Wir uüiifen, um weiter zu arbeiten, sofort Kohlen im lieber* ilnß erhalten, was ich für so gut wie ausgeschlossen anlehen muß. Infolgedessen wird heute die Entscheidung über das traurige Schicksal unserer Stadt gefällt werden müssen." Wenn nicht heute oder spätestens morgen die erwartete Zu- 'uhr an Kohle cintrifst, dann droht, wie wir bereits' gestern gemtlfcel haben, eine kata st r o pha l.e> Wendung, für unsere Industrie, deren kleine und mittleren Betrübe zum Teile schon lahmgclegt sind. Die K o h l e» r e s e r v t» find nahezu er-> i ch ä p f t :md laugen höchstens noch für zwei Tage, sodaß ein völliger S t i l l st a n d .u n s e r e s gesamten Wirtschaftslebens schon in den nächsten Sttmdeu eintreten kann. Charakteristisch für die Situation ist, daß feit gestern die K o k ä l i e f e r u n g e n ß n $ t e t n f) a n 1 e r ganz eingestellt worden sind, das Holz wird nicht mehr als Ausbilse. sondern als ordentliche Lieferung gleich der Kohle angerechnet. Da gestern auf der Nordbahn im ganzen vier Waggons lKohte eingelausen sind, hat.natürlich die Gemeinde die Abgabe -von Kohle an die Kleinhändler wesentlich eingeschränkt, i Wie gering die gelieferten Kohlenmengen sind, geht aus dem Umstande hervor, daß am Donnerstag für das städtische Elektrizitätswerk nur 29 Wonnen Kohle eingelangt sind und daß in. der gestrigen Sitzung im Staatsamte für öffentliche Arbeiten von der Direktion der städtischen Elektrizitätswerke' mugeterlt wurde, daß weitere Ernschränknngen getroffen, sind und. für Sonntag der D ^. r k e h r d e r S t r a ß e nbahn gänzlich eingestellt sowie die w e n i g e n I ü d N ft r i e betriebe, dienoch mit e l e k t r i s ch e r K r-a f t und Gas versorgt w e r d e n, d i e s e v 33 e r. i o r g u u g jetzt vollständig v e r l u st i g g e h e n" w e r d e n, wenn nicht heute die erwartete. Zufuhr an Kohle .cintriffr. Alles hängt jetzt davon ab, daß von heute ab genügend Kohle nach-32ien komwW denn wir stehen vor einer Katastrophe. wie sie Wien noch nicht gesehen h a t. Die Tschecho-Slowäken erklären wohl, daß sie weit mehr Kohlen liefern, als sie vmprochen haben. Tatsächlich treffen aber diese Kohlen nicht ein. Der Gewissenhaftigkeit wegen wollen wir aber auch registrieren, daß man im Staatsamt für öffentliche Arbeiten die Gefahr zu bannen glaubt. * Höchstpreise für Brennspiritus im Kleinhandel. weil der Bollzugsanweisung vom 13. Jänner l. I. wurden die Höchstpreise für D r e n n s v i r i t u s im Efroßhandelsverkehr neuerlich erhöht. Der Magistrat hat daher auch, d-e Höchstpreise für Brenn spiritus im Kleinhaudelver- I e h r mit der Kundmachung vom 28. Februar neu festgesetzt; hienach beträgt der Kleinverschleißhöchstpreis 'iir 1 Liter denaturierten 90°/»igen Brennspiritus L 3.70, für Höhergrädige Ware erhöht sich der Preis verhältnismäßig. Die Ernährung. Der Marktbericht. Da gestern, am fleischlosen Tage, die Rindfleischabgab^ nicht fortgesetzt wurde, boten die Märkte wieder fast garnichts' Als einzigen Fleischersatz gab es heute in der Großmarkt* Halle und aus den meisten BezirkSpiärkten Weichwürste, die rech minderer Dualität sind. Auf den Fischmärkten fehlten die Zufuhren frischer Seefische gänzlich. Bezeichnend für die gräßliche Not an Lebensmitteln ist esivohl, daß heute geräucherte Klippfische bei einem Preis j>on Ty 15." für das Kilogramm reißenden Absatz fanden. Die Vorräte dieser teuren und sonst unbeliebten Frsche warm übrigens auch v:el zu klein zur Deckung des Bedarfes. Sehr traurig Ls sah auch wieder auf dm Grünwarenmarkten aus, die heute fast ausschließlich nur Rüben zugeführt erhielten. Von den Abendmärkten und vonniederösterreichischen Produzenten wurden zwar geringe Mengen zu Markte gebracht, doch bestanden dieselben fast ausschließlich aus Suppnigemüse und Wurzelwerk. Grünes Gemüse war heute mit Ausnahme von Burgunderblattern überhaupt nicht erhältlich. Eier sind, obwohl die neue Produktion schon eingesetzt hat, ' aus den Märkten überhaupt nicht erhältlich. Fleischabgabe in Wie» in den Woche vom 6. bis 12. März 1919. Vom deutschösterreichischen Staatsamtefür Volksernährung, wird amtlich mitgeterlt: In der laufenden Woche nnrd an die Privathaushaltungen eine auf IO Dekagramm verringerte Duote an Rindfleisch abgegeben werden können. Es ist ledoch ein Teil des benötigten Wochenquantums noch nicht in W'.cn cirrgelangt, so daß Samstag noch nicht allen Fleischhauern die iür ihre rationierten Kunden benötigte Fleuch menge zur Ver- 'ägung gestellt werden kann. Ein Teil der Haushaltungen wird t aher erst Dienstag den 11. März dre für diese Woche entfallende ülerschquote bei chrer Flerschabgabestelle beziehen können. Mindestbemitteltenoktion. Da Fleisch und andere -/ebensmittel dermalen nicht zur Verfügung stehen, kann au die 2Jaubestbemittesten in per 84. Woche nur Sauerkraut zum erm'ffugten Preis von 60 Heller für 1 Kilogramm abgMben werden., Den Ansspeifestelleu, offenen Krieasküchen und Wohlsahrtinstituten wird ,20 Dekagramm für reden Kopf zur Bersügung gestellt. Au die Besitzer der rosafarbenen Einkaufscheine lür Wohlfahrtsinsch wird das Sauerkraut gegen Abtrennung des Abschnittes 10, und zwar ein halbes Kilogramm für einzelne Haushalte, l Kllograntm lik 2 und 8 Personen, IV8 Kilogramm für 4 und F5 yAoneu» ß Kilogramm für 6 und mehr Personen m den bekannten Verkanfstellen der Großschlächterei an folgenden Tagen abgegeben werden: Dreustag den 11. A bis F, Donnerstag den 13. G Ms K, Samstag den 15. L bis R und Montag den 17. d. M, 8 bis2. . Kellner- und GastwirtestreLK in Budapest. Budapest, 7. März. (Tel. der „Wiener Morgenzeitung".)' Nicht genug, daß seit heute früh alle Kaffeehäuser Nwegen des Kellnerstreiks geschlossen sind, haben heute viele G a st h ä u f c c gesperrt. An den Fenstern angebrachte Plakate enthalten Klagen, der Gastwirte über das ihnen aufgezwungene Menüsystem, das es ihnen unmöglich mache, die Geschäfte weiter zu betreiben, und fordern das Publikum zur Unterstützung im Kampf gegen das Menüsystem auf. Demgegenüber veröffentlichen die Blätter Aeußerungcn des VolksernährungsmlnisteÄums, welche ansführen, daß das Menüsystem eingeführt werden mußte, um dem Treiben der Gastwirte weiügstens.einigermaßen Einhalt zu tun. Es gibt in Budapest fast keinen Gastwirt, der nicht wegen Preistreiberei eine-Geld- oder Freiheitsstrafe erlitten hätte. Man könne nicht mehr dulden, daß Privathaushaltungen des Nötigsten entbehren.; während die Gastwirte - mit Umgehung der Höchstpreise alle Arten von Lebensmittel auftreiben und die Kettenhändler zu ihren Geschäften aneifern.. Die Gastwirte terrorisieren selbst das Volksernährungsamt. Die Regierung sei fest entschlossen, gegen die Schuldigen mit aller En erg i e v o r z u geh e n, ihnen die Lizenzen zu entziehen und nicht mehr zurückzugeben. Die so freigewordenen Betriebe werden bann den Kellnern zur Weiterleituug übergeben werden. Uebrigens beraten heute die Gasthauskellner. ob sie sich dem Streik der Kaffeehaus-» kellner anschließen sollen oder nicht. Bühne und Kunst. Aus den Theatern. Im Bn rg the ater-gelangt heute Schillers