Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 17 (4.2.1919)
- Date
- 1919-02-04
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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M 9tt 17 Men. Dierrstag Wiener MorgenzeÄng 4. Februar 1919 Seite 3 H f § ii M m j'i.;; '*f ai r'' > pvn Gsheimvepträ^en zu verbieten. 7." Um in den Dölkerbnrrd alle Nationen' als Gleichberechtigte zuzutassen, die'imstande" sind, tatsächlich'Garantien für ihpe Absicht erbringen, die intexnativnalen Abmachungen loyal zü beobachten. ' Die Note, die den" Ministern aller Großmächte überreicht wurde^ schließt mit ber Aufzählung aller Mitglieder, .welche die "aliiierte'n 'Delegationen bilden und die am Studium des Projektes teilgenommen haben. - Wilson Hat die Führung übernommen. München, 3. Februar. (Tel. der „ Wr. Morgenztg.") Die „Münchner Neuesten Nachrichten" melden aus G e n f: Ein Teil der französischen Presse stellt mit Betrübnis fest, daß die Leitung der Pariser Konferenz den Händen Frankreichs entglitten und die Führung derAlliiertenin der Tat an Amerika und England übergegangen sei. S ombat hat das Schlagwort geprägt, Frankreich präsidier^ aber Amerika und England leite. Der gemäßigte Lyoner „RepublicaiN'' schreibt: Die Zeiten sind vorüber, da Clemeneeau am Schlüsse der Konferenz lächelnd zu sagen pflegte: Ich bin zufrieden. Frankreich hat den Rang verloren und Amerika hat die Führung übernommen. Drei Punkte sind von der Konferenz bereits im' Wilsonfchen Sinne entschieden worden: Der Völkerbund, das russische Problem und die Frage der deutschen Kolonien. D'iö MnaftMvMMffton. Paris, 3. Februar. (Radiomeldung.) Die Großmächte haben ihre Delegierten in die Finanzkommision ernannt, und zwar Finanzminister.Kloß für Frankreich, Montagu für Großbritannien, Salandra für Italien md Mori für Japan. iKttMscheS" oder ■ srnerWMffchss ProtHkLorsi ' . "! über PaWftiM? Zürich, 2. Februar.' Da^ zweite Heft der in Paris erscheinenden Monatsschrift „La Palestine Nouvelle" bringt einen „L'Orient et les Etats-Unis" betitelten - Ausfaß, der eine neuerdings in englischen Kreisen sich geltend machende Strömung, den Bereinigten Staaten die Rolle des Protektors im. mittleren Orient, also auch in P a l 8 ft i n a. zuzuweisen, charakterisiert. Insbesondere setzt sich der Aufsatz mit einem Artikel der bedeutenden politischen Revue „Kound Table" auseinander, der die Vereinigten Staaten, dank ihrer großen jüdischen Müssenbevölkerung. als Schutzmacht für Palästina besvndexs berufen erachtet. Dieser Strömung hält „La Palestine Nouvelle" die Resolmion des ameri- K a n i s ch - j ü d i s chenK o n g r e s s e s entgegen, der den Willen von drei Millionen Juden zum Ausdruck bringend, die Errichtung eines jüdischen GemMwesens in Palästina unter der Saü)walterschastEng- 1 chn d sforderte. Beide aber/ derameManisch-jüdifche Kongreß sowohl als die englische politischs Zeitschrift verlangen, daß die Macht, der die Sachwaltetschaft Palästinas zufüllt, nicht durch das Recht der. Eroberung, sondern - durch einen Auf t r a g des V ö l k e rst u n d e s hierzu bevollmächtigt werde. . Die GnLentekommrffion für Polen. ' ' "- 'Paris, 2. Februar. (Reuter-Meldung.) Es ist endgültig festgesetzt worden, daß B o t b a Vorsitzender her . -ton, bet Ententekonserenz nach Polen zu entsendenden Abordnung sein wird. Die Tschecho-Slowakon Wolken mit' den Deutschen nicht Körrfek.'?ererr. -''PaviK^ L Februr, (Tel. der „Wr. Morgenztg.") .Nach bisher bekannt gewordenen Aeußerungen weigerst' sich die tschecho-flowakischen Delegierten irr Paris, mit den deutschen Delegierten direkt z n K o n f e ri e r e n. ' HnchLstiests. 