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Wiener Morgenzeitung · 1919-02-16 · Heft 29 (16.2.1919) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 29 (16.2.1919)
Date
1919-02-16
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Nr. 29 Wkn. Sonntag Wiener Morgenzeitung 16. Februar 1919 Seite 5 Verschärfung der Durchfuhrbestimmungeu in Ungarn. In einer Zuschrift des ungarisch« Ernährungsministers «n daS Frcmdenkontrollamt heißt es: In der lebten Zeit wurde mit DurchfuhreilaubniSscheinen für Lebensmittel em schwunghafter Handel getrieben. Um diesen Schwindel auszurotten, werden von nun an auch die ErlaubniSzcrtistkale für Durchfuhr em Visum deS ErnähmngSamteS aufweisen müssen. Dieses Biftnn wird nur nach restlosem Nachweis der Herkunft der LebenSmittel gegeben werden. Letzte Nachrichten. Die Differenzen wegen Palästina. Die Vorgeschichte des Orientfeldzuges. Tetf, 15. Februar. Anläßlich der Par.ser Differenzen zwischen Frankreich und England wegen Arabiens, Syriens und Palästina, gibt „Journal de Gencve" einen Rückblick über die Geschichte deS OrientfrldzngrS. Im Augenblick des serbischen Rückzuges Ende 1915, war die französische Orientarmee in der gefährlichsten Lage und nur 25.699 Mann stark. Aber Kitchenrr hypnotisiert durch Aegypten und Palästina, lelsntr entschieden Truppenseudunge» nach Mazedonien ab. Da entwarfen Brian- und der französische Ge« »eralstab den Plan der Austeilung der Tür'ei und als Daraus e.ung dafür den Plan eines orientalischen Feldzuges. Ter militärische Plan sah eine wirksame Koo.e.ation in Mazedonien, die Eroberung Armeniens durch Rutzland, Ne opotamiens und Palästinas durch d'e Engländer und Araber vor und wurde genau durchse'ührt. R«r Frankreich konnte keine Truppen »ach le n Orient schicken. Der im Fahre 1919 abxe chlossene geheime Teilungsvertrag muß fetzt in Paris residiert werden. Amerika ist entschieden gegen ein: Anre ion Mesopotamiens durch England. Dir Syrier »me: französischer Suggestion protestieren gegen eine Teilung ihres Landes in französische und englische Einsiuftsphä er, und die Franzosen lehnen dis Jnternationalijie-nng Palästinas ab. Der arabische König Hedschas will alles einstecken, Mekka, Aleppo, Damaskus und Bagdad. In Ne opotamlcn will er die Mitwirkung Englands, in Palästina d e Kontrolle einer Großmacht are.kennen. Der Kknig von Hedschas hat se'nen Sohn Emir Faisol «ach Parts geschickt, der als englischer Schützling gttt. Dafür tritt als Schützilng Frankreichs Schelk Schülri Ganem auf, der die Einheit Syriers nntcr französischem Schutz verangt. Zur Aufklärung sei bemerkt, daß es sich bezüglich Palästinas um den Streit um die „Sachwalterschaft" (tru.-ttseskip) handelt. Die zionistische Leitung hat energisch gegen eine Teilung der Administration des Landes Einspruch erhoben und den einheitlichen Schutz Englands für das ungeteilte Palästina verlangt. Wie jüngst offiziös gemeldet wurde, scheint der Friedenskongreß diesen Standpunkt bereits akzeptiert zu haben; jedenfalls wird Palästina als selbständiges Territorium, keinesfalls als Teil Arabiens oder Syriens behandelt werden. Die Red.. Der Präliminarfriede. , Berlin, 15. Februar. (Tel. der „Wr. Morgenztg.