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Wiener Morgenzeitung · 1919-02-14 · Heft 27 (14.2.1919) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 27 (14.2.1919)
Date
1919-02-14
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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v Seite 6 Wiens Freitag V.»-- . ■ i..— Der Ausschluß der jüdischen Hörer. Jüdische Studenten und Studentinnen! Freitag, 5 Uhr nachmittags, findet im Souterrain des Cafß Müller (Notenturm) eine Versammlung der vom Ausweisungserlaß betroffenen Kommilitonen. Erscheinet in Massen! - . Für den Jüdischest Nationalrat: U Ing. Robert Stricker. Die Requisitionen der Italiener. v . Eine Denkschrift an die Knlturwelt. ' Die Berichte über die Wegnahme wertvoller Bilder aus'; den Wiener Sammlungen sowie von Handschriften, Büchem und' - anderen Gegenständen von hohem kunsthiüonschen Wert durch bie; Italiener werden überall, nicht bloß im Inland, sondern auch tm -! Ausland mit großem Interesse verfolgt, das in zahlreichen tele-.! graphischen Anfragen über den näheren Sachverhalt, dre in Wien j an maßgebenden Stellen eingclangt sind, zum Ausdruck kommt.' Wie wir erfahren, besteht die Absicht, eine D c n kischrist ausznarbeiten, in der einerseits alle von den Italienern j beanspruchten Bllder und Kunstgegenstände angeführt werden,. i andererseits das Vorgehen der iralienischen Regierung charakten-.! sieren soll. Diese Denkschrift soll, in alle Knltursprachen übersetzt, -! zur Versendung an -alle Galerien, Museen mcd künstlerischen Ver« Peinigungen gclangm. ,! * # * i Aus gut informierter i t a l i e n i s ch e r Q ne l l e : erhalten wir folgnidc Mitteilung: „Die italienische Mission j erhebt berechtigten Anspruch - auf alle jene Kunstschäve, welche i entweder im Laufe dieses Krieges oder vor dem Jahre, 1866! a u s Italien a u s g e s ü h r t und seither nicht » | gegeben wurden. Die Mission forderte die deutsch österreichische - ' Regierung bereits vor mehr als einem Monate zur Aus-! licfening derselben auf und wies in jedem einzelnen - Falle l chr Eigentumsrecht in einer jeden Zweifel auSschließenden Weise -nach. Die deutschösterrelchischeE Regierung machte jedoch Einwendungen, und zwar selbst in jenen Fällen, in denen es sich um! die während d-iesesKrieges verschleppten Kunstgegenstände handelt. Alles in allem genommen halre sich Italien .; in den Grenzen seines absoluten Rechtes gehalten. Die italienqche. Regierung hat beschlossen, sie zum Gegenstand von V e r- 'Handlungen innerhalb der Waffenstillstandsbesprechungen! zu machen, damit die Angelegenheit im Interesse der beiden beteiligten Regierungen und zu gegenseitigem Vorteile ent-, -schieden werde. Schiebungen im Kriegsministerirrm. £: 20 Millionen gegen die Vorschrift ausgezahlt. Wie wir erfahren, haben sich im liquidierenden. Kriegsministerium verschiedene Rechnungsbeamten 1 g r o ß e Unredlichkeiten zuschuldenkommen! lassen. Zur Zeit des Zusammenbruches verfügte das! Kriegsministerium, daß die Zahlung von Heereslieferungen einzustellen sei. Die betreffenden Beamten - haben nun Firmen gegen eine Provision von 2 bis 3 Prozent Zahlungsanweisungen ausgestellt;!es sind auf diese Weise 15 bis'20 Mil lio nen Kronen ausbezahlt worden. Eine Schar von Agenten stellte die Beziehungen zwischen den Beamten und den Firmen her. Diese Beamten sowie - auch die Schuldigen bei den Firmen sind in 'Untersuchungshaft genommen worden. Keine Verwendung von Steuergeldern für religiöse Zwecke. r- Laut Gemeinderatsbeschluß dom 7. Februar 1899 wurde für die Erweiterung der Erdberger Kirche - ein Betrag von 160.000 Kronen bewilligt. In einer Debatte in der letzten Sitzung der Bezirksvertretung Landstraße erklärte der Bezirksvorsteher-Stellvertreter Maschina im Namen der sozialdemokratischen Bezirksrate, daß diese auf dem Standpunkt stehen, daß die Gläubigen für ihre religiösen Bedürfnisse selbst Sorge tragen sollen,-und 'daß sie sich daher gegen die Verwendung öffentlicher Gelder für religiöse Zwecks wenden müssen. Dieselbe Stellung -müßten sie auch dann einnehmen, wenn es sich um die i Gewährung von Geldmitteln für Juden, Protestanten oder 1 eine andere Religionsgemeinschaft handeln würde. Der vom Redner gestellte Antrag auf Streichung, der Post aus dem 'Voranschlag wurde mit 14 gegen 13 Stimmen ab gelehnt. -Von seiten der Sozialdemokraten wurde daher erklärt,!daß sie mit allen gesetzlichen Mitteln gegen die - Verwirklichung derartiger Bauten Stellung nehmen werden. -Div -demokratischen Mitglieder der Bezirksvertretung stimmten für die Streichung der Post aus dem Kostenvoranschlag, waö sie damit begründeten, daß jetzt nicht die . iZeit sei, neue Kirchen zu bauen, da es eine Schmach wäre, Steuergelder für solche Zwecke zu verwenden, wo es gilt, -so viel Elend in der Bevölkerung zu lindern und den - -Aermsten der Mitbürger zu Hilfe zu kommen. * Schnellzug Wien—Budapest. In nächster Zeit wird der Schnellzugsverkchr zwischen Budapest und Wien ausgenommen,, und zwar zweimal wöchentlich. Bon Budapest wird, der Zijg in -den Nachrmttagssttmden, von Wien in der Frühe abgchcn, * Allgemeines Alkoholverbot am Samstag. «nd Sonntag. Nachdem bekanntlich ein Verbot betreffend das Tragen von Waffen der Mllitärpersonen für, die Zeit der Wahlen -erfolgt ist, hat der Staatsrat ein allgemeines Alköholverbot auf zwei Tage, und zwar für SanlVtag -und Sonntag erlassen. * Gin Todesopfer des Abspringens. Die 58jVmge -Kaufmannswitwe Rosa Panschest Schulgaffe 90 wohnhaft, -sprang heute nachmittags in der Gymnanumstraße von einen» noch in Bewegung befindlichen Zug der Straßenbahn ab; sie sprang nach hinten, wurde vom Beiwagen erfaßt und etwa zwanzig Schritte weit geschleift. Dann geriet sie unter d i c -R ä de r des B e i w a g e n s. Als der Zug stille hielt und -man die Frau hervorzog, war sie eine Leiche. * Die Wiederaufnahme des Stadtbahnverkehres» In der letzten Sitzung des Stadtratcs stellte Stadtrat S ch m i d folgenden Antrag: Die Staatsciscirbahnverwaltung wird dringendst -ersucht, sobald es die Verhältnisse irgendwie zulassen, den Stadtbahnverkehr wenigstens teilweise in eingeschränkten» Umfange unter -Bcdachtnahme ans den Betriebsbeginn und den Betriebsschlnß in den Fabriken und Werkstätten wieder aufzunrhrnm. Da die Ge- -meinde selbst nur in unzureichender Weise mit Kohle versorgt ist und daher den Bahnen keine Kohle zur Verfügung stellen kan», wird dre Sraaiüeiienbalnn-rrwaswng ersucht, Mit aller Energie bah'n zu streben, fern: d>.e stst d-m Stndtbahnverkehr notwendige Kohle anderweuig sicherscstcllt wird, Wiener Morgenzettung * Die Erkrankung des Ex-Katfers Karl. Wie wir erfahren, »st im Befinden des Ex-Kaisers Karst der vor etlichen Wochen bedenklich erkrankt ist, eine Besserung einMrcten. Der Patient leidet an Herzmuskelichwäche und bedarf daher Schonung. Der den Ex-Kaiser behandelnde. Arzt, hat die Umgebung deS Pätientien beauftragst jegliche Aufregung desselben zu verhindern.. Der Ec-Kaiser, der sehr leidend aussieht, ernpfängt keinerlei Besuche und lebt in vollster Zurückgezogenheit. . . * Die Ausweisungen an den Hochschulen. Heute findet im Souterrainlokal des Cafä Industriellen (st, Concordiaplatz) eine j ü d i s ch e H o ch s ch ü l e r v e r s a m. m l n n g mit folgender Tagesordnung statt: 1. Bericht über dw bisherige Tätigkeit sgegen die Ausweisüngsmaßregcl an den Hochschulen. 