Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 22 (9.2.1919)
- Date
- 1919-02-09
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Wien'. Sonntag Er;: - der ziomstifchen Organi-- - •: . ' sstiv K. DlA'-' fi-o ü i st i f cfj‘e L andeskomitec für Wi '#4 f ch ö st er re i ch. Wien. H., Zirkusgüjje 3^:'-rE^eich«i' ein Rundfchreil en, worin es heißt: „Es iÄr uwhl, auf die große 'Bedeutung,der Lcvorüchcndeu Wahlen für die Monistische Bewegung und sm' den' jüdischnaüvnalen Gedanken in DeutschvstcneiZ', siiHmvsisen. Ehrensache Unserer Partei ist es. alles aui-ilbi-ten, um eine je größere Anzahl.von- Siimnrcu auf unsere Kandidatenliste in dem'Wahlkreise Nrckdost ^ü vereinigen und durch positive Arbeit das einzige jüdische Mandat Deutschösterreichs zu erringet^ ‘• Wir ^suchen daher alle Parteigenossen: 1. uns Nam<--iArd--Miessei h r er B e kannten in d e r ---'F^v'pv Id st a dt, D r i g i t t en a u u n d F l u r^Y.K d g r f, die als Wähler für unsere Äste in Betjachi' kommen, tungehend ' mitzuteilen; 2. an der Wftz h l a r bet i V (Agitation aller - Art,-»ferner Vetätrgung! am Wahltage usw. nk t i v. te il z un e stür e n Ptch sich diesbezüglich -.mit dem Wahl- KomiWM/.'.' Obere Donaustraße, Cafs ^zum. Röten TurmD. MMerrain)'.. ins Einvernehmen zu setzen; 8. den W a h! fonds durch eine materielle ZumenduM^'n stärken. WühlerversammlMgi E'-eute.' W' Uhr vormittags» findet im „Hotel Stefanie". Wien. II., Taborstraße 12, eine jüdische Wählerversamnllung statt. - Tages o r d n u n g-: ».Unsere winschasEchen Forderungen -an dreNätionalversamunung". Redner: Ing. Robert Stricker und Dr. Leopold Plaschkes. Der Besuch e der .Bersammluyg ist mshsjsndere. für die jüdischen Kausleute und GemerbkstMendkn geboten. ■*. s ZülMd. ■ Kommunisten in Llnz. %iinb &'-Tr&nat.: der Stadt wurden Wugzttttl vertritt. die Bc>uäeiner für den 7. d. M., 6 Uhr abends, nach dem ..zum Elephanten" embrrusmen kommunistischen Ber? iannnl'tt^-. -DküdÄ. Ats Redner war auf. drescn ZettelnS-tein-, ' h a r tz t ‘-I^cr: ön<jcfii^rL Die Verbreitung'ber Älugzetrel war jed-:?.k;Ur" vor Verhängung des Stand rechtes erfolgt. .Es uneben *i--;i S.f;&:u-r i11 S i ch e xh ei 1 Sv »Vf eh rnn g en icsiftn.'ntrd ÄaN allench'albcn Palrvuiken zu Fuß, zu Pferde end {■x' f&rPYiMiieiL' -'GerMtwerse veklanttt, daß Steinhardl -.'o--r der-r-Psr^ee-'.mögeforscht -ünd überwacht worden sei. Heute.hat :r brrü-o v.rl-:sirn. D? tüi Nachrichten von einem mst die Linzer G e l d i -.r u r e zu M'.ernchmrnden Pu^ch ninh" -liefen» wa-reu b •«* ikn ganzen Tag über samrl che Banke n, G e l d- L-. n 'o 4 r e d ii i n ft i t a 11 g e s ch l o s s e n und in den Hönn attrr dieser Gebäude waren Ä^y'sWr'AMt gewehrt emae^'L'.. - v-.-: -;;i u.. , .5, ,.... , ‘ . -ÄA MMaWimMrrrg in;K3rrtLe^B. MW^fL-yL, tzj Fcbsüar. Am'lich wird verläuchatt: Die BrltsW.'Uußttnd' in .Kärnten ist bis b'-ute m 62 Gknieintien deS t <r ü b e e n d et.' Das Ergebnis istfolgmdes TsÄMch6--fLoWaKrscheRepubW GMKLfiafterr plündern jüdische GrschLste. -8. Februar. (Tel. der ^Wr. Mor- ''gc-n.st^")^'Aus dem hiesigen tschechischen Gymnasium wurdkU 'D-Schüler ausgeschlossen, weil sie .sich an -den Mssthrerzungen mnd Plünderungen "der jüdischen <öeschWch'.t.KlüUau.betei!igt halte-n. F /reMchD W rLdsr-eftsttung von Hmgerichteten. EMKisch-Oftran-. 