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Wiener Morgenzeitung · 1919-03-01 · Heft 42 (1.3.1919) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 42 (1.3.1919)
Date
1919-03-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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( Seite 4 Wien, Samstag Wiener Morgenzeitung -1. März 1919 1917 beweisen, daß man in Sofia und in Wien die Lage richtig eingeschätzt hat. Allein das deutsche Große Hauptquartier, das heißt Lu den dar ff, blieb hartnäckig bei seiner früheren Auffassung, und so geschah wieder nichts, um schon damals den allgemeinen Frieden herbeizuführen. Die Streikbewegung im polnischen Industrie* gebiet. ü Breslau» 27. Februar. (Tel. der „Wr. Morgniztg.*) In Bendzin und Sosnowice fanden in den letzten Tagen große sozialistische Kundgebungen statt. Im ganzen polnischen Industriegebiet macht sich eine Streikbewegung im Berem nntbolschewikischer Propaganda geltend. Die Arbeiterschaft fordert die sofortige Beendigung des Krieges gegen Deutschland und die Tschechen, die Entlassung der Soldaten und den R ü ck l r i t t der Regierung. Ein Generalstreik wird befürchtet. Heber den Jndustriebezirk ist bereits das Standrecht verhängt worden. Der Zugsverkehr mußte stark eingeschränkt werden, infolgedessen ist auch die Lebensmittelnot im Anwachsen. Die Judenverfolgung in Ostgalizien. Stanislau, 27. Februar. Das Präsidium des Jüdischen Nationalrates für Ostgalizien hat beim westukramischen StaatSsekretariat wegen der Borgänge inTarnopol und der von der Regienma getroffenen Maßregeln interveniert. Außer Pogromen kommen in allen Ortschaften, wo Juden wohnen, Mißbräuche und Uebergriffe seitens einzelner ukrainischer Militär- und Z vilorAane den Juden gegenüber vor. So wird in vielen Fällen die Prügelstrafe angewendet. Die in Tarnopol erscheinende Zeitung „Jnser Weg" warnt vor der Anwendung der „Nagajka", denn nut »der.Nagajka^ wird keine Kultur geschaffen, noch kann eine eingcführt werden." In der Sitzung der westukramischen Nationalversammlung beklagte sich Nattonalrat Dr. LewBaczynski Äerdieim Lande herrschenden unsicherenZustände und die Bestechlichkeit derBeamten. Der Staatssekretär Dr. Iwan M a k u ch gab in seiner Antwort diese mißlichen Zustände, gegen die aber die Regierung machtlos sei. zu. Die Flüchtlingsunterstützung i« dev Jugoslawin. Ag^am, 27. Februar. Ueber Einschreiten des Jüdischen Nativnalrates für Jugoslawien in Agram hat die Nanonalrrgierung in L a i b a ch den Bezirkshaupwiannschaften in Rann und C i l l i den Auftrag erteilt, den dortselbst wohnhaften jüdischen Flüchtlingen aus Galrzen und der Bukowina den Unterstützungsbeitrag im Betrage von K.2.— pro Tag und Kopf weiterhin auszuzayle«. Eine Universität in Laibach. Laibach» 28. Febmar. „Slvvenskr Narvd" meldet aus Belgrad: Der Ministerrat bewilligte 1,400.000 Dinare zur Errichtung einer slowenischen Universität (Realtypus) in L a i b a ch. Die Vorlesungen sollen bereits im Herbst chren Anfang nehmen. Obdachlose Familie» in Prag. Prag, 28. Februar. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") „Prado L i d u" berichtet: Die Wohnungssttuation in Prag ist eine verzweifelte. Bloß in Lieben allein sind am letzten Uebersicdlungstermln 18 Familien ohne Obdach geblieben, darunter einige mit mehr als fünf Kinder» oder kranken Mitgliedern. Die Grenzsperre für Danknoten in Ungarn. Budapest, 28. Februar. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) Die ungarische Regierung hat im Zusammenhänge Mit der A bstempelung der Banknoten eme Verordnung erlassen. wonach die nach Ungarn lomnienden Reisenden keinen höheren Betrag als 500 Kronen mit sich führen dürfen. Die Gremvolizei ist ermächtigt, falls sie bei Reisenden mehr als 500 Kronen vorsindct. den 500 Kronen übersteigenden Betrag, zu beschlagnahmen. Eine Ausnahme wird bloß jenen Reisenden gegenüber gemacht, die ung^ sche Staatsbürger sind, via Oesterreich aus einem anderen Lande nach Ungarn kommen und Nachweisen, daß der bei ihnen Vorgefundene Betrag chr Eigentum ist. Kämpfe in den Petersburger Straßen. London» 27. Februar. (Tel.-Komp.) Die ..Times" berichtet auS H e l s i n g f o r s: Laut Nachrichten aus P e t e r s b u rg finden erneute Gefechte, besonders in den Stadtvierteln links der Newa, statt. Die Unruhen gingen von einem Bataillon der sogenannten internationalen Kommunisten aus, das sich ausschließlich ausdentschen und bulgarischen Kriegsgefangenen zusammensetzt. Die Truppen hatten den Auftrag, Petersburg von einer großen Anzahl Deserteure,die von der Narva-und Pskow-Front zurückdrängen,zu säubern. EinerTruppe von30.000MannDeserteuren war es gelungen, 2 Munitionslager zu erobern und große Vorräte von Haiidgranaltn und Gewehren zu erbeuten. Nach Kämpfen, zu denen eS in mehreren Straßen kam, imunter dem Jubel der Menge wurden mehrere öffentliche Gebäude eingeäschert. Zum ersten Male nach der Revolution wurde eine Attivn gegen dir Führer der Sowjets offiziell von kleinen Abteilungen der Matrosen unterstützt. ES heißt aber, daß die Bewegung von den Behörden bereits wieder unterdrückt worden ist. Die französische Presse über die Dostoner Rede Wilsons. Bern» 28. Februar. Die Rede des Präsidenten Wilson in Boston gibt der französischen Preffe erneuert Veranlassung, nachdrücklich auf die Notwendigkeit hinzuweiscn, daß A m e r i k a ständiges Mitglied der Entente bleibe, daß also die Liga der Nationen so, wie sie in dem Pariser Entwurf vorgezeichnet sei, auch vom amerikanischen Senat angenommen werden müffe. Die gesamte Presse betont in Uebereinstimmung mit dem „Homme Libre". die von Amerika angekündigte neue Zeit sei nur dann möglich, wenn Amerika in seiner großen Nolle als Menschrnf eund beharre und auch weiterhin für Recht und Ge"chtigkert kämpfe. „Journal des Debats' fügt hinzu, wenn Amerika jetzt in dem Werk der Wel'be"-mng mnehaltcn würde, dann wäre " kfler gewesen, es hatte überhaupt nicht eingegriffen. Die Totenverluftr der Alliierten. London, 28. Februar. (Funkspruch des Tel.-Korr.-Bur.) Dir Gesamkverluste der gegen die Zentralmächte alliiert gewesenen Mächtegruppe stellen sich auf 6,500.000 Mann an Toten, wobei die grove Anzahl an Toten der französichen Zivilbevölkerung nicht berücksichtigt worden ist. Die Uoilmteuer ist keine Spenür rie ist eine freiwillig*, einmalige yermSgeuravgad*. iSatrithtoopsUU«: JftdUch« BaUwulrat. ll.« TabottlroaM «0a. IM Nr. 42 Tagesbericht. - Der Zionismus vor der Friedenskonferenz. H a a g, 28. Februar. (Tel. der „Wr. Morgenztg/) Die Besprechung des Zehrr-MLnner-Kollegirrms mit den zionistischen Delegierten Goto low nnd Weitzmann dauerte mehrere Stunden. ES wurden nicht nur die Ansprüche der Juden auf Palästina, sondern die ganze jüdische Frage erörtert. Die Darlegungen dev Zionisten wurden mit größter Aufmerksamkeit angehört und es ergab sich Gelegenheit, an der Hand des Materials in Einzelheiten einzugehen. Der Expertise war auch ein Gegner des Zionismus, der Indologe