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Wiener Morgenzeitung · 1919-02-13 · Heft 26 (13.2.1919) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 26 (13.2.1919)
Date
1919-02-13
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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13. Februar 1619 'Sette L 'Wien. Donnerstag Wiener Mvt'gtznzelLuntz t _ —— —— —- •- ■■ - - - ' ■■■- > mx Seite stand der Dizeprasidrnt der Stadt Krakau Sare, der laturlich um sein Mandat als Vizebürgermnster fiirchtrt, wmn die Monisten in der Stadt tatsächlich so stark »verden, wie es nach dem AahlergedruZ den Anschein hat. Es ist in Krakau Tradition, daß tag Posten eines BizebürgermcistrrZ mit einem Inden besetzt wird, »a dir Juden dort mchr als rin Drittel der Bevölkerung ans« »rachen. Natürlich kam bisher irnmer nur ein Jude jener Dichtung in Frage, welcher in nationaler Hinsicht drrrcharP auf polnischer rmd nicht etwa auf jüdischer Seite stand. Zu einem' -euer BenohmMgsbiichrr, mit welchen die Polen während des Krieges dirS deursche Sprachgebiet Überschwemmt haben, um zu »rhmmten, daß es bei ihnen niemals Antisemitismus gegeben?aöe, hat Sar-r ein Vorwort geschrieben, in welchem er alS öeweis dieser Behaiwtm:g darauf hinwies, daß er ja k'izebücgermeistrr in Krakau sei! Wenn er keine ändert» beweise . aufzubringeu vcnnag, so kann es ihm allerdings rald passtercn, daß er sich nach anderen Argumenten wird um- 'ehrn 'müssen. Nach dem iibecwLktigmden Sieg der Zionistelt in Krakau dürften seine Tage gezahlt senr. Als die Reihe, btt galizischen Pogrome im Februar des vorigen Jahres mit den Axzeffeu in Krakau emsetzw, gehörte er wie sein Gesimmngs- ^rnosie. der Präsident der Kultusgemeinde, Dr. TilleS, zu jenen Juden, welche diese Ausschrritungm lediglich als Hungerkrawalls varzustellen versuchten. Dr. Tilies ist unter dem Druck der et« stärkten nationalen Bewegung wenige Monate später vom osimtlicheir Leben abgetreten, der Dizebürgernreister hakt sich noch künstlich und gründet eine Koalition der Durchgefallenen, die mit Hife der polnischen Schlachta den Kantpf gegen ihr eigenes Volk in verstärktem Maße aufnehmen will. - Begreift man so die Motive der Herren Dr. Groß und Säre, so fehlt ernem jegliche Erklärung dafür, daß die polnische Gesandtschaft immer noch ein Interesse daran haben kann/ btt» artige Bestrebungen zu unterstützen und sie im Ausland so bür« ^stellen, als ob irgendciu 'Machtfaktor hinter ihnen stünde. Me jene jüdischen Parteien Galiziens, die „im Gegensatz zu den Zionisten* stehen, haben zusmnmengenommen eine sö erbäsiMche, Wahlniederlage erlitten, daß keinerlei Vertttschungsöersuche.dich Wahrheit mehr entstellen können. Da§ polnische Judentumhat» sich: in seiner überwältigenden Mehrheit fihr den Nationallsmus» rntschirdrn rmd wird dafür zu sorgen wiffen, daß die Verfälscher oer öffentÜchen Meinung, soweit es sich nm jüdische Dinge pändrlt, er,blich tmschädlich gemacht werden. Zur Lage in ttngtotf«. - Wien, 12. Febnmr. Ungarn und seine Völker — nicht in letzter ßinte bis ungarischen Juden — büßen bitter die Sünden der. magyarischen Regierungen tlnd Parteien seit 1887. Dir magyarisch-oltgarchischen Parteien haben durch 50 Jahre infolge ihrer maßlos chauvinistischen Politik die Lösung der Nationalitätenfrage in ■ Ungarn sowie im grsarntsn Donaureiche verhindert. Sie waren sowohl dürch die Stellungnahme zum sül slawischen, wie zum rumänischen Problem Hartpjschulhi'ge'am Ausbruche des Weltkrieges. Während -esselben shabsn sie ihre verbrekherischs' Nationaiitätenpoütir förtgesetzt, wiktfchaftftch lkirgarn d^r: den zisleiihainschen Ländern abgesperrt und waren auf diese Weise nicht nur.eine Hauptursäche derwirtschaftlichen Notlage während des Krieges, sondern ^rüch des KrtegZansgangsS. Die Hoffnung, durch einen Sonderfrieden den ungarischen Staat vor terrtloriaÄn Verlusten zu bewahren und um jeden Preis die magyarische Vorherrschaft — und wenn möglich, auch die der Gsntrh in Ungarn — zu retten, haben sich allerdings als eitel erwiesen. Weder die Proklamation der Personalunion, noch die der ungarischen Republik konnten den Bestrebungen der auf nationale Autonomie und Einheit gerichteten nichtmagyarischen Volker Halt gebieten. Sie alle wollten und wollen teilweise noch immer eine große Föderation der Donau« und Valkanvölker, die magyarifchew Oligarchen verhinderten sie — im Rahn:en des DonaureicheS. Sie hielten starrsinnig, unterstützt von ihren.Trabanten, den magyarisch-assimilatorischen Juden,, an dem Jdtzl des magyarischen Nationalstaates und als wichtigste' Etappe hierzu an der Perfonaluniornfest. Aber essollte anders kommen. .Diese bildete den Deckel zum Sarge deL tausendjährigen ungarischen Staates. . Kaum war sie proklamiert, so erfolgte in Agram die Trennung Krochtiens von Ungarn und die Verkündigung des alle Südstawen (Kroaten,'Slowenen und Serben) umfassenden südsmwLfchen Staatsgeüildes, und weiters die Losreißung derHberungarischen Slowabri und die Proklamation des tschecho-slowakischen.Staates in Prag. Der Reihe nach machten nun auch die Deutschen, Ukrainer, Rumänen und Serben Ungarns und schließlich auch die.Nationaljuden ihre nationalen Forderungen auf Selbstverwaltung geltend. Da auch die Regierung Karolyi teilweise, nicht genest' teilweise nicht imstande war, diese zu befriedigen und der parlamentarische Boden zur nationalen Ver,Endigung fehlt«, so versuchte man die Nationalitätenfrage — genau so wie die Judenfragd durch das Schwert, beziehungsweise durch Plünderungen zu lösen. Tschechische, polnische, ukrainische, rumänische und serbische Truppen rücktest, teilweise als-Verbündete her Entente, zum Zwecke der Durchführung der Waffensttllftandsbedingungon, teilweise, um „Ruhe und Ordnung aufrecht zu erhalten", tti die verschiedenen Teile Ungarns Lin. . ' Wie wenig dies gelang, zeigt neöA zahlreichen . Judenpogromen der Umstand, daß es auch zu Zusammenstößen einerseits zwischen serbischen und rurnä- Mschen Truppen, und andererseits zwischen ukrainischen ^und rumänischen Soldaten kam, so daß diese durch Franzosen und Engländer abgelöst rverden mußten! Allerdings haben bis Kämpfe 'in Ungarn nicht nur nationälv, sondern auch soziale Ursachen, die einerseits auf die auch , unter dem Regime Karolyi fortdauernde Ausbeutung Ungarns durch die kapitalistischen Großmächte und andererseits.auf die stets wachsende kommunistische Strömung zurückgesührt werden muß. Einsichtige Politiker .haben seit Jahrzehnten Ungarn und seinen Juden, diesjr Entwicklung angekündet. Die hisher entrechteten Nationalitäten und Klassen erblicken naturgemäß im kapitalistisch-assimilatsrischen Judentums. Stützen und Nutznießer der zufrmmengebrochenen maryarj'th-oiiiarchiichen Herrschaft, was sich auch bei verschiedenen Unruhen und Plünderungen drastischin . mehr oder minder großen Judenexzessen äußerte. Gegenüber der in