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Wiener Morgenzeitung · 1919-02-03 · Heft 16 (3.2.1919) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 16 (3.2.1919)
Date
1919-02-03
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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SM 2 , _Wien, Montag . Wiener Morgenzettv«- , 3. Februar ISIS Nr.!S lOTtnr^- . .^■niii.^iiiitir^wrä.tr^.-nrm»».. >.>———».», ... .i^<w»..i»i«i ... i ...—— ... .......... Die interalliierte Konferenz. Paris» 1. Februar. (Havas-Meldung. Anitlich.) Die Vertreter der Großmächte versammelten sich gestern um 3 Uhr nachmittags. Die Konferenz billigte den Text de s provisorischen A b k y mm e n s z w i sch en den Tschechen und Polen, wie er bezüglich des Gebietes von Teschen von den Delegierten der Mächte vorgeschlagen worden war. Die Instruktionen der zur Abreise nach Polen bestimmten interalliierten Kommission wurden endgültig gebMgt. , Die rumänischen Delegierten B r a t i a n u und M i s ch u wurden darauf angehöri. Bratianu gab eine eingehende Darlegung i>et rumänischen Ansprüche. Nächste Sitzung am 3. Februar um 11 Uhr vormittags. ... Dis Finanzfrage». Paris, 2. Februar. (Meldung der Telegraphen- Kompagnie.) Die Großmächte hüben die Mitglieder jener Kommission ernannt, bis mit der Untersuchung der finanziellen Fragen betraut ist. Ernannt wurden: Für Frankreich Klotz, für England Montage für Italien Salandra, für Japan Mori. Clemenlel. wird Frankreich in jener Kommission vertreten, die mit der Untersuchung der ökonomischen Fragen beschäftigt ist. Der KsrrLtzor für die Tschechen Lugano» 2. Februar. „Corriere della Sera" veröffentlicht einen Artikel über die Korridorfrage des tfchecho-slowakifchen Staates. Er wendet sich in der hefrigsten Werse gegen den beabsichtigten' Korridor zum Adriatischen Meer über das jugoslawische Gebiet, indem er darauf hinweist, das zwischen den beiden Neichen ~ deutsche undungarische Gediete liegen, wodurch das Selbstdestimmungsrecht der Nationen verletzt wird. Dagegen verlangt der Artikel, daß die Tschecho-Slowaken einen Korridor über die Bukowina und Rumänien zum Sch w a r z e n M e e r bekommen können. Dieser Korridor würde von den Grenzen des tschscho-slowakischen Staates über Ungvar an die südlichen Hange der Karpathen über die Grenze der Bukowina nach Rumänien gehen und dabei allerdings ewige hunderttausend Ruthenen umfassen. „Wir glauben zu wissen", heißt es im Artikel, „daß dieses Projekt hauptsächlich von den Rumänen propagiert wird." . ZKlMSd. Ein fo^iüWische? Hilferuf an ‘mi Bsr'AS?' KsugeLtz. Bern, 1. Februar. Die Resolution der deutschösterreichischen S o z i e l i st e n für den internationalen Sozialistsukongreß lautet: Die deutschösterreichische Sozialdemokratie, die' schon indem alten kaiserlichen österreichischenZwangsstaat für' die Befreiung und S e l b ft h estimmung aller Nationen gegen die eigene Bourgeoisie gekämpft hat, beansprucht für sich dasselbe Recht, das nach dem Wusonschen Programm jedem Volk zusteht: seine Staatsrügehöngkeit selbst zu bestimmen und vor allem sich nicht gegen seinen Willen von einem fremden Volk unterwerfen zu lassen. Sie 'verlangt das uneingeschränkte Recht des A nf ch! u s s e 5 des gesamten deuschösterreichisch-n Staatsgebietes a n D e u t s ch l a n d und weist alle Versuche zurück, geschloffenes deutschösterreichisches Staatsgebiet, wie D s u t s ch b ö h m e n und Deutsch- SüdLirol, von Oesterreich zu trennen. Sie erkennt rveder historische noch andere Ansprüche fremder Nationen auf die Beherrschung des geschloffenen und mit dem deutschen Sprachgebiet geographisch zusammenhängenden Gebietes an. Die Rechte der m fremdem Sprachgebiet zurückbleibendm Minoritäten find durch Verträge unter internationalem Schutz einverftändlich zu regeln. Die deutschöfterreichifche Sozialdemokratie protestiert gegen die Versuche des i t