Prof. Lebt, Vorstandsmitglied der Alliance, beigezogen» der sich gegen einen souveränen Staat aussprach und Palästina nur als Heimstätte für die abströmenden proletarischen Massen des Ostens gelten lassen wollte. ch " Die Behandlung der zionistischen Frage vor der Friedenskonferenz ist ein Ereignis, welches das ganze jüdische Volk in tiefste Bewegung versetzt. Zum ersten Male, seit 2000 Jahren, ist das Jüdische Volk wieder als Volk in die Gemeinschaft der Völker ausgenommen worden und hat sein heiliges Recht auf sein Land laut und feierlich vor aller Welt geltend gemacht. Schon diese Tatsache allein ist von größter Bedeutung. Wie immer der Beschluß der Kommission lauten wird, es ist nunmehr ein für alle Male auch dem Unverständigsten klar, daß d-er Zionismus eine erste Sache ist, die als „Utopie" abzutun nur leichtfertiger Zynismus zuwege bringt. Die Zionisten haben die Würde des jüdischen Volkes gerettet; ihr Verdienst ist es, daß diesmal das jüdische Volk nicht stumm ist, wenn über das Schicksal der Welt und über sein Schicksal entschieden wird. Nach den spärlichen bisher vorliegenden Meldungen haben die Zionistenführer Nahum S o k o l o w und Professor Chqim Wetz mann die zionistischen Forderungen vertreten; sie verlangten die Errichtung eines jüdischen Staates und bewiesen den Vorteil, den diese Lösung für alle Beteiligten böte. Es ist bekannt, daß Weizmann vor kurzem ausführliche Besprechungen mit Balfour und Lloyd George einerseits, mit W i l s o n und H o u s e andererseits hatte, welche alle sich den zionistischen Forderungen außerordentlich geneigt zeigten. Dagegen ist von französischer Seite eine gewisse Opposition gegen den Plan des unter englischer Sachwalterschast zu errichtenden Judenstaates gemacht worden. In diesem Zusammenhänge ist es bemerkenswert, daß Silvai^n Levt, Professor deS Sanskrit, ein berühmter Gelehrter, der auch Vorstandsmitglied der Alliance Jsraelite Universelle ist, sich gegen das zionistische Projekt ausgesprochen hat. Levi gehört zu jener Sorte Juden, deren Politik nicht immer von rein jüdischen Interessen geleitet ist und die auch von jüdischen Dingen keine Kenntnis besitzen, die sie berechtigen würde, als jüdische Politiker aufzutreten. Das jüdische Volk erwartet? mit Spannung die weiteren Nachrichten. Bedeutungsvoll ist auch, daß gerade jetzt in London die Konferenz der zionistischen Weltorganisation tagt. Ein historischer Moment ist für das jüdische Volk gekommen. . Die Prager „Bohemia" eingestellt. Prag» 28. Februar. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") 'Das tschecho-slowakische Preßdureau meldet: Im Zusammenhänge mit staatsfeindlicher Propaganda hat die Prager Polizeidirekt,on die weitere Herausgabe der Tageszeitung „B o h emia" mit der Begründung eingestellt. daß auf Grundlage der bisher durchgeführten Untersuchung die Teilnahme an Spionage und staatsseindicher Propaganda fcstgestellt wurde. Es handelt sich um eine Propaganda gegen die tschecho-slowakische Republik. (Soweit die uns zugrhende Meldung. Es handelt sich natürlich um keine Spionage, fonbeni um eine Pflichtverletzung, die im Prager Pressebüro», das, nebenbei bemerkt, außerordentlich schlecht arbeitet und vielfach sogar humoristisch wirkt, begangen wurde. Wir erfahren hierzu, daß eine Beamtin, namens Julie P a l a n, unter dem Verdacht verhaftet wurde, die deutschen Blatter, das Prager deutsche Konsulat und die Telegrapheu-Kom* pagme in Wien mit Nachrichten versorgt zu haben. Auch der Vizekonsul Dr. Schwarz ist verhaftet worden.) Das Ausfuhrverbot für Baumwolle bleibt ckufrecht. Haag, 88. Febmar. (Tel.