Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 45 (4.3.1919)
- Date
- 1919-03-04
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr.I 4ö " Wien. Dienstag Telegramme. Deutsche Siationalwersammlung. Die staatsrechtliche Stellung des Reichspräsidenten. Weimar» 3. März. Der Präsident eröffnet die,Sitzung mit einer von deck Mitgliedern des Hauses stehend angehörten Ansprache, worin er den. gestern in Berlin eingezogenen Ostafrika- Deutschen den Willkommgruß entbietet. Es folgt die Fortsetzung der ersten Beratung des Der-- fassunasentwurfes. ' Ministerpräsident .Scheide mann erklärt,. eS sei getadelt worden, daß her Reichspräsident strafrechtlich und staatsrechtlich nicht genügend hcrausgehoben sei. In der Verantwortlichkeit dem Gesetze gegenüber soll kein U n verschied zwischen R eich s o b er Haupt und dem geringsten Bürger b e stehen. In der Frage der Gliedstaaten sei auch derMmisterpräsident für eme Verstärkung der Reichsgewalt. Der Abg. Delbrück mochte eine Erste Kammer mit berussständischer V rtretung haben. Wenn man auch die Arbeitei-räte m die Verfass ng aufnehme» würde, würde sich vielleicht auch die Lrnke damit befreunden. Aber den Gedanken der berufsständischen Vertretung stehen so überwiegende Bedenken gegenüber, dast es der Ministerpräsident nicht für wahrscheinlich hält, daß er in die Verfassung Aufnahme finden könnte. Was die Gliedstaaten betrifft, so habe im wesentlichen nur die' Aufrechterhaltung der Sonderrechte nicht befriedigt. Da die Nationalversammlung gegen sie ist, hoffe ev, daß nunmehr eine: friedliche rmd freundschaftliche Vereinbarung zu erzielen sein werden Debatte über die Zerstückelung Preußens. Abg. A l p e r (Welfe) spricht gegen die Gesahren des preußischen Zentralismus. , Preußischer Justizminister H eine erklärt: Die Vertreter Preußens irn Staatenausschuß haben stets den Einheitsgedanken vertreten und vor. emer Ueberspamiung der Sonderwünsche gewarnt. Wir haben die größten Zugeständnisse gemacht, können es aber nicht verantworten, Preußen zu zerstückeln, weil dieser oder jener Teil cs bequemer findet, seme eigenen Wege zu gehen. (Lebhafter'Beifall bei der Mehrheit.) Abg. Vogel- (Sozialdemokrat) führt aus: Die Soziäli- . siernng kann nur schrittweise und' nur für ganze Betriebszweige erfolgen. Die gesamten Bodenschätze müssen umgehend Staatsbesitz werden, und zwar ohne jede Entschädigung. Bel der endgültigen Lösung der Frage des Verkehrswesens, der Wehrmacht und des Finanzwesens werde zu entscheiden sein, wo und inwieweit eine Zerstückelung Preußens notwendig sein soll. Mg. Dr. B e y e r l e (Zentrum) sagt: Der Partiknlarisrnus, wurzelt nicht in dex Reichsgegnerschaft, sondem im Festhalten an der eigenen Art. und an dem eigene» Land. Das bayrische Volk ist für den Unitarismus nicht zu haben,- weck es darin immer die Gefahr einer Verpreußung wittert. Die Aufrechterhaltung des bisherigen preußischen Besitzstandes läßt sich nicht mehr rechtfertigen. Abg. Dr. DÜrringer (Deutschnationale Volkspartei) erhebt namens seiner Partei gegen etwaige Z e r st ü ck e l u n g s- , p l ä n e P r e u ß e n s s ch ä r f st e n E i n s p r u ch. Unter allen Umständen halte seme Partei fest an einem verfaffungsmässigxn Schutz d e re l i gW n s b e k e n n t n i s s e und verlange Sicherstellung der ch r i ft l i ch e n Kirchen durch'Aufnahme von normativen Bestimmungen in die Brrfaffung. ..Abg. Dr. S ch ü k i n g (Demokrat) erttärt: Ueber den Obrigkeitsstaat hinweg sind wir zur Demokratie gekommen. Bismarck bekannte sich zu dem Grundsatz, daß die großen Fragen. dieser Welt mit Blut und E i s e n. g e l ö st werden Müssen. Es hat sich aber gezeigt, daß es Völker gibt, die - noch.wehr-Blut... aufwenden und noch mehr Elsen produzieren konnten als wir, und da konnte für uns von einem Siege nicht die Rede sein. . - Die Müncheuer Truppen gegen die Spartakisten und Kommunisten. München» 3. März. (Tel.