a l i e n i f ch e n, des L s ch e ch isch enund des f ü d s l a w i s ch e n I m p e r i a! i sm u s, durch Besetzung deutschösterreichischen Gebietes mit Waffengewalt dm endgültigen Entscheidungen der Friedenskonferenz vorzugreifen." So berechtigt dieser Hilferuf auch ist, so sehr läßt . sich jedes seiner Worte gegen die deutschöst erreich i s ch e Sozialdemokratie anwenden. S i e verweigert dem Judentum die Anerkennung als Nation» s i e verweigert den Ostjuden das Recht, ihre' Staatszugehörigkeit selbst zu bestimmen, sie will das jüdische Volk tu der Republik ihrem radikalen Imperialismus unterwerfen. Diese Zweideutigkeit und Inkonsequenz wird ihr in Bern noch vorgehalten werden. Die Vertreter desSLädteverbandes des S u d e t e n l a n d e s telegraphierten an die österreichischen Delegierten auf der Sozialistenkonserenz: „Wir bitten, bei der Friedenskonferenz für unser Recht zu wirken, Zur Nationalversammlung wählen zu dürfen, damit wir nicht wie st u m m e Sklaven Zusehen müssen, wie ohne uns über uns entschieden wird. 1871 hatte Elsaß-Lothringen trotz der deutschen Besetzung Vertreter in der franz v s i s ch e» Rationalvers amml u n g zu Bordeaux; ebenso sind wir berechtigt, Vertreter stach Wien zu entsenden." -,r' Die bolschewistische Welle. GerVegung in der englische« und französischen Arbeiterschaft, Streik in Glasgow. London, 2. Februar. ZrrfoLge der jede Vermittlung abVeiseudett Afttwort de? sr«giar«ng auf dss AMmstum d§? AvSefter ist der Streik irr Glasgsw tz««te «o?ge»s «tz« setz? s ch e «, wertere Erkundigungen bestätigen die Tatsache, dntz eine groß« AftAShl nm getiten mehr durch Awrmg als durch irgendeinen Wunsch, sich der 4H-Gtwnds»wschen-Pr»egu«s. Lnzufchftrtzen, Zur EinstsAmZ dev Arbeit genötigt WSvden ist. Es wird berichte^ daß gestern «schts M«ftTSKguUgLn gemacht wurden, auch dis Arbeiter der Strntz entz «h « we? kost 8 t t s « zum Streik zu bewege», doch ohne ErfckLg. Ma« nimmt an, datz « e «i g e r atsdie Half Leder Arbeiter jetzt noch arbeitet. Die Streikende« Seatzstchtige» eins Maffeksrrfnmmlrmg zur Besprechung der Antwort der Regier»»- adzuhatten» Drohende Ansspsrrnng in Belfast. Amsterdam, 2. Februar. (Reuter-Meldung.) Aus Belfast wird gemetdet, daß die Arbeit-" gebe? die streikenden Werftarbeiter in Kenntnis setzten, datz morgen der Betrieb ans Grundläge der 47-Stundenwoche «Leder aufgenommen wird. Wen» die Leute nicht erscheinen, «Lrtz eine AAZsperrung non sechs Wochen erklärt werden. Belfast in den HSnden der Arbeiter. VsM», 2. Februar. Der „BsrrvSräs" meldet aus dem Haag: Hollands Rieuwsdlttkra» erfährt srLL.NLrv-BorL, daß Bslfsft ssKMndiK in denHLndender Arve iter ist. Die Arbeiterführer Verwalten die Stadt; die Arbeiter , stehe« unter Leitung vs« FabriLsrLten^ Elemeneeau verbietet Versammlungen. Ps;.'Un, 2. Februar. De? ^Vorwärts" meldet ans Amsterdam, dütz El emeneeLL dis für. Gs«»Las einLerrrfenen DeMsustratLonKoersaMMLunse» der Arbeiterschaft verdate« habe. . Das Blatt bemerkt hirrz«, es fei sslbftVerstKndlich, daß die Zunehmende DewegnnK in der frsnZKfischssr ArLeiterfchast dNrch das Latsgsrifche Werkst CLrmeneesvs stch nicht aus der West schaffen laste, Vielmehr sei anzrmehmen, datz sie stch Geltung verschaffen werde. England. Kritische Lage in Schsttland. Aursterdam, 2. Februar. Einem hiesigen Blaite zusolge schreibt „Daily Telegraph^ über die Streiks in Schottland, man muffe zngeben, daß die L a g e e i n e s e h r kritische sei. Die ganze Bewegung gehe von der - o l s ch e w i st i s ch t it Gruppe von Tlyde aus. . /. AMerika. BeMsMZ i«, hrrTfLeZtilarbeZtSLschLft. Nerv-BorÄ, 2. Februar. (Reuter-Meldung). Dir Leitung der Textilarbeitergewerkschaft hat ihre Mitglieder, deren Fahl annähernd eine Million beträgt, angewiesen» Montag, nngeachrrt des Widerspruchs der Arbeitgeber, den Achiftundentay ein- Zuführew Die Arbeitgeber in den 9!ruengland-AtaüM