Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 43 (2.3.1919)
- Date
- 1919-03-02
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Sette 2 Mett, Sonntag Die Agrarreformbewegung rmdie Juden. Die Agrarreform ist das ticbeuteubfte Problem beS Ostens und nur wenn seine restlose Lösung gelingen wird, wird Ruhe an den Ostfronten Europa walten und der .Weltfriede gesichert sein. . Das Agrarproblem ist so alt wie die soziale Frage überhaupt und mit Recht geißelt Proudhon die Idee des PrivatbcsitzeS an Grund und Boden als den Eckstein der sozialen Ungerechtigkeit. Aus diesem Grunde kann auch von sozialen Reformen so lange nicht gesprochen werden, 8iS dieses Grundübel nmß beseitigt werden, das heißt, bis nicht eine gesunde Agrarreform die Grundrente ^cirrschränkt und den Landhunger der Besitzlosen stillt. ES steht aber zu befürchten, daß dieser Segen zum Fluch der Menschheit werden kann. Die Bolschewiken haben das letztere zustandegebracht, indem sie eine Brandfackel in die Massen warfen und sie blendeten, bis sie nicht mehr unterscheiden konnten, wo der Vorteil dieser Reform endet und wo der Nachteil zu walten beginnt. Diese Befürchtungen sind hier um so berechtigter, alZ teilweise in Polen und noch mehr in Galizien derartige Besitzverhältnisse obwalten, daß kein Stand existiert, der am Beibehalten „dex goldenen Mitte", verinteressiert wäre. Es fehlt hier der mistelbänerliche Besitz, der die Wage halten würde im Streit beider Extreme. Denn in Galizien sind fast 40 Prozent des Landareals in den Händen der winzigen Magnaten und Schlachzizen, während der Nest aus Kleinbauern besteht, die ihren Landhunger nicht befriedigen können. Ein bäuerlicher Mittelstand fehlt hier fast ganz und so sind die Konsequenzen einer Agrarbewegung nicht abzusehen. In Osigelizien kommt noch das nationale Moment hinzu. Hier ist der Großgrundbesitz noch stärker vertreten, und zwar sind es die polnischen Schlachzizen, die langjährigen Unterdrücker der ruthenischen Kleinbauern, welche im Meer einer fremdnationalen, landhungrigen und feindlichen Volksmasse eingestreut sind und von deren Haß und Argwohn sie überflutet werden. In diesem Land ist die Gefahr deS Bolschewismus besonders groß, umsomehr, als auch der städtische Mittelstand ein fremdnationales Element darstellt. Auf diese Gefahren müssen die Juden rechtzeitig aufmerksam gemacht werden, denn auch wir, und sogar insbesondere wir, werden von diesen Stürmen nicht verschont bleiben. Der Jude hat gn dem Zustandekommen einer gesunden Agrarreform das größte Interesse. Denn nur in einem gesunden Agrarland mit einem gesunden ländlichen Mittelstand kann Handel und Industrie blühen und ist ein wirtfchastlicher Aufstieg zu erwarten. Im alten Polen der Schlachzizenherrschaft war eS zu eng sowohl für die jüdische wie die nichtjüdische Bevölkerung, und es mußten statt Waren Menschen exportiert werden. In einem neuen Polen und einer erneuerten Ukraina, in denen bas Agrarproblem zufriedenstellend gelöst sein werden, wird Platz sein nicht nur für die Eingeborenen, sondern sie werden ein Einwanderungsgebiet werden für viele Fremde. Denn diese zwei Dinge stehen in engem Zusammenhang; wer einen großen Warenexport aufzuweisen hat, benötigt immer mehr Menschen im Land; nur ein armeS, verkümmertes Land importiert Waren und zahlt mit Menschenexport. Auch Polen, obwohl es eine dichte Bevölkerung aufzuweisen hat, wird, wenn drüben stoch dazu politische Reife mehr als bisnun in den Vordergrund treten sollte, bei einer rationellen Agrarreform ein blühender Staat werden. Sowohl der eine foie bet andere hier in Betracht