Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 35 (22.2.1919)
- Date
- 1919-02-22
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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l Nr. 3S ' Wien. Samsrag v~ .. ’ Paris, 21. Februar. (HavaS.) Die Aerztt Clemeneeaus teto fest, bctf? sein Zustand sehr befried!aend sei und gestatteten dem Ministerpräsidenten, nachmittags die Mitglieder der Regierung ' zu empfangen., Wenn im Verlaufe von 48 Stunden keine Komplikation eintritt, wird Clemenceau von der nächsten Woche an seine gewöhnliche pvlititische Tätigkeit wieder aufnchmen können. Paris, 21. Februar. (Havas.) Ministerpräsident Clemenceau verbrachte d i e N a ch t g n t. Er hatte eine Unterredung mit dem General Mordaca und empfing sodann den Minister des AeußernPichon und Dutasta. Die Mitgliederder Konferenz werden heute nachmittags in der Wohnung Clemenceaus zu einer Berattmg zusammentreten. Das um 9 Uhr vormittags ausgegebrne Bulletin lautet: Temperatur 86, Puls 72. sehr gutes Allgemeinbefinden. Die Friedenskonferenz. Verschiebung der Wasfenstillstandsvorlage. Paris, 21. Februar. (Tel.-Komp.) Infolge des auf Clemenceau verübten Anschlages ist die Vorlage der fertiggestellten Waffenstillstandsbedingungen an den Zehnerausfchutz verschoben worden. Offiziell wird neuerlich mitgeteilt, daß die Bedingungen des neuen Waffenstillstandes außer den bereits mehrfach erwähnten Bedingungen auch solche enthalten, die das Schicksal Elsaß -Lothring ens betreffen. Diese neuen Bedingungen seien als Vorläufer des nun bald folgenden Friedensvertrages anzusehen, der nur ' geringe Aenderungen bringen werde. Für gerechten Frieden und Versöhnung. m Haag, 21. Februar. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Die Blätter veröffentlichen einen unter anderem von Romain Rolland, Ellen Key, mehreren Professoren der Universität Cambridge sowie von hervorragenden Persönlichkeiten der neutralen Länder, Deutschlands und Oesterreichs Unterzeichneten Aufruf an die Negierungen und Delegierten der Friedenskonferenz, in dem sie aufgefordert werden, ihren ganzen Einfluß dahin geltend zu machen, daß ein gerechter Friede und eine allgemeineBersöhnung erzielt werde. Die Tagesordnung.. Parks» 20. Februar. lTel.-Komp.) Die T a g e s o r d n n n g der heutigen Sitzung des Obersten Krirgsrates lautet: 1. Feststellung der neutralen Zone, die weder von Ungarn, noch von den Rumänen betreten werden darf. 2. Anerkennung der polnischen R e g i e r u n g. 3. Vernehmung der dänischen Gesandten in Paris und einer technischen Kommission über die schleswigsche Frage. 4. Vernehmung von Turkhan Pascha, des Vertreters der albanischen Regierung. 5. Bericht der wirtschaftlichen Kommission über die Verproviantierung der verschiedenen Gebiete, über die Wirtschaftspolitik gegenüber den Neutralen und Uber die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Alliierten selbst. Paris, 20. Februar. (Tel.-Komp.) Die Großmächter o n f e r e n z hat heute nicht getagt. Sie soll morgen zusammentreten» um sich mit der polnischen und zum ersten Male mit der s ch l e s w i g s ch e n Frage zu beschäftigen. L a n s i n g Wird als erster Vorsitzender die Konferenz leiten. Es steht aber außer Zweifel, daß dann P i ch o n als Vorsitzender der Kommission der Großmächte auftreten wird, wenn Clemenceau längere Zeit abwesend sein muß. Man spricht davon, ihn durch V i v i a n : zu ersetzen. Man erwartet, daß die Waffenstillstandskommission, deren Vorsitzender Foch ist, morgen mit ihrem Entwurf fertig werden und ihn der Konferenz vorlegen wird. Die Friedenskonferenz ohne Clemeneea«. Paris, 20. Februar. (Tel.