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Wiener Morgenzeitung · 1919-02-17 · Heft 30 (17.2.1919) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 30 (17.2.1919)
Date
1919-02-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Wahlkreis (Wien Nordost: Leopoldftadt, Brigittenau, Floridsdorf) der Listenführer der S2 Sozialdemokraten, 13 Christlichsoziale, 1 Iüdifchnationaler, 1 Deutfchnattonaler, 1 Bürgerlicher Demokrat. 1. Wahlkreis; Wie«, Iunen-Ost (1., 3. und 4. Bezirk). Die Sozialdemokraten: Staatssekretär Dr. Ctio Bauer, Rudolf Müller, Eduard Rieger. — Die Christlichsozialen: Bürgermeister Dr. Richard Weis, k i r ch n e r, Universitätsprofessor Dr. Ignaz Seipel und Leopold Doppler. — Der Bürgerliche Demokrat: Max Friedmann. 2. Wahlkreis; Wien, Arirrerr-West (6., 7. und 8. Bezirk). Die Sozialdemokraten: Karl L e u t h n e r, Professor Dr: Luho H a r t m a n n. Therese Schlesinger, -r-, Die MjstliKozialeU: Mard Heinl Und- Friedrich Sch nsteiner. ' 3. Wahlkreis; Wien, Nord-West (9., 8. und 19. Bezirk). Die Sozialdemokraten: Unterstaatssekretär Otto .Glöckel, Gemeinderätin Gabriele Prost, Sekretär Heinrich Allina. — Die Christlichsozialen: Stadtbaudirektor Heinrich G o l d e m u n d, Matthias P a r t i k. — Der Deutschnationale: Dr. Leopold W a b e r. 4. Wahlkreis; Wien, Nord-Ost (2., 20. und 21. Beziry. Die Sozialdemokraten: Präsident Karl Seitz, Dr. Wilhelm Ellen bogen> Matthias Eldersch, Emmy Freundlich, Karl Pick, Josef Geßl. — Der Christlichsoziale: Dr. Heinrich Mataja. — Der Iüdifchnationale: Stricker. 5. Wahlkreis; Wien, Süd-Ost (5., 10. und 11. Bezirk). Die Sozialdemokraten: Dr. Friedrich Adler, Franz Domes, Laurenz Widholz. Anton Huebcr, Amalie Seidel. — Der Christlichsoziale: Franz SpalowSky. 6. Wahlkreis; Wien, Süd-West (12., 13. und 15. Bezirk). Die Sozialdemokraten: Augnst F o r st n e r, UnterpaatSsekretar Dr. Julius 7 e u 1 i ch, Wilhelm S ch i e g l und Gemeinderätin Anna Boschek. — Die Christlichsozialen: Leopold Kunschak und Dr. Hitdegarde Burjan. 7. Wahlkreis; Wien. *West (I V 16. und 17. Bezirk). Die Sozialdemokraten: Albert Sever, Ferdinand Slaret, Adelheid Popp, Josef Wiedenhyfer, Anton David, Friedrich Austerlitz. — Die Christlichsozialen : Dr. Josef Resch und Franz Ullreich. Die amtlichen Meldungen über die Stimmenabgabe. 2. Wahlkreis; Innen-West (Mariahilf-Neubau-Iosefstadt.) Die Zahl der abgegebenen Stimmen beträgt: 87.892. Davon entfielen: Sozialdemokratische Partei 84,692, Christlichsoziale Partei 27.1!2. Bürger!ich-demo° ^kraüjche Partei 9470, delUschuauvuale Partei 4350, nationaldemvkratische Partei 4336, tschecho-slowakische Partei 3477. demokratische Wirtschastsparlei 2603, demokratische Partei 1495, demokratische MilNlstandSPartei 529, deutsche Volspartei 340 nnd deutschösterreichische Volkspartei 85. Auf die gekoppelten Listen der verschiedenen demokratischen Parteien entfielen zusammen 11.495, auf die der verschiedenen deutschnationalen Partei 11.632 Stimmen. Die Wahlzahl betragt 11 564 Stimmen. Es entfallen demnach auf die sozialdemokratische Parteien 3, auf die christlichsoziale Partei 2 Mandate. Gewählt sind daher die Sozialdemokraten: Karl Leuthner, Dr. Ludwig Hartmann und Frau Therese Schlesinger, sowie die Christkichsozialen: Direktor Eduard Haindk und Friedrich Schönsteiner, während Minister Dr. Klein, dem 70 Stimmen zur Wahkzahl fehlten, kein Mandat erhielt. L Wahlkreis r Ror^lvest (Älsergrund^ Währing, Döbling). Zahl der abgegebenen Stimmen 112 327. Es erhieltrn: Die Sozialdemokraten 53.370, die Christlich ozialen 30 990, Deutschnationale 15 530, .Bürgerliche Demokraten . 7326 Stimmen. Es entfielen demnach aufi^ die Sozialdemokraten 3 Mandate, auf die Christlichsozialen 2 und die Deutschnationalen 1 Mandat. 5. Wahlkreis; Südost (Margareten-Favoriten- Simmeriug). Es wurden 144.461 Stimmen abgegeben. Davon entsi-len: auf die Sozialdemokraten 92.905, auf die' Chrtstlichsozialen 24.857, auf die Tschechen 14.729, auf' die Bürgerlich-demokratische Partei 3320. ans die Deutsch, nationalen 2700 und auf die Nalionaldemokraten 4102 Stimmen. 