'LastdhstnA.ee. .. Paris,,-.3. Februar. (Tel. Hst- »Wr. Morgenztg.") Die fünf Großmächte haben einen Ausschuß zum - Gtudium. der r u m ä n i sch e n Gebiets ans p r ü ch e .ernannt. Die durch den Ministerpräsidenten Bratianu geltend gemachten Forderungen Rumäniens lauten dahin, daß der Banat von Temesvar' an. die Bukowina, die ^Dobrudscha, Bessarabien und Siebenbürgen bis Zur Theiß Rumänien ungegliedert .werden sollen. - DLe AntworL der SorvrsLregierurrg. Paris^. 8. Februar. (Tel/ der. r,Wr. Morgenztg.") Der „Populaire" veröffentlicht die Antwort der MdsKättdr Svwietregieruntz an die Pariser Konferenz. Die Bolschewikenregierung begehrt in ihrer Antwort zu ivisftm ob die-Alliierten geneigt seien, ihre Truppen stUs Nußland zurückzuziehen, die Blockade aufzuheben, den - her Sowietrsgierung feindlichen Regierungen Rußlands ftde Unterstützung zu versagen und vb ferner die Zusammenkunft auf den Prinzeninseln lediglich für diejenigen russischen Regierungen gelte, diesich zwecks Herstellung der nationalen Autonomie organisierten oder auch, für diejenigen Regierungen, die ihren Kampf auf rein politischem Boden führen. Die Svwietregierung ftagt ferner an, ob die beabsichtigte Konferenz auf den Pnnzeninseln das vom Sowiet im Dezember den Alliierten-vorgeschlagene Programm .erörtern wolle und ob die Alliierten auch einen anderen Konferenzort, beispielsweise in Skandinavien pder in Holland, an- . nehmen -würden. Winifter des Aeußem P i ch o n behielt sich vor, . die, Mgelegeyheft der Konferenz zu wrtsrbretten. - ..-v^ &m BefoluLion Wer die grundlegende« Forderungen. Bern,?>.. Februar, Die. gestern, eingesetzten drei Kommissionen, tv^lche die Resolutionen als- Grundlage der Beratungen der Svzialistenkonserenz stuLarbeiten sollen, haben heute Beratungen -gepflogen. Der Kom- ’ Mission für TerritorialfryMN, der für Oesterreich S e i tz angehört, liegen,, 27 .verschrede'«e'.'.KostfliAsftügeN vor;.! die deutsch-dänische und die georgisch-armenischr sind bereits durch ein UeörreinSommen der bestefftnten Delegierten gereg-Llt.. , . - Um allgemeine RichMnren M gewinnen, wurde ein RedaktionSromike Linßcsetzt. 'Dieses, arbelftie unter. Leitung S c itz', nnterftützt.von Mae b'p n a l tz (England) und Trvelstra (Holland), eine Resolution aus,. die morgen her Konferenzvorgelr'gt juiffl.- Die Vertreter mehrerer . Nationen / erklärten bereits. die Resolntivn als trefflich geeignet, die^SchwieriKk-Llsn zu beseitigen. In dsr.Redaktionsft/Mmiss.ion verlangte Maedvnald, die verschiedene Alüsfässung des Sözialisten- Songresses g-rgentther der Haltung der Pariser Konferenz zu betonen. Die Resolution lautet:. . Die Konferenz sieht in der demoftatrschen Lösung der internationalen Fraget die beste Gewähr für einen dauerhaften und gerechten Frieden. Die Derrinigung von einander widerstrebenden Völkern in einen Zwangsstaat war immer rmd wird immer die Ursache von internationalen Verwicklungen und damit eine Gefahr für den Frieden seist. Dir nationalen Fragen haben somit internationale Bedeutung und können nur durch internationale Vereiubarungen, ärn besten im Rahmen deö Völkerbundes, gelöst werden. Den auf der Pariser Konferenz zutage tretenden.Terchenzen, die staatlichen Grenzen utner Ausnützung - derdurch den Krieg geschafftnen Machtverhältnisse festZufttzen,. stellt die svzialiftischs Konferenz, folgende Grundsätze entgegen: - ’ . Die.Konferenz verwirft,:. 