-Komp.) Von den Vertretern der Münchener Kasertten wurde folgende Erklärung durch Flugzeuge und Automobile über die Stadt verbreitet: - -Die Mitglieder sämtlicher Münchener Truppenteile erklären, daß sie geschlossen hinter dem Stadtkommandanten D ür r stehen, der chr - vollstes Vertrauen genießt. Sw halten sich fernbr für verpflichtet, im Interesse der umgehenden Ausnahme der Arbeit zu verlangen, daß ein rein sozialistisches Ministerium seine Tätigkeit aufnehme, ^sre lehnen es ab, mit Spartakisten und Kommunisten zu arbeite n, und werden dem Terror der Straße und einer gewissen Clicfue mit aller Macht entgegentreten.' Weiter fordent sie die Bewaffnung der Arbeiter und "eine vernünftige Handhabung der Zensur. Sofortige Auslieferung der deutschen Handelsflotte gefordert. < . 3. Mätt. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" iitcibct aus Weimar: Seck halb 12 Uhr vormittags sind sämtliche , m Weimar anwesenden Reichsminifter und preußischen Munster, die deutsche Waffenstillstandskommission und Vertreter der deutschen Seeschiffahrt zu einer dringenden-Beratung versammelt, die ein von M a r s.ch a l l F o ch e i n'ge l a n g 1 es Tele.g,r,a.mnr. zum Gegenstand hat, worin d r e soso r t i g e A nsl i e f eru ng des gesamten Defle s d e r deutschen Handelsflotte ohne * Rücksicht auf bte Lebensmittelversorgung Deutschlands verlangt wird. Die englische Presse für Aushebung der Blockade. auf den Bericht stützen, den die englische Milttärmission über die '«üge-m Zentraleuropa kürzlich in Paris erstattete. „Daily Tclestraph, fordert die Unterstützung der Negierung Ebert. Man müsse verhmdern, daß Deutschla,id ein zweites Rußland werde.. Berlin müsse vecpflegt werden. „Daily Erpreß", schreibt: In Deutschland herrscht, em Chaos, das an Rüßland 'erinnert. Wenn dieser Zustand andauert, .so geht die ganze Zivilisation zugrunde. „Daily News',verwnst auf den Bericht der englischen Milttärmission, dw nach eigener.,Anschauung 'deutscher Verhältnisse beim Pariser Zehneckomitee die,'Aufhebung der Blockade forderte. Bezüglich dieser' Forderung könne es keinen Widerspruch geben, nur darüber könne man zweifelnob es jetzt noch früh genug oder schon zu spat sn. . T / Die Bodenverteilung in Ungarn. Budapest» 3. März. Ackerbauminister B uz a und Volkswtrtschaftsminlster 'S z a b o machten einem Mitarbeiter des „Az Eft" Mitteilungen über die Bodenaufteilung. Die Grnndbesitzreform hat im ganzen Lande begonnen. In den nächsten drei Tagen werden 150 Kommissioen an verschiedenen Stellen deS Landes ihre Tätigkeit beginnen, welchen im Laufe der i Woche weitere 200 Kommissionen folgen werden. Das Gesetz über die Gmndbesiyrefvrm sichert dH Volk ein Recht auf Boden , für ewige Zeiten. Jede Gemeindemöge als? in voller Ruhe abwarten, bis dir Kommission erscheint. Wiener MorgenZettung D^e Polen fordern das ostgalizische Petroleumgebiet. S t r y x, 3. März. (Ukrain. Pressedienst.) Die polnischen Delegierten fordern eine Demarkationslinie DrohoLyez—Vobka—Kamronka— Strnmilotva, welche nicht nur Lemberg, sondern auch das P e t r o l e u m g e b i e t, das im unbestrittenen Besitz der Ukrainer sich befindet, den Polen ausliesetn würde. Unter diesen Amstünden versprechen die Lemberger Verhandlungen keinen Erfolg. Ukrainische Lehsnsmittel für Rußland. Moskau, 3. März. Funkipr. deSUkr. Pressedienstes.) Ueber Veranlassung Nakowsfts gehen dieser Tage die ersten Lebensmittelsenduiigen atis der Ukraine nach Rußland, und zwar 60 Waggons Brot, 2 Waggons Manufaktnrwaren und 30 Waggons Zucker. Zum Austausch werden Möbel, Glas und Schmiedematerial verlangt. Rußlands Finanzen. — Beschlagnahme der Bankdepots. — 3000 Rubel Monatslohn für Arbeiter. London» 3. März. (Tel.