kommende Staat muß sich entscheiden, ob er dem katastrophalen Bolschewismus borgreifen will. In diesem Fall gibt es nur einen Weg, und zwar: die Agrarreform. Die Juden, 5 bis 6 Millionen, sind an dieser Reform verinteressiert, denn zwischen Judentum und Bolschewismus gibt es kein Kompromiß. Doch wir habennoch anderweitige Interessen aus diesem Gebiet zu wahren. In Galizien gab eS im Jahr« 1902 633 Großgrundbesitzer auf einer Fläche von 801.319 Hektar. Der überwiegend größte Teil entfällt auf den sogenannten mittleren Besitz von 600 bis 2000 Hektar. Der 'Großteil dieser Grundbesitzer entfällt auf Ostgalizien, wo wir über einen Besitz von 249.979 Hektar verfügen konnten, während in Westgalizien wir nur 62.640 Hektar unser Eigen nennen. Diese Form dev jüdischen Landwirtschaft war im stetigen Fortschritt begriffen, so daß wir im Jahre 1912 bereits eine größere Zahl der jüdischen Grundbesitzer zählten und im Krieg haben viele Juden ihr Geld in Grund und Boden investiert. Die Schwächung dftser Position würde ein nationales Mißgeschick bedeuten, umsomehr, als der Typus des mittleren „Großgrundbesitzers" (Meierhofbesitzers) auch vom nationaljüdischen Standpunkt ein erfreulicher ist. Wenn wir noch die 2000 jüdischen Pächter und 2000 landwirtschaftlichen Beamten in Betracht ziehen, so dürfen wir dem vor uns sich abspielenden Prozeß nicht passiv gegenüberstehen. Der Weg, den wir einschlagen müssen, kann selbstverständlich nicht gegen die Agrarreform verstoßen, umsoweniger, als dieser Prozeß nicht mehr aufzuhalten ist. j Was wir tun können, ist erstens, daß wir bei der Festsetzung der Maximalgrenze der Besitzfläche dM Interesse unserer Meierhofbesitzer wahren sollen, umsomehr, als der .völlige Ausschluß des etwas größeren Besitzes Und das Zerstückeln desselben in ganz kleine Fetzen, wie die Verhältnisse jetzt in Galizien liegen, leine Reform, sondern den Ruin deS .landwirtschaftlichen Fortschrittebedeuten würde. Andererseits müssen wir außer der Frage der Entschädigung der Expropriierten darauf achten, baß bet der Neuaufteilung beS Bodens das jüdische Element nicht unberücksichtigt bleibt. Wir haben, speziell wa» Galizien anlangt, ein für landwirtschaftliche Arbeit reife- Volk. Km Jahre ISIS hatten ^vir 46.066 Berufstätige in der Landwirtschaft. Davsn waren i 13.292 selüftä.idige Grundbesitzer und Bauern, 1996 Pächter, jtz09-". Beamte, Ar-eiter^ 1816 Taglöhner und 23.681 Wiener MorgsrrZertung^ mithelfende Familienangehörige. Die Art der jüdischen Bewirtschaftung im Lande erregte mit Recht die Bewunderung aller und sogar unsere grimmigsten Feinde mußten zugeben, daß die Juden „rationelle Landwirtschaft zu betreiben verstehen". Der jüdische Pächter war und ist noch bis heute der wahre Kulturträger im Dorf, dem die- Nachbarn vieles ablernen mußten. Der Expansion der jüdischen Landwirtschaft stand bisnun der polnische Antisemitismus im Wege, welcher mit allen Mitteln die „Entjudung" des heiligen polnischen Bodens betrieb. Derselbe.Staat schreitet jetzt an die Gründung einer Agrarbank mit vorläufigem Stammkapital von 60' Millionen. Mark zwecks Durchführung der notwendigen Agrarreformen, die umsoweniger werden auf sich warten lassen, als wie bereits bekannt, die Konstituante fast ans lauter Bauerndeputaten besteht. Wir müssen nun hier wie überall unsere Forderung :n erheben und. sie vor der ganzen Welt vertreten, denn jetzt ist auch die Zeit, wo wir an die Umschichtung und Umsiedlung der Juden he rantreten müssen. Die Agrarreform im Osten hat eine gewaltige - Bedeutung — wir müssen trachten, sie zu unseren, Gunsten zu beeinflussen. Dr. Joses