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Wiener Morgenzeitung · 1919-03-06 · Heft 47 (6.3.1919) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 47 (6.3.1919)
Date
1919-03-06
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 47 Wien, Donnerstag sammlung, so beteuert.-er nai'o, sei auZschUeßlicy für. seine '„Partei" veranstaltet worden,. zum Eintritt hätten nur „auf Namen lautende Einladungen" berechtigt. Trotzdem — Herr Rendi ist großmütig — haben sich' die wenigen Ausnahmen nur auf bekannte Versammlungsstörer und Obstruktionisten beschränkt. Man sieht, welche. Auffassung in der Grazer Knltusstube vorherrscht: Man teilt Zensuren aus und beschließt, wer an der Besprechung, einer allgemein jüdischen Angez legenheit, wie es eine Kultuswahl ist, Leilnehmen darf, und wer draußen bleiben muß. In dem ganzen langen Rundschreiben wird man vergeblich nach einem positiven Programm suchen. Die Hauptsache ist und bleibt, daß die Ruhe nicht gestört werde. Das Grazer Judentum ist bedroht, wenn „jugendlicher Fanatismus gegen I die Ueberlegung des Alters revoltiert", desselben Alters, ^welches die völlige Versumpfung unseres sjüdischen Lebens in den Gemeinden verschuldet! hat. Andere, aber nicht lieblichere Töne schlägt ein Rundschreiben des offiziellen Wahlkomitees an, welches soeben an die Wähler verschickt wird. In einer Zeit, da die 'Judenfrage vor dem Forum der Welt in ihrem ganzen internationalen Zusammenhänge erkannt wird, da der jahrtausendealte Traum des jüdischen Volkes Wahrheit werden soll, die führenden Männer der Weltpolitik die Schaffung einer 'Heimstätte für das jüdische ,Volk feierlich zugesichert haben, und die Friedensskonferenz, die vielleicht doch mehr Bedeutung hat als ein paar Herren in Graz, die offenbar nicht im mindesten lmffett, was im Weltjudentum vorgeht und was in chm an Wünschen und Hoffnungen lebt, in einer solchen Zeit jweiß das offizielle Grazer Judentum nichts anderes zu!iün> als auf die „Gefahren" der jüdischnationalen Poli- ,'ttf aufmerksam zu machen.! Es wird vergeblich sein, den Grazer offiziellen Juden begreiflich zu machen, was wir Tag für Tag in die Wett hinausrufen. Diese Leute wollen nun einural nicht hören und nicht umlernen. Während sich die Reinsten Völker um ihre Anerkennung mühen, soll unser 14-Millionenvolk, das der Welt mehr gegeben hat als Albaner oder etwa Montenegriner, sich aus einer feigen und überdies unbegründeten Angst weiterducken. Die Judenfrage steht heute zur Entscheidung und kann nur nach großen Gesichtspunkten gelöst werden und nicht aus dem engen Gesichtskreis einer rückständigen Ghettopolitik. Den Grazex Juden können wir nur eines empfehlen: durch die Wahl der jüdischnationalen demokratischen Liste zu bekunden, daß sie den Wsllen haben, ehrlich als Juden zu leben, im besten Einvernehmen mit ihren Mitbürgern, aber bewußt ihrer eigene» Würde und der Verpflichtung gegen sich selbst urü> das Volk. Das Assimilationsjudentum hat abgewirtschaftet. In Wien haben die Wähler eindeutig dokumentiert, daß sie sich aus der Gemeinschaft des jüdischen Volles nicht ausschließen lassen. Das gleichtz^Bekenntnis sollen auch die Grazer Juden bei den?