1,.P-as Pecht bes Siegers auf eiye Beut« (v pMia Md alle Bündnisverträge, durch die Staaten durch die Zusicherung von Gebietszuwachs.hyr Teilnahme am Kriege veranlaßt wurden; 2. den Änsprrich. .auf eine Festlegung der Grenzen. g^nM steu militärischen... Jnteresftn; 8. gewaltsame und verschleierte Annexionen auf Grund <*!$? geblicher historischer Rechte; 4. gewaltsame pder verschleierte. Annexionen auf Grund angeblicher wirtschaftlicher Notwendigkeiten; . 5. die Schaffung von faits accomplis durch eine vorgreifende Militärische Besetzung strittiger Gebiete. Die Konferenz fordert: 1.. Zweifellose Geltung des Mecktes der Völker, ihr Schicksal und ihre StaatszugE-hörigkeit selbst zu bestimmen; 2. in bestrittene» Gebieten eirre Entscheidung unter Entrolle des Völkrv bundes;. 3. Schutz der nationalen Minderheiten durch Verträge, die durch den Völkerbund genehmigt und in die Staatsverfassung ausgenommen werden^ und zwar: a) bei einer Siedelung in geschlossertem Sprachgebiet Freiheit der inneren' staatlichen und wirtschaftlichen Vexnxlltung, der Kultur sind der Sprache nach dem Muster des Schweizer Kantonsystems, b) bei eingespvengten Minderheiten im geschlossenen ftemden Sprachgebiet Freiheit ihrer Kultur und Sprache und volle staatsbürgerliche' Gleichberechtigung; 4. bei Neubildungen von Staaten- und Anglieberungen an andere Staaten die Sicherung der bestehenden geographischen und wirtschaftlichen Zusammenhänge durch Handels- und Verkehrsverträge, die der Sanktion des Völkerbundes unterliegen; 5. die Möglichkeit, daß der Völkerbund über künftige Ansprüche von Völkern oder Volks teilen aufeineAenderung der Grenzen auf Grund der Volksabstimmung entscheibe. ’v' "- ’' Die Resolution soll noch einen Schlußpassüs erhalten, der aber erst nach der Erledigung der Völkerbundfrage hinzugesügt werden kann. Die Kommission für den Völkerbund,, her Doktor- Ellenbogen angehört, arbeitete mit großer Einmütigkeit an einer Resolution, dagegen litt die Kommission für die Arbeiterrechte an dem Einwand, der Franzosen, daß hiefür nur' der Gewerkschaftskoligretz Lrmpetent fei; es dürfte jedoch die Anregung des deutschöstervLichischen Delegierten Domes, daß man sich pwvisorisch als Gewerkschaftskongreß' betrachte^ durchgehen. Der GMerkschverffchsÄerr. 'Bsr«,-3.-Februar. Der Beginndes iNrematio- \ nalen Gewerkschaftskongresses wird um ein bis; zwei Tage verschoben, da noch nicht aüe Delej gierten einHettoffen sind. - --' -Wir -1# fern BrÄr?' Z. Februars? '(Schweizerische Depeschenagenttir.) Eine Anzahl ' Friedens-- arid'' Völkerbundvereint, 'von ^Holland,.. Dänemark. Norwegen und der Schtveiz tadiit ^die'Friedens'--' üftd 'Bölkerbun'dorganisationen aller' kriegfMrenhrn und'"neutralen Staaten M einer vom 20>bis zum 27. Februar i« Bern tagenden inter nationalen Völkerbundkonferenzein. Die Einladung bezrichnrt als Zweck der Konferenz, der Welt zu zeigen, daß ^r-Sir-n für Gerechng^rt und Völkerversöhnrrng als - norwenvige Grundlage für die Lebenskraft des Völkerbundes bei allen Nationen in großem Maße lebendig sei. Ferner soll die Kvnftrenz eir^e Anzahl Problenw mehr technischer Art ab klären. Die DeLegierts» des Jüdischen Bundes «ns Bsken eingetrsffen. Bern, 3. Februar. (Schweizerische Depeschen- Agentnr.) Weitere Teilnehmer an der internationalen SozialistenKonferenz sind hier eingetrossen. Unter dm Neuangekommenen befindet sich eine ftmtzösische Dele- D^klsrrrich an die dentsche KsnNtüante. Wie wir erführen, wollte die deutsch österreichische Nationalverfannnlung anfänglich zur Eröffnung der deutschen Konstituante in Weimar eine Abordnung entsenden, Hai aber von diesem Projekt angesichts der Reiseschwierigkeiten Abstand genommen. Dafür wird ein Vegr..