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Wiener Morgenzeitung · 1919-03-08 · Heft 49 (8.3.1919) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 49 (8.3.1919)
Date
1919-03-08
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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m. 4>i Wien, Samstag Wiener Morgenzsitung 8. März 1919 Seite 5^ Tagesbericht. Film vom Tage. Art den letzten Tagen hat die Polizei mehrere Spielhöllen aus gehoben, in denen nicht nur dem Hasard, sondern auch den Genüssen einer wohlbesetzten Tafel gehuLigt wurde. Bei der Ausweisleistung wurde festgestellt, daß die Teilnehmer aus Kaufleuten, Offizieren und Angehörigen akademischer Berufe bestanden, welcher Umstand ein bedenkliches Licht auf die Moral'der sogenannten „guten Gesellschaft" wirft. Familienvater Sitzen einträchtig mit Portikassendefraudanten und licht-! scheuen Existenzen bei Tisch, Vermögen zerinnen in! einer Nacht und dev Champagner fließt in Strömen. ,Schauspielerinnen und alleinstehende Damen haben sich 'auf das einträgliche Gewerbe der Spielsalons geworfen, Und für jeden, der polizeilich gesperrt wird, entstehen zwei neue. Eine Spielsaloninhaberin hat bei Gericht Angegeben, daß sie einen täglichen Reingewinn von jfjOOÖ Kronen hatte. Mit der schließlich«« Sperrung haben sie gerechnet, aber der erzielte Gewinn von j&OO.OOÖ Kronen in einigen Wochen habe -das Rifido verlohnt. Es ist nicht bekannt ^geworden ob sie z« einer Geldstrafe verurteilt wurde. Hier wäre mit empfindlichen Geld- und Freiheitsstrafen vorzugehen, wenn dieses Uebel, das am Marke der .Gemeinschaft frißt, ausgerottet werden soll. * BkertauseiÄ Kinder können die Schule nicht besuchen, weil in Wien immer noch 27 Schulen von militärischen Abteilungen in Anspruch genommen sind. Wie ungerechtfertigt.diese militärische Bequartierung ist, geht aus dem gestrigen Referat des Landeshauptmannstelwertreters Sever in der niederösterreichischen Landesversammlung hervor, der von einer Schule im 16. Bezirk berichtet, wo außer einigem tvertlosen Material nur ein Soldat untergebracht ist, der dieses alte Material behütet. Eine Tatsache, die in der Zeit größter Wohnungsnot geradezu aufreizend wirkt. Das Dtaatsamt für Heerwesen würde gut tun, diese eklatanten Mißstände aus der Welt zu schassen und den armen. Kindern einen geregelten Schulgang zu ermöglichen. Wien und der Fremdenverkehr. Unter de« Borsitz des Landeshauptmannes ».Steiner fand eine Sitzung des Niederösterrelchischen Landesvereins , für Fremdenverkehr statt, der unter anderem Graf Kielmannsegg Mid Graf W i l cze k beiwohnten. Graf Kielmannsegg erstattete ein ausführliches Referat über die Aussichten der Hebung des Fremdenverkehrs, über die Vorteile, dre dem Fremdenverkehr aus einer Forderung von Kunst, Wissenschaft, U n t e r r i ch t s w e s e n . und guter Handelspolitik erwachsen können. Die Tätigkeit des Landesveremes wird sich wohl bald auf ganzDeulschösterreich erstrecken. Man müsse Nur bemlcht sein, Neues zu schaffen. Der Reierent macht dauu. einige Vorschläge, darunter die Zusammenstellung aller Gobbelins des Hofärars zu einer Ausstellung, die Wieder- Änsühnmg des Getreidemarktes, Förderung der Fremdeu-Jndustri e. Der Arbeitsplan fand allgemeine Zustimmung und es wurde zur Ausführung desselben ans der Versaumlimg ein Arbeitsausschuß gewählt. Preistreiberei mit Textilwaren. Bor einigen Tagen ist hier die Verhaftung des Leiters der Belleidungszentrale für Flüchtlinge, des Prokuristen der R o t hkosteletzer und Erl ach er Spinnerei und W e b er e i-A. G., Heinrich Liebling und des hiesigen Kaufmannes Berlhold Klein erfolgt. Die betreffende Bekleidungszentrale hatte große Vorräte an Papiergeweben und minderwertigem Zwirn, welche