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Wiener Morgenzeitung · 1919-02-09 · Heft 22 (9.2.1919) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 22 (9.2.1919)
Date
1919-02-09
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Wien, ÄümrtaH Lpierrex WLüLALKZeLLrrrrA 9. Heoruar 1919 Seüe 3 Die Wahlen. Rr. ZZ Aden cufegültig englisch. London» 8. Februar. (Meldung der Telegraphen- Kompagnie.) Nach der ^Dailp Mail" sichere ein Ge--. 'Heimabkommen England den endgültigen Besitz von Aden. Schiffsverkehr Vordearrx—Odessa. Paris» 8 Februar. (Havas-Meldung.) Gestern fand hier die Generalversammlung des interalliierten i Ausschusses für ein e B er b in d ung Atl an- \i'{scher O A e a n—S ch w a r z e s M e e r (V o rd e a u x—O d e s s a) . statt, an der zahlreiche Delei^atronen aus Turin, Müiland und Venedig sowie die .offiziellen .Vertreter Frankreichs, Italiens,: Serbiens, ^Jugoslawiens, der Tschecho-S.lowakei, Griechenlands lund Rumäniens teilnahmen. Der Unterstaatsfekretär.?für das Transportwesen wies darauf hin, das; die ifranzöüsche Regierung den Entwürfen zur Verbesserung!der Durchgangseisenbahnstrecken auf französischem Boden entsprechend den vom Ausschüsse Schweiz—-Ozean i gemachten Vorschlägen zugestimmt habe. Wilson siegt. Lugano, 8. Februar. (Meldung der Del.-Comp.) lD'er Berichterstatter der „Preseveranza" Meldet Nus Maris, daß der bisherige Verlauf der Friedenskonferenz Beutlich den Einfluß Wilsons-erkennen lasse. Dem. Prä-- sfidenten sei es in wenigen Wochen gelungen, den eng- Äschen Block zu sprengen. Wilson habe-diesen Erfolg Un erster Linie seiner Festiigkeit-zu verdanken. ' Die Meinungsverschiedenheiten seien im Anfangso groß -gewesen, daß man nur vor der Wahl stand, die Vorschläge Wilsons anzunehmen .oder seine.Abreife nach Amerika zu provozieren. Gegen Lloyd George wird von französischer Seite der Vorwurf erhoben, daß er' Wilsons Vorschläge mit Rücksicht auf die inmrpolitiische Lage befürwortet habe., Frankreich müsse einen i schwachen Frieden schließen: Wilson begnügt sich nicht i mit der Regelung allgemeiner Fragen, sondern kümmere sich auch um ihre Einzelheiten. m..1 1 Der interlmtiyrmLe SoziaListenKongretz. Bern, 7. Februar. Im weiteren Verlauf der Rachlmittügssitzung unterbreitete. T schenken (Georgien) einen > Antrag, wonach hie Internationale das Streben des georgischen Volkes nach nationaler- Unabhängigkeit als!gerecht unterstützt. . ' . Renaudel (Frankreich) stellt.-fest, daß in - dsr An-! Wendung der Grundsätze' der zur Erörterung stehenden TE-i i törialresolution bje Meinüngen ttn emzelnen Noch ailsetnandersgehen, Mit Kautskh ist' Rednet Win einverstanden, daß ialtein der Wille devB sirWi! der strittigen Gsbiete matz- .sgebend sei; das nationale Problern. Mrfe nicht vernachlässigt werdest Mp dein irrternatiönalön. "Msosthsre Pedtztttung mißt -Renaudel der heilte bekannt- Mäbestsst -Losung ber dänisch- -cheutschen Frage 'zu; - wenn es -dett deutschen Delegierten ge- /Mse,'chM-ÄysstNg,.M-.