Trauerspiel „Die Verschwörung des Fiesco zu Genua" zur Aufführung. Die Rolle des Berrina spielt zum erstenmal Herr Siebert, den Asserato Herr Schott, den Romano Herr Romberg, die Julia Frau Kallina und die Rosa Fräulein Glossy. Diese Vorstellung beginnt um halb 3 Uhr. Im Operntheater gelangt heute „Aida" mit den Damen Jeritza, Paalen, Ader sowie den Herren Karl Fischer» Niemann vom Stadttheater in Graz als Gast, Moest, Zec, Wiedemann und G.allos zur Aufführung. Anfang 5 Uhr. Das Deutsche Volkstheater hät düs breiartige Lustspiel „Mann und Frau" des ungarischen Schriftstellers Ludwig Zakatos zur Aufführung angenommen. Die Erstaufführ,mg des Stückes wird voraussichtlich im Herbst stattfittden. In der Volksbühne gelangt an allen Tagen der kommenden Woche, mit Ausnahme von Montag und Dienstag, an welchen, Tagennicht gespielt wird, „In geheimer Misston" mit Gisela Werbezird als Gast zur Aufführung. Anfang der Vorstellungen um 1/46 Uhr, Ende nach 7 Uhr. Sonntag nachmittags bei kleinen Preisen: „Ali Baba und btc vierzig Räuber." Anfang 3 Uhr. Brahmskonzert. Der Wiener Volksbildunasverein (Sektion Landstraße) veranstaltet Sonntag bett 9. Marz im Bolksbildungshaus, V., Stöbergaffe, ein Brahmskonzert unter Mitwirkung von Helene L a m v l - E i b e n s ch n tz, Elsy Srein, Wilh. Winkler, Llly H ermann tmb' des Kammerchors der Musikalischen Gemeinschaft (Dirigent: v. S ch m e i d e l). Beginn V-3 Uhr. Die Phicharmorrik r veranstalten Mittwoch, den 12. d. M., nachmittags 2 Uhr, ich großen Musikveroinssaäl ein populäres Konzert unter Felix Weingartners Leitung. Programm: Mozart, Adagio und Fuge (37. Quartett); Beethoven, Erste Sylnphonie; Brahms, Vierte Symphonie. Adelina Patti ist, wie die „Times" berichtet, in London schwer erkrankt. Die bprühmte Künstlerin feierte dieser Tage ihren 76. Geburtstag. Die Forderung nach einer Kunsthochschule in Wien. Der Lehrkörper der Akademie für Musik und darstellende Kunst hat eine Eiygchbe an das Staatsamt für Unterricht gerichtet, in der die Umwandlung der Akademie in eine Hochschule nnb impiieifo ber Rücktritt des Präsidenten v. Wiener sowie die Mschaffung des ^Präsidiums überhaupt gefördert wird. Die Frage, ob Palästina ein souveräner jüdischer Staat werden wird, war nie attueller als jetzt. Nicht nur die Zconisirn, .sondern, alle Juden haben die Pflicht^ zn dieser brennenden Frage -Stellung -zu nehmen und die einschlägige Literatur darWer zu kaufnr Und zu > studieren. Bon den wlttstigsten Erscheinungen seien erwähnt: Davis T r i e t s ch: Jüdische Emigration Md Kolonisation, Berlin 1917, (479 S.) geb. K 26.40. — Dr. Alfred N 0 ssig: Zur Loswlg des Palästmaproblems, Vorschläge für die Friedenskonferenz und den Völkerbimd, Wien, 1919. L 1.65. — Dr. Mehemed Emin E i e n d i (Pseudonym): Die Zuwnft Palästinas. Ein Mahnrufen die zioulstuchen Juden und an die ganze Kuliurwelt. Frankfurt a. M. 1918, K 2.20. — B ans.e W.: Die Türkei. Eine moderne Geographie. 2. Auffage. Mit 62 AbbildMgen Md einer farmgm Krcktnrkarte (Seite 310 bis 370: Syrien nnd Palästina), geb. ll 35.20. P a q u e t A.: In Ialäftina. Jena, 1915, brosch. L 7.92, aeb. kl 10.56. — P a q n e t A.: Die jüdischen Kolonien m Palästina. L 1.85. — H. Soden: Palästina und seine Geschichte. 3. Auflage, brosch. n 4.92, geb..5.85..--P. Thomsen: Palästina Md seine Kultür, brosch. 