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Wiener Morgenzeitung · 1919-02-12 · Heft 25 (12.2.1919) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 25 (12.2.1919)
Date
1919-02-12
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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-Kr'A-, VMiuOOCt) i HUI) II lifj*"«11«’'’ WiMLp Marge nzeirung XL..güjruor ioid S)fo 25 DU Friedenskonferenz. Clemenceau schließt sich Wilson an. Paris, 11. Februar. (Tel.-Komp.) Clemenceau hat Erklärungen über das Programm Wilsons und die industrielle und finanzielle Lage Frankreichs abgegeben, . die. rr allen politischen und wirtschaftlichen Kreisen, . das . allergrößte Aufsehen ' Hervorrufen. CI e^m.e n c e a u Hai . sich in seinen Aeusterungen r ü ckh ä ( Mb 5 z u m Program m W i l sons b e k'a/n n t; und feine Aeußerungen hüben, wie man hier-,f. 'als . fürdie W i edera u f richtung d e i W.rl t o r d n u.n-y befreiend gewirkt. Sehr Kouuneiuiert wird die Darstellung ClemenceauÄ über die industrielle und finanzielle Lage Frankreichs''sowie her von ihm gezogene Vergleich Zwischen der StäaiSjchuld Frankreichs und Deutschlands. ..Wan hat den Eindruck, daß noch kein Staatsmann vor Clemenceau die wirtschaftliche Situation mit fo rückhaltloser Offenheit' dargelegt hat, wie dies der Premiergetan hat. Abhimch hcv Waffenstillstandsverhandrungen. ^.B BertiÄ. 11. Fckruar. D:'.s Wottsiche Burea« meldet: Die VerösfrnLuedutzg - der ,Wanertstiüftandskomm'.sslon über das am d. in Svaa u-->.c-.n:ich!N'I'e ^rbtnsnttttelabtsmmen hebt hervor: Die Erfüllung. -h-cs' ganzen 'Mkommrns'.,ist von den Bettretcrn der aüuerN;: Rcgierüno.en ausdrücklich abhängig gemach: U'orden von der Äunahme und von der t'Lllsftih'.-'.mg der Bedingungen, die sie uns betreffs der Abgabe der £vß ivti e l s flotte auferlegt haben und noch weiter auferlcveu wollen. Daraus ergibt sich, das; selbst bei Annahme der Bedrhaims.eneine Sicherheit für den regelmäßigen E.ngang der von. u'.rs, vertan gern Lebe'nsnnttelliefenmgeu nicht besteht. - -Inzwi'.shen , ist der Bericht über -dre Verhandlungen der :bemaM ^ncra tagenden Unterkommisüon für die E.üdrgung des SchtM'hrrabto.mnuns eingeläuten. Au sihm ergibt sich, dall d.e' Entcntz.'rhue Bedingungen weiter.v e r s ch ä r s t, so da!; sich bis jetzt keine .E n gnng - hat erzielen lassen. Dre mündlchm Berbandlnngench.nd zunächst a b g e b r v ch.e n worden. Unter diesen' Umcktchen .' btt-beu die Aussichten . für unsere ikebcnsmittelver- 'orgi.mg,:-',.w!e bereitsgestern-sestgestellt, nach wie vor höchst nnschch rr.. . . - . - - . - > : .. ' /. LelLgrÄMMe. ■ ZMKchF-s?VWKkrscheRepNb!iK.;^ic ÄrLeiLsLoseMntersiLtzung. /■fpsAfi,- 11. Februar. Die Nationalversammlung oerhbndelre d^'n Negierungsentwurf betreffend dieVeriängerhng der Wirksamkeit des Gesetzes betreffend die ArbettAysemmierstützimg bis Zum 15. März. Die'-tfchschifcheü Kaufleute gegen „den behörd- . Lichen Bslschswismus". Zsfch'sn, 11.- Februar. (Tel. d. ,,Wr. Morgenztg.