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Wiener Morgenzeitung · 1919-02-03 · Heft 16 (3.2.1919) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 16 (3.2.1919)
Date
1919-02-03
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Wiener MorgenzeLtung 3. Februar 1919 Seite 3 Alarmbereitschaft irr Berlin. Berlin, 2. Februar. Im Hinblick auf die Gerüchte und Anzeichen, daß die Spartakus gruppe neue Putschversuche plant, hat die Regierung Vorkehrungen getroffen, um eventuelle Unruhen im Keime zu ersticken. Die republikanische Schütztruppe ist in erhöhter A l a r m b e r e i L s ch a s t; ihr wurde auch das Zeitungsviertel anvertraut. Tag und Nacht stehen vor dem Reichstagstzebckrde Lastautomyblle bereit, die mit Maschinengewehren bewehrt sind, um bei Bedarf sofort nach bedrohten Punkten abfahren zu können. Weiters hat auch die Gardekaoallerie- Schützendivifion Maßnahmen getroffen, um jederzeit zum Eingreifen bereit zu fein. Das FreiwMgemegiment Reinhardt erläßt einen Aufruf an die-gedienten, Freiwilligen aller Waffengattungen, sich dem Regiment auf gegebenen Alarm, sofort Zur Verfügung zu stellen. Die Freiwilligen körnte«, da sie sich nur für den Alarmfall zur Verfügung stellen, ihren bürgerlichen Berufen nachgesehey. Gegen die WegierrmF EdsrLsSHMsmE«. , Effermch, 1. Februar. Eine Versammlung von Arbeiter- und Soldatenräten sprach sich gegen die Regierung EberL-Scheidemann aus und erklärte, die Regierüng mit Truppen für Weimar nicht unterstützen zu wollen. Hierauf wurde das Telegraphencmtt besetzt. In der Versammlung wurde Mch gedroht, d i e N a L i o n a l v e r s >2 m m l u n g i n Weinrar. zu stören. Die SpaxLakisten hebSM GsisM:äm, Düsseldorf, 2. Februar. Hervorragende Bürger sind von den Spartakisten s e st g e n o m m e n worden. Man erwartet einen baldigen Angriff auswärtiger R e g i e r ung s tr u p p e n. Die Spartakisten haben alle öfseMchey Gebäude in Verteidigungszustand gesetzt. SpurLakistAcherrschafL irr Bremen. Breme«, 2. Februar. Die Telegraphen-Umon meldet, daß die Spartakisten Telephon- und Telegraphenleitungen durchschnitten und den bürgerlichen Einwohnern bei Todes st r afe das Verlassen ihrer HLuser verh,oten haben. Auf den Türmen des Domes haben die Spartakisten mehrere Maschinengewehre eingebaut. Wie jetzt seststeht, find Ln Bremen mehrere russischePolschewiken zur Unterstützung des spartakiftifchen Widerstandes tätig. Die Regierungstruppen haben,in den Hafen Marinegeschütze aufgestellt. - Der Anmarsch des Rs^erungmitiLärs nzrch Brsmen. Bremen, 2. Februar. Die Transporte der Aegierungstruppen nach Bremendauern fort. ' DG Vormarsch stockt jetzt, jedoch deuten alle Anzeichen daraus hin, daß das Korps Gerstenberg morgen in Bremen einmarfchieren wird. Die Lage ist noch immer ungeklärt. WaffenstiKstand irr Bremen. Bremerr, 2. Februar. Gemäß einer am 3. Februar um 3 Uhr morgens erzielten Vereinbarung sind bie Bolksbeauftragten Bremens bereit, aus Verlangen der ReichSregierung LU«, rückzu treten. Dis bewaffnete Arbeiterschaft Bremens ist bereit, an den Korpssoldatenrat des S. Armeekorps alle Waffen und Munition abzu liefern. Der oberste Soldaten rat, Grieß?» Hamburg sowie der Korpssolbatenrat.bes 9. Armeekorps verbürgen sich für die Durchführung der ^Ent- - waffnung und für die Wiederherstellung grvöbneter Zustände in Bremen. . - V i- Die Mehrheitssozialisten^ Bremens und säurtliche Vermittler erbitten von der Reichsregierung die so- - forttge Zurückziehung der Divisian Oer-/ 'ftenberg, da deren Auftrag restlos erfüllt sei. Die Division Gerftenberg erklärte im Laufe des 3. Februar, in die Stadt Bremen und in Hevelittgen nt ch t ei nzu mar schie re n, falls kein Truppenzuzug von außen nach Bremen erfolgt.-,,- *; Der Stabtkommandantur in Bremen wird eine ' Kontrslls. beigeörd'net, die die Verbindung mit der Division Gerstenberg aufpechterhält. Lämpel 'vom '- Zentralrat in Bremen und Leutnant v. Pv.itzelwitz, letzterer als Bsrtreter der Division Gerstenberg, über-, bringen dieses Abkommen der Reichsrcgierung., - Breürerr, 2. Februar. . Zwischen der Division Gerftenberg und der Regierung von Bremen, ist ein Waffenstillstand bis Sonntag 12 Uhrnachts abgeschlossen worden. Inzwischen werden mit.. Berlin Verhandlungen gepflogen. Our PEchsL^ch M Harburg. HLrörerg, 1. Februar. Etwa 20 Marmesoldate^ die hier eintrafen, marschierten Zu den Vereinigten Gummiwerken Harburg - Wien, wo sie das HauptkonLor besetzten und die Fernsprechstelle zerstörten. Von der Betriebsleitung forderten sie dir Herausgabe von G u m m i st offen für den obersten M a e t n e r a t Es wurde sofort der ArbettsraL von diesem Vorgehen der Marmesoldaten in Kenntnis gefetzt. wobei sich herausstellte, daß die Marinesoldaten keine Ausweise bei sich führten. Rach Feststellung ihrer Personalien wurden sie über die Grenze gebracht und dem obersten Marinerat der Unterelbe Mitteilung über den Vorfall erstattet. Die Marmesoldaten waren sämllich im Besitz eines vom Fünferausschuß ausgestrÜLen^dvaffsnschriE Nr. 16 -Wien, Montag. L~~------—-;-—--- Graf Julius Audraffy Ln der Schweiz. Bern, 2. Februar. (Meldung der Telegraphen- Kompagnie.) Der frühere österreichisch-ungarische Minister des Aeußern Graf Julius A n d r a f f y, der fest einigen Tagen hierwellt, empfing den Vertreter der Telegraphen-Kompagnie und erklärte ihm, daß die von dm ungarischen Blättern anläßlich seiner Abreise nach der Schweiz ausgestellten Behauptungen, als ob er mit Pässen der ungarischen Regierung und in deren Auftrag nach der Schweiz g.reist sei, vollstanig erfunden sind. Graf oAndraffy erklärte, er befinde sich lediglich als Privatmann in Berrü Demission des PrLfidsnLen der rmgsrischen ZLsniftLnfZÄLNMsn. Budapest, 2. Febmar.' (Tel. d. Mr. Morgemtg.*) Der Präsident des Landesverbandes der ungarischen Zionisten, Professor Adolf Strauß, ist von seinem Amte wegen seiner angegriffenen Gesundheit, die Schonung erforderlich macht, Zurückgetreten. Die Zeitung „Egyenlöseg" bringt diese Demission mit den Vorgängen der letzten Zeit und dem heftigen Kampf zwischen Zionisten und Assimilisten v* Zusammenhang. Authentisch wird mitgetexlt, daß . ■ . Gerüchte auf Unwahrheit beruhen ./'■ IugoflMVien. Die Kreme Meibt. - Laibsch, .2. Februar. Eine Enquete .von Bankfachleuten hat sich dahin entschiede^ ^daß die Ausgabe neuer Geldzeichen zu unterbleiben habe, bevor nicht der „S. H. S."