-Mtz^MVMd.u«chzusStzen,>Kanm-werdö;:iWs .et», ^deutsche; RsvMstüllc <tatsächlich ßesonst'en sti>. stssten-. 's n t $ n at'i o n a^.e'st H e r- Ipflichtungen nächzukonrmen. '..;v Renaudel daslkt Kautsch ustd MMer für ihre-Haltung -i» der elsässischen Frage» diest'füts - dis französischen Eözia-. liffceu nie etwas. anderes als fine, 1V Rechtsfrage. gewest« sei. ' .. Zur Frage dirr Annexion bös - linken Mevmfers üstd des Saarbettens erklärt - Renaüööl,'-8aV-'d'ie/ frauzösWixp'Hozi-- fid^ febcc Arrnexion widerfetzeNöb politischen öder - ökonomischen Charakters. In pen/-MNärungen der deutschen' . MehrheitSsozialtsteil habe Renaüdel die glatte Anerkennung '--.'.permißt, daß das Deutsche Reich im ^ahre 1871 ein-Unrecht 'hegangen habe, das es heute wieder-gütmachW wolle; mit dieser Erklärung hätten die Deutschen den französischen .! Chauvinisten die Waffe aus dev'Hand geschlagen und die Dies irae. . ' Tragödie svorl Anton Wildgaus, zum ersten Male aufgeführt l am Bürgtheater-.aM 8. .Februar. Der traurige Held der neustrTrögvdie von Antün Wildgast^ der achtzchnjährige Maturant Hubert, . ist ein Kind der . Sünde in einem anderen Sinn, als dieses. Worlibisnuri gebraucht . würde: Sündhaft war seine Erzeuchmg^ weil; sich diese-. Ettern, ^her Humanstt Dr.. uied. ppst.. Bmzrn^ FallmeL. und die ' nüchterne, praktische Frau Elisabeth bitter hassen« Bis in die .Mansarde hinauf, ivo Hulvert MM, s-Mgen.die MeMeilen Mst ihres ewigenKampfes und mengen sich wie zum Höhn mrt dxm Dlüiöh ' :bev JbenadjÖrtvte« ^cUViQetlfdfienfe, 2>?uttcü uttb Söötcü «itt Leidenschaft den Sohn an) ihre Seite zu hringen. Der Vater will nicht, W sich der. Sohn im Pr.özentrechsteN,LHer vnstennt Llls' in den Klassikern. „Uns, die wir nicht in Werken ' daüern, bleibt nur: Das Auge-zu vererben, das unsbieHerrlichkeit der Welt erbnüt chak", sflgt der Väter zrt fcht?m Fechnhe- Remigius, Dir Mutter^ .Mgigen will einem fröhlichen, ppaküschen TatMctischct!, .keinen ^-HücheyvUrm, einen, der m WoMyDnheit genießen kann . Und ,üiH mit dem- Groschen rechnest rstW Sie zerren ihn herüber, ,.hiNMer.und der ärme Jimge ist längst.axknickt, bevor dasHrama ' Mginnt. Roch am Vorabend der Matura kommen sie beide, erst .^stie-Mutter, dann der Vater ans seine Stttbe,- rollen - die Frage .' ster Berufswahl aus und werbeil. riiMchtslos um ihn. Die Matura gllickt und .sirst beim Festesten daheim bricht -er'Haß der Ettern in Gegenwart dts Sühnes furchtbar lv§, wie -nie zuvor. Alls rhrern Munde mnfi Hubert hören, wie er gezeugt wurde. M n t t e r: „Wer hat dieses Kind gewollt! Nicht ich war eS, ■toi!" V a t e r: „Sie lügt l Sei dn jetzt.mein Zeuge, Herr Gott, Sie lügt! Als sie zum Ekel sich ward-sst ihrsr trostlosen Leerheit, . .M.mir öetMe sie. Gm Kmd will mein Schoß jetzt, ein Kind! W FMel ‘Ufo ihre Leere! Rrcht ich,hab's gewoltt^" Hubert ^.'Wzt entsetzt fy.l.1 von diesem FestMahr-. dw Erzeuger, die Aüg in Mg MrechNMg hatten für ihr verpfuschtes Wen, merke« es Mt emmat. st " ‘ Er flieht zu seinem verbummelten Schulkameraden Rabauscr, Versöhnung zwischen den beiden Völkern erleichtert. (Leb-- yaster D-.na'll.) .