Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 42 (1.3.1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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M 4L Men, Samstag Wiener Morgenzeitung 1. Marz 1919 Seite S' Wilson über den definitiven Friede». London, 27. Februar. (Tel.-Komp.) Wie die Blätter aus Washington melden, - erklärte W i l s o n. daß er dem Kongreß imIuni den d e f i n i ti v e n F r i e d e n svertrag unterbreiten werde. Der französische Minister des Aeußern Pichon glaubt, >daß dies schon im Laufe des Monats Mai möglich «ein wird. Der Friedensvertrag wird Mitte Marz vori gelegt. c Paris, 28. Februar.^(Tel.-Komp.) Die interalliierten Kriegsräie werden M i t t e M L r z den Entwurf des provisorischen Friedensvertrages der Konferenz vorlegen, während die Sonderkomitecs ihre Arbeiten schon am 10. März beendlgt haben werden. Mitte März werden Wilson, Lloyd G e o r g e und Orlando in Paris eintceffm. Elemeneeau nimmt Mieder an der Friedenskonferenz teil. t Patts, 28. Februar. (Tcl.-Komp.) Ministerpräsident C l em e n c e a u hat sich heute zum erstenmal seit dem auf ihn verübten Attentat wieder an den Arbeiten der Friedenskonferenz b et ei I t a t. Er wurde bei seinem Erscheinen im Zehner-Komitee, deffen Borsitz er bet den heutigen Verhandlungen inne hatte, ans das herzlichste begrüßt. Das Zehner-Komitee behandelte die Belgien betreffenden Fragen wegen Revision des Vertrages vom Jahre 1839. Eine japanische Sonrermission in Paris. .Patts,27.Februar. (Tel.-Komp.) Der ehemalige japanische MlMsterpraudent Marquis Sajonghi trifft in den Nächsten Tagen in einer Sondermisston hier ein. Lloyd George über den nahen Frieden. London» 27. Februar. (Reuter.) Auf der Arbeitskonferenz sagte Premtermimster Lloyd George, die Blockade könne nicht eher aufgehoben werden, als bis Deutschland einen Friedensvertrag unterzeichnet habe, der einen Krieg unmöglich mache. Er hoffe zuversichtlich, daß der P äliminarfrieden binnen wenigen Wochen unterzeichnet sein werde. Die deutschböhmische Frage. Patts, 28. Februar Die Agence Havas meldet amtlich - Der Ausschuß für die tschecho-slowakischen Fragen bestellte Donnerstag sein Bureau mit Jules C a m b o n als Präsidenten Mp Marchese Salvado Raggi als Vizepräsidenten. Der Ausschuß beendete dre Prüfung des d e u t s ch b ö h m i s ch e n Problems Md begann mit der BchandlMg der schlesischer: Frage. Verlangen nach Auslieferung von H-Bootkommandante«. ä Zuttch, 28. Februar. (Tel. der „Wr. Morgenzta.") Wie man aus London meldet, wird die „Kommission für die Verantwortlichkeit für den Krieg und die Kriegführung" wahrscheinlich die Auslieferung von etwa 20 deutschen V-Bootkommandanten wegen der von ihnen wahrend des Krieges begangenen Grausamkeiten verlangen. Es sollen ferner sieben von ihnen wegen des Mordes vor das Gericht gestellt werden. Ein internationales Arbeiteramt. , London, 27. Februar. Die in Paris tagende Kommission zur internationalen Regelung der Arbeitsbedingungen berät über eine aus 40’ Artikeln bestehende Konvention. Als Grundlage für ihre Arbeit benützte die Kommission die ihr von dem britischen Delegierten unterbreiteten Vorschläge, an denen sehr wenige Abänderungen notwendig waren. Wre der Korrespondent der „Tiines" meldet, wmde vorgeschlagen, daß eine ständige Organisation gebildet werden soll, in der die einzelnen Mächte, die internationale Arbeiterschaft Md die Arbeitgeber vertreten sein würden. In derselben Stadt, wo die Liga der Nationen seine Stätte errichtet,, soll auch das i n t e ruationale Arbeiteramt seinen Sitz haben. Dieses wird Mter Kontrolle eines Direktors stehen, der seinerseits von den Delegierten der Regiemngen ernannt wird. Das internationale Arbeitsamt wird sich unter anderem mit der Sammlung von allem aus Arbeiterfragen Bezug habenden Auskunftsmaterial befassen. Die internationale Arbeiterkonferenz für Oktober einbernfen. . Patts. 28. Februar. Die internationale Arbeiterkommission unter dem Vorsitz G o m p e r s hat unter anderem die Einberufung der ersten internationalen Arbeiterkonsercnz für den Monat Oktober 1919 einberufen. Inland. Enqueten und andere wichtige Dinge. ‘ In unserem jungen Deutschösterreich muß doch alles bereits aufs beste bestellt sein! Man erkennt dies aus der Art der Arbeit, dir unsere Staatsämter. leisten. Herr Pacher, der Staatssekretär für Unterricht, den mit seinem Ressort wohl ebenso innige Interessen verknüpfen, wie etwa mit der Landwirtschaft hat nichts Dringenderes zu tun, als eine Art von Enquete einzuberufen, welche die unaufschiebbare Notwendigkeit der Errichtung von Hochschulkursen fürs Pressewesen erörtern sollte. Wir wollen davon absehen, baß die Wiener Presse keineswegs paritätisch vertreten war, wollen auch heute garnicht davon reden, daß die Herren Professoren alle von dem Vorschlag entzückt waren, in dessen Durchführung sie offenbar eine Hebung der Wiener Hochschulen erblicken, die sie mit allen Mitteln um ihr letztes bißchen Ansehen zu bringen suchen.. Wir möchten heute Herrn Pacher fragen, ob das Unterrichtsamt momentan wirklich keine dringendere Aufgabe vor sich steht, als derartige Enqueten zn veranstalten. Bisher hat man vergebens darauf gewartet, ins Staatsamt für Unterricht an Stelle des bureaukratischen ZopfgeisteS einen frischeren, zeitgemäßeren Geist einziehen: zu sehen. Hat man sich im Staatsamt für Unterricht schon Mit der Frage befaßt, wie unser Schulwesen mit den Forderungen der Zukunft in Einklang zu bringen sein wird? Hat Man am Minoritenplatz vielleicht sogar schon gehört, daß man in kulturell interessierten Streifen Europas sich über die dringende Fragr der sogenannten Schulreform die Köpfe zerbricht, oder meint man vielleicht, genug getan zu haben, wenn man aus den Schulen allmählich die Kaiserbilder entfernen läßt? Es wäre wohl an der Zeit, daß man ernsthaft damit beginne, für unsere Republik die künftigen Republikaner zu erziehen und die Notwendigkeit erkenne, «in neues Geschlecht heranzubildeu, das von allen, Lügen und KhauviniSmen einer. nunmehr endgültig erledigten Vergangenheit frei ■ fei. Da genügt es wohl kaum, aus den schönen Lesebüchern Stücke auSzumerzen, die mit der Gegenwart nicht mehr im Einllang stehen. Ob freilich für sogroßzügige Dinge, die eine wirkliche Anschauung voraussetzen, ein Deutschrabikaler die geeignete Person ist? Da gehört wohl eine Persönlichkeit aus anderem Lager und mit anderen Horizonten dazu! Hoffentlich wird dieser Umstand bei der baldigen Neubesetzung der Staatssekretärstellen seine Berücksichtigung finden. Die abgekoppetten Staatsräte. Eine Szene auf dem Linzer Bahnhof. In der Nacht auf gestern ereignete sich auf dem Linzer -Bahnhof ein Zwischenfall, der großes Aussehen erregte. Um 2 Uhr früh langte aus Wien der En t entexP r e ßzug, deffen Ziel Baris ist, ein. An dem Zuge waren zwei Waggons für die deutschösterreichischen Fahrgäste angekoppelt. In demselben befanden sich Mter anderem Präsident