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Wiener Morgenzeitung · 1919-02-20 · Heft 33 (20.2.1919) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 33 (20.2.1919)
Date
1919-02-20
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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"Nr. 33 2Blert, Donnerstag - geteilten Bezahlung eingeführt; Betrug wird geahndet. 3. Allen unproduktiven Ausgaben wird sich die Negierung widersetzen, j 4. Es wird an den Kredit appelliert werden unter progressiver > Herabsetzung deS Zinsfußes. Rußland. Niederlage der Bolschewiken in der Ukraine.! Kiew, 18. Februar. (Funkspruch.) Ukrainische i Regimenter haben 20 Kilometer von Kiew den Bolschewiken eine schwere Niederlage , bereitet. ^Die ukrainische Negierung, die sich provisorisch nach Winnica zurückgezogen hatte, ist nach Kiew zurückgekehrt. Auch im Osten der Ukraine sind die Bolschewiken geschlagen worden. Charkow, P o l t a w a und Jekaterinoslaw sind i n den Händen der Ukrainer.! Der Bolschewismus in den Schulen. I London, 18. Februar. (Tcl.-Komp.) Zwei Engländer, die ''int Unterrichtsfreien in Rußland tätig waren, geben nun nach ihrer Rückkehr nach England ihre Wahrnehmungen über hie Einflüsse des Bolschewismus ans das Nnterrichtswesen' wieder. Nach ihrem Berichte, ist die Disziplin in den Schulen a b geschafft. Jede Klasse hat ihre eigene Kommission, die über dieLehrer dieAufsicht führt und die Verteilung des Essens in der Schule regelt. Die Verteilung des Esiens in der Schule bilde übrigens den Hauptgrund für den Schulbesuch durch die Schüler. Die Schülerkommissionen babendasRerht, dieSchulen zu schließen. Nach den neuesten Bestimmungen hat jeder über sechzehn Jahre alte Schüler Zutritt zur Universität. Es gibt Studenten, die wederlesen nochschre i b en tonnen. Das Elend in Petersburg. Sehnsucht nach einer Intervention der Alliierten. KB London» J9. Februar. Das Neutcrbureau gibt über die Lage in Rußland folgende Einzelheiten bekannt: Die Lage der Arbeiter ist unter der bolschewistischen Negierung verzweifelt. Die ErnährnngSsrage in Petersburg gestaltet sich immer schwieriger. Wöch rntlich st erben hunderteLeute; gegenwärtig zählt die Bevölkerung kaum mehr als 500.000 Köpfe. Die Bolschewiken können sich nicht auf die Unterstützung irgendeiner Klasie verlassen, wenn eine Intervention einsetzen würde, die eine Besserung der. Verpsirgsverhätmisse zum Zcl hätte. Bei den Arbeitern ist kein revolutionäres Gefühl mehr vorhanden, ^das von den Bolschewiken gegen die Alliierten mrsgenützt werden könnte. Die Bolschewiken selbst können auf die Dauer die Macht nichtbehauplen. Die Sachlage ist so, daß das Volk sich nach einer Intervention der Alliierten sehnt, die als einziger! Ausweg aus den augenblicklichen Schwierigkeiten erscheint. Wiener Gemeinderat. ' Die gestrige Sitzung zog sich in die Länge. Ein riesiger Einlauf war zu erledigen. Die Tagesordnung wies eine Unzahl von Interpellationen und Stadtratsanträgcn auf, die sich während 'der drei Wochen, wo der Gemcinderat nicht tagte, angehäuft hatten, j Die einzelnen Redner ergingen sich überdies in allzu langen Alrs° liihrungen, so daß die Sitzung erst in später Nachtstunde abge"! brachen wurde. Gleich zu Beginn der Sitzung hält Bürgermeister Dr. Weiökirchner eine Ansprache, in der er unter allgemeinem! Beifall die herzlichsten Wünsche für die Nationalversammlung in iWeimar zum Ausdruck brachte. Nach Beantwortung der zahlreichen!Interpellationen.und Zuweisung der Anträge zur geschäftsordnungs- >,mäßigen Behandlung legte Bürgermeister Dr. Weiskirchner ldgs Programm der Gemeinde Wien zur Bekämpfung der Arbeitsnot idor. Er führte unter anderem aus, daß bereits im Jahre 1614!ein Programm ausgcarbeitet wurde, welches geeignet gewesen jtväre, sowohl qualifizierten als nichtqnalifizierten Arbeitern Ge" ckegenheii zum Verdienst zu geben. Im Verlaufe des Krieges sei aber nicht Arbeitslosigkeit, sondern eher Mangel an Arbeitern ^ausgetreten und dieser Zustand verschärfte sich immer mehr, je länger der Krieg dauerte. Mit Ende des Krieges hat sich nun die Arbeitsnot eingestellt. Ein aus allen Parteien vom Stadtrat eingesetztes Komitee hat das Programm geprüft und eine Reihung der Arbeiten vorgenommen. Diese Arbeiten können nicht als eigentliche Notstandsarbeitcn bezeichnet werden, weil sie Arbeiten sind, welche unbedingt ausgesührt werden müssen. Bei den Arbeiten werden nach einer Berechnung des Stadrbauamtcs 10.400 Personen, und zwar 4840 gelernte und 5580 ungelernte Arbeiter Beschäftigung finden können. Außer diesen Arbeiten wird noch eine andere Detäligungsgelcgenheit geboten sein. Arbeit und Lieferungen werden wiederum durch öffentliche Offcrtverhandlungen ausgeschrieben werden. Dr. Weiskirchner stellt schließlich die bekannten Anträge, welche der Gemeinde Kosten von 58,700.000 Kronen verursachen. ' Nach einer sehr regen Debatte und einem Schlußwort des Bürgcrtneisters wurden sämtliche Anträge einstimmig angenommen. : Hierauf berichtet Gemeinderat Dr. S ch e u als Mitglied des Dohmmgsfürforgeausschuffes über den Antrag bezüglich der Tragung deS verlorenen Bauaufwandes durch die Gemeinde Wien bei Erbauung kleiner und mittlerer Wohnungen. Auch hier entspinnt sich eine recht lebhafte Debatte, in der von einzelnen Rednern Einwendungen gegen die Vorlage gemacht werden, die aber vom Berichterstatter in längerer Ausführung als unbegründet zurückgewiesen wurden. Hierauf werden die Anträge einstimmig angenommen, j In vorgerückter Stunde referiert Vizebürgermeister H o ß über die Liquidierung derOesterreichischen Vieh- und Fleisch gesellschaft und über die Beteiligung der Gemeinde an einem zu gründenden deutschösterreichischen Wirtschaftsverband für en Vieh verkehr, worauf die öffentliche Sitzung Hchloffen wurde. y.. Wien an Weimar. /- Bürgermeister Dr. W e i S k i r ch n e r hat gestern an den Reichspräsidenten Ebert in Weimar folgendes Telegramm gerichtet: Der heute tagende Gemcinderat der Stadt Wien be» grüßt die deutsche Nationalversammlung aus ganzem Herzen mw be- Wiener Morgenzeitung gleitet ihre Arbeiten, durch die dem deutschen Volk ein neues, wohnliches Haus gebaut werden soll, mit den innigsten Wünschen und Hoffnungen. Die herzerquickenden Worte, die uns Drutschösterreichern in der Nationalversammlung gewidmet worden sind, haben in der Bevölkerung unserer Stadt den hellsten Widerhall gefunden. Wir freuen uns des Tages, der ein einiges Reich schafft, in dem auch wir Deutschöstcrreicher unentwegt und unbehindert an dem Wohle unseres deutschen Volkes wirken können. Möge der Traum von Jahrhunderten mit der Einigung aller Deutschen bald in Erfüllung gehen! Weiterketrleb der Munitionsfabriken in , Wöllersdorf und Blumau. Wie wir erfahren, sind Maßnahmen getroffen worden, um die Wiederaufnahme des Betriebes in den ehemaligen Munitionsfabriken Blumau und Wöllersdorf sicherzustellen und hierdurch der Arbeitslosennot nicht unwesentlich abzuhelfen. Es werden nur Friedensartikel, wie Metall- und Galanteriewaren hergestellt werden. Wien ohne Heizmaterial. Bedeutende Reduzierung der Wochenquote. Die „Rathauskorrespondenz" meldet: Die Anlieferung von Kohle hat sich in der letzten Zeit fast täglich vermindert. Der Einlauf oberschlesischer Kohle ist äußerst gering, wenn