■ ' Se n n c t (Dellt'chböhmeu) äußert sich über die Frage des A n f ch l n f s e s Deut sch öste rr e i ch,s a rr D e u ts chlanb, wobei er erklärt, daß es der Wille der übergroßen Mehrheit di>S vsukschdn V-nkeS in'Oesterreich ''sei. mit der'deutschen Nation im Reich? rer üngt zu werden. Diese Bereinigung-^-.-sägte Redner — bedeutet dse Erfüllung - einer alten d em okr.ntsschen, Fo r-.d. er u-ll,.g, für die schon in der bttrgerlicherl Revolution gekämpft würde, eins Forderung,. die nur durch die Hansmachtvolitik der Habsburger bisher ilicht erfüllt wurde. Gegenüber der W und da. geäußerten Meinung,- daß Nicht die Gesamtheit, der DeNisch-- österreicher den Anschluß an DeutWand. will, und baß gewichtige Kreise in Oesterreich dagegen sind, ist attf d'en vor wenigen Tagen MstrWnig gefaßten 'Veschlüß der deutsch-.' österreichischell Nationalversammlung für den Anschluß an- Dentschland binzuweisen. Damit. lietzßstGlestü..n'zWerfel»'- b a sie W i lle nsevklärun g des d e-u ts ch äst er r e i- -ch i s ch e n Bot.? <i - durch., seine berussne« Vertreter .vor». Cs ist nicht zu bestreiten, baß gewisse Leute den Anschluß'"' nichtwolleir'. Cs sind dies Interessenten 'an der Wiederherstellung der alten inonarchistischen Eetvalt, die im Ausland, eine heftige Propaganda unter dem. .Decktovrt „Donausöderation^ entfalten^ da sie - nicht wagen,, offen mit' dev Forderung ..Nichtanschluß an Deutschland." sthervorzntreM. Das sind ^aber" nüv' Letzte; für die in DMSkrätie kein Platz mehr vorhanden äst, die h ochAr i st o kV ci.t i.e rmd. -Generali-tät, die hohe Sutc.aukratie, denen der Umsturzdie Macht, entwunden hat, vor. allem aber auch die hohe G'eistlichkelt, die im ältest Destertzeich' ihre ungeheure Machtstellung zum Unglück der' Völker b-rnüht und die Politik beS Staates - entscheidend beeinflußt hat.. Diese Leute haben sich heute vereinigt zur Vortruppe der Gegenrevolution, zusammen nicht mit.-der -Industrie,- wie" behauptet wird, sondern mit dem alten -Nü'stNngskapital, für daS es im -neuen Oesterreich keinen Play^luehrgibt. . Seliger wendet sich'zum Schluß an die t s ch e ch ist ch e Delegation und erklärt: Wenn - der tschechische Staat ans die Weise zuständekommt. wie. die tschechische Bourgeoisie und leider, wie es scheint, auch.dietschechischen Sozialisten es wünschen, dann ist dieser Staat.nicht, möglich als denrakratischer Staat, sondern er kann nur bestehen durch Errichtung einer momarchistischen G-ewalt, und die tschechischen Sozialisten Werben wwer ihrem Willen zmn F nstr u m e rc t b e r G e g en ve. v olu-t i o n». Die'e Psli il weiter mitzumachen, können die tschechischen Genossen nicht verantworten. (Beifall Lei der deutschen und französischen Delegation.) L s « q « e t (Frankreich) erhebt, im