Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 43 (2.3.1919)
- Date
- 1919-03-02
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 43 Wien. Sonntag Wiener Morgenzertuirg März 1910 Seite 7 zerfällt. wobei nt den e'n'.eltteu (--ebieteu. der,Uebergattg zir.- neuetl Währtma > \m\\ dem Verüätruine vou i->. i stattsindei, ' entivrichl1 es de» Sinforbcntuflcn d'? -Kcrfitco f:nd^' der Billigkeit.da/r den ausländischen Besitzern dn-.- roi: dem Wiihrungswcchiel begründeten Kronenguthaben .das Riecht eingeräntnt werde, innerhalb einer zn bestimmenden Frist non ihren Krottenguthallen 'nach ihrem Ermessen Ueberweisnngett nach jenem Gebiete durchz'.tsühren; wohin sie.Zahlungeit zu leisieit tviinschen, tun sich dadurch für ihre asten Kronenguthaben die Umwandlung al pari in dte' neue Wührtttzg zu'sichern.- - y ■' •" Die, ocutschösterreichische ^legierung beantragt, hierüber eine Uebereinstimmung zwischen beit Ratiottalstaaten Herzustellelt und bittet wegen der bevorstehenden dringlichen gesetzlichen Verfügungen um beschleunigte Steüungnahnte. ' > [ Flugverkehr Wiener-Neustadt—Wien. Wieuer-Neustaüt. i. Wtärz. Die hiesigen Flieger eröffnen van heute an den L n f t v e r k e h r Wiener - N e u st a d t— Wien, mit P e rson e n-'. u n d F. r a ch t e n b e f ö r d er u » g./ FltWeit Wiener-Nntstüvt—Wien '15' Minuttn..'- Der -lahrvrrts beträgt pro Minute K 5. Startplatz Fliegcrkäserne Wrener-Neustadt. Der Stand der Flüchtlingsfrage. ,' Die' Angelegenheiten bet in De nt sch Österreich, litt der TschechowSlolvakci, Ungarn und der Iugoslüwia weilenden jüdischen Flüchtlinge aus Ostgalizierr bilden den Gegenstand der fortwährenden Bestrebungen seitens der Delegation des Jüdischen National-- rates für Ostgalizien. Die Bemühungen gehen dahin, einerseits die Gewährung der Flüchtlingsnttterstühung und-die Aufrechterhaltung der Tätigkeit'der Flüchtlingsämter' bis. Ende April zu erlangen» andererseits 1 die 'Heimbeförderung anfangs Mai sicherzustellen. Die Delegatchn des Jüdischen Nationglrates für Ostgalizien unternimmt ihre diesbezüglichen: Schritte / gemeinsam mit den in Betracht kommenden jüdischen Nationalräiendex .einzelnen Nationalstaaten. ' . - ' Jy-DeutschÖsterreich hat das. Staatsamt.'für .^JnnMs für den 15. März die.Einstellung-der Flücht- Aingsunterstützung und der Tätigkeit der Flüchtlings- ^ämter für die Flüchtlinge aus Ostgalizien verfügt. Das" dsüLschösterreichische Staat'samt des Innern, welches'im November Vvrigetr Jahres der Unmöglichkeit der Repätriierung der Flüchtlinge noch Ostgalizien in seinen Erlässen Rechnung getragen hat, scheint nun -in der Angelegenheit andere Wege gehen zu wollen. Soll der -letzte - Erlaß Wirklichkeit werden, dann hieße es Tausende von Müttern, Kindern und Greisen den schwersten Prüfungen ausznsetzen. -Mitte - März ist in Galizien nocheisiger, kalter Winter. Es dürfte kaum jeinänd tvagen, Menschen unter solchen Umständen in ungeheizten Viehwagen in eine vierzehntägige WartderungZu jagen. Sollten für die deutschösterreichische Regierung nur sachliche Gründe' maßgebend sein, dann ließen sie sich säst alle beheben. Die Stadt Wien befindet sich in großen Ernährurrgsschwierigkeiten. Die Juden haben es bisher vermieden, sich -wegen Beppflegshilse an das-' neutrale Ausland, die ^'-8MEtbe^7.