ganz Ungarn zunehmenden anLisemiLischemSirbmung, d>Ü! -in der ^Bereinigung „Das erwachender.Ungarns' .eine - MreijS starke Organifatipn besitzt, begannen, allerdings erst in zwölfter Stunde, die Juden in manchen ungarischen Gebie.en, sich auf nationaler Grundlage zu organisieren und jüdische Natiönalräte, zu kvnstituieren, die besonders Lm Banat und Siebenbürgen große Fortschritte macht. (In Pest bildete sich.eiste jüdisch-sozialdemokratische Fraktion.) Auch in der Slowakei schreitet die jüdischnationale Bewegung siegreich vorwärts, wie auch die zahlreichen Delegierten aus Oberungarn am tschechisch-jüdischen Nationalkongreß in Prag bewiesen. Alle Versuche der „Neologen" und „Orthodoxen", der Judenassimilation in Ungarn^ neue Anhänger zuzuführen, müssen scheitern. Zur Frage der jüdischen . , Ingenderziehrmg. . ■ Von. Robert Stricker. *) Jüdi'che Volksarbeit kann nur dann einen Wert für die Zukunft haben, wenn sie auf da2 Gebiet der Jugenderziehung übergreift, und dinaticmaljüdische Organisation wird nur Notstandsarbeit mit kurzfristiger Wirkung leisten, wenn sie nicht die Schulsrage in ihr Programm einbezieht und an erste Stelle setzt. An erste. Stelle, weil jede Verzögerung der Lösung dieser Frage unersetzliche Verluste an Menschen bringt. Lässige Behandlung politischer und wirtschaftlicher. Fragen schwächt die Stellung der Juden, aber t* bleibt die Möglichkeit, durch Verdoppelung der Arbeit den Schaden gut zu machen. Saumseligkeit bei Behandlung der Schul;rage frißt ins Mark drS jüdischen Volkes. Durch ein Reichsgefttz wurden im alten Oesterreich die konfessionellen Schulen abgcschafft. So wollten es wenigstens die Gesetzgeber, welche daS Gesetz erlassen haben, und die Liberalen rühmen sich, im Kampf gegen alle finsteren Mächte den Sieg, eine von konfessioneller Engherzigkeit freie Schule, errungen zu haben. Man feiert dieses freudige Ereignis und bejubelt es an Jahrestagen. In Wirklichkeit hat es sich nie vollzogen. Tatsächlich wurde in Oesterreich an Stellender katholischen, protestantischen und jüdischen konfessionellen Schule eine konfessionelle Schule gesetzt, nämlich die chrtftkathollsche. Der'Jude muß sein Kind einer Schule Überlassen, deren Geist in religiöser Hinsicht christlich, in nationaler Hinsicht deutsch, polnisch, tschechisch usw. ist. Die Sittengssetze werden En strenger Anlehnung an die Kirche gelehrt. DaS jüdische *) LluS der Broschüre „Wie können wir unsere Jugend jüdisch erhalten?" von Ing. Robert Stricker. (Nr. 3 der -Flrrgschrjitensammlung des Jüdischen Nationalvereins, Wiens) * Kind muß eS immet und immer wieder anhören, daß christlich gleichbedeutend mit liebreich und tugendhaft, unchristlich gletchhedeutend mit haßerfüllt und schlecht ist. Der Stoff für Zehr- und Lesebücher ist überwiegend der christlichen ReligionSlegerrde entnommen, und auch die UnterhaltungSschriften atmen diesen Geist. In der Schule ist dar Kind von christlichen Symbolen umgeben. Bet seinem Eintritt glänzt ihm das Kreuz entgegen, das Bild des von deic tückis^en Juden „grausam htngemordeten CrlüserS". Diz ersten Worte, welche eS zu hören bekommt, kreißen „Vaterunser". Für das christliche Kind bedeutet das Leben tu der Schul« eine harmonische Fortsetzung und Erweiterung öeS Familienlebens; die Atmosphäre bleibt gleich. DaS jüdische Kind aber kommt tn eine ganz fremde, also feindliche Welt, denn fremd und feindlich sind fürs Kind^ gleich« Begriffe. , Vom