Tenenbaum. Die Zrrdek in pzv Tschechs-Slowakei. F. 2B t c n, 2. März. . In der 'Geschichte der jüdischen Diaspora bilden die .Inden von Böhmen und Mähren ein besonderes Kapitel. Im Mittelalter finden wir. ftctitdiesen Gegenden in bedeutender Zahl, und man braucht kein Geschichtskundiger zu sein, um die zahlreichen Stätten zu kennen, die als Zentrum jüdischer Forschung weit berühmt waren. Zu den alten Judengenreiuden der genannten Lander traten, als die Emanzipation von 1848 die Tore des-Ghetto öffnete, neue hinzu und wieviel auch die moderne Entwicklung von den alten traditionellen. Werten abbröckeln ließ, im ganzen konnte sich das böhmischmährische Judentum als sichtbarer Bestandteil jener Länder erhalten und speziell in Mähren bestehen neben-den zahlreichen alten und neuen Kultusgemeinden auch politische Judengemeinden mit eigenen jüdischen Bürgermeistern. Freilich dürfte diesen bald ihr letztes Stündchen geschlagen haben. Die verderblichen Begleiterscheinungen der Emanzipation traten natürlich auch in diesen Gebieten in Erscheinung, und mit denr Aufkommen des politisch-nationalen Liberalismus setzte auch hier eine starke Assimilation ein, die manchenorts der Judenheit nur als äußere Etikette anhaftete, während das Innere unverändert blieb,, andernorts aber auch den inneren Kern ergriff und zu einer, weitgehender: Entfremdung vom Judentum führte. In der politischen und gesellschaftlichen Betätigung deS Liberalismus finden wir die Juden als unentwegte Kämpfer in den vordersten Reihen, und namentlich die großen und einflußreichsten Gemeinden öffneten. sich ihnen, die - den kleineren Führung und Beispiel hätten sein sollen. So beginnt eine Epoche deS Niederganges für die böhmisch-mährischen Gemeinden, der durch den mit. einseitiger Berufswahl zusammenhängenden Abzug in die Neichshauptstadt auch auf daS Numerische übergreist. Während die ältere Generation nur durch erstarrte Traditionen, denen die Seele fehlt, mit dem Judentum zusammenhängt, folgten die Jüngeren alsbald den gleißnerifchen Lockungen des fremden Nationalismus. Die Gemeinden behaupten sich äußerlich, in ihrem inneren Wesen jedoch herrscht völlige Stagnation. Alte ZusammenhlW lockern sich, die Kultusstube wird zur Domäne der reichsten, nicht der besten Juden, die vielfach nur Eitelkeit nnd Herrschsucht sich ati ihre Stelle klammern läßt, und kleinliche Steuer-, Friedhofs- und ähnliche Fragen bilden den gesamten Horizont dieser engen Welt. Daß unter solcher Führung an eine Erziehung der Jugend in jüdischem Geiste Nicht zu denken ist, und auch die Rabbiner, anstatt Führer zu sein, zu abhängigen Organen der Gemeindegewaltigen herabsinken, ergibt sich von selbst. Auch die vielfach bis heute bestehenden jüdischen Gemeindeschülen konnte» unter solchen Umständen ihrer Aufgabe keineswegs gerecht werden. Mit dem Auftreten Theodor HerzlS and der Entwicklung der zionistischen Bewegung wehte plötzlich ein neuer Geist in daS gestockte Leben der Gemeinden, eS entstanden zionistische Vereine, Sportgruppen und anderes, aber die Bewegung, meist von der, Jugend getragen, war nicht stark genug, um durch ihren Einfluß die Institutionen zu verändern, die allein eine wirkliche Neugestaltung hätten herbeiführen können, so daß ihr nicht zu unterschätzender geistiger und idealer Einfluß angesichts der starren Trägheit der Masse in der Mehrzahl der Fälle ein gewissermaßen platonischer blieb. Der zionistische Eiirsluß war da, aber eS blieb doch größtenteils alles beim alten. Gleichgültigkeit bei der einen, deutschtümelnde, in manchen tschechischen Gegenden Böhmenausgesprochen