Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 34 (21.2.1919)
- Date
- 1919-02-21
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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tzeite 4 Wim, Freitag Wiener Morgenzeitnng 21. F:bruar 1S19 ^Nr. 34* Die ukrainischen Derbündlunqen mit der Ententekommisfion in Odeffa. Die „Poalr-Zion" für eine Verständigung mit den Bolschewiken. Staniela«. 20. Februar. (Tel. der »Wr. Morgmztg.*) lieber die ukrainischen Verhandlungen Mit der Elitemermssion in Odessa berichtet „Nobotnitschaja Gazcta": Am 6. Februar hat auf Grund einer Verständigung des französischen Kommandos in Odessa eine Konferenz der VertreterdesukrainischenDirektoriums mit f r a n z 0 s i s ch e n D e l e g i e t t e n in der Eisenbahnstation Birsula stattgefunden. DaS französische Oberkommando hat an das Direktormm der ukrainischen Bottsrepublik eine ganze Reihe von Forderungen gestellt. Diese wurden dem Direktorium und den politischen Parteien des Vorparlaments zur Verhandlung übergeben. Die einzelnen Parteien haben bezüglich der Verhandlungen folgende Beschlüsse gefaßt: - 1. Resolution der sozialistischen Selbständigkettsparter: Die Grundbedinmmgen eines Offensiv bündnisseS der ukrainischen Volksrepublik mit den Machten der Entente müssen folgende sein: Anerkennung der Selbständigkeit der Ukraine seitens der Ententemächte und namentlich seitens Frankreichs mit folgenden Greuzen: Oberungarische Ukraine, Galizien bis zum San milLemkowcziSna, Cholm und P 0 d l a s i e, die Gouvernements W o l h h n i e n, Podolren, Kiew, Cherson, T s cherni äo w, P o l t a w a, Charkow,I e k a t e r i n 0 s l a w,T a ur i e n,Nostow, Taganrog, die Gebiete deS D o n u n d K u b a n und die von den Ukrainern bewohnten Gebiete der Gouvernements am Schwarzen Meer, KurshWoronesch und B e s s a r a b i e n, daS Zugeständnis der Kolonisation in Turkestan und Sibirien für die Ukrainer. Anerkennung einer Vertretung der ukrainischen Volksrepublik auf der Friedenskonferenz, ungestörte Durchreise politischer und Handelsmissionen nach allen Staaten, sofortige Räumung der Ukraine von russischen und polnischen Truppen und Ucber- Kibe der Herrschaft in den geräumten Gebieten an die ukrainische Regierung, Räumung der ukrainischen Häsen im Schwarzen Meer und Zuerkennung deS Rechtes auf Organisation einer starken Seemacht. Nach Annahme der erwähnten Bedingungen besteht erst die Möglichkeit, mit der Entente ein Offensivbündnis gegen die Bolschewiken zu schließen, die Organisation einer starken ukrainischen Armee fortzusctzcn und sie bis auf eine effektive Stärke von dreihunderttausend Mann bringen, wobei das französische Oberkommando tunlichst Jnstnikteure und technisches Matena! zur Verfügung zu stellen hätte. Auf Grund einer besonderen Vereinbarung soll eine gemeinsame Grmidlage für die Verbündeten geschaffen werden in der Frage der Ftnan- S'erung des Krieges und der Ernahrungsangelegenheitm, die Vertreter des französischen Oberkommandos sollen zum Zentraleisendahnamt zugrzogen werden und an der Kontrolle der Verwaltung der einzelnen Eisenbahnstrecken für militärische Transporte und bei Entwersung eines allgemeinen Planes für diese Transporte beteiligt sein. Namhafte französische Finanzpolitiker sollen als Berater eingeladen werden. Die militärischen Operationen ans ukrainischem Territorium für die ukrainische Annee unter eigenem Kommando. Die Leitung der militärischen Operationen in der mchttckrainischen Zone fällt dem französischen Oberkommando zu, welchem