Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 42 (1.3.1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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: . [ 9tt. 42 :. Wien, Samstag Wiener Morgenzeitung 1. März 1919 Sette 6 ) Interessen war die Gründung der Organisation der jüdischen Staatsbeamten Deutschösterreichs ein Gebot der Stunde. Schon tagen Enqueten zwecks Gründung einer Staats a n g e st e l l t e n - $ antnter und alle Organisationen, selbst die kleinsten, sind hierbei vertreten, nur die jüdischen StaaLsangegellten n^icht. Daß keine , der dort vertretenen Organisationen die Interessen ihrer jüdischen Mitglieder wahrzunehmen in der Lage ist. dafür diene als klarster Beweis der Umstand, daß viele jüdische Beamte, obzwar sie seit Jahren anderen Organisationen angehören, in ihrer Bedrängnis doch die Intervention der Beamtenfektion des Jüdischen Nationalrates in Anspruch nahmen. Aus diesem Grunde wurde die Organisation der jüdischen Staatsbeamten ins Leben gerufen. Zum Präsidenten wurde Ing. Fedor Ackermann, zum Schriftführer Dr. Rudolf Glücklich, zu Beisitzern Abgeordneter Ing. Robert Stricker, Reichsratsrevisor Rudolf Taussig, Dr. Otto Abeles und Kanzleigehilfe Samuel Rosen vorläufig gewählt. Als Delegierte für die Vorverhandlungen der Staatsangestellten-Kammer wurden der Präsident der Organisation Ing. Ackermann, der Abgeordnete Ing. Stricker und der Kanzleigehilfe Samuel Rosen nominiert. Der Beitritt zu dieser Organisation ist ein Gebot der Selbsterhaltung der jüdischen Staatsangestellten. Auskünfte werden erteilt Montag und Mittwoch von 5 bis. 6 Uhr nachmittags, Wien, II. Taborstraße 20 a. Eine neue Krankheit. Die Knochenerweichung. _ Sfr letzter Zeit ist in Wien eine Krankheit aufgetreten, deren >roße Verbrettung die Aufmerksamkeit der Aerzte auf sich gelenkt -at. Es ist dies die Knochenerweichung, die auf Mangel!liaste Ernähmng zurückzuführen ist. In der gestrigen Sitzung der Geselllchaft der Aerzte wies Professor W e n ck e b a ch am das massenhafte Auftreten.dieser Krankheit hin, an deren Entstehen das Fehlen von K a l k s a l z e n, nach einer anderen Annahme von Phosphorsäure Schuld trägt. Es wurde darauf hingewicsen, daß auch ick anderen Ländern zu früheren Hungerszetten diese Krankheit ausgcbrochen sei. * Eine Razzia im Lass Blum. Am 27. Februar wurde dmch eine größere Anzahl Organen des Kriegswucheramtrs eine Revision im Cafs Blum (ehemals Bank), ll., Obere Donaustraße Nr. 87, voraenommen, bei welcher 69 Personen wegen Verdachtes des unbefugten Handels mit Gold, Juwelen, Balütcn und dergleichen angehalten und zum Amte überstellt wurden. Von den angehaltenen Personen wurden 44 von Organen der Finanzbeztrksdcrckttott wegen Ueberlretung ge ällsämtlichrr Vorschriften (Gold-, Juwelen- und Vnlutcnschmuggel) behandelt. Ein Teil wurde Kelch m Amte mit empfindlichen Geld st rasen bis zu K 60.000 und Verfall der ber ihnen Vorgefundenen Schmuckgegenstnnde, Gold und Edelsteinen, bestraft.. Die bei den Leuten beschlagnahmten Schmuckgrgenstände undEdrlstxine sowie das bei ihnen Vorgefundene Bargeld hatte einen Wert von X 750.000. Gegen 8 Personen, welche sich noch in Haft befinden, wurde die. Amtshandlung, wegen Kettenhandels Mit verschiedenen Lebensrnitteln, wie geschälte Mandeln, Marmelade u. dgl., gegen 12 Ausländer das Verfahren wegen Ausweisung emgcleitet. Einen Teil der Schmuckgcgenstgnde halten einzelne der angehaltenen Personen am Körper, teilweise inden Schuhen verborgen. Als das Lokal von sänitlichrn Gästen geräumt war, wurden verstreut Perlen, Juwelen und ern zerrissenes Perlenhalsband unter den Trsch en g c f u n d e n. * Hebräisch-deutsche Spielstunden. Im IT. Bezirk, Praterstraße 48, 2. Stiege, 1. Stock,'finden hebräisch-deutsche Spielstunden an folgenden Tagen statt: Samstag und Sonntag 8 bis 4 Uhr nachmittags, sonst vormittags von 9, bis 12 Uhr. Kmder von 4 bis 6 Jahren können täglich eingeschrieben werden. * Döblinger Ehrentafel für Gefallene. Der Israelitische Tempelverein für den XIX. Bezirk, Dollmergaffe 3, ersucht die Angehörigen der bcm Verein bisher nicht bekannt geivordenen im Kriege gefallenen Döblinger» die Namen derselben umgehend betanntzugcben, damit diese Rainen auf der zu errichtenden Gedenktafel verewigt werden können. * Jüdische Arbeitsküchen in Stanislau. In StaniSlau wurde, wie uns berichtet wird, zur Linderung des unter den Juden herrschenden Elends von den Poale-Zron eine Mische Arbeiterküche gegründet, in den nächsten Tagen sollen auch in den Vorstädten Filialen eröffnet werden. * Palästinarat. Heute den 1. März, halb 6 Uhr abends, findet im PalLstinaamte, ll., Zirkusgaffe 83, die Versanlnilung des PalastinaratcS (Palästmakreis und die Palästinakonnmssäre) mit Berichten des Dr. Stein, Dr. Zweig, Dr. Nagler und Menkes statt. Nach jedem Bericht ausführliche Diskussion. * Jüdischnatioimle Presse in der Westukraine. Ans Stanislau wird berichtet: Zurzeit erscheinen in Ostgalizien folgende jüdisch,rationale Zeitungen: In Stanislau das jüdische Wochenblatt „Dus naje Dar" (Poale-Zion) und in deutscher Sprache die „Jüdische Volkszeitung", in Kolomea ein jüdisches Wochenblatt „Die naje Zeit" (Organ der Poale- Zion). In Tarnopol erscheint „Jnser Weg" dreimal wöchentlich. Das Weitererscheinen des Stauislauer jüdischen Wochenblattes „Das jüdische Wort" wurde aus nichtigen Gründen seitens des Stanistauxr Stadtkommandos verboten. Die jüdische Presse hat infolge der schlechten Verkehrsverhältnisse mit einem empfindlichen Papier- und Nachrichtenmangel zu kämpfen. In der nächsten Zeit beginnt in Stanislau ein jüdisches T a g b l a tt zu erscheinen. Borträge und Versammlungen. JÜd. Nationalverein Wien, Brigittenau. Sämtliche Mitglieder treffen sich heute Samstag dm 1. März um 6 Uhr im Casä Neptun, XX., Maihrldenplatz 7. G ä st e „Palästina“ Junger, praktisch und theoretisch gebildeter Landwirt aus Palästina, der mit den dortigen Verhältnissen «nd Sprachen (arabisch, englisch und französisch) bestens vertraut ist und in Deutschland bereits einige grössere Oiiter verwaltet hat. sucht einen oder mehrere TeilhabermitMindestkap tal voneiner halben Million Kronen zwecks Qriindung eines grösseren, modernen und rentablen landw. Betriebes, verbunden mit einer Saatzuchtanstalt und praktischen