auch die Lieferung auf Grund der neuen Berliner Abmachungen einsetzen sollte, so daß auf eine nennenswerte Belieferung des Kohlenhandels mit dieser Kohle nicht zu rechnen ist. Auch die Anlieferung aus den nordwestböhmischen Braunkohlengebieken hat in letzter Zeit vollständig versagt. Nach telephonischen Meldungen vom 17. und 18. d. M. ist in Gmünd überhaupt keine Kohle für den Wiener Konsum eingelangt. - Die städtische Kohlenkommission befaßte sich daher am 18. d. M. eingehend mit den zu ergreifenden Maßnahmen. Es wurde auch die Heranziehung der Holz- Vorräte der Gemeinde Wien als Aushilfe für Küchenfeuerung eingehend besprochen und die Herabsetzung der Woch enquote von 20 Kilogramm auf 15Kilogramm Steinkohle (25 Kilogramm auf 20 Kilogramm Braunkohle) erörtert. Das städtische Holz wird vonr Kleinkohlenhändler gegen Einlösung des fälligen Abschnittes der Küchenbrand karte zum Preise von 38 Holler, geschnitten und gehackt, in derselben Men ge ausgegeben werden, die als Wochenmenge für Braunkohle festgesetzt ist. Es wird also trotz dieses Aushilfsmittels ein großer Teil der Bevölkerung keinen Brennstoff für Küchenfeuerung erhalten können. Sollte sich bis Freitag der Tages'einlauf an Kohle nicht auf mindestens 2000 Tonnen täglich erhöhen und aus den eingehenden Meldungen nicht zu entnehmen sein, baß ^eine Anlieferung in dieser Hohe durch drei bis vier Tage zu gewärtigen ist, wäre der Magistrat genötigt, die W o ch e n m e n g e des Küchenbvandes für die kommende Woche von 20 Kilogramm auf 15 Kilogramm Steinkohle (bei Braunkohle und Holz auf 20 Kilogramm) herabzusetzen, um wenigstens einem tunlichst großen Teil von Haushaltungen den Küchenbrand zukommen zu lassen. Eine diesbezügliche Verlautbarung würde in den Sonntagsblättern erscheinen. Aufhebung der Verkehrsbeschränkungen für Altgummi. Mit Rücksicht auf die geänderten Verhältnisse hat das Staatsamt für Kriegs- und Uebergangswirtschaft den Verkehr mit Gummimffchnngcn, Gummckosungen, Faktis, Gnmmiabfällen und daraus hergestelltcn Regcneratcn srngegebcn. Ebenso wurden die von der österreichischen Kautschukzentrale A.-G. seinerzeit festgesetzten Höchstpreise für Gumm'abfälle außer Kräft gesetzt. Dagegen unterliegen Rohgnmmi, Guttapercha tmd Balata nach wie vor den Bestimmungen der Mimsterialverordnuna vom 81. IM 1917, R.-G.-B!. Nr. 825. Die Ehelicherklarung unehelicher Kinder gefallener oder verstorbener Krieger. Der Staatssekretär für Justiz hat heute den Gerichten nachstehenden Erlaß vom 31. v. M. zukommen lassen: „Der deutschösterrei^lsche Staatsrat hat das Staatsamt für Justiz ermächtigt, auf Antrag der Mutter des unehelichen Kindes eines gefallenen oder an den Folgen einer Verwundung oder an Kriegsstrapazen verstorbenen Kriegers die Ehelicherklärung im Sinne deS § 162 a. b. G.-B. im Auftrag des Staatsrates vorzunehmen, wenn der Vater nachweislich die Absicht hatte, die Mutter des Kindes zu heiraten oder doch wenigstens das Kind wie ein eheliches zu behandeln, und nicht schutzwürdige Interessen seiner ehelichen Kinder oder gewichtige Bedenken vom Standpunkt der öffentlichen Sittlichkeit einer Ehelicherklärung im Wege stehen.