Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 45 (4.3.1919)
- Date
- 1919-03-04
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2979076-2979077-2979122--00381-2985667- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 45 Wien, Dienstag Wiener Morgenzeimng 4. Marz 1919 Solle 8 des Bodens und die selbständige freie Arbeit, das Prinzip des Pioniertu ms bei der Besiedlung und in kultureller Beziehung die unbedingte Herrschaft der h e b r ä i s ch e n S p r a ch e. . Außerordentlich interessant sind die Aeußerungender einzelnen Arbeitersührer bei der erwähnten Konferenz. Der Delegierte Ben-Jakob' hält die offizielle sozialistische Abstempelung der Organisation als dem Geiste des Hapocl Hazair widersprechend. Die Grundlage des Haßoel Hazair ist das Pioniertum, die A u fopferung der eigenen Interessen zugunsten des Arbeitsideals. Nicht der Lohn sei das maßgebende, sondern die Schaffung der Arbeit. Der Redner füfjrt folgendes Beispiel an: 30 Mitglieder der Organisation waren als Landarbeiter in der Kolonie Sichron-Jakob tätig, sie erhielten einen Tageslohn von 1 Bischlick, der nicht einmal für das trockene Brot ausreichte, und mußten buchstäblich Hunger leiden. Als man ihnen den Vorschlag machte, nach der Kolonie Chedera unter weit günstigeren Bedingungen zu gehen, haben sie es einstimmig abgelehnt. Nicht wegen der günstigen Bedingungen nehmen sie» die Arbeit in diesem oder jenem Orte auf, sondern wegen der Grunolegung der jüdischen Arbeitsmöglich ketten an gewissen Plätzen. Der Delegierte Saßlawski erklärt: Wir kamen hierher nicht als Proletarier, sondern als Pioniere. Unser Prinzip war bisher, unter Umständen mehr als die vereinbarte Arbeitszeit zu arbeiten, nur um das Höhere und Schöpferische der jüdischen Arbeit zu demonstrieren. Zerstören wir dieses Prinzip, so untergraben wir den Hapoel-Hazair. Der Delegierte Schochat erklärt: Das Pioniexrum ist die Seele unserer Arbeit. Wir haben im Lande noch nicht die Bedingungen, um ein Proletariat aufnehmen zu können. Das Land ist wüst. Unsere einzige Aufgabe ist die: Von der Stadt in das Dorf zu gehen, uns an die schwierigen klimatischen Verhältnisse zu gewöhnen, zu. fiebern, zu leides um nur nicht die Hilfe der öffentlichen Institutionen anzu.ehmen. Der junge Dichter Ziegel trat für das sozialistische Programm ein: All die so^ia.isti.chen Forderungen laben ihren Ursprung nirgends anders als in unierigen «-eiligen Quellen, in uunserem Volksgeiste, im Geiste unserer Propheten und Denker. Es muß unser Sozialismus sein. Auch die weiteren Gegner des sozialistischen Programms erklärten einstimmig: Niemand von uns ist und kann ein Gegner des Sozialismus sein; aber wir wollen unser Pionierideal nicht durch Programme und Paragraphen einschnüren. Es soll ein freier Geist in unserer Arbeit herrschen. — . Man hat den Sozialismus immer und immer wieder als jüdische Schöpfung verlästert. Wir Juden sind stolz darauf, daß aus unserem Volke die genialsten und hinreißendsten sozialen Konzeptionen hervorgegangen sind; aber erst in der Verwirklichung der sozialen Ideen wird sich der wahre Geist unseres Volkes offenbaren. Für uns wird die Ueberwindüng des Kapitalismus auch eine Ueberwxndung der materialistischen Gesinnung überhaupt sein müssen. Dann erst wird soziale Gerechtigkeit möglich sein, und die Menschlichkeit wird in die entmenschte Welt zurückkehren. De«tschla«d vor einer nenen Revolution. Die Unabhängigen und dre Spartakisten rüsten zu einem neuen Schlag, um die Herrschaft des Proletariats über den Staat und die Produktion aufrichten zu können. Sie wollen das Resultat des Wahlkampfes, das ihre verhältnismäßig geringe Zahl festckellle, nicht anerkennen uyd setzenden Kampf innerhalb der Arbeiterschaft nur allen Mitteln fort. Der Feuerring um-Weimar schließt sich immer inehr, Berlin und Dresden stehen im Generalstreik, die mitteldeutschen und thüringischen Städte sind in den Händen der Unabhängigen. Die Mehrhcitsiozialisten wehren sich, indem sie. einerseits durch die Anbahnung der Sozialisierung der Energieauellen und der Bergwerke auf die wegen des Berfassiingsenlwurfes mißtrauisch gewordene Arbeiterschaft wirken wollen. Andererseits kündigen sie den schärfsten Kampf gegen die Unabhängigen an. Im „Vorwärts" fordern der Vorstand der soz aldemokratischen Partei Deutschlands und die sozialdemokratische Fraktion der Nationalversammlung die Arbeiter auf, sich gegen die Tyrannei zur Wehr zu setzen, mit der sie zum volitischen Massen st reik gezwungen werden. Wahnsinn und Verbrechen, so heißt es in dem Aufruf, jagen durch die deu'schen Lande. Wird .dem wilden Wüten nicht Einhalt getan, so gräbt sich die deutsche Arbeitertlasie ihr eigenes Gmd. Seit den entscheidenden Novembertagen har der politische Massenstreik als Kampfmittel der Entrechteten jeden Sittn verlöten. Was als Ziel der w (den, zügellosen Bewegungen hingestellt wird, ist schon erreicht oder wird m nächster Zukunft gesetzlich festgclegt werden. Der Ausruf stellt sodann fest, daß w e de r d i e Saldo t e nnoch d i e A r b e i t e r r ä t e v e r s ch w i n d e n werden, und daß die Sozialisierung sicher kommen werde, in dem Maße und mit der E le, wie es volkswirtschaftlich nur irgend möglich sei. Jeder politische Massenstreik nütze heute „nur den Kapitalisten, schwäche die Arbeiter, stärke d.e ausländischen Kapitalisten und Annexionisten, verschärfe die Blockade und schleudere tausende Deutsche ins Elend. Die Arbeiterschaft möge sich endl'ch gegen d«e planlose wilde Bcwegrmg. zur Wehr setzen und dem schädlichen Beginnen weniger bewaffneter Fanatiker energischen Widerstand entgegensetzen. Renners Plan einer Koalition der Sozialdemokraten und Christlichfozialen. Der sozialdemokratische Staatskanzler wirbt •— wie wir bereits berichmen — um die Chrlstlichsozmlen. Sie sollen mit den Sozialdemokraten die ReglerungSmchrheit bilden Schon die Absicht einer derartigen Koalition zeigt, daß der Parlamentarismus gcbl'eben ist, was er vor der „Revolution" war: em unsittliche, höchst fragwürdige Institution. Man sck'lägt sich, man verträgt sich. Es ist übriaens interessant, das Echo zu verfolgen, welches Herrn Renners Antrag — fast möchte man sagen Anbiederung — un Wiener Blätterwalde fand. Die „R e i ch s v o st" anrwortrt vorläufig mn einer Ab'age und erteilt dem sozialdemokratischen Theoretiker folgend«'Lehre: „In solchen Zeiten geht es nicht um Majorität und Minorität, sondern um die möglich st umfassende Vereinigung aller zur Staatsarbeit fähigen Kräfte. Dabei werden die Christlichsozialcn niemanden missen wollen, dies um so weniger, als die Motive, welche sie selbst bewegen, heute Gemeingut aller ehrl chen Leute im Lande sind, Bisher haben wir es nur unseren guien Instinkten und unserem Glück zu verdanken gehabt, daß uns die bitteren Erlebnisse Deutsch lands erspart geblieben sind. Jetzt heißt es, an eine organisierte Fürsorge schreiten für die Wohlfahrt des Vaterlandes und für seine Bewahrung inmitten der Ruinen Europas." . '<■ Höchst amüsant, wie rasch sich die Rollen vertauscht haben. Das '„D e u t f ch e V o.l k s b l a t r" hinwiederum