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Wiener Morgenzeitung · 1919-02-17 · Heft 30 (17.2.1919) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 30 (17.2.1919)
Date
1919-02-17
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Wien. Montag Wiener Morgenzeitung Nr7 3Y Sette 2 Die Resultate aus der Provinz. / St. Pölten. Im achten Waliikreis ist -er" Wahltag in allen Wahlorten in vollster Ruhe verlaufen Tie Wahlbeteiligung war eine ungemein starke. Bis zur Stunde sind folgende Resultate bekanntgegeben worden: In Amstetten erzielten: Die deutschvölklicke Partei 5759, die Christlichiozialen 5924. der Bauernbund 1-1.440. die Sozialdemokraten 8611, die Deutsäi'oziaken 190 Stimmen.?n Melk, Hainfeld, Rohrbach. Kaumberg. St. Veit a. d. Golfen, Ramson, Wilhekinsburg .erhielten: die deuckchvölkische Partei 4223, die Christlich-ozialen 218!, der Bauernbund 5351, die Sozialdemokraten 8397, die Deutjchsozialen 75, die Tschechen 17 Stimmen. 11 Uhr nachts: Mit den übrigen Orten ergibt stch zur Stunde etwa folgendes Wahlbild: DrNt'chvölkiiche 11.299, Cbtistlich'o-,iake f927, Bauernbund 25.23*., Sozialdemoki alen 24.297, Dentichwziale346, T'checken 98. Es dürften daher 4 Chrlstttchsoziale> 4 Sozialdemokraten und 1 DeutschvolklLcher gewühlt sein. Wiener-Nenfiadt. In Wiener Neustadt vollzog sich der Wahlakt in grö'ster Rahe und Ordnung. Inoffiziell wird bekannt, daß von 20 963 Wahlberechtigten 18 68? Wähler ihr Wahlrecht ausgeübt haben. Hrevon entfielen auf die Sozialdemokraten 13.656, auf die Christlichsozialen 22l7. auf die Deutschnatioualen 18 6. auf die Bürgerlichdemokralen 429. auf den Bauernbund 134. auf die T'checho-Slovaken 19 auf die Demokratische Mittelstand spar lei 27, am die nationalsozialistische Arbeiterpartei 50 Stimmen. 1 Uhr nachts: Bisher sicher gewählt: Die Sozialdemokraten Slaatäkan'ler Dr. Nenner, Tomi'chik, Richter, Smitka, Ofenböck. S ti k a. Schönfetd. Dr. Danneberg, ierners der DeutichnaUonale Tolwr S ch ürff, der Clniftlich'oziale Ko lkm ann, vom Niederösterreichi'chen Bauernbund Grub er und Parrer. Staatssekretär für Verkehrswesen Karl Iukel erhielt kein Mandat. Korneuburg. Die Christlich sozialen haben hier 4599, der Bauernbund 32.038, die Deutsch nationalen 13 2 2, die Sozialdemokraten 11.866 Slickmen erhalten; im Mistelbacher Bezirk baben ^erhalten: Christlichsoziake 2213, Bauernbund 20 1 "4, Deutschnationale 12.337, Sozialdemokraten 12/47: Ob erbot labrunn: Ctzristlichsoziali 6 l 7, Deutschnationale 996, Sozialdemokraten 770. Linz, 16. Februar. In Oberösterreick, verlief der Wahltag ruhig. Die Agitation der vier Parteien, die Kandidaten ausgestellt hatten, war außerordentlich lebhaft. ES ereignete sich keinerlei Zwischenfall. Soweit bis 11 Uhr nachts bekannt ist, haben die Sozialdemokraten in den Städten und den übrigen Industrie orten sehr gut ab geschnitten. wahrend ans dem flachen Lande die C h r i st l i ch»' o z i a k e n das Feld ziemlich behauptet haben dürsten. Wie die deutsche Volkspartei und die Freiheils- und Ordnungspaitei, die ihre Listen gekoppelt halten, abgeschnit'en haben, läßt sich gegenwärtig noch nicht sagen, da bisher noch keineilei genaue Detailre nitate vorliegen. In der Stadt Steyr, wo allerdings noch das Resultat eines Sprengelfehlt, entfallen auf die Deutsche Volkspartei. 