Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 25 (12.2.1919)
- Date
- 1919-02-12
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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N Wtm. Ailll-v«ch jivienrr Morgen-ettüng Tagesbericht Der Ausschluß der aichtdeutsche« Studenten. Gin Rückzug de» Rektor» - Der Rektor der , Universität veröffentlicht eine KunLmachung/in der behauptet wird, daß durch die vom '-meK^imschenund/ philosophischen Dekanat getroffenen VEHmmungey. eine. Schädigung der nicht-' ^eutsM^^SttMnten.. nMt, begdsichttgt, ist.Die,'chtu-.- denteu^ tverden Atvar vertagt, erhalten aber die Testur, so dH"dos Semester"als'rechtsgültig abgeschlossen anzusehÜr /ist. Dabei wird aufmerksam gemacht, daß. der LxlaP fM Deutsch öfterreicher nicht .gilt, auch für solche nicht, -die die Staatsbürgerschaft .erst durch Erklärung-;rwerhen,.wovonbek2nntlich M Hpre^ aus Ga lizie n ausgeschlossen sind. — Das Rektorat scheint den Wert des wissenschaftlichen Betriebes an den Hochschulen verflucht, niedrig einzuschätzeu, wenn, esdie formelle Bestäir-ung als vollwertigen Ersätze dgs wirklichen Studiums''ünsieht. B e tre f f e n d d i Z u l a s s u n g' fü r das! kommen de S'em este r, ^heißt/'rs zum Schluß, Oird dös! Staatsamt für. Unterricht dis Entscheidung treffen.?' < v - - . / In einer zweiten Kundmachung wird bezüglich der Matr'ik'elblätter mitgeteilt,, daß! ‘ r - „1. in der Rubrik „angestrebte Staatsbürgerschaft", falls-eine Aenderung der Staatsbürgerschaft nicht beabsichtigtist; das Wort ,,an gestrebte^ einfach zu'streichen und die ^geltende 'Staatsbürgerschaft anzugeben ist; - ' % big Angaben über die HeimatZzuständigkeit vor dem '1/ August 1914/ könnengleichfalls in allen Fällen vorbehaltlos abgegeben, -werben, ohne daß der. Stubiereüde aus der wahrheitsgetreuen Beantwortung irgendwelche nachLeilige- Folgen zu besürchLen Hätte.-Die Fragen sind von Wichtigkeit^ als VorauLsetzungen..sür oa? Slaatsbürgerrecht nach dem Gesetze vom 5. Dezember IstlMiM der,Wohnsitz des- Vaters ist von.Bedeutung Sloß'-für" Minderjährigs, die HMnntlich der 'SlttwtsbürLerHaft des Vaters folgen." ' ' - .M.'bleibt nun abzuwarten, tv ie'sich die Sache in der P'r-a x i's- -erhalten' chirltt jedenfalls geht' aus' den vieM'Worten hervor/ daß denHrofessoren das Bedenkliche 'WÄs Verhaltens.-doch!zmch Bewußtsein gekvckmen zu sein scheint. '■/; Line ProLestversammlunsdersüdischen Studentenschaft/ Gestern fand im Hotel Kontinental eine müssenhast besuchte Protestoersammlung gegen die Ausveisung der nichtdeutschen Hörer von den Wiener Kochschulen statt. Rach einer kurzen -; Eröffnungsrede durch.Kt. L e k r übernahm der Präses, des jüdischen Kochschulausschusses den Vorsitz und erklärte in.einer längeten 'Red.eH daß das Komitee, welches fich^ aus Vertretern . aller ' betroffenen Nationen zusammensetzt, M ichte u h-d'W/.:Me r d e> ^bis' d i e u nj e rH:chche ns f e-^nK M g.ß. ch.a H^MeK^r iM'-v.üfcifeib' fefctyt - ^me vb-c n,.,, .Rach Berlejupg . einei; -MmpaHiekMdgebung der Dozentenveremigüng, der' sözlälistisch'en Pereinigung geistiger Arbeiter, sprach als Vertreter der sozialdemokratischen > Studenten-; und . Akadetnikervereinigung Dr. Karl Fürtmüll e r, der betonte, daß mäjt die deutsche Studentenschaft diese Bersügung inspirierte, sonderst ausschließlich die deutsch h a t i o n a l i st i s ch e. Das Vorgehen der akademischen Senate fei anational und ''volksfeindlich und schade der - Bedeutung der Wiener Universität. Die Vereinigung sozialistischer Studenten und Akademiker verlange/eine gründliche Umorganisäüön der Universität zugünsten der - Studentenschaft. p/ ' Es sprach sodann als Vertteter des Gesandten der ukrainischen Republik Dr. Wassilko Unterstaatssekretär Dr. M o n a st i r s k i, hernach Gemeinderat Dr. v. S, ch w.a r z - H i l l e r. der erklärte. der Erlaß sei ein Rechtsbruch und könne nicht von Dauer.'sein.. ' /- v Nqmen des Jüdischen Nationairates' für OstgaWmsprach sodann Herr .Leo ÄZ e ch s i e r, hierauf . betonte. Ing. B u'ch b in d e r, daß die jüdischen Studenten durch, den Erlaß, am meisten betrüfffen seien und ergriff die Gelegenheit, auf- ZuforKxn,'/. auch „.gegen den Ausschluß der Juden aus der ÄMK'''so»66miL'k zu.'.Kämpfest //.. Nachdem stud. Kopriv a und sind. T z e r" v e n k a im Namen der tschechv-flowakifchen und stuä. Röder für die südslawische Studentenschaft sich dem Protest angeschlossen hätte,-sprachen noch stuck. S a l z.inger für den Heimkehrerausschuß, stack. P o l l a K für die freie Vereinigung sozialistischer Hochschüler, stuä. K u I k a für die Vereinigung sozialistischer Studenten Und Akademiker und MUT -'F e l i x für die', jüdische' Studentenschaft. Zum Schluß brachte Leutnant Lehr eine Protestresolution zur Verlesung, die'einstimmig angenommen wurde und mder die Z u r ü ckz i e h u n g d e s E rl-a s s e s bis Freitag d e n 14. d. M., 12 U h r mittags, gefordert wird. Vergeltungsmaßnahmen Jugoslawiens. ' . LaiÄkch, 11: Februar. (Tel. der „Wr: Morgenztg,^. Die Belgrader Regierung hat nach einer gestrigen. Meldung für dew Fall, daß die deutsch österreichisch ö RegieiMg, die Ausweisungsbestimmungen gegen die flowenMen" Studenten nicht, zurückziehen sollte, beschlossen, sämtliche deuffchen Schulen des Königreiches der Serben, Kroaten und Südslawen zu schließen und alle deutschen Angestellten äuszuweisen. Enquete über die Steuerpraxis. Heute nachmittags wurden die Verhandlungen der Enquete über die Steuervraxis fortgesetzt. Experte Maler Pen dt führte gegen das vielfach schikanöse und llemliche Vorgehen der Steuerbehörden Beschwerde, das nicht darnach angetan sei, die Sreuerfreud'.gkeit zu heben. WeiterS verlangt er, dast, ioiern Auskünfte über das Einkommen von BerusSgenoffen emgeholt werden, die Fragen sich nicht auf zifferumämge Angaben, sondern aui die allgemeine Geschäftslage beziehen sollen und daß AuskuvstSpersonen öffemlch emvernommen werden. Finanzlandesdirektor K o ck.st e r n bemerkt,' baß eS für die Steuerbchorden nicht/genüge/' allgemeine Daten zu erhalten, sondern da4 sie neben anderen Behelfen -auf die Einholung von Angaben durch Vertrauensmänner und Berufskollegen Wert legen müssen. Die "Steuerbehörden müsien gegen dre Stenerdefraudationen einen außerordentlich heftigen Kampf führen, Experte Nagle r wünsch^ daß den Steuerb eamten gleichwie den Richtern volle Unabhängigkeit und Unabsetzbarkcit zngestanden werde, damit die Stenerbeamtcn auch, in der Lage seien, die Bemessung nach ihrem Gewissen und ihrer rechtlichen Ueberzeugung vorzunehmen. Redner' verlangt ferner die sofortige Vornahme der längst