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Wiener Morgenzeitung · 1919-02-23 · Heft 36 (23.2.1919) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 36 (23.2.1919)
Date
1919-02-23
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Wien. Sonntag Wiener Morgenzeitung 23. Februar 1919 ... Nr. 36 Fragen beauftragten Kommission. Diese hat besrblosseN, die Ucberganasmaßregrln dem von der Konferenz über Antrag Wilsons geschaffenen Wirtschaftsrat zu überweisen. Die Verfügungen mit permanentem Charakter sollen durch eine besondere Kommission geprüft werden, die in der nächsten Sitzung der Konferenz bestellt werden soll. Die fünf Delegierten, die den Arbeitsplan der Kommrision , verbereitet haben, werden beauftragt, die Arbeitsmethoden bei der Unterteilung in Snbkommission festzulegen und werden die Zusammensetzung der Konimission unter Berücksichtigung der von Lord Milner gemachten Beobachtungen bezüglich der Verteerung der britischen Dominion- Vorschlägen. Der dänische Minister legte darauf die Ansicht Am Schlusie der Sitzung unterbreitete der dänische Gesandte Bernhoft dem Rat die Ansprüche Dänemark auf Schleswig, die die mit dem Studium der belgischen Ansprüche beauftragte Kommission prüfen wird. Bernhoft verlangte: 1. Die Bevölkerung des nördlich«» Schleswig solle als ein Bezirk betrachtet werden und sobald als möglich die Gelegenheit erhalten, über ihre Zugehörigkeit zu Dänemark abzustimmen. 2. Die Bewohner des an Nord-Schles»vig anstoßenden Mittel-Schleswig mit Einschluß der Stadt Flensburg sollen gemäß ihrem Wunsch die Möglichkeit erhalten, durch eine Volksavst.mmung, die bezirksweise vor sich gehen soll, auszusprechen, ob sie Dänemark angeglcedert »verden wollen. S. Es sollen die zur Sicherung der Freiheit der Wahlen nötigen Maßnahmen getroffen werden. Dre albantsche Delegation wird heute gehört werden. Frankreich fordert deutsche Kriegsschiffe. Bern» 22. Februar. Der Pariser „TempS" vom 19. d. M. ist beunruhigt über die eugllschen Vorschläge für die Marinebestimmungen im endgültigen Waffenstillstandsvertrag. Der Gedanke der Zerstörung der deutschen Flotte könne nur überraschen. Deuffchland habe während dieses Krieges genug zerstört. Man könne keine neuen Zeistörungen zulassen. Frankreich habe während des Krieges keine Schisse.bauen können, sondern habe Kriegsmaterial liefern muffen. Es brauche Kriegsschlffe. Außerdem fei es moralisch härter für Deutschland, seine Kriegsschlffe unter fremder Flagge fahren, als sie zerstört zu scheu. Die italienische Seeliga an Wilson. Zürich» 22. Februar. (Tel. der „Wiener Morgenztg.*) Die itallenische Secliga hat eine Botschaft an Wilson gerichtet, ,n welcher ausgcführt wird, daß Italien ohne Handelsschiffe, ohne Kohle und Rohmaterial immer ein Land ohne Freiheit bleiben werde. Indem die Liga Wilsons H.lfe anruft, macht sie ihn aufmerksam, daß Italien 62 Prozent seines Schiffsraumes im Kriege verloren habe, mehr als irgendein anderer Staat. Telegramme. Tschecho-slorvakischeNepublik. Die Tschechen erkennen die Tapferkeit-- Medaillen nicht an. Prag, 22. Februar. Durch eine Verordnung deS Ministeriums für nationale Verteidigung wird die Auszahlung von Zulagen für österreichische TapserkeitsauSzeichnungen eingestellt mit der Begründung, daß die Republik die Auszeichnungen, welche der österreichisch-ungarische Staat verliehen hat, nicht anerkennen könne. Die Enteignung-plane der Agrarier. Prag, 22. Februar. (Pr.) Der Klub der