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Wiener Morgenzeitung · 1919-02-07 · Heft 20 (7.2.1919) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 20 (7.2.1919)
Date
1919-02-07
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr.' Ä Wien» Freitag l ge- - Die W^le« in Polen. Kid MÄche« Abgeordneten. Nach zsserMgen Meldungen sind wählt r . Mvafykumt- Ojiap Th on (Zionist); W a r sich a L:ÄdVvkat Mak G r ü n- L L u m (ZiilinLst Advokat Noach P r L l« tz k i (Volkspar^r), Sam. H ir f ch tzor n (Pölks- Äartei); / \\ Lod z : Dr.'U. N y send t att (Zionist), M. A. tzplpe « (Orthodox); Eholmr Ä. Max N o s e nf e ld (Pools Zion^mÄ 8.AÄ' SLimmen'; S o Sin.oA» «lprÄ Dr. Wein z i e h e r iKandttai des Irischen Natronalrates); Lutz lin: ZLbbiner Pe r l m n t t e r (Orthodox): ' f.. . Lärnow^Dr.Iizchak Schipper (Poale Zion); .. •> L - - NN d?o nr : «. S ch w a l h e (Zionist). TMechy-sßWakische Republik. Einr Ungarisch''Darsteknng über die Bor- ' Mge in PretzSürg: ^^Wudapest, m.',--Februar. Das, Ungarische Teletzraphen-Korr?espMeNzbüreau meldet aus Preßburg: Der Streik bauet unverändert an. Der Arbeiterführer Witt ich rvurwin. der Burg mremierL. Das Postgehäude wurde f "C b.M. vütt tschechischen Marinesiichüten umruihMu^ die Beamten wurden verhaftet. BicherwmdenmMähr 700 ungarische Beamte verhaftet, die. nach Brünn ud Prag: gebracht werden sollen. 6 Personen Ourden depBernehmen na ch g e h e n kt. 20 aktive OsWere, mnter ihnen Major K-u nz vom 72. Infanterieregiment/' sind - noch' immer interniert. Zupan Zo M drohte l ir, Arbeiterschaft mit der Internierung mrd-hem Ahtrolspott nach Brünn, wenn sie binnen 24-Stunden. dij Arbeit nicht wieder-aufnehme. Die Wassörleüung stnktionierte, seit dem 4. d. M. nicht. MeWre ungaÄche Universitätshörer wurden in der Festung eingeswrrt. Der Streik in Oberungarn dauert auf der ganzen > Linie an. Ar/erkeunung der jüdischen Nationalität. Mährifch-O strau, 6. Februar. (Telegramm der ^Är. Morgenztg.") Hier wie in Brünn dekretiert die VaksKl)luntzskuNdmachung>: :die^. Anerkennung der jM^s che n NatüoMalitaH Es heißt in der 'Mche^ausdMklich daß Juden, die/ jüdisch fühlen, m »"Recht haben, in die- Rubrik „Nationalität" | jli;'d>" einzuschreiben. . \ -''?'.'-^'BeEftehe«de DrlkszLhlnnK. - 1 Februar. (Tel. der „Wtt Äiorgenztg.") N ach d d n i P o>l i t i k a" schreibt : Es ist eine fae ^dIg^Ärtc;^^?^ks5ä^^ünö. in beit tfchcdjo?jIon)aKt- Hen Ländem gchlanL, bei welcher nicht mehr wie Mher nach der Umgangs-, sondern nach der Mutter- AraD vorgegangen wird. . ' r / , | Mißstimmung unter den slowakischen z ..'..Algeordneten... . j Pilsen, 6. Februar. (Tel.'der „Wr. Morgenztg/) „Cesky Dennik" berichtet, daß im Klub der slowakr scheu" ''Abgeordneten M i ß ft i m m u n g darüber herrsche, daß die Erfüllung ihres Begehrens nach Erhöhung der Zahl der slowakischen Mandate von D auf- L0 seitens des .Verfassmgsnusschusses ständig hingezogen wird. ' . 4W -WagaonH. ameriftanisthes Mehl für y/s. . '-Mähr.r-OstrNn^../ . i Mähr -Ostrau, 6. Februar. (Tel. der „Wiener Morgenztg/) In der letzten Sitzungdes hiesigen Erttährungsdirektoriums wurde mitgeteilt, daß 400 Waghons' amerikanisches Mehl bereits aus dem Weg sind sind ' zur Gänze, in das- Industriegebiet abgegeben joerdewDie Preisdifferenz das Mehl kommt auf mehr als zwei Kronen zu stehen — trägt die Regierung. Das; Ernährungsdirektorium beschloß die Erhöhunc, der Mehlquote auf * 1950 und für Schwerarbeiter auf W00, Gramm.'' Die Erhöhung tritt mit 16. Februar ■;ii Kraft. .