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Wiener Morgenzeitung · 1919-02-25 · Heft 38 (25.2.1919) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 38 (25.2.1919)
Date
1919-02-25
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Beite 6 Men, Dienstag Wiener Morgenzettmrg 25. Februar 1910 Nr. 88 chnellzugSverkehr über die Franz Josefs-Bahn zwischen Wien, Prag und Berlin noch diese Woche wieder eingeführt werde. Die tschecho-slowakische Regierung hat sich dem deutschösterreichischen Staatsamt für Verkehrswesen gegenüber bereit erklärt, die notwendige Kohle beizustellen. Eisenbahnminister Doktor Zahradnik beabsichtigt, sich nach Triest zu begeben, um den Transport der Lebensmittel zu organisieren, und dürfte bet diesem Anlage auch in Wien mit den maßgebenden Kreisen in Fühlung treten. Seit einigen Tagen verkehren direkte Züge von Preßburg nach Prag. Abfahrt Preßburg: 4,10 früh und 4,50 nachmittags; Ankunft in Prag um Ü.1 Uhr nachts, respektive 7,05 früh. Abfahrt Prag: vom „Masaryk" (gew. Staats-) Bahnhof: um 8,20 vormittags und 9,25 abends. Ankunft in Preßburg um i.0,44 nachts, respektive 11,40 vormittags. Außerdem hat auch der Prag—Brünner Schnellzug direkten Anschluß von Preßburg. (Abfahrt von Preßburg 1 Uhr in der Dacht). Die Leiche im Koffer. i Die Erhebungen der Polizei in der Affäre der Ermordung jbe5 Handelsaügestelltm Metz! haben im Verlaufe des gestrigen TaarS zu einer sicheren Spur geführt. Die Polizei verfolgt einen 20jährigen Trainer namens Karl Schafferhans und den 21iährigm Privatbeamten AlfredK o l mar unter dem Verdachte, an der Tötung des jungen Mannes beteiligt gewesen Sfein. Es ist festgestellt, daß die beiden zusammen mit einem anne namens Kreipl von der Reichsbrücke ans in der tischen Zeit einen Koffer in die Donau geworfen haben. Die in 'dem bekannten auonymm Brief an die Polizei gemachtm Angaben stimmen mit den Details überein, die die Behörde über die Genannten gesammelt hat. Auf die Ermittlung der Mörder ist bekanntlich eine Belohnung von 2000 Kronen - cmsgesetzt worden. Heimreise -es Wunderrabbi aus Belz. Wie der Budapester „Eghmlöseg* berichtet, besindet sich unter den aus Ujfchertor ausgewiesenew Fremden auch der Wunderrabbi von Belz. dem ein Sonderzug zur Verfügung gestellt wurde, weil seine Begleitung aus 400 Personen besteht. Der Zug fährt bis in den Wohnort des Rabbi nach Belz, nachdem chm seitens der tschechischen und polnischen Behörden sichere Fahrt verbürgt wurde. _ Handelskammerkurse. Infolge der Sperre der Technischen Hochschule beginnen die dorthin verlegten Kurse der Prof. Dr. Ing. S ö l l n e r, Baurat L o w h und Hofrat Marchet um eine Woche sväter, also erst am'5., 6., beziehungsweise 7. März. Der Beginn deS Buchhaltungskurses Prof. S ch i g u t in der Wiener Handelsakademie mußte auf deu 5. März verschoben werden. Stürmische Soldatenversammlung. Gestern nachttags fand im Kasino auf dem Schwarzenbergplatz eine große faldemokrattsche Soldatmversammlung statt. Am Schluffe derjmbeit ergnff der Kommandant der Roten Garde Egon Erwin!K i s ch däS Wort, doch wurde er von den Versammlungsteilnehmern nirdergrschrien. Nach der Versammlung veranstalteten Die Soldaten emrn Umzug über die Ringstraße bis zum Kriegs- »Ministerium. Vor diesem hatte sich ein großes Wacheaufgebot den ^Demonstranten entgegmgestellt. Es gab einige kritische Momente, kda aus der Menge beharrlich «Abzug Wache!" gerufen und den sSchutzleutm gegenüber eine bedrohliche Haltung eingenommen wurde. Es gelang aber schließlich, die Demonstrant« zu j-rrstreum. \ Keine Ueiseeinmilligung nach Jugoslawien. Wie twir auSAbgeordnetmkreffm erfahren, verweigette das hiesige jugoslawische Generalkonsulat seit 32. d.M. jedwede Einreisebewilligung über die Demarkationslinie sowohl für Deutschösterreicher wie auch für eigene Angehörige ohne dafür irgendwelche Gründe au- Mgebev. Vorträge und Versammlungen. Der Verein österreichischer E-hemiker veranstaltet morgen, 6 Uhr abends, im Hörsaale für Chemie der Technischen Hochschule eine Vollversammlung. Tagesordnung: % Mitteilungen' deS Präsidiums. 