-Komp.) Die englische Presse meldet über die Beratungen der russischen Vollzugsräte, die in Moskau versammelt waren, folgende Einzelheiten: Der Präsident des Finanzausschusses, K r o ft i n s k y, erklärte, daß die finanzielle Politik der Sowietregiernng nunmehr regelrecht zur Katastrophe führe. Die Kapitalsauslage. ,dre der Bourgeoisie auserlegt wurde und die angeblich zehn Milliarden Rubel ergeben sollte, hat n n r 450 M i l l i o n e n R n b e l ergeben, da die Bourgeoisie in den Städten vollständig erschöpft ist. Die Regierung. werde deshalb jetzt die D e p o t s in d e n großen B a\ji t e n beschlagn a h men m ü s s e n. Die Dorfbewohner lehnen es ab, irgendwelche Zahlungen zu leisten und wollen der Regierung, sollte diese die ihnen auferlegten Abgaben dennoch einfordern, mit Waffengewalt begegnen.-Der Mangel an Nahrungsmitteln und die Teuerung 'sind. so. groß, daß der Moskauer Gememderctt den M o n a t s l o h n f ü r Arbeiter auf 3000 Rubel fcstlegen müßte. , 7 Milliarden amerikanische Sieges anleih e. Washington» 2. März. (Reuter.) Der Senat hat dm 'Gesetzentwurf über die Siegesanleihe von 7 Milliarden anaenommeu. Die Sitzung hatte infolge der Obstruktion der Republikaner 20 Stunden gedauert. Die amerikanischen. Iren bei Wilson. New-Dork, 3. März. (Reuter.) Präsident'W i ck s o n wird Dienstag eine. Abordnung von'Iren empfangen, die ihm eine Entschließung des Kongresses der Iren in Amerika unterbreiten wird. Die insche Frage wird im Kongreß vor dessen Vertagung am 4. März verhandelt werden, da der Geschästsordnnngsgnsschuß des Hauses dieser Frage den Vorrang zngesichert hat. Ein Palüstinareferendum der Schweizer Juden» Basel» 2.MLrz. (Tel.'der „Wr. Morgenztg.") Von allen Kreisen der; ü d i s ch e n B e v ö l k e r ü n g d e r Schweiz ist zurzeit eine Petition an die Pariser Friedenskonferenz in die Wege geleitet worden. Zur'Unterzeichnung tft jeder , Jude Md jede Jüdin mit. vollendetem achtzehnten LebeMahr berechtigt. In dex Petition-wird in Anlehnung an das Versprechen Englands und gestützt auf die Erklärung des B u n d' e s r a t e s C a l o n d e r von det Friedenskonferenz die Anerkennung des Rechtes des jüdischen Volkes auf die Errichtung einer n a t i onalen Heimstätte i nt q c ein t eit.« n b unteilbaren Palästina gefordert. (Eine ähnliche Petition ist. der Friedenskonferenz bekanntlich bereits von den englischen, amerikanischen nnd polnischen Inden unterbreitet nwrden. — Die Red.) >_ ' Tagesbericht. Kurt Eisner als jüdische Persönlichkeit. . Es ist ein tvagisches Geschick bedeutender Persönlichkeiten, daß ihr Wert erst nach ihrem Tode , erkannt wird. Dies zeigt sich wieder in dem Falle -Kurt Eisners. Der Mann, der sich während seiner kurzen Regierungszeit die' gröblichsten Beschimpfungen der gegnerischen Presse gefallen lassen mußte, wird nach'seinem gewaltsamen Dokuvals Held gefeiert. Mann beginnt schon heute zu empfinden, daß der Mann, derdie - Revolution in Deutschland entfacht hat, als erster in München die rote Fahne aufpflanzte, nachdem er während des Krieges mannhaft für seine menschliche Ueberzeugung eingetreten war und für diese'mit