-Staat (Serbsko-Hrvatsko- Slovensko) anerkannt fei. Die Bezeichnung der Krone soll beibehalten werden. PslLP. Blutige Wshlorr. - Prag, 2. Februar. (Tel. der »Wr. MorgenM/') Wie den „Rar. Lisch" aus Breslau gedrahtet wird, soll es bei den Wahlen zur polnischen Nationalversammlung am 26. Jänner a n v i e l e n O r t e n z u blutigen Zusammen st ößen gekommen sein. In Szelches (?) wurden die bürgerlichen Kandidaten gewählt; als die Sozialdemokrütm gegen dies Resultat demonstrieren wollten, schritt Militär ein, wobei s e ch s D e m o n st r am t e n e r s.ch y s s e n wurden. (Ueber die Wahlresultate ist bis heute nichts bekannt. Auch die Wiener politischen Stellen der Polen haben keine Verbindung mit ihrem Lande. D. Red.) Die GrotzherZsM geht mr'ch in die Schweiz. Luxemburg, 2, %ekmz, (Meldung der TelegraWn-KoMpaMie.)' GroßMoM" Marie Adelheid ist in die Schweiz abgereift. Weitsve Koutrslke Her -GrssubahMR. ' Loubou, 2. Februar. (Meldung der Telegraphen- Kompagnie.) Lord H a m i l t o n, der in einer Versammlung der Vertreter her Londoner Eifenbahngesellschaften den Vorsitz führte, teilte mit, B o n a r Law habe einer Abordnung der Aufsichtsräte von elf großen Eisenbahngesellschaften erklärt, daß sich die Regierung verpflichtet fühle, die Kontrolle über die Eisenbahnen noch z w e iI a h r e nach Friedensichluß weiterzusühren. Der SLreiMhrsr irr GkKSgsrv verhaftet. Londvp, 2. Februar. (Meldung der Telegraphen- Kompagnie.) S h i n w e 11> der Vorsitzende der S t r e i k k v m m i f f i o n in Glasgow, ist gestern wegen aufrührerischer Agitation verhaftet worden. Seine Freilassung gegen Bürgschaft wurde verweigert, Während der jüngsten Unruhen wurden.53 Personen verletzt. Der Streik der Metallarbeller ist oeigelegt worden. SpauiM. ' Die GiSraLLarftK^e. dem, 1. Februar. Nach einer Meldung des Progres deLyon^ dementierte Graf Rom,arr o n e s gegeniiber einem Vertreter des ^Inpyrcial^ die Nachricht, England hätte chpanien Gibraltar uu Austausch gegen Ceuta antzeboten. Schweiz. Dsr Berner SoziMsteMattHretz. Born, 3. Februar. (Tel. der ^Wr. Morgeaztg.^) Der internationale Sozialistenkongreß ist heute vormittags mit einer Rede des Vorsitzenden B r a n t i n g eröffnet worden. Der Kongreß wird die ganze Woche über dauern und am Sam»tag geschlossen werden. Zur Fortführung der Kongreßardeiteu und Vorbereitung des Nächsten Kongresses wird eine Pennanenzkommission geblldet. . Außerdem wird eine Kommission zum Studium der Böirrc'chnndsrÄge. der tenitorialen Fragen und der intrrnatlynaieu Ärtze'üecijschutzgesetzgebimg gewählt. Gswpers gegen dis Berner Korrferevz. Paris, 2. Februar. (Meldung der Telegraphen- Kompagnie.) In der Sitzung der interalliierten Gewerkfchaftskonserenz erklärte sich der amerikanische Delegierte G o m p S r s entschieden gegen die Teilnahme an der Berner Sozialistenkonferenz und verließ demonst r a t i v d e n S a a l. Die französischen Sozialisten und der zweite amerikanische Delegierte sprachen sich dagegen für die Tellnahme an der Berner Konfereirz mit der Begründung aus, daß dis Punkte des Feiedensvertrages über die Arbeiterinternationale unbedingt unter Mitwirkung des internationalen Proletariats geschaffen werden müssen. Die Entscheidung wird heute gefällt werden. Bv?)kotL gegen dis detttschen DeLeglerten. Paris, 1. Februar. (Meldung b<?? Ageuee Havas.) Die belgischen und die g-rnerikanischen Deke-- girrlen der interalliierten syndikalistischen Kanftrenz haben es ab gelehnt, mit Deutschen in Berührung zu treten und an der Be rnerKsn-- ferenz teilzunehmen, Paris, 1.Februar. (Meldung der Agence Havas.) In her interalliierten Syndikalistenkonserenz erklärten di« amerikanischen und die belgischen Delegierten, daß sio nicht nach Bern gehen, sondern in Paris bleiben würden, um eine inboralliierty Konferenz m organisieren; siH würden mit den Deutschen erst nach Friede ns schluß verhandeln. Doch würden sie sich bemühen, baß in den Friedensvertrag Klauseln ausgenommen würden, die den Interessen der Arbeiter aler Länder entsprächen. Jouhaux erklärte es für unmöglich. In Paris eine interalliierte Konferenz vor dev Berner Konferenz zu veranstalten. Die amerikanischen Delegierten sollten an der internationalen sozialistischen Konferenz, für die sie früher als Borspiel der Friedenskonferenz eingetreten sind, teilnehmen, da die Arbeitschartc vom gesamten ProletariÄt ausgssteltt wsrden^müßte. Jouhaux bedauerte, daß die Amsrikansr und hie Belgier sich fernhaltL» wollen ruck erMrte, der französische ailgernems' ArbriLtzverbaud werde znv Berner Konferenz gohrn. Die WÄtzlm. > Kandidatenliste Lee ZMlscherr NstiorrsLpLuLrL für Herr Wshft -t Lreis WieA-NsrLsft. 1. Ingenieur Robert Stricker, Staatsbahmat, 2. Dr. Leopold PLrrschlrss, Advokat, - 3. Ema Patstt, Erholungshem^Inhaberin, , » 4. Jakob Bmkss, Kaufmann. . . . 5; Karl Blums, Obmann des Jüdischen.Handlmigs-..' gchllferwerdandes, > 6. Isidor Blaß, Za ntechniker, 7. David NebeuZuhh Privatbeamier, 8. Ingenieur Fedor AckermLKU, Oberkomrniffär. ' Morgs» DLeusLKg ist der letzLe Tug Ltzv. ReLLaMatisusfrifL. Kein jüdischer Wühler vev* [ sürrme, uschzKseheu, -Vb er in der WühkerWe ' enthLltSN ift. Das HaupLügitationslokal des Jiidischen National«, Vereines befindet sich 1!^ Lllienbrunngafse, Cafs Müller (Souterrain). Auskünfte werden von 10 bis 12 Uhr und von 3 bis 7 Uhr erteilt. Das Agitationslokal für Brigittenau bestndet sich XX., Wyllensteinstratze 2, Caf6 Bürger. Sprechstunden täglich von 9 bh 12 Uhr und von 3 bis 6 Uhr. Der Sieg des rmtisuaLeu Getzauksns. Täglich mehren sich die Zeichen, daß die Juden übemll die entfcheide-rde Bedeutung dieser Gegenwart für das Schicksal des jüdischen Volkes begreifen und erfolgreich für die nationalen Rechte des Judentums eintreten. Nur wer die polttifchen Verhältniffe genair kennt, die bis vor Kriegsausbruch in Krakau herrschten, kann den W a h l s i e g des Z i 0 n i st e nf ü h r e r s D r. T h 0 n ü her den polnischen A s s i m i l a n t e n D r. Groß richtig emschätzen. Pie brellesten jüdischen Schichten haben unugelernt. keine Verführmigskunst und kein Terror wirkt mehr auf sie, denn sie fühlen, daß es um Sein oder Nichtsein geht. Ueberaus bezeichnend ist es auch, daß sich in Brün n, bisnun eine Hochburg der Assfimll^ tisn, ein so großer Tell der Iudenschast bei derVolk^ Ztthbmg zur ftidischen Nation bekannt hat. Nach den e mgettsffenen Berichten gaben 6 Prozent der Bevölkerung dieser Stadt als Nationalität „jüdisch" an, das fiub k r ch zig Prozent der Brunner Iude^

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