-Komp.> Der Generalsekretär der Friedenskonferenz, D u b o st, teilt den Delegierten mit, daß vor Sonntag nicht bekannt werden könne, wie lange Clemenceau der. Konferenz fernbleiben müsse. Die Tätigkeit der Konferenz ist daher ms anfasias nächster Woche praktisch eingestellt. Dann erst könnte zunächst Mgestellt werden, ob Frankreich seinen ersten Vertreter auf der Friedenskonferenz wird ersetzen müssen, ebenso wre die Gesamtkonfcrenz ihren Präsidenten. Heute und morgen wird man sich darauf beschränken, Berichte entgegenzunehmen, ohne ledoch Entscheidungen zu treffen. Die deutfchösterreichische Delegation in Paris. Parts, 21. Februar. (Tel.°Komp.) Die Delegation der deutfchösterreichischen .Regierung traf in Paris ein und verhandelte heute zum ersten Male mit der britischen, französischen und amerikanischen Delegation übeW die Wünsche Deutschösterreichs. Die deutschösterreichische Delegation bleibt bis zum Dienstag in Paris. Ihre Wünsche bej toegett sich in drei Richtungen: Lebensmittel, Steinkohle und eine Anleihe. Seinerzeit wurde Deutschöfterreich die Lieferung von 24.000 Tonnen Lebensmittel zugesagt, wovon bis jetzt 8000 Tonnen geliefert wurden. Holland gegen die belgischen An-p^ü.tze. r . Budapest, 21. Februar. (Tel. der „Wr, Morgenztg.") „Az uffzag meldet, daß die holländische Presse sehr erregt über die Forderungen Belgiens ift und Belgien de§ Imperialismus und der Undankbarkeit beschuldigt. Holland wird unter keinen Ilm- Mudei, Abtrettmgen machen und erklärt von vorneherein, diese -Frage in Paris nicht diskutieren zu wollen. Wilsons nächste Aufgaben. r Bern, 21. Februar. (Amerikanischer Pressedienst.) Man erwartet, daß Präsident W i l s o n, der sich letzten Samstag in Brest eingeschifft hat, ungefähr 14 Tage in den Vereinigten Staaten bleiben wird. Nachdem der Kongreß am 4. März sich vertagt haben wird, wird der Präsident nach Frankreich zurückkehren. Unter den vielen Problemen, die den Präsidenten in Washington erwarten, befindet sich die Arbeiterfrage. Ein Konvent von Staatsgouvcrneuren und Bütgermeistern ist nach Washington zur Diskussion Ekinberufen worden. Wiener Morgenzeitung 22. Februar 191$ Beite'S Bevorstehende Beratung der PalSsttnafrage auf der Friedenskonferenz. Paris, 20. Februar. (Tel.-Komp.) Die Groß- Mächtekonferenz wird voraussichtlich mit Rücksicht auf die Abwesenheit Clemeneeaus die Behandlung der russischen Frage vorläufig hinausschieben; ebenso das adriatische Problem, bis Orlando zurückgekehrt ist. Verschiedene kleine Fragen werden durch den Rat behandelt werden, so die Frage von Schleswig, Palästina und Marokko, wogegen eine Frage der allergrößten Bedeutung noch vollständig unberührt ist, nämlich die Rhein'rage. Die Franzosen wünschen den Rhein als strategische Grenze. Die Engländer sind der Ansicht, daß durch die Entwaffnung von Deutschland und durch andere Garantien genügende Sicherheit gegen die Bedrohung durch Deutschland geschaffen werden mutz. Tagesbericht. Jüdischer Studententag. Vom 23. bis 25. Februar. Morgen beginnt in Wien eine wichtige Tagung. Die jüdischen Studenten werden ihre