Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 24 (11.2.1919)
- Date
- 1919-02-11
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 81% known words query
- IRI
…/2979076-2979077-2979101--00196-2985461- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
i Nr. 24' . Wien. Dienstag «- l.J . , ■■■‘"•r : :-”* ■* —- j v. . /.-Vvv --— fittb die Pogromflüchtlmge auch Schuld an de« Zunahnre bex Syphilis' Md an/hcr 'HerwahrlosMg dtzp Jugend Md M her Arbeitslosigkeit und an allen anderen segensreichen. Folgen-beHr ewigperfluchten. Krieges? .-Warum sollen sie; gerade nur für diese eine Folge ailfkommen müssen? Wenn schon,, dcrn^ aber, gründlich! Bitte,.sehr, der .gute Anfang ist. gemacht! . 9 DrohunFLn der EnLenLs gegen Deutschland., Paris, 10. Februar. (Tel.-Komp.) Die Gesnmtllage auf der Friedenskonferenz hat in den letzten Stunden durch das Wiederaufraffeu D e u t s ch l a n d $, Las, wie Pariser Blätter» betonen, sein Selbstvertrauen w t-c b e ,r ß e w p n n e n habe, einen derartigen Umschwung erfuhren.,. dgh die Alliierten vor einer entscheidenden Wendung zu stehen scheinen. Die Lage ist charakterisiert durch die Vertagung der Konferenz, durch die Ahreise des Präsidenten Wlson und des Ministerpräsidenten Orlando, sowie durch die E r n e n n u n g u n n Z. i v i .l d elegierten an Stelle der MilitärlwnunWonen für die Verhand" Lungen in Trier. Ein Diplornar sagt in einem Gespräch, die Ko n f er e n z der Al liierten verdiene eigentlich mehr die Bezeichnung e ine s Kr i e g s k o mit e es. statt einer Friedenskonferenz, wobei er darauf hinwies, daß sich Lloyd George während seiner Abwesenheit nicht durch Valfour, sondern durch den Kriegsminister Miln er vertreten, lasse,. Die Memungsdifferenzen unter den Alliierten über die Frage, ob angesichts der Haltung Deutschlands eine Wiederaufnahme vyn mllitärifchen Operationen wünschbar wäre oder ob ein wirtschaftlicher Druck genügen werde, Deutschland zur Durchführung der Waffenstillstandssorderungen der Alliierten. zu bewegen, bestehen. in vollem Umfang weiter. Präsident Wilsyn.hat bezüglich der Durch- Mmng der Forderungen der, Alliierten M der Waffenstillstandsfrage einen.Mittelweg empfohlen. Be» züglich der Anerkennung des füd s l s w i s ch e,n Staates durch die Alliierten ist noch keine Entscheidung erfolgt. Dem Schritt Amerikas haben sich die übrigen Verbündeten bisher nicht, angeschlossen. Deutschland will zusammen mit der Entente gegen die Bolschewiken kämpfen. . . . Trier, 10. Februar. (Meldung der Telegraphen- Kümpagnie.). Der Oberste Kriegsrat der Alliierten Mrde gebeten,, anzuordnen,, daß alliierte S e est x e i t k r ä f t e ständig ihren Aufenthalt in Libau Mwen und gegebenenfalls zinn Schütz der Küstenplätze . g e g e n h o l f ch e.w i k'i sch e A n g r i f s e rnsi Waffen emgreijen oder von dem bisherigen durch Atzmirgl Browning ühermiiteltM Standplinkt nbzsitzchen Md die. IWenststMM geringer d e ü t s ch e r DH^''st r'^i'.t^k r''8. stt e 'zstzulMn. EGRdenzuMchst M Kreuzer und zwei ZeWrer' genügest./Durch Me ^den deutschen 'Vorschlägen^ Mtimmende Entscheidung würde das Oberkommando derAlliierten zeigen, haß es den A b w e h r k a m p st den Deutschlandün eigenen und ün Interesse der Meis Heg e u d e n, | e> If chew is m u s . führt, ,prabtM Zu unterstützen gewillt ist. 7 Weidmann und die amerikanische Delegation» Haag, 9. Februar. (Tel. der ,.Wr. Myrgenztg.") Ngch der AuLeNedmrg Dr. Etzaim 2V e i zm a u u s mit Präsidput M i L s o n tzgtte er noch BefprsschuugeU Mt Eolonel tzouse und Pxofefsyr W e ft tz r m a n n, Mitgliedd der amerikanischen Delegation in Paris äher die jüdischen ForderMgen an den Fpiedens- Kongreß. Wilson Über die ErriMüng eines Obersten . WWchDsrates. ' - Papis, 10, Ftbrugr. (Ml.