fällig gewordenen Sleuer-- kommitsionswahlcn. Scktwnschef Dr. G o t t l i e b erörtert die Grunde für die Unmöglichkeit der Durchtührnng von Neuwahlen der Steuerkomm ssionen während des Krieges. . Hosrat Dr. Pranschke (FmanzlandesdirMon) bemerkt, daß unzweifelhaft, eine große Anzahl von Steuerbekennttnssen der Wahrheit nicht entsprechen. Es sei nicht Uebelwollend, wenn die Steuerverwaltung manchem Bc^nntnisse Mißtrauen' entgegensetze. So habe em Zuckerbäöer> mit einem Umsätze von über kt 100.000 ein Einkommen von K. 2539 fatiert. Em Tuchabfallhändler, dessen Geschäft während seiner. Kciegsdienstleift.mg , von der Frau mit glänzendem Erfolge geführt wurde, satierte ein Emkommen von L 8000; in der Antwort,auf einen Vorhalt gab er einen Umsatz von 550.000 zir. Schkießlich bezifferte er srm Einkommen selbst mit kl 50.000. E'.n Marmeladeerzeuger und -Händler satierte K 39.000 Eliikommen bei einem Umsatz von K 612.000. Er wurde auf 8! 200.000 eingeschätzt, in der Berufung auf kl 153.000. Hinsichtlich 'der sogenannten gehe men Sachverständigen betont er, .daß die meisten Sachverständigen selbst dre Bedingung stellen, daß ihr Name nicht genannt werde. In der Regel werde der Name dm Kommissionen bekannt 'gegeben. -Ohne Sachverständige können die Steuerbsamten nicht auskommen. , Vorsitzen de r Dr. v. Licht .mochte ein Ensgegenkommeu bei der Zulassung von Warenanschaffungsreserven der F.nanzverwalkung besonders warm empfehlen, da dre Betriebe vielfach gezwungen seim, während-der Uebergangswirtichast ihre leer gewordenen Lager zu hohm Pressen aufzufüllen und .vor der Gefahr einer Entwertung dieser nachgeschafften Warm stehen. Ec wünscht, daß die Finanzverwaltung in dieser wichtigen Frage volles Verständnis für die berechtigten.Wünsche der Steuerträger an den Tag lege und das notwendige Einvernehmen mit dm Interessenten pflege. Hofrat Dr. T r a u s ch k e gibt zu, daß gewisse U n z uk v m m l r ch k e r t e n hinsichtlich der Kontumazieruny Vorkommen, daß tm allgemeinen aber dm Steuerbehörden nicht, der Vorwurf gemacht werden könne, die Steuerträger in Kontumaz zu treiben. Zur Frage des B u ch e i n s i ch t ä n b v t e s der Parteien äußert sich Redner dahin, daß .das Buche'msichtanbot nur als da3 äußerste Mittel von. der Steuerbehörde-herangezygen werden könne, wenn andere Behelfe' nicht genügen. Hofrat. P a w l r tz a (Eciverbsteuer-Landeskommission) verteidigt die Anwendung des Grundsatzes: ln äädio pro »Mario unter Hinweis auf eure Reihe von Fällen, in denen die Anwendung dieses Grundsatzes dem Interesse der SterMtrager entsprochenhabe. Dr.v. L ich t ersucht den Experten umAusllänmgen über die Prqxis un . S i ch r r stell u n fl .s v erfahren. f ofrat P a w l i v a bestätig^ daß über dre Höhe der von der inanzprokuraW verechneteü'KösteÜ eine^Reihe'i)on''Beschwerden emgelaufen sseren. Sicherstellüngsaufträge ergehen nur nach vorheriger gutachlllcher Aeußerung von Mindestens zwei Sachverständigen, wenn die Gefährdung der Steuereinbringung konstatiert sei. Im übrigen sei dre große Mehrzahl der Sichcrstellungsaufträge zu Recht ergangen, d anach seinen Erfahrungen nür in 5 Prozent der Fälle eine Kassation der-Aufträge sich als notwendig erwies. Solche Sicherstellungen werden nur gegen Personen, die nicht bodenständig sind, oder dann