Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 19 (6.2.1919)
- Date
- 1919-02-06
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. M. / Wien, Donnerstag V-rrrtti ... > ' . "' ' * Wiederaufnahme de/Arbeit in den Kohle,t- T*. , > •, ■ gkben. - ■ >. .,■■; -. " Ostrgn, 5, Februo (Tel. der >,Wr. Morgenztg.°) Zn Karwin' wurde! die Arbeiter bewogen^ die Arbeit! wieder aüfzunMN. Einzelne' Arbeiter verpeigerck die- Sonntagse-eit. Sieben Gmben haben die Arbeit begönnen. r . £ - - 'DeHchland. " WLKchng -eMtztionnltzerslfrnMnng. ' ' .'.'Berlin^; -5. Fepar./ Her „Vorwärts" meldet äus W er m-.a r: DeiArbeitsplan für. die, Nationalversammlung sieht ie Eröffnung für. Donnerstag, S Uhr nachmittags, vor. ©te; Eröffnungsansprache chird; Eb^rL halten Hann wird der Alterspräsident PsannLuch denDorsitz Mernehmem Den Präsidenten HE -.«ach jarlainenLarischem/, Gesträuch/ die SozialdenroLratie Amtellen. Der Aßn^^ratz H die Na^onalversaMMlung. . Bertis 6. Aekmgr. DerZssntralrat der deutschen Republik hat cm' diMättonalv^sammlung eine Mitteilung gelangen lo^Mworm die Bekämpfung der inöglichen- WiedZxerMkchlg einzelner HötzeitsrechLe als M nrichtigste' Uhaste her ArSeiier- Und Söldatenräte M^ichn^t wnd. Ätt " der! Erwartung, daß die NationalversaMmkM ihre r volle SouveranW behalten werden - lege der! ZentrajraL/ die - ihm vom .Reichskongreß der . Arbitermd Soldatenräte übertragene Gewalt ,i y. d i d H fit de der deutsch en N ä ti o n a l v eh s a A l u n g. Der . -Zentralrat werde die ihm AertrareneN Befugnisse, insbesondere die ihm durch das ner/Mesehbetreffend die Regelung der KommandogewMAerwiesene Stellung als oberste Berufungsinstanz ‘ füp die Soldatenräte' solange mrs- Wen, bis die Natimalversammlung diese Befugnisse einer anderen Körperchaft überirMn weM Dentschösterreich ms der Weimarer NaLroual- 'v £'•; ■ rKftzmmlMg.;. ,.A^rkn,-5, Feliuar. Hie »Neue Berliner Zeitung" melD,..aüs M e..iha r: Für ders Amt .des'.PrLsiden» Ot'l»Ä£McWnalveiMmluüy wWhn sten Reihen der MehrhWsözjaliste/heöenh'em Ästgestrdtteten L v e w e auch MoHHg: Hej n e 'genGnt; weiters spricht Man m^.vowLA«h so ö£r g und H i I ‘b e b r a n d. Nach Änr.^Eintreffen , dt hd e.ut-s ch ä st .e r r e ich is ch e n D eh e g i er t e nrverde eine je rer l ich e KundgestM« g - s.ü if d e n A n s ch l u ß D e n t s ch- Österreichs rattfinden, für den jetzt auch die te # t s sie h e. Ac n. E, l..e men t e, die vorher dagegen waren,, gMonnen zu sein scheinen. Diese Kundgehung. wede voraussichtlich in der Montag- MMMM I^' -..' ..' £ .. £ £.. £.. : £ Zeitmtg^tgdieuDÄerkur^Weimar^ -iiPWfitt, 5. FMürl Die „B. Z. am Mittag" M -M rWelmäßige Zritüngchestelluna nach Weimar mit Hilfe von Flug-' rnaschMen emgenchtctvJ-ie Luftpost, mit dem/ mn 1 Uhr ngchmittatzdMchelMndenMatte, Mrd um^'S' Uhr'über Leipzig erscheinen/ ivo ' ein Teil Kr Zeitungch Wgewörfen werden wird. Der Rest d'er Ladung dürte gegen 3 Uhr tu MiMr emtreffen. Bon morgen m ruhtet auch die. „Boffische Zeitung" einen Lufttzostdirnst nach Weimar em. ^ie RLmpfe V, DremM ' Bryme«, £5. Februar. Bisher wurden in verschiedchen KtanKenMüsem 30 T o t e ü n d 100 Verwund e t e' emgeliesett. Das' Kantpffeld wird nach weiteren Opfern abgescht. Die Nacht und der heutige Vormittag-sind, - von sirigen unbedeutenden kleineren Schießereien abgesehen,' Hllig rm hig verlausen. Bei SÄWerung der Stadt sird weiter e K ä m p s e in der'Ealletöörstadt und ick Hafenviertel zu erw. a rt e n. Besonders-schwer dürften die Kämpfe-bei der Mtientzesellschäft Weser werden,, da sich dort die Spartakisten stark verschanzt haben sollen. Bisher haben die, Aufständischen die Waffen noch nicht abgegeben. . £ - Hungerstreik gefangener Spartakisten. - Berlin, 5.Februar/Mel. der „Wr. Morgenztg") Einige hundert ^artakistzn, die sich zurzeit im Untersuchungsgefängnis blinden, haben wegen angeblich schlechter'Verpflegung zum Hungerstreik gegriffewf sie verweigern jegliche Nahrungsaufnahme. Angriff her ^Zolen' auf Räwitfch. .Br,esrau^ 5. Febtuar. (Meldung ^des Wolfffchen Bureaus.)- Dip Polen Ariffen in der vergangenen Nacht mit etwa- 1000 Mlprn die Stadt -Ä a w.i t f ch. an. DieMawitscher Besatzung sch l u g d e n Feind z«- r ü ck. Auf,, beiden! Leiten, gab es Tote und Verwundete. Die Polen sollen fest entschlossen sein, die Stadt zu nxhmen. Auf Veranlassung des Volksrates von Breslau sind -.vom sechsten Korps Verstärkungen ahgegrmgem . w ,v. ■; Ungarn. Di^ deutsche Autonomie. Budapest,.8. Februar. (Tel. d. „Wr. Morgenztg.") Der deutsche-Minoritätsminister Dr. Zohann Z unk e r hat gestern -den Eid .geleistet. Aust seinen Vorschlag wurde der. Staatssekretär G z o m b o r zum deutschen Gouvemeur, vomWestungam ernannt. . v '."P^hMünhen in Pretzburz, \ •' •/ HreMurg»?5. Februar. (Telegramm', -der„W?.- Mo.rg.eHtg.") Ju.!. der,-heutigen- Nacht haben, hie Tschechen die Führer der Streikenden v e r h a stt e t, Wiener Morgenzeitung ebenso wollen sie mit den Vertrauensmännern der Arbeiterpartei verfahren. Der Rektor der UniversiLär Dr. Eduard Pohlner wurde gleichfalls gestern abends verhaftet. Der italienische Stadtkommandant Pa r e n c c a teilt mittels Plakaten der Bevölkerung mit, daß ungarische Kokarden nicht mehr getragen werden dürfen, daß alle Versammlungen verboten seien und daß er Aufreizungen auf das strengste ahnden werde. Alle diese Handlungen stellt er unter das Militärstrafversahreir. Die Tschechen haben zu Lasten der Stadt Preßburg eine Anleihe von vier Millionen Kronen aufgenommerk. Trennung von Kirche und Staat. Budgpesh 5. Februar. (Meldung des Ungar. Telegraphen-Korrespondenzbmeaus.) Kultusminister Johann V asz erMrte gegenüber einem Mitärbeiter des ^Magyar Orszag": Die Revolution /hat dip Fragendes Verhältnisses der Kirche zum Stäat in den Vordergrund gestellt. Heute herrscht itt ganz Europa die TendeW vor, die Kirche vom Staat zu trennen. Drese Trennung l äßt sich nicht v erm tid en. Unsere Arbeit wird einigermaßen dadurch erleichtert, daß die Bodenreform einen beträchtlichen TeU^der kirchenpolitischen Fragen gelöst und in gewisser Hinsicht auch die Frage der Säkttlarisierlmg-ausgeschalret hat.' ZUgoflKWiSK. Gas Proletariat-.desht. ' Agram, 5. Februar. (Meldung der TUegraphen- Kompagnie.) In Belgrad fand Sonntag eine zahlreich Vssnchts Versammlung der f ozialdemokratischen P a r t e i statt, an der auch Delegierte auS Agram, Effegg, Sarajevo und anderen fAdflawischen Städte« teilnahmen. Die serbischen Redner nahmen einen sehr radikalen Standpunkt ein. Dr. Topalowitsch sprach über die Wohnungskrise in Belgrad und griff die Dynaftie sowie dis Regierüug in heftiger Weise an. Arbsitersührer L a p e o w i t f ch, (der frühere Abgeordnete) wandte sich.in heftigen Worten gegen die bürgerlichen Parteien und erklärte, diese hätten noch 13 Tage Zeit zur Besinnung und zur Umkehr, wWrigenfaAs das Proletariat selbständig Vorgehen werde, um de« jetzigen unleidlichen Zustände» ein Ende zu bereiten. Akrmne. SaMnie oder Buglinie? SLsnisla«, 4. Februar. Per Ukrainische Preffe- ^dienst meldet : Eme englisch« Wiffron, ist im. Standorte des ukrainischen Oberkommandos emgetroffen, um die Verhandlungen wegen eines / Waffenstillstandes wieder.aufzunehmem Während von -ukrainischer Seite die Sa-nlinie. als Demarkationslinie gefordert wird, wollen die'polmschen Behörden ohne Rücksicht auf die gegenwärtigen BesitzverWtniffe und Wilsons 14 Punkte die Buglinie feststellen. Die englische. Misfion will eine neutrale Zone von 20 Kilometer Breite Vorschlägen. Griechische Truppen in Ddeffa. Stanislaus 4. Februar. Der Ukrainische Pressedienst meldet aus K t c w: In O d e f f ä sind zur Verstärkung der Erüentetruppen unter Führung des Generals Ryder 3000 Griechen gelandet. Französische Truppen haben die Eisenbahnstrecke Odeffa—Rasdelnaja besetzt, um die Eisenbahnverbindung mst Rumänien sicherzustellen.' Italien. Die mUiLLrischen Arrsgabs«. Rom, 4. Februar. (Meldung der Agenzia Siefani.) Me das ^Grornale d'Italia" etfährl, beliefen sich die müitärischen Ausgaben Italiens den statistischen Feststellungen des .Schatzamtes zufolgein den ersten fünf Monaten des Rechnungsjahres 1918 auf 6.298,000.000 Lire. Seit seinem Eintritt in den Krieg bis zum 30. November 1918 hat Italien im Monat durchschnitllich 1.152.000.000, also im ganzen 48.482,000.000 Lire für Heer und Marine ausgegeben. England. Eröffnung des AnLerhnnfes. > London, 4. Februar. Das Unterhaus nahm heute seine Sitzungen wieder auf. Oberst M i l d m a y (Unionist) und Sir Henry -D a l ziel (Liberaler) unterstützten den Vorschlag der Wiederwahl Lowthers zum Sprecher. Der Vorschlag wurde einstimmig angenönrmen. L o w t h e r nahm die Wiederwahl an. AgiLation für den Generaljtreik. Zürich, 5. Februar. (Telegramm der ^Wr. MorgenAtg.") Ein Londoner Telegramm, der ^Neuen Zürcher Zeitung" meldet, die Ausdehnung des Streiks weise auf den Ausbruch eines Generalstreiks hm. Die Führer der Gewerkschaften scheinen allen Einfluß verloren zu habem Den Ernst der Situation kennzeichnet der Stillstand der Londoner Untergryndbähn, was für London eine Verkehrskatastrophe bedeuteL. 6. Februar 1919 SeAe'8^ Tagesbericht. Das tägliche Brot. Woran unsere Staatslenker denken und.was fifl . tu«, läßt sich schwer sagen. Aber düß in-Linz Äö' LebensmUtelgeschäste von der hungernden Bevölkerung geplündert werden, daß die Unruhen immer weiter un^ sich greifen, davon berichtet der Telegraph. Auch m dem ruhigen Wien ist ein dumpfes Grollen zu vepi nehmen, und es wäre gefehlt, an Symptomen vorbej zu sehen, die immer deutlicher zutage tteten. Di« Menschen wollen leben, satt werden, und keine Bevj tröstung auf eine bessere Zukunft vermag ihre Ros zu verklären und ihren berechtigten Anspruch aus hid notwendigsten Bedürfnisse herabzusetzen. Es kann nichtz geleugnet werden, daß die veramwoMchen Stellen großen SchwierigKeiLen Zu Kämpfen haben, dennoch gewinnt es den Anschein als ob - der traditionel österreichische Schimmel auch in den republikanisch» Aemtern weit mehr, als es dis bessere Einsicht^ erlaub^ geritten wird. Die Meinung des Herm PrästdenLeU der - Nationalversammlung Dr. D i n g h v f e der sich Preffevertrelern gegenüber geäußert hat: die Borsälle i in LinZ wären auf spartakistische Agitation zurückzusühren, mag ihre Richtigkeit haben. Ob ab«i das ruhige Volk von Linz, dessen gutmütiger Cha< rakter seinem früheren Bürgermeister wohl bekamt sein muß, spartakistischer Agitation zugänglich wäre^ wenn endlich eine Befferung der Konsumentenve^ sorgung herbeigeführt würde? Der Schleichhandel ÜÄ unverschämtester^ Wucher haben in den letzten Mouatetz das Tageslicht zu scheuen verlernt. Die Behörden unters rrehmen keinen ernsten Schritt zu ihrer Beseitigung j sie wollen nicht sehen, daß die einen unerträglich hungern und die anderen ihren Ueberfluß offen zu« Schau tragen. Die Ereigniffe in Linz leicht zu nehckMj weil aufgefahtene Maschinengewehre oberflächliche Ruhe, geschafft haben, wäre bedenklich, ist aber unserer gierüng, die ein schwaches Auge für die Evolutionen, im Innern hat, recht gut zuzutrauen. Das Gebot dtzi Stunde für die Verantwortlichen bedeutet: Arbeit unh' Nahrung für die Waffen zu schaffen und damit de«^ Agitatoren des Umsturzes den Boden zu entziehe!