-Komp.) Präsident Wilson erklärte, einer Washingtoner Meldung zufolge, es sei u nm 5 g l i ch, das Ausfuhrverbot für Baumwolle aufzuheben, so lange der Friede nicht formell unterzeichnet sei. Holland in Bereitschaft. Haag» 28. Febmar. (Korr.-Bur.) In der Zweiten Kammer erklärte der Kriegsmiwster, er halte den Augenblick für eine Verminderung der Rüstungen noch nicht gekommen. Es müffe die Entwicklung der Verhältniffe nach Friedensschluss abgewartet werden. Abrüstungen seien augenblicklich gefährlich. Holland müffe sein Heer gegen jeden Versuch, LandeSteile loSzureißen, bereithalten. Maßregeln seien getroffen worden, um eine etwaige zweite Mobilmachung mehr zu beschleunigen. Eine teilweise Demobilmachung wolle noch nicht besagen, daß Holland sich Limburg und Seeländisch-Flanderu ohne weiters wegnehmenlaffe. Dolschewikische Anruhen in Lissabon. London» 28. Febmar. (Tel.-Komp.) ^Morning Post" meldet auS Madrid, daß in Liffabon fett Sonntag früh dolschewikische Unruhen größten Mavstabes herrschen. Die Bolschewiken haben ein Ultimatum an die Negierung gerichtet, in dem sie die Auslösung des Parlaments, eine Verwaltungszentraltsierpng, Aushebung der Polizei ujw. fordern. Die Spielbank am Semmering. Dom Semmering wird uns unterm 28. v.M^ nntgeteilt: ) „In einer kürzlich ab gehaltenen Versammlung bildete das geplante Fremdenkasino den Gegenstand' eingehender Erörterungen. Die Gegnerschaft gegen dass Projekt wurde auf die Mißgunst einzelner Unternehmer zurückgesührt, welche den Gewinn nicht der StadtNe u nk i r ch e n, die ihn zu gemeinnützigen Investitionen verwenden will, zukommen lassen wollen. Das Kasino, soll sich nicht nur aus eine Spielbank beschränken, sondern den Fremdenvprkehr durch künstlerische, gesellschaftliche und sportliche Veranstaltungen fördern. Von einer entsandten Abordnung wurde - der Bürgermeister von Neunkirchen um seine tatkräftige Mitwirkung ersucht. * Der Herr Bürgermeister wird seine „tatkräftige Mitwirkung" gewißlich nicht versagen. Er wird nicht' hartherzig sein, wo begeisterte Heimatfreunde für den künstlerischen und gesellschaftlichen Aufschwung des!- Semmerings eintreten. Er wird den Wohltätern, die zugunsten gemeinnütziger Institutionen der Stadt Neunkirchen eine Spielbank schassen wollen, nicht die Tür vor der Nase zuschlagen. Da kann man ruhig schlafen, gehen. Die Sache wird nicht verschlampt werden, die Deputation studiert bereits die Rede für den Staatsrat, und' die Förderung des Fremdenverkehrs erscheint gesichert. Die tuberkulösen Kinder der Armen, denen der Zutritt: zum Semmering verwehrt wird, können mit diesen Menschenfreunden allerdings nicht in Konkurrenz treten. Sie sterben in den dumpfen Kellerhöhlen, während! ' denen am Semmering die Sonne eines zauberhaften Goldstromes lacht. Eine ausgehobene Hafarbgesellschaft. Das Versteckt in der Kohlenkammer. In der Nacht auf gestern ist eine der größte» Hasardspielergesellschaften Wiens aufgehoben worden. Wir erfahren über die Aufhebung der Partie: Am 27. Februar, abends um 11 Uhr, hat ein Beamter des Sicher- ' hettsbureaus mit Begleitung dreier Polizeiorgane nach entsprechender längerer Beobachtung in der Wohnung der Rosa Morgenstern, 1. Bezirk, Singerstraße 32, eine Spielgesellschaft von 3 b Personen, darunter 10 Damen, überrascht. Der Einlaß wurde nicht gewährt. Daher blieb der Kommission nichts anderes