Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 41 (28.2.1919)
- Date
- 1919-02-28
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Vk. 41’ 'SBien, Freitag' '--,-r-rr-^T^----— mum erreicht und zum reichen Mann wird. Durch seine Spiclwut verliert er Familie und Ehre und scheidet in dem Augenblick von der Welt, da ihm im Familienglück das Maximum aller Lebensfreuden beschert sein soll. Die Vorstellungen beginnen im C e n t r a l - K i n o um 3 Uhr nachmittags. * Wiederbeginn des Schulunterrichtes um 8 Ahr früh. Ueber Verfügung des Bürgermeisters hat der U n t e rlx i ch t an den Volksschulen von Montag den 3. März und an den ‘ Bürgerschulen von Dienstag den 4, März angesangen wieder u m ^8 U h r früh zubeginnen. Vorträge und Versammlungen. J': Sonntag den 2. März veranstaltet der jüdisch-akademische iKnltmverbcmd „I a b n e" im Lokale, l., Börseplätz 7, um halb ,10 Uhr vormittags einen Vortrag des Schriftstellers Otto Lang über das Thema „Neu-Jsrael". Künftigen Sonntag den 9.März wird zur selben Stunde Herr Dr. N a g l e r über das Thema ^Gibt es ein Wachstum einer neuen jüdischen Kunst" referieren, i— Das Komitee „B u c z a c z e r i n W i e n" ruft für Sonntag den 2. März eine Versammlung der Buczaczer ein. Saal: Jüdisches Jugendheim, IT., Obere Donaustraße 91. Beginn 4 Uhr nachmittags. Es ist Pflicht eines jeden Buczaczer, zu erscheinen. — I u r i st e n v e r s a m m l u n g. Samstag den 1. März um II Uhr vormittags findet im kleinen Fcstsaal der Universität eine vom Heimkchrerausschuß einberufene Juristenversammlung statt, in der über die erreichten Studienerleichterungen berichtet wird. Vertreter des Profefiorenkollegiums werden die Gründe für die Beibehaltung des ersten Nigorosums darlegen. — Der jüdisch-akademische Philosophenverein veranstaltet Samstag den 1. Marz 1919 um halb 5 Uhr im Lokale des Cafä „Wien", Alserstraße 15, den ersten Vereinsabend mit dem Vorträge des Herrn stud. phil. Ch.Albek über das Thema „Was ist der TalmudEintritt frei. Gäste willkommen. . _ Kommunales. Gemeinderat. J Sechzig Geschäftsstücke standen auf der Tagesordnung der gestrigen Sitzung. Ganz automatisch wickelte sich die Verhandlung ab. Weder für die Galerie noch für den größten Teil der Gz'meinderäte schien die Sitzung interessant genug zu sein. Nur einen Moment lang schien es aber, als ob in die Eintönigkeit der Debatte ein etwas schärferer Zug hineinkommen würde. Leider blieb es nur beim Schein. Es handelte sich um die bekannten Anträge des Gemeinderates Schmid, Flüchtlinge an der Grenze festzuhalten, sie in Int,ernierungslager unterzubringen, lund solche Flüchtlinge, die zu Tausenden in Wien sich aufhalten, einfach zu entfernen. Dieser Antrag hatte ja bereits den Erfolg, daß die Polizei sich geneigt zeigt, eine Perlustrierung der Flüchtlinge vorzunehmen, und daß die Unterstützung für Flüchtlinge bereits gekündigt ist und am 15. März eingestellt wird. [ Der Antrag ist ein würdiges Gegenstück zu der '„Fremdenbill" an der Wiener Universität und atmet denselben reaktionären Geist einer Partei, die im Bewußtsein ihres Niederganges noch zu einem letzten Schlag ausholt. Keine Entrüstung zeigte sich bei Behandlung dieses „Gegenstandes". Nur Herr Schreier wandte sich, was gern verzeichnet sei, gegen den Antrag und seine reäktivnären Gründe. Wien dürfe