mehrmonatlicher Gefängnisstrafe gebüßt hatte,, der Geschichte angehört, und schon treten die Züge seines Charakterbildes, kürzlich noch von der' Parteiengunst und' Haß verwirrt, in reinen Umrissen hervor. Wie man sich auch zuder von Eisner eingeschlagenen Politik stellen mag, jedenfalls wird man von Bewunderung erfüllt für ihn, der eine von allen kleinen taktischen Schlichen freie Politik Lik reiner Menschlichkeit machen wollte, und alle Kompromisse verschmähte, die ihm die Sache der Menschheit zu gefährden schienen. Auch in Eisners Adern floß jüdisches Blut. Und wie wenig auch sein Weg der unsere war, so empfinden wir doch in dem, ganzen und auf Ganzheit gerichteten Tun des Mannes den ethischjüdischen Grundzug seines Wesens. In einer Anfang 1917 zur Zeit der deutschen Siege an das Generalkommando des ersten Armeekorps gerichteten Eingabe sagte er: >,Ein Staat, ein Volk, ein Systenr, in dem die Wahrheit unterdrückt wird oder sich.nicht hervorwagt, ist wert, so rasch und so endgültig wie möglich zugrunde zu gehen..., Wo ein solches Vertuschen, Verhehlen und. Verdunkeln um sich, göeift, ist — . das habe ich als Historiker immer wieder bestätigt gefunden — die nationale Katastrophe nahe." In der schönen Leichenrede, diö Gustav Landauer bei Eisners Bestattung hielt, heißt es: „Kurt'Eisner, der Jude, war ein Prophet, der gegen den Kleinmut der Menschheit rang, weil er an sie glaubte. Cr wär'ein Prophet, weil er ein. Freund der Arnien und Geknecktteten, weil er ein Dichter imb ein itmn'!rln,otf;:m,r V.nlünder der 4. März 1919 Seite 5 Wahrheit war. Er war ein P ophet, weil er ein Erkennender war, dieser Dichter, der zugleich von der Schönheit, die kommen sollte, träumte und.den charter bösen Tatsachen unerschrocken ins Gesicht sah . . . Er war tyit Schwärmer und zugleich ein unermüdlicher; trockener Erforscher der Wirklichkeit . . . Auch ein Prophet in. dem Sinne, daß er die Zuknnft voraussäh?' Der große Idealismus, der Eisner beseelte,'spricht auch aus dem Briefe an seine Frau, den er Jänner' 4.948 ans Berlin schrieb, als man ihn berufen hatte, damit er auch dort helfe, das Werk vorzubereiten, das. der« Krieg beenden sollte. „Als ich gestern nachts einsam-durch die Madt zum Hotel wanderte — am Landwehrkanal entlang — überfielen mich schwermütige Gedanken. Da beschloß ich, mich von ihnen zu' befreien, indem H W' Dir anvertraute. Es bedrängte mich einetrübe Ahnung, als ob sich mein Schicksal bald vollenden könnte. Ich weiß, daß ich durch Gefahren wandere.- die ich deutlich sehe, und gegen die ich doch blind sein will. Aber' ich > kann nicht anders. Ich könnte niemals mehr frei atmen, wenn ich nicht jetzt das täte, was ich für meine Pflicht ^alte. Dieser persönlichen 'Verantwortung und Verpflichtung kann ich nicht mehr ausweichen — um meiner Seele willen. Aber ich gestehe: ich sehe klar'das Licht in der Finsternis, zu deMich wandern muß. Ich kann nicht los davon. Aber^dieser Weg wird mir nicht leicht, gerade jetzt nichttvo'' ich mich, in der Blüte der Kraft unvollendet fühle..." In diesem aus Seelennot gewordenen Bekenntnis schwingt der reine-Ton eines Herzens, dem die innere Stimme von Berufung spricht; das Gefühl des Sich^ opfernmüssens aus sittlichem Drange, dem' keinerlei menschliche Eitelkeit beigemengt ist. Die Menschheit ist auf dem Scheidewege angelangt: ob ihr nicht Menschen von Eisners ungetrübter Lauterkeit mehr not täten als die kundigsten. Politiker rmd geschicktesten Unterhändler? _V Ex-Kaiser Karl überfiedelt «ach Persenbeug. Eine parlamentarische Korrespondenz teilt mit: Ex-Kaisei Karl