politischen und kulturellen Aufgaben besprechen und die Arbeit festsetzen, die sie für Palästina zu leisten haben. Auch Referate über wirtschaftliche Aufgaben und über „die jüdische Studentin" stehen auf der Tagesordnung. Es erübrigt sich zu sagen, daß biese jüdischen Studenten und Studentinnen, die aus Ost und West stammen, in entscheidender Zeit zusammentreten. Die palästinensische Heimstätte soll jetzt errichtet, die tatsächliche Gleichberechtigung unseres Volkes dort, wo sie noch immer nicht sichergestellt ist, erkämpft und die nationalen Minderheitsrechte in Ländern mit ansehnlicher jüdischer Minorität müssen errungen werden. Die jüdischen Studenten haben die Genugtuung, daß sie, vor allem sie, diese hoffnungsfrohe jüdische Gegenwart vorbereitet haben. Russisch-jüdische Hochschüler waren.es, die vor 35. Jahren die Lehrsäle verließen und jenen romantischen Zug nach Palästina unternahmen, mit unerhörter Selbstzucht und unter heroischen Entbehrungen aus Büchermenschen Ackerbauer wurden, förmlich den Boden mit den Fingernägeln aufkratzten und in der Wüstenei blühende Kolonien schufen. Wenn heule neben dem historischen Titel der Juden auf Palästina auch noch geltend gemacht werden kann, daß jüdische Arnze das Land mit Schweiß und Blut erarbeitet haben, so ist dies den jüdischen Studenten in erster Linie zu danken. Und auch der nationale Gedanke in den großen Judenzentren ist von jüdischen Studenten entfacht zur Geltung gebracht und zu der heutigen Bedeutung entwickelt worden. Karl Kraus mochte spötteln, daß Theodor Herzl mit der Wochenschrift „Die. Welt"'in der Rechten und der „Kadimah" in der Linken das Jahrhundert in die Schranken fordert: Tatsache ist, daß das geschriebene Wort und die unentwegte Arbeit der jüdischen Studentenschaft die heutig« Blüte, des jüdischen Nationalismus herbeigeführt haben. Allerdings tyar es immer nur — wie in allen idealen Bewegungen — ein kleiner fester Kern, der zu der neuen Fahne stand. Es gab,, wie überall, Mitläufer, Pereinsmeier und Spekulation. Aber dieser kleine Kern hat sich stets erneuert und stets vergrößert, und es ist überaus erfreulich, zu sehen, um wie vieles durchbildeter, in ihrem innern Wesen mit. den Judentumsfragen inniger verknüpft die neue Generation der Studentenschaft ist als jene erste, die sich im Kampfe gegen die jüdische Assimilation verbrauchen mußte. Deshalb sind die Ansprüche, welche man an diese Jugend stellen muß, viel weitgehender, als sie es zu Herzls Zeiten waren. Damals hieß es vor allem: Sturmlaufen, klare Verhältnisse schaffen, Lügen zerstören, die Feinde des Zionismus demaskieren. Jetzt heißt es: Aufbauen, der jüdischen Gesamtheit dienen, sich allen geistigen Fragen des Judentums hingeben und dafür sorgen, daß die nächste Generation wieder ein Vplljudentum darstellen möge . Darum erscheint es wichtig, daß biese neue jüdische Jugend nicht einseitig sich auf bestimmte Richtungen im Zionismus festlege. Niemals darf sie außer acht lassen, daß die Heimstätte in Palästina nicht wird gedeihen können, wenn nicht das Judentum in Europa national konsolidiert und regeneriert wird. Das Verständnis für die politische Arbeit in den Ländern der Zerstreuung mutz zum Gemeingut der gesamten jüdischen Jugend werden. Und noch eines! Nur in großen Augenblicken wird die Volksgesamtheit oder zumindest der größte Teil eines Volkes zu gemeinsamer nationaler Arbeit begeistert und wird plötzlich aktiv. In ruhigeren Stunden lastet die gesamte Arbeit für ein Volk auf den jungen Menschen. Ihnen zur Seite steht dann nur jene, oft sehr kleine Schar ewig Junger, denen die Jahre nichts anhabeu konnten. Die Mische. Studenten-. schast darf sich daher nicht auf bestimmte Arbeitsgebiete/ im Judentum festlegen. Alle Fragen, die uns jetzt bewegen, muß sie so behandeln, als lastete die ganze- Verantwortung aus ihren Schultern. Das ist der beste Schutz gegen Eigenbrödelei, gegen unfruchtbare Vergeistigung und eine solche universelle Auffassung des Judenproblems wird dem Volke am besten dienen.: Möge dieser 'Geist die Beratungen des Studententages beseelen und mögen die jüdischen Bewohner dieser Stadt sich dieser, Tagung unserer Jungmannschaft erfreuen, die just nach einem ge-Mcklem Kampfe das. Recht aus die eigene Nation Zusammentritt. # 0. A Ä ®ie Tagesordnung. (23., 24. und 25. Februar 191!» im Konzerthaus, HI., Lothringers straße 20. So nntag, 23. Februar, 9 Uhr vormittags, großes Konzenhaussaal: 1. Feierliche Eröffnung: Präses des Hochschul-! usschuffes I. U. C. Jakob Weiner. 2. Festrede:, Ober«! abbiner Dr. H. P. Chajes. 3. „Die Stellung der jüduchen, Studenten im jüdischen Volke": Dr. Hugo Bergmann, Prag. — Montag. 24. Februar, 9 Uhr vormittags, mittlerer Konzerthaussaal: Generaldebatte: je ein Redner, der im Verband j organlsieNen Gruppen: halb 8 Uhr nachmittags, mittlerer! Konzerkhaussaal: 1. Polnische Aufgaben des jüdische«, Studenten: Dr. Wells ch. 2. Kulturelle und Palästina-j ausgabrn: Doz. Dr. T o r c z y n e r, Dr. Siegfried! B e r n f e l d, Dr. Emil Stein, Dr. Schwadron.^ 8. Wirtschaftliche Aufgaben: MUC. Eugen Felix. 4. Aka< demische Aufgaben: Ing. Buchbinder. 5.«Die jüdische! Studentin: Frau cand. phil. Friederike Ornstein. — r Dienstag den 25. Februar, 9 Uhr vormittags, mittlerer Konzert-! Haussaal: 1. Tätigkeitsbericht des Hochschulausschuffes: JUC. Jakobi Werner. 2. Würdigung und Grundzüge der Organisation:! Jl’C. Lothar Hosmann. 3. Wahl des neuen Hochschulaus-, schusses. — Karten bei R. Löwit, I., Notenturmstraße 22, Aus-j fünfte im Sekretariat, IX., Müllnergasse 33. A^V‘C;> Btzebürgermetster Hotz über das notleidendes Wien. Vizebürgermeister Hoß äußerte sich einem Mitarbeiter gegenüber in folgenden Worten über Wiens Notlage: „Die grelle Not Wiens ließe sich in einem SituationSberichte mit dem einen Worte „Blockade" klar und einleuchtend begründen. Das erlöschen deS Wirtschaftslebens, das brachliegende Gewerbe und die Arbeitslosigkeit sind nur ein Teil der krassen Not, unter der jetzt die Wiener Bevölkerung leidet. Ich bin auS einem Arbeiterbezirke, wo nmn sich jederzeit durch den Augenschein überzeugen kann, wie ,die Menschen ohne Unterschied der polittschen Zugehörigkeit zugrunde gehen. Ueber die Vergangenheit will ich nicht sprechen, doch die Gegenwart und nahe Zukunft stellt sich uns so bedrohlich dar, daß man die Gefährlichkeit unserer Lage kaum übersehen kann. Unser Volk leidet Hunger und es muß in erster Reihe dahin gewirkt werden, daß uns die Entente Getreide liefert, daß sie mit uns in ein nicht gar zu drückendes K r e d i t a b k o m m e n eingeht und d i e Blockade aufheb 1. Dies ist daS Wichtigste für den Augenblick. Die Unterhandlungen tnit der Entente dauem fort und wir hoffen, daß das Resultat uns