1864, auf die Freibeits- und O^nnngspartei 211, auf die Sozialdemokraten 6L05 und auf die Christlichsozialen 1977 Stimmen. Linz, 16. Februar. Im Wahlkreise Linz sind gewählt : Präsident Dr. Dinghofer (dentschfreiheitlich). die Sozialdemokraten Grüber nnd Weiser und der Christlich soziale Landessekretär Dr. Josef Aigner. Im Mühlviertel sind bestimmt gewählt: Die drei christlich oziaken Kandida'en Präsident Johann Nepomuk H a n f e r, W!rtschastsbesitzer Franz T r a x! e r und Bürgermeister Johann Gürtler (Grein). Im politischen Bezirk Gmunden wurden für die Christlichsozialen 14.397, für die Sozialdenwkra'en 11.491. für die deutsche Volkspartei 3643 nnd für die deutsche FreiheitSunb Ordnungs-Partei 1931 Stimmen abgegeben. Wsls, 11 Uhr nachts. Von den fünf Mandaten im HanSiuckvierhl dürsten zwei oder drei den Christlich sozialen, den Sozialdemokraten eine« oder zwei, der deutschen Volkspartei eines zufallen. Graz,. 10 Ubr 45 Minuten nackt-. Rach einer < äußerst lebhaften und geräuschvollen Wahkwerbung der letzten Tage ist der heurige Wahltag in vollster Rrrhe verlaufen. Die Errichtung von 173. Wahllokalen halte sich als ungemein vo> teilhast erwie en. 0—80 P ozent der Stimmberechtigten übten ihr Wahlrecht aus. Rach der bisherigen Schätzung dürsten von den 6 Mandaten in Graz 3 Sozialdemokraten, 2 chrlftttcksoziale und 1 derrtfchfrel' eltlicher Abgeordneter gewählt sein. Salzburg 16. Februar. Bon 24 400 Wählern der Landeshauptstadt haben sich 20.393 an der Wahl beteiligt. Das vorläufig- Wahlergebnis ist: 6683 Stimmen entfielen auk die Sozialdemokraten. 2859 auf die deutsche Arbeiterpartei, 6461 auf die demokratische Ständevereinigung, 161 Stimmen auf den freiheitlichen Dauernbund und 5289 auf die Chriftlichsozialen. Gewählt find: 3 Christ-! lühsoziale!- 2 Sozialdemokraten, freiheitliche. 17. Februar 1919 "Ferner liegen bis 1 Uhr nachts folgende vorläufige Wahlreftillaie vor: Politischer Bezirk Hallein: abgegebene Stimmen 11.056; bievon entfielen aick b«c Ehnsllichsozialen 5066, aus die Sozialdemokraten 8553, ans die demokratische Ständevereinignng 3 5, auf die den scke Arbeiterpartei 2b9, auf den freiheitlichen Bauernbund 723. Politischer Bezirk Zell am See: abgegebene Stimmen 14 633. Hievon entfi len auf die Christlichsozialen 7731 Stimmen, aut die Sozialdemokraten 4733, auf die Demokratische Ständevereinignng 877, aut die Deutsche Arbeiterpartei 851 und auf den Freiheitlichen Bauernbund 441 Stimmen. Politischer Bezirk Tamswea: abgegebene Stimmen b"»87. Hievon entfielen auf die Chriftlichsozialen 3s95, auf die Sozialdemokraten 8l9, aut die demokratische Ständevereimanng 4!5. auf die deutsch» Arbeiterpartei 186, auf den freiheitlichen Banernbund 1072 Stimmen. Innsbruck, 