4.92, geb. K 5.85. A. Schechter: Palästina, seine Geschichte Md Kultur im Lichte der neuesten Ausgrabungen' Md Forschungen. Mit einer Kartenskizze. Berlin, 1919, K 8.80, — Volk und Land) Jüdische Wochmschrift für Politik. Wirtschaft uud Palästinaarbert. Herausgegeben von Davis Trietsch.. Er/cheint seit 1. Jänner 1919. Bezugsbedingungen: Das Vierteliah r K 18.20 (mit Porto für Zusendung), das Emzelheft L 1.82. Alle vorheraenannten Bücher köMvndnrch die Buchhandlung R. Lowit, Wien, k., Notenturmtraß e 22, bezogen werden. Sport. Diorrusstonsabend de» Schwimmverbandes. Am Donnerstag fand im Festsaale des Gemeindeamtes im UI. Bezirk der erste DiSWiovsavend des Schwlmmverbandes statt. Herr Alois Buresch sprach über das Thema: „Ww machen wir den Schwimmsport volkstümlichDer Redner forderte im wesentlichen die Oeffnung. aller Schwimmhallen, btc Aufklärung der Oeffentlichkeit in Wort «nd Schrift über den gesundheilllchm Wert des Schw mmens, Heranbildung von Schwimmlehrern Md Emsührung des obligaten SchwMmnnterrichtts in der Schule und im Heere. Zu einer Diskussion kam es nicht, da die Zeit zu weit vorgeschritten war; sie wurde auf einen späteren Abend verschoben. Ueberlasiung von Kasern«», Exerzierplätzen, KrongÜtern, Schulturnhallen «. dgt. Das Staatsamt für BolkSgesnndheit hat sich erbötig gemacht, Ansuchen zwecks Ueberlassung von Kasernen, Exerzierplätzen, KrongÜtern, Schulturnhalle» usw. zuständigen Orts zn vertretru rmd für die Stattgebung einzutreten. Die Verbandsvereine werden daher ersucht allfälllge Ansuchen promptest an die Adresse des Fußballverbandes, Wien, I.,Anuagasse 7, gelangen zn lassen, welcher seinerseits diese Ansuchen entsprechend gesammelt an das Staatsamt für Bolksgesundheit weitergeben wird... . Sportklub Hakoah. Heute, 7 Uhr abends, Disziplinärausfchußsitzung. Folgende Herren wollen bestimmt erscheinen: Dr. I. H. Körner, Dr. Krenberger, Heinrich Rosenthal, Wilhelm Halpern und Dr. Rosner. F u ß b a l l s e k t i 0 n. 6 Uhr: FußballausschußsitzMg. Uhr: Mitgliederversammlung. Morgen vormittags finden folgende Wettspiele statt: Hakoahplatz: 8 Uhr, II. Jnngmamisckaft gegen' Hechawer II.; V<10 Uhr: Reserve gegen W. B. C.; '/«II Uhr: I. Jungmannschaft gegen Phömx. Nachmittags spielt die erste Mannschaft um 2 Uhr auf der Hohen Warte ein Freundschaftsspiel gegen Wiener Bewegungssvmer. Lei ch t a t h l e t i k s e k t 10 n. Hettle, V*7 Uhr abends, wichtige Bollversammltmg. Morgen vornnttags Training am Hakoahplatz. H 0 cke hs e k t i 0 n. Heute, 7 Uhr abends, Mitgüeder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Pokalspiele. 2. AufstellMg der U. Mannschaft. 3. Glündung einer Damenabteilmia. 4. Berbandsangelegenhrtten. 5. Schiedsrichternonumerung. — Morgen Wettspiel dtt I. Mannschaft gegen Lehre' sportveremiauua. ZnsauMenkunfl:?/«9 Uhr vormlttags beim Schottentor. (Uhr.) T 0 u r i st i k u n d W i n t e r s p o r t. Morgen Tageswanderung rm Wiencrwald. Treffpunkt: Endstation des 48er Wagens, 10 Uhr vornnttags. Mundvorrat mttnehmeu. Führung: Ing. Ackermann. Jüdischer Turnverein Leopoldstadt Makkobi II veranstaltet am 34. May 1919, 6 Uhr abends, im Festiaale des Hotel Continental. U., Taborstraße eine Akademie,' verbunden mit turnerischen Vorführungeu u n d T. a y z. . Ihre. Miprirfimg haben unter andern folgende. Herren zugesaat: , Oberkantor Don Fuchs, Oberregissmr Egon Brecher und Dr. Fritz,Löhner. Die Musik besorgt eme erstklassige Salonkapelle. Eintrittskarten sind bei allen Turnerinnen Md Turner und im Industriell tticafö, I., Concordiaplay 4, zu haben. Letz, de? famose Stürmer des D. F. C., Prag, soll sich, ffchecho-slowaklschen Gerüchten zufolge, um einen UebersiedlMgspaß nach Wren bemühen. Hageu» der bekannte Außenstürmer des F. N. C., wurde anläßlich seines 16jährigen SpirlerjubiläumS vom Verbände pardomert. Es wurde chm der Rest seiner Disgualffikation uachgeseheu. . Der Volkswirt. Volksvermögen und Vermögensabgabe » Bon Hugo I. Koh«. Die Abbürdung der Staatsschulden tritt nunmehr in ein ernstes Stadium. Wie wichtig die Sache ist und wie tief sie in die Verhältnisse sinschneidet, lehrt uns schon die Flut von Artikeln, die uns die letzten Wochen in Verbindung mit den Maßnahmen Raschius. bescherten. Bis auf veremzelte Ausnahmen geben die Artiköl die Bedenken gewisser Gruppen wieder, die um ihr Geld besorgt, immer nur die Privatinteressen dieser Kreise vertreten und die Bedürfnisse des. Landes, fast vöflig außer acht lafftn. Mehr denn je gilt heiüe das Wortdaß das Gedeihen des Landes die Bvrbedingmrg des Wohlergehens der Bevölkerung bildet, hie Besitzenben miteingeAlossen. Es gelang hiMex nicht, die maßgebenden Faktoren davon zu überzeilgen,' daß die Vermögensabgabe durchaus so gestaltet werden kann, daß ein Großteil der Staatsschuld daurit ab geh a u't würde. Der beliebteste Einwand ist der, daß unser Volksvermögett gar Nicht jenen Betrag er-, reicht, den die Staatsschuld ausmacht. Stellen wir daher fest, was als Bolkövörmögeu angesehen werden kann,. Es ist das S a ch-' und G ü t e rvermögen, also Grund und Boden, Waldbesitz,Bergwerke, Äe'rkehrsuntLriiehrnungen,. Wavenvorräie. darin Münzen, Gold, Silber und Edelsteine, schließlich, der Besitz an Wertpapieren und Banknoten fremder Staaten. Andererseits ist die Schuld an das Ausland in Abzug zu' bringen. Ausdrücklich sei erwähnt, das; der Besitz an inländischett Wertpapieren nnd-Banknoten, entgegen der tckeitverbveiteten Ansicht, n ich t als Volks- Vermögen aufzufassen ist. Das Volksvermögen kann selbstredend in seiner Gänze nicht als SteuerobM herangezogen werden, vielmehr ist es/nottvendig. den Äert der im Staats- und Gemeindebesitz befindlichen Unternehmungen, Monopole, Domänen und Häuser in Abzug zu bringen. Wenn wir uns an die für das ehemalige Oesterreich bekannten Zahlen halten, so betragen die Schätzungen des österreichischen VolksvernrögenS vor dem Kriege etwa 120 Milliarden Bringen wir hiervon die nicht der Steuer unterliegenden Wert« (Besitz des Staates, der Gemeinden usw.) mit einem Drittel in Abzug, sv verbleiben etwa 8Q Mill.i ar dön verste uerbar es V e rm ö gen, zu welchem noch der gesamte Besitz an inländischen Staats-» und Gemeindeanlehen zu rechnen wäre, eben's» der Banknotchbesitz. Es ist festzuhalten, daß das versteuerbare Vermögen dem Volksvermögen unr ein bedeutendes, nach steht. DaS Vvlksverrnögett hat im Kriegs eine gewaltige Einbuße erlitten. Die Warenlager wurden geleert, Wälder gerodet, in den Bergwerken Raubbau getrieben, die Betriebsmittel zugrunde gerichtet, Häufex zerstört,, und die Schuld an das Ausland vermehrt. Das Land verarmte immer mehr. Demgegenüber steht das fabelhafte ltzmpvrschnellen der Einzelvermögen, die. Warenvorräte wurden mit einem Nutzen an den Mann.gebracht, der dorr Einkaufspreis mehrfach überstieg, die Betriebe wurden in ungeahnter Weife ausgeuiitzt und der/ Prwfit fand in 5triegsanleihe und Noten seinen Niederschlag. Alle Bedarfsgegenstände des täglichen Lebens stiegen inr Preise, die' Preise der landwirtschaftlichen Erzeugnisse schnellten ins Unerineßliche und der Nutzen wurde in Form von Banknoten in Truhen verwahrt. Dieses große Papier ne Vermögen bildet wohl Leine Vermehrung des Volksvermiüysns; im .Gegenteils ,eA verdankt leinen Ursprung

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