landwirtschaftl. Schulen und Baumschulen in Palästina. Besitzt auch selbst etwas Kapital. Nur ernste Reflektanten,, welche Liebe zur Landwirtschaft haben, wollen sich melden unter »Beste Kapitalsanlage“ an |dJ.e Administration des Blattes. ' Va« herzlich willkommen. — Lese- und Red eh alle liidrscherHochschüler (!X.. Türkenstraße 9). Vortragszyklus : Samstag den. 1. März: Heinrich M a r g u l i e s: Das zionistische Denkshftem. Anschließend Diskussion. — Sozialistische Bereinigung jüdisch e r H o ch s ch ül e r. Pkorgen Sonntag, 10 Uhr vormittags, cm Ring-Cafä, l.. Stubmrmy 18, Seminar: „Lesung und Besprechung sozialistischer Schriften". Leiter: Dr. B i en enzucht. Gäste w i l l k o'mmenl — Verein ^Z io n", Wien ladet sämtliche in Wien weilenden Freunde der Renaissance der hebräischen Sprache zu der heute den 1. März um 6 Uhr abends im Veremslokale, ll., Glockengaffe 30, statt-/ findenden konstituierenden Versammlung zwecks Bildung eines hebräischen Klubs höstichst ein. Heute den 1. März um 9 Uhr nachmittags wird Herr M. Waldmann über: „Der Sinn der jüdischen Geschichte" vortragen. Gäste willkommen. Sonntag den 2. März um 6 Uhr abends findet ein literarischer Tee-Abend für jugendliche Mitglieder statt. -—Verein zioniftischer Hochschüler „TheodorHer z.l". Heute den 1. März um halb 7 Uhr findet im vW- „Industriellen", I., Salzgnes 23, eine »Diskussion über die Ergebniffe des jüdischen StiidententageS statt. Die Debatte eröffnet Bb. Nathan Korn. Gäste willkommen. Kommunales. Reform des Wiener Gemeinderates. Der gememderätliche Ausschuß zur Beratung einer Neuordnung der Gemeindewahlordnung und Ge-- meindeverfassung hielt gestern unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Dr. Weiskirchner, beziehungsweise des Vizebürgermeisters Neumann und des Obmannes Gemeinderat Emmerling seine zweite Sitzung ab, in -welcher der vorliegende Entwurf für die neue Gemeindewahlordnung und die einschlägigen Teile des Gemeinde st atutes einer eingehenden Beratung Unterzogen wurden. Die Anträge des Referenten Stadtrates Dr. Kienböck beinhalten im wesentlichen folgendes: Einführung des allgemeinen, gleichenunddirektenWahlrechtes, ohne Unterschied des Geschlechtes mit Verhältnis») ahlen mit Beibehaltung der Grundzüge, welche für die Wahl in die Nationalversammlung aufgestellt wurden, und zwar hinsichtlich des Alters (für das aktive Wahlrecht 20, für das passive 29 Jahre), hinsichtlich der deutschösterreichischen Staatsbürgerschaft. Es wurde ferner eine Einigkeit in der Richtung erzielt, daß die Wählerlisten, welche für die Wahlen in die Nationalversammlung Gültigkeit hatten, vorbehaltlich der Richtigstellung und des Reklamationsverfahrens den Wahlen zugrunde gelegt werden. Infolge Aufnahme dieser Bestimmungen entfiel auch die Aufnahme eines Passus über die Seßhaftigkeit. Für diese waren die Christlichsozialen und die bürgerlichen Parteien eingetreten, hatten jedoch durch den erwähnten Zusatz, welcher einen mehrmonatlichen Aufenthalt in Wien voraussetzt, sich dem Antrag der Sozialdemokraten akkomodiert. Hinsichtlich der. Mandatsdauer wurde die Zeit von fünf Jahren festgesetzt, die