8. Februar. (Telegramm der .„Wr. NöLgeustg/) Die Leiche des hier im Winter 1914 megen^ 'ß &-d)p t r r dies Hingerichteten Schneiders M a i fi'-ka aus Pre r a u wird dieser Tage von MähiM-HstMt nach Pr eraU überführt und soll dort 'am lh.ch,. M. unter großem Gepränge . und unter TeUngtzme aller tschechischen Vereine bestattet we.den. Spater ii:f$lim ■ auch ' die Leichen der anderen in Möhrisch-Oslrau Hingerichteten T s ch e ch e n in ihren HesinaLsorten bestattet rverien. ' AnLiderrtscher Boykott in Prag. P^sZ, 8. Februar. (Meldung, der Tsw-cbo-Slowakilchen LcdrrewhUW.«..7Der w r,r t. s .ch. a f t l i.ch e K l u b für Peag und b'<- Mch.vtö' Bit vflknM '.einen Ailfntf zuu't Dvhkvtt gegen al/c6 TMW in . der tHechv-slowaktskbeu 'Republik Lugeschlagen. DVrlrWAbs'unter anderem: Mark' suche 'nur tschrcbnche '<?irf-:- Gekaut darf" nurdas werden, -was-tschechischer Hermun u'r. Ru:. .tichech>sche Äe'czre, tschechnche. Rechtsanwälte sind -.ut bc-'ch^Kri.bediene sich ausnahmslos nur der .ffchechisch-n rvrachi«:?.Mi^aüst-Mr -tschechische- Bücher, pflöge nur tschechische Mnsn dpr'tsche'Mchr'Theatern- ' - - MÄ:'^rAmls -Edem tschechischen Leben alles Deutsche w dmrrjchre K mdZeÄANA. . ^b:W. l&dwvmm. der „Wr. Pkyrtzenz^ i S t e s. a n S t h a t eine Knut en mid iüc dm Än chluß -Deü-le! üän," w-lche -sich jedenfalls-schr eit . :I:-cn roivb. Hur Tnlnahrnr sind bereits hier eir '^VheHatrptMürm-Lietivttrrtter von Deutschböhmc Dc. k'.^ VWNen tz an, Staatssekretär für Heerwesen Metze aie BÄWAE.»per LandeSrrgiermig von Detusch!'öh>n?r> np ^<LeÜLr2llrLeüLr-''ch a t-s ■ :L c. Wiener MorgenZeitung 9. F.öruar 1919 9lr. 22 ^— - -■ ->J" V--J ' --- ' ----- -- Tw ■!■ j 11 :0ie Flkihert der Meere. ' ' Wilsorr-gegM Ae SLehtzgeMoMe. . V Amsterdam,. 8. Februar. Der ^Mornlng Post" zufolge Haborr Wilson und die amerb kanifchen Vertreter die amerikanisch r Auffaffung von der Freiheit der Meere formuliert. Das Elaborat, das der Friedenskonferenz unterbreitet »werden wird, enthält folgende Punkte: 1. Keine Nation soll eine so große Flotte besitzen, daß sie im Stande Ware, die Ko n L r o l l e ü ber die Me e r e a l X ein aus z uü be n; 2. die Kriegsregelu sollen während eines Krieges nicht geündert werden; 3. jede Nation, gleichviel ob kriegführend' oder neutras, föll für die Einhaltung der zur See geltenden Regeln in KrlegSzeiteu streng verantwortlich gemacht werden; 4. der Begriff „Bannware" soll in Friedenszeiten genau bestimmt werden. Kein neutrales Land soll Bannware verschiffen, «och sollen Schiffe neutraler Lander versuchen, die von einem kriegführenden Lande. errichtete Blockade zu brechen; 5. die Benützung bon 17-Booten soll ein geschränkt oder nochbejser ganz: verboten werden. > rrebernahme durch fraKzösische Schlepper >Vigo^8. .Februar. (Rädiogramm.) Die fränzSsischen Schlepper ^Rhinoeeros" und ^Kippo* potawus"'sind hier angekommen; man erwartet noch zwei andere. Dieses Geschwader wird von den Lfterrcichißhen, beziehungsweise ungarischen Schiffen ^Naji"> >Lajos", ^Stefanie"> „Brrda" und„MsdiLeranse^, wslchB stch hier bestirdsn und die an Frankreich überwiesen werdet sollen,,Besitz nehmen. Ein anderer Ssterrsichifcher