vorgenommen, wenn die Steuerträger mit der Auflassung des.Geschäftes drohen. Experte A l s e g g führt Beschwerde über die Vorfchreibung au hoher Exkontingentsteuer und begründet unter Ansühnmg einer Anzahl von Beispielen dm Wunsch der Kaufmannschaft nach Errichtung von S t c'ü e r b e s ch w e r d e ft eÜ l e n mit Zuziehung deS Laienelemmts mrd eines Stmergerichtshoses mit Laimbeisitzem. Experte Sch a l l a b 8 ck spricht dm Wunsch ans, daß die kleinm Steuerträger zu ordnungsgemäßer Einbcingrmg von Fassionen besonders m Bezug auf buchhalterische Erfordernisse angclettet werden. Experte Eh ren fr eun d bringt zur Kenntnis, daß einer Firma, die ein Einkommen von 700.000 Kronen satierte, auf 5*5 Millionen Kronen eingeschätzt wurde nnd nun 3*3 Millionen Kronen 'Kcicgsgrivmn- und' Einkommensteuer zu entrichten hätte. Er lenkt die Aufmerksamkeit der, Steirerbehörde auf einige Kaffeehäuser, in denen " große Geschäfte von Lenken gemacht werden,, die weder Erwerbsteuer zahlen noch einen Gewerbeschein haben. Es handelt sich hierbei haupffächlWWm Ausländer, denen man das im Wege der P r e i s t r e i UK e i und des Schleichhandels imrecht erworbene Geld, wegnehmen soll. Das wäre praktischer Antisemiti s m u s, der der jungen Republik zum Nutzen gereichen würde. (Als ob es sich nur um Iilden handelte! Diese schlimmste Act Demagogie ist eine traurige Beleuchtung des Niveaus- und der Sachlichkeit dieser Verhandlüllgen. Red. d. „Wr. Morgenztg."> Die nächste Sitzung der Enquete findet Freitag den 14. Februar um 3 Uhr nachmittags statt. * Die Italiener nehmen Wiener Kunstschake. Gestern erschien in der Gemäldegalerie der italienische Professor Cobollar.i und zwei andere Herren nnd teilt dem Direktor imt, daß er int Auftrag des Generals N e g r e morgen um 9 Uhr vormittags die von der italimischen Waffenstillstandskommission bereits vor 14 Tagen g e f o r d e r t e n B i l d e r ab holen werde. Zur Vorgeschichte sei bemerkt: Vor 14 Tagen richtete die italienische Waffenstillstandskomm'ssivn an das Staatsamt des Aeußem die Forderung, jene Gemälde znrückzustcllen» die den venetianischen Provinzen enMommen worden sind. Trotzdem die vom Staatsamt des Acußern eingeleiteten Erhebungen ergeben haben,, ^aß die Gemälde seinerzelt rechtmäßig nach Wien gebracht worden sind, hat die italtenische Waffenstillstandskommission die sofortige Herausgabe der Gemälde unter Androhung der Sperre der Lebensmittelmfuhr gefordert. Die Gemälde, 50 an der Zahl, sind von hohem Wert vud repräsentieren ein Vermögen von Millionen. Sie stammen cuts den venetianischen Gebteten. In der Eingabe hat General Negre von einer *h> iderrechtlich en Entfernung" gesprochen. Professor C o b o l l a r i hat aber selbst zugegeben, datz der einstige Kai'er ' von Oesterreich das Recht gehabt habe, Gemälde von erner Pcovmz seines Reiches in eine andere bringen zu lassen. * Die Auszahlung von UnterhaltsbeitrLgen. Das j Staatsamt für Heerwesen hat verfügt, daß den Angehörigen von Mlitärpersoneu, die bei den noch bestehenden mssttärischen SjeUm der ehemaligen bewaffneten Macht ,/iven Dienst leisten, jedoch n -cht de? Volkswehr angeboren, der rnrktchültsbtitrag für die erste 12. Februar 1919 Gerte K Halste des Monates Februar 1919 im halben Ausmaß des Einyeilssatzes, beziehungsweise der taffächllchcn Zuwendungen auszrp zahlen ist. Vortrage und Versammlungen. Heute findet im Hotel Post, l., FlesschmarK (EmtzaM Drachengasse 3/ um 5 Uhr nachmittags eine Massenversammlung aller jüdischen Kriegsteilnehmer statt. Tagesordnung: 1. Berich? des Cxektüivansschuffes der jüdischen Soldatrnschast.. 