übrig, als ohne Erlaubnis in die Spielräume einzudringen. Während der Amtshandlung hatte der Polizeibeamte wahrgenommen, daß eine Anzahl von Personen durcheine» zweiten Ausgang des Klosetts auf den Gang verschwunden war. Nach längerem Suchen wurden die Leute, /und zwar drei Herren und eine Dame, in einer, kl eine n.Ko h lenka m mer im Keller entdeckt und hervorgeholt. Run war die Gesellschaft vollzählig. Auch der - Bakkaratschlitten konnte nicht aufgesunden werden, und' es ist anzunehmen, daß ihn die Flüchtenden verschwinde» ließen. Sogar in der Wohnung versuchten sich einige Spieler den behördlichen Organen zu entziehen. So hatte sich zum Beispiel ein Herr, halb entkleidet, in ein Bett in der Dienstbotenkammer gelegt. Unter den Spielern waren zweiAerzte, dann Bankbeamte, Kaufleute, eine Opernsängerin und ei» Baron. Beschlagnahmt wurden 15 Spiele französischer Karten, einige Spielmarken, eine Kassette und das Spiel. ' Gespielt wurde um sehr hohe Beträge. Jede Nacht wurde» wahre Riesensummen gewonnen und verloren. Gegen alle.. Spieler ist die Strasamtshandlung eingeleitet. Die Streikbewegung unter den Telegraphen» nnd Telephonbediensteten. Unter den Angestellten des Telegraphen- und Telephonbetriebes aller Kategorien, welche in der Technischen Union vereinigt sind, ist eine sehr ernste Bewegung ausgebrochen. Ihre Forderungen gipfeln in folgendem: Fü?das Telegraphen-, Fernsprech- und Rohrpostwesen soll eine selbständige, von einem Ingenieur geleitete Telegraphen-Ge neraldi re kt ton gebildet werden, für die mit der Postverwaltung^, gemeinsamen Angelegenheiten ist ein Gremium zu bestellen. Hierdurch ist eine fachmännische Verwaltung beider Zweige gewährleistet und die Stelle eines Unterstaatssekretärs für Post- und Telegraphenwesen, beziehungsweise eines gemeinsamen Generaldirektors überflüssig. , Die Ingenieure der Telegraphenanstalt verlange», daß ihre Vertreter bei der Ausarbeitung des bezügliche» VecwaltungsentwurfeS zugezogen werden und ihre' Einflußnahme gesichert wird. / Für die Ingenieure und das technische Personal ist die Erfüllung dieser Forderungen eine Lebensfrage. Die Masse der Angestellten verlangt kategorisch, daß sie ausschließlich! nur für den Telegraphen- und Telephondienst verwendet werde. Sollten diese Forderungen nicht erfüllt werden, so ist der Streik der solidarisch auftretenden Angestellten aller Kategorien unausbleiblich und die Folgen eines solchen Streiks für das Wirtschaftsleben von großer Tragweite. Organisation der jüdischen Staatsbediensteten Deutschösterreickrs. Die Neugestaltung der Verhältnisse in Deutschösterreich hat die Notwendigkeit gezeitigt, eine Organisation der im öffentlichen Dienste stehenden Juden endlich ins Leben zu rufen. Obzwar di« Beamtensektion des Jüdischen NntionalrateSj stets interveniert hat, wenn sich die Betroffenen an. sie um Intervention wandten und sicherlich bedeutend« Erfolg« auszulveisen hat, zeigt es sich, daß aus di« Dauer nur eine große Organisation der im öffentlichen Dienste stehenden Juden das Recht auf Mitbesprechung und M.lveratung aller Staatsangestelllen-Fragen erwirken könne. Die Beamtensektion des Jüdischen Nationalrates wird sicherlich in allen Fragen, die deS! politischen Charakters nicht entbehren, auch weiterhin die beste und wirkungsvollste Vertretung derjenige» bleiben, die ihren Schutz suchen. Aber zur Wahrung , der. nich.tpolj.tisch.en, rein wirtschaftlichen \. .

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