ein Vertreter des ukrainischen Kommandos beigeordnet werden soll. Operative Unternehmungen auf dem dem ukrainischen Territorium benachbarten Gebiete werden gemeinsam geführt. Die gemeinsamen Ausgaben und die Entschädigung für den Krieg müssen unter allen Verbündeten gleichmäßig und gerecht aufgetent werden. Die Verrechnung der Lieferungen der Ukraine für die verbündeten Armeen soll sofort in barem Geld durchgeführt werden. Eine Atndcrung m der Zusammensetzung des Direktoriums, wie sie das B o r p a r l a m r n r beschlossen hat, stellt eine innere Angelegenheit unseres Volkes dar, in welche sich das französische Oberkommando nicht rinmischcn soll. Was insbesondere die Forderung nach dem Rücktritt Petljuras vom politischen Wirken anlangt, würden wir diese Entfernung als unbedingt schädigend betrachten, sowohl für die ganze Ukraine, als auch für daS DffensivbündmS. Die Rcsolutton des Zentralkomitees der nkrainifchrnfozialdemokratifchenPartei lautet: Als militärische und politische Bedingungen eines Bündnisse zwischen der ukrainischen Volksrepublik und den anderen Mächten soll folgendes gelten: Anerkennung der Selbständigkeit der ukrainischen Volksrepublik, Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten des ukrainischen Staates, Ausschaltung aller Bedingllngen, welche der wirtschaftlichen Entwicklung des ukrainischen Volkes von Nachteil sein könnten. Im Hinblick darauf, daß die vom französischen Oberkommando mitgeteilten Bedingungen diesen drei Punkten nicht entspreckien, erklärt sich das Zentralkomitee der ukrainischen sozialdemokratischen Partei wie auch der sozialdemokratischen Arbetterpartei und die sozialdemokratischen Mitglieder des Ausschusses des Vorparlaments gegen die Verhandlungen mit dem französischen Oberkommando. Die sozialrevolutionären Mitglieder deS Vorparlaments erttären: Die Ukraine wird den Krieg 0*9 tn d i e Bolschewiken, sortsetzen. Sie lehnt d»e Möglichkeit, diesen Krieg gemeinschaftlich mit anderen Mächten sortzusetzen, nicht ab, wenn diese Mächte die Selbständigkeit der Ukraine anerkennen, wobei die Durchführung der Agrarreform sowie die anderen durch das Direktorium vorbereiteten sozialen Reformen aufrecht bleiben müssen. Wir bestehen aus der unveränderten derzeitigen Zusammensetzung des Direktoriums. Die jüdische sozialdemo kratische Arbeiterpartei ,Poale - Zion" erttärt: Die ukrainische VolkSrepiiblck kann bei der derzeitigen miluänschen und politischen Lage die Verständigung mit einer der Mächte, welche gegen die Ukraine heranrückrn, nicht auS dem Wege gehen. Das Zentralkomitee warnt das Direktorium vor einer V erständigungmitderEntenteund schlagt vor, alle nottvendigen Schritte zur Herbeiführung eines Friedens milden Bolschewiken vorzunchmen. DaS Zentralkomitee der ukrainischen sozialrevolutionären Partei nennt folgende Bedingungen: Anerkennung der Selbständigkeit der ukrainischen Volksrepublik, vollständiges DeSintereffement der Entente in den inneren Angelegenheiten der ukrainischen Volksrepublik, Räumung deS ukrainischen Territoriums durch die srenrden Truppen. Alle internationalen Angelegenheiten sollen durch Verhandlungen, nicht durch die Waffe» geregelt werden. England. Churchill will Deutschland wehrlos machen. London, 20. Februar. (Tel.