— Da demnach die Voraussetzungen, unter denen das Staatsamt für Justiz eine Ehelicherklärung vornehmen kann, mit jenen übereinstimmen, die im ersten Absatz des Erlasses des Justizministeriums vom 24. Mai 1917 bezeichnet sind, und die damals für die Einholung einer Schlußfassung der Krone maßgebend waren, haben die Gerichte die Bestimmungen der Absätze 3 ff. deS angeführten Erlasses bei Behandlung von Anträgen auf Ehelicherklärung von Kindern verstorbener Krieger auch weiterhin zu beachten. — Das Staatsamt des Innern hat alle deutschösterreichischen Landesregierungen mit Erlaß vom 31. Jänner 1919 darauf aufmerksam gemacht, daß der Vorbehalt, durch den die Krone im Jahre 1917 die B.wiligung von Gesuche» der Kindesmutter um Erlaubnis zur Annahme des Familiennamens des Vaters für sich in Anspruch nahm, durch die Ereignisse gegenstandslos geworden sei, und daß zur Gestattung derartiger Namensänderungen — abgesehen von den Ausnahmsfällen, in denen die Mutter adelig ist — wieder die politische Landesstelle berufen ist. Die Landesregierungen wurden ferner angewiesen, in Hinkunft schon bei der Herstellung des Einvernehmens mit dem Oberlandesgericht im Sinne deS Justizministerialerlasses vom 24. Mai 1917 die Bewilligung zur Namensänderung der Ktndcsmuttcr, wenn keine Bedenken dagegen bestehen, bedingt für den Fall yuszusprechen, daß dgK Staats amt für 20. Fevniar 1919 ’ m ».ii.ii. ■ . ...1 .MMUMmumtr •.mn n , Justiz das uneheliche Kind auf Grund der Ermächtigung deS Staatsrates für ehelich erklär^ Die Entscheidung der Landesregierung über die Namens änderung der Kindesmutter wird in den Erlaß des StaatSamtes für Justiz, womit die Ehelicherklärung vollzogen wird, ausgenommen werden." Ein polnischer Oberleutnant als Defraudant) Unterschlügt 180.000 Kronen und amüsiert sich, i Ein im dritten Bezirke etablierter Kaufmann etw, stattete die Anzeige im Sicherheitsbureau, daß ihm der 23jährige Oberleutnant der polnischen! Armee Eduard Willmonth, zu Jasin in Galiziens geboren, Wiedner Hauptstraße Nr. 27 wohnhaft. eiM.'/. ' Summe von 180.000 Kronen, die er hätte nach Krakaus > bringen und in einer dortigen Bank deponieren solle«^? mutmaßlich veruntreut hat. Willmonth war nämli^^Ä zur vereinbarten Zeit in Krakau nicht eingetroffen und sollte, wie der Kaufmann in Erfahrung, brachte, in Wien fkott leben. Auf Grund der Anzeige wurden Erhebungen eingeleitet, und tatsächlich^ wurde Willmonth mit einem seiner Freunde amt 16. d. M. abends in einem Hotel auf der Wiedens verhaftet. Die beiden Freunde wollten eben mit'' einer Schauspielerin im Automobil in das! - Vergnügungslokal „Femina" fahren. Willmonth hatte! ungefähr 21.000 Kronen bei sich. Einen Betrag von! 6 0.0 00 Kronen hatte er in der Hotelkasse hinters legt. Er gestand bei seiner Einvernahme die Unterschlagung notgedrungen zu und gab auch zu, daß er! schon 4 7.0U0 Kronen verbraucht hat. Dem! größten Teil der immerhin nicht unbeträchtlichen! Summe hat er ln Gesellschaft seines mitverhafteten Freundes in Vergnügungslokalen angebracht, 20.000! Kronen hat er dem Freunde zur Vetsiligung an dessen elektrotechnischem Geschäfte gegeben, 20.000 Kronen hat er einem Leutnant der polnischen Armee zum Ankauf von Ausrüstungsgegenständen überlassen. Sie wurden!, in Wien gekauft und sollten auf Willmonths Rechnung in Krakau weiterverkauft werden. Willmonths Freund,-! der nach seiner Angabe von der verbrecherischen Her-« kunft des Geldes nichts gewußt hat, wurde wieder in! Freiheit gesetzt. Von dem unterschlagenen Gelbe wurden; mehr als 100.000 Kronen zustandegebracht. Willmonth!- wurde heute dem Landes ge richte eingeliesert^ Falsche 100-Kronen Kassenscheine der Gemeinde! Wien. Unter dm gestern zur Einlösung eingereichten 100-Kroney Kaffenscheinen der Gemeinde Wien wurden mehrere Falsifikate derselben Ausführung gefunden. Der wichtigste Unterschied gegenüber den echten Scheinen ist, daß bei der Unterschrift des Stadtrates Wessely die Endschlinge des W nach links statt nach rechts gezogen ist. Weitere Unterschiede find: Bei der Unterschrift des Stadtrates Leopold Brauneis ist die Schlinge des großen L nicht ganz durchstrichen; in der zweiten Zeile des Textes der Rückseite steht statt „Gemeinderalsbeschluffes" „Gemeinderatsbeschlnstcs"; in der letzten Textzcile dieser'Sette ist der Anfangsbuchstabe von „Nachahmung" schlecht ausgesührt und ähnelt einem „K". Der Untergrund des! echten Kassenscheines zeigt Wellenlinien, der nachgemachte Tupfen. Außerdem ist das Falsifikat aus dünnerem Papier hergestclkt als die echten Scheine. Da die Emlömngsfrist der Kassenscheine ohnedies bereits am 20. d. M. endet, empfiehlt es sich, die 100-Kronenscheine sofort der städtischen - Häuptkaffe zur Einlösung zu präsentieren und keine solchen Scheme mehr Mi Pnfifnttrt ait nrfmmt. * Gedenkfeier für Dr. Max Rosenfeld. Montag! den 24. Februar, Va? Uhr abends, findet im Caf6 Adler, Schottenring, eine mterne poale-zionistische Gedenkfeier für dm verstorbenen Führer statt. . * Auflassung der Parallelkurse am Sophiens gnmnafium. Wie wir erfahren, werden die für die Bukowinaer Mittelschüler am hiesigen Sovhiengymnasium errichketen Parallelkurse nunmehr aufgclaffen. Diese Maßnahme, über die offiziell: bisher nichts mitgetellt wurde, trifft mehr als 800 Mittelschüler, gänzlich unerwartet. * Die Korrespondenz mit «nseren Kriegsgefangenen. ] Der briefliche Verkehr mit Angehörigen der ehemaligen öster-j reichisch-ungarischen Armee, die sich gegenwärtig als Kriegs-' gefangene in Sibirien befinden, ist nun wieder er-, möglicht worden. Es empfiehlt sich, hierzu die voms! Noten Kreuz ausgegebenen Doppelpostkarten füy! Kriegsgefange nenKorrespondenz zu verwendend Für den schriftlichen Verkehr mit unseren in Italien sweilenden Kriegsgefangenen sind die einfachen Note! Kreuz - Korrespondenzkarten bestimmt. Beide! Sorten sind bei allen Postämtern und Trafiken erhältlich, j und zwar kosten die Doppelpostkarten .5 Heller, die ein*.] fachen 3 Heller. * Disumzwang für Rusen nach Tschecho-Slowakien. Da3!' Gefamtministerium des tschecho-slowakischen -Staates hat mit der Verordnung vom 20. Dezember 1918^ angeordnet, daß für Reisen nach dem Gebiet der tschecho-slowakischen Republik aus den Gebieten des deutschösterreichischen und südslawischen sowie aus dem Gebiet des ungarischen Staates die Bewilligung des Bevollmächtigten der tschecho-slowakischen Republik in' Wien, 1. Bezirk, Lobkowitzplatz 2, notwendig ist, Das Visum, für welches 5 Kronen zu erlegen sind, kann bei den Paß-, stellen in Wien, Landstraße Hauptstraße 66, und 8. Bezirk,, Josefstädterstratze 103, eingeholt werden. * Die Akademie für Musik und darstellende Kunst bleibt " infolge Mangels an Heizmaterial vorläufig bis 23. d. geschlossen. * * Einschränkung d r Biererzeugung. Die gestrige,Mener Zeitung" verlautbart eine Vollzugsanweisung des StaatSamtes für Finanzen, wonach in den Brauereien während! eines Aionaks höchstens 10 Prozent jener Bierwürzemenge erzeugt werden darf, die sich als Durchschnitt der Erzeugung' in den betreffenden Monaten der Betriebsiahre 1911/12 und 1912/13 ergibt. s * Mit 220.000 Kronen durchgegangen. Met berichtet, hat am 6. d. M. der in der Leopoldstadt, Vlumauergasse 7, wohnhafte Handelsagent Isaak Dietzl, richtig Dischel, von dem aus Chrzanow in Galizien zugereisten Kaufmann und Kohlenhändler Hirsch Langer, im Hotel „Royal" wohnhaft, einen Betrag von 220.000 Kronen zur einstweiligen Verwahrung übernommen und ist mit dem Gclo durchgegangen^! Langer erstattete die Anzeige und es wurde erhoben, daß> Dischel nach Budapest abgereist ist. Am 14. d. M. wurde er bei seiner Rückkehr nach Wien am Ostbahnhof verhaftet. Man fand bei Dischel nur 3390 taien. Dischel^

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