weder den Zuzug der Flüchtlinge, noch den Besuch der Universität verhindern. Das deutsche Wien müsse zu allen Nationen sprechen. Er blieb der Rufer in der Wüste. Die Anträge wurden der geschäftsordnungsmäßigen Behandlung zugewiesen. Die Antragisteller — vor der Welt seien sie genannt: Spalowsky, mit dem sicher teutonischen Namen, und Genossen — werden sich mit ihren jedenfalls gelungenen Versuchen, die Republik vor Europa zu blamieren, im Erfolg mit Pacher und Haberda treffen. Die Entente schreitet ein... Nachfolgend der Bericht: 1 |i V; (Sitzung vom 27. Februar 1919.) - ' r ' Bürgermeister Dr. Weiskirchncr hält zu Beginn der Sitzung dem verstorbenen Gemeinderat Otmar Penz einen warm empfundenen Nachruf. ' Auf eine Anfrage der Gemeinderätin Anitta Müller in der letzten Sitzung des Gemeinderates, betreffend die Ueberlassnng des Platzes beim Hause Taborstraße 65 als Jugendspielplatz, antwortet der Bürgermeister, daß dieser Platz hosärarisches Gut ist und mit Rücksicht auf das geringe Ausmaß wohl kaum als öffentlicher Spielplatz sich eignet. Er " könnte aber für die private Fürsorge und hauptsächlich für Kleinkinder in Betracht kommen. Das Jugendamt wird sich mit dem Verband für freiwillige Jugendfürsorge in Verbindung setzen, um die Freimachung beim Hofärar zu erwirken. ' A Der Rucksackverkehr. ,; " Gemeinberat Nummelhardt stellt die Anfrage, ob der Bürgermeister gewillt sei, sogleich bei den maßgebenden Stellen zu intervenieren, daß von jeder Behinderung und einem Verbot des Rucksackverkehrs so lange abgesehen werde, bis Wien durch entsprechende Negierungsmaßnahmen genügend mit Lebensmitteln versorgt ist. Bürgermeister: Mir ist von einer solchen Absicht der Negierung nichts bekannt, ich muß daher vorerst beim EryährungSamt anfragen. Die Mllchnot und der Ue-erfluß in der Kadettenschule. Gemeinderat Kohl stellt folgende Anfrage: Die Zahl der Kranken und der Säuglinge, die an der furchtbaren Milchvot in Wien sterben, wächst täglich. So unglaublich. t# scheint, entspricht es doch den Tatsachen, daß eine bevorzugte Schichte der Bevölkerung in der Milchversorgung eine Ausnahmsstellung einnimmt. So hält sich die Kostverwaltung der ehemaligen k. k. Landwehr- K adelten sch ule im 3. Bezirk Voerhavegasse, nicht weniger als sieben Stück Kühe und einiges Jungvieh zur Aufzucht. Die Milch der Kühe wird nur für den Hausgebrauch verwendet und bekommen die jungen Herren täglich zum F r ü h st ü ck Milchkaffee mit Wecken aus weißem Mehl. Es wird gefragt, ob der Bürgermeister geneigt ist, sofort diesem Skandal ein Ende zu bereiten, indem er vor allem dafür sorgt, daß die Milch dieser sieben Kühe an Kranke und an Säuglinge abgegeben und die Hausbäckerei eingestellt wird. | Bürgermeister Dr. Weiskirchner erwidert: Die Verantwortung dieser Anfrage bedarf umfangreicher Erhebungen, [tofttnU der Magistrat (städtisches Landwirtschas^samt) beauftragt f Wiener Morgenzeitung wurde. Die deutschösterreichische Staatsftiftungs-Realschule (früher k. k. Franz Josefs-Militär-Akademie, 3. Bezirk, Boerhavegasse 16, wird aus militärisch-ärarischen Vorräten beliefert. Wegen Einstellung der Hausbäckerei, beziehungsweise Erzeugung von Weißgebäck, habe ich den Magistrat beauftragt, das Erforderliche zu veranlassen. Eine Orgie im Jubiläumsspital. Gemeinberat Karl Richter weist in einer