2.-Unsere' gemeinsamen Schritte-für. die nächste Zukunft.^ Die Einberufung ist vom gemeinsamen jüdischen Hochschulausschuß unterzeichnet. y '* * Jüdisch-wissenschaftliche Seminare. Der. jüdischakademische KlMurverband „Jab n r" geht demnächst andre. Eröffnung mehrerer jüdisch-wissenschastsicher Seminare. Als erstes kommt in Betracht ein Seminar zum . Studium des jüdischen Rechtes, geleitet von Dr, Nisson Gold st ein. BortragSiprache: ' Hebräisch. Ein zweites Seminar über Religionsphrlosophie wird von Dr. Josef Mieses geleitet werden. Anmeldungen sind zu richten an: Dr. Israel H ä m m e r, Wien, II„ Schüttclstraße 91/5. Die Ernährung. Unsere schlechte Ernahrnngslage. Was Löwenfeld-Rutz und Elderfch sagen. ’’v Der Staatssekretär für Volks-ernährung Doktir Löwen s-eld-Rüß empfing gestern die Vertreter der. Wiener Presse, denen er folgende Eröffnungen machte: „In der letzten Zeit wurde in der Presse der. Wunsch nach Erhöhung der Brotquote ausgesprochen. Schon vor dem Umschwung war, die alte österreichische Negierung 'trotz aller Bemühung' außerstande, etwas zur. Erleichterung unserer Lage in der Ernährung zu tun. Das alte. Oesterreich, hatte außer seiner eigenen Produktion noch vertraglich zugesicherte Zuschübe aus Ungarn und aus der Ukraine. Diese Pvoduktionsländer sind,, nunmehr. weggefallen.. Das ° einzige Land, das noch Getreide. produziert- Oberösterreich, hat kaum so viel, um sich selbst zu versorgen. Die Stadt Wien wär bei dem Umschwung gänzlich unversorgt. Meine seinerzeitige Reise, nach Berlin' hatte nür das Resultat, daß wir uns 'über den Monat November durchfristen konnten. Durch Zufall waren die anderen Lander.Deutschösterreichs zu jener Zeit versorgt. Die erste Möglichkeit, aus dieser Kalamität herauszukommen, die Verhandlungen beim Wasfenstillstandsabkvmmen, haben wir' schnell ergriffen. Wir haben eine Kommission nach Bern geschickt. Die Entente wollte uns helfen. Aber ihr Quotenzügeständnis war keinesfalls höher als die Quote in der neutralen Schweiz. Trotz der angestrengtesten Bemühungen würden uns nur 200 Gramm--pro-. Taguüd Kopf bewilligt. Im übrigen mußten wir uns damals und auch heute vor-Augen halten, daß wir Bittsteller, und sie quasi unsere Wohltäter sind. Wir haben uns außerdem mit der Bauernvereinigung in der B a e s k a, mit der j r?g o s l a wischen und ga.li zischen Regierung in Verbindung gesetzt, um eventuell auch von dort Zuschübe zu erlangen. Verträge haben wir in den Händen, aber keine Realisierung dieser Verträge. Die galizische Regierung verlangt als Austauschmittel 5kohle, die wir aber selbst nicht haben. In der letzt»n Periode waren wir nur auf die eigene Mehlproduktion und auf die Lieferungen der Entente angewiesen. Mir ist es noch heute unsaßlich, daß wir durch ge kommen sind.; Wir leiden darunter, baß wir ohne Vorräte wirtschaften 'müssen. Manchmal wissen wir erst Samstag, vb^wir für die nächst-e Woche die volle'Brotquote aüsgeben können. Zur Illustrierung dieser Tatsache diene Ihnen die Mitteilung, daß wir in der letzten Woche trotz aller Versprechungen nie die uns gebührenden.Zuschübe voll bekamen. -Nun