16. Februar. Die Sozialdemokraten erhielten , 12.201, die Christlich sozialen, Bolksyerein nnd Banernbnnv zusammen 8-15, die Deutschfreiheitlichen 11.052 Stimmen. Von den Landgemeinden siegt zur Stunde nur das Resultat aus zirka 110 Orlen und Gemeinden vor. wobei sich folgendes Stimmenveihältnis eroibt: Die Sozialdemokraten rhielien 18.500, die Demschsreih''1lichen 17 500, der Tiroler Bvlksverein 14.000, der Bauernbund 14.000 Stimmen. Die Wahlen von 1911. Wie schon mitgeteil'', entsprechen die 163 Mandate, die am aestckg-n Sonntag zur Besetzung gelangten, insolo» der geänderten Wahlkreisen,ttilung 137 Mandaten der Juniwahlen 1311. Die Mandatszahl ist in Men nm 15, im übrigen Niederösterreich um 6. in Steiennark nm 4 erhöht worden. Bon diesen ' 137 Sitzen hatten 1911 dir Ch.ustlichsozi.alen 66 Mit 541.194, die Sozialdemokraten 93 mit 903.072, die Deut rbbÜrgerl.chen (Nationale und Fortschrittl'che) 36 mrt, 215.806 Simmen rrhal'tn. Die 7 W 1 e n e r Wahlsreise mit ihren 46 Mandaten zeigten im Jahre 1911 (33 Wahlbezirke mit 33 Mandacen) das folgende Bon 841.350 gültigen Sbmmen erhielten die Christl'chsoz'alen 124.652 ig Mandates, selbständige Christ!,chloziale 10.399 (1 Mandat), die Sozialdemokraten 146.212 (19 Mandate), die Deutschfre beitlichrn 21.479 (7 Mandate), die Dcutschnationalen 12.101 (1 M mdat), die Wirtschastspolitische Reichsparter 2985 (1 Mandat). Die Kand'daten des gewerbl chen Zentralaus'chuffes (6422), der Deutschen Wirti'chaftspar.ei (1893) und der Tsckeebischnationalen Partei (6773) gingen leer ans. Die Jüdisch nationalen erhielten 799 Stimmen. In Oberosterreich —5 Wahlkreise mit 22 Mandaten (1911 : 82 Wahlbezirke mit 22 Sitzen) — entfielen vor acht Jahren von 166.954 gliläg abgegebenen Stimmen auf die Kandidaten der Christlicksozialen Part« 98.544 Stimmen und 13 Mandate; auf die deutsche Volkspartei 13.813 Stimmen nnd 3 Man-, date. auf tr* Sozialdemokratische Partei 23.862 Stimmen 1111b 1 Mandat. Außerdem bewarben sich noch Kandidaten des Oberösterrechischen Bamrnvereincs (22.011 Stimmen, kein Mandat). In Salzburg —. eip. Wähttre,S mi 7 Mandaten (1911: 7 Wahlbezirke mit 7 Mand vten) — entfielen 1911 von 40.453 gültig abaegebenen Stiunnen ans die Kandidaten der Christl chsozialen Part« 20.086 und 4 Mandate, auf jene der Sozialdemokratischen Partei 9139 und kein Mandat auf rene der Denffchkonservativen Bauernpartei' 3933 und kein Mandat. Die Alldeutschen erh elfen ganze 302 Stimmen. In Steiermark (deutscher Test, das gestern in fünf Wählt, ei'eri (1911:23) 27 Abgeordnete zu wählen hatte, erhelcen 1911 von 145.881 gi'l"'g abgegebenen Summen die Christlichsozialen 66.371 (13 Mandates die Sozialdemokraten 84.385 (4 Mandatt). die Dennchfre beitl chen 23.074 (5 Mandate), die deutschen Agrarier 7861 (1 Mandat) und die Deutsche Arbeiterpartei 874. Ju Kärnten, das einen einzigen Wahlkreis mit 9 Mandaten (191": 10 Bezirke, 10 Mandate) bildet, erhielten im Jahre 1911 von 53.311 gül.ig abgegebenen Stimmen die CH -"l ch'vzialen 7380 (ke n Mandat), die