tschechische Gesinnung der anderen standen einer wirklichen^ Umkehr im Weg. Go traf der Zusammenbruch der Monarchie auf eine Politisch zusammenhanglose, im wesentlichen führerlose Judenschast. Angst und Sorge um die Zukunft drückten auf die Gemüter. Die Furcht war nicht unbegründet, denn heftige Ausbrüche des Antisemitismus, Plünderungen in Dörfern und Städten waren die Begleiterscheinungen des tschechischen Freiheitsjubels. Die Ursachen dieser Erscheinung seien hier nicht erörtert, aber, immerhin begmnen die Juden unter der Wucht der unangenehmen Tatsachen zu empfinden, was ihnen früher die Logik der Argumente nicht hatte bpibringen können, daß nämlich die deutschorientierte Politik vieler von ihnen den plötzlich gegen sie auslodernden Haß mitverursacht' habe. Und die Zeit war vorüber, da man vyn der österreichischen. Regierung Gchutzmaßnahmen telegraphisch erbitten konnte, die sie immer pünktlich ergriff, nachdem ihre Politik der gegenseitigen Verhetzung die zu bannenden Unruhen heraufbeschworen hatte, die. sich, dann an den Juden anStoben. wollten.. 2. März 1919 Nr. 43 In diesen Tagen konstituierte sich in Prag ein jüdischer Na.tionalrat, und seinem entschlossenen Eingreifen ist eS zu da^en, daß die Judenschaft des tschccho-flowakischen Staates nicht führerlos blieb. Der Natiönalrat proklamierte die Juden als 'Minoritätsnation,.für die er von der neuen. Regierung sogleich MinoritätSrechte-/hauptsächlich «solche auf national- - kulturellem Gebiet, beanspruchte: Durch, seine unermüdlich« > Arbeit^ wußte er sich-bald Ansehen zu schaffen und konnte , iw manchem Falle, erfolgreich , intervenier^. Natürlich konnte die Regierung des. neuen Staates nicht mehr , tun, als -in ihrer Macht stand, die ja in best ersten Tagen der allgemeinen Gärung wenig gefestigt war/ aber-'daß die Juden ejne , sichtbare Vertretung.auf nationaler Basishatten;'.war für.'.sie ein bedeutender Gewinn. Tatsächlich ist i durch.bte; Regierung die jüdische Minoritätsnation als solche anerkannt worden und auf dieser Basis muß sich alle weitere Arbeit aufbauenl Präsident Masaryk hat sich bekanntlich offiziell-als warmer Freund deS Zionismus bekannt. Bei der neulich in Brünns stattgefundenen Volkszählung konnten sich die Juden zur jüdischen Nation, bekennen und sie haben; wie man 'weiß, -dem . vom Brünner jüdischen Volksrat an sie ergangenen Ruf nach Abgabe, eines nationalen Bekenntnisses in weitestem: Maß entsprochen. Ebenso wurde ein Beschluß der Olmützer Lofalverwaltung, der den Juden. das Bekenntnis zur jüdischen Nation wehren wollte, von der Regierung alsbald aufgehoben. Die Mehrzahl der mährischen und auch ein guter Teil der böhmischen Juden hat ihren Widerstand gegen die natio- . nalen Ideen aufgegeben und in letzter Stunde ins nationale Lager hinübergefunden. In manchen Fallen.'vollzog.sich dieser Umschwung mit-.staunenswerter Plötzlichkeit,. Dienlich' jüngst noch für eine Politik der Assimilation exponiert hatten, bekennen offen ihre Fehler ein und versprechen,, treu zur nationalen Sache, zü stehen. Es ist so' weit gekommen, daß man in zionistischen Kreisen mit gutmütigem Spott von' einer „28. Oktober-Partei" spricht. In zahlreichen Gemeinden sind bereits jüdische Volkst.