ersten Moment an stößt daS Kind, welches doch alles nur mit dem „Zuhause" Dergleichen kann» auf unbegreifliche Widersprüche und wirb von qüälenden Zweifeln befallen: und «S findet zu Haufe keine Antwort, keine Hilfe. Wie soll denn auch die Mische Mutter ihrem Kinde die Gegensätze zwischen jüdischem HauS und christlicher Schule deuten? Siehe! die traurig« Wahl, die Worte des Lehrers und den Inhalt der Lehrbücher als unwahr zu bszeichnen oder aber ihrem Kind dir Lehren des Christentums anzupreisen. Eine gewissenhafte Mutter wirb keines tun. Oder soll sie eö vielleicht unternehmen, den sechsjährigen Buben und Mädel« beizubringen, sie mögen sich an das allgemein Meufchltche tn den Worten des Lehrer- Halten und vom fpezistsch Christlichen abstrahieren? Die richtige Aufgabe für ein Buben- und Mübelhtru! Gewöhnlich endet daunerquickliche Frage- und Antwortsipel damit, daß die Eltern nach fruchtlosem Hin- und Herdrehen ihre Hilfloftgksir hinter eine barsche Abweisung verstecken, daS Kind mehr oder minder gewaltsam vom Gegenstand abbringen. Sir versündigen sich, notgedrungen am heiligsten Recht ihre- KindeS, am Recht, zu fragen. . Aus dem freindrellgiSfei! JdsenkreiS. wird dann das Nr. 26 .i Mit der maayarischen Oliqarchcillierrschaft ist auch das „Judaeomagyarcntum" zusammengebrochen. ' In einem auf der nationalen Autonomie aufgebauten demokratischen Ungarn ist nur Platz für eine — nationaljüdische Dolkspolitik. Dr. H. K, Politische Auslandschronik. ' Lloyd George hat Versailles verlassen, um nach England zürückzulrhren. ES^ besteht kein Zweifel, daß dies« Rückkehr mit den Unruhen zusammenhängt, von dbnen jetzt das soziale Leben Englands erschüttert wird. Die schwere Krisis, die hier am 30. Jänner als bevorstehend angekündigt wurde, ist ausgebrochen, der Bolschewismus und die irländischen Freiheitsbestrebnng^n' haben sich als stark genug erwiesen, um auch daS siegesstolze England in den i Strudel der allgemeinen Um-' Wälzung einzubeziehen. OL die Negierung klug und stark gßnug sein wird, die Zügel in der Hand zu behalten, läßt sich noch nicht übersehen. Der Generalstreik an sich scheint abzuflauen, aber es ist kein Zweifel, daß die Bewegung durch die so beliebten „Maßnahmen" allein nicht niedergerungen'werden kann. Dazu liegen ihre Wurzel;» viel zu tief verstrickt. Meldungen, die auf einen Zusammenhang mit der spartakistischen Bewegung in Deutschland und auch mit dem russischen Bolschewismus Hinweisen, sind zwar unverkennbar tendenziös, aber dennoch zweifellos begründet. Paul Lenfch, einer der, sin sichtsvollsten theoretischen Köpfe unter den deutschen Mehrheitssozialisten, hat schon in seinem früheren Werks „Drei Jahre Weltrevolution" darauf hingewiefen. daß in wirtschaftlich-sozialer Hinsicht gerade England das konterrevolutionäre Prinzip vertrete, und heute, wo Deutschland auch in politischer Hinsicht nicht mehr einen Hemmschuh für di« Entwicklung bildet, hat Lensch seine Theorie noch tpeiter ausgebaut: Die Ergebnisse vtt deutschen Nevolutio^, sagt er in der letzten Nummer der „Glocke", sind erst dann gesichert, tvenn auch di« englische Bourgeoisie ihr unterliegt. Wenn so die Mehr-- heitSsozialisten denken, kann man ermessen, was di« Unabhängigen daran setzen werden, um ihren Geist nach England zu vervflanzen. In den weitesten Kreisen erwacht die Erkenntnis,.'daß der Schwerpunkt der neuen sozialen Welwrdnung weder in Petersburg noch m Berlin, sondern in London liegt. Dorthin konzentriert sich nunmehr das ganzä Interesse, sv sehr, daß auch die eigentlich deutschen Angelegenheiten darüher^in den Hintergrund geraten. Man hat von der Seutiarev Tagung kein wirklich erhebendes Scho feststetten können.^ Da sich bei der deutschen Sozialdemokratie mehr Und mehr der völlig« Mangel überragender Persönlichkeiten bemerkbar macht -*• selten hat man wie jetzt die Lückr verspürt» die der Jude Frank hintsrließ ist die Revolution fast schon.zu einer gutbürgrrlichen Angelegenheit geworden. Rraktionäre Tendenzen finden immer schwächeven Widerstand, - Prjrrz Heinrich, tonnt?.,. OiuA Ansicht vom Segen der Rückkehr zur guten ulten HohM^ zollernzeit ausführlich als Programm proklamierest und' überdies mit der Forderung nach dem „Ausschalten des semitischen Einflusses in Wirtschaft und Politik^ verknüpfen, der Verwaltungsapparat besteht aus de« alten Bureaukraten. und in Moabit werden Hochverratsstrafen diktiert wie in den ersten Kriegsjahren. Bo« einer wirklichen geistigen Einkehr, von einer geistigen Neugeburt ist nicht viel zu erkennen. Allerdings auch ln Versailürs nicht. Die Verhandlungen stocken, auch Wilson steht vor der Abreise, ohns daß die Dölkerbundidee bisher fester« Formen anzunehmsn vermocht hätte. Angeblich wird sogar dt« Möglichkeit jüdische Kind in einen fremdnationalen hineingezwunge». Gestalten auS bet btuifätn, polnischen und tschechische» Geschichte werden ihm als Träger und Muster aller Tugenden vorgeführt. Ausschließlich Römerhelden, Germanenführer »nd Kreuzritter sind die Männer, an deren Taten eS sich erbauen und denen es nacheilettn soll. Nicht eine einziges jüdische Gestalt als Vorbild, lind das Jüdische ist nicht m«, alS Vorbild auSgeschaltet, im Gegenteil, es dient, wenn, auch indirekt, alS Sinnbild der verächtlichen Schwäche und Niedrigkeit. Schließlich muß ja das jüdische Kind auch erfahren, baß alle diese leuchtenden Helden ihren elenden, jüdischen Zeitgenossen den Beutel abgenommen und die Kehle ' abgeschnitten haben, daß eS zu de« heiligsten Pflichten dieser" großen Männer gehörte, die ketzerischen,' wucherischen Juderr zu ersäufen und auf Scheiterhaufen zn braten. Daß Richard LSwonherz. dieser Spiegel aller Hcldentugenden, in der Muße, zwischen zwei Heldentaten Juden abfangen und ihnen solange /Zähne audem Maul reißen ließ, bis sie ihre erschwindelte«' Schätze Herausgaben; daß die großen Römer die jüdische Freiheit zerstampft haben. Niemand erzählt ihm, daß der Märtyrermut des wehrlosen jüdischen OpfsrS den Vergleich mit dem Mut seines stolzen, eisengepanzerten Henkerwohl auShält, daß hundert stahlstrohende Römer Jahre brauchten» um mit einem verhungerten nackten Juden fertig zu werde«. Nein, nicht so, nur in der Gegenüberstellung leuchtender Helden und winselnder Knechte steht das jüdische Kind die Fremden und seine jüdischen Väter. Da kann jeder Jugendbsidner seine Freude daran habenl In der Anbetung alleS Fremden und in der Geringschätzung beS eigenen Fleisches und Blutesoll der Charakter deS Judenttndes erstarken! Aas bas System noch übrig läßt, daS fällt der Umgebung zum Opfer. Das Kind sott in unbekümmirrterHarmlosigkeit' und Frohsinn heranwachs^«. DaS jüdische Kind jedoch wird tn der Schule von Aabeginn und fortdauernd demütigenden Leiden. preisgegeben, ßfl muß besondergut veranlagt sei», Wey« eß nicht mißtrauisch und feig oder

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