Hauser, Staatsrat Fink und der Kuner des Fürsten Liechtenstein in Vaduz. Landeshauptmann Hauser entstieg dem Zuge, worauf ein Serbe im Waggon Platz nehmen wollte. Einige Fahrgäste lreßm dies jedoch nicht zu und erklärten, daß dieser Waggon für die deutschofter-reichischen Reisenden bestimmt sei. Der Serbe beharrte jedoch Ms seinem Willen. Die Auseinandersetzung nahm einen solchen Umfang an, daß der Stativnschef den Zug nicht abfahren lasten konnte, wodurch sich ein Aufenthalt von eineinhalb Sttmden ergab. Plötzlich, erschien der Führer des Zuges, ein F r a n z o s e, und verlangte vom Stationsvorstand die Abkoppelung der zwei Waggons. Der Stationsvorstand erklärte. . daß er diesem Wunsche nicht mtsprechen könne, da die Fahrgäste die teueren Plätze bezahlt hatten. Da der Franzose dem Stationsvorstand mildem Erschießen drohte, mußte dieser die zwei Waggons mir dendeutschöstecrerchischen Reisenden abkoppeln, woraus dann der Expreßzug ohne die deutschösterreichischen Fahrgäste abrollte. Staatsrat Fink mußte die Fahrt aufgeben. Er begab sich sofort nach Wien zurück, während die beiden Waggons nach Lambach gebracht und an den nach Innsbruck fahrenden Personenzug angekoppelt wurden. Telegramme. Deutsche Nationalversammlung. Der Verfaffungsentwurf. Weimar, 28. Februar. Präsident Fehrenbach teilt mit, daß eine Eingabe vorliegt, in der aus die v e r z wei feite Lage der von aller Welt abgeschlossenen deutsche» Truppe» am SchwarzenMeer aufmerksam gemacht Md die Nattonalversammlung gebeten wird, bei der Entente aus einen baldigen Abtransport hmzuwirken. Die dritte Beratung des Entwurfes des Uebergangsgesetzes wird auf Vorschlag des Präsidenten auf morgen verschoben. Das Haus tritt tit die Beratung des Entwurfes einer V erfass u n y d e s D e u t s ch e n R e i ch e s ein. Abg. Fischer (Sozialdemokrat) führt aus: Ein neues Deutschland soll jetzt aufgebaut werden. Wir Sozialdemokraten' haben dabei die. blondere Ausgabe, dieses neue Reich rnit sozial i st i s ch e m Geist zu erfüllen. Leider ist davon nur noch wenig in diesen Entwurf hineiugekommen. Grundsätzlich siind wir Anhänger des Einheitsstaates und verlangen., daß der Schritt vom Partikularismus zur deutschen -vEinheir mit voller Rücksichtslosigkeit gemacht wird. Manche per Befugnisse des Präsidenten sind Ms z u w e i t g e h e n d.' Es fehlt auch eine Bestimmung, daß Mitglieder der bisherigen regierenden Familien nicht zum Präsidenten wählbar sind. Die Hoffnung, daß endlich der Eisenbahn- und Wasserstraßenverkehr dem Reiche ausnahmslos Vorbehalten bleiben soll, ist bitter enttäuscht worden. Auch die Einheitsschule muß erreicht werden. Aus territorialen, d das Reich auch Der Entwurf steht auf diesem Boden. Er sieht auch d i e A u f n a h m e D eutschosterreichs in das Deutsche Reich vor. Deutsch Österreich gehört s e i n e rG esch ichte und Nationalität nach zum Deutschen Reich. (Zustimmung.) Komme Deutschösterreich zum Deutschen Reich, so ist mindestens „gespannt ein Zelt ob allem deutschen Lande". Die ZerlegungPrenßens in zwei oder drei Teile muß in der Kommission geprüft werden. Es wäre ein tragisches Geschick, wenn an der Preußensrage der Neuaufbau d«3 Reiches scheitern sollte. Regierungstruppen marschieren gegen Düsseldorf. Berlin» 28. Februar. (Tel.