Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 15 (2.2.1919)
- Date
- 1919-02-02
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 Wien. Sonntag' feie QMfatm&t dn'ch Komvl^tieruna mit beimischn KMr zur Not ,br Äuk'lannen finden. Diese Zustände können jedoch nicht so Kleiber, ul,ne unser Wirtschastsleden noch rM'sindstcher zu schädigen und dse Ärbr^slosigKit noch viel k'-asstr zu gestalten. ÄM teuersten, pleichzeitig über auch am seltensten ist die Kohle aus Galesten, die nicht ans Karmin geliefert wird. Weiters find noch die dohrn Frachtsätze -und--die geringe Renkablität, die duck diese Teuerung für die Betriebe.entsteht sowie der Mangel an Daurtzvortnersonal/ die Begründung für die jetzt herrschende Koblennot. Die amerikanische Srudienkommission hat den Tschechen.' dm eigeMichen Herren der für uns in Betracht komm'nden Kohlenreviere, e:ne bessere Laserung 'an Wien zur Pflicht gemacht.' E rreul'ckerweise sind Stockungen ‘in unserer Kolilttil'-lcherung, die man wegen deS tschecho-volnischen Konflck.'s besü'chtet har, bisher nicht e ngetreten. Die Polen haben das Ostrauer Revier verlosten, während tschechische T-Uvpen Karwin besetzten, so dan unsere Aussichten für die nächste Zukunst sich ein wenig gebessert haben. Keine sub Lirs^rilcrie Promotionen mehr. Mit dem Sturz der.Monarchie verschwindet neben fs vielen anderen bedeutungsvollen und bedeutungslosen Aerrmonicn auch die Promotion ,,sub auspiciis“, bei der der Kandidat, der alle Prüfungen mit Auszeichnrurg' bestanden hatte, einen vom Kaiser gespendeten Ring erhielt. Die Promotion wurde immer mit besonderer Feierlichkeit.: vorgenommen und den Ring: überbrachre bei' betreffende Landeschef selbst, der sich hierzu noch eine lateinische Rede'einstudieren mußte. Jüdische Kandidaten wurden nach altem Brauch nur sehr nlim dieser Auszeichnung für würdig befunden. Die Wiener Studenten gegen die mchtdentschen KoAegen. . Gestern mittags erschien eine Studentenabordnung beim R e k t 0 r der Wiener Universität Und reklamierte angesichts der M a r b u r g e r Vorfälle die Eingabe der-Wiener deutschen Studentenschaft bezüglich des S t u d iu ms der ni ch t d eritsch en Hörer in Wien. Der Sprecher der Abordnung drohte, zur S e! b ft h i l f e zu schreiten, falls bis Donnerstag. neu 6. Februar keine entsprechende Antwort erfolgt sein wird. , Graf Eduard Paar geftorberr. Der gewesene .Generaladjutant des Kaisers?^anA Josts,. Generaloberst Graf Eduard Paar, ist gestern im 87. Lebensjahr gestorben. — Mit dem Verstorhenerr wird einer der Mächtigsten der gewesenen Monarchie zu Grabe getragen. Als Generaladjutant Franz Josefs und Zu diesem in einem fast freundschaftlichen Bechülmis stehend, übte er auf die inneren und äußeren Angelegenheiten der Monarchie einen nicht iinmer sichtlichen, aber umso tieferen Einfluß ans, Der.Konflikt mit Serbien fand ihn aus Seite der Kriegs Partei und auch er gehörte zu denen, deren Stellungnahme dem unschlüssigen Monarchen die Kriegserklärung. ahgerunM. hat. Nach dem Tode Franz'‘^ojefs würde Grüf Paar bekanntlich ^verabschiedet*"' '-'-f - ' 25tZeitirnZen in Pretzönrg zngelasse«. 'Kv£ .!?i r * f; 5 u s g m ldtt bic Parlanuntskorresvondenz: Der vM der ück '.stocklowak schon Regi^rmg-ernannte Oberstädthauv'.Bndn' von ^'rchourg hat das ans die E.nftchr ungarischer ntb deusichösterknchrscher Blatter bezügliche Verbot mit gestrigem Tan: tstlwrst'e «maehsbrn. Es wurde vorläufig die Zulassung von 4 Budapesver und 7 Wiener Ze umgcn gestattet. -Gegen den militärischen Zopf. In einer Derlaütsiürung >a». TtaatLsekvrtats für Heerrswesen wird in scharfen Wortt» Stellung tzenourmen. gegen dte schleppende Art, in der die Beschwerden, