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Wiener Morgenzeitung · 1919-02-22 · Heft 35 (22.2.1919) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 35 (22.2.1919)
Date
1919-02-22
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 33 Wien. Samsrag Wiener MorgenzeiLüng 22. Februar 1919 SeitH ' - Beginn -er Gegenrevolution? München, 21. Februar. (Tel. der „933:. Morgenztg/) Die Stadt befindet sich in. ungeheurer Aufregung. Vielfach ist die Ansicht verbreitet, daß die Ermordung Eisners das Signal für den Beginn der Gegenrevolution fei. Der Lebenslauf E'sners. Kurt Eisner war im Jahre 1867 geboren. Er war ein angesehener sozialdemokratischer Schriftsteller Deutschlands,, der zuerst mit ästhetisch-kritischen Schriften hervortrat. Doch betätigte er" sich bald, zuerst neben dem alten Liebknecht, dann nach dessen Tod als erster Redakteur des „Vorwärts" auf Politischem Gebiete. Er stand zunächst auf Seite der sogenannten „Revisionisten" und mußte deshalb mit fünf anderen Redakteuren des „Vorwärts" das Blatt verlassen, weil er nach Ansicht der sozialdemokratischen Führer Bebel und Singer eine zu gemäßigte Haltung einnahm. Von Berlin kam er nach Nürnberg, wo er als Chefredakteur der sozialdemokratischen „Fränkischen P o st" dem -Blatte eine entschieden gemäßigte Richtung gab. Da er mit der Partei abermals in Widerstreit geriet, begab er sich einig« .Jahre vor dem Kriege nach München, wo er als freier Schriftsteller arbeitete. Während seines Münchner Aufenthaltes vollzog sich unter den Einwirkungen des Krieges sein Ucbergang zu den unabhängigen Sozialdemokraten. In vielen Versammlungen trat er' sehr radikalen Reden auf und wurde wegen einer dieser Reden, m der er sich sehr scharf gegen den Krieg anssprach, im Jahre 1817 verhaftet ynd verurteilt. Erst kurz vor der Revolution war seine Freilassung erfolgt. Ec kandidierte um das Reichstagsmand.at Vollmars, das dieser krankheitshalber niedergelegt hätte. In seinem Radikalismus hat sich Elsner stark der Spartakusrichtung genähert und gegen die Reichsregierung der Mehrheitssoziallsten m der erbittertsten Weise Stellung geivmuien. . ' Bei den Wahlen zur deutschen Nationalversammlung konnte er als Ü n a b h ä n g i g e r kein Mandat erringen, und in gleicher Weise erlitten die Unabhängigen bei denWahlen zur bayrischen Konstituante eine volle Niederlage. Trotzdem trat er von der Regierung nicht mrück, sondern suchte im Gegenteil mit allen Mitteln die Diktatur der ihm ergebenen Minderheit aufrecht zu erhalten.! Damit geriet er aber mit seinen eigenen Ministern in Konflikt, so haß das Land nicht zur rechten Ruhe kommen konnte und sich besonders, .in München und Nürnberg die Putschversuche der Spartakisten,-auf die er sich in der letzten Zeit zu stützen suchte, immer gefährlichere Ausdchnung^annahmen.! ,, Eisner war von Gestalt ein kleiner, unscheinbarer Mensche mit struppigem Bart und mächtigen Brillen. Seit der Revolution war er Gegenstand der heftigsten,Angriffe der sozialdemokratischen Presse und der giftigsten Verleumdungen der antisemitischen Organe, die ihn stets nicht wegen seiner politischen Fehler, sondern wegen seiner jüdischen -Herkunft in den Kot zerrten. Besonders arg trieben es die bürgerlichen Blätter Münchens und Wiens, die den 51jährigen Mann, wegen seiner angeblichen Teilnahme an Tanzfesten lächerlich zu' machen versuchten. E'sner war ein ausgeprägter fester Charakter, der seine Prinzipien nie verleugnete. Er ist für die Idee, die sein Lebensinhalt war, gefallen. Der Dampfer „George Washington" mit Wilson an Bord vom Stnrm abgetrieben. Von den Begleitschiffen im Stich gelassen. Washington, 21. Februar. (Reuter.) Das Marineamt teilt mit, daß der Dampfe^. „George Washington" mit Wilson an Bord aus schweres Wetter gestoßen sei und ohne Geleit nach Boston Av e i t e r f a h r e. Das Frachtschiff „New Mexiko" hatte einen Maschinenschaden und blieb zurück, und auch oie Zerstörer wurden gezwungen, den Dampfer im Stich zu lassen. MarinesekretLr Daniels gab dem Kreuzer „Denver" den Befehl, dem Dampfer entgegenzufahren._ Inland. Kein bewaffnetes Bündnis mit Angarn gegen die Tschecho-Slowalren. f Wien, 21. Februar. „Dcli Hirlap" bringt die Sensationsnachricht, dre düMhösterreichische Negierung hätte der ungarischen eine h e w a WM e te Kooperation gegen den von^ den TschechoMlowaken geplanten tschechisch-jugoslawischen" Korridor vorgeschlagen. Die ungarische Regierung hätte, wie „Dell ■; Hirlap behauptet, diesen Vorschlag abgelehnt. An dieser Nachricht ist, wie das Telegraphen- Körrespondenz-Burea« von - zuständiger Seite erfährt, kein w a h r e s W o r t. Es ist der deutschösterrnchischm Negierung nicht eingefallen, der ungarischen Negierung diesen oder einen ähnlichen Vorschlag zu machen, und die ungarische Negierung ist garnicht in die Lage gekommen, ihn abzulchnen. Es liegt Deutschösterreich v o l l st 8 n d i g fern, d i e G e>w a l t der Waffen anzurusen. Es vertraut seinem Recht und dem Gerechtigkeitssinn der Friedenskonferenz. Die Beratung Aber die Notwahlen. Hummer greift die Sozialdemokraten an. Gestern nachmittags fand untei dem Vorsitze deS Landeshauptmannstellvertreters Dr. v. Langenhan eine Beratung der Vertreter Deutschböhmens zur Frage der Notwahlcn in den besetzten Gebieten von Böhmen statt. An der Beratung nahmen auch als Vertreter der sozialdemokratischen Partei Demschböhmens LaudeShauptmannstrllvertreter Seliger und Abgeordneter WERBET für die Wiener Morgenzeitung. Verlanget sie ln allen Gast- und Catehäusern, Äillebrand teil. Seitens der Sozialdemokraten wurde die Erklärung abgegeben, daß der Beschluß, keine Kandidaten für die Ernennung von Abgeordneten zu nominieren, von der" Landesversammlung der Sozialdemokraten Deutschböhmens gefaßt wurde und nur wieder von einer solchenabgeündert werden könne.: Es men bereits Schritte ringele,tet worden, um die Frage nochmals der Entscheidung der Vertrauensmänner der soz,aldemokrattscken Partei vorzulegen. Die bürgerlichen Parteien nahmen diese Erklärung zur Kenntnis und .sprachen den Wunsch aus, daß diese Versammlung der sozialdemokratischen Vertrauensmänner ehestens zusammentreten möge, damit: eine allsällige Ernennung^der Abgeordneten noch v o r ,■ Z u s a m m entritt der Nationalversammlung oder wenigstens in einer der ersten Sitzung derselben vorgenommen werden könne. Im Laufe der Verhandlungen betrat Abg. Hummer den Beratnngssaal, meldete sich ohne. Kenntnis. der vorhergegangenen Erörterungen zum' Wort und hielt eine Rede, in der er bie Sozialdemokraten a u f d a s heftig st e a n g r i f f. Die beiden sozialdemokratischen Abgeordneten verl eßen hieraufden Sitzungssaal. Die anderen Mitglieder der Versammlung folgten ihnen bald. Die Beratung wurde dann ohne dem Abgeordneten Hummer fortgesetzt. Gründung einer einheitlichen Bürgerlich-freiheitlichen Partei in der Nationalversammlung. '; Die neugewählten bürgerlich-freiheitlichen Abgeordneten aus Wien, Niederösterreich und den Alpenländem sind für Dienstag den 25. Februar Mach Wien zu einer Sitzung einberufen worden, um die Gründung einer einheitlichenBürgerlichen Partei einzuleiten. Eine parlamentarische Korrespondenz teilt hierzu mit: Vorbesprechungen unter den in Wien anwesenden'bürgerlich-freiheitlichen Abgeordneten haben bereits unmittelbar nach dem Ausgang der Wahlen stattgefunden. Die ans Wien ,md Niederösterreich gewählten freiheitlich-bürgerlichen.Natioualräte haben sich bereits. heute in einer Besprechung für die Gründung einer einheitlichen sre heitlichen Partei ausgesprochen. Zustimmende Aeußernngen liegen auch von bürgerlich-freiheitlichen Natiynalräcen aus. den einzelnen Ländern vor. Es ist daher anzunehmen, daß in der am Dienstag stattfindenden Vollversammlung aller gewählten bürgerlich-freiheitlichen Abgeordneten die Gründung emer einheitlich freiheitlichen Partei beschlössen werden wird. Diese Partei würde bisher 25 bis 36 - gewählte bürgerlich-freiheitliche Abgeordnete zählen. Sollte der Slaatsrat sich für die Ernennungen aus den besetzten Gebieten aussprechen, so werden sofort Verhandlungen in dieser Richtung auch' mit den ernannten bürgerlich-freiheitlichen Nationalräte^..eingeleitet werden. Dr. Bauirrs Reise nach Weimar verschoben. - Der . Staatssekretär des Staatsamtes für Aeußeres Dr. Bauer wird seine Reise nach Weimar' erst heute abends antreten. Der Aufschub erfolgte - aus dem Grunde, weil Dr. Bauer die vorgestrige Stäätsratssitzung abwarten wollte und auch, noch Konferenzen mit den. Mitgliedern der Regierung hielt. Dr. Bauer will in Weimar über Modalitäten des Anschlusses Informationen einziehen, um der Nationalversammlung, in der diese Frage zweifellos zur Sprache» kommen wird, Aufklärung über die Stimmung in Deutschland und über die Art des Anschlusses, über denman grundsätzlich bereits emig ist, geben zu können. Die einzelnen Fragen werden allerdings erst später zur Verhandlung kommen. Da auch Dr. Bauer zuerst genaue Kenntnis über die Stimmung bei unseren Parteien rinholen wollte, so hat er sich auch heute mit tonangebenden Persönlichkeiten der Nationalversammlung ins Einvernehmen gesetzt. ..;;;; Die nächste Staatsratssitzung ist für Mittwoch den 26. d. M., 3 Uhr nachmittags, einberufen. In derselben gelangt unter anderem die Bildung einer Kommission zur Verwaltung der hofärarischen Institute zur Verhandlung. Man nimmt an, daß der Staatsrat den Vorschlägen des Staatsnotars seine Zustimmung geben wird. Die Ernennung des Hofrates P ä ü m a n n und des bisherigen Vorstandes des Hofverwaltungsdepartements Regierungsrac Balling als Vorsitzende der neuen Verwaltungskommission steht unmittelbar bevor. Ein tschechischer Wahlprotest. Bei der Hauptwahlbchorde ist bisher nur ein einziger Protest gegen die am Sonntag duichgeführten Wahlen für die Nationalversammlung eingebracht worden. Dieser Protest ist vom tschechischen Listen f ü h r e r des vierten Wiener Wahlkreises (Leopoldstadt, Brigittenau und Floridsdorf) gefertigt und führt an, -daß die Tschechen an der Stimmenabgabe gehindert wurden, da. eines ihrer Agitationslokale von Agitatoren anderer Parteien aufgehoben wurde. Der Wahlgerichtshof wird sich mit diesem Protest zu befassen haben, der allem Anschein nach vereinzelt bleiben wird. Auch in der gestrigen Sitzung der tschechischen Nationalversammlung richteten, wie an anderer Stelle mitgeteilt, mehrere Abgeordnete an die Negiemng eine Anfrage betreffend Gewalttaten' gegendieTsch e ch e nb e i d e n W a h l e n i n W.i e n, wobei sie sich ans Mitteilungen des Wiener sozialdemokratischen Organs „Dclnicks Listy" beziehen. Die Attentatsberichte im Parlament. Die Nachricht von der Ermordung des bayrischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner und - von den weiteren Attentaten langte gestern um die Mittagsstunde im Parlament ein, wo sie zuerst dem Staatskanzler Dr. Ren.ne r, der mit den Präsidenten S e i tz und Hauser sowie mit dem Staatssekretär S t ö ck l e r, dem Staatsrat Fink und dem Landesrat Mayer konferierte, übermittelt wurde. Die Nachricht verbreitete sich wie ein' Lauffeuer und erregte großes Aussehen. Da sich eben beim Eintreffen der Meldung die beiden Mitglieder der Weimarer Nationalversammlung und War die der Volkspartei augehörenden Abgeordneten Becker »nd Mittelmann im Parlament aufhielten-und dieselben erst gestern München verlassen hatten, so wurden sie.über die L a g e in München eifrig befragt. Die beiden, Abgeordneten waren über das Attentat sehr bestürzt. Wohl hätte sich die Situatton in München sehr zugespitzt, aber man konnte nicht anuehmen, daß derartige Gewaltakte bevorstehen. -Die Attentate, fanden allgemeine Bernrteilung und wurde vielfach die Meinung lanh daß es sich um die Tat eines abnormalen Menschen handle. Das gematzregelte Graz. Androhung des Standrechtes. Gvaz, 21. Februar. Mit Rücksicht auf die gestrigen Vorkommnisse hat Bürgermeister- Fizia zwecks Aufrechterhalteng der öffentlichen Ruhe und Ordnung für das Gebiet der Landeshauptstadt angeordnet: Torsperre um 5 Uhr abends, Schließung der Gast- und Schankbetriebe um 8 Uhr abends, Verbot des Ausschanks alkoholischer Getränke, Verbot von Ansammlungen und Gruppenbildungen auf der Straße. Ohne erhebliche Ursache darf niemand das Wohnhaus verlassen. Die Haushaltungsvorstände haben ihre Familien- und Hausgenossen zu Hause, zu halten. Sollten diese Anordnungen nicht die genügend« Beachtung finden, so müßte der Antrag auf Verhängung des Stand rechtes zum Schutz der Bürgerschaft der Landesregierung vorgelegt werden. Telegramme. Tschecho-slowakische Republik) Nationalversammlung. Prag» 21. Februar. (Tschecho-slowakisches Preßbureau./ Vorsitzender T o m a s ch e I leitete die heutige Sitzung der Nationalversammlung mit einer Kundgebung für den französischen Ministerpräsidenten Clemmenceau ein. Die Vorgänge im Teschener Gebiet. L > ' Sodann ließ der Vorsitzende .eine Zuschrift des Ministers ür Landcsverteldlgung Klofac verlesen, der infolge seiner Reise nach Pilsen verhindert sei, eine Erklärung über die militärische Aktion im Teschener Gebiet abzugeben. In der Zuschrift führt Minister Klofac aus, daß die Aktion im Teschener Gcbret von Anfang an einen ausschließlich administrativen Cha-> r a kt er hatte. Der Minister habe den strengen Befehl gegeben, daß das Blutvergießen verhindert werde. Die ersten Schüsse seien nirgends aus unteren Reihen gefallen. Die Polen hingegen haben Geiseln ausgehobcn. Einige hundert tschechische Familie» seien, nach Galizien v e r s ch l e p Pt und interniert worden. Hierauf wurde die Debatte über den Antrag Dr.Bouceksj betreffend die Ergänzung des 8 303 des Strafgesetzes fortgesetzt und der Antrag m erster und zweiter Lesung mit den vom AuS-. schuß vorgeschlagenen Aenderungen angenommen.! Es folgte die Verhandlung über das Gesetz betreffend daS Zollgebiet, die Einführung der Frankenwährung für die Zollgebühren und betreffend die Zollvorschriften für einige Warengattungen. Der Berichterstatter teilte mit, daß vorläufig von der Grenzabsteckuna abgesehen wurdh da es nicht ratsam sei, daß die Grenzen schon jetzt in das Gesetz! ausgenommen werden.! Bei der Abstimmung wurde daS Gesetz in erster und zweites Lesung angenommen. „Gewalttaten" gegen die Tscheche« itt SBiethj . Mehrere Mitglieder richteten an die Gesamtregierung eine Anfrage betreffend Gewalttaten gegen Tscheche» beiden Wahlen in Wi e n. Mimster des Innern S v e h l a erklärte im Namen der Negierung, daß er in der nächsten Sitzung den Standpunkt der Regierung in dieser Ange-^j legenheit darlegen werde. Die politischen Iudengemeinden in Mähren.) Brünn» 21. Februar. (Tel. der „Wr. Morgenztg.*) Vor einigen Tagen wurde die politische israelitische Gemeinde von Boskowitz aufgelöst. Die von dieser Gemeinde erhaltene deutsche Schule soll mit Ablauf des heurigen Schuljahres geschlossen werden. (In Mähren bestehen bekanntlich innerhalb mehrerer alter Iudengemeinden seit altersher auch eigene politische Gemeinden. Daß deren Schicksal seit dem Eintritt der geänderten Staatsverhältnisse bestieget ist, steht seit längerer Zeit fest und wird daher niemand überraschen. Bekanntlich hat sich die überwiegende Mehrheit der mährischen Iudenschaft auf dem in den ersten Iännertagen in Prag abgehaltenen Kongreß der Juden aus der Tschecho-Slowakei auf nationaler Grundlage geeinigt und sich dem Jüdischen Nationalrat in Prag unterstellt, der die Umwandlung der Kultusgemeinden in Volks gemeinden anstrebt, um den durch die künftige Gesetzgebung zu erwartenden Wegfall der Möglichkeit einer bisher durch die österreichischen Gesetze gewährleisteten Zwangsorganisation aus konfessioneller Grundlage durch eine einheitliche, gesetzlich fundierte Iudenorganisation auf der Grundlage eines nationalen Minoritätsrechtes zu ersetzen. In diesem Rahmen soll auch die künftige jüdische Gemeindeschule ihren Platz finden, die in der Unterrichtssprache den jeweiligen Lokalverhältnissen angepaßt werden soll.) Italienisch-tschecho-slowakische Liga. Prag» 21. Februer. (Tel» der „Wr. Morgenztg.") Wie gemeldet wird, hat dw italienischMchecho-slowakische Liga rmter dem Vorsitzenden Fürsten di S c a l e. s beschaffen, die geschäftlich« Beziehungen zwischen Italien und der Ischecho-slowakischen Republik ohne weiteren Berzug zu pflegen und za erleichtern. Die italienische Regierung wird aufgefordert, so rasch als möglich die nötr^en Maßnahmen zur Erneuerung d e 8 ta n d e l s zwischen den : t a l l e n i s ch e n Hä f e n a m d r i a t i s ch e u Meere md der t s ch e ch o - s l owakischen Republik zu treffen. ' Ein holländischer Regiernngsingenienr verunglückt. Preßburg, 21. Februar. (Tschccho-llowakischeSPreßbureau.) Am 17. d. M., nachmittags, reisten aus Pceßburg die Mitglieder einer holländischen Remerungskommlsfion, Ingenieure Arie H o l st e r und Dr. I. W a g n e r, in Begleitung zweier Vertrauensmänner der tschecho-slowakischen Republik nach Komor», um an der Donau einen geeigneten Platz für den Bau einer tschecho-slowakischen Schiffswerft ausfindig zu machen. Auf dem Weg überschlng sich das Auto, wobei Ingenieur Dr. W a g n e r den Tod fand. Ein Erlaß gegen die deutschösterreichische Industrie. Prag, 21. Februar. Wie die „Bohemia" ersäht hat das tschecho-slowakische Handelsministerium einen E,r l a ß herausgegeben, der es als notwendig bezeichnet, den Zufluß von fremden Unternehmern' zu regeln und dort e i n z u sch r ä n ken, wo es außerordentliche Verhältnisse und die Rücksicht'auf die inländischen Ge-^! werbebEebe erheischen. Die Gewerbebehörden Werdens angewiesen, bei der. Verleihung von Gewerbeberechtigungen an Ausländer und ausländische Gesellschaften auf das strengste zu ermitteln, ob tatsächlich alle gesetzlichen Bedingungen für die Zulassung zutteffen. Ein besonderer Passus des Erlasses verlangt die möglichste A u s s ch l ie ß u n g der Erteilung von Konzessionen für konzessionierte Betriebe. ES ist ohneweiterS anzunehmen, sagt bie „Bohemia", daß sich diese Weisungen vor allem aus die Fernhaltung deutschösterreichtscher Industrie-, Handel?- und Ge werbebetriebebs.zie.hen.

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