*) Nach einem Baseler Telegramm des „8 Uhr-Dlattes" teilte Pichonim Kammerausschuß mit, die Alliierten hätten am 12. Februar dem Abschluß des Präliminarfriedens mit dem Feinde zugestimmt. Die Vorarbeiten sollen baldigst beginnen. Antideutscher Boykott in Prag. Prag. 15. Februar. (Tel. der »Wr. Morgenztg.") Das heutige Abendlatt der „War. L»sty" bringt unter der Ucberschnft .Deutsche Firmen" eme Reihe von leitenden Firmen, welche mit den Tschechen »keine Beziehungen haben wollen? und schließt diese Meldting mit der Aufforderung an dir tschechischen Kaujlcute, aus dieser Ablehnung entsprechende Folgerungen zu ziehen. Das »Prager Tagblatt" bemerkt hierzti, daß eS ein einzig dastehender Fall |«i, daß eine Negierung zum Boykott auffordere, zumal es sich um Firmen handelt, die entweder im Atlsland oder in den besetzten Gebieten Dcutschböhmens und Mährens ihren Sitz haben. Die Entente will Garantie« für die Deutschen. Prag, 15. Februar. (Telegramm der »Wr. Morgenztg.") -Ceska S v o b o d a" richtet an leitender Stelle eine Anfrage an die Negierung, in der eS heißt: Es sei eine schwere Unterlassung, daß man noch immer nicht mit den Deutschen verhandeln wolle. Dr. Kramarsch, sagt das Blatt, hat aus Paris nach Böhmen gmul'oor, daß England und Amerika Garantien für die künftigen Beziehungen rwuchen den nichtslawischen Nationalstaaten und der tschechoslowakische« Republik verlangen. Der Monarchistenaufstand in Portugal. Haag» 15. Februar. Wie das Kocrespondcnzbureau 'meldet, teilte der portugiesische Gesandte mit, daß der konterrevolutionäre Aufstand »n Oporto durch die Nepublikaner niedergeschlagen sei. Die Monarchiftensiihrer seien verhaftet und die Ruhe nach zwölfstündigem Kampf wieder hergesttut worden. Pravo Lid« gegen den tschechischen Chauvinismus. -? Prag, 15. Februar. „Pravd Lidu" schreibt im 'heutigen. Abendblatt: Wir haben gestern einen warnenden Artikel gegen den Chauvinismus und Imperialismus veröffentlicht, gegen die Brutalitäten ^»rrd Unänkömmli.ch,lejiten,. welche bei. unje.cem Militär bei der Besetzung der Gebiete in Nor^böhm e n und in der S l o w a k e i vorgekommen sind. Heute wird uns nun bestätigt, daß im Teschener Gebiet weit schrecklichere Vorfälle sich ereignet haben. Haltet an, rufen wir, denn es ist eine Tatsache, daß im Teschener Gebiet polnische Zivilisten gehängt werden und daß dort Barbareien Vorkommen. Wir bemerken, daß sich'dieser Verbrechen und Barbareien zuerst Zivi listen schuldig gemacht hatten, daß aber zu einer solchen Art Revanche gegriffen wurde, ist nicht zulässig und erfüllt uns mit Entsetzen. Das Blatt bedauert auch die Schießereien in Preßburg, ebenso die dort vollsührten Hinrichtungen. Die Eröffnung der polnischen Konstituante. Ueber die Eröffnung der polnischen Konstituante ist bisher noch nichts in die Oefsentlichkeit gedrungen. Der polnische Landtag war stets ein Unkum; das Entstehen des neuen Staates, der durch seine »Feinde", die Deutschen und Oesterreicher, befreit wurde, ist gleichfalls eine Pikante» ie. Kein Wunder, daß Pilmdski selbst m seiner Eröffnungsrede diesem Gefühl Ausdruck gab. Die bisherige Entwicklung des neuen Staates war nicht darnach angetan, von seiner Lebensfähigkeit zu überzeugen. Wir geben nachstehend den ersten an uns gelangten Bericht wieder und hoffen, daß der junge Staat noch rechtzeitig lernen wird, daß er nur durch Zusammenwirken aller seiner Schichten und Völker sein Gefüge und seine Weltstellung festigen kann. Dte Red. Warschau, 15. Februar. (Tel. der »Wr. Morgenztg?) Znr feierlichen Eröffnung des Landtages fanden Sonntag den 9.d.M. Andachten in der Warschauer Kathedrale statt. In der ersten Sitzung am Montag ereignete sich schon beim Einzug P i l s u d S k i S ein charakteristischer Zwischenfall. Die Sozialdemokraten wollten, daß sich die Versammlung erhebe, die Nationaldemokraten remonstrierten, man hotte .Ruse: Wir werden aufstehen, aber nicht ans Kommando! Pilsudski wurde mit einer Ovation empfangen, an der auch daS im Saale unter die Abgeordneten gemischte Publikum teilnahm. Pilsudstt feierte in seiner Ansprache die Auferstehung Polens »nd betonte, daß sich der Staat' auf seine starke Armee stützen muß. Eine gewisse Mißstimmung, die auch in der Prelle ihren Ausdruck fand, rief die Acnßenmg Pilsudskis hervor, die Polen hätten bisher stets wenig Zutrauen zu sich selbst und ihrer eigenen Kraft gehabt, deshalb könnten sie heute noch nicht ganz an die Größe des Augenblicks glauben . . . Nach dem StaatSoberhatwt hielt der Alterspräsident Fürst N a d z i w i l (Nationaldemokcat), gewesener Präsident des PolnmubS im preußischen Landtag, eine lange Rede. Seine Rede wurde von den Sozialdemokraten abfällig ausgenommen, weil er sagte, die Zeit sei eigentlich für die Einberufung der Konstituante noch nicht geeignet, weil die Grenzen des Staates noch nicht feststehen. Die zweite Sitzung deS Landtages hat noch nicht stattgefunden. Eine Abordnung des Lemberger Rettungskomitees bei der polnischen Regierung. Warschau, 15. Februar. (Tel. der »Wr. Morgenztg.*) Am 5. und 6. Februar erschien, eine Abordrung deS Lembcrger NettunaSkomitceS für die Pogromopfer, bestehend ans den Herren Dr. ParnaS, Dr. Schm oval und Dr. Wasser in Warschau und wurde vom Staatskommandanten P i l s u d s k i, vom Ministerpräsidenten PadrrewSki und vom Staatssekretär des Acußern Wrublewski empfangen. Die Lemberger Herren führten Beschwerde gegen die noch immer andauernden Uebergnffe der polnischen Zivil- und Militärbehörden gegen die Juden, welche ein normales und friedliches Zusammenleben unmöglich machen. Insbesondere verlangten sie die Respektierung der N e u t r a l i t L t der jüdischen Bevölkerung in Lemberg, die Aushebung der Zwangsarbeit der Inden in der Front und den Ersatz der Auslagen für die jüdische Zwangsbereitschaft, die monatlich K 800.000 betragen, da sich vieS als unmittelbare Knegskontribution darfirllt, die nun die Juden treffe. Schließlich verlangte die Devu'ation die , Freilallung der als Geiseln inhaftietten Lembrrger nationaljüdischen Führer. Die polnischen Staatsmänner versprachen, die Angelegenheit zu p r ü f e n und die Mißstände nach M ö g l i ch k e»t abzustellen. Im Lause der Unterredungen ergab sich auch Gelegenheit, daS Verhältnis der Inden zu den Polen im Staate zu erörtern. Da dte Mitglieder der Delegation verschiedenen Parteien angehörten, haben die einzelnen Herren ihren Standpunkt vertreten. Die polnischen StaatSntänncr haben die Aeußerungen mit Interesse zur Kenntnis genommen. (Unserer Ansicht nach hätten die Herren Polen bereits Zeit gehabt, zu „prüfen", und die Nemcdnr wird wohl kaum an der »Unmöglichkeit" scheuern, wenn der Wille da ist. D. Red.) 80.000 überflüssige Beamte in der Tschecho- Slowakei. Prag, 15. Februar. (Tel.-Komp.) Das Wochenblatt »Finane Svet" bespricht die W o h n u n g § f r a g e i n P rag itnd Böhmen. Man rechnet l 'mit, daß 80.000 ehemalige Beamte des alten Oesterreich-Ungarn unter den neuen Verhältnissen in Wien überflüssig geworden sind. Darunter befinden sich etwa 87.000 Personen, welche die tschechische Republik in ihre Dienste übernommen hat, da es sich um Tschechen handelt, dte i «Wien ansässig waren. Die große Mehrheit dieser tschechischen Beamten wurde nach Prag versetzt, so daß sich die Zahl der Prager Einwohner über Nacht um tausende Familien vermehrt hat. Die Abstempelung in Prag. Prag» 15. Februar. (Tel. der »Wr. Morgenztg.") Der A bstempelung werden die 10-, 20-, 50- und 100-Kronennotrn unterzogen, und zwar wird der Stentpel aus diese Noten einfach aufgeklebt. Dagegen wird bet den 1000-Kronennoten der Stempel durch eine ch e m i s c„ e F a r b e anfgedruckt, deren Zusammensetzung ein Geheimnis ist. In der Lehrerbildlmgsanstalt in der Herrergaffe sind bereits alle Vorbereitungen zur Abstempelung getfoüen. Es werdm bereits Noten abgestempelt, welche die Regierung bereit hielt, nm einen hinreichenden Vorrat von Noten für Anstanschzwecke zu besitzen, wenn die Noten des Publikums < zur Abstempelung vorgewiesen werden. Prager Börse. Prag, 1b. Februar. (Tel. der »Wr. Morgenztg.") Wie nicht anders zu erwarten war, kam es wegen der beabsichtigten Finanzrefonn der tschechischen Regierung > heute an der Prager Börse zu einer st ü r m i s ch e n B e w e g u n g. Doch wurde die lebhafte Kaustnst der Börse für Anlagewerte, Jndustrirtvette und böhmische Batikaktien durch den schärferen Andrang nicht beeinträchtigt. Das Publikum flüchtet vor der Abitempelung ausseinen Kronen besitz und kauft Wertpapiere, von denen es amffmmt, daß sie vorderhand vor emer Abstempelung, und namenll.ch vor emrr Zucückbebal.ung sicher sind. Stürmisch war die Nachfrage an Renttn, die sich um 3 Prozent gegen den letzter» Tag hoben, und an Aktien der böhmischen Industriebank. Gegen das Selbstbestimmungsrecht Deutschböhmens. Prag, 15. Februar. (Tel.-Komp.) Die tschechischen Blatter veröffentlichen heute Pariser StimmtmgSberichte, die offenbar den Zweck verfolgen, ans die tschechischen Kreise beruhigend einzuwirken. Die »N a r o d n i 8t ft h" lassen sich unter anderen von ihrem Korrespondenten schreiben: Hierher, in die Friedenskonferenz, in dieses vielgestaltige und reich instrumentierte Konzert aller Nationen reicht die Stinunung dergeschlagenen Querulanten auS Neichenberg überhaupt nicht. Deshalb kann die tschechische Oeffcnllichkeit ruhig sein. Die europäischen Großmächte, Frankreich, England, Italien haben hin Interesse daran, diejenigen zu belohnen, die so eifrig am Weltkrieg mitgearbeittt haben und nin so weniger liegt ihnen am Herzen, daS deutsche Gebiet aus Kosten ihrer Bundesgenossen freiwillig zu vergrößern. Die Bewilligung des von den drei Millionen Deutschen in den böhmischen Ländeni beanspruchten Selb st bestem mnngsrechteS würde eine Stärkung deSFeindes. eine Belohnung der Verbrecher und zugleich eine g^ährl'che Schwächung der 10 Millionen-Verbündeten bedeuten. Ein Blick auf die Karte lehrt, daß Böhmen ein einziges geographisch geschloffenes Ganzetst. Die Firma Kurz, Rietschel & tzenneberg wird unter Mitwirkung der niederösterreichtschen Eskomptegesellschaft, der Berliner Handelsgrsellschast und der Permutit- Aknengrsellschast, Berlin, die ihre Wirner Niederlassung m daS Unternehmen rinbringt, eine Aktiengesellschaft mit dem anfänglichen Grundkapital von 4 Millionen Kronen gründet». Die Finna »iittschel & Henneberg betreibt Erzeugung und Handel von Zentralheiznngs- und Ventilationsapparaten. Sie hat eine Niederlaffuna »n Budapest »»nd hatte vor de»»» Kriege einen lcbhaste» Export nach dem Balkan. Generalversammlung der Aktiengesellschast D. Lechner. Zm Gebäude der allgemeinen Verkehrsbank. Gestern fand hier die Generalversammlimg der mit einem Kapital von 5 Millionen Kronen ausgestattelen D. Lechncr- Akttengesellschaft statt. In den Vcrwalcnngsrat wurden gewählt: die Herren Direktor Philipp Broch, David Lechner, Dr. Eugen Lechner, kais. Rat Emmerich Lechner, Dr. Alfred P o l l a k. Dr. Adolf v. Popper - A rtber g, Direktorstcllvettrttec Dr. Otto Z e i in e r. In der Sitz»mg dÄ VerwaltunaSratcs wurden David Lechner z»nn Präsidenten, Direktor Philipv Broch mid Dr. Eugen