*) Die Drgnnifatiou' der sichechifcheN,' KammannMast für Mähren und Schlesien hat eine 'Kundgebung*erfaffen, in der cö! unter anderem heißt: Von dem Kaufmanne zu fordern.' das; er die Ware billige: hergcbe, als er sie eingMaust hat, das ist-Terror und keme Demokratie, das ist .behördlicher Bolschewismus. Gegen den aber verwahren-Avir uns, mag er von welcher Seite immer kommen. Die Amerpekation wegen der von den Polen D ir.': -internierten Geißeln.: DMgchll. Februar. In der heutigen Sitzung der NationaksrrsammbMchMerreichttn Del. Pik und Genossen eine Anfrage an den Mmister des Innern betreuend die Internierung .von Tschechen )urch p.pl u r scheu Behörden, in Kcgkgy. Ans Grund rines.. SchrHb.ens, das' von den. in- Krakau Internierten emaetä.M Ich ..wird 4!».. der Anfrage ausgeführt, 'daß. nach den SrL'.gnstkeu ch:: Teschcner Gebiet auf dein dortigen Gebiete nne Menge von Tschechen nach Krakau fortyeschlrtzpt amrdi.Amcr den internierten Tschechen und Ukrainern besmdeN.M.ch^>. Familien . v'vns Eifmbähnbedienftettn. Die Polen üüerhäMp. ...fii.... und.' ihre Farnisien mit Schinwstvorten und DrohlryE,' ^Dre 'Inrerpelläntcm fragen,' ob der Minister bereit rer, geMch'^rede/Internierungen einzuichrcitcn, gegen die schlechte Ärhandlüng , der Internierten zu protestieren - und es. ihnen zu ermöglichen, srü und sicher Polen zu verlassen. - Deutschland. Eberts WahL WrmrKr, . N.-Februar. (Tel. der „Wr. MorgenztgMMU Wahl E her.ts .zum Präsidenten vollzog siehMNtcr'großer Feierlichkeit. Die Stadt hatte''PMM -'Vor dem Theater, in dem die National- Versammlungi tagt, .hatte sich die gesamte Schuljugend versammÄ -die den-neuen Präsidenten herzlich begrüßter Auch »eine Ehrenkompanie - war ausgerückt. In MsKMonalverfammlung erklärte. Ebert. der sehr öewegü lchiem. in. einer warmen Rede, die Wahl dankend mnzunehtlren.' DOnWöfterreicher sirrL keine Auslä^dsr. Berlin,: 11. Februar. Das Staatsministerium hat angeordnet. daß.die.Deutschöfterreicher nicht mehr der Meldepflicht ovr.-Ausländer unterliegen. ....-BFlchg.erungszu'siLnd' in Hamburg. BMin, ch.l. Februar. Der „Abend" meldet aus HauMig, shaß' infolge 'der' Vörgänge in . der ver-. gangeney JUchr'/lMto. nachmittags, wie vom Soldatcnrat NiMlldich-tvkd, de: Belagerungszustand über Harnworben'ist. / ' '' Baiidtnkiimpfe m HamLmg. Geplünderte Dillen^ --Bsrl^'-Ä/FetzruaL.(Tel.''Komp.) Der Korrespondent der Z. am Mittag" in Z a rtt b n r g berichtet r M!der. Zergangenen Nacht gegen 12 Ahr kam es in der Nähe de- Dammtor-Bahnhofes zu heftigen Schießrreien, die bis zur Stunde noch andauern. Soweit in Erfahrung gebracht wetdeuükonnÄ, hatten dort grSßere b e w a f f u e t e Ban d e tt einige Villen an$e» griffen, um hi^e a N^ z ü p l ü n d er n. Hierbei wurden sie von S i ch erheitsmannschaften gestellt. -.D^.Hs'."siHj,..UW größere Banden handelte,, wurden auf Ä u t o tn o H t c n vom Stadthause Verstärkungen gesendet. D:r gesamte Hamburger Sicherheitsdienst ist iu Alarmbereitschaft. Arber den Ausgang des Gefechtes ist: noch nichts bekannt. Schwarze Pocken im besetzten Gebiet. \ Karlsruhe, 11. Februar. (Tel.-Komp.) Die schwarzen Pocken, habensich im besetzten Gebiete des Kehler Brückenkopfes '.ausgebreitet. Ueber die Zahl der Erkrankungen liegt noch keine genaue Nachricht vor. Die Po^en ^beginnen' auch, weiter. auf - das besetzte Gebiet ü b e!rz ugre if e'n. So wird ein Fall aus B ade n--B ad e n gemeldet. Cs - werden Matznahrpen getroffen, , um ein Weitergreifen' her gefährlichen Krankheit zu verhindern.'