-Kultuswahlen oblegen; denn die assimilatorischen Juden ersticken alles jüdische Leben und schaden auch durch ihre falsche, unaufrichtige Politik den Juden in den Augen der andern. Auch bei uns muß endlich das Prinzip der Demokratie zum Durchbruch kommen. Die Grazer Juden werden durch Wahl der demokratischen Liste beweisen, daß sie den Geist der Zeit ersaßt haben und für ihre Aufgaben reif sind. Das Programm der jüdischen Verbindungen. Eine Resolution des Verbindungstages. Die vereinigten Wiener jüdisch-akademischen akademischen Verbindungen: Jvria, Kadimah, Libanons, Mäkkabäa, Robur, Unitas und Zephira hielten im Laufendes Monats Februar den ersten Verbindungstag ab., Diese Tagung befaßte sich eingehend mit den aktuellen Fragen der Verbindungen und der jüdischen Studenten im allgemeinen. Die Ansichten und Entschließungen der Verbindungen finden Ausdruck in der folgenden Resolution: Die im V. I. V. (Verband jüdischer Verbindungen) organisierten Korporationen wollen ihre Mitglieder zu Männern erziehen, die im Bewußtsein der nationalen Einheit des jüdischen Volkes entschlossen sind, im Sinne des Basler Programms ihre besten Kräfte für eine Erneuerung des jüdischen Volkstums eiuzusetzen, indem sie sich entweder an dem Aufbau des jüdischen Gemeinwesens in Palästina» beteiligen, oder — durch äußere Verhältnisse nn Galuth festgehalten — sich der jüdischen Volksarbeit widmen unddabei mit der kulturellen Entwicklung des neuen 'Judenlandes im Einklang bleiben. Wir glauben, dieses Ziel der Erziehung erreichen zu können in Korporationen, die, aufgebaut auf Disziplin und sozialem Sinn, ihre Mitglieder zu engen Lebensgemeinschaften umschließen. Als unsere vornehmste Aufgabe betrachten wir hie Erziehung unserer Mitglieder: 4. - zu unbedingter Unterordnung der persönlichen Interessen unter das Interesse der Gemeinschaft und zu weitgehender Opferwilligkeit gegenüber der Gemeinschaft; 2. zu entschlossenem und unerschrockenem Eintreten M jede Situcttivü zür Ehre und zum Wohle des jüdischen DolkeS; 3. zu einem Leben, has der sozialen Ethik des Judentums, entspricht. Wiener Morgenzeitung 6. März 1919 i Seite 5 Italien für die Rechte der Juden. Anr 8. Februar sprach über Einladung der „Pro Israel«" in Rom, des Vereines von Nichtjuden zur Vertretung der jüdischen Interessen, Dr. Artur R osenberg aus Graz., im Saale des italienischen Kolonial-Justitutes in Rom iiber die Lage der Juden in den Ländern der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie. Dem Vortrag.wohnte ein gewähltes Publikuru aus den Kreisen ber'^Pvlitik. und der Wissenschaft bei. An der Debatte, die der Obmann des Vereines^ der Abgeordnete Herz-og Giovanni Colonnä di Cesaro leitetebeteiligten sich die Universitätsprosesforen Pantaleo ns und S c ab ü t t o und von zionistischer Seite die bekannten Führer der Bewegung in Italien Dr. Ravenna aus Ferrara und Doktor Pacifiei aus Florenz»' Die Anwesenden nahmen einmütig eine Resolution an, die Palästina als Heimstätte für die Juden, die bürgerliche Gleichberechtigung, in allen Staaten und Anerkennung von nationalen Minderheitsrechten in jenen Ländern, wo die Juden eine ansehnliche Miirorität bilden, fordert. Die Resolution wurde nicht nur der Friedenskonferenz und - sämtlichen Regierungen der Entente, sondern auch allen führenden Staatsmännern der Weststaaten unterbreitet. Die gesamte Presse Italiens, mit Ausnahme der römischen, die durch einen Streik am Erscheinen verhindert war, berichtete über die Versammlung. Die Spielbank am Semmering. Wie uns mitgeteilt wird, erschim gestern mittags eine Abordnung unter Führimg des Bürgermeisters vom Semmering D a n g l beim Staatskanzler Dr. Renne r, um von ihm die Erlaubnis zur Errichtung eines Kasinos zu erbitten. Staatskanzler