nach dem Zusammenbruche bedeutend im Preise gesunken waren und für Bekleidungszwecke ^nicht geeignet waren. Deshalb stellte der Leiter .dieser Beüeidungszentrale als Fachexperte den Antrag, man möge diese Warenpost gbstoßen, und empfahl als Käufer den Kaufmann Berthold K l e i», welcher sich verpflichtete, Papiergewebe und Zwirn für den Betrag von zwei Millionen Kronen, zu übernehmen, daran aber die Bedingung knüpfte, daß ihm gleichzeitig von der Behörde beschlagnahmte vollwerttge Webwaren im Betrage von 300.000 Kronen zum freihändigen Verkaufe übergeben werden. Die Transaktion wurde dnrchgesührt. Es stellte sich dann heraus, daß diese vollwertigen Waren .un Schleichhandel veräußert wurden und der Kaufmann für diese mit 300.000 Kronen bezahlten Waren einen Erlös von mehr als zwei.Millionen Kronen erzielt hat. Die wetteren Nachforschungen ergaben, daß Berthold Kl ein der Schwäger Ides Leiters der betreffenden Bekleidungszentrale ist, von welchem die Anregung zu dieser Transaktion ausgegangen war.. Beide wurden verhaftet. Ein Teil der Warenvorräte und große Gekd- ' betrüge wurden beschlagnahmt. Die beiden stellen ein Verschulden liu Abrede und Berthold Klein beharchtet, daß er gezwmigen war, |fo hohe Preise anzirseßen, uni teilweise seinen Schaden zu decken, den er durch die mit zwei Millionen Kronen bezahlten nnanbringlichep Papiergewebe erlitten haben will. Meder ein Telepathenskandal.; , Gestern abends fand im Großen Konzerthaussaal die Abschiedsseance des Telepathen Enk Jan H a n n s s e n statt, die sich wieder zu einem, großen Skandal entwickelte. Während der Verführungen stand plötzlich auf der Estrade ein Soldat, namens P r e r ß, auf und hielt eine Ansprache an das Publikum. Säaldiener wollten den Störer entfernen, doch ließ dies das Publikum iücht zu. Aus den Reihen der Zuhörer — der Saal war über- ■ fäut — kamen erregte Zwischenrufe. Auch der Direktor des Apollo- Theaters, Herr Ben Tiber, beteiligte sich sehr erregt an der i Debatte Erst nach . einiger Zeit trat Ruhe ein und Hanusscn konnte seine Vorführungen svrtsetzem ... Helene Gnlwlscb Hermann UH Wien empfehlen sich als Verlobte, Ein Denkmal für Hugo Zuckermann. Ein Freund Hugo Znckermanns übermittelt' uns die be' herzigenLwerte Anregung, den toten Dichter und Vorkämpfer der jüdischen Sache in seinem Sinne zu ehren, bam.it die Erinnerung an seinen Opfermut auch späteren Geschlechtern verbleibe. Es soll aus dem Boden Palästinas, und zwar im Zuckcrmann-Garten, ein Würdiges Denkmal errichtet werden, dos ein jungjüdischer Künstler entwerfen soll., Wenn jemand, so hat es Hugo Zuckcrniann verdient, daß sein Name unvergessen bleibe; schon um der Treue willen, die er der jüdischen Sache, für die er das Leben hingab, bis zum letzten Atemzug in Tat und Lied bekundete. * Psrsonalnachricht.i Freitag-den 14. März findet in Pforzheim in Baden (Deiml ngstraße 8) die Trauung unseres Gesinnungsgenossen . Dr. Israel Taubes, Sohn unseres bewährten Gesinnungsgenossen Herrn Löbel, Taubes mit Fräulein Sarah S o m m e r. statt' ,* Wiener jüdisches Organisationskomitee. Dieses Komitee veranstaltet Dienstag den 11. März, halb 6 Uhr abends im Ingenieur- und Architektenverein, l., Eschenbachgasse 9, eine öffentliche Versammlung, in der Herr Gemeinderat Dr. Ritter v. Schwarz-Hill er über die Reform der. Wahlordnung für die K u l t u s g e m e i n d e und Herr Prof. Dr. S. K r a u s über jüdische Erziehungs- und Kultusfragen referieren werden. * Drohende Sperre der Gastwirtschaften. Gemeinderat Gustav Schösser ist gestern vormittag mit einer Abordnung der Wiener Gastwirte beim Staatssekretär Doktor 8 o e w e « f e l d - R u ß im Staatsamte für Volksernährung erschienen und hat die Bitten und Wünsche der Wiener