äte eütstanden, andernorts solche''in Bildung begriffen. Diesen fällt die Aufgabe zu, alle politischen, nationalen und kulturell-sozialen Agenden, die sich aus dem nationalen Programm .ergeben, im Einvernehmen' mit dem NaUonalrat in Präg-.zu'führen und die Umwandlung der Kultusgemeinden in. Vo t k s gemeinden vorzubereiten. Denn es ist nach der ganzen Lage der Dinge im tschecho-slowakischen Staat klar, baß es zur völligen Trennung von Kirche und Staat kommen und .ar: 'staatlich anerkannte Organisationen auf konfessioneller Grundlage, wie : es die Kultnsgemeind'en bisher waren, nicht zu denken sein wird. Auf solche ' Weise mühten die Kultusgemeinden zu privaten Vereinen herab- > sinken. ES wird daher geplant, auf nationaler Grundlage eine einheitliche jüdische Organisation zu schaffen, deren einzelne Glieder die örtlichen Volksgemeinden bilden sollen. In diesem - Sinn hat auch der im Jänner in Prag abgehaltene erste Kongreß der Judenheit des tschecho-flowakischen 'Staate- Beschlüsse gefaßt. Diese Tagung, aus allen Teilen des neuen Staates - reich beschickt, gestaltete sich-/ zu -einer - imposanten Kundgebung deS nationalen- Gedankens undl-Dö^-- stätigte den Eindruck eines , regen Arbeitswillens,-den-.man auch sonst allenthalben empfängt. Der Kongreß, stellte auch' ein Schulprogramm auf, an dessen Realisierung bald -§n schreiten sein wird. Die in zahlreichen Kultusgemeinden bestehenden jüdischen Volksschulen sollenerhalten, beziehungsweise von den neu zu gründenden Volksgemeinden übernommen und zeitgemäß umgestaltet werden. In Prag soll ein Lehrerseminar gegründet werden, daS den überaus nötigen Nachwuchs an Lehrern schaffen soll. Wo eS die örtlichen Verhältnisse erheischen, sollen die Volksschulen utraquistisch sein, bas heißt es soll nach einem bestimmten Plan für den Unterricht in der tschechischen und deutschen Hprache Vorsorge .getroffen werden. Hervorgehobeu sei die Teilnahme der siowakischen Juden an dem Prager Kongreß. Durch die Eingliederung der bisher zu Ungar:: gehörigen Slowakei in den tschecho-slowakischen Staat ergibt sich ein bedeutendes, bisher ungepflegtes Arbeitsfeld. Die flowakischen Juden, deren Zahl ungefähr eine Vierlelmillion beträgt, steNen ein starkes und wertvolles Element dar, das über viel positives Judentum und kräftige Einrichtungen, zum Beispiel Schulen, darunter auch Mittelschulen, verfügt. Wohl haben eS die eigenartigen ungarischen Verhältnisse mit sich gebracht, daß diese Juden im ungarischen Fahrwasser segelten. Doch war diese Assimilation eine rein äußerliche, und schon zeigen sich auch dort starke Anzeichen einer Selbstbestimmung, die durch die realen Tatsachen nur gefördert wird. So erfährt durch daS Hinzukommen der siowakischen Juden die Judenheit des tschecho-stowakisch.en Staates nicht nur eine bedeutende numerische Stärkung,., cs strömen ihr auch bedeutende materielle und, was das wichtigste ist, moralische Kraftquellen einer jüdischen Schichte zu, die fest und zäh im Judentum verwurzelt ist. > Unter solchen Umständen läßt sich die Arbeit des jüdischen Nationalrates in Prag vielverheißend an. Noch, gibt eS Widerstände, namentlich in den rein tschechischen Gegenden Böhmens, wo ein Teil der Juden zur tschechischen t Fahne schwört, und eine kleine Organisation besteht, deren tschechisches Assimilationsprogramm' mntatiS mutandiS Mit. dein! Berlin-Franksirrter deutschliberalen Sonntagsjudentum eine -gewisse Aehnlichkeit hat. Aber diese Bewegung hat. - keine Zukunft und ihr schwindet der Boden unter den Füßen, dieschon zufolge des Umstandes, daß den Tschechen selbst, die jüdische Assimilation keineswegs sympathisch ist. Es gilt für das tschechische. Judentum, unentwegt auf dem Wege fortzufahren, den seine besten Elemente bereits besrhriUey haben. DIE GROSSEN SkMFG'ÄBENt’: die sich der JUdfstBt® NäWönalraC g<ss«ifc*38'S faa?, erfordern grosse Geldmistel/ Entehrtet dfie’tfoäftssfeuerl F.ntrjchlunwflstello: Jüdischer Nalioaulrat. II.. TaborsiiAss« -.-oa.