tschechischen agrarischen Mitglieder der Nationalversammlung veröffentlicht ein umfangreiches Arbeirsvrogramm, in welchem als Hauplaufgaben der Klubtätigkeit die Enteignung deS Großgrundbesitzes zugunsten der Häusler, die Aufhebung der Fideikommisse, die Anklage gegen die Grasen Berchtold, Clam-Martinic, Fürstenberg, Thun-Salm, Czernin und anderer als Miffchuldige ain Kriege rc. bezeichnet werden. Für den Fall der Verurteilung dieser Aristokraten soll die Konsiskätion ihrer Güter ohne Entschädigrmg erfolgen. Äiich die Güter der Mitglieder des Kaiserhauses sollen ohne Entschädigung ringezogen werden. Naschin wird Dienstag sprechen. Prag, 22. Februar. In der für Dienstag anberaumten Sitzung der Nationalversammlung wird der tschechische Finanzminister ein umfassende- Exposüber die M e t b o d e und die M i t t r l, durch die die V a l u t a geregelt und dringende Steuerfragen gelöst werden sollen, hatten. Die geplanten Maßnahmen betreffen hauptsächlich das Ncberstcmpeln der Banttioten und die' Ausnützung allen Eigentums zwecks Schaffung eines Gleichgewichtes im Staatsvoranschlag. scheu Grundprinzip tn Einklang gebracht. Bestürzt über die unerwünschten Folgen einer allzuraschen Verwirklichung sozialistischer Ideen, scheut Kautsky in anerkennenswerter Besonnenheit nicht vor der Konsequenz zurück, zu prüfen, ob wirklich der Sozialismus Selbstzweck sei. Und da kommt ihm die Einsicht, daß er nie einen Sozialismus erstrebt habe, der zu irgendeiner Machtpolitik greift und die Diktatur proklamiert. Als einziges Ziel allen sozialistischen Strebenzitiert er aus dem Erfurter Programm die Aufhebung „jeder Art der Ausbeutung und Unterdrückung, richte sie sich gegen eine Masse, eine Partei, ein Geschlecht, eine Nasse". DieseS Ziel stellt er nun wieder so stark tn den. Vordergrund, daß er ihm auch die Frage unterordnet, ob seine Verwirklichung eine Beibehaltung oder eine Beseitigung deS Privateigentumerforderlich macht. Damit wird ein politische- Prinzip formuliert, welcheausnahmslos allen Parteien zur Grundlage einer Verständigung dienen könnte: Bekämpft wird nicht mehr grundsätzlich eine bestimmte Wirtschaft-- oder Gesellschaftsform, sondern es wird jede Form grundsätzlich gebilligt, welche die Verwirklichung eines heute zweifellos von allen Parteien geteilten Ideals der Freiheit ermöglicht. Wünschenswert wäre es, wenn diese- Prinzip tatsächlich zu einer Berstäiidigung der Geister führen würde, bevor dogmatische- Festhalten an bestimmten Projekten Zustände schasst, welche die Situation nur verschlimmern, statt sie zu verbessern. Wenn ein Mann wie Karl KautSky heute fragt, ob daS Proletariat reif fei, „die Demokratie aus der Politik in Oekonomie zu übertragen", so ist eS wohl an der Zeit, darauf hinzuwirken, daß vor die Tat die Besinnung und die Reife deS Gedankens gestellt wird. Nur der Geikt vermag noch zu verhindern, daß dte Welt einer Diktatur unterliegt, die, wie jede Diktatur, eine solche der Straße und jomit deS. Ungeistes ist. Deutschland. Bayern eine Räterepublik. Berlin, 32. Februar. Der „Bossischen Zeitung" zufolge wurde gestern abends Bayern vöm revolutionären Arbeiter- und Soldatenrat in München zur Räterepublik auSgvrufen. Die Lage in München. Sitzung des Arbeiterrates. München» 22. Februar. Zwecks Bildung einer neuen Regierung hat heute vormittags «ne Sitzung des ZentralvollzugsrateS mit dem »kumpfnunlsterium stattgesunden. Ucber die jetzige Lage des Münchener Arbeiterrates erklärte