-Komp.) Kriegsminister Linst an Churchill hielt eine Rede, in der er sich mit der Demobilisierung in England belaß le. Er sagte, England brauche ein neues Freiwilligenheer und wolle den Zustand vor Kriegsausbruch wiederherstellen. Es werde aber unmöglich sein, das ganze nach der Dienstpflicht aufgeste.lte Heer, das wähl reud deS Krieges entstanden ist, mit einem Male zu bemobilisieren. England braucht im Jahre 1919 etwa 90.000 Mann, da es in diesem Jahre die Aufgabe habe, für die Gebiete in Europa, Palä stina, Me'opotamien, Indien, Syrien usw. Besatzungstruppen zu stellen. Die Bedingungen des Friedens müssen nicht nur den Buchstaben nach, sondern auch dem Geiste nach erfüllt werden. Deutschland werde außerdem den angerichteten Schaden bezahlen müssen/Aus diesem Grunde brauche England ein gut diszipliniertes Heer am Rhein, das für die nächsten Monate unerläßlich sei. Es sei aber unmöglich, ein so großes Heer durch ein Freiwilligensystem zu erhalten. Doch wir werden sehr viele Freiwillig« bekommen und diese an erster Stelle für die Abrichtung der dienstpflichtigen Mannschaften im fernen Osten benötigen. Wir brauchen keine GroßmachtinRußland und wir denken auch nicht daran, dort militärisch zu intervenieren. Deutschland müssen wir wirtschaftlich helfen, denn dann können wir die neugebildeten Staaten in Osteuropa auch sick)erstellen, damit diese sich nicht durch Deutschlands Machenschaften und durch bolschewistische Zertrümmerung zugrunde richten. Die Zweckmäßigkeit des Völkerbundes wird dadurch bestimmt, ob die Alliierten eine zuverlässige und genügend starke Streitmacht bereithatten können. Der Letter der englischen Palästinapolttill. Kopenhagen» 20. Februar. (Tel. der „Wr. Morgenzlg.") Sir M a r k S y k e s, ein tatkräftiger Freund der zionistischen Bewegung, ist zum Leiter der Palästinaabteilung des englischen Auswärtigen Amtes ernannt worden. Frankreich. Das Attentat auf Clemeneea«. Die Darstellung eines Soldaten. — Der Täter ein Anarchist. Pari-, 20. Februar. (Del.-Komp.) Nach den Mitteilungen der Blätter machte der an der Seite des Chauffeurs von Clsmenceaus Wagen sitzende Soldat über den Hergang des Anschlages gegen Clömenceau folgende Mitteilungen: An der Ecke der Nue Franklin mußte das Automobil wegen der Straßenkreuzung langsamer fahren.. Da trat ein Mann von gewöhnlichem Aussehen, in einen gelben Regenmantel gekleicet, der hinter einer Bedürfnisanstalt verborgen gewesen war, plötzlich au das Automobil heran, zog eine Pistole und schoß gegen dasselbe. Die erste Kugel durchschlug beide Scheiben des Wagens. Als das Automobil weiter fuhr, gab der Mann neun weitere Schüsse dagegen ab, von denen die ersten noch von der Seite, die übrigen von rückwärts in das Automobil einschlugen. Die dritte Kugel verletzte den Ministerpräsidenten an der rechten Schulter. Der Ministerpräsident hatte die Geistesgegenwart, sich auf den Boden des Automobils zu werfen. Dieser Umstand schützte ihn vor den weiteren Kugeln des Attentäters. Ich sprang aus dem Wagen und feuerte zwei Kugeln gegen den Mann ab, stellte jedoch das Feuer ein. um die Passanten nicht zu gefährden. Hierauf verfitzte ich dem eben ergriffenen Attentäter einen Kolbenschlag gegen den Nacken, während die herbeieilende Menge Miene machie, den Attentäter zu lynchen. DaS Automobil fuhr zurück, der Ministerpräsident begab sich mit Hilfe von Passanten wieder in seine Wohnung. Die ärztliche Untersuchung stellte fest, qpaß die Kugel in den rückwärtigen Teil des rechten Schulterblattes eingedrungen war, ohne edlere Organe zu verletzen. Das Allgemeinbefinden des Ministerpräsidenten und der Zustand der Wunde sind vollkommen befriedigend. Gegen Mittag schlief Clemenceau ein. Der Attentäter nennt sich Emile Cotin, ist 23 Jahre alt. militärsrei. Er