2. Vortrag des Herrn Jng.-Chem. .oriau W a l l e n st e i n: >D ie wirtschaftliche ukunft Wiens." 3. Freie Anträge. — Akademischer er einjüdische r S ozialisten (Cherut). Der für Mittwoch, den 26. d. M. angekündigte Vortrag des Herrn Dr. Abraham Schwadron findet erst Mittwoch den 5. März statt. — „D i e Stellung desinteruationalen Sozialistenkongresses in Bern zur Judenfrage." Ueber dieses Thema berichten die Delegierten der österreichischen Poale-Zion, Red. M. S i n g e r und Rudolf K o h n (Prag), Mittwoch den 26. d. halb 7 Uhr abends, rm Saal des «Bayrischen Hofes", U* Taborstraße. Gaste willkommen! — Gedenkfeier f ü r MarRvsenfeld. Die Wiener Poale-Zion-Vereine veranstalt« heute Dienstag dm 25. d. M., halb 7 Uhr abmds, im Saale des Caf6 Adler, 1* Schottmring, eine interne Gedmkfeier nach ihrem verstorbene» Mhrvf Dr. Max R o s e n f e l d. Gäste willkommen! Die Ernährung. Der Marktbericht. Die Zufuhren aus den Nachbarstaat« bleiben, wie uns aus einigen Marktämtern gemeldet wird, schon seit drei Tagen vollständig aus. Der Grund für die Einstellung der Zufchüb« ist die strenge Grenzsperre, die auch das kleinste Quantum an Lebensmitteln zurückhält. DaS Bedrohliche an diesem Zustand äußerte sich schon auf den gestrigen Märkten, die alle, mit Ausnahme der Viktualienhalle, leer waren. Die Viktualienhalle konnte nur deshalb Zufuhren verzeichnen (2 Waggons Rüben aus Mähren), weil die Waggons schon vor der Grenzsperre auf beütschösterreichischem Boden rollten. Der Massenandrang der Kauflustigen hielt wegen deS Fleischverbotes auch gestern an, obzwar erfahrungsgemäß eine Aenderung deS Montagbilbes nicht zu erwarten war. Auf den Bezirksmärkten (Hernals, Am Hof, Währing und Nudolfsheim) wurden Neste auS dm Vortagen, Nübenvorräte und Sauerkraut, in Währing auch saure Rüben, restlos ausverkauft. Die Märkte Lehen in den nächsten Tagen, wenn keine Besserung eintritt, vor einer Katastrophe. Amtlicherseits geschieht nichts, die Gärtner sind noch immer, zurückhaltend und der Schleichhandel blüht. Der N a s ch m a r k t sah, wie immer am Montag, jode aus. Außer dm obligaten Rübensorten (41.V0O Kilotzramm) blieb für die Besucher keine Auswahl übrig. Man taufte mit großem Widerwillm Sauerkraut, das in größerer Menge vorhanden war. Auch Zwiebeln waren auf dem Markt. Eier fehlten. Der K a r m e l i t er markt war gestern relativ [bn bestbejchicktestr Markt. Aus den Gemeindebeständen wurden '!6 000 dem Markt zugefüurt. die sich für die stürmische Nachfrage als unzureichend erwiesm. Ebenso 4000 Kilogramm Aepfel, die am Hauptzollamt unerklärlicherweise durch einige Tage eingelagert waren. Die lächerlich geringe Menge von 100 Kilogramm Grünwaren war in den frühesten Morgenstunden ausverkauft. Außerdem gab eS 14.000 Kilogramm Rübensorten, 4000 Kilogramm Zwiebeln und 10.000 Kilogramm Kren. Die Nachfrage nach allen Artikeln war groß, der Bedarf jedoch ungedeckt. Heute wird die Kartoffelabgabe im 2. Bezirk fortgesetzt. Die Qualität der Kartoffeln ist minderwertig. In der Fleisch-- abteilung der Großmarkthatte herrschte vollkommene Berkehrslosigkeit. Einig« hundert Kilogramm Wurstwaren wurden abgesetzt. Der Fi sch mar kt war leer. Auch auf dem