der Vorsitzende N i k i s ck nach einem Nachruf für EiSnrr folgende-: Die Voll» zugSräte Bayerns sind zulammengetreten und haben sich aus den verschiedenen Parteien ergänzt. Sie haben einen Aktionsausschuß gebildet, der ein revolutionäres Zentralkomitee gewählt hat. Darin sind paritätisch die Delegierten der Vollzugsräte drS revolutionären Arbeiterrates und Mitglieder der drei sozialistischen Parteien vertreten. Dieser Elf-Mimnec-Ansschuß, sagte Misch, hat jetzt die gesamte Gewalt in Händen. Der Führer der unabhängigen Sozialisten. Schröder, teilte mit, daß die gesamte Presse unter Kontrolle stehe. Heute werden die Vertrauensmänner die Bewaffnung der organisierten Arbeiterschaft vornehmen. Hieraus wurden mehrere Resolutionen verlesen, unter anderem eine Ncsolntion, die eine dreitägige Landestrauer für Eisner, die Schließung sämtlicher bürgerlichen Vergnügungsstätten, die sofortige Aufhebung drS Adels und der Fendalgüter fordert. Sodann wurden die Aufzeichnungen des Grafen Arco verlesen, der sich tags zuvor m einem Restaurant gerühmt haben soll, daß am nächsten Tag früh Eisner fallen werde. Demselben Bericht zufolge stand in den Aufzeichnungen des Grafen Arco unter anderem auch: Wir brauchen keinen Despotismus von Kurt l.H o ch W i t t e l s b a ch! Hoch Nupprecht! Schröder verkündete hierauf die Anträge, welche die Diktatur des Proleta r i a t s verlangt. Die A nnähme erfolgte einstimmig. Infolge des Generalstreiks ist heute früh nur das Organ Eisnecs, die „Neue Zeitung" erschienen, welche den obigen Bericht über die Sitzung des A' beiterrates enthält. Nachmittags erschien an Stelle der „Münchener Neuesten Nachrichten", heransgcgcbcn in den Lokalitäten der „Neuesten Nachrichten", das Blatt unter dem Titel „Nachrichtenblatt des Zentralstes^ mit folgender Bemerkung: Herausgegeben vom Arbeiter-, Soldaten- und Bauernrat. Diese Zeitung, heißt es in einer Notiz weiter, erscheint an Stelle der „Münchener Neuesten Nachrichten", der „Münchener Zeitung, der „München- Augsburger Abendzeitung" und „Bayrischen Kuriers" und »st den Beziehern dieser Zeitungen auszithändkgen. Als verantwortlich snr die Redattion zeichnen Jakobi vom Arbeiterrat und Erhardt vom Soldatenrat. Ruhe in München. München» 22. Februar. (An,tlich.) Ministerpräsident S ch e i d e m a n n bat der Nattonalversammlung m Weimar mitgeteilt. daß in München der Bürgerkrieg auögebrochen sei. Diese Mitteilung entbehrt je derGrundlage. Die Münchener Zeitungen sind, uyi Demolierungen zu verhüten, vorläufig besetzt. Die Münchener Arbelterichaft hat einen dreitägigen Generalstreik proklamiert, verhält sich aber durchaus ruhig. Montag wird dir Arbeit wieder ausgenommen. Auf Plünderimgen wurde die Todesstrafe gesetzt. Die Banken und großen Hotels sind von republikanischen Schutzwacheu bewacht. Spartakisten in München. Berlin» 22. Febniar. Die „B. Z. am Mittag" meldet auS München: Auf dem Maximilranplatz fand heute nachts cm schwerer Feuertanipf zwischen vor dem Regina- Palasthotel angesammelten Personen und Personen, dir sich in diesem Hotel anshielten, statt. Es ist noch nicht sestgrstellt, welchen Parteien die Kämpfenden angchörten und welchen Ausgang der Kamps halte. Gerüchlweise verlautet, daß das Hotel von b ewaffneten Spartakisten geftür-mt worden sei. In Schwabing kam es heute nachts zu einem Handgranatenkampf zwischen Plünderern und Sicherheitssoldaten. Eine Feststellung der bayrischen Negierung. München, 22. Februar. (Amtlich.) Das