^ Die Krawalle in Linz sind eine Warnung, dere« Unterschätzung verhängnisvolle Folgen nach sich ziehen könnte. Knttnri Die Hörer der Wiener Hochschule für besttVi11 haben beschlossen, zur Vergeltung für den Deutschen-- . , pogrour in Marburg die Ausweisung der südslawischem , Studenten zu verlangen. Die Hörerschaft der Univer- . sität und der Technik hat sich dieser Forderung ung«^ schlossen. Man kann es verstehen, wenn auch nicht., billigen, daß junge Leute, hie bar jedes Pfühls für Bxr-,.... antwortung find und zudem nach durch das Landsknechts £ tum im Kriege systematisch dazu erzogen wurden^ imtnr^ an die Gewalt zu appellieren, in ihrem RachegefüP .. . zu Repvessatten greisen wollen. , Was aber der Sache ein anderes Gesicht gihk.' . ist die Haltung der akademischen Behörden. Sowohl > dis Pvofefsorsn-Kollegien der Hochschule für. Bodenkultur, als auch jene der Technik haben erklärt, sich Heck Beschlüsse der Hörerschaft zu fügen und die slowenischö« / Studenten als ausgeschlossen zu betrachten. An der s Universität steht ein gleicher Beschluß bevor, i Wir müssen dagegen protestieren, daß die Bestie' des Chauvinismus in der Universitätsstadt Wien von . akat«mischen Lehrern genährt wird, deren Bildung und Alter sie zu einer abgeklärteren Beurteilung politi- . scher Vorgänge veranlassen sollte. Wir wissen, was' Pogrome sind, und wir verurteilen sie, wo imnrer sie sich ereignen, ob nun in Lemberg gegen Juden, m Marburg gegen Deutsche oder in Amerika gegen Neger. Aber wir können nicht unwidersprochen lassen, daß das Ansehen Wiens vor dem Auslande dadurch herabgesetzt wird, daß Schuldlose für Verbrechen verantwortlich,gemacht werden, die sie nicht begangen haben und an denen sie. schon dadurch nicht Mitwirken konnten,^ daß; ,. sie sich zur Zeit der Vorfälle in Wien besanden. ' Wir möchten aber, abgesehen von der kulturelleu: . Seite der Frage, auch aus die politische Seite Hinweise«.! . . Man scheint sich in Wien noch immer nicht damit ab*' abgesunden zu haben, daß. Deutschüsterreich auf der^ Friedenskünserenz nicht vertreten ist, während Jugoslawien als Bundesgenosse der Entente in Paris.' direkt seine Forderungen vertreten kann. Wird die Aus--. - Weisung der slowenischen Hörer Teutschösterreich schade«! oder nützen- Unsere Regierung hat mit berechtigtem Stolz sich immer daraus berufen, daß während des,' . Krieges die Angehörigen der Ententestaaten in Oester- . reich eine gewi'se Bewegungsfreiheit gehabt hatten. Das hat, wie wir veejichecn können».die Stimmung i« Engend und Amerika, sehr.zugunsten Oesterreichs .beeinflußt, welche Wirkung kann nun eine Ma'senausweb» sung von Slowenen in diesen Staaten haben, in den«» es. ja auch Chauvinisten und eine gelbe Presse gibt?! Und was würden die Hochschulen tun, wenn die Entente' die Zurücknahme dieses Beschlusses fordern. würde?! ■ Das/ Staatsamt für Aeußeres wird zu beweisen . hülrn, ob es imstande ist, die Jntere'sen Deutschöfterreichs auch gegenüber den eigenen verhetzien Studenten und hetzende-: Prose'soren zu verteidigen. Advokat Vr. 8!eokereä Alettler, Ve leicHLer in 8tr»ksactten. knt seine Kanzlei in Wien, U Tabor* Strass« 36 (Vciephon 47608). eröffnet .. «*