haben wir von der Entente bis Mitte- Februar / 24.000 Tonnen Getreide als Monatsquote Jänner-Februar-bekommen. Der 15. Februar ist schon da. Obwohl die Entente bereit ist, mit uns nochmals in Verhandlungen einzutreten und wir schon Delegierte nach B^rn geschickt Haben, können wir eine Fortsetzung unserer . Versorgung nicht als sicher annehmen, Paserste/ünd , größte Hindernis ' in diesen Verhandlungen ist die Finanzfrage. Die Entente lieferte- ,uns bis heute-, nur auf Kredit. Nunmehr sollen wir zahlen,.was bei den.heutigen Valutaverhältnijsen fast eine Sache -der. Unmöglichkeit ist. Das Staatsamt, für Ernährung, kennt seine Verantwortung. Doch ein' Schuft der. der mehr gibt, als er hat. Die Situation ist wxgen unserer Abhängigkeit von der'-Entente sehr traurig. Wir müssen uns stets vor Augen halten, daß wir die Besiegten sinh, wenn wir auch, was zugestandcn werden muß, von der Entente ziemlich gelinde behandelt werden. Vielleicht gelingt das Kxeditabkommen in-Paris, dann sind wir von der Finanzfrage,-weyn auch ^icht erlöst, so doch zeitweise befreit. . Im Anschlüsse an diese Ausführungen des Staatssekretärs teilte Ernährungsdirektor Eldersch einige Einzelheiten über unser seinerzeitiges Abkommen mit Deutschland mit: „Wir haben von Deutschland, das Versprechen erhalten, daß es uns 33.000 Tonnen Getreide liefern wird. Von November vorigen Jahres bis heute wurden 25.000 Tonnen nicht geliefert. Der Grund ist das Versagen des deutschen Verwaltungsapparates. Die Gerüchte, wonach die italienische Negierung die Lieferung von Lebens Mitteln von der Herausgabe der se'-uerzeit aus Veuetieii verschleppteu Bilder abmache, entbehren jeder Grundlage. -14. Februar 1919 , %T27 Der Marktbericht. M W r Gestern waren die Märkte etwas besser beschickt. Der Naschmarkt hatte eine größere Gemüsesendung zu verzeichnen, jedoch war ein Teil davon in gefrorenem Zustand eingelangt und wurde deshalb vom Markt ^urück^ehalten. Es kamen 30.000 Kilogramm Rübensorten, einige hundert Kilogramm Zwiebel und Knoblauch und etwas Grün- und Gärtn-rware zum - Verkauf. Obst, Eier und städtische Artikel fehlten' hier ebenso wie auf den anderen Märkten. — In der Fleischabteilung der G r o ß m a r k t h a l l e war das Fleischängrbot etwas günstiger. Für den Detailverkehr sollten 6000 Kilogramm Rindfleisch ausgeboten werden, doch ließen sich, wegen deS gefrorenen Zustandes' des Fleisches bloß 4000 Kilogramm zerstückeln. Der übrige Teil der Besuck)er mußte unbefriedigt abziehen. Weiters war Schaffleisch am Markt/ zu haben, bas aber wegen seiner Unbeliebtheit nicht gekauft wurde. Der Fleischbedarf war gestern knapp zur Hälfte gedeckt. Besonders lebhaft wurden Würste gesucht und -gekauft, doch reichte die angebotene Menge beiweitenr nicht zur Befriedigung der Nachfrage. Der F i s ch m a r k t war , Schauplatz erbitterter Kämpfe um kleinere Quantitäten getrockneter Fische (Stockfische), die zum Preise von K. 14.— das Kilogramm raschen Absatz fanden und in den Morgenstunden ansverkauft waren. Auch kamen nach längerer Unterbrechung wieder Flußfische, allerdings in geringen Mengen, auf den Markt. j Die volle Brotquote für die nächste Woche gesichert. Am-lich wird mitgeteilt: Da die Zuschübe der Entente bis heute reg-lmäßig eintrafcn, so kann in der kommenden Woche die v o l l e B r o t q u o t e ausgcgeben werden. Letzte Nachrichten. Die Abstempelung. ' Der Kabinettsrat beschäftigte sich gestern mit der Währungsfrage. Abends machte der Staatssekretär der Finanzen Doktor .Stein wen der den Vertretern der Presse die folgenden Mitteilungen: Es ist klar, -daß bas Vorgehen der tschechischen Regierung in der Währungsfrage die entsprechenden Konsequenzen auch unsererseits nach sich ziehen wird und ziehen muß. "Es wird uns nichts anders übrig bleiben,, al^s daS Gleiche zu tun. Die Regierung hat bereits alles vorgekehrt, um den Staat und die Bevölkerung vor eintretendem Schaden zu bewahren. Wir stehen auf dem Standpunkt, daß wir darauf Bedacht' nehmen, müssen, bah keine Sch ädigung der Besitz e r von' Kriegsanleihen erfolge, und baß namentlich keine Hemmung- und: Unterbrechung der Bezugsberechtigung Platz greife. Weiters müssen wir Rücksicht auf das Ausland nehmen/ auf das wir ja mit Rücksicht auf den Bezug von Lebensmitteln angewiesen siyd. ■ ' ', -I Es sind alle Eventualitäten ins Auge gefaßt worden. Es wird noch eine Beratungmit Fachmännern und Vertretern des organisierten Großkapitals und' der Banken stattfinden, so daß wir schon Samstag in der Lage sein werden, endgültige Beschlüsse zu fassen. Bei Durchführung unserer Beschlüsse werden wir uns nicht übereilen. Vielleicht werden die Tschechen selbst noch dazu gelängen, ihren eingeschlagenen Schritt wieder zu korrigieren. , Der Vorstand-der Kreditsektion des Staatsamtes für Finanzen und Referent für Währungsangelegenheiteu, Ministerialrat v. Thaa, erklärte: Bei einer von uns zu erfolgenden Abstempelung der Noten — es ist bekannt geworden, daß Finattzminister Dr. R a sch in die Abstempelung der Noten in der Zeit vom 23. Febtuar bis I März d. I.' durchführen will — wäre es im Interesse des Publikums,' wenn eS die Noten, die bisher vielfach thesauriert sind, den Sparkassen, Banken und anderen Anstalten zur Abstempelung übergeben würde. Von irgendeiner' Sperrung der Guthaben werde keine Nede^ sein. Die Noten zu einer Krone und zwei Kronen würden von, der Abstempelung ausgeschlossen bleiben. Die Abstempelung in Böhmen. Prag, 13. Frbruar. Heute fand eine Sitzung des FiilMizausschusses der Nationalversammlung statt, in welcher Finanz--' minister Dr. Naschin die Maßnahmen der Abstempelung der Kronennoten anscinändersetzte. Die Abstempelung werde ' am 23. d. M. in Angriff genommen werden und soll am 1. März, beendet sein. Wahrscheinlich werde auch die 50 prozentige Zwangsanleihe durchgestthrt werden. , t. , > * Die Frauen gegen die Blockade. ' Bern, 13. Februar. (Schweizerische Depeschen^ Agentur.)" Die internationale Frauenkonserenz in Bern behandelte in ihrer zweiten Sitzung die Wiederherstellung des internationalen Handels und Verkehrs. Frau- Ethel Snowden schilderte die Leiden, die bic' Blockade hervorgebracht ^hat. In London hätten Mce-' tings stattgesunden, um gegen dieselbe zu protestierend Eine Resolution ersucht die Entente, die Blockade gegen die leidenden Völker aufzuheben, damit in den verschie-' denen Ländern>die Ernährungsschwierigkeiten und die' Arbeitslosigkeit behoben und geordnete Zustände hergestellt werden. lieber die Frage des Frauenstimmrechtes^ wurde folgende Resolution gefaßt: Die Konferenz fordert die volle politische Gleichberechtigung der Frauen mit den Männern für alle Länder. Die Konferenz' erblickt im Wahlrecht der Frau und in ihrem Einfluß' auf die Gesetzgebung und die inner- und außenpolitische Berwaltiliis; der Staaten eine wesentliche Garantie für einen dan-ernden Frieden, denn die Ele«j mente des lriegerischen GeisleT, AillitariSiilllv und J.M"i

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