befriedigen wird. -Bei dieser Gelegenheit will ich noch erwähnen, daß die Nachricht, als ob von Seiten der Negiei-ung den Delegierten der Stadt Wien wegen ihrer Reffe nach Paris Schwierigkeiten gemacht worden sind, nicht der Wahrheit entsprechen. Es ist lediglich ein Schritt der Alliierten, dessen Grund uub^ kannt ist, , , Die Italiener fordern Eisenbahnmaterial. Einstellung eines der täglichen Lebensmittelzüge, x Amtlich wirb mitgeteilt: Die italienische Waffen^ still st an d s ko m Mission hat die Forderung auf Auslieferung von 2 4 60 Waggons und 123 Lokomotiven aufrechterhalten. Sie hat, um diese Forderung wirksam! zu machen, bereits einen der vier täglichen Lebensmjttelzügeeingestellt und sich weitere schwerwiegende Maßnahmen Vorbehalten, falls bis zum 25. Februar nicht ein verläßlicher Anfang der Abgabe der Betriebsmittel gemacht werde. Die deutschösterreichische Regierung hat sofort neue Verhandlungen mit der italienischen Waffenstillstandskommission eingeleitet, die augenblicklich noch schweben. ■ Der Sacro egoiSmo, der während' deS Krieges die. üppigsten Blüten getrieben hat, und mit dem Eintritt deS! Waffenstillstandes noch einmal hell aufloderte. um dann endlich milderen, menschlichen Regungen Platz zu machen, scheint wieder zu neuem Leben erwacht zu sein. Die vorstehende italienische Drohnote an Deutschösterreich, diesen armen Kleinstaat, trifft uns sehr schwer. Wir hatten uns schon daran gewöhnt, in den in Wien , weilenden italienischen. Vertretern, in der italienischen Waffenstillstandskommission sowohl, als auch in jenen Vertretern, die mit der Lebensmittelverteilung betraut waren, die, Sendboten des Friedens zu erblicken. Da kam die „Gemäldeaffäre". Wir konnten nur papierene Proteste entgegenstellen, die aber das Recht des Siegers übevtönte. Nun stehen wir vor einer neuen „Forderung" be$ Siegers, der uns mit Einstellung der Lebensmtttelzüge droht, wenn wir das seinerzeit jenseits der Demarkationslinie stationierte Eisenbahnmaterial» daH nach den Erhebungen weitgehend zum Abtransport verwendet' und dadurch aus dem abgesperrten Gebiet herausgezogen! wurde. Hier aber muß man an den Gerechtigkeitssinn Italiens appellieren. In den Verhandlungen, welche diesbezüglich jetzt zwischen der italienischen Kommission und unseren betreffendes Staatsamtern stättfinden, müssen. wir den Standpunkt vertreten, baß Deutschösterreich nicht der. Rechtsnachfolger der alten Monarchie ist, daß wir aus unseren verringerten FahvbetriebsmittKn nicht noch die anderen Nationalstaaten vevsorgen können. Wir haben einen großen Teil unserehsisenbahnmaterials an dke Tschecho-Slowaket, Galizien undvdie anderen Nationalstaaten abgeben müssen; den geringen Rest brauchen wir für Lebensmittel- und andere Transporte. Die italienische Waffenstillstandskommission müßte nunmehr auch die anderen Nationalstaaten der alten Monarchie prozentuell zur Leistung heranziehen. Das wäre allein die Basis zum Verhandeln und wir erwarten auch, daß unsere maßgebenden Staatsämter diesen Standpunkt vertreten, mit anderen Worten, daß die an uns gestellte Forderung an diq gesamten Nationalstaaten gestellt wird. Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, sollen die Verhandlungen auch auf dieser Basis geführt werden, und' so ist begründete Hoffnung vorhanden, daß die Angelegenheit für beide, Teile, befriedigend gelöst wird, 4