stimmt schmunzelnd zu und meint. :„Bride Parteien 'sind Vertreter der schaffenden Arbeit und i n vielen Punkten treffen firf) auch ersichtlich ihresozialenProg ramme." Na also! Wozu nur aber dieser wilde Wahlkampf war, wenn zwischen Marx und Prinz Liechtenstein diese enge Jdeengememschast bestehl? „Das Ghetto als Sieger." So nennt Herr Dr. Richard Beer in der Wochensu,rift „Die Wage" den Wahlsieg Strickers über Dr. Ofner. Auch wenn man den mildernden Umstand gelten läßt, daß Ofners Niederlage seine Anhänger tief entrüstet hat, kann man den Autor nicht verschonen und muß die Lächerlichkeiten und Dummheiten, die er vorbringt, einem weiteren Leserkreise Mitteilen. i Herr Dr. Beer findet, daß eine nationaliüdische Agitation nur in Wien möglich ist, sonst überall i n E u r o p a uümöglich wäre! Der Herr hat einen weiten Gesichtskreis, wem genau, wie es in den anderen Judenzentren der Erde anssicht. Nirgends gibt es Nationaljuden in Europa — nur in Wien. Ein wohlmiormierter Mann! Nur ein Amor, der über die Kräfte, die im Judentum wirken, so gut unterrichtet ist, konnte ferner Herrn Dr. Ofner lächerlich machen und behaupten, seine bloße Existenz bringe der jüdischen Rasse mehr Freundschaft und Ehre, als die Reden, Schriften und Taten aller Zionisten z u s a m m e n g e n o m m e n. Natürlich! Was bedeuten H e r z l. A ch a d H a a m und Bub er, Ru pp im und W eizmann, Brandeis und Sokolow für. das Judentum neben Dr. Ofner? Und das sagt er kürz nach teuer denkwürdigen Erklärung Ofners, in welcher er es als vornehmste Aufgabe emes jüdischen Abgeordneten gezeichnete, die Judensrage zu verschweigen... ... . Sehr dreist ist die Bezeichnung des rüdlsämätionalm Wahlerfolgcs als „wertlose Demonstration". Ob sich Herr Dr. Beer auch einem anderen Volke gegenüber herausnehmen würde, den Kamps um das R e ch t auf d »e e i g e n e N a t i o n so geringschätzig abzutun? Und dann diese freche Herabsetzung der Ostjuden, diese maßlose Ueberhebung der assimilierten temschen Israeliten vom Kai, die sich einbckden, eine Reinkultur höchster Sittlichkeit und Zivilisation darzustellen Md über die östlichen ..Halbasiaten" die Nase rümpfen. . - Seit dem würdelosen Auftreten der entfesselten Protestrabbinermeme gegen Herzt, seit der schmählichen Verhinderung des ersten Zionistenkongresses in München durch deutsche Juden, haben die Assimckanten nichts velernt und nichts vergesien. - Und kriegen jetzt den Koller, weil sich die große, das ganze Judentum durchflutende nationale Bewegung auch m ihren engsten zirken Bahn gebrochen hat._ Die Friedenskonferenz. Für die volle Gleichberechtigung der Juden. Stockholm, 2. März. (Tel. der ,Wr. Morgenztg.") Aus Paris w'.rd gemeldet: Am 26. Februar überreichte eine Delegation des „Vereinigten jüdischen Ausschusses" in London, dem unter anderen Lord Rothschlld und der ehemalige Minister Sir Herbert Samuel anaehörten, der Friedenskonferenz ein Memorandum, welches die Sicherung der Gleichberechtigung der jüdischen Bürger in allen Staaten fordert. Das Memorandum verlangt volle Freiheit der Reli ionsübung, freien Zutritt zu den Staatsämtern und zu allen Berufen für alle Einwohner ohne Unterschied der Nation und des Glaubens. Personen oder Gemeinden, die unter der Nichtbeachtung dieser Grundsätze leiden, sollen ein B e s ch w e r d e r e ch t bei der Exekutive des Völkerbund es eingeräumt erhalten. Beschlüsse der Konferenz. Die deutsche Armee als Polizeitruppe. — Entscheidung über Kleinasten. — Volksabstimmung in Schleswig. — Endgültiger Waffenstillstand vor