Geflügelmarrt verminderten sich die Zufuhren. Neuerliche Krise in der Lebensmittelzufuhr. A«ßerung« des Dizcbürgermcisterö Hotz. Wien steht vor einer Katasttophe, wenn nicht von den verantwortlichen Stetten noch zur «chten Zeit eingegriffen wird. Der bevorstehenden Abstempelung der Noten wegen ist eine hermetische Absperrung der Grenzen Deutschösterreichs verfügt worden, und damit droht uns schon für die nächsten Tage eine Verschärfung der Hungersnot. Denn durch diese Absperrung wird aber auch der Schleichhandel an der tschecho - siowakischen und ungarischen Grenze vollständig unterbunden. Dizebürgermeister Hotz äußerte sich einem unserer Redakteure gegenüber über diese Angelegenheit in folgender Weise: Die Gemeinde kann da vorläufig nichts tun. DaS ist Sache der betreffenden Staatsämter. Es ist aber zu erwarten, daß schon nach einigen Tagen dieser Zustand aufgehoben wird. Denn wir leben ja tatsächlich alle vom Schleichhandel. Wäre es gelungen, mit den Tschecho-Slowaken und Jugoslawen eine solche Vereinbarung zu treffen, wie mit Ungarn, so hätte dieser Zustand nicht eintreten können. Aber der Haß dieser neuen Nationalstaaten gegen uns Deutschösterreicher ist so groß, daß sie alle gerechten und menschlichm Gefühle uns gegenüber beiseite schieben. Wie gesagt, die Gemeinde ist ohnmächti g, das ist Sache unserer Staatsmänner. Cs ist nur zu wünschen, daß trotz allem die drohende Katastrophe nicht eintreten wird. Vizebürgermeister Hoß hatte ziemlich resigniert gesprochen, aber mit Nachdruck auf die Verantwortung unserer Staatsmänner hingewiesen. Die Lebensmittelnot. Die Zuikerversorgung. Wie wir erfahr«, sind die Zuckerverhandkmg« zwischen Prag und Wien als solche beendigt. Die Kommissionen haben ihre Beratungen abgeschlossen und ein neues Abkommen ausgearbeilet. Dieses wird nun von den beiderseitig« Regierung« geprüft und bie Entscheidung darüber in einiger Zeit getroffen werden. Sollte das neue Abkommen durchgesührt werdm, so werden die Zuckerpreise abermals in die Höhe geh«, doch dürfte, waerfrmlicher ist, gleichzeitig auch die augenblickliche Quote erhöht werde«. Brot und Mehl. Aus dem ErnährungSamt erfahr« wir, daß di« Brot- und Mehlquote in dieser Woche, entgegen im Laufe bee kindlichen Gerüchten, voll honoriert werdm wird. Die Zuschübe sind andauernd die normal«, svdaß auch die weitere Brot- und Mehlversorgung vorläufig gesichert erscheint. Die erste Vertragslieferung von 24.000 Tonn« ist von der Entente nicht nur erfüllt, sondern sogar — vorschußweise — überschritten worden. Die augmblicklich in'P a r i s stattfindmdm Konfermzm werd« die Hohe und Bedingung« neuer LebmSmittellieferung« durch die Entente feststell«. Eine zweite fleischlose Woche. Auch die Woche vom 27. Februar bis zum 6. März wird, nach dm bisherigen Anlieferungen, fleischlos bleiben. Es wird aber wieder ein Ersatz-(Mebl-)Produkt abgegebm werdm, außerdem der Gmuß von Schaf- und Schweinefleisch gestattet lein. Abgabe von Kunstweisefett. In der Zelt vom 23. d. M. ' bis 1. März gelangen bei den städtischen Butterabgabestellen owie bei den Konsumentenorganisationen 40 Gramm K u n stpeisefett pro Kopf zur Ausgabe. Der Preis beträgt ür 4 Dekagramm K. 1.