Lechner zu Vizepräsidenten gewählt. Bühne und Kunst. , Spielpläne des Burg- und Operntheaters. Burgtheater: Mittwoch, 19.: „Dies irae“ Donnerstag, 20.: Bei erhöhten Preisen z u m ersten Male: »D»e Fahtt ins Blaue"; Freitag, 21.: „Die Fahrt »ns Blau"; San»stag, 23.: »Die.Braut von Messina"; Sonntag, 38.: »Die Fahtt ins Blaue". — Opern theater: Mittwoch, 19.: »Der Musikant"; Donnerstag, 20.: »Margarethe" (Faust); Freitag, 21.: rOtl)ellol Samstag, 22.: „Salome"; Sonntag, 23.: „Dte Zanberllöle". Theater in der Jofefstadt. Die Neuinszenien»ng der sehr mäßigen Pariser Koniodie »Prinzenerzirhu ng" vot» Maurice D o n n a y war befttmmt kein brennendes Bedürfnis. Ein MildernngSgrund: K o n.st a n z e v. Linden ist als König»«- überauS amüsant. Der tüchtige Ludwig Nerz ist nun einmal kein Elegant, sein Cercleux daher nicht glaubwürdig. Boii den übrigen Hauptdarstellern, bis aus die Herren S e k l e r und Fuchs, kann nur snmmacisch gesagt werden: Höchste Provinz. A. Nach dem Pogrom. Von Chaim Nachmann Bialik. (Aus dem Hebräischen von Abraham Schwadron.) Preis K 2.—. Bialik, der größte neuhebräische Dichter, hat in dieser Dichlimg der ganzen tiefen Tragik der Pogrome in einer Weise Ausdruck verliehen, die „einzig" zu nennen, wahrlich keine Phrase ist. Nirgends ein Jammern. nirge»»ds eine Spur von Sentimentalität oder von Mtcleidsuchen. Nur rin heroisches, inneres Stchanslehnen, ein großer Schrei, der zwischen den Zähnen erstickt wird, eine mächtige Träne in der Einsamkeit: „Als garte dort zitternd ein trüber Schmerz, em Schinerz von Ewigkeiten l" Zu beziehen durch die Buchhaiidlu>»g 9t. Löwit, Wien,!., Nokrntunnstrafte 22. Der Reinertrag ist für die Waisen der Pogroutopjrr destimmt» Sport. Beginn der Futzballsaison. Henke finden die erfim Fußballspiele deS JayreS statt. Da die Bodenverhälmiffe sehr schlecht sind, stehen nur ztvei Spiele auf dein Programm. In O b e r-S t.-V e i t treffen die Amateure auf die B »e n n a. Obwohl die erstcrcn der ersten, die letzteren der zweitett Klaffe angehöre»», kann von einem Klaffenn>»tersch»ede natürlich keine Rede sein, im Gegenteil, man dürste kan,n schlgehen, wenn man den Döblingern die etwas größeren Chancen einräumt. Auf dem D o r n b a ch e r Sn o r t p l a tz habm dir Haiksherren den S. C. W a ck e r zu Gaste, der kaum stark genug sein dürste, nm erfolgreich sein zu können. Die jüdischen Vereine lassen heute, mit Rücksicht auf dm Wahltag, den Spottbctrieb nchcn.; Hakoah. Wir fordern sämtlich« Mitglieder a»»f, sich heute vormittags in, Klnbheim, Industriellen-Casö, I., Kontordiaplatz 4^ zuversichtlich eilizusinden. Der Volkswirt. Wochenschau. Ebenso wie für unser« politischen, sind die heutigen Wahlen auch für unsere Wirrschastsverhältnisse von größter Bedetitung. Das bisherige Provisorium hat uns! arg geschädigt. Die Unsicherheit der regierenden Fak-1 toren, unsere Beziehungen zu den Nationalstaaten, bie: Nichtanerkennung unserer Staatslenker von seiten der; Alliierten, haben znsammengewirkt mit der Unsicherheit der Valuta, der Märkte, des Handels, der Industrie, kurz»»m des ganzen wirtschaftlichen Lebens. In diesen wenigen Wochen haben sich Ereignisse von so folgenschwerer Tragweite für uns zusammengedrängt, wie sonst vielleicht in vielen Jahren. Die erhosfte Besserung der Verhältnisse ist ausgeblieben, statt ihrer haben sich die Dinge in besorgniserregender. Weise zugespltzt und förmlich gegen uns verschworen. Es ist daher natürlich, daß wir von den Wahlen eine Klärung erwarten. Das. Ende des. UedecgangS-

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