Sozialdemokraten 15.719 1 Mandat), die Deutsche Bolkshartei 2".809 (8 Mandate), die Deutschrad k'sten 2631 (ke.n Mandat) und die Slowenen (deutschfreundliche Skaierc-Partei) 5616 (1 Mandat). D e u t s ch t l r 0 l zerfällt in zwei Wahlkreise mit je acht Mandaten. (1911: 16 Wahlbezirke mit gle-chmel-n Mandaten.) Der g'ö^rte Teil des 26. Wahlkreises (Deun'ch-Sttdürol) ist jedoch vom Feinde besetzt nrd es ^'fanden daselbst die Wahlen nur im unbesetzten Te.le (Bezirk L i e n z) statt. Der eigentl.cheWablkanipf spielt sich in» Ä'ablkreise N 0 r d t i r 0 l ab. Hie»* erb eltcn 1911 Von 43.797 gi'l.ig abgegebenen Ctmmcn die Christlichso-iaken 34.939 (5 Mandate), die Konservativen 4508 (kein Mandat), die Sozialem traten 6584 (1 Mandat), die Deutschnationalen 6153 (2 Mandate). Vorarlberg bildet einen(1911:4 Wahlbezirke)Wahlkreis mit vier Mandaten (1911: 4 Mandate). Es e hielten 191t die Christl'chsozialen (von 25.000 gültig abgegebenen Stimmen) 16.105 t3 Mandate), die Sozia1d»mokraten Ä28 (lein Mandat), die Deuticknational»n 4955 (1 Mandat): Die?oähleransnahnle für den gestrigen Tag ergab für Wien eine Anzahl von 1,072.322 Wahlberechtigten, und zwar.: l.Bezirk 25.568, N. Bezirk 80.016, lll. B-zirl 9U.209, IV. Bezirk 3-..910, V.Bezirk60.539, VI. SHrfBfi.ioo, Vtl.Bez rk41.002. VI«.Bezirk 30.773. IX. Bezirk 56.730. X. Bezirk 34.191, Xl. Bezirk 26.640, XII. Bezirk 60.150, XIII, Bezirk 74.994, XIV. Bezirk 50.750, XV. Beurk 31.328. XU. Bezirk 95.019. XVII. Bezirk 55.724, XVIII. Bezirk 53.920 XIX. Bezirk 82.650, XX. Bezirk 52.240 und XXI. Bezirk 48.336 Wahlberechtigte. — Bei der eckten direkcen Wahl (20. Oktober 1873) zählte Wien 24.1 >2 Wähler mit 12 Abgeordneten, bei der ersten allgemeinen Wahl (26. Jänner 1907) 366.740 Wähler mit 39 Abgeordneten. Inland. Der Slatsrat. Die nächste S'chunq des Staatsro':s war am Schluffe der Legislaturperiode der Nationalversammlung für den 23. Februar angesetzt worden. In dieser Sitzung soll die Frage der N 0 t w a h l e n in den besetzten Gebieten durchberaten werden. -Man nimmt an. daß bis dahin die Vertrauensmänner der einzelnen Parteien, hauptjächlich jeyer aus den Sudetenländern, sich auf eine Kandidatenliste geeinigt haben werden, die der konstituierenden Nationalversammlung zur Erneuerung vorgelegt werden soll. Natürlich wird der Ausfall der ordnungsmäßig durchgeführten Wahlen in Deutschösterreich auch auf die Entscheidung dieser Frage, bei der es sich um 93 Abgeordnete in 14 Wahlkreisen handelt, zurückwirken. Bisher konnte eine Einigung zwischen den bürgerlichen Parteien und den Sozialdemokraten nicht erzielt werden, weil alle Parteien das Resultat der gestrigen Wahlen abwarten wollten, ehe sie sich endgültig sestlegten. Doch geht der Streit nicht um das Prinzip der Ernennung, sondern um den Schlüssel der Mandatsüufteilung auf die Parteien. NachrichtenvomSonntag Staatslraniler Dr. Nenner über die Wahlen. Gin Bekenntnis zur Republik. Budapest, 16. Februar. Der Wiener Berichterstatter des „Magyarorszag" hatte eine Unterredung mit