2. Was /ordert die. Zeit von nns? 3. Stellimgnahme zu den Wahlen. — Leseum d Rede hall e jüdischer Hochschüler. Donnerstag, den 13. Fed-uar um halb 7 Uhr abends findet der VM. Vortrag des Herrn Oberrabbnters Dr. C h a j e 8 statt» Thema: E'.ne tüdischc Mllttäckolonie im Altertum. Ott: l.» .Eschenbachgassc 11... im Saale des N.-ö. Gewerbrveremes. statt. Karten tägltch im BereinSlokgl'*, IX. Türkenstraße 9, von 3 bis 6 Uhr in der Buchhandlung Löwit» Rotencurmstraße 22, und in der Buchhandlung Schlesinger, I. Seitenstättengasse. — Der -Kurs'über Geographie und E.hnographie Palästinas des Herr« Prvf.. Dr. B r a v e r beginnt heme MitNvoch, den 12. FebruPk präzise i6 Uhr abends. AnmeldiMgen werden tm Veceinslomr^^ von 3 bis 6 Uhr angenommen. - '*/ '// Eingesendet. Advokat Dr. Wolf Herzberg hat seine AdAokaturskanzlei im I. Bezirk) Franz Josefs-Kai 7/9, 2. Stock, eröffnet. m Die Ernährung. Der Marktbericht. . ' .'Auf den Märkten hält das ewige Rübeneinerler all. Obzwar die Bevölkmrna fast ausschließlich auf die Rüben angewiesen - ist, gesellen sich zu den zurückgebliebenen Vorräten aus den Vortagen die frischen Rübenfusuhren, die dann mnverkaüst faulen, wodurch riesige Werte verloren gehen. In dien letzten Tagen konnte em unbeteiligter Besucher unserer Märkte; den Gm» druck gewinnen, daß biefe Stapelplatze für Rübenausfuhr wären und Wien in dieser Hinsicht Exporlstadt würde.- Dein ist aber nicht so^ Die freundlichen Tschechen und Ungarn--chrmge» plötzlich vor Liebenswürdigkeit überftrömend, / .ihre -un- - verkauften imgeheuren Mengen an Rüben tnit Ausfuhrbewilligung auf die Wiener Märkte. Selbstverständlich bleiben hinter ihnen auch die anderen Nachbarn, die bisher uns sogar die Antwort auf unsere Bitten rnn Hufe verweigerten, nicht zurück. ' Der N a s ch m a r k t hatte heute 40.000 Kilrgramm Nübensorten zur Verfügung. AuL Ungarn würden 43.000 Kckvaramm Karotten geliefert. (A n f e i n e m W i e n e r B a h n- Hof faulen über d r e i ß ig Waggons Karo tten.» Einige Kilogramm Zwiebeln und Knoblauch, zierten den feeren .Markt.' Die F l e i f ch a b' t e i l u n.g in der GroßmarkchM, die im Kriege für die Gemeinde zu einem sehr unrentablen Geschäft geworden ist, bewährt weiter diesen Rm. 200 Kckogramm Rindfleisch, 200 Kilogramm Schafflcisch und 85 Schafe, die detailliert^ wurden, waren alles siir die. zahlreich erschienenen Käufer, trotz! her Versprechungen, welche die" Behörden erst Ende der vorigen Woche dem Publikrim gernacht hatten. Auf dem Fisch markte^, diesem von denarmen Leuten jetzt am meisten cusgesuchte» Markte, gab es, wre Pessimisten erwartet hatten, richtig kerne Fische.'Nur Reste aus den Klippfischvortagen erinnerten daran, daß diese Stätte «inst ein Frschmarkt war. Der Verkehr war ein zrenckich ruhiger, die (vergebliche) Nachfrage nach Grünwaren eine sehr lebhafte. In der B i k t u a l r r n h a l l e gab es drei Waag,onL Rüben und 850 (!) Kilogramm Grünwarcn. Dir anderen Markte /behielten ihre vortägige