•••. - Deutschland. Belagerungszustaud über Bremen. Bremen, 6. Februar. (Tel. der „Wr. Morgenztg. Ileöer Bremen ist. der Belag e r u n g s z u st a n d verhängt worden. Eine große Zahl. von Waffen ist bereits, .eingebracht, worden, darunter, vier Geschütze. Zur Sicherung der Stadt ist eine Regierungstrüppe fpr Bremen und eine Stadtwehr zur Verstärkung des Sicherheitsdienstes gebildet worden: In der- Nacht haben^. die SpartakUen ihre letzten Stellungen im Stadtinnern ausqegeb<n. Tviener Morgenzeitung 7. Februar 1919 7.'^.-/«—---- --- ■ ■■ ... ■ .... griteW 3 Ungarn. Fünf MAiarden für öffentliche Arbeiten. Budapest, 6. Februar. (Meldung des Ungarischen Telegraphen-Korrespondenzbmeaus.) Wie „Az Est" erfährt, beabsichtigt die Regierung, spätestens Anfang Aprll die öffentlichen Arbeiten in Angriff zu nehmen. Das Programm der Regierung ehe hierfür einen Kostenaufwand von fünf Milliarden vor. Die Kosten der großen Aktion ollen durch eine Airleihe gedeckt werden, die in kurzer Zeit ausgenommen werden soll. Gewaltsame Nequisttivne«. Budapest, 6. Februar. (Tel. 6. „Wr. Morgenztg.") Der Exekutivausfchuß des ungarischen Nationalrates hat vorgestern beschlossen, daß zu den Berattmgen des Nationalrates nur Parteien, die an der Revolution teilgenommen, Zutritt haben. Außerdem wurde beschlossen, zur Sicherstellung der Approvisionierung der Hauptstadt in der Umgebung Requisitionen mit Waffengewalt vorzunehmen. Em Projekt zur Steuerung der Arbeitslosigkeit. Budapest, 6. Februar. (Telegramm der „Wr. Morgenztg/) .Die Landeskommission für öffentliche Arbeiten hat ein groß angelegtes Projekt ausgearbeitet, wonach die Regierung im Frühjahr im ganzen Lande große öffentliche Arbeiten beginnt, um der Arbeitslosi-ckeit zu steuern. Der Kostenvoranschlag beträgt 5 Milliarden. Die Regierung will die Kriegsbetriebe in Friedensarbeitsstätten umwandeln. Auch Straßenbahnen, Eisenbahnen und Flußregulierungen sind in Aussicht genommen. Ebenso wird derBauvon kleinen Wohnhäusern beginnen. Ferner wird die Regierung gegen Einzahlung eines noch zu bestimmenden Beitrages eine Mindestbemitteltenstelle errichten. Nach Maßgabe der geschaffenen Arbeiten wird die staatliche HUfe für Arbeitslose aufhören. Verhaftung von rumänischen Kommünistenführern. Budapests 6. Februar. (Telegramm der „Wr. Morgenztg/) Die Budapester Polizei hat drei Kommunistenführer rumänischer Nationalität ausgewiesen und bis zur Abschiebung interniert. Als die drei Kommunisten zur Oberstaatsanwaltschast gebracht werden sollten, wurden sie von kommunistischen Soldaten ausgehalten, befreit und entführt. Die Polizei hat für die Ergreifung der Flüchtlinge umfangreiche Maßnahmen getroffen. Jugoslawien. Arbeiterstreik iu Agram. Budapest, -6. Februar. (Telegrammder „Wr. Morgenztg/) In Agram ist ein Arbeiterstreik ausgekrochen. Alle öffentlichen Lokale bleiben bis 2 Uhr nachmittags geschloffen. Ukraine. Nationalversammlung in Stanislau. St anislau, 5. Februar. Die zweite Session des ukrainischen Naiionalrates (Ostgaliziew wurde mit einer Ansprache des Präsidenten Dr. Petrus z e w i c z eröffnet, m welcher er die Kriegslage erörterte und legte hierauf den Arbeitsplan der Session dar. Das Ministerium hat' die finanzielle Lage des Staates beraten. Die