^ Ein»Gefetz über den ÄrbelLszwäng. Berliu, 11. Februar. Das „8 Ahr-A)end- Vlatt" meldet aus Weimar, daß der Natioualversammlunz ein Gesetzentwurf vorgelegt werden soll, der sich mit' der. Regelung der Arbeiterfrage befaßt und auch die E i nfüh ru ng d t s Arb e it s zw a ng es vorsieht. '' . -.--Angar«... Der Katnpf gegen den MouarchrsmÄs. Budapest 11. Februar. (Tel. der ,Wr. Morgenztg.") Die sozialdemokratische Partei fordert, von der Regierung schärfere Maßnahmen gegen die Gegenrevolution:.; Auf dem sozialdemokraüschen Parteitag. wurde, diese Forderung noch verschärft. Außerdem wurde, wie schon gemeldet, die kommunistische Partei, ausgeschlossen. Die Kongreßteilnehmer wollten überhaupt: jeden Anschlag auf. die jetzige Re-: gierung, - sei - eri .kommunistisch - oder auch gegenrevolutionär, mit schweren Strafen bedroht sehen. Die zwei' sozialdemokratischen Minister und der Vorsitzende des. Soldatenrates .Po g any traten dieser Forderung" entgegen, doch versprächen'sie, sstr 'die Sicherheitdes Landes und der Regierung Maßnahmen zu treffen. Die .Massenverhastüngen wegen .Verdachtes. der GegenrevolMon/wmdW auch 'MemIf-yrigeMt»-'--- Bis- Mittag waren Lereits.'''70 PerfWM''cht- HaA und es! sind noch weitere Maßnahmen .dieser Ärt zu erwarten- Unter den gestern Verhafteten Hefinden sich unter anderen^ die Wau Des Stäätssch.detärs Istha s z- > N a g y„ der Sektionschef. 'im - Ministerium des Innern S o n i a g h, Polizeihauptmann D i o s z e g h y und Frau und viele andere Beamte der jetzigen' Regierung. Auch ' die Hausdurchsuchungen werden fortgesetzt. : - Die Korrespondenz der Schweizer' Gesandtschaft wird zensuriert. Budapest, Februar. (Tel. der „Wr. Moraenzte.") D'e Schweizer Gesandtschaft in Wien ha: das Bndapener General-, koninlat der Schweiz versrändtfl^ daß die Korrespondenz des Budapcster ' Gcneralkonsnlatks, die nach Wien . gerichtet war, fl e ö f f rt c t n nd. zensnrie r t an die Gesandtschaft rineinlanate. Es ivurde sestgestellt, daß diese Maßnahme nicht, in Deulschösterreich -erfolgte. Die Zenftrüerung muß entw-der in Budapest oder in Bruck vorflenommeri'worden sem. Der Generalkonsul hat bei der..ungarischen Negierung Schritte unternommen, und auch in.Wien beim Mrmster. des Aeußern Protest eingelegt. / Neuest Streik in Preßburg. Budapest,-11. Februar. (Telegramm der ^Wr. Morgenztg.") 'Äuß das.Menjorandum, daß die Arbeiter von Preßburg der tschecho-slowakischen Regierung unterbreitet haben, hätte die Äntwort.gestern abends erfolgen sollen. Da dies bisher nicht geschehen ist, ist heute die Arbeiterschaft von! Preßburg und Oberungam in den S t r eikgsttrete n.' AU den Aufruf der Arbeiter' haben die Einwohner: vom^reßhmg, schon, gesteh den ganzen. Tag^ . die Wohnungen nicht verlassen. Gestern abends hat.' eist Teil' der tschechischen Soldaten mit' gefüllten Rucksäcken 'die StädL verlassen. Jugoslawien. Fiume wird italienisch. FimttL.11. Februar.- (Tcl.-Komp.) Das hiesige italienische Blatt' „II Giornale" bringt einen Artikel des Korrespondenten des „Dalltz Telegraf" in Paris Dr. Dil l o n,. der behauptet, daß Fiume einstimmig für Italien sei amd deshalb nach den WUsonschen Prinzipien ast'Ualjen fallen müsse. Drr Äüdbahststreik beendet. Fiume,. ,11. Februar. - (Tel^Komp:) Der Streik aus der Südßa.hw' Yt beigelegt, da' die Forderungen I der Strei'k'ettöest erfüiü worden 'sind. . Die Mahlresuttate.! . Das Preßbureau der polnischen G e s a n dt« f cfj: a; f t in. Wien teilt uns mit: Nach einem Radiotelegramm. aus Warschau stellt sich das Wahlergebnis' ^in die polnische Konstituante bis zum 6. Februar föl- - : gendermaßen dar: Die N a t i o n aldemok raten. erwarben! 70 Mandate, die P i a st - Gruppe der gali-' zischen Volkspartei 42, die katholische V o l k sp a t t'e i und Volksunion 40, u n p.a rt e i i f ch e K o'n s'e'r v a t iv e und andere Nationalparteien zusammen 43, d e u t s ch e K o j o h t ft c n 2, national e r Ar b eit er v er b a n d 20; somit verfügt die n a ti o n a l e- R e ch tezusammen über 227 - Stimmen. Die T h -ng u t-- und SLapinski» Gruppeerrangen 55 Sitze, die S o z i a l d e m k r a t e n und radikalen - Sozialisten;30, die Inden 8 Sitze. Somit, zählt die Linke 103 Sitze. Diese Zusammenstellung ist unvollständig, da Posen nicht inbegriffen ist. Die Wahlen in Posen werden zweifellos eine Stärkung der Rechten, insbr- . sondere der' Nationaldemokratie herbeisühren. Das voraussichtliche Endergebnis wird 'der Rechten über 400, der Linken bis 149 Sitze bringen. (Diese Auf-> stellung erscheint irrig. Rach Informationen - vom anderer, verläßlicher Seite, haben die Juden 12 Sitze erkämpft. — Die Red.) Akraine. Das neue Kabinett. 'M Stanistäu, 11. Februar. 2lus Kiew wird gemeldet,: Das Direktorium hat auf Grund des Be-' richtes des. Ministerpräsidenten T s ch e ch o w s k i die, -D eüt l f s i o n :X*}s - Ge s amtkabinet t.s '.-ängeno-mmen und die Mitglieder desselben mit Her vorläufigen Weitersührung der Geschäfte betraut.: Die- Bjldüng ^ines neuem Kabinetts wird dem bisherigen Landwntjchastsm'misrer Ostapenko über«' tragen. ' ' ' - Mißhandlung ukrainischer Geißeln durch die Polen. v? Stanislau, 11. Februar. In der letzten Sitzung .der Nationalyersammlung stellte Ministerpräsident Dr. H o l u b o w i c z an Hand zahlreicher Daten, fest, daß die ukrainisü)en Intellektuellen, die r als Geißeln von den Polen gefangen genommen wurden, d a r u n t e r. auch Frauen, eine derartige Behandlung erfahren, wie dies auch in den schrecklichsten Ausschreitungen des Krieges in keinem anderen' Lande der Welt der Fall war. Rumänien. Der König mit feiner Familie geflüchtet. Budapest, 11. Februar. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Wie das „8 Uhr-Blatt" aus Kronstadt meldet, ist die revolutionäre Stimmung in^ Rumänien aufs äußerste gespannt. Die königliche -Familie hat d a s Land verlassen. Anläßlich der Flucht der königlichen Famllie soll das Auto angeschoffen worden sein, wobei der König am rechten Arm verletzt wurde. Dänemark. Der Sowietgesanbte ausgewieseu. 1 -Kopenhageu» 11. Februar. Der Vertreters. Sowietregierung in Dänemark Dr. Suritz hat mit dem ' gesamten Personal der Vertretung, etwa 20 Personen, auf Ersuchen der , dänischen Regierung Dänemark verlassen. Er ist über Stockholm nach' Rußland ab gereist. Vereinigte Staaten. Ausreisebewillig»«« für die Lebeusmittet» fchiff«. M Bern, 11. Krbrnar. (Amerikanischer Pressedienst.) Tjl- SchiffahNbchocde der Beremitztm Staaten hat für die Schifte, die nächstens, nach europäischen Häfm abfahxen und.Lebensmittel , in der Hohr von 66.000 Tonnen sift Europa und 16.200 Tonnen.' -für -die-BalteMndec führet die A r; S r r i s t & t w 11 l'-öi ig « n-'g e rrrll u •* •. -• . ..

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