ünd'^ArmrLkLzu wendtn, haben vielmehr wie dies vor zwei Monaten durch den Jüdisch en Zcationalrat in Wien geschehen ist, ihrerseits die diesbezüglichen Schritte des deutsch österreichischen Staates ntttersticht. Sollte'-es zweckdienlich seist, dann könnte ja ein neüerlilher Appell an die Judenschaft der. ganzen Welt erfolgen, Deutschösterreich in seiner schwierigen Läge zu helfen. Gewiß' hat Deutschösterreich keine Pflicht für die nach'Östgalizien zuständigen Flüchtlinge eigene Gelder quszugeben. Die Flüchtlingsunterstützung 'geschieht bisher gegen Refundierung seitens der westukrninisch'en' Volksrepublik. Auch für die Zukunft ist dies sichergestellt. ’ ff ^Jn diesen sachlichen Momenten ist somit eine Lösung erreichhar. Sollte jedoch die Regierung Deutsch- ^ostetreichs'aus anderen Gründen bei ihren letzten Ah- ''sichten beharren,, dann würde sie damit ihre bisherige Humane Haltung-aufgeben und^ die Juden zwingen/ für ihre Brüder im Auslände Schutz zu suchen. Wir wollen Lies vermeiden und glauben, daß dies auch nicht im Interesse , des. internationalen Rufes, des neuen Staats- Ipesens'gelegen ist. Die Zelt vom 15. März 'bis Ende April ist nicht gar so * lange. Indischerseits wird es gewiß - an versuchen und Schritten nicht ermangeln, ' die MäHtHaber''DeytschSsterreiHS Äber . die' Ungerechtigkeit und Kurzsichtigkeit ihrer Absichten zu überzeugen. - In der Tscheche-S-lö'wakei weilen noch unßefähr- 15.000 jüdische Flüchtlinge, von' welchen beinahe 14000 'unterstützüngsbedürftig ' sind... Der, Jüdische» Ra- Lionalrät für die Tschecho-Slöwakel leitet seit Novtzmber bas Hilfstverk für die Flüchtlinge. Erhebliche Geld- >'MitttllMd, Von jüdischnationaler Seite bisher hierfür Verwendet worden und alle Bemühungen , gehen dahin, diesen-Dienst'bis zum Tage der Heimbeförderüng nufrechtzuerhälten. Esdürfte auch gelingen/ die nötigen Geldmittel hierfür zu erlangen. Im südslawischen Staate ist es dem ' Indisch etrRationalrate für Jugoslawien in. ^granr gelrutgen» >voN der Laibacher Rationalregierungdie WZterzahsn'ng/cher Flüchtlingsuntcrstütztlng zu erwirkeit. Vor einigen ' Tagen halbste eine diesbezügliche''Weisttttg -'mt die ibezirkshauptmatmschaften ift Cilli und Ratm ärlassüM Die Haltung der südslawische^' Redie'rn'ng, welche; gewiß nebst ntensckHchen Mck'sichte»!-auch auf die FsthMirg mit dem Auslande zurückzuführenist/' sollte allen anderen Nationalstaaten ein B.eispiel dafür Din. daß .'mätt 'in dieser Frage d.ie Menschlichkeit ntit.'den eigenen Interessen verbinden fatuu Am traurigsten stellt, sich die Lage, der Flucht-' Ung-r.-.in llngarn dar. Auch ' dMwerden nr-u.-rUch durch'den Jüdischen RttÜönalrut'.sür --Ungant Sch'rirte .nnwrnomtnen/nni die in Net geratrm'n Kriegsflmhk' Vl-'CVCUUulCvU. lieber die Benu'chtin.-en htn.it'sDvUU, Unte.rhatt der Flüchtlinge iri't>ijfelt I?catiohtiiftaa{cii bis Ende ^April sicherzustellen, geheit die Bestrebttngen/dio'H c i tttbefördernng vorznberei 1 en. Es heißt die nötigen Eisenbahnzüge zu erlangen, die.. Verpflegung tvährend der langen Reite zu organisieren und die 'Gewißheit zu erlangen, daß den 'Flü'chtli^tgen ihre letzten Habseligkriten nicht Unterwegs abgen-Mmen. werden. Auch irr dieser ''Frage,' dän'erii.- dD'VerhMb.lnng-en mit den in Betracht kommenden NegierungSstellen -und Behörden fort. ' - Schließlich gilt es, sür die Flüchtlinge, deren Heimatsorte. verwüstet.sind, in anderen Ortschaften Ost- - galiziens llnterkünstesicherzustellen und "ihnen, soweit sie beschäftigungslos sind, eine gewisse Zeit auch Inder Heimat die Unterstützung zukommen zu lassen. Das ist ein großer'Fragenkomplex, um sü mehr, als es sich um Inden - handelt,- für welche bei vielen der neuen, von Freiheit redenden Staaten so -wenig Verständnis vorhgnden ist. Dessenungeachtet geht, die Arbeit unverdrossen vorivärts und es besteht die Hoffnung, eine gürtstige Lösung herbeizuführen. L. W.?. Personalnachricht. Am ,27. Februar ist hier Herr Salomon B r o d, S.eniorchef der Firma S.- Brod ör Cie.. Vorstandsmitglied der israelitischen Knltusgemcinde, Präsident deZ Bereutes zur Hebung der Gewerbe, im 77. Lebensjahre verschieden. Das Begräbnis findet heMe vormittags am Zentralfriedhose statt. — Kultnsvorstcher Brod hat mehr als ein Jahrzehnt der jüdischen Gemeindeverwaltung angehört und dort insbesotidere die Interessen der jüdischen Gewcrbctrcibendm vertretett. Den jüdischnationalen Vertretern war .er ein guter Kollege und hat immer viel Verständnis sür ihre Fordemngen bewiesen. " Die Gleichberechtigung der steuerzahlenden Frauen bei den Gemeindewahlen dev türkischisraelitischen Gemeinde in Wien. Wie wir erfahrctt, hat sich der Vorstand der türkisch-israelitischen Getnemde tit Wien in seiner letzten Sitzung unter anderem auch mit dem Gcmeindewahlrcän beschäftigt- ,nnd über- Antrag - des Borstandsmitgliedes Herrn Mosco G a l i m i r . beschlossen, gelegentlich -.-der bevor-, stehenden Statutenänderung der türkisch-israelitischen Gemeinde allen st eu erzählen den Gemeinde m it gl i ed er n ohne Unterschied des Geschlechtes dasaktive Wahlrecht einzuräumen. 'Diese Neuerung ist natürlich völligunzureichend und bedeutet keineswegs, eine „Gleichberechtigung" der- Frauen. Auch die Gegner der Zionisten in der Kustusgemeinde wollen den st e u c'r z a hl e n den Fra neu das Wahlrecht zNgestehen, und zwar auch nur das a'k t i v e. Die Nationaljuden fordern jedoch das allgemeine, ' direkte,- gleiche. imb geheime Wahlrecht (das „vierkantige" Wahlrecht) ohne Unterschied deS Geschlechtes. Den Frauen gebührt ebenso das aktive ^nnd passive Wahlrecht wie den Männern. Selbstverständlich dars das Recht der Wahlbeteiligung an eine Stenerleistung'n i ch t gebunden sein. - " Raubmord und Selbstmordversuch des Taters. Im Hause Hüttelbergstraße 1-1 im XIII. Bezirke wohnte der gewesene Beamte der „Oezeg" Wilhelm Fcrdmand. H c r b e r t. Gestern nachmittags vernahm man. nun imsHanse mehrere Schußdetonattonen, die aus der Wohnung Herberts zu kommen schtenen. Ein herbeigerufener Wachmann 'öffnete die versperrte Türe, gewaltsam mid drangt ein, -Man fand-.-um-.Zimmer die. Spuren.eines g v.a ue .it h a f t e n V e-r»p.r-e ch,e.H-s. A u s d e m Bode n t a g e i ,n M a n n in einfachec 'Klcidung. E r h a 11 e e'i n e S ch n ü i u nt d e u H äl s, d i e fest zug ez o.g en w a r, n n d -a-ü s ei-n e r S chü ßiu;tt n d e a tu K o p f e rann, -V lnr-t. Dann fand man i m Z i«m m e r nebenan H e r b e r t s e l b st mit einer Schuß w u n d e a n d e r. Schläfe. Er war. b e wu ß tt o s, den Revolver hielt er n o ch in d e r H a n 'd. Nach der.ganzen Sachlage.war ch -klyr, daß Herbert den fremden Mann, -<bewirtsein-t-Wyh'ttmMwär^getötet. hat tu der unverkemtbareit Absicht, ihn zn..