haben die Forderung angenommen. Spanien. De? SyndikaLrsmns in Spanien- Madrid» 2. Februar. (Havasmeldung.) Irn Senat erklärte Ministerpräsident Graf Romanones, die Regierung beschäsüge sich mit allen sozialen Problemen. Der Ministerpräsident tadelte den extremen und rev o lutinären SyndiLalismu» und-: beklagte den Mißbmuch. der mit A u s st ä n d e « gettiebrn werde, wodurch das Kapital aezwungm würde, sich zurüchzuziehen. Die Regimmg halte eine obligatonsche Verbindung zwischen Kapital und Arbeit sowie! eme yorfichtigo, dabei aber mutige Abänderung der Eigenttunsgesetzgebung sik notwendig. rrjf^c^v^ra-xm ‘ ’ TKLegNKMme. Tschecho-flywaklsche Republik. Die „TschechischssvAitrlLstische Partei für die NKtronaljüdischr« Forderungen. Pr Kg, t. Februar. (Tel. der „Wr. Morgenztg.^) Das JännechefL der von Professor Dr. Fr. Krejei. dem bekannten Prager Philosophen, redigierten Revue des tschecififchen Sozialismus „B u d o n c n o stenthält einen (yermutlich von Proseffor Krejci stammen-' den) Artikel „Zur Iudensraäe". Am Schluffe desselben wird ein ofszreller Beschluß des Akttonsausschusses der „Tschechisch-sozialistischen Partei" (der Klofatsch-Partei) angeführt,der dis Annahme der Forderungen des Jüdischen Nationalrates für den tschecho-flowakischen Staat ansspricht. Dieser Beschluß, der naturgemäß von weittragender Bedeutung ist, hat folgenden Worttartt: „Die Bildung des Jüdischen RationalrateswirdmitZustimmttng zur Kenntnis genommen und die prinzipielle Bereitwilligkeit ausgesprochen, die Fordemngen, welche aus dem Grundscch der Selbstbesttmmung hervyrgehen. zu unterstützen, insoweit dadurch die Einheitlichkeit der polmschen und kulturellen Organisation des tschecho-slowskischen Staates nicht gestört wird. Was die Detail» anbetrifft, wäre es notwendig, die Sache zu diskutieren, doch dazu wird Gelegenheit bei Schaffung entsprechender Schulgesetze sein." Eins Konferenz der ftomakifche« Inden. Pretz-Mg, 2,Fehmar. (Tel. der „Wr. Worgsnzig/) In einigen. Tagen wird in Prehbmg eine Konferenz von Delegierten der Juden aus der Slowakei stattfürdsrr. (Bekamttlich bat ein großer Teil der Juden bereits das natirnralMifche Programm angenommen. Siehe den Bericht über den Prager Natisnalkongreß in Nummer LI unseres Blattes. Anmerk. d. Red.). Motamorphofe de? AfsiMUnnte«. Budapest, 2. Februar. (Tel. der,Wr. Morgenzig.^ ' Die Kultusgemeinden Sille kr und Tymav fordern - die jüdischen Gemeinden Oberungams auf, sich M tschechischen Nation zu bekennsn. (Bekanntlich wam; diese Juden bisher fanatische Magyaren. Ein« Jllm.. stratron der Charakterlosigkeit und Usthaltbarksit affb > milatorischer Politik. Inm. d. Red.) Deutschland. Wo? der N«ttronalve?sLMMrv»tS. BerLi«, L. Februar. Es ist eine Verordnung ev» lassen worden, um u n e r w ü n s ch t e E l e m e n t e von Weimar sernznhalten. Diese Verordnung wurde mitveranlaßt durch einen spartakistischen Putsch mlf das Telegraphenami in Eisenach. SitznnA de? Mehrheßtssozssttste«. Werft«, Z Februar. Dienstag vormittags! im Meimaer Volkshaus die Fraktion der Mehrheitsfosialisten zusammentreten. ArdeiterrLtr grge« mMtürLsche« Schutz der NMONKlviexsuMMlmlls- Berlin, 2. Februar. Me der «.LokakanZerger" meldet, haben in einigen mitteldeutschen Städten bi« Arbeiterrät« gegen die Zusammen-' zithung von Truppen Zinn Schutze der Nationalversammlung Protest erhoben. Ungarn« Dr? Bsrmt n»«?fe zwischen S«M«n mSnien QttettU P«?is» 2. Februar, Dem »Petit Journal* zu» folge sott di« Frage des Banats in der Art und Weise gereaelt werden, das Serbien wahrscheinlich . den Teil des Banats nördlich der Donau ms zur Effmbahnlinir Temesvsr erhält, der ganze übrige Teil jedoch Z» Rumänien kommen sott. Dl« Rumänen gewillt fehl, Serbien besonders strategische Garantien für den Teil deo Brmals zu geivähren, der vor Belgrad siegt. 7

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