6. Wahlkreis (12, 13., 15 Bezirk). Giltige Stimmen: 142.718. Sozialdemokraten 83.989. Christlichsoziale 34.161, Tschechen 6941, Bürgerlich-Demokraten 5337, Deutschnationalen 5818, Demokratische Mittelstandspartei 428, Liste Lrel 171, Nationaldemokrat 5843. ES erhalten demnach die Sozialdemokraten 6 Mandate, die Christlichsozialen 1 Mandat. Gewählt erscheinen die Sozialdemokraten Dr. Friedrich Adler, Franz Domes, Lanrenz Widholz. Anton Hueber, Amalie Seide! nnd Anton Hölzl und der Christlichsoziale Franz Spalowsky. 7. Wahlkreis r West (Rudolfsheim, Ottakring, Hernals). Zahl der abgegenen Stimmen: 169.269. Es erhielten: Die Sozialdemokraten 111.705, die Chriftlichsozialen 29.551,. die Tschechen 13.966, die Deutschnationalen 6914 und die Bürgerlich-Demokraten nnd Festbesoldetcn 4386 Stimmen. Es entfielen auf die Sozialdemokraten 7 Mandate, auf die Christlichsozialen 1 Mandat und auf die Tichecho-Slowaken 1 Mandat. Gewählt erscheinen demnach die Sozialdemokraten Albert Sever, Ferdinand Skaret, Adelheid Popp, Josef Wieden- Hofer, Anton David, Friedrich Austerlitz und Karl Bollert, ferner der Christlichsoziale Dr. Josef Reich und der Tschecho-Slowake Franz Dvokak. KB. Wiener-Neustadt, 17. Februar. Nach den bisherigen nichtamtlichen Meldungen dürften im Wahlkreis Wiener-Neustadt acht Sozialdemokraten und zwei Chüstlichsoziale gewählt worden sein: , t Iüdifchnationale« Partei, Ingenieur Robert Stricker, mit 7605; Stimmen gewählt. Der bisherige Inhaber des! Leopoldstädter bürgerlichen Mandats, der! liberale Jude Dr. Ofner, ist durchgefallen.j * « i, * —y. Wien, 17. Februar. De? schwere Wahlrechtsraub, den die National-^ Versammlung durch die' Schaffung , der Wahlkreis-! einteilung an uns begangen »hat, hat es verschuldet,! daß wir nicht in der Stärke in der Konstituante vertreten , sein werden, die uns kraft unserer Bedeutung im Staate,! kraft unserer Steuerkraft und Kraft unserer Seelen-! anzahl gebührt. Aber es konnte doch nicht verhindert j werden, daß wir mit einem Vertreter des jüdischen! Volkes in die Konstituante einziehen. Der gestrige j Tag hat den Beweis erbracht, daß das jüdische Volk« entschlossen ist, seine Vertretung selbst zu übernehmen und nicht mehr Fremden sein Schicksal anzuvertrauen. Der Zug des nationalen Aufstrebens, der sich bei den letzten Wahlen in Polen gezeigt hat, wo unsere Freunde trotz allem Terrorismus sich durchgesetzt haben, hat auch in Wien nicht Halt gemacht. Wir sind in der Konstituante vertreten. Man kann nicht mehr den Versuch machen, uns unser Recht auf einen. Vertreter zu n.hmen. Vorbei sind die Zeiten, wo ein Dr. Ofner die Juden vertreten durfte und es dabei als fein oberstes! Prinzip ansah, unser Volk zu verleugnen. Die Autj wort hat unsere Wählerschaft gestern erteilt: Dr. Ofner > gehört der Volksvertretung nicht mehr an. Den Sitz, | den wir errungen haben, kann uns niemand nrehr^ nehmen. Der gestrige Tag hat zwei wichtige Tatsachen fest-' gestellt: Erstens die, daß sich das Volk in seiner überwiegenden Mehrheit zur Republik bekennt, und zweitens, daß der Anschluß an Deutschland weiten! Kreisen des Volkes , Deutschösterreichs ein starkes Herzensbedürfnis ist. Wir haben immer die Ansicht vertreten, daß über diese Angelegenheit nicht entschieden werden kann, bevor das Volk .icht befragt wurde. Da der gestrige Tag nun bewiesen hat, daß das Volk den Anschluß 'an Deutschland wünscht,' so meinen wir, daß er jetzt feststeht. Weiters ist festgestellt worden, daß alle Versuche, zu der früheren Staatsform zurückzukehren, energisch abgelehnt worden sind. Von dieser Stelle aus danken wir unseres Freunden, die in wochenlanger, unermüdlicher Arbeit geholfen haben, uns die Vertretung in der Konstituante zu sichern. Sie haben uns gestem die Basis für eine weit wichtigere und bedeutungsvollere Aufgabe geschaffen, "die nunmehr an uns herantritt: die Eroberung! der Kultusgemeinde und ihre Umwandlung in eine Volksgemeinde. Dieser Kamps beginnt nunmehr. Die Montag-Nachmittags-, aus^abeder „Wiener MorgenzeUung" kostet 2v Heller. c.

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