-b e r ä u b'e n. Der Tote hatte eine Brie ftasch e bei sich, in der sich ein Betrag von ungefähr 8 0 0 v K befand. Nach Papieren, dte er bei sich ijatte, ist ec der Btttrtalienhändler und Kleirtfuhrtnann Heinrich B .i n d.c r. Da Binder wahrscheinlich, dent heimtückischen Ueberfall'züvorgekommcn ist tmd sich gewehrt hat, -mußte-Herbert dazuschreiten ihn niederzuschießeu. AlS. er nun hörte, daß infolge des.Schirffcs Leute zu seiner Wohnung kamen und er seine Berhaftimg gewärtigen nmßte, hat Herbert der Strafjusttz zuvori'omnteu ,vollen und selbst Hand an sich gelegt. Er tvurde uts Rochusspital gebracht, wo. er nahezu hoffnmtgslos darniederliegt. Die weiteren Eehebüngen sind im Zuge. * 11. Klassenlotterie. Der Erneuecimgstermtn zur IV. Klasse endet aut Abend des 3. März 1910- Bis zu diesetu Tage können jene Spielcr, die an de? Ziehung, der IV. Klasse tetlnehmen wollen, die Ernenermtgslofe der IV. Klasse der 11. Lotterie unter Zahlung der einfachcn Klasseneinlage und Vorweisung der Lose UI. Klasse bei jener Geschäftsstelle beziehen, bei welcher, sie die Lose UI. Klasse gekauft haben. Die Ziehung der IV. Klaffe findet Dienstag den 11..und Donnerstag den 13. März 1919 /im Ziehungssaale, Wien, Hl, Lo.hringerstraße Nr. 20 (Konzerthaus), öffentlich statt; der-Beginn ist an beiden Tagen für 8 Uhr früh festgesetzt. Am Dienstag den 11. März 1919 werden vor Begittn der Ztehung die 4000 Röllchen mit den spielplanmäßigen Gewinnveträgeu der IV. Klasse in das Gewmnrad öffentlich' einge-- schüttet werden. Kerzenausgabe im März« Im März wird für sämtliche Wohnungen ans die Nummer 45 des Einkauffchentes je eine Kerze im Gewichte von Kilogratnm ausgcgebeu. Ueberdtes werden auf Grund der Petroleumbezugskarten, sür Wolmmtgen zwei Kerzert und sür Afterveruüetmtgeu eine Kerze im Gewichte öotrVsB Kilogramm abgegeben. * Petroleumabgabe. In der Zeit vom 3. bis 29. d. M. gelangen folgende Petrolemnmengen zur Abgabe: Für Haushaltuu geu und Geschäftslokale V, Liter, für Nnterut toter und zur Beleuchtung der Flnren, Stiegeu, und Gänge '/» Liter wvchentüch sür jede Flamme und sür Heimarbeiter 7, Liter. Der Petrolcumbezug für Waschküchen bleibt eingestellt. Vorträgstz und Versammlungen. Ortsgruppe F a v o r i t e n d e s I ü d i s ch e n N a t i o n a l v e r e i n c s. Am Donnerstag den 27. Fcbrttar fand der erste Vortragsabend statt, welcher sich eines guten Besuches erfreute. . Herr Dr. Egon Zweig sprach über.die Ziele, des Zionismus, Herr Lehrer S ch w.e r t .f t u g e r über Kultus- oder Volksgemeinde. Zum, Schltiffe sprach Herr Dr. Fritz S.l e i n e r über die Zustände in der Wiener Knlkusgemetnde und brachte die 'in der Versammlung im Zirkus Dusch angenonnnene Resolution zur Verlesung, welcher mit großem Beifall zngestimmt - wurde. -V c v,c i n i g it u g . j .ü d i s ch. t r E je* portak a. d e m i f c r. € amtztag Pen 8. d. G., >> libr. sv'.'tcht Dr. üt i\ \' i v .. n'tt Be.-euM, mn'. . I!. Obe.' Dv-/.anst.ar're 111, Mrzzamu.' über'..Kc-!onis-.stivri^probidm; Palästinas". 1 t^äsle willkommen. -- Diensmg - den L d. Bü, 7.-^ kihr, "n-ichr R-.chard- K r a-m e .r im BereinMeim,' HP 'Obere Donüustraste Ml, Mezmif.f. über ..Bemfönimchtchinng"; Gäste wtllkotrtmen. — G e s e l l t i*i a 11 's a b c it d d c s A.k a d e nt i- > ch'c n B e r e i n e öjit d t s ch e.r M e d i z i n e r.---Samstag deü,P. d.-M. - um 4 Uhr nachmittags 'findet^'tut Saale des Kasino Zögernitz,- Döblinger Hauptstraße 76',. eine-Akad emi e ''Ba.