Dr. Renner sprach sich gegen-das Projekt aus und verwies darauf, daß derartige Vorschläge ebenso wie das seinerzeit bei dem K u p e l w i e s e r s ch e n Projekt, für kranke K in der der Fall war, zahlreiche Stimmen für und wider lösen. In eine Erörterung der ökonomischen, finanziellen und kommerziellen Seite der Frage wolle nud kö n n e er s i ch n i ch t ei nl ass en. Die Zeiten seien im übrigen nicht darnach, derartige Projekte überhaupt in nähere Erwägung zu ziehen. # Die Unentwegten haben also doch Vorgesprächen. Daß sie seinerzeit das menschenfreundliche Kupelwiesersche Projekt mit lodernder Entrüstung abgrlehnt haben, hat sie nicht gehindert, mit Nachdruck auf die Notwendigkeit einer Spielbank Hinzuweisem Sie haben ausgerechnet» daß diese Spielbank unendlich rentabler als Tuberkulosenheime find und die Mühe des Kostenvoranschlages nicht gescheut. Die Herren haben sich diesmal umsonst bemüht. Sie haben auf die Vergeßlichkeit der Zeitgenoffen gerechnet Md eme verdiente Abfuhr erlitten. Verwaltungsreform an der Amversität. Teilnahme der Studenten. Der Rektor der Universität Dr. Becke veröffentlicht eine Kundmachung, wonach der Senat die Heranziehung ° von Vertretern der Studentenschaft zur Verwaltung der Einrichtungen für Wohlfahrt- und Disziplinarangelegenheiten in Aussicht genommen hat. Der Rektor lädt die SMdenten zur Schaffung eines gemeinsamen Vertrettmgskörp'ers ein. Die freiheitlichen Elemente der Studentenschaft fordern tum die Bildung eines allgemeinen Hochschulaüsschuffes, der auf Grund des allgemeinen, gleichen und direkten Verhältniswahlrechtes gewählt, werden soll. Natürlich wehren sich die Deutschnationalen, die auch hier Anhänger der jämmerlichsten Neattion sind, aus Leibeskräften dagegen, die Gleichberechtigung aller Hörer anzuerkennen. Warnung vor übereilter Auswanderung nach Palästina. Die. italienische Waffenstillstandskommission in W i e n teilt mit, daß gemäß einer bei ihr eingelaufenen Depesche in Italien - an mehreren Orten jugendliche Zionisten ansZentrale u r o p a, angehalten wurden, die nach Palästina auswand crn wollten. Die Weiterreise dieser jungen Leute ist im gegenwärtigen Augenblick nicht zu bewerkstelligen und die italienischen Behörden warnen daher vor derartigen übereilten Versuchen. Die Einwanderung nach Palästina wird erst dann möglich sein, b i s das Zionistische Bureau in London eine diesbezüglicheVe r lautbar nng erläßt. Bis dahin ist jede Ausreise zwecklos. « VerkehrseinschrLnkungen. Infolge der weiteren Verschärfung des Koblenmangcls werden folgende Personenzüge bis auf weiteres außer Verkehr gesetzt: Vom 8. d. M. angefangen in der Strecke Wien—Retz Personenzug Nr. 15/7613 Wien-Nordwestbahnhof ab 5 Uhr 28 Min. nachmittags; in der Strecke Wien—Stockergu Personenzug Nr. 122 Wien-Nordwestbahnhof an 8 Uhr 31. Min. vormittags; Personenzug Nr. 121 Wien-Nordwestbahnhof ab 10 Uhr 35 Min. vormittags; Personenzug Nr. 127 Wien-Nordwestbahnhof ab 2 Uhr 20 Min. nachmittags; Perscknenzug Nr. 134 Wien-Nordwestbahnhof an 5 Uhr 46 Min. nachmittags; der Strecke Zellerndorf—Sigmundsherberg gemischter Zug Nr. 1655 Zellerndorf ab 7 Uhr 55 Min. nachmittags;, gemischter Zug Nr. 1654 Zellerndorf an 8 Uhr 52 Min. vormittags; vom 9. d. M. angefangen: in der Strecke Wren-Nordweftbabnhof: Personenzug Nr. 24 Wien-Nordwestbahnhof an 11 Ulir 48 Min. vormittags. * Der verkürzte Stratzend ahnverkehr. Mit dem heutigen Tage treten während der Kohlennot -folgende E i nschränkungen des Straßenbahnverkehrs in Kraft: Die ersten Züge verkehren durchgehends eine Stunde später, das hejßt, der Verkehr auf den Radiallinien wird vom Ring ans nach den Außen- und Endstationen in der Zeit zw eschen? Uhruni» halb 8 Uhr stüh ausgenommen. Die letztenZüge werden auf den Radiallinien eine Stunde früher verkehren, also v o m R i n g ,.u M halb 8 Uhr nach den Außenstattonen abgeben. Gleichzeitig mit, dieser Maßnahme wird die Gültigkeit des Frühlarifs an Wochentagen bis 3 Uhr früh ausgedehnt. jüdischnatioirales Lagblatt in Verkettest. IstBukareft erscheint seit kurzem ein j ü di sch nationales Tag bl (f.'tA „M antnirea" (Erlösung), das stark, gelesen wird., * Schulbeginn in Wien. Amtlich wird verlautbart >' Die Direktionen und Lettmigen sämtlicher demuiederösterretchjsche» Landesschulrate untcrstchendeu Lehranstalten in Wien werdet hiermit schul behördlich besonders darauf aufmerksam gemacht, das gemäß einer Verfüguug des Staatscnntcs für öffentllche Arbeiter . der Unterricht an Schulen (Hochschulen ausgenommen) frühestens um halb 9 Uhr früh beginnen darf. * Wieder eine Spielhölle irusgehokeu. Anr 4rb.M mit 2 Uhr nachts wurde in der Wohnung der LehrerstvitN» Marie Knopf, I., Kohlmarkt 10, durch Polizeiagenten.abermals eine Hasardspielergesellschaft von nicht weniger als, 49 Personell — darunter 9 Frauen — ausgehoben. Di> Wohnung hatte der. in der Gnmpendorferstraße 37 wohnhaft» Antiquitätenhändler Leo Weiner gemietet, um dort Spiel-- abende zu arrangieren. Unter den Teilnehmern befanden sich Aerzle. Rechtsanwälte,, Ingenieure, Kanfleute, ausländische Aristokrat^ und ein Varietstünstler. Gegen sämtliche Spieler wurde di, Strafamtshandlung emgeleitet. -- ' / Vorträge und Versammlungen. Juristenversammlung. Der He i m k e h r e r a u s s chu fi d e r R e ch t s h ö r e r hat für yNlte, vormittags 10 Uhr, im kleinen Festsaal der Universität eine Versammlung einberufett mit - der Tagesordnung: Zlntwort auf die vom Heimkehrerausschuß beim Staatsamt für Unterricht überreichten Forderungen. — I ü d i s ch 1: V e r s a ur m l u n g für b t c westliche n BezirkeWiens, heute Donnerstag den 6. März, präzisc 787 Uhr abends, im Cafs-Restaurarit „Palace", VI., Mariahilferstraße 99, Referent Nationalrat Robert Stricker. Programm- D i e I u d e n u n d die Konstituante.' Anschließend Konstituierung der zionistischen Ortsgruppe und freie Diskussion. Gäste, auch Frauen, herzlich willkommen. '' Kommunales. Die Gemeindewahlreform. Heute versammeln' sich die Mitglieder des provisorischen , G e m e i n d e r a t e s, um die W a h l r e f o r m u ü d d i e. Abünderu n g der Gemein deverfassung zum, Beschluß zu erheben. In allen Teilen der Berwalttmg bereitet' man sich nn Rathause für den Einzug der Sozialdemokraten vor. ' Dr. Weiskrrchner will gehen und seine Getreuen wollen sich beeilen, ihm zu folgen. Ohne den Versuch eines ernsten Widerstandes strecken die Christlrchsozialen die Waffen und eine Aera Wiener Gemeindewirtschaft geht zu Ende, die dem Ruf dieser Stadt nirgends in der Well genützt hat. Die Sozialdemokraten werden sicherlich mit der schärfsten Kritik einsetzen, wenn sie gezwungen sind, die Umlagen zuerhoyeu. Zur Kritik aber fordert dte traurige finanzielle Lage der Stadt- Wien . von selbst auf. Der Haushalt der Kommune war me so schlecht bestellt wie gegenwärtig. Der Voranschlag arbeitet bereits mit einem Defizit von mehr als hundert Millionen Kronen, die Anleihen sind erschöpft, die