Färbung. .1 / /, Die Schweizer Hilfe. Dre Schweizer DelegMon ha^ gestern einstimmig beschlossen, die Liebesgaben deö Schweizer Zuges, ausschließlich für Kinder bis 14 I a h r e n der vedürftigsten Klaffe zu verte.len; jede Sonderaktion wurde »8* gelehnt, und weder Spenden an einzelne Personen, noch an Gruppen oder Vereine für zulässig erklärt. Die näheren Modalitate» der Verte'.limg werden in den nächsten Tagen bestirmnt. j Erhöhung der Fleifchpreife. Wie wir erfahren, solldie Verordnung über die GchohMg der Fleischpreise und insbesondere des Rindfleisches schon nach den Wahlen, also nach dem 16. ..Februar, Gesetzeskraft erlangen. Der sozialdemokratische Ernährungsdirektor E l d e r s ch tritt sogar für eine Preiserhöhung < sämPcher Lebensmittel nach diesem Zeitpunkte ein. Das ist die AMupolitik der Sozialdemokraten! . / Eine Ursache des Fleischmangel». Schon seit «m« Woche werden unsere Gefrierfleischbestände zur Streckung der Fleischmenge herangezogen, da von auswärts keinerlei Zusuhreri kommen. Die gestrige „Wiener Zeitung" bringt nun einen Ausweis über dir Viehkrankheiten nach Berichten bis zum 5. Februar,. dem zu entnehnren ist. daß Nlederösterrerch (Flachland), Werösterrerch, Salzburg, Steiermark, Kärnten, Tirol rmd Vorarlberg in der letzten Zeit den Schauplatz zahlreicher Rinderkrankhetteu waren. Dies ist nicht zum Neinsten Teil eine der Ursachen, weshalb in letzter Woche unsere FlerschvtrsorgMg so vollständig versagt hat. Bühne und Kunst. Orchesterkonzerte. (Schumanns „Faustszenen" — Älssa solewti»#) Bei den oftmals wiederholten Versuchen, das Faustdrama musikalischen Ausdeutungen zu unterwerfen, zeigt sich Meist die Unvereinbarkeit des wortgebornen Tieffinns mrt dem Zweifelsitrrr der 'Musik. Die Verse Goethes streben nach der rmbrirrten Klar- - heit de§ gesprochenen Wortes und lösen sich immer wieder aus der Fessel der Töne. Aus der großen Zahl der Vertonungen hat kein«' den Rang des endgültigen Meisterwerkes erworben, doch besitzen wir ' in ihnen ebensovrele interessante Bekenntnisse der schaffenden- Musiker über ihre Auffassung des großen MenschheitsdraMaß. Unter ihnen erscheinen, gemessen etwa an Berlioz oder dem Finale der Achten von Mahler, die F a u st s z e n e n S ch umanns ziemlich unpersönlich. Vielleicht weil er der pietätvollste ist. Cr überträgt Alempfindend die Diktion Goethes in musikalische Forryensprache. So haben wir aber doppelte Verhüllung, w» wir lieber ftildurchbrechende, nackte Menschlichkeit verspüren wollten. Zur. Wiedergabe im zweiten Gesellschaftskonzert hatte Schalk einen glänzenden Apparat entboren. Hans D uh a n, ein in Leidenschaft mrd in Reflexion gleich edler Faust, tmg die Ehren deS Abends davon. Klara Musil mußte neben ihm in den Hintergrund treten. Die lange Reihe der übrigm Solisten, Chor nnd Orchester folgten mit gutem Gelingen dem ttöckeneii Magier am Drrigentcripult. . . Die Aufführung der dlissn »olswni» von Deechovrn, , feinem „größten und gelungensten" Werke durch Ferdinand L h w e, litt unter manarlnder Konzentratton trotz glänzender E'nzelleistuugeri der Mitwirkcnden. Die Unruhe unserer Zeit .schien ,N den Konzertscurl gedrungen zu srm nnd die . innere. Sammlung, hie Zur Ausführung und zum Empfang dieses tiefinnerlichen 'Werkes unerläßlich ist, stören zu wollen. Dr. K. M.