—. Abgabe von Unterzündholz. Die Abgabe von je 5 Kilo- , amm Unterzündholz an einen Haushalt für eine Woche erfolgt n der Zeit dom 23. d.M. bis 1. März gegen Abtrennung deS Abschnittes E deS grau« Einkaufscheines für Rindfleisch und deS rosa EinkaufscheineS für Wahlfahrt fleisch. Der Preis ist unverändert. . Kartosfelabgab«. Mittwoch, Donnerstag und Freitag werd« im 8. und 18. Bezirk Kartoffeln, und zwar Zkilogramm für den Kopf gegen Abtrennung der Abschnitte A und B der n«en Kartoffelkarte abgegeben. Mllch für Kranke. Dom 1. März au, sind Ansuch« um Krankenmilch nicht mehr bei dem städtischen Gesundheitsamt, sondern im magistratischen Bezirksamt deS Wohnbezirkes, in welchem auch die GesuchSformularten zu erhalten sind, einzuretchen. Dringende Ansuchen können behufs sofortiger Erledigung dem städtischen BezirkSarzt in dessen Amtslokal täglich um 9 Uhr vormittags auch persönlich überbracht werden. Ermäßigung der Eierpreise m Budapest. Der Verein der Eierhändler in Budapest hat beschlossen, die Eierpreise vom 20. d. M. an auf K. 1.26 herabzusetzen und seine Mitglieder zu verpflichten, die Eier dem Publikum zu diesem Preis zu liefern. Der Verein wünscht die Eierpreise auch weiterhin stufenweise herabzusetzen, bis der Preis den für die heutigen Verhältnisse normal« Stand erreicht. Statt Butter und Fett — Schweinespeck. In der kommenden Zeit wird weder Butter noch Rindsfett abgegeben. DaS amerikanische Schweinefett, beziehungsweise Schweinespeck, wirb anstatt der ausfallenden Butter- und Fettquote bei den bisherig« Fettabgabestellen ausgefolgt. Letzte Nachrichten. Frieden noch vor Mai. Berlin» 24. Februar. Dem „Berliner Tageblatt" zufolge werden die Meldungen der feigdttchen Presse, wonach die Unterzeichnung des Friedens vordem 1. M a i zu erwarten fei, in hiesige« unterrichteten Kreisen für zutreffend gehalten. Irgendeine amtliche Eröffnung von feindlicher Seite über diese Frage liege hier allerdings nicht vor.- Alles deute indeffe« darauf hin, daß die feindlichen Regierungen den Zusammenhang zwischen dem Wachsen derbolschewikifchen Gefahr und dem Hinausschieben der FriedenSunterzeichnnng endlich eingesehen haben. ..., - . e 250.000 Tonnen amerikanisches Fett für die Zentralmachte. Rotterdam, 24. Februar. (Tel. der „233t. Margenztg.") Der „New Bork Herald" meldet, daß in amerikanischen Hafen bereits große, Lebensmittellager für die Versorgung der Zentralmächte errichtet wurden, deren Abtransport unter der Leitung deS Marineamtes in Kürze einfetzen wird. An Fett und Speck allein find bereits 250.000 Tonnen aufgestapelt. Ein Komplott gegen Wilson? Haag, 24. Februar. Reuter meldet aus Reiv-Yorh daß dort 14 Spanier verhaftet worden find, die einen Mordanfchlag gegen Wilson beabsichtigten. Einschränkung des Zahlungsverkehres in Ungarn. Budapest, 24. Februar. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) Im Sinne der Regierungsverordnung betreffend die zeitweilige Einschränkung des Zahlungsverkehrs ist die Aeberweifung von auf Kronen lautenden Beträgen nach Ungarn verboten. Der ungarische Finanzminister hat jedoch die Postsparkasse ermächtigt, den Ueberweisungsverkehr mit Deutschs st erreich im bisherigen Rahmen aufrecht zu erhalten und von dem durch die Regierungsverordnung aufgestellten Verbot für eigene Parteien der ungarischen Sparkasse Ausnahmen zu gestatten. Die »ngarische Postsparkasse nimmt deshalb neuerlich den Aeberweisungsverkehr mit der österreichischen Postsparkasse auf, jedoch mit der Einschränkung, daß Einzahlungen, die den Verdacht der A mgehung der Zahlungssperre erwecken, zurückgewiesen werden. Beginn der Rotenabstempelnng in der Tschecho-Slowakei. Prag» 24. Febmar. (Tel.