dem 17. März.! Paris, 3. März. (Havas.) Das Dokument, an dem Marschall Fach mit den Experten der Großmächte arbeitet» enthält praktische Lösungen und die Bedingungen militürischen- Charakters, die D e u t s ch l a rrd a u f e r l e g t w erden. Dieses Dokument begrenzt die Bestände der deutschen Armee, indem derselben nur noch der Charakter von polizelltchen .Streitkräften gelassen wird, und stellt bestimmte Garantien gegen eim zukünftige Wiederaufnahme des Krieges durch Deutschland Mi.' Es werden alle Maßnahmen getroffen werden, um die Beobachtung der eingegangenen Verpflichtungen zu sichern. -- Die Kommission für die griechischen Angelegenheiten traf eine grundsätzliche E n t s ch e i d u n g Ü b e r K l e i n a s ien< Sie beschloß, daß ein Küstenstreisen z w i f ch e n Aivali und dem Golf von Kivs Griechenland z u g e t e i l t w e r d t, sei eS als volles Eigentum, sei es in Ausübung emes internationalen Mandates. Italien machte einige Vorbehalte, indem es auf die Verpfltchttmgen der Konvention von St. Jean de Maurienne vom Jahre 1917 gegenüber Italien hinwies. Die Kommisston steht vor der Aufgabe, daS Schicksal Schleswigs zu regeln. Sw stimmte einer Volksabstimmung so blov für den Nordteil Md einerabschnittsweisen Volksabstimmung für den zentralen Teil zu. Diese Volksbefragung wird nach dem Verlauf einer gewisicn Frist, nachdem das Land dem Einfluß der deutschen Beamten entzogen worden ist, stattfinden.- Die Frage der deutschen West- und Ostgrenze wird im Laufe der Woche behandelt werden. j Auch die finanziellen Bestimmungen find vorbereitet. Die frMzösische Regierung verlangt nicht die Rückerg«n will ünd nebenher noch rasch das Schicksal der Musik erledigt. Aber das heilige Friedenswerk endet mit einem blamablen Schisma, und was die Herren mit Worten begannen, das setzen ihre Diener mit den Messern fort. Blut fließt, die Wache feuert ins Getümmel und schleppt die Opfer zur Folterkammer! Ironisch schwebt die Frage auf: Ist das der Sinn des heiligen Konzils? . Nach dem politischen Exkurs schließt sich der Kreis. Wir kehren zu Palestrina zurück. Aus der Kerkerhaft entlassen, wohin ihn seine scheinbare Widersetzlichkeit brachte, vernimmt er die Botschaft von den Wirkungen jener schöpferischen Nacht. Sohn und Schüler hatten die Notenblätter gesammelt und im Kardinalspalast sind die himmlischen Melodien erklungen. Der Papst selbst erscheint mit Gnadenbeweisen, der Kardinal sinkt reuig dem Meister zu Füßen, > nur Silla fehlt, denn „Jugend will zur Jugend". Und Palestrina ist alt, sein Erdenpensum ist vollbracht, und in dieser Erkenntnis sich bescheidend, träumt er sich an der geliebten Hausorgel in Ewigkeitsgedanken. Wie das Problem vom Künstler und seiner Umwelt in diesem Werke mit Zügen unserer Zeit ausgestattet scheint, so vermeint man auch zwischen seiner Titelfigur und dem Verfasser Beziehungen zu finden. Auch Pfitzner steht mit seiner Operndichtung im Banne historischer Erwägungen. Versenkung in die Musikgeschichte hat ihn inspiriert und ihn die Bedrängnisse einer traurigen Gegenwart mißachten lassen- > selbst die übergöttliche Macht» unter deren Zwang der Held seiner Oper handelt, erweist sich bei näherer Betrachtung als musikhistorische Kategorie. Palestrina, der als Schlußstein einer musikalische« Epoche angesehen wird, wird durch die bewußte ErtenntniS dieser seiner Sendung zur Niederschrift seine- Werkes bewogen. Auch Pfitzner läßt seine Musik bewußt antiker Art fick annähern. Zwar läßt er seinen Palestrina sagen „ . . des Bewußtseins Licht, das tödlich