Interpellation darauf hin, baß am Samstag, den 22. b. M. im Jubiläumsspital der Gemeinde Wien ein Aerzte- und Beamtenkränzchen abgehalten wurde, bei welchem allen Sparmaßnahmen Hohn gesprochen wurde. An diesem Kränzchen nahmen nach meinen Informationen zirka 260 Personen teil, darunter mehrere Mitglieder des Apollotheaters, die zur Erheiterung der Festgäste beitrugen. Die Luster des Speisesaales, die sonst nur drei Glühlampen tragen, wurden mit je 12 Glühlampen und farbigen Lichteffekten ausgestattet und allen Lichteinschränkungen zum Trotz dauerte die Orgie bis 8Uhrfrüh. W ein und Branntweins lassen in Strömen und für die weniger Trinkfesten unter den Festgästen wurde der Kriegspavillon eingerichtet. Besonders hervorgehoben muß werden) daß das Fest in der fleischlosen Woche stattfand und die ganze Bevölkerung kein Fleisch erhielt, während bei diesem Fest drei Fleischspeisen gereicht werden konnten. Im Gegensatz zu dieser Fülle an Lebens- und Genußmitteln ist es einä feststehende Tatsache, daß die Kranken und Angestellten im Jubiläumsspital schlechter verpflegt werden als in anderen Spitälern, so daß die Annahme nicht von der Hand zu weisen ist, baß solche Feste auf Kosten der Verpflegung der Kranken gehen, während gleichzeitig die Angestellten die ihnen gebührende Menge an rationierten Lebensmitteln nur unregelmäßig erhalten. Der Bürgermeister erwidert: Mir ist von diesen Vorfällen nichts bekannt. Aus dem Bericht, den mir der Direktor erstattete, geht tatsächlich hervor, daß am 22. d. M. eine derartige Unterhaltung sta ttgefunden hat. Es wurden die notwendigen ^Lebensmittel jedoch nicht aus den Spitalsvorräten, sondern durch Vermittlung verschiedener Händler mit Einfuhrbewilligung der steirischen Landesregierung aus Ungarn nachweisbar bezogen. Ich finde in diesem Vorgang eine schwere Taktlosigkeit und kann dies nur auf tiefste bedauern, daß sich Beamte und Aerzte eines solchen Vergehens schuldig machen. Die Regulierung der Prinz Evgen-Stratze. Gemeinderat Simon stellt die Anfrage, ob der Bürgermeister geneigt ist, mit allem Nachdruck dahin zu wirken, daß Fürst Schwarzenberg seinen Widerstand aufgibt und die Regulierung der Prinz Eugen-Straße endlich durchgeführt werden kann. Bürgermeister Dr. Weiskirchncr: Das Stadtbauamt hat mit der fürstlich^ Schwarzenberg scheu Administration in Wien Fühlung genommen. Da sich diese Stelle für sich allein in der gegenständlichen Angelegenheit zu bindenden Zusagen nicht berechtigt erklärte, hat bas Stadtbauamt um die Delegierung eines Bevollmächtigten ersucht. Infolge der von der tschechoslowakischen Regierung verfügten Grenzsperre und Verkehrserschwerung war es dem Genannten jedoch nicht möglich, zum bestimmten Zeitpunkt in Wien einzutreffen und wurden daher die Verhandlungen aus den 16. Marz verschoben. - Das Waffenlager in der Bürgerschule. Gemeinderat Linder stellt folgende Interpellation: In der Gemeinderatssitzung vom .19. d.. M. beantwortete' der Bürgermeister meine Anfrage bezüglich des Waffenlagers i,n der Knaben-Bürgerschule, 18. Bezirk, Cottagegasse 17, damit, daß in der genannten Schule keine Waffen sind, Nachdem in der Presse diese- Anfrage als Gespensterseheret erklärt wurde, stelle ich fest, daß in der Knaben- Bürgerschule, 18. Bezirk, Cottagegasse 17, durch drei Wochen 100 Gewehre und Bajonette nebst Uebrrschwung eingelagert waren und erst im Auftrag des Polizeipräsidiums geholt wurden. Es wird daher gefragt, wer den Auftrag zur Waffenlagerung gegeben hat, und was der Bürgermeister zu tun gedenkt, um in Zukunft auch richtig informiert zu werden. Bürgermeister Dr. Weiskirchncr: In dem Augenblick, da über die Interpellation Erhebungen gepflogen wurden, waren keine Waffen mehr vorhanden, da sie durch einen Auftrag der Polizeibehörde inzwischen wegbefördert worden waren. Ein Verfassungsausschuß der Gemeinde Wien. Gemeinderat Dr. v. Schwarz-Hiller stellt mit Rücksicht auf den bevorstehenden Zusammentritt der konstituierenden Nationalversammlung die Anfrage, ob der Bürgermeister geneigt sei, zur Vorbereitung und Durchführung der notwendigen Verhandlungen mit den in Betracht kommenden Faktoren die Einsetzung eines Ve r f as sun gs aus schu sses d er Gemeinde, der aus dem Plenum des Gemeinderates zu wählen wäre, zu betreiben. Bürgermeister Dr. Weiskirchncr: Der Gegenstand steht beim Magistrat in Behandlung und ich werde Sorge tragen, daß dem Gemeinderat in nächster Zeit hierüber berichtet wird. Ein Antrag auf Aushebung der Micterschutzverordnnng. Gemeinderat Baxa fragt, ob der Bürgermeister geneigt sei, im Interesse der derzeit massenhaft beschäftigungslosen Arbeitgeber und Arbeitneh.uer zur Bekämpfung der augenblicklich herrschenden Erwerbsnot bei der Negierung vorzusprechen und für die Aufhebung der Mieterschutzverordnung einzutreten. Bürgermeister Dr. Weiskiüchnrr erwidert, daß das Wohnungsamt nicht in der Lage wäre, unter den heutigen Verhältnissen die Aufhebung der Mieterschutzverordnung zu befürworten. Unentgeltliche Kohle für christlichsoziale Wähler. Gemeinderat Wimmer stellt folgende Anfrage: Um den AuSgang der Wahl im 17. Bezirk für die provisorische Nationalversammlung für die C b r i st l ich s c z ia len günstig zu beeinflusse n, l cß di ch istlichsi-iali: Parteiorganisa iou rein Mittel unversucht. Am Diepoldplatz in Hernals haben christlichsoziale Agitatoren Flugblätter mit Stimmzettel für die christlichfozialen Kandidaten und „Anweisungen zum unentgeltlichen Bezug von Kohle" an die Wähler abgegeben. Diese Anweisungen stammen vom Armensprengel 100 des ArmeniiistitutS des 17. Bezirkes. Der BücgernreistLr erwidert: Mir ist von diesen Vorfällen nichts bekannt. Isolierung der Flüchtlinge. Gemeinderat Schmid sagt, daß es sich darum gehandelt habe, den Zuzug nach Wien einzudämmen, weil die Notlage eine große ist. Eine papierene Warnung hätte da künen Erfolg gehabt, und ich habe mich daher zu dem schä f/ren Antrag entschlossen, der dahln geht, daß die Flüchtlinge, die über die Grenze kommen, angehalten und, wenn notwendig, in Internierungslagern zurückgehalten werden sollen, und daß man Flüchtlinge, die sich zu vielen Tausenden in Wien befinden, auf Grund des L 17 des Gemeindestatuts entfernen könnte. Auch solle bezüglich der Verteilung von Lebensmitteln in erster Linie auf die einheimische Bevölkerung gesehen werden. Der Magistrat hat die nötigen Schritte, bei der Regierung 28. Februar 1919 emwj eingeleitet und Eingaben an den Staatskanzler «nd die Polizeidirektion gemacht. Die Polizeidirektion, hat auch schon geantwortet, dahingehend, baß sie einer Perlustrierung der Flüchtlinge geneigt ist. Tatsächlich sind auch die Unterstützungen