Dampfer, die „Kestroma", gehtin die Hände Isaliens über, so daß danr^ noch 5 deutsche Dampfer und 1 Segler hier verbleiben. Über welche noch'keine Verfügung getroffen wurde. v Deutschland. Nationalversammlung. Weimar, 8. Februar. Präsident Dr. David eröffnet die Sitzung um 3 Uhr 25 Minuten Es sind eine Reihe weiterer Glückwunfchadreffen und Telegramme an die Nationalversammlung eingelaufen. Den ersten Gegenstand der Tagesordnung bildet die Beratung des ffntwurfes eines Gesetzes über die vorläufige Reichsgeivalt... Staatssekretär Dr.'Prtu ß fuhrt ltnfor anderem aus: Die Schaffung. einer. Veirfassung für das .Reich liegt ihnenwb'l7Äer' Verüf "Md' die Wollniacht zür Schaffung^-diK 'VetfassMg^'liegt an der. S o u» v e.rL'.niHW d.ÄLlR'a PsE' 7'^"/ " In> Frgnksurtist^Z seinerzeit dit ^Nativnalver^ sammlung am dem 'Widerstand der dynastischen Kräfte in Deutschland - gescheitest' Wieser Widerstand ist durch die Revalutiön: beseitigt, . überr so leicht 'wird sich auch nach Beseitigung-ldieseS 'Widerstandes die Neuorganisation des Reiches n i ch t s ch a f f e n lassen. Es bedarf das, was. church, die, Revolution geschehen ist. nunmehr der r e ch t l i ch e tt Ordnung und F u n d a m e nst i e x u n g durch die hohe Versamm- . lung. Das. Reich, als solches,, die, Gesamtheit der deutschen Nation, von der -.wir ja nach den Kundgebungen dieser Tage' hoffen und erwarten dürfen, datz^ sie sich durch den Rücktritt deutschen Bruder in Oesterreich vervollständigen wird, ist der feste Bestand, dm wir in den.neuen Zustand hinübernehmen. Aus der. Erkenntnis .heraus» daß der Abschluß dieses Werkes zur Eile" Mahnt» ist der Entwurf der Festlegung einer vorläufigen Reichsgewatt hervor^rgangem Digser. Entwurf ist > ein Kvlnpromißentwurß er kann keinen» Anspruch auf Dollständigkett machen. Gerade die weitreichenden, und schwierigsten Frozen, besonders die der Kompetenz zwischen Reich und Einzelstaaten, ' und gewiffe - - andere Kompetenzfragen mußten hier von vornherein ausgeschaltet werden, denn gerade über die wäre nicht schnell eine Einigung zu erzielen gewesen. > Auf dem Gebiete der internationalen Verträge wird das bisherige Recht einstweilen aufrechterhalten mit dem Zusatz, daß im Hinblick auf den Völkerbund» wenn in diesem allen seinen Mitgliedern die gleiche Verpflichtung auferlegt wird, alle Verträge der parlamentarischen Zustimmung bedürfen sollen und dawtt mit dem S y st e m d e r Geheimv e r t r L g e ,,g e h t och e n w e r d e. Es müssen Wünsche der Parteien. Wünsche der einzelnen Landestelle. es müssen auch. die Wunsche der Reichseinhett bei diesem vorläufigen Entwurf e tw as ^UVück^Vstvl lt werden. Aber über allen ' diesen -WünsW.^Heh^l glaube ich, bei allen Tellen - , dieses hohen Hauses mehr noch als in den Tagen des Glücks, in diesen Tagen des Ernstes, der Sorge und der Not die Liebe zum gesamten Vaterland, mehr noch als im Glück heißt es jetzt in Schmerz und Leid für uns alle: Deürschland'über alles! .(Beifall.) : Die erstem Beratung ist .-geschlossen Damit-ist die Tagesordnung erschöpft. Die nächste Sitzung findet - Montag um 8 Uhr - nachmittags statt -mid der ^Tagesordnung^' Zweite Beratung des Pesetzmlmnsetz ybphtf poMMe Mcksgewalt.- -'->.'