-Komp.) Der tschechische Finanzminister Dr. R a s ch i n wird in der morgigm Nationalversammlung die Ermächtigung zur Abstempelung der Banknoten verlang«. Mittwoch wrrd dann sofort mit derAbstenrpelungbegonnen. Wie der ^Vecer" meldet, wird den Gemeindevorstehern, den Geistlichen, der Lehrerschaft und den Zeitunam die Pflicht auferlegt werdm, die Kenntnis von der Abstempelung des Geldes überallhin zu verbreiten. In Prag wird die Abstempelung dm B a n k e n und den anderen Geldrnstituten anvertraul. Auf dem Lande werden die Bankfilialen, Sparkaffm nnd Vorschußkaffen die Abstempelung vornehmen. In dm Dörfern werden die Gemeindevorsteher zwischen der Bevölkerung und den AbstempelüngSstellm zu vermitteln haben. In dem Gesetze wird angeordnct daß m der Zeit der Abstempelung Geschäfte, welche Gegenstände deS täglichen Bedarfes wie Lebmsmittel, Streichhölzer usw. feilhaltm, auch nicht abgestempeltes Geld anzunehmen haben. Es wird ein Moratorium kundgemacht und bestimmt werdm, bis zu welch« Hochstbeträgen Einlagen von dm Geldinstituten in der Moratoriumsfrist zur Auszahlung gebracht werdm dürfen. Bon dem vorgeleaten Geld wird die Hälfte fofort abgestempelt zurückgegeben, für die andere wird eine Bestätigung auSgehündigt, mit welcher Stmer und ähnliches wird bezahlt werdm könnm und die mit einem Prozent verzinst wird. Der Frachtenverkehr in Böhmen eingestellt. Prag» 24! Februar. (Tel. der „Wr. Morgenztg/) Der gesamte Frachtenverkehr, beziehungsweise die Annahme von Frachten ist heute eingestellt worden. Diese Maßnahme hängt mit der bevorstehenden Notenabftempelung und den sonstigen Währungs- und steuerpolitifchen Vorbereitungen zusammen, die angeblich eine hermetische Absperrung des Landen erfordern. Die Abstempelung in Jugoslawien. Wie», 24. Febmar. Es wurde gemeldet, daß die serbische Des Regiemng eine Einladung an die Q e st e r r e i ch i sch - u n g ai s che r r) d) t Bank zu einer Konferenz über die Regelung der Valutafrage gerichtet hat. Es handelt sich um die (Schaffung einer gemeinsamen Abrechnungsstelle für abaestempelte Noteru Die Oesterreichifch-ungarifche Bank steht schon seit Wochen in dieser Angelegenheit m Fühlung mit dem serbisch« Staat. Die Volkszählung in Mährisch-Ostra«. Mährisch-Oftrau, 84. Febmar. (Tel. der ^Wr.Moramzeituug.") Die Volkszählung ergab folgendes Resultat 20.414 Tschechen (53°/«), (12*6), Die 924? Deutsche (28'b)', 4716 Juden (10*6) und 146 Fremde (0*6%). auf Grund diese- Resultats die Vertrete« im Gemeinderat fordern. 4143 Pol« Juden können Kooptierung von vier (^.JDischeS Volksblatt.") Prager Börse. Prag »2t. Febmar. Die Tendenz der heutig« Börse war nicht einheitlich. Während Anlagewerte im großen und ganz« ihren Kursstand vom Samstag behaupteten, unterlagen Bankwerte be deutenden Schwankungen. Lebhafte Nachfrage zeigte sich nach Böhmischen Unionbank-Aktim. Bnnerkenswert waren größere Abgaben der tschechischen Banken in Zwno-Aktien. Man führte dieses darauf zurück, daß in dm Kren« der tschechischen Bank« manches von dm Geheimniffm deS Finanzministers Äiaschui durchgesickert wärr> nammtlich waS seine Absichten bezüglich der Bchandlunp der Effekten betrifft. Die Wiener Baukwerte könnt« rhrm samStägigm Kursstand behaupten. Bon Jndustriewertm vermochten sich Jnwald-Attim, die auf 650, und Danek Aktien, die auf 658 stiegen, von ihrem letzten Rückschläge zu erholen. Die Schlüffe in Lanrin-Aktim wurden storniert. Das Papier wird von morgen ab einem neuen Sensal zugewiesen. Auch Ringhoffer-Aktien hatten eine Erholung um 80 R zu ver> zeichnen. Im hiesigen Börsenverkehr macht sich, soweit eS sich um Jndnftrirwrrte handelt, immer mehr Stttckemaugel geltend. Es besteht zudem eine Vorschrift deS tschechischen Finanzministeriums, der zufolge von Stücken von im tschcchischm Staate gelegen« Untcruehmlumcn, die von der Wiener Börse hierher übert-ageu werden, um hier gehandelt zu werden, eine Gebühr von vom Nennwerte zu entrichten ist, — eine Maßnahme, die quht gerade zur Behebung deS SlückemangclS beiträgt,,

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