-Komp.) Die „B. Z. am Mittag" meldet: Die Aktion der Negierungstmppen gegen Düsseldorf hat bereits begonnen. Starke Verbände sind gegen die Stadt im Vormarsch begriffen, in der zur Stunde noch die wild e st e A n a r ch i e herrscht. Voraussichtlich wird Düffeldorf morgen bereits von den RegierMgstruppen besetzt sein. Die Aktion wrrd von allen sozialistischen Parteien, also auch von den Unabhängigen, ausdrücklich gebilligt. Die ReichSregierung soll den Auftrag erteilt haben, daß die Regiemngstruppen die Stadt besetzen Md der spartaklstischen Willkür Mter allen Umstände:, ein Ende machen. Dabei wird es nicht zu vermeiden sein, daß auch andere Ortr des Jndustriegebietes besetzt werden. Da in Düsseldorf die Kamnnmlsten über ungefähr 20.000 Bewaffnete nnd üb^er Artillerie v erfügen, sind gegen die Stadt sehr erhebliche Kräfte der Regiemngstruppen' m Anmarsch gesetzt worden. Der Generalstreik in Leipzig. — Geschloffene Banken,' Schulen und Geschäfte. Leipzig» 28. Februar. (Tel.-Komp.) Der zweite Tag des Generalstrecks zeigt im großen Md ganzen ein unverändertes Bild. Die Banken haben heute den K a s s e n v e r k e h r eingestellt. Sämtliche Schulen, Verwaltungen Md der größte Teil der Geschäfte sind geschlossen. DerPostverkchr von und nach Leipzig aus dm preußischen Strecken ist vollständig unterbunden, während er auf den übrigen Linien, zum Beispiel von Bayern her, insoferue auftechterhalten wird, als die Pvstsäcke bis zur Nachbarstation geleitet Md von' dort ans in AutoS nach Leipzig weiterbrfördert werden. Mißhandlung eines deutsche» Generals. Erfurt» 28. Februar. (Wölfisches Bureau.) Als General M ä r k e r auf der Durchreise von Gotha nach Weimar vor dem biestgen Garnisonskommando hielt, um mit den militärischen Stellen sich zu besprechen, sammelte sich eine erregte Menschenmenge um seinen Kr a f t w a g e n, welche die in dem Fahrzeug befindlichen Offiziere wörtlich und tätlich beleidigte. Als General Märker das GebäW verließ, wurde er umringt, geschlagen und durch eine» Stich am Kops verletzt» so daß er sich in daS Garuilosskommando -müaziehm mußte» Die Spartakistenführer in München verhaftet. München» 28. Februar. (Tel. der „Wr. Wov aenzta.") In München kam es während de» heutigen Sitzung des Ratekongreffes infolge eines Mitzoerftändniffes des Stadtkommandanten Dürr zn einer sensationellen Wendung der Dinge. Soldaten drangen ip den Sitznngssaal ein und verhafteten die spartakistischer Führer. Das Mißverständnis ist folgendermaßen zu erklären: Da heute nachmittags über die Frage: „Räterepublik oder sozialistisch« Demokratie?" verhandelt wurde, hatte de» Stadtkommandant den Befehl gegeben» iw Falle von Unruhen die Führer der R a d v Kalen fe st zunehmen. Dieser Befehl wurde mißverstanden, die Soldaten drangen in den Saal ein und ver» hastetenDr.Lenin, Mühsam und ander« Führer der Münchner Radikalen. Gegen den Agioschwindel in Deutschland. Berlin, 28. Februar. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Der Nationalversammlung geht ein Gesetzentwurf zu, der den Agrv- Handel in deutschen Notm nnd Reichskassmscheinm ver» bietet. Ein fpartakistischer Zug angehalten. Dessau, 28. Februar. Dem „Anhalter Anzeiger" zusolg« wurde gestern abends in P ö t h e n ein mit Spartakisten mi etwa 200 Fahrgästen besetzter Jm ilder Z u g" nach Ueber« fahren der Haltezeichen durch Maschingewehrseuer der Bahnhof» besatzung zum Halten gezwungen. Dabei wurde e i n e F r a n aetotet und acht Zivilpersonen schwer verletzt Die ganze spartakistische Besatzung» darunter der Bahnhoft kommandant von Halle, ein IHähriger junger Mann, wurdi verhaftet. Die Spartakisten ließen dm Zug auf vielen «Stationen halten, um anarchistische Md aufwieglerische Flugblätter zu ver» breiten,-* Im nahen Edderitz wurde ein Hallesches Auto nw Spartakisten, welche die Anhalttschm Bergwerksbelegschasten zur» Streik aushetzm wolltm, angehalten. Die Jnsaffm wurdm verhaftet. Meutereien bei der französischen Besatzrmgs» armee. ^Revolutionäre Strömungen. — Bedrohung b«? Offiziere« — Verkauf von Pferden und Waste». Karlsruhe, 28. Februar. (Tel.