-,ct6programm) unt auschtießender. "zwangloser Unterhaltung - Im verstärktem Salonorchester statt. Kartenvorverkanf (Tische und E/nzrlkarten) täglich von 11 bis 7,1 Uhr im Vereinslokal, VIU., Alsersträße 7? —' Fuge itbbit.it d „I u b ei g" veranstaltet am Mittwochs den 12. d. M. in' beit Reichshallen., I„ D'orptheergaffe, einen, musikalischen und literarischen Abend. Mitwirkende: Biolmvft-tuose Leo Trembatsch, Opernsängerin Frl. Gisela Krattsz (Schülerin des Prof. Ungar), Klaviervirtuosin Frl. Schwärz-itttb S. I. Imbcc (Vorlesung aus eigenen Dichtungen). Karten vvtt' st.3.— bis st il.— bei Herrn N. Löwir, l., Notcntttrmstraße 22. jüdisches.Jugendheim, U., Obere Donaustmße 91 und ab 4 Uhr nachmittags im Bereinslokale, ll.. EnnSgaffe 15. —- Das Komitee ' „B n c z a c z-e-r i n W i e n" beruft sür heute eine Versammlung ' der' Buczaczer ein. Saal: Jüdisches Jugendheim, II.,1 Obere ' Dvnaustraße 91. Beginn 4- Uhr nachmittags. — Jüdische" V e r s a m m l u n g s ü r die w e st l i ch e u B e z i r k t - W i en s, Donnerstag den 6. d. M., präzise 7*7 Uhr abends. - im'Cafö-Restaurattt „Palace", VI., Marmhilferstraße 99^ Referent Ratiouälrat Robert Stricker. Programm: Die Juden' u n d d i e K o n st i tu a n t e. Anschließend Konstitnieru'ng der zionistischen Ortsgruppe und freie Diskussion. Gäste, auch Frauen, herzlich willkommen. Kommunales. Die Gemeittdewahlreform. Die freiheitlichen Vertreter verlassen den Beratungssaal. In Ergänzung des Berichtes über die vorgestrige Sitzung des gerneinderäilichen Wahlreformausschusses stellt -Stadtrat Dr.- H e i n fest, daß er seinen Antrag, nach welchem ganz Wien einen Wahlkreis bilden sollte, daünt begründet habe, daß - bei der bezirkswctsen Einteilung die, freiheitlich-bürgerlichen und deutsch- - natiouaken Minoritäten in 15 Gemeindebeztrken jeder Vertretung beraubt werden. Durch die . von. ihttt beantragte Zulassung, der Lisienkoppelung sollte den kleineren Parteien die Mögltchkeit gegeben werden, durch'Zusammenschluß zu einer Vertretung, zu ge- . , langen. Durch die A b l e h n u n g d e r K o p p e l u n g werden auch die geschlossen vorgehenden Tscheche.-, Sl o waken auf K o st e n d e r D e u t s ch f r e i h e.i tl i ch e n und Deuffchnatioualen begünstigt. Weiters stellt Dr. Hein fest, daß er gegen ba5 System der gebmtdenen Listen Stellung genommen habe, weil durch dasselbe die freie Meinungsäußerung der Wählerschaft u'n terbutrden und die Wählerschaft der Willkür der Partetkomitees aüsgeliefert werde.' Nach Ablehnung der g e ft e l l 1 e n A n t r 8 g e h a b e tt d i efreiheitlich-bürgerlichen Vertreter d e n Beratn'ngsfaal verlassen mtd' Dr. H ei tt d i e W a h l i n d a s R e d a k t i o n s k o m i t e e a ba e t e h ti t. Genteinderat S e d,l a k stellt fest: Die Mitteilung, daß für die Bestimmung der Seßhaftigkeit als Voraussetzung des Gememdewahlrechtes die Christlichsozialen und die vüraerltchen Parteien cingetceten sind, die Forderung aber fallen gelassen und sich dem Anträge der Sozialdemokraten angeschloffen haben, ist u n r ich t i g. Ich habe als deutschnationaler Gememderät allein den bestimmten Antrag auf m i n d e st e n s einjährige Seßhaftigkeit gestellt und - dieser wurde auch aufrechterbalten, lieber meinen Antrag wurde abgestimmt, 'wobei ich allerdings allem blieb. ' Frau Gemeinderat Auitta Müller bittet uns,, sestzustellen, daß sie -.