Anzahl der Mitglieder des Gemeinderates (165) wurde beibehalten. Die Wahl Jn den Gemeinderat erfolgt bezirksweise. Die Austeilung der Mandate auf die einzelnen Bezirke erfolgt auf Grundlage der Wählerzahl, welche für die Wahl in die Nationalversammlung ermittelt wurde. Der Antrag deS Bürgermeisters Dr. WeiSkirchner, die den tfche Sprache als Verhandlungssprache festzusetzen »würde einstimmig angenommen. Der Wahlreformausschuß wird Montag nachmittags zu seiner letzten Sitzung zusammentreten, in welcher auch die Beschlußfassung über die Schlüßredaktion, mit welcher die Referenten Stadtrat Dr. Kienböck und Dr. Danneberg vertraut sind, erfolgen wird. Kohlenausgabe. Die für den Monat Februar getroffenen Kürzungen der Kohlenquote bleiben auch im März aufrecht. Der Küchenbrand wird mit wöchentlich 15 Kilogramm Steinkohle, beziehungsweise 20 Kilogramm Braunkohle oder Holz eingelöst. Die Ausgabe des Zimmerbrandes findet nicht statt. Gewerbe, Industrie und Anstalten erhalten auf Grund der Gewerbebezugskarten im Marz für einen ganzen Betriebsbrand 80 Kilogramm, für einen ganzen Heizbrand 60 Kilogramm Steinkohle, auf Grund eines Bezugsscheines für den Betrieb die unter dem Buchstaben C, für Heizung die unter dem Buchstaben D festgesetzte Monatsmenge. Die städtischen Kohlenabgabestellen wurden angewiesen, vorerst während der Dauer des schlechten Kohleneinlaufes Betriebskohle nur. für die allerwichtigsten Approvisionierungsbetriebe wie Bäcker, und Heizkohle überhaupt nur an Spitäler und Krankenanstalten abzugeüen. Nene Sparverordnung wegen Störung der Kohlenzufuhr. Durch die von den Tschecho-Slowaken verfügte Grenzsperre ist die Zufuhr der Kohle nach Wien äußerst gefährdet. Es wurde zwar erklärt, daß sich die Grenzsperre auf Kohle und Lebensmittel nicht erstreckt, jedoch ist eine Störung der Kohlenzufuhr sehr wahrscheinlich. Für die nächsten Tage wird noch eine letzte Sparverordnung folgenden Inhaltes erlassen: 1. Allgemeines Verbot der Gasheizung mit Ausnahme der Krankenanstalten und ärztlichen Ordinationszimmer. 2. In privaten Haushaltungen dürfen höchstens zwei Räume einschließlich der Küche mit je einer Lampe verwendet werden. 3. Festlegung der Sperrstunde in den Gast- und Kaffeehäusern auf 9 Uhr. 4. Einschränkung der Vorstellungen in den Theatern, Kinos usw. auf drei Tage. 5. Verbot der elektrischen Personenautomobile. 6 Keinerlei Ausnahmen und Erleichterungen. Diese Maßnahmen sind notwendig, um der Bevölkerung und insbesondere dem Ausland und der Entente den furchtbaren E r n st der Situation zu zeigen. Die einzige ausgiebige Hilfe wäre die Abschaltung der Industrie. Dies kann aber nicht verantwortet werden, weil die Folgen unabsehbar sind. Das Staatsamt setzt seine Bemühungen, die Aus- und Durchfuhr der Kohle sicherzustellen und zu erreichen, fort und es ist zu hoffe n, daß das äußerste, Lahmlegung der Industrie, vermieden wir d. Die Ernährung. Der Marktbericht. Die Neuzusuhren auf dem Naschmarkte betrugen gestern 108.250 Kilogramm Rübcnsorten, 4300 Kilogramm Gärtnerware und 7600 Kilogramm Grünwaren. Grün- und Gärtnerware erwies sich zu wenig. 