wird demnächst Eckartsau verlaffen und mit seine, Familie nach Persenbmg a. d. Donau übersiedeln, woselbst di« Erzherzogin Maria Josefa ein größeres Schloß besitzt 0 * Meldepflicht für Wohnungen. wird' nMm Hauseigentümern Und deren Vertreter, sowie allen Untervermietern in Erinnerung gebracht, daß zufolge einer Kundmachung des Wohnungsamtes der Stadt Wien Hauseigentümer oder deren Vertreter und Untervermieter verpflichtet sind, alle vermietbaren möblierten und unmöblierten Wohnungen, Zimmer und Kabinette, sowie alle vermietbaren Geschäftsräume jeweils binnen drei Tagen nach Eintritt der Vermietbarkeit bei der zuständigen Bezirksstelle des Wohnüngsnächweises anzumelden nnd jeweils binnen 24 Stunden nach erfolgter Vermietung wieder abzumelden. Uebertretungen der Kundmachungwerden mit Geldstrafen bis zu 5000 5kronen oder mit Arrest bis zu 6 Wochen geahndet werden, welche Strafen auch nebeneinander verhängt werden Wnnen. * Blatternfälle in Wien. In den letzten Wochen sind im Bezirksteils Zwischenbrücken, des 20. Bezirkes sowie im angrenzenden Teile des 2. Bezirkes eine Reihe von Blatte rnerkrankungen vorgekommen. Das städtische Gesundheitsamt fordert daher abermals die Bevölkerung eindringlichst auf, alle ungeimpften Kinder sogleich inipsen zu lassen und macht darauf aufmerksam^ ‘ daß die weitverbreitete Ansicht, als ob die Vornahme der Impfung während der kalten Jahreszeit weniger erfolgreich wäre, .wie im Sommer, eine vollkommen irrtümliche ist. Ebenso sollen alle jene Personen, welche nicht ohnehin während der Kriegsjahre mit deutlich sichtbarem Erfolge geimpft oder wiedergeimpft wurden, sich sogleich der Wiederimpfung unterziehen. Die unentgeltlichen Impfungen finden an allen Wochentagen um 3 Uhr nachmittags, an Sonn- und Feiertagen um 9 Uhr vormittags in den Amtsräumen der städtischen Bezirksärzte statt. Außerdem werden zur Bequemlichkeit der Bevölkerung in den hauptsächlich betroffenen Bezirksteilen des 2. unb 20. Bezirkes während der Abendstunden Jmpfärzte unentgeltliche Impfungen in den Häusern vornehmen. Die Zeit der Impfungen wird den Hausparteien rechtzeitig bekanntgegeben werden. Studentenversammlung. Heute Dienstag dep 4. März um halb 6 Uhr abends findet im Hörsaale des Ersten anatomischen Instituts (Prof. Tandler) eine Versammlung mit der Tagesordnung: „Wir fordem einen allgemeinen Hochschülerausschuß" statt. Hierzu werden von der einbemfenden Sozialdemokratischen Sttldencen- und' AkademikervereinigMg die ©titdeuten ohne Unterschied der Parteirichwng eingeladen. * Der Briefverkehr mit den Gefangenen in Italien. Zur Beschleunigung des Postverkehres zwischen unseren Kriegsgefangenen und ihren Angehörigen hat das italienische Kriegsmimsterium verfiigt, daß von nun an die ganze Korrespondenz über den Brenne r befördert werden soll. Die gesamte Post der Kriegsgefangenen und an dieselben wird von der 6. italienischen Division befördert. .j *> Wieder eine Spielhöhle ansgehoben. Sonntag nachts wurde in der Wohnung des Rudolf H o r a k, H., Praterstraße 50, eine Spiclgcsellschaft von 39 Personen, darunter 8 Frauen und Mädchen. anSgehoben. Als der Polizeibeamte mit den Agenten in den Spielsalon eindrang, war der Raum von Gasten so dicht gefüllr, das; die Kommission nur langsam vorwärtsdringen konnte. Selbstverständlich war auch in dieser Spielhöhle für die leibliche Nahrung der Gäste aufs beste vorgesvrgt. Gegen die Spieler wurde die Anzeige erstattet.. - Bortrüge rmd Versammlungen. „Wa-^habcn 'wir, Zionisten von England zu erwarten." t.\u' dirftS Tlnnna wird im Ralnnen deS Vereines?, i.o.ii^dck^