ßungsschreib.n nach Weimar geschickt werden. AnLerftastsfekreLLr v. Pslügl n«ch der Schweiz «-gereift. Wien, 3 Februar. UnterstaatssekretZr o. Pflüg l, der als gebürtiger Tiroler mit den Spracherr- und Nationalitätenverhältniffen in seiner Heimat besonders gut yerttaut ist, Hat sich im Aufträge des Staatsamtes für Aeußeres in die Schweiz begebem Er wird sich dort den von Tiro! aus enLfandtm PoliLikem anschlichen und sich an den Besprechungen berrilige^ die. über die Tiroler Frage geführt werden syllrn. Der sechste, schlestschs dsMchr düdt§L«g. FrsiwÄdsu, 8. Am hichghL NochouSsrrsl wurde m .er Vorsitz des BürsWvmK«S v»n T r « p p-'a M K a d» gqtion. die aus w, eine armenische, die aus % und eine D e! ega r i o n des j ü d i fch en B undes. in Polen, die e benfalls aüs. 2 Mib". gliedern besteht. Die Grenzfrage«. Prag» 3. Febrpät. '''^Pr«cho..Lidn7''' Bern vom 1, d. M..: Montag beginnen hft oWrelleU Verhandlungen der Konferenz. Einer der wichtigsten' Telle wird die Verhandlung über territoriale Fragen bilden. Bisher sind bereits 21 ftritüge territoriale Fragen angemeldeh über die sich die Konferenz aüssprechen soll, unter ihnen der Streitfall betreffend die Grenzen zwischm Böhm e n und Deut s ch o st e r r e t ch an zweiter und zwischen B ö h m e n und Ungarn an vierter Stelle. Die Ungarn habm folgende Entschließung vorgelegt, in welcher Einspruch dagegm erhoben wird, daß auf ungarischem Gebiet vor Entscheidung der Friedenskonferenz gewaltsam Annexionen gernacht worden sind. Die tschecho-slowakischen Delegierlm 9t-em.e e, B e ch y n e, Dr. Franke und D urian haben als Antwort eine Entschließung unterbreitet, in der daraus hingewiesen wird, daß die Vereinigung der slowakischen Teile des ehemaligen ungarischen Staates mit den böhmischen Ländern zu einem staatlichen Ganzen vollständig den Grundsätzen der Demokratte und des Selbstoestimmungsrechtes der Völker entspricht. l r ch, btt sechste schlesische deutsche Städtetafl abgehalten. Aus Nordmöh^en waren Abgesandte der Städte M 5 h r. -- S ch o » 6 c r fl, Sternberg, Mähr. - N e u st a d t, H o f, Bantsch und Barn anwesend. Der Städtetag zeitigte das einmütige Gelöbnis der Untreimbarkeit des Schicksals der deutsche» Gebiete Schlesiens von imm Nordmährens. Den wicht,gsten Verhandlungsgegenstand bildete die Stellungnahme der deutschen Städte zu den Besetzungen Deutschschlesiens durch die Tscheche«. Hieraus wurde einhellig eine Entschließung angenommen, worin di« versammelten Vertreter der Städte deS Sudetengaues vor der Pariser Friedenskonferenz und vor der gesamten zivillsierten Welt feirrbchst Verwahrung gegen die ihnen durch die Tschechen zugefiigten Vergewaltigungen einlegen. WeiterS wurde gegen das von der Lehrerschaft gewaltsam abgenommene Gelöbnis, nach welchem sie auf chrem Dienstposten „mit aller Kraft zur Hebung deS Ansehens deS ts ch ech o - sl o w a k i scheu StauteS" zu arbeiten habeu,prolrst^ert. Für eine Staatsbahn-irektrou in Graz. Graz, Z. Februar. (Tel. der „Wr. Morgenztg.^ Im Gemeinderat . wurde der Antrag gestellt, Schritte zn untemehmen. damit in Graz eine StaatSbahndirrkiion errichtet werde m\k diese Direktion durch daS Staatsamt für Berkehrswcsm ehestens iu Wirksamkeit trete. Gleichzeitig soll auch der Umbau des schon lange nicht «ehr den BerkehrrbeAtrfnlssm entsprechenden StaatsbahrchojrS zur Dmchführwrg gelang«.