50 Kilogramm geräucherte Schellfische und 200 Kilogramm Weißwürste begegneten lcbhafterNachfrage und wurden rasch ausverkauft. Auf den Märkten in Favoriten erfreuten sich 1900 Kilogramm Sauerkraut, mangels anderer Gemüsesorten, einer regen Kauflust. In der FleisK«di«ilu»g der Großmackchalle standen heute 570 Kilogramm Weichwürste und 60 Kilogramm Weißfische zu ll 8 vro Kilogramm zur Verfügung. Das Angebot war dem riesigen Andrange nicht gewachsen. In der F i s ch-' balle wurden ebenso wie auf den anderen Märkten bei de» Verkaufsstellen der „Nordsee" Schollen, Klippfische, geräucherte Seefische und Gemüfesulz verabreicht. Der Bedarf konnte gedeckt werden. AmHof und amNudolfsheimer Markt waren bloß Reste aus den Vortagen zum Verkaufe angeboten. In der VikkualienhaNe brachte der gestrige Tag keinerlei Aenderung. Es gab nur Rüben. Der Wiener Zentralfleis chmarkt verzeichnete gestern wieder keine Rindsteischzufuhr. Auf allen Märkten fehlten L Obst, Eier, städtische Artikel und Suppengemüse. ^r: rotb Kunst. Jüdische Theaterabende. Mittwoch wurde David Pinskis Drama „Jenkel, der Schmied" gegeben, das bekanntlich vor Jahren in Berlin von Reinhardt in deutscher Sprache, aufgesührt wurde. Jenkel, ein vierschrötiger, lüderlicher,, dem Trünke ergebener, aber grundgütiger und herzensreiner Mann, wird durch die Heirat mit Tamare ein ordentlicher Mensch und glücklicher Gatte. Nach einem bösen Rückfall ins Trinken und ins Liebeln mit' der verführerischen Rivkeh, gewinnt ihn Tamare — eine herrliche, jüdische Frauengestalt —7 durch ihren mutigen Glapben an ihn, durch ihre Milde und Treue dem Leben, der Arbeit und dem Familienglück wieder.! Mariasche, die Mutter Jenkels, die ewig klagt und das.! Unglück solange an die Wand malt, bis es in die Stubedes jungen Ehepaares tatsächlich eintritt, die derbe! Figur Simches, des Fuhrmanns, der ausgezeichnet gesehene „Wuchernd R'Fuel, die Heiratsvermittlerin und'! die 'liebesdurstige Teuselin Rivkeh sind neben dem! Hauptträgern der Handlung dramatisch wirksame und i lebenswahre Gestalten und zeiger Pinski, der in diesem j Jahre sein 25jahriges Dichterjubiläum feiert, auf der Höhe seines Schaffens. Herr I. Guttmann, ein trefflicher Schauspieler, gab den Jenkel, trug aber zu' starke Farben auf und hat die Gewohnheiten einess Stars. Vortrefflich Frau W e i n t r a u b als Tamare,' ergreifend durch ihr schlichtes, tiefinniges Spiel. Der Simche des Herrn Steiner, die Mariasche der Frau- Glücksmann, der köstliche Wuchernik der Herrn! Reis mann, die „Schadchente" der Frau Steiner/' und nicht zuletzt Frau Deutsch und Herr Prisament als Damares Onkel und Tante — durchweg^ sehr beachtenswerte Leistungen. j Vor Beginn der Vorstellung hielt namens des veran-i stattenden jüdisch-akademischen Kulturverbandes „Jabne" Herr Hammer eine Ansprache, teilte mit, daß die/ Gründung einer jüdischen Volksuniversität und die Ab-; Haltung zahlreicher jüdischer Theaterabende unter der! artistischen Leitung des Schriftstellers Jakob MesteH geplant sei, und appellierte an die jüdische OesfentlicAck feit, diefes. wichtige Unternehmen zu fördern. O.A. j Bühne Aus Len Theater«. Im Operntheater kommt