-Komp.) Verschiedene aus dem Elsaß hieher gedrungene Nachrichten lassen erkennen, daß unter den französischen Besatzungstruppen! tatsächlich Unruhen« usgebrochensind. Es wird versichert, daß mit der Zeit verschiedene Regimenter schleunigst zurückbefördert worden sind, da sich rev o lutionäre Strömungen unter ihnen bemerkbar gemacht haben. Namentlich in Ludwigshafen kam es zu Unruhen durch die Besatzungstruppen. Offizier ^wurden belästigt, ja sogar bedroht. Die Soldaten verlangten he im zu kehren und warfen ihre Gewehre und Ausrüstungsgegenstände weg. Es mußten mehrere Bataillone nach dem Innern Frankreichs zurückbefördert werden. Auf diese Vorkommnisse ist auch die Sperre der Rheinbrücke zurückzu führen. Aber auch aus dem Elsaß wird gemeldet, daß dort französische Abteilungen meuterten und daß Disziplinlosigkeit unter ihnen' herrscht. Die Soldaten verkauften in vielen Fällen eigenmächtig ihre Waffen und Pferde und kehrten nicht mehr auf ihre Posten zurück. Ludendorffs Schuld an der Niederlage. Schroffe Ablehnung russischer Friedensangebote Budapest, 28. Februar. Der „Pester Lloyd" veröffentlicht einen Artikel von hervorragender Seite, wo«» nach am 16. Oktober 1916 der russische Hof durch neutrale Vermittlung in Wien und Berlin andeuten ließ, daß der Friede sofort geschlossen werden könnte. Alles hing eigentlich ausschließlich davon ab, ob Deutschland in der Konstantinopler Frage nachgeben würde. König Ferdinand war mit den Vorschlägen eiyverstanden. Das österreichisch-ungarischem Oberkommando nahm sie in ernstliche Erwägung. Nur das deutsche Große Hauptquartier lehnte sie unbedingt afc* Am 24. Jänner 1917 wurde an dieselbe neutrale Mittelsperson seitens des russischen Hofes wieder herangetretem In dem betreffenden Schriftstück aus Petersburg heißt es unter anderem: Wenn die Mittelmächte aufrichtig, einen vernünftigen Frieden besprechen wollen, sink wir dazu immer bereit. Diese Anregungen wurden am 1. Februar 1917? den Zentvalmächten bekanntgegeben. Das Ergebnis war wieder das gleiche: Bulgarien war bereit, auf die Sache einzugehen. Wien und Baden waren nicht abgeneigt, den Faden aufzunehmen. Auch Berlin verhielt sich diesmal nicht unbedingt ablehnend, aber das deutsche Große Hauptquartier wies die Anregung schroff zurück. Anfangs März 1917 ließen russische Hofkreise im Aufträge des Kaisers Nikolaus auf verschiedenen Wegen einen dringenden Appell nach Wien und Berlin' gelangen, auf das Angebot des Zaren einzugehemi Wieder war es nur die deutsche Oberste Heeresleitung^ die ab lehnte. Kaum eine Woche darnach brach die Revolution in Rußland aus und der Zar wurde gezwungen, abzudanken. Es folgte aber noch ein weiterer Versuch von russischer Seite. Am 26. Marz 1917 richteten einige Mitglieder der russischen Kaiserfamilie an verschiedene Mittelspersonen einen erneuten Aufruf an die Monarchen der Mittelmächtegruppe. Die dringenden Vorstellungen des Königs von Bulgarien bei den mitteleuropäischen Bundesgenossen und das Expose des G.raLen .CLerniu au den AMr, Karl vom ApriLi