Ministerium des Aeußern teilt mit: Entgegen den unilaufrnden Gerüchten, daß in München rin Blutbad angerichtet worden sei, wild festgestellt: Kurt Eisner wurde vom Grafen Arco-Balley ermordet. Im Landtag ist A u e r schwer verletzt worden. Abgeordneter O l e l (Zentrum) ist tot, zwei Mtnisterialbeamte sind verwundet. Minister Roßhaupter ist in Sicherheit. Alle Gerüchte, daß noch andere Personen verwundet oder tot seien, sind unbegründet. Minister Auer lebt. -München» 22. Februar. Minister Auer hat die Nacht zwar ruhig verbracht, doch besteht nach wie vor Anlaß zu ernsten Besorgnissen. — Die ersten einlanaenden Telegramme haben seinru Tod gemeldet, was sich erfreulicherweise nicht bestätigt. Minister RoZhaupter enthaftet. Frankfurt» 22. Febniar. Die „Frankfurter Zeitung" meldet aus M ü n ch e n: Minister für militärische Angclcgenheilm, R o ß h a u P t e r, der zunächst in Schutzhast genonnnen worden war befindet sich wieder auf freiem Fuß, soll aber völlig zusammengebrochen sein. Mitglieder der Nationalversammlung in München verhaftet. Weimar» 22. Februar. (Tel. der „Wr.Morgenztg.") Nach heute hier eingelausenen Meldungen sind in München zahlreiche demokratische Abgeordnete, darunter auch Mitglieder der Nationalvei'sanlmlung wie Pros. De. S ch w e i d e von der kommrmistischtn Regierung verhaftet worden. Die reichsdemokratlsche Fraktion hat h u e vormittags in einer Sltzimg einen Pro teil gegen die Verletzung der Immunität abgesaßt und der Regierung überreicht. Todesstrafe für Plünderer. München, 22. Februar. Der Rätekongreß hat eine Bekanntmachung erlassen, wonach er alle Plünderungen sowie jedes Unternehmen gegen die neuauögcmfene Räterepublik unt der Todesstrafe bedroht. Infolge des Generalstreiks ruht in sämtlichen Betrieben und öffentlichen Verkehrsanstalten, mit Ausnahme der Eisenbahn, die Arbeit. Die Zeitungen waren durch ihre Besetzung am Erschemm verhindert. Ende des Generalstreiks im Industriegebiet. Esten, 21. Febrnar. Die Essener Streittonserenz stimmte abends nach längerer Berattrng dem m Münster vom Arbeiter- und Soldatenrat vorgrtragcnen Angebot und den Bedingungen des Generalkommandos mit allen gegen 9 Stimmen zu und beschloß damit den sofortig-'« Abbruch deL Generalstreiks. Kostenlos andern wir die vorhandenen Gasbrenner derart, dass mehr als die Hälfte der bisherigen Gasmenge erspart wird. Vertreterbesuch über \ Wunsch ohne Verbindlichkeit. „Olso“, Wien, 1. Bezirk, Beliariastrasse Nr. 12. Tele* phon 86.339 84.380 85.228 37.492 M Polen. Internierung von Tschechen. Krakau» 23. Febrnar. (Tel. der «Wr. Morgenztg.") Einige tausend rn Galizien wohnhafte Tschechen sind in D a b a m einem früher für Russen bestimmten Gefangenenlager interniert worden. Mehrere Beamte tschechischer Bankinstitute in Krakau sind konsiniert, der Leiter, der Krakauer Filiale der Zivnostenska Banka wurde interniert, um für seine konfinierteu Kollegen als Bürge zu dienen. Schweiz. Weltkonferenz der jüdischen Orthodoxie. Zürich, 21. Februar. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Dir Weltkonscrenz der indischen religiösen Verbände wurde heute im Hotel Bclcvue in Zürich feierlich eröffnet. Etwa hundert Delegierte aus 14 Ländern sind anwesend. Darunter befinden sich die Oberrabbiner S ch a p i r o (Kowno), Dr. Winkler (Kopenhagen), T a l (Utrecht), Prof. Dr. M a r g u l i e 8 (Florenz), Dr. Sacerdoti (Rom), Weil (Bouxviller), Dr. Hildesheimer (Berlin), H o r o w i tz (Jerusalem), Fuchs (Großwardein); ferner der Präsident der ungarischen Ländeskanüei Frankl (Budapest) und Dr. Nathan Birnbaum (Wien). Die Konferenz hat den Zweck, zu den die gesetzestrcue Iudenheit bewegenden Gegenwartsfragen Stellung zu nehmen und insbesondere Über die Formulierung entsprechender Forderungen für die Friedenskonferenz zu beraten. Italien. Einberufung der Kammer. Bom» 22. Februar. (Agenzia Stefani.) Ein königliches Dekret vom 20. Februar setzt die Einberufung der Kammer und des Senats auf deu 1. März fest. Spanien. Der König von Spanien über die Lage der Neutralen. Paris» 22. Februar. (Tel.-Komp.) DaS „Journal" veröffentlicht eine Unterredung eures seiner Mitarbeiter mit dem König von Spanien, der die gegenwärtige Lage der neutralen Länder für sehr unbehaglich erklärte. Die Sieger, so erklärte der König, neigen mehr dazu hin, sich der Vorfälle während der KriegSzert, die sie unangenehm empfanden, zn erinnern, während sie die empfangene Hilfeleistung vergessen. Mau werfe Spanien vor, die Propaganda, die von einer im Kriege besindlichen Macht in Spanien betrieben wurde, geduldet zu haben. Jedoch sei man nicht in der Lage gewesen, dagegen aufzutreten, da die Gesetze Spaniens nicht außer Kraft gesetzt waren. In Spanien lebten Angehörige aller Nationen, für deren Handlungen Spanien keine Verantwortung übernehmen könne. Tagesbericht. Keine Studentenausweisung. Eine Abordnung des studentischen ProtestauS'- schusses erschien gestern beim Staatssekretär Pacher,, um über daS Verhalten des Rektors Beschwerde zu führen. Der Staatssekretär beruhigte die Studenten,, indem er ihnen mitteilte, daß eine Ausweisung der nichtdeutschen Hochschttler nicht durchgesührt wird, dass vielmehr schon in dem mehrfach zitierten Erlass vom 13. Jänner eine Ausweisung nicht vorgesehen war. ' Dieser Erlass war nicht im Wortlaut kundgemachi worden, am schwarzen Brett wurde nur ein Absah, der sich auf die vorzeitige Abtestur der nichtdeutschen Studenten an den Instituten, bezieht, angeschlagen. AuSI dem Zusammenhang geht hervor, daß in Wirklichkeit ' nicht beabsichtigt war, das Semester für die Ausländes vorzeitig abzutestieren und der Fortsetzung der Studien Schwierigkeiten zu machen. Vielmehr wurde nur ange-; ordnet, dass lediglich an jenen Instituten, wo Platzmangel besteht, eine vorzeitige Abtestur der praktischen Hebungen stattsinden solle, und zwar nach Ermessen deS Dozenten während die Vorlesungen jedenfalls, weiter besucht werden können und die Semesterbcstätigung erst am Ende des Semesters erfolgt. Es sei somit nichts anderes beabsichtigt, als eine Trimestricrung an jenen Instituten, wo der Mangel an Arbeitsplätzen sich fühlbar macht und für die aus dem Militärdienst zurückkehrenden Studierenden Platz geschaffen werden muss. AuS dieser Mitteilung des Staatssekretärs geht noch deutlicher hervor, in welch unverantwortlicher Weise das Rektorat und vor allem der Kanzleidirektor Doktor Blumauer seine Kompetenz überschritten hat. Der Erlass vom 13. Jänner wurde im Zusammenhang mtk den Marburger Vorfällen nach dem Wunsche her deutschnationalen Studenten zu politischen Zwecken missbraucht und dadurch die Studentenschaft nichtdeutscher Nationalität aufs äußerste gereizt. Unbegreiflich ist, was man damit bezweckt hat, dass der Erlass des. StaatsamteS für Unterricht nicht in vollem Wortlaut publiziert wurde. Man hat der. Entstehung von JUfl.tf3Pkj

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