Nationalversammlung, .wird auch das neue Agrargesetz zu beschließen, manche Verwaltrurgssehler zu beseitigen und nrcht zuletzt sich mit den Schulangelegenherten zu befassen haben. Ministerpräsident Dr. H o l u b o w i c z wandte sich in einem Exposä an alle Schichten der Bevölkerung nnt der Anffordermrg, nicht zu ruhen, bevor nicht alle ukcamischen Gebiete von der polnischen und rumänischen Invasion befreit fern werden und bevor nicht die ungarrsche Ukraine einen gesicherten Bestandteil der Ukraine bildet. Der Mimsterpräsident erklärte, die Regierung beabsichtige, eine i n t e r n a t i o n a l r K o m m i s s i v n nach Ostgalizien einzuladen, damit die Wahrheit sestgestellr werde. Unter anhaltendem Beifall und Händellatschen verlas der Ministerpräsident hierauf das Manifest des Drrekoriums, welches die Vereinigung aller ukrainischen Siedlungsgebiete m den einheitlichen und vollständig unabhängigen Staat der ukrainischen Volksrepublik verkündet. Zum. Schluß betonte er, daß in den Gebieten der bishenge» westukrainlschcn Volksrepublik vollkommene Ruhe und Sicherheit herrscht, und wiederhölte. daß in der Approvl-' sionieeung der städtischen Bevölkerung. rasche Abhilfe geschallen werden muß. Noch in dieser Tagung wird eme Kreditvorlage für den Wiederausbau der durch den Kr eg zerstörten Gebiete und ein Gesetz über die Amtssprache der den Staatsünuern eingebracht werbe«.' Die Azrarreform in Ostgalizien. Stanislau, 5. Februar. In der Nationalversammlung machte Ministerpräsident Dr. Hölubowicz über die Agrarreform in Ostgallzien folgende bemerkenswerte Mitteilungen : Die gegenwärtige Tagung der Nationalversammlung ist berufen, an die Fertigstellung und grundsätzliche Entscheidung der Agrarreform zu schreiten. Die Grundsätze, welche die Kommission beim Staats,'ekretariat für Agrarwesen beschlossen hat, sind folgende: 1. E n t e i g n u n g d e s G r o ß g r u n d b e s i tz e 3 durch staatlichen Ankauf. 2. Beibehaltung des bäuerlichen Privateigentums. 3. Festsetzung eines unverüußerl chen Minimums. 4. Einschränkung des Erbrechtes, beziehungsweise der Zull der erbberechtigten-Personen und Verwandten. 5. Walbbestände werden verstaatlicht. 6. Entgeltliche Abgabe von verstaatlichtem Boden an alle besitzlosen Bauern und Kleinbesitzer gegen langjährige Zahlung. Die Kämpfe bei Lemberg. SLKnislau, 6. Februar. Ukrainischer Heeresbericht vom 5. d. M.: Nördlich Lemberg Känlpfe bei Be!z und nördlich von Sokal. Vor Lemberg Geschützkampf. Ein südlich Lembrrgs unt^ ' nommener volmscher Angriff mit' bedeutenden KrüstÄ . wurde zürückgeschlager». ' ' ' ,..y . Die Rote Armee marschiLvL. Stsnislan, 6. Februar. Der Ukrainische Presse* > dienst veröffentlicht folgende Moskauer RadLogrüMM vorn 5. d. M.: j - / Die litauische Rote Armee marschiert gegm.Mnbanl ' Die russische Rote Armee hat nochmals Kowno, Kobrm! und die Gegend nördlich von Pinsk besetzt. j . In der Richtung Cerebttnowsk sind die Trupp«! der Roten Armee im Vorgehen. Eine Reihe von Ortschaften auf der Linie Chopsk und Komurrka wurden besetzt. Wir haben sehr viele Geschütze und Kriegs-- material erbeutet. Ganze feindliche Regimenter rrgrbm ' sich, so die Kavallerieregimenter 23, 24 und während dir Regimenter 8, 32 und 34' gemeutert haben. In der Gegend Zariszyn haben wir IvskgM . erobert. ' . .. Die litauische Rote Armee hat im Raume mw Grodno Unzuholna, 17 Werst nordwestlich der Eisen-j bahnstation Pranr besetzt und am 31. d. M. Owruffch eingenommen. In der Gegend von Czarny hat die Rote Armee Bielaja besetzt. ' —•. i ©et 10011^ Staat.1 London, 5. Februar. (Meldung der Telegraphen-, Kompagnie.) Der diplomatische Mitarbeiter des „Daily- Chronicle" meldet, daß die Friedenskonferenz ver^ mutlich beschließen werde, die Herrschaft über Palastm«- Großbritannien Zu übertragen. Die Juden hätten sehr! mäßige Ansprüche wegen der Grenzen des neuen , Staates gestellt. Sie sind durchaus nicht von dem Verlangen erfüllt, die wohlerworbenen Rechte Nachbarn anzirgreifen. Das Gebiet des neuen PalästiyK dehne sich unter britischer Flagge an den beiden Ufern'. des Jordans aus, schließt aber kein Wüstengebiet, in , sich. Es hält sich an den Lauf der Hedfchasbahn. Hef.; Anerkennung der arabischen Rechte schließt auch nicht Damaskus ein, das als Hauptstadt Arabiens aner» bannt wird. Es ist also das alte historische Pasastinu. mit bestimmten Aenderungen wirtschaftlicher Art sonch . der vollständige Besitz der wichtigsten Wasserryege, rvch!. die Juden fordern. Man kann daher annebmen haß'' nördlich von Damaskus das französische Protektorat von Syrien in Uebereinstimmung mit den geschichtlichen ■ Forderungen der Franzosen beginnen soll, die diese Schutzherrschast aus die Kreuzzüge zurückführen, wM in moderner Anwendung, den Schutz der Ehrrsten. bedeutet. Belgien. Heftige Debatten in der Kayrmer. Brüssel, 6. Februar. (Tel. der „Wr. Morgenztg.^ . In einer Interpellation in der Kammer über die Gefahren, die sich aus den großen Mengen der Noch/ in Belgien befindlichen Explosivstoffe ergeben» sprach > sich der Abgeordnete H u b i n in heftigen Worten über die militärische Besetzung des Landes durch die; griechische Armee aus. Der Abgeordnete für - Lüttich, Hoogaerden, erklärte dagegen, daß die ' Armee der Alliierten eine Reserve in Belgien n ö t i g hätte. Kriegsminister M a s s v n protestierte energisch gegen den Ausfall Hubins. Die englische Armee befindet sick in Belgien, weil sie in ruhmreicher Weise an der Befreiung des Landes mitgeholfen habe./ Portugal. Neue wonarchistische Erhebung.; Porto, 6. Februar. (Reuter-Meldung.) In der Provinz A l e m t a j o kam es gestern zu einer royalistischen Erhebung. In C a st e l l o B r an e o, wurde die Monarchie ausgerusen. Die 'Royalisten . haben die Verbindungen nach Norden und Süder abgeschnitten. / England. 799.VVV Streiker. Berlin, 6. Februar. Die „Post" meldet aus dein . Haag: Aus London wird berichtet: Der Monats» . hericht der Trade Unions beziffert die Zahl der Streikenden in England bis zum 31. Jänner mit., 790.000. : | Die englischen Liberalen für Deutschland. London, 6. Februar. (Tel. der „Wr. Morgenztg.^) „Dally Telegraph" meldet: In einer Versammlung per liberalen Parteiführer wurde die Erklärung abgegeben» daß die englischen liberalen Parteien die Ausnohme Deutschlands in den Völkerbund ohne berichtigende» Vorbehalt wünschen. Norwegen. Das Storting für den Völkerbund. Christiania, 6. Februar. Das Storting ist gestcrch eröffnet worden. Der Präsident wurde ermächtigt, ein Telegramm an die Pariser Konferenz zu richten» wo-! nach das Storting der Idee eines Völker bu nd es' auf ».rr Grundlage des Rechtes, der Freiheit des Friedens beipßichte. -...x- ' - -.,.7.-..^ 4f M. k a 1 lit .

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