dem dttltschösterreichischen StaatSkinzler Dr. N e n n e r, welcher sich über das zu. erwartende Ergebnis der Wahlen folgendermaßen äußerte: . . ., , D i e Abstimmung wird ein zweifelloses ErgebniShaben: dieBevölkerung von Deutschösterreich wird sich unbedingt für d i e r e p n b l i k a n i s ch e S t a a t s s 0 r »n e n tentscheiden. Aus die Frage, ob der Anschluß oder Nichtanschlusr Deutschösterreichs^an Deutschland ein Wahlschlagwort sein werde, sagte der Staatskanzler: t Pfmn Sie wissen, daß m d^m Grundgesetz der deutschosterreichischm Republik bereits die Verfügung enlhalttn ist, daß Deutschösterreich ein Bestandce.l Deutschlands ist. Es muterliegt keinem Zweifel, daß dieser Bei'chlitß bei den Wahlen a,n 16. Februar keine Bekräftigung erfahren wird. Der Anschluß Deutkchösterreichs an das Deutsche Reich hat in gew!ssen Kreisen Gegnerschaft gefunden. In erster Reihe sind es die dünnen geckngzähligcn Bevölkerungsschichten, welche noch immer nicht gl'Uchen können, daß das alce Oesterreich, die Habsburger Monarchie auf ewig ins Grab gesunken ist. Diese Kreise erwarten, daß Wunder geschehen werden, daß die befreiten Völker, welche ihre eigenen nationalen Staaten gebildet haben, sich lieber unter einer monarchischen Herrschaft vereinigen, werden. Dann gibt es andere Kreise, welche sagen, daß der An'chlnsi Denfschösterreichs an Deutschland aus wirtschaftlichen Gründen unmöglich sei. Ämter den Wortführern der Donaufödera 011 stehen jrdoch nur einige G"oßkapltalisten und Großindnstrieile, deren Bestreben ausschließlich dahin geht, ihren verlorenen oder gefährdeten Prosit wieder zu sichern. Diese werden auch von einem Teil der Presie unterstützt. Der Berichterstatter fragte sodann, ob überhaupt von der Möglichkeit des Aistandekonimens einer Donamöderation gesprochen werden könne. Dr. rlkenner antwortete auf diese Frage: Nach meiner Ansicht kann unter den Nationalstaaten an der Donau ein wirtschafrliches Bündnis sehr leicht geschasim werden. Der Anschluß Deutschösterrcichs an die deutsche Revip» blit schloßt dies nicht überhinlpt ans. Denn weder Dentichösterreich noch die deutsche Repnbtit wollen sich wirtschaftlich vor den Donaustaaten verschließen. Deutschösterreich und die deutsche Republik haben weder wirtschaftlich noch Politisch aggressiv: Absichten gegen diese Staaten, ia sie streben im Gegenteil emstlich darnach, mit ihren Nachbarn in . Frieden und Freundschaft zu leben und einen lebhaften Wateiiaustaüsch z» schassen. ' . Deutsche Nationalversammlung. KR Weimar» 16. Februar. Das Haus setzt die Besprechung der Erklärung der Neichsregierung fort in Verbindung mit der eckten nnd evmtnellcn zweiten Beramng des dritten Nachtrages zum NeichshaushalPlan für das Jahr 1918. Minister Dr. Schiffer über die Finanzlage. Weimar. 