Gastwirte vorgebracht. Er ersuchte, in dieser so ernsten Zett, in der die Approvisionierung mit so großen Schwierigkeiten verbunden sei, um Unterstützung des Amtes besonders in der Hinsicht, daß man in Hinkunst bei der Verteilung von Lebensmitteln auch, soweit es gehe, die Wiener Gastwirte berücksichtige. Falls die W t r t e die von ihnen angesirebte Unterstützung nicht finden, waren sie gezwungen, wegen mangels an Lebensmitteln ihre Betriebe gänzlich zu sperren. Der Staatssekretär sagte zu, soweit es ihn; möglich sein wird, den Gastwirten eine Unterstützung znkommen zu lassen. * Keinerlei militärisches Eheverbot. Da in dieser Frage Unklarheit zu herrschen scheint, gibt das Staatsamt für Heerwesen bekannt, daß deutschösterreichische Staatsbürger in der Freiheit ihrer Verehelichung, aus wehrgesetzlichen Gründen überhaupt, nicht mehr beschränkt sind. Das provisorische Wehrgesetz kennt im Gegensatz zum früheren Wchrgesctz keinerlei militärische Eheverbote. * Wieder eine Spielhölle aufgehoben. Am 6. d. M gegen Mitternacht wurde abermals eine Spielhölle aufgehoben. Ein Beamter des Sicherhettsbureaus mit zwei Polizeiagenten überraschte in der Wohnung der Frau Gemma deRaya, IV„ Schönburggasse Nr. 14, im zweiten Stocke eine Gesellschaft beim verbotenen Spiele. Die Gesellschaft bestand aus siebzehn Personen, darunter vier Damen. Gespielt wurde, wie m fast allen besseren SprelsalonS, Bakkarat. In diesem Falle handelt es sich um eine in den Kreisen der Spieler sehr bekannte Gesellschaft, die sogenannte „Kapp- Partie", nach dem Veranstalter Ernst K a v p, genannt. Bei der Durchsuchung der Wohnung wurde ein Notizbuch des Veranstalters der Partie Herrn Kapp .gefunden, in dem seine sämtlichen Spiel rinn ah men, die monatlich stets mehr als 100.000 Kronen betrugen, eingetragen sind. Gegen die Spieler wurde die Strafamtshandlnng eingeleitet. * Diebstähle in der Oesterreichisch-ungarischen Bank. Bei der Oesterreichisch-ungarischen Bank sind in den letzten Monaten wiederholt unzerschnittene Bogen mit Noten zu je 1000 Kronen entwendet worden. Der Schad-en ging in die Taufend e. Am 9. November v. I. wurden abermals drei Bogen mit je vier Noten zu je 1V00 Kronen gestohlen. Während man noch nach dem Dieb , forschte, kam kürzlich von der Gemeindevorstehung Gablitz bei Purkersdorf eine Tausendkronennote an die Oesterreichisch-ungarische Bank zur Abstempelung. Durch einen Vergleich konnte festgestellt werden, daß die Note von dem im November v. I. verübten Diebstahl der Tausendkronennoten stammt. Das Sicherheitsbureau leitete Nachforschungen ein, durch die erhoben wurde, daß die Note von der in Gablitz Nr. 74 wohn- ' haften Hausbesorgerin Anna O e h l verausgabt worden ist. Da die Tochter der Frau, die 17jährige Leopoldine Oehl, als Hilssarbeiterin bei der Oesterreichisch-ungarischen Bank bedienstet ist, schien der Zusammenhang gegeben, und es bestand der dringende Verdacht, daß sie den Diebstahl selbst verübt hat. Bei der Hausdurchsuchung wurden zwar keine weiteren Tausendkronennoten gefunden, doch verfügte die Oehl über einen Pelzmantel im Werte von 4000 Kronen, über mehrere Seidenkleider und Unterröcke und eine Pelzkappe im Werte von 1500 Kronen. Das junge Mädchen leugnete anfangs steif und fest ihre Täterschaft, dann aber gestand sie ein, daß sie am 17. Oktober v. I. zwei Bogen mrt je vier Stück Tausendkronennoten und am 9. November v. I. drei Bogen mit je vier Stück Tausendkronennoten, zusammen also 2 0.0 0 0 Kronen entwendet, und sie teils dazu verwendet hat, die angeführten Garderobestück: zu kaufen, teils den Lebensunterhalt Innerhalb der drei Monate zu bestreiten. 