Unternehmungen können dieLast der durch Teuerungszulagen, Lohnerhöhungen Md die Einführung des Achtstundentages entstandenen Mehrausgaben nicht hereinbrmgen, wozu noch die durch dw allgemeine Notlage hervorgerufenen Mindereinnahmen infolge allerlei Sparmaßnahmen kommen. Noch find nicht alle ArbeiterforderMgen bewilligt, noch ist die RegulierMg der Beamtengehalte ausständig — eine Fordemng, die allein einen Aufwand von mehr als 200 Millionen beansprucht — der Bau der Klein- und Mittelwohnungen muß durchgeführt werden, , damit das WohnMgselend gemildert werde, die Straßen befinden , sich in einem elenden Zustande. An allen Ecken Md Enderr. zeigen sich die Verwüstungen des Krieges, Md überall ist nur mit Arbeit zu helfen, die Geld erheischt. Wenn Wien unabhängig vonr Land Niederösterreich wird, ständen allerdings der Kommunal- * Verwaltung neue Geldmittel zur Verfügung, da ja die von Wien für das Land geleisteten. Umlagen nunmehr der Gemeinde allein zugute kommen. Aber diese Einnahmsquelle genügt noch lange nicht, um den Bedarf zu decken. , 1 Die Sozialdemokraten werden wahrscheinlich mit einer er« drückenden Majorität in den neuen Gemeinderat erntreten. IN der Oppofitton verbleiben die Christlichsozialen, die Bürgerlichdemokraten, denen das allgemeine, gleiche Md direkte Wahlrecht gleichsam die Wählbarkeit genommen hat und die daher kaum ein nennenswertes Grüppchm bilden dürften, Md die Deutschnationalen, deren Zahl gleichfalls nicht impomerend sein wird. Eine Neuerung dürste der Gemeinderat aufweisen: die Wahl einiger Tschechen. Die Wahlen in die Nationalversammlurm haben hierzu schon präludiert und auch der Entwurf für die Wahlreform steht diese Tatsache, vor, denn er enthält über Antrag des Bürgermeisters Dr. Weiskrrchner eine Bestimmung, daß die Verhandlungen des Gemeinderates ausschließlich in deutscher Sprache geführt werden müffen. Auch unsere Partei wird ihre Vertreter m den Gemeinderat durchsetzen. Der Proporz, der bei den allgemeinen Wahlen gilt, wird auch bei der ZusammensetzMg des Stadtrates Md des Präsidiums zum Ausdruck gebracht werden. Ein Mindestmaß von Mandaterr wird erforderlich fein, um eine Vertretmrg im Stadtrate einer Partei zu sichern. Das klingt nach Gerechttgkeit und scheint , eine Ordnung zu verbürgen. Vielleicht auch eine bessere Zukunst.- Werm wir nämlich noch fähig sind, eine solche zu schaffen. ‘ Tschechische Gemeinderatskandidaten. Wie wir erfahren, werden die Wiener Tschechen sich an den hiesigm G e-? me inderats wählen in derselben Weise wie. an den Wahlen in die Nationalversammlung beteiligen Md in sämtlichem Bezirken eigene Kandidaten aufstellen. j Auflösung der Ortsschulrate. Die Bezirksvertretung Hietzung hat beschloffen, an den Bürgermeister mit dem Ersuchen heranzutreten, die Ortsschulriite auszulösen undsie nach dem Stärkeverhältnis der Parteien,' wofür das Stärke-, hältnis der Parteien auf Grund der in die Nationalversammlung erfolgten Wahlen, anzuncymen sei, neu zu ernennen. Letzte Nachrichten. Neue bluttge Ereignisse in Karlsbad. Karlsbad, 6. März. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Heute nachmittags kam es vor dem Hotel Traut wein zu einem Zusammenstoß zwischen der Beb'ölkerung und einer tschechoslowakischen Patrouille. Die tschechischen Soldaten schoffon nach einem kurzen Wortwechsel auf die Paffanten. Der Kaufmann Alfred Hahn wurde getötete zwei grauen schwer verwundet. *>.ii

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