ist in a n a r ch i st i s ch e n Kreisen bekannt, dreimal wegen antimilitärischer Propaganda, Nichtbesolgung von Befehlen und Gehorsamsverweigerung vorbestraft. Er war mit einem Browning bewaffnet und hatte eine Ausgabe des „Journals de Peuple" tn der Tasche. Ueber die Motive seiner Tat befragt, antwortete er, er sei individualistischer Anarchist und habe den Entschluß gefaßt, Clömenreau zu beseitigen, der für die Zukunft Frankreichs schädlich sei. Cotin fügte hinzu: Alle Völker sind Brüder, Clsmenceau ist ein Tyrann, ich wollte ihn umbringen. Clemeneeaus Zustand beruhigend. Paris, 80. Februar. (HavaS.) Um 2 Uhr früh schlief (S ( t nt tn c t a u ruhig. Seme Umgebung hält seinen Zustand für sehr beruhigend. Professor T u f f i e r hält sich mr Zimmer des Becwundeien auf, um beim geringsten beunruhigenden Anzeichen zum E ngreifen bereit zu sem. Me „Le Journal" meldet, hat der Chauffeur Paul C o u j,4 t, der daS Automob.l Clemeneeaus lenkte, große Kaltblütigkeit an den Tag gelegt und wird die Militärmedaille erhalten. Er wäre beinahe von einer Kugel gelötet worden, die ihn an der Schläfe streifte. Cotin kein Bolschewik. Genf, 20. Februar. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Einvernehmungen mit Cotin ergaben, daß er kein Bolschewik, sondern em linker Sozialist ist, der über reiche Geldmittel verfügt, dir aus dem Pariser Spndikalistcnbund stammen. Er erklärte, C l e m e n e e a u sei ein Schädling, der den W ea zum Frieden versperre. Colin wurde mit zwei Mitschuldigen dem Militärgericht eingeliefert. Die jütische Volkssteuer Ist eine den VermögensverhBltnlssen Jedes luden angepasste» einmalige Vermögensabgabe sur Erhaltung des JUdiscnen Nationalstes. Entrichtung sstelles Jüdischer Nationalrat, II., Taborstrasse 20 a. i o Griechenland. Venizelos' Rache. Haag, 20. Februar. (Tel. der „Wr. Morgenztg. arifer Nachrichten zufolge hat der liberale l u b Athens, der D e n i z e l o s nahesteht, gefordert, daß das griechische Königspaar vor das internationale Schiedsgericht gestellt werden soll, das über Wilhelm II. urteilen soll. Die gewesene griechische Königin Sophie ist bekanntlich eine Schwester Wilhelms. Vereinigte.Staaten. Ein jüdischer Arbeiterkongretz gegen den Iudenstaat^ Die Telegraphen-Kompagnie verbreitet folgende Meldung an? Ncw-Aork vom 19. Februar: ,,Der hier abgehaltene jüdische Arbeiterkongreß hat sich gegen die Gründung einer jüdischen Republik in Palästina und für die Znerkcnnung gleicher Rechte an alle Bewohner Palästinas ausgesprochen." Diese Meldung ist offenkundig tendenziös und verdient äußerstes Mißtrauen. Wir haben jüngst den Beschluß des großen jüdischen Arbeiterkongresses in Amerika verösfenilicht, der die nationale jüdische Heimstätte unter englischer Sachwalterschast fordert. Die Meldung kann sich höchstens auf eine Resolution der u n d i st e n" beziehen, deren trauriger Ehrgeiz es ist, bei jeder Gelegenheit gegen das jüdische Palästina zu demonstrieren. Tagesbericht. Josef Popper. Heute feiert Josef Popper seinen 81'. Geburtstag. Mag fein Körper gebrechlich sein, sein Geist ist stark und' jugendfrifch. Erst vor einem Jahr, anläßlich seine- 80. Geburtstages, wurde der Mitwelt durch eine große Zahl von Würdigungen ins Gedächtnis gerufen, was Josef Popper ihr bedeuten könnte, wenn nicht ihr träger Geist, die große Resonanz für sein Schaffen verweigert hätte. Selten ist ein technisches Genie so unerkannt und unbeachtet geblieben wie Popper, dessen Gedanken und Erfindungen nicht einmal von der Wissenschaft