.1^:^ 7 . v,; Das Programm der Nationalversammlung Weimar» 8. Februar. (Meldung des Wolsischen Bureaus.) Nach den bisherigen Disposittonen wnd die Nativnatvttiamm-- lnng heute nur die Vegründüng des VerfaffungsgesetzeS durch den Staatssekretär Preusi rntgegmnchmen. In d:e Besprechung -Ver-Borlage wird erst Montag eingetreten werden; doch ist m. Aussicht genommen, die.erste, zwette und dritte Lesung-Dienstag r\ Ende zu führen, damit "Msittw o ch b ic Reich spräsrentenwahl vorgenommen werden kann. Hiemuf würde; sofort das Kabinett ^gebildet , werden, damit, am 12. Fedmar ber '. Beginn der VeHändlnngen über die Verlängerung des - WasienstlllstandcS eine gesetzmäßige Regienmg vorhanden ist. Abgeordneter Fehrettbach — Präsident der Nationalversammlung. .y; , Berlin, st. Fedrüar.-Wie m pdrlanrentarischen Kresien vek^.^ - latttek, wird der Präsidentder NariönalversafnMluttg Dr. D sofort - Vach -per Annahmedes provsivAschen Bersasiungsgesttzis!' - sein Amt mederlr-g«'»-. weil .sonst - die drei PrästdkntenstrÜeü ^. (Reichspräsident,- Mmisterpräsidmt und Prasidem der Rational-' vcrsamnstnng) alle in den Händen der Mehcheitssozialistm lregew'- würden. Dem Bernebnttn nach - wird der Zentrumsabgeordnetix. Fechrenbach zum- Präsidenten der Nationalversammlung ' gewählt werden. , ^' Die Verhandlungen Über de« Anschluß Deutschösterreichs. Berlin; 8. Februar. Das „Berliner Tageblatts i meldet aus Weimar: Am Montag oder Dienstag wird die Reichsregierung die Nationalversammlung er* suchen, ihr die Ermäch t igung zu d e n V er« Handlungen zu,erteilen, aus denen, die Vereinigung Deutfchösterreich9 m i t d e m Reich e h e r v v r g e h e n f o l l. Professor Hartmann ist abends, um cm den Vorberettungerj zur Nationalversammlung in Wien tellzunehmen, nach Wien abgereist. Am 19. oder 20. d. M. wird er nach- Weimar zurückkehren und dann von Mttgliedem der' Wiener Regierung begleitet sein. Die Verhandlungen -- - über den Anschluß Deutschösterreichs an Deutschland: -werden dann ohne weiteres Verzögern beginnen.' Einigung der Mehrheitsfoziattsten mit den Bürgerlichen. . Weimar, 8. Februar. (Tel. d. „Wr. Morgenztg/) . Die Mehrheitssozialisten und Demokraten haben sich ' über die Teilnahme an der Regierung e n d g ü l t i ss v e r st ä n d i g t. Zu diesen Beratungen ist heute auch das. Zentrum hinzugetreten, wobei eine vollständige Uebereinstttnmung der. drei Parteien erzielt wurde. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß in der neuen Re- •,, gierung alle drei Parteien zienllich gleichmäßigvertreten sein werden. Das «ntühige Berlin. Berlin, 8. Februar. . Wie -das »Berliner. Tag -e blatt" meldeh wurden heute nachmittags die Wein-: c . meisterstraße und die angrenzenden Sttaßen mit- - M i l'i t ä r a b g e (p e r r t. Alle Häuser wurden . nach Waffen durchsucht. und auch die Passanten einet Durchsuchung unterzogen. Cs fielen vereinzelte Schüsse,. Zu grötzerm Zusammenstöße« kam es in dm ersterj Nachmittagsstunden . in der. Rosmtalersttaße, wo * Mehrere. Burschen einige.Soldatm überfielen Und ihnen? die Gewehre herunterrifiey.^ - Die herb^geefitm Vey,. r ftärkungm gaben Schüsse. - ab und zerstreuten diej Menge. Die Umgebung wurde abgesperrt und an Heu SttatzenkretlzMgen Müschmengewehre Mstzejtrllt.