4000 Kronen will sie ihrem Geliebten geschenkt, und weitere 4000 Kronen als zerschnitten verbrannt haben. Da erst vor einigen Tagen abermals unter ähnlichen Umständen ein Bogen mit vier Noten zu 1000 Kronen gestohlen wurde und Leopoldine Oehl, die im Gelegenheitsverhältnis stand, tags darauf nicht im Dienst erschienen ist, besteht der dringende Verdacht, daß. sie auch diesen Diebstahl ausgeführt hat. Sie wurde gestern verhaftet nnd dem Landesgericht eingeliefert.; _. . , * Vorträge und Versammlungen. Jüdischer Volksverein Brigittenau. Heute findet im Vereinsheim Caf6 „Neptun", XX.., Mathildenplatz 7, ein gemütlicher Teeabend statt. Alle Agitoren und Gesinnungsgenossen sind herzlich willkommen. Anfang 6 Uhr abends. — Vereinigung jüdischer Exportakademiker. Der für den 3. d. M. anberaumte Vorlrag des Herrn Dr. N a g l e r über „Kolonisationsprobleme Palästinas" findet erst Dienstag den 11. d. M. nm V»6 Uhr abends im Vereinsheim (II.,. Obere Donaustraße 111, Mezzanin) statt. — Purimf e i e r. Mittwoch den 12. d. M. um 5 Uhr nachmittags findet im jüdischm Jugendheim, U., Obere Donaüstraße 91, 2. Stiege, eine Purimseier statt. — B e r e i n „Z i o n". Heute mit 7« 7 Uhr abends im Saale des Hotel „Arco, U. dkotensterngaffe 7», Versammlung m'tt der Tagesordnung: 1. Uitsere Stellung hierzulande und in Erez Israel; 2. Kitltusgemeinde oder Volksaemeinde. Iüdrscher Verein „N o r d - O st" i u Wien. Auf vielfache Anfragen teilen wir mit, daß der aus dein früheren Humanitären Unterstützungsverein der Kolomeaer hervorgegangene Jüdische Verein „Nord-Ost" inWien mir dem GeselligkeitSverem „Fwelios" nichts gemem hat.. Das Präsidium. — Allgemein pL d agogisch tj A dende. Dozent Dr. Phil. «. Med. Siegmnnd ß o t ttj e l d spricht beute, . am 3.^Mär;, 6 Uhr, 11., Tabvrstraße.lv '(Eingang Dörsrnbo'V über „Gemütsl'ildnng". — L es cu'n'd R e d e h n l.l ' j ü d i f cf) c r H o ch s ch ü l c r in Wie n, IX., Türkensiraße Heute um '/iss Uhr abends Vortrag des Herrn Dr. K. W e l t s ch. Thema: Jüdische Mystik. Nachher Konvent. Samstag den 15. März entfällt der Vortrag des Herrn Dr. Bernfeld.' Konvent findet wie immer um V,6 Uhr abends statt. Letzte Nachrichten. % Amerika für Deutschland. V; ' Luzern» 7. März. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Angesichts) des amerikanischen Widerstandes mußten im letzten Augenblick die Bestiinmungen des Präliminarfriedens, wie sie Marschall Fach ausgearbeitet hatte, fallen. Sie werden nunmehr neuer-. dings ausgearbeitet und man erwartet, daß noch in dieser Woch« alle entscheidenden Fragen geregelt werden. Bezüglich der militärischen Fragen besteht kem Widerspruch, dagegen ein starke» bezüglich der F i n a n z f r a a e n. Hier stoßen dm italienisch-französischen Auffassmigen sehr scharf mit den amerikuz nischen zusammen, die nur die böswilligen Kriegsschäden zurück-'- erstattet wissen wollen. Das E r n ä h r u n g s p r o b'l e m isis noch nicht gelöst. Die Friedenskonferenz befaßt sich vom 5. bis 10. März mit der montenegrinischen Frage und vernahm den Vertreter des Königs N i k r t a, der aus der Wiederherstellimg i des Königreiches, wie es vor dem Kriege bestand, beharrt und! die Bereitwilligkeit aussprich^ sich freiwillig mit Jugoslawien zu j einigen. Die Kriegsschulden Deutschlands. Lugano» 7. März. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Zwischen; Frankreich und Italien ist in der Frage der! deutschen Kriegsschulden insoferne eine EinigMg erzielt worden, j als beide erklären, falls Deutschland nicht die Kriegskosten erschen, könne, müssen die drückenden Schulden toonij Völkerbund übernommen werden.' In Frankreich geht die öffentliche Meinung dahin, daß England seine Kriegskosteu dürch die hohen Frachtraten fast ganz heremgebracht habe, die es den Alliierten ausgerechnet hat. In England fürchtet man den Wirts ch aftlichenZusammenbruchDeutschlands, andexerseits ist aber Amerika zur Uebernahme der SchuldenDeutschlands geneigt. Es wird sehr schwer fallen, zu einen! Kompromiß zu gelangen. Das Attentat auf Elemeneeau. Luzern, 7. März. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Der Anarchist C o t i n erttarte, den Plan zur Ermordung C l e m e n c e a u 3 in der Nacht auf den 19. Februar gefaßt zu haben. Er habe ohne Anstiftung gehandelt. Die Untersuchung rm Hochverratsprozesse gegen denSenator H u mb ert ist beendet. Die Verhandlung soll am 31. März beginnen. Pale« erhält Teschen. Lugano» 7. März. (Tel. der „Wr. Morgenztg.'") Nach sicheren Meldungen aus Paris ist die Entscheidung in der: tschechisch-polnischen Frage auf der Friedens-' konferenz bereits gefallen. Polen erhält Teschen, die ffchecho-slowakische Republik wird durch den Besitz RatiborZ entschädigt.; Der Waffenstillstand mit Deutschland soll erneuert werden. Paris» 7. März. „L'Homme Libre* schreibt: Di^ interalliierteKonferenz will, wie es scheint, die - Frage der Erneuerung des Waffenstillstandes vor dem 15. v. N(> erlediaen. Es ist möglich, daß die im Einvernehmen uiit bciit Obersten Kriegsrat getroffene Entscheidung des Zehnerrates in der samstägigen Plenarsitzung ratifiziert wird. Wilson wird daun zugegen sein. Sodann dürste die russische Frage an die Reihe kommeri. i Ende des Streiks in Halle«. Weimar» 7. März. Wie das Wölfische Bureau hört, haben die Verhandlungen zwischen der Regierung und der Streikleitung in Halle zu einem befriedigenden Ergebnis geführt. Es dürste in der allernächsten Zeit.mi' oer Wiederaufnahme der Arbeit gerechnet werden. \ Der bayrische Landtag wird weiter tagen, i München» 7. März. In der heutigen Sitzung d. ' iüf* konar esseS erstattete die Kommission, welche mit den sozial' demokratischen Landtagsabgeordneten über die politische Lage verhandelt hat, folgenden Bericht: Man hat sich auf folgende Punkte geeinigt: Sofortige Einbernfnng des Landtages zu einer kurzen Tagung. Bildung eines sozialistischen Mintster'lUmS durch dre beiden sozialdemokratischen Parteien unk der Bauenibündler. Sofortige Schaffung eines freiwilligen Volksheeres aus den gewerkschaftlich organisierte Arbeitern nnd so fertige Auslösung des stehenden Heeres. , . Sperrung der Depots in Tschechien. Prag» 7. März. (Tel. der „Wr. Morgenztg.^ Eine Vy.-- ordumig d?r Regierrmg sperrt die Auszahlung und Uebertragung von Wertpapieren, Zinsen von Coupons und ordnet au, daß jeder Bewohner der Republik verpflichtet ist, binnen vierzehn Tagen fremde Balutm und Wertpapiere der tschecho-slowakischen Devffenzmtrale z» einemPreise aMlbieten,welchen dieseZentralebest im mt. Eine weitere Verordnung regelt die Abändenmg der Anszahlungsbefchränkungen für Depots. Es dürfm 15 Prozent höchstens 50 Prozent der Einlagen abgehoben werden. Auch be züglich der Vermögensabgabe werden Dorkchningri setrosten. M ' Der Bolschewismus in Böhmen. Prag» 7. Marz. (Tel. der „Wr.. Morgenztg."), In K l a d n o hat hatte ein von M u n a einbemfenes bolscheivrklsches Meeting-stattgesimden. Am Nachmittag gingen starke Abteilungen von Legionären aus Prag nach Kladnv ab. dkäheres ist bis Mitternacht nicht bekannt geworden. \-r;- ■':/ Eine Notenbnnk in Prag. > Prag» 7. Mari. (Tel. der „Wr. Mirgenzkg") Es ist-ge-- plant, <m stelle der Binimenkirche und des Pianstengymnasmms in der Hcrrengassc eine moderne Notenbank zu crrichten. Die Einstellung der „Ddhemia." Prag, 7. März. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Die eingestellte „B o h emr a" soll am Dienst a g wieder erscheinen. Inzwischen wird an ihrer Stelle ein Bsatt „Deutsche linttmfi" heralisgrgeden. jr t

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