-Mntp,) DfsizW^ fvich gnmldtt: Im OhHM KriWrat hat PMdW' Wils o y folgm.hr U?? sMtwn "eingrbracht : Pamir hie wiMchaMchcn FraM durch - bWerliche Sachverständige der ..MWep Wd assoznerten Legierungen behandelt werden, soll in Paris eiy O? c1 ft e r WZ t t f ch'a f t s x a t einbexmen werden. Me neue MrpW Schaft sv.ll nicht mchr gss süm Vertreter erhalten. ,Per Wastmstillstandsronmnsslon svllxu hW jehev aHieMr Mmomng je zwei beratende bürgerliche Delegierte heigcgeben werden, dir unmittelbare -Berichte qu hey.. Obkiftm. Wiptschastsvat erstatten können.' UhoMeMMLseiKLaduKg l Die „Wiener MorgenzeiLrmg" Kostet: Für Wien mit Zustellung ins Haus: Monatlich ... . . . . . . . K. 7.- Bierteljährig . , . . . u ^albjähsip . . ... , . i; ‘ Ganzjährig , . .... . . . , . . . 80.rr" 9|((4> ■pv|iyvV Monatlich . .. . . . .. . , , . K 7.50 Bi«n?tqljährig.- m 22. - Halbjährig . .... n .... . . » 44 - Ganzjährig ..... . . j... ... . » 88,— Für das Ausland: Vierteljährig , , . ... . . K. 24.— Administration der „Wiener Morgenzeituvg": Wion»,% PezW Hatörftsatz'o 91t* Wiener Morgenzeitung 11. Februar 1919 Seite 3 „Wilson ist Zionist." bedeutsame Rede Stephen Wises beim Empfang der ameManMen zipniMchsn Delegation in Paris. Haag, 10. Fehluar. (Tel. der .Mr. Worgenztg.") Die französische z i s? n i st t (ch e Föderation vewustaltete anläßlich her AnKvnft der amerikqnischen zionistischen BelegMon in Paris einen feierlichen Empfang, an dem unter anderen auch tell» nahmen Herr N. S o k o l o w. Profesfyr Ch, W tzizm a n n, B y s e n h a u m, Mitglied des Großen A. C. und litauischer Uuterstaatssekretär, B y sys f, Professor 9t. <31 o u \ et) und Professor Viktor Basch. Die französische Regierung war durch einen Adjutanten des Obexkommissyrs für die französich-amerikanische Angelegenheiten, Andrö T a r d j e u.s, vertreten. Nach einer Begrüßung des Vorsitzenden, Herrn H e ch t e r, der an Stephen Mises Morte erinnerte, „Judäa ist das Belgien und El s a ß d e s Jahres 1870, auch dieses Recht muß wieder gutgemacht werden", führte Dr. G ü n z b u r g', Vizepräsident der Föderation, aus, warum die Ankunft der amerikani» schen Delegation mit so großer Ungeduld erwartet wurde: die feste und energische Stimme der amerikanischen Delegation muß uns eine gerechte und eine rechtschaffene Politik bringen. Pros. N. S l o u sch sprach über die amerikanischen Juden, die er während seines langen Aufenthaltes in Anrerika, yon dem ex soeben zürückgekommen ist, kmnen lernte. Prof. Basch teists mit, daß er ein Jahr vor der Balfour-Erklärüng vs'n Minister Brianh eine dem UonismuL güvsiig gesinnte Erklärung erhalten habe, die noch unveröffcn^' licht gehliebm ist. Prof. BaH huldigt in feinem Schlußworte den Vorkämpfern des Mnibmus m Frankreich, Max N o r d a u und Mexandex Marmorek. Im Namen der muerikaurschen Delegation dankte Stephen Mise für den Empfang und sagte: „Der Zionismus. ist nicht mehr ein platonisches Verlangen einer Parteh fondern das Programm vyn. Millioneu Juden aster Lander, deren gerechte Forderungen durch die amerikanische Gesellschaft unterstütz werden. Präsident Willsm dieser Träger des höchsten Idealismus, ist F i o n i st, das kann ich als intimer Freund bestätigen. Rabbi Wife rühmte die ergebene Arbeit der Zionistenführer Weizmann und SokoloM, denen ' das jüdische Volk unendlich viel ' schuldet und setzt auseinänder,' welche finanzielle, soziale und moralische Untecstutzung düs amerikanische Judentum für die Verwirklichung des Zionismus, im vollsten Ginne dieses Ausdrucks,, das heißt für die Lösung der Judenfrage, bereit ist: .; : Der MerrmiraimLe Sozialistenküngeetz. Bern» 9. Febrnar. (Gchwm. Dchsscheyflgentm.) In der Nachnüttagtzsihung teilt H. ü y s w a n $ mit. haß von der sozialdemorratischmPartei in F lü m e ein Telegramm eingelaufen sei, das vollständige S e l b st b e st i m m u n g für diese Stadt fordere. . ' G v u nt b a ch MsaP verweist darmlf, haß Präsident Dawid als Sprecher dev Mchrheitssyziallsten in der. National- Versammlung zu Weimar die Selbstbestmunüng Elsaß-Lochringens im Rahm e n D e u t s H l a n d §‘ gefordert habe. .. v (drmscher MehrheitssozialiP meint, ämmuna wevhk gefordert, m in Deutschland lasten. vt a ch e st.i m m u n g land 'unbedingt nötwend'itz ist. hieraus - gelangen WÜ AntMr?siher die^R e h a n d l u n g der Sf rien sg esan ge wn. gut Vschandhrug; her eme rft vyn der Mardnung der den'fchcn Mehrhettspattet. der andere gsmelnfant von HZ"sn^ e ir iM» R e N Ä udiel Wterzekchnet, ' ' Hst' Erörterung - gylaM fydann der Gegenstand „PiKatur pnd.Pemokratie^ WMy? HkK.nting als Obmann der KoiNmiffian berichtet./Er Mw gp Kst.'MheWmm Md 'Gegenrevolnriostäte der ganzen Welr die'Marnung, die so zi al i st i 's ch e' E n t w i ck l n ü g n i ch i btt * m G e w a l tm a ß u a h m e vt zu h e m m e n und dieWeltHr-schütterungen ^auszusetzen, dir für die ganze' Menschheil verhängnisvoll werden müßten.,(Starker Beifall.) Die "Konferenz empfiehlt wyrterH her per-manentett Kommission. eine Ab.ördnnng nach Nnßkand zu senden. Die Konferenz setzt ans die. Tagesordnung deß nächsten Kongresses die Frage,des B o l f ch e w i smus ttNd'bsauftvägL tzitzKMnisstop, dienätigen Borarbeiteu zu nmerrsthmon. . ' M a c D o N a l d erklärt i Die Idee cink danernden Bestrafung dev besiegten Zmtcakmachte. die choutg in Paris vertreten 'wird, müßte in dreien' Ländern geradezu zu einer Anarchie führen und das Ende davon wäre, daß die Erscheinnngen im Osten weiter nach Westen Vordrucken'würden. Keine Regiemmg könnte es 'verhindern, haß nach sechs Monaten der Arbenslosigkritz nicht unsehlkav die Mch'm Zustände eintreten würden, wie sw jetzt"H Meüvopq nnd.zum .Teil in Zentralenropa herrschen^ Heshalb. wärnen. wir' hie in Paris'versammllteli Begienmgen vor PeschWen, die sie Nr eine ^weitere A-usbreitung bÄichewMschev Ideen verantwortlich machen würden. WeifaD. :' V ViV Da infolge verschiedener fswischenruse eine allgemeine Uyvis\e entstehst beantragt Huysmaps Niy l Uhr nachts,, die Verhandlung abchchrMm nnd "d'ie - sWitere' BergtWg güf. heute zy verschieben. Die Hitzun'g svird hiMuf vertagt. M PMufsiY« Wpr dM BSWMkSWM vormt .Di"k._.... __ .. . Soviel' (Frankeich) wendet sich < ..entschieden gegen die ~ ' " /rt ' ‘' dm sale elner . ... ... ..gar entspricht durchaus dcri EMchWeNz die hre gergn Mp i\t Wilergerommen cus aue vmyerigen tozrawn Vewegungen, darum lehnen' wir es gh,"fte ' irgeMvie orqnpWrkxn zu wallen. sei pmöubch der Memmig, ' daß dag bolschewistische rttegime gar keine Diktatur des ^Proletariats,- sondern eine Dcktatnr über das Proletariat hehmte. Gegenüber dev Behauptung v.erwent Z^elroh daraus, - daß. M Arhtzrtsrschäft Hst schwechten Anklagen negeu dst ^ollckewMsche. Peäremng erbebe, die tzq MlciMt, e,e M folgt, das SbiE-tzcht ytzvlvüW und merd'es'nie gan-e Volks? Wirtschaft zerstört und die'Arbeiter zu WgM Mpcht habe, Dr. Friedrich Adler (Oesterreich) stellt zunächst mit Bedauern fest, .daß die Debatten ftotb deutliche Spuren der Kriegspsychose zeigen. Auch die französischen Redner hätten, wie es Eisner getan hat, hrer nicht von Untaten der 'feindlichen Regierungen, sondern von dem erzählen sollen, uvasihre eigenen Regierungen gemacht haben. (Starker Beifall.) Es.hat uns mit Schmerz erfW,: haß auf der Konferenz km Wvrr gefallen ist gegen dre Front rni Westen,, währestd man 'jetzt'mehr 'öderweniger versteckt den Versuch machen 'will, die' 'prül'etarische Revolution zu brandmarken, Reuaudch Ruhanow.itsch nnd andere erblicken im- Bolsch.ewismus ' eine Gefährdung der Menschheit und verlangen eine Aytervention der Internationale. Da fccigenwir: Wo war d i e-In'tern'atron a l e i N d e n vier e i n h alb K'r r:tg s-j'ö;h x,e n, da die Menschheit in Gefahr war? (Beifall.) Die Konferenz , ist schon darum, nicht.befugt,. ihr Well über den Bolschew's'mus.jn Rußland zu fällen, vor allem, well sich Vertreter dcrBolschewimr heute auf der Konferenz nicht verteidigen'können. Wenn'Ax e^ r a d der Sowietregiernng porwirsst''daß sie S y-'z i a llft.eür ins Gef ä n ü nt s s e tz t> so erinnern wir Wran, daß a n. ch K e,r e n s k i und mit ihm die Vertreter der Menschewiken M Zeit ihres Regimes Sozialisten ins Gesängms warfen, und zwar solche, die sich im Kauchfö gegen die Fornrtzung drs Krieges chesanhen. .(HelfaM. Medner .Perliest znm Schlu.ß eine von einer Reihe, französischer und nyrwegischex sowie emer Reche aicherer GeNoffcn Unterzeichnete'Erklärung^ ' - ' ' ' In dieser Erklärung wird vorerst festgestellt, daß gerade die Wenossm, die wöhrend des Krieges durch ihre Haltün'g den Mammenschluß der Jnttzrnationals unmöglich machten,' diehentige Konferenz benützen. wollen zu einer'Aktion, die tzie schwierig- Men hex KnLernätiönale notwendig vermehren müßten, .Me ErMrung verwahrt sich gegen' jede Brandmarkrmg der. Zustände M .Rußland, über die genaue Berichte nicht vorliegen, während Eichztzisig dje Rachrichtenagenturen der Entente und her Zentralmächte fortfahren, die S o w r e t r e p u b l i E d u r ch liigey h a f t e D a r st e l k u n g e n z n d i s k r e d it le^e'n.' Wenn auch an dem guten Glauben der auf der Kon-' ferenz als Ankläger anftretenden ru>sischen Genössen, nicht zn zweifeln sei, musie di? Internationale doch au dem Grundsatz sesth alten, daß b e id eP a r.t eien a n g e h cs r t w erden. Die von der Mehrheit der Kommission gewünschte Resolution sei auch dämm, unannchmbar, weck gewisse Abschnilke von her gegenrevolutionären Btzprgevisie gegen die soziale. R tz.v o. lu t i nn a u s.a-e h e p t e t. w erde y konnte n, (Beifall bei einzelnen Delega'jonrn.)'' R uba n o w i t s ch (Menschewik und die Vertreter der soziakrevdlutwnären und der menschrwistischen Partei Rnßlajids schlagen gemeinsam vor, eine K q m m i f f i o n n a ch K u ß? l a p d zu schicken. ' '.. ( Er kritisiert'aufs schärfste das bolschewistische- Regime, das chrliche russische Sozialisten zu Tode marterte, äks .sie/'.znr Rn-. iio.nalversanunhmg kamen, um den Wellen des Volkes znm Aus- .!'• - . - : Die SitzMg tzirh Wl 1 Uhr abgebrochen rmtz. um 3 Uh m. ' ' " - Eme WLffenMllstayVskommisfion in Wien'? Budapest, 10. Febmar. (Tel. der „Wr. Mprgenztg.") Die ungarischen Blätter verbreiten die Nachricht, der Vorsitzende der Waffensiillsiandskvmmisfion in Ungarn. Oberst D y x, habe geäußert, daß eine ähnliche Kommission in den nächsten Tagen jhren ständigen Sitz in Wien einnehmen werde. Die Tätig-, keit dieser Kommission würde sich auch aus die Verproviantierung Deutschösterreichs erstrecken. (Air hiesiger amtlicher Stelle war keine Bestätigung dieser Meldüng zu erlangen.) Eine französische Grenzregulierungs» Kommission in Graz.- Hraz» 16. Februar, (Tel. der „Wr. Morgenztg.'h Samstag ist hier eine französische Kommiffion eingeirosten, die in dc^ zwischen Iuayssawiev anh Hrut «? oftexrt.ich bynglich einer DemackgionÄrme im'sMÄen Steiermark verhandeln soll. Borläusig ist yn WasfeNslillstand abgeschLoffty worden. ,