für die Flüchtlinge gekündiA worden und werden am 16. März eingestellt werden.. Wien muß zu allen Nationen sprechen. . Gemeinderat Schreier bemerkt, es wäre kein Wundes wenn vielleicht ein kleiner Teil der Arbeitslosen arbeitSq unwillig wäre, nachdem sie im Krieg zur Arbeitsscheu erzogew wurden. Die Unternehmer haben heute mehr als je sozial« Pflichten gegenüber den Arbeitern. Wien dürfe w e d e a einen Zuzug verhindern, noch Student en Do# dem Besuch der Hochschulen ausschließen. DE deutsche Wien müsse zu allen Nationen sp rechetii Wien muß jetzt international werben. (LebHhafte Zwischenrufe des Gcmeinderates Hödl: Deutschnational muß es werden.) Wien muß streben, eine kulturell«- StättefüralleGebietezusein. $ Bei der Abstimmung wurden die Strdtratsanträge txi* genommen. Hödl will dm deutschen Charakter Wiens wahre«. Gemeinderat Hödl: Ein Vertreter einer bestimmtes Partei hat früher die Ansicht ausgesprochen, daß Wien inte« national werden müsse. Unsere Universität muß den deutschen Charakter wahren. Was sich hier breit macht, ist nicht mehr! deutsche Kultur. Wir haben vor der Universität Szenen erlebt, die für den deutschen Charakter dieser Stabt beschämend! waren. Deshalb wünschen wir den Anschluß an bas Deutsche! Reich, daß wir national geeint und gestärkt werden. Eine deutschnational-chinesische Mauer. Gemeinderat Schreier: ES war nicht meine Absicht, den Gemeinderat mit einer Rede aufzuhalten, wenn es nicht der Gemeinberat Hödl für notwendig gefunden hätte, eine Verleumdung aus meiner Rede zu machen. Wir vertreten die Anschauung, daß Wien eine Fremdenstadt großen Stim mit internationalem Charakter wird, wie eS alle andere« Großstädte sind. ES ist zweckmäßig, daß an der deutsche« Universität in Wien deutsche Kultur und deutsche Bildung aufkommen und in die Welt verbreitet werden. Ich wußte nicht, daß man sich hier mit Drahtzäunen gegen Verleumdungen umgeben muß. Wir alle.wünschen, daß Wien eine deutsche Stadt bleibt, aber wir wollen nicht, daß Wie« abgesperrt wird und mit einer deutschnatio nale chinesischen Mauer umgeben wird. - Hiernach wird der Referentenantrag angenommen'. Es gelangt nun ein Atrag des Gemeinderates T o m o? ck, dem Zentralverekn zur Errichtung und Erhaltung von Knabenhorten in Wien für das Jahr 1919 eine« Betrag von 19 0.000 Kronen, und dem Verein zur Pflege des Jugendspiels in Wien eine Subvention von 30.000 Kronen zu bewilligen, zur Verhandlung. Diese Anträge w-rdett angenommen und die Sitzung hierauf geschlossen. Demokratisierung des Theresianums, i Die Bezirksvertretung Wieden hat sich in ihrer letzte Sitzung mit der künftigen Neugestaltung des Theresianums befaßt und beschlossen, von den Behörden zu verlange«, daß das im Teresianum bestehende Gymnasium, so lange das Gebäude nicht abgetragen wird, bestehen bleibe. Der 4. Bezirk besitzt nur eine Realschule und als humanistische Lehranstalt nur das Theresianum. Auch das im Theresianum bestehende Internat soll in seinem Bestand nicht bedroht werden. Es hat Schüler aus allen Schich.ten der Bevölkerung auszunehmen, wobei befähigte Kinder der mittleren und armen Bevölkerung zunächst z« berücksichtigen und Dotationen für diesen Zweck zu bestimme« sind. Wird die Lehranstalt und das Konvikt nicht ausgelassen^ so bleiben die jetzt in Verwendung stehenden Professoren, Beamten