Nurneu der iüdischenBevPlKerunKinRnmLnien, die bei der Konferenz nicht vertreten ist» auf das energischeste Verwahrung dagegen» daß dort eine Million Menschen auf das schlimmste geknebelt wird. (Beifall.) Damit ist die Aussprache über die Gehietssraaen beendet. In der VoxmittagSsktzuNg wird die- ÄUssvrachs über die Terriwrialfragen fortgesttzt. M a c d o n a ld (England) ertt'ärt. daß für Größbritannien drei Fragest i'm Vordergrund stehen: Erstens die NätionaliLätensvage -(Frlanb). ' zweitens die der Kolonien, die sich noch nicht selüftändig Mgieren können, drittens die Frage der strategischen.Pnnkte> ,die von England zstr Sicherung des HandelSverkshrs seinerzeit besetzt worden sind. ' . ''.7 ■' P e t t i d i S (Griechenland) verlangt die I n te r n a t i on a Ist s i -e r wn g nst an-t ü.n o p'^st s . üntest . der Kontrolle des Völkerbundes. - . Sak ä s o w, (Pulgatssn) gibt namens des auf der Aonfarenz nicht verWenLN-'tdrischest Pröletariäts eine Erklärung ab." -in-"dev WgestÄlh--:tvivbst--'dußdoS.- türkische . Proletariatjede- Muld.-.fÜrsWMMsHiM-stNa.aMWaölehne, , hie einM und allein anf.rdsL MegiKSÜnßwr: - -PxLMnt.?.Bram Mrliest -,stckss,stMMärNna der albanischest. ''ÄrLMerorgMMiölst stü' .ArsterikG" die' auch für Albanien 'gegöNÜUr-- den -DstWalifttschen ^Wünschen der äft* grenzsnden Länder das Völle■ Selbstbestimumngsrecht Verlangt. H u h S m an'-S (Belgien)- erklärt, er verzichte darauf, die belgische Frage auszuwerfen,nachdem ' eÄ .steststshe-, daß Belgien voll entschädigt wätben soll. " " 2Ö u ö l i o £ (Finstlastd) iült^rbreitei sWN Beschlüßantrag, worin verlangt wirb, daß-der Kongreß die Forderung Finnlands auf vollständige llnahhästgiüksit in Pans unterstütze. Seja (Lettlarid) fordert die Anwendung, des Selbst-» bestimmNngsrechtös in vollem Matz auf Lettland. - S h a n n e n (Irland) -verlangt die Lösttng der irischen Frage auf Grund der Selbstbestimmung. dem Karl.Moor dch Stückes, Der schrich eine Broschüre vom Ethos der Ungchörstrn" und wurde -dafür rettgiert. Vordem bricht Hubert los: ^We zwei Mühlsteine MrDen sie mich, seit ich denke! Sie haben mich nicht gewollt." -R ach a u s e r (ingrimmig) t „Mannsbilder, die zur Weite, gehest, weil sic die MrtshauSkost ödet und. das Waschweib besiiehtt, Frauenzimmer, die sich zu Markt tragen, damit sie nicht rmrzig werden. Zuhälter hei Umversalertzinntn, Kebs.weibec bei schweißigen Versorgern!^ Und dieser Rabauser, der Hubert kennt, der weiß, baß er. ein „Komplex, mts bürgerlicher Hemunmg Mch Menschenfurcht" geworden ist, hilft seinem Freunde "in.;,ftjitet:ÄM Er .erzählt feine Geschichte: .Fmdelhaus, 'EastttchauS»/.ÄruMSzeugni^ Stipendien,' StuUdengeben, . Kosttage, - ewige VnNvürdigUng« „Ein Leben, in dem Hunger Mid Froste noch gnädiger Rutenstreich ist." „Du Vater- und Mutterkind, bleib wuchst bist!" Dann spielt ct den letzten Trumpf aus, den „Kinoestett des unterirdischen Lebens". Aus dem HiMergrnnd des Dachbodens, iu dem er haust, holt Rabauser ein taubgrprügeltes ProletrHnd, Er fand .das halbwüchsige Mädchen fast erfroren unter-einem Brückenbogen,- als er ins Wasier wollte und nahm es zu sicht dieses in Lmnpen gchüllte tuberkulöse Wesen mit den verängstigte» Augen hungert mit Rabauser auf dem Dachboden, schmiegt sich wie Mignon an . seine Füße und singt ihm zu.- Laute. Uttd Hubert schleicht in seine Mastsürde zurück. Nicht allein.; Rüst, das Dienstmädchen^ im Baterhause, eiste-weitschichtige Per-» wandte der Mutter, war ihn suchen. Ein Liebesduett hebt an, so keusch und zart imd von reinfter Musik erfüllt, wie es schön lange, lauge feinem Dichter geglückt ist. In köstlichen Wildgansschm -Versen ist diese MitterNachtSstunde in der Mansardmstube besungen. „Mir ist zum Versinken, so nimm »stich doch!" haucht das Mädchen. Er aber nimmt sie nicht, dieser Zerbrochene, und sie wankt davon. ^Kern Mann ton Ä, «N MchtS! Auch da per» sägt..." Heuri'Mgarten wirdKchraoK gMacht und während eine sohlende Gesellschaft-voräberzicht, erschießt sich Huöert vttt seiner Flobertpistole. Noch ein phantastischer Schlnßatt. Rabauser, zu einer Jüdische Wähler und Wählerinnen des Wahl» LezirLes Nord oft! Am 16. Februar mk$ entschiedsn, ab die LM.SV6 .-Juden Deutschvfterreichs in der KvnftitnanLe verLrete« sein werdsn iodernicht. Durch ein urrgerochLcs reaktionäres Wahlrecht ist «s tzekomrnru, daß nur i n BezMe Nordost bewußt jüdisch« Vertreter gewählt werdm können. In den Parbamiente». nlser - iLLsaten, die «mf dem Gebiete des 'alten Oesterreich rrrtftsuden sind, wird es natisnaljüdrsche DertveLer geben. Soxgt posür, daß das jüdische Bslr auch in der KonstiiuanLoDeutschösterreichs zn Wort kömmt. t »»" Bor dem Forum der Welt ist die Jndensrage QufgerolLL und soll jetzt gelöst werden. W)W Ihr die einzise» Jude« fern, dir nicht das Recht Äüs die eigsnü Raiisn fordern? - V Als getreuo StnatsbürBr habt Ihr PLö Pflicht, .dafür zu sorgen, daß das bisnu» ünlsidMe,' unser Bokkstum ernWriaende den Staat fchSdigende' Verhältnis zwischen Jüvon üud Richtjuden gründlich sie- : ändert wird. Das freie Bekenntnis zur jüdischen N-it'i-:n' wird ein einträchtiges Zusammenwirken mit den nicht- ' Wischen Staatsbürgern herbeiführen. Fort nrit der? assiNnlatsrifchen Lüse! Sprechest wir vrn Bol? zu Bolk, und wir werden uns verstehen lernest. Im Kamps um das primäre «Ättortale- Dolfsrecht, das wir als einziges Volk in Europa nsch -entöchren, . Müssen alle jüdischen Klassen Zusammerchchmr. -,Dr-: ZnfAMMenft'tzung unserer Liste und die alte jWsche Lchre . von Freiheit uud Gleichheit bürgt dafür^ d ik ün.ftre ' Äevtre-ter in wirtschaftlicher Hinsicht ein rahikol kretisches Programm vertreten werden. Uns pftfurr Staat, in dem wir perwurzelt sind, soll unserr bür ganze Welt umspinnende Organisation des Zn>p;rttu,ms zum Segen gereichen. . . Judru und Jüdinnen! Wollt Ihr Euer Weh'// *-11 ihr ehr gedeihliches Zusammenwirken mit den;ü?hL- Mische« Staatsbürgern, wollt Ihr das WM Deutschöftcrreichs, dann wählet die nachstehende jüdisch»ationale Partriliste für den Wahlbezirk Nordost: Kandidsten der Jüdischen NKtisnalpürLr;. 1. Ingenieur Robert Stricker, Sta-atsbähurät. 2. Dr. Leopold Plaschkes, Advokat. / ‘ 3. Erna Patak, Erholungsheim-Inhaberin. 4. Jaksb PInkas, Nausmann. 8. Karl Blums, Obmann des Jüdischen'H.n'-!.'n,^U grch!lftnverva,ches. 6. Js!d?'r Blaß, ZahrrtechniVer. ' 7. David Nebenzahl, Privatboamle!.-. ,ch. '-8. Ingenieur --Fchor-- ÄÄ-e-r'M-a.«M,->HUrk?urmrHr... . - Das Wshlkvmitee de^ Mdlschei; NatW'?M-s PEmes. ■ Das H-auptagiLationslokal besnidet sich 2, BeMk, ^itiÄrbrunNgaffe, Gsf6 Müller (Sorüerrain^,'ArrSRnfts werd.'m von 10 bis 12 und von 3 bis.7-,, Wx,ert-eitt/ Das Agitatiorrslokal deK jüdischen Natiorralvereins für die Brigittenau befindet sich 26. Bezirk, 2L'a!k'tsteinstraße 2, Cafs Bürger. SprechstunÄen tZglist! von Ä bis 12 und von 3 bis 8 Uhr. s dämonischen Gestatt gewachsen, stetst vor dem Sarkophag Hrchrris und hält mtter Chorgesang und Ol'gclbrausen mit Dr, Vinzen/ 7 'llrtter, hält mit den sündigm Erzeugern Abrechnung. . O, die sich nimmer beugen , , Brennende Quellen zu stillen . In Mutterhuld - , O, die den Menschen Mgen . , , ", Nicht um des M e n s ch e n willen, ' ' ' ' Ihrer die Schuld 1! * . Die Aunührung im Burgtheater ist trefflich, die Inszeuie^ Mg sehr stimmmigsvoll. i - Herr E. R t i m 11 s war als Hubert überraschend gut,. ' Nur in der Liebesszene des vierten Aktes grrff er stark daneben und ließ Nicht bloß Frau Metze l 8 k y (Rofl), die dieBerse tiefinnig i sprach, sondern auch den Dichter in Stich. Tief - geschürft ha'; Herr S i ebett als Dr. Fallmir, ,'\m schade, daß in der wichttgen Bibliochekszene des fünften Ättes die Deutlichkeit M7 .Sprache unter x» starkem Affekt litt. Eine gütige, versöhnende Greisengestatt waltet in diesem Stück mid sucht zu helfen : Professor Remigius. Es gelingt ihm, die Eltern einander nahe zu bringen, just als Schübert nachhause zurück-- kehrt. Ironie des Schicksals : Er hindert die Mutter, züni Heim-' gekehrten in . seine Stube zu gehen. Folgte sie ihm Nicht, würde sie : wahrscheinlich ihr Kind retten. Herr P a u l s e n als Remigüls war zu pastoral. An einzelnen Stellen sang er ganze Arien. Die. Wichtige Nolle des genialischen Rabauser war Herrn K o c f f ünvertraut. Seine Leistüug' im dritten Akt ist mersterhaft, im fünften Akt aber enttäuscht er, mimt keinen Ankläger/ sondern einen Leichenredner und tut der Wirkung dieser phantastischen Vorgänge Abbruch. Alle - anderen Mitwirkenden sind zu toben. Dem Dichter dankte echter, begeistecter Beifall. -Man'rief ihn nnmerwieder vor die Rampe. - ' - Freue« wir uns dieses echten Poeten, dessen Sprache imnier edler, desse« Weck muner verannvortungsnoller wird, der nach kerNv: SÄte hmschrel^ keine Konzessionen kennt -ünd nr.7 der Stimme rn seiner Br-ust dimt in Demut und Treue. Otto AbeleL-

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