-in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag d'eir 27. Februar krankheitshalber nicht anwesend war. Der Marktbericht. Krawalle in der Grotzmarkthalle. Da die Beschicktmg der Märkte eine derartig tutgünnige ist/ daß sie seit Monatett für die Versorgung der breiten Massen überhaupt nicht mehr m Betracht konnnen, hatte in derletzten Zeit nnch das Jntereffe der Verbraucher für die großen Wiener Märkte nachgelassen. Der Besuch der Märkte war daher bis vor kurzer Zeit sehr schwach,- seit Einstellung der Fleischausgabr warctr- - aber wieder viele Tausende Wiener bemüht, ausden Märkteir ' Ersatz sür das fehlende Fleisch zu sindeu. So war die Freitags erfolgte Ankündigtmg, daß Samstag in der Großntarkthalle Mrorenes Schtveinesleisch ausgegeben wird, für tansettde Wiener Veranlassung, sich bereits im ersten Morgengrauen vor btu Toren der Großmarühalle anzustelleA. Bei Begtnn des Verkaufte waren nach polizeilicher Schätzung ungefähr' 6000 Persönei't vor den Berknufsständen der Großmarkthalle angestellt. Für den Verkauf waren aber insgesamt nur-2700 Kilogramm des^gesrorenen - Schweinefleisches ausgegeben worden, so daß einzelne Stände nur ' über einen Vorrat von 20 bis 40 Kilogramm verfügten. Mit Rücksicht auf den kleinen Vorrat wurde die Abgabe auf ein halbes Kilogramut per Einkaufschein ohne RiWcht auf die Anzahl der Personen, auf, tvelche der.Eutlausschcin lautet,. beschrättkt. Trotzdem konnte ei» großer Teil der Kauflustigen, Peren Zahl sich nach Eröffnung der Halle noch vermehrt hatte, nichts erhalten. Als die Käufer bald naä; 7«8 Ikhr sahen, daß die Vorräte an Schweinefleisch zu Ende gehen und 'auch sonst in der Großmarkthalle nichts zu haben ser ,— Schaffleisch fehlte gänzlich, an Würsten gab es nur SOO^Krlogräy;ut — v bentachtigte sich . ihrer große, Unruhe. Ein Stand, oer um diese Zeit noch über einen kleinen Vorrat .verfügte, wurde gep.lünd ert. Hierauf wollte die erregte Menge, die der Memung war, daß sich in den Kühlanlagen der Großmarkthalle noch Vorräte befinden, die Ausgabe werterer Quantitäten erzwingen - mtd drohte mit der Stiirmung der Kühlrännte. Die anwesende Polizei, die der erregten Müffe gegenüber öhitmächtig war, itt nßte V erstark n n g, e r h alt e u und konnte erst dann die Großmarkthalle truppweise räumen. Diese Vorfälle wären' leicht zu vermeiden gewesen, wenn um» von der Ausgabe dieser geringen Mengen abgesehen hätte, denn eine Aushilfe bcbaUeit 2700 Kilogramm Schweinefleisch — das übrigens sehr schlechter Qualität war — für eine Millionenstadt nicht. Wir werdeit leider viele Wochetr kein Rindsteisch erhalten, so daß die Gemeinde Wielt nmh Gelegenheit haben wird, mic ihren Vorräten ausznhrlfen. aber erst dann, wenn die Vorräte , derartige sind, daß sic wirrliü) eine Ai-t-hiffe bedeutet!. Die Ftschmärkte verfügten zwar, heule über Seefische,^ aber auch nur iil'er so geringe Arengen, die für die Deckung des Bedarfes nicht in Betracht ko nuncn. . , ' . Eine leicht: B e i seruug der Lage ist auf -,deu, Grünw a r e n m ä - > e -.n verzercknen. Die meisten Märkte erhielten heute aus '.'<i-.^.'.-Österreich bereits größere Sendungen! Spinat, der natürlicii kvluift begehrt n>ar. Lerder wmde aus Grimden kommunaler 2vählerpolitit noch imnter nicht der Ilttfug abgestellt^ daß von ben Zuftrhrcn der Märkte auch dann an . Bezirkshändler, zum Wiederverkäufe Ware abgegeben werden darf, wenn nicht eimnal der Bedarf des Märktts im'entserNteftrit ge- 1-aü \\\, Di: N'ir'o aus di ne W.'ve U'chr^nnr 'nicht billiger' j und,. t-rffer, tont-rrtt ne veri.ywuidei liierd'.ll'ch auch ' vielfach aus dem freien Verkehre. Sie wanden enitocder in