grelle ist feind dem süßen Traumgewirk dem Künst!erschasfen". Aber diesen Konflikt zwischen dem freien musikalischen Erfinden und der bewußten stilkritischen Ueberlegung hat er gleich seinem Helden zu glücklicher Lösung zu bringen verstanden. Die Mittel seines Archaismus sind einfache, getragene Metren, mit denen sich die Feierlichkeit der alten Kirchentonarten verbindetharmonische Quarten- und Quintenfortschreitungen in der Art der Fauxbourdons; Choralmotiven angepaßte melodische Bildungen; kunstvolle Mehrstimmigkeit, wie im Nonett der Geistererscheinungen; eine starre Thematik, die wie mittelalterliche Gotik wirkt; und, endlich wörtliche Zitate wie in der Kompositionsszene> wo die Hauptmotive der Palestrinaschen Messe zu Ensemble verwertet, erklinge. Der diese Elemente zu einem Ganzen vereinigende Stil ist wohl ein eigener, höchstpersönlicher, doch hätte Pfitzner, wenn ihm seine musikalische Ahnenreihe erschiene, zunächst Richard Wagner die Hand zu drücken. Zwar führt er das System der Leitmotive und -themen nicht wie jener mit äußerster Konsequenz durch, aber auch er baut seine dramatische Tonsprache auf der treibenden Kraft stets wiederkehrender und kaum veränderter Themen auf.' Wir erkennen, ein das Werk durchziehendes und abschließendes Vollendungsmotiv; ein den Namen „Pierluigi" melodisch rufendes, melodisches Gebilde; zwei weitgespannte, innere Leerheit malende Themen des Konzils; ein würdevoll stolzes, dem Kaiser Ferdinand zugeordtteteS; die vielgestaltigen musikalischen Typen der Kirchenfürsten; das Motto „Schnell zum Schluß", die Einleitung des zweiten Aktes beherrschend, und seine Umkehrung in Bedächtigkeit usy>. Eine ganz aparte Ausbruckskunst spricht audem melodischen .Gefüge, der natürlich freien Behandlung der Singstimmen, wie aus dem mit delikatestem Geschmack behandelten Orchester. Es würde zu weit führen,! allen diesen Feinheiten nachzuspüren. Seiner Dichtung' ist Pfitzner an Tiefe des musikalischen Inhalts viel-? , leicht nicht gleichgekommen, doch die Verbindung beider; Künste ergibt ein bewunderungswürdiges Meisterwerks Franz Schalk hat mit dieser Aufführung einLi große künstlerische Tat vollbracht. Der Bann der Ge-f schäftsprinzipien ist gebrochen, wir haben seit langer! Pause wieder ein neues Werk von überragender Bedeu-l tung. Pfitzner selbst hatte die Inszenierung besorgt.! Der sorgliche Geist des Autors war wohltuend darin j zu verspüren. Schmedes als Palestrina, durchgeistigt von edelster Haltüng des Spieles und Gesanges. Herr Dr. Schipper, als Carlo Borromeo, mächtig an Stimme und imponierend durch seine Beherrschung der Szene. DemJghino lieh Frau K i u r ina ihr herrliches; Organ und ihre knabenhafte Anmut. Eine in Vollendung erfaßte Gestalt war der Morone des Herrn Dühan. Die Reihe aller Künstler, die ihr Bestes! brachten, ist kaum zu erschöpfen. Fräulein Lehmanty) Fr u Kittel, Herr Mayr als Pius IV., L e ü e r> Z e Betetto, Maikl, Wiedemann, Gallos, sie alle! hatten mit glänzenden. Einzelleistungen Teil an der Wirkung des eindrucksvollen Abends. Dem Wiener Publikum war eine schwere Aufgabe gestellt. Sollte es sich' durch die Sprödigkeit des Werkes und - seintz offenbaren Längen abgestößen fühlen oder die oft verborgenen Schönheiten mit Anstrengung genießen? Es teilte sich bei dieser Erwägung. Ein Teil 'der Premieregäste hätte andere Sorgen als Pfitzner zu feiern, der bessede Rest aber harrte geduldig aus und wurde nicht müde, dem Dichterkomponisten immer wieder zuzujubeln. Es war ein rauschender Schlußerfolg. Dr. Kottrad Mar ick. '