und übrigen Angestellten, über hundert an der Zahl, dem Theresianum erhalten. Gleichzeitig ist dahin zu wirken^ daß das in den unzulänglichen Lokalitäten der alten Rainerschule untergebrachte Museum „Vindobonense" in de« ausgedehnten Räumen der aufgelassenen orientalische« Akademie untergebracht wird. Die Sammlung konnte i« diesem Fall beim Anschauungsunterricht für die studierende! Jugend im Theresianum Verwendung finden. Unter keine« Umständen aber dürfe die Bezirksvertretung zulassen, daß der Park im Theresianum verbaut werde. Die Ernährung. Der Marktbericht. .4. Das trostlose Bild,, das sich nunmehr schon seit Wochen jedem Marklbesucher darbietet, ändert sich nicht. Die Auswahl m Gemüsesorten rst schon längst so zusammengeschrumpst, daß man den Bericht aus den Vortagen.bloß Nachlesen muß, um zu wissen, wie tief gesunken die Beschickung unserer Märkte ist. Die einzig interessante Erscheinung auf dem Markte ist die Anstrengung der Händler, sich ihrer riestgen Rübenvorräte zu entledigen.. Die drei Millionen Kilogramm Rübensorten, deren Geldwert nicht met weniger als 1,500.000 Kronen beträgt, sind ein starkes Passivum der Händler und damit auch der Stadt Wien. Die Kauflust sinkt in eben demselben Maße, in welchem die Rübenzusuhren sich vermehren. .... > Die gestrigen Märkte wiesen keinerlei Beschickung auf. Der Karmelitermarkt hatte als neue Zufuhren 20.000 Kilogramm diverse Rüben und 8000 Kilogramm Zwiebeln und Knoblauch z« verzeichnen. 1000. Kilogramm Kren genügten dem schwachen Bedürfe. Auch nach Sauerkraut war die Nachfrage sehr flau. Die 200 Kilogramm Grünwaren waren selbstverständlich zu wenig, um den Bedarf zu decken. Im Nahmen der Rayonierung wurden gestern. Kartosirln und Kunstipeii'efett abgegeben. Obst und Eier fehlte« Die drei Währ-.nger Bezirksmärkce brachten bloß Reste vo« den Vortagen zum Verkaufe. Hier herrschte eine sehr lebhafte Nachfrage nach Sauerkraut und sauren Rüben. Der Markt am Ippenplatz hatte außer 21.500 Kilogramm Rübe« noch 100 Kilogramm ungarisches Schweinefleischs daS aber dem stürmischen Andrang nicht standhalten konnte. Die Beschickung mit Grünwaren war t ebenso wie die Nachfrage ziemlich mäßig. Am R u d o l f s h e i m e r Markt-war das Angebot noch schwächer als auf den anderen Märkten. Es standen 2800 Kilogramm Grünwarcn und 20.600 Kilogramm Rüben sowie 800 Kilogramm Sauerkraut zur Verfügung, hingegen Fleisch mid Fische fehlten. Ter Verkehr war genug, die Kauflust gesteigert. Beide Märkte in F a v o r i t e n waren gut versorgt. Es gelangten 1700 Kilogramm Rüben (als Neuzufuhren) und 700 Kilogramm Kohlrabi sowie 2400 Kilogramm Sauerkraut zum Verkauf. Der Bedarf an Fleisch konnte mit den 42 Kilogramm Schweinefleisch auch nicht annähernd befriedigt werden. Die F l e i s ch a b t e i l u n g der Großmarkihalle blieb weiter gesperrt. In der Viktnalienh a l l e bab cS 350 Kilogramm Grün waren, 1000 Kilogramm Topinambur und Rübenvorräte (20 Waggons). Auch wurde Marmelade im Ravon abgegeben. Am N a s m m a r k t e ver» zeichnete man an Neuzusuhrc« 164.000 Kilogramm Riiben, teilweise auch aus Ungarn und Mähren. Außerdem gab es 1200 Kilogramm Weißwürste lmd 100 Kilogramm Schweinefleisch. Im großen und ganzen war der Verkehr ans den Märkten flau, Kauflust stürimsch.und die Veschickmrg außer au Rüben, schlecht. , J