16. Februar. Minister Dr. S ch i f f e r verbreitet sich über die K'editvorlage von 25 Milliarden. Er erllärt, er werde m b«*m Bilde, das er zu entrollen habe, mit r ü ckhaltloser grausamer Offenheit darlegen, waS daS ist. Ich will damit jenem leichtfertigen, fast ruchlosen O p t i nr i smus ent ge gentreten, der le.der immer noch herckcht. Wenn der Abgeordnete Keil die. Methode unserer Kriegssinanzierung absprechend beurteilte, so kann ich ihm leider nicht iv'deckprechen. Schon bald nach Beginn des Kriegetrat die üble Erscheinung hervor, daß die Beschaffung des Kriegsmaterials in die Hände der allerungee'.gneksten Elemente kam. Es ffnd 11 n s u m m e n verschleudert und Leute bereichert worden, die auch moralisch sehr anfechtbar waren. (Lebhafte Zilsiinnimng.) DerKrieg wurdealS Kon» ' u n k t u r b e t r a ch t e t. Es gab weite Kreise, die es am angS sogar von sich wiesen, so unangemessen hohe Preise zu nehmen, wie sie geboten wurden. (Sehr richtig.) Als neu-'s Moment kam damals das Hindenbnrg-- Programm. Wirtschaftlich betrachtet, war eS ein P r 0 g r a m m d e r B e r z w e i f l »i n g nnd hak ungehmren Schaden angrrichtet. Dir w ii st e st e Hochkonjunktur setzte ein. Der dadurch angerichtete wirtschaftliche und moralische Schadm ist ungeheuer. 9ir die Gesamtheit der lausenden Ausgaben ist ein Betrag von -19Milliarden erforderlich. Davon, daß Kriegsanleihen n n n u l l l e r t und Sparkassen- und Bankguthaben beschlagnahmt werden sollen, ist keine Rede. Ich erttäre, daß die ReichS» regienmg an eine solche Nkaßnabnie, die die größte Recl'tsverletziiNg wäre und den Untergang deS Reiches bedniten würde, nicht denkt. Wir werden darauf angewiesen sein, die Deckung für lmsere Schulden auf dem Wege der Steuer vvrznnrhmen. In bezug ans den Papieraeldnmlanf steht die Sache so) dair wir gegenüber einem umlimf von 2 Milliarden rm Jahre 1914 jetzt einen Umlauf von 3 4.432 Millionen, haben. E ne endgültige Antwort, ob wir dieser sinanziellen Nöte jemals Herr werden, kan» «iemand geben. DaS hängt von dem Verhalten unserer Feivde unS gegenüber und von unserem eigenen Verhalten ab. Deiitschland braucht keine Kolonien. Abg. Hanse (unabhängiger Sozialdemokrat) erkläck, man habe heute vom M iiiftcr Schiffer ganz andere Töne gehört als von den früheren Staatssekretären. Er habe das H ndkiibnrg- P ogrannn als rin Verzwtiflungsvrog 'annn bezeichnet. Man versuche. der Revolution emen Te l der Schuld an den hoben Ausgaben beimmessrn. Ter Finanzmmister habe heute alles daswas an Phamastereien und'Verlktmidungkn gegen die Arbcster- ,md Soldatenräte vorgl'bracht worden sei, auf das richtige Maß zurückgekührt. Das Programm der Regierung sei d ji r s t i g. Wo, bleibe, d'.e Aninest^e für di'jenigcm die sich rm Ueberciser revolutionärer Le^dmschafk gegen daS Strafgesetz vecaaugen haben? 'Zwlichennlf: Eckt den Kampf cinstellen!) Das Unerhörteste sei der SchreHerlaß dkoSkes vom 20. Jänner. Mit der Ausdehmmg der Kabinetts der auf die Fccüvilligentruppen Handke NoSte ungesetzlich. Wie sei man mit Liebknecht und Luxemburg umgrsprungen °? (Stü mische Zwischenruf.) Sie wissen ja. in wre scheußlicher Weise man diese beiden schließlich. ums Leben gebracht har. J

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