heute Samstag „Pale-: strina" mit den Damen Kiurina, Lehmann, Jovanovic, Ader,-' Ortner und Kittel sowie Herrn Dr. Emil Schipper vom Nationaltheater in München als Gast und den Herren Schmedes, Mayr, Duhan, Leuer, Zec, Betetto, Maikl, Madin, Wicdemann^ Gallos, Arnold, Markhoff, Moest, Rittmann, Theimann, Stehmann und Marian zur Aufführung. Anfang 4 Uhr. In der Volksbühne wird heute der Schwank „In geheimer Mission" von Emil, und Arnold G o lz mit Gisela Werbeziel als Gast zum ersten Male aufgesührt. — Am- Faschingsmontag und -dienstag sowie an den übrigen Tagen der: kommenden Woche setzt Gisela Werbezirk ihr Gaftfpicl in dieser! Schwanknovität fort Am Donnerstag und Freitag bleibt daSi Theater geschloffen. _ „Die Weltbühne," der Schaubühne XV. Jahr» Wochenschrift für Politik, Kunst, Wiffenschaft, hecausgcgeben von Siegfried Jarobsohn, enthalt in der di »immer 9: Die Weimarer, von Ludwig Jurisch; Natwnalversammluna, von Olf; Eduard David,! von Johannes Fischarm „Unser Militär!", von Ignaz Wrobel;! Tragik des Journalisten, von Oskar MauruS Fontana: Bon- Morgens bis Mitternachts, von S. I.: Shaw-Spiel, von Alfred Polgar; Der Jobber der Republik, von S. I. und Alfons Goldschmidt; Schäferliedchen, von Kaspar Hausers Antworten. — „Die Weltbühne" erscheint wöchentlich Md kostet? 60 Pfennige dir dtummer, 6.50 Mark vierteljährlich. »• Die Theater spielen an de« Faschingstagen. Wie wir erfahren, haben sich alle Direktoren entschlossen, die beiden spielfreien Tage in der kommenden Woche ausnahmsweise auf Donnerstag und Freitag zu verlegen und dafür am Faschingni o n t a g und -d i e n s t a g die Tore offen zu halten. —; Nur die Volksoper bleibt auch in der Faschingswoche bei der b.sherlgrn Einteilung, weil ihr Vorverkauf für Mittwoch Md Donnerstag bereits zufriedenstellend war. Zum hebräischen Sprachunterricht empfehlen wirl nachstchend verzeichnete. in dcr-B u ch h a n d l u n g R.L 8 w i t, L, Notenturm st r a ß e 22. reichlich vorrätigen Büchertt Prof. G. B e e r: Hebräische Grammatik, 2 Teile ä K 8.96,j Bebrälschcs Uebungsbucb, K 3.96. — GeseniuSantzfch: Hebräische Grammatik, 28. Ausl., geb. X 26.78,! dasselbe, kleine Ausgabe, geb. X 13.10. — Moses Rath: Lehrbuch der hebräischen Sprache für Schul-und Selbstunterricht.! 3. Aull., mit Schlüssel X 17.60, dasselbe, poln. Ausgabe. X I7'60.j B. M a n a s s e w i t s ch : Grammatik der hebräischen Sprach« für den Selbstunterricht. X 8.52. -■ H. L. S t r a ck: Hebräisch« Grammatik mit Uebungsbuch. 13. Aust., geb. X 11.44. — Ä. U n-f g n a d : Praktische Einführung in die hebräische Lektüre de« Alten Testamentes. Geb. X 4.84. — Dav. Cassel: HebräisiÄ demsches Wörterbuch. 9. Aust., geb. X 12.32. — G. §.SaM man: Aramäisch-nenhcbräisches Wörterbuch zuTargum, Talmud und Midrasch. Geb. X 40.—. — I. F ü r st: Hebräisches und Haldäisches Schulwörterbuch. Brosch. X 6.60, geb. X 8.25. — G e s e n i u s - K a u tz s ch : Hebräisches und aranläisches Hand-! Wörterbuch zum Alten Testament 16. Aust., Hsrzbd. X 58.— — j Hebräisches Quartettspiel I (Die Stadt). Zu-j samniengestelll von I. Lubman-Chabib. Gezeichnet von Hw»*' Jo ab. X 6,60. . v 4 Ä