gewürdigt wurden. Noch weniger, beachtet und schon garnicht beherzigt wurden seine sozialethischen Schriften. Popper proklamiert seit 40 Jahren das primitive Recht' jedes menschlichen Individuums, zu leben, er fordert Respekt vor der physischen Existenz des Menschen und erhebt flammende Anklage gegen eine Gesellschaft, durch deren Schuld tausende lebensfähiger Menschen zugrunde gehen. Für solche Ideen mangelt einer Welt das Verständnis, die wohl die „Pflicht zu sterben" statuiert' und ins Groteske vergröbert hat, der aber das „Recht» zu leben" der Menschen hinter dem brutalen Egoismus des einzelnen schwand. Heute, wo man vergeblich über einen Weg zur „Sozialisierung" nachsinnt und diese mehr als dogmatisches Schmuckstück einer Ideologie denn als ernstes Postulat des Lebens auffaßt, sollte man sich besinnen, baß Pdpper in seinem Lebenswerk, der „Allgemeinen Nährpflicht", das konsequenteste System einer sozialistischen Ordnung gegeben hat, der der Anspruch auf Kultur erst beginnt, wenn das Existenzminimum für jedes menschliche Wesen gesichert ist. Poppers leidenschaftliches Ethos kann sich nicht bescheiden und beruhigen, bevor diese elementare Pflicht erfüllt ist. Dieses sein groß an gelegtes System, das in alle Einzelheiten durchdacht ist, bleibt für unsere abendländische Welt nur ein-Kuriosum der Li era.ur, an de>se« Verwirklichung garnicht zu denken ist. Popper, der große Jude, hat keinen literarischen Ehrgeiz; er will der Menschheit helfen, er will den Weg suchen, daS Glück auf ein Maximum und das Elend auf ein Minimum zu bringen. Er will, daß seine Ideen sich in der Wirklichkeit bewähren. Aller technische Fortschritt ist für ihn nur ein Mittel zu sozialem Fortschritt. Die Welt der Materie bekommt einen Sinn erst durchs das Ethos der menschlichen Gemeinschaft.; Josef Popper, ein jüdisches Kind auS Kolin,. hat sich auf jedem Gebiete durch tiefgehende Studien hervorgetan, die stets einen neuen und schrossen Standpunkt einnehmen. Er schrieb über die technischen Fortschritte nach ihrer ästhetischen und kulture.len Bedeutung, er ist der Verfasser der bekannten „Phantasien eines Realisten". Dostojewsky hat in einem seiner Romane gesagt, grauenhaster als jede Realisation einer Romantik sei das Romantische, ja Gespenstische des realen Lebens. Diese Worte treffen auf die Skizzen jenes Buches zu. die sich unbarmherzig zum Problem zuspitzen, dem man oft nur durch den Untergang sich zu entziehen vermag. Popper versüßte mehrere Schriften über Voltaire, in denen er sich als glühender Apologet jenes genialen „Vulganisators". wie ec Voltaire nennt, erweist. Popper ist ihm verwandt in der Schärfe der Beweisführung, in der Unversöhnlichlei^ gegenüber jeder Ungerechtigkeit, Dummheit und Unzweckmäßigleit. Den bedeutendsten Platz unter seinen Schriften nehmen srina staatsrechtlichen und wirtschaftlichen ein. Einer Kritik des Slaatsrechtes folgte ein Buch über „Das Individuum und die Bewertung menschlicher Existenzen"' und schließlich „Die allgemeine Nährpslicht." Die starke soziale Strömung, die allenthalben durch' die Welt geht, mag dem langiähri-zen grei.en Vorkämpfer einer ökonomischen und sinnvollen Gestaltung des Wirtschafts- und Nechtslebens, die den Menschen wieder zum Herrn über die Verhältnisse machen soll, mit wärmender Hoffnung erfüllen. Seine Vorschläge sind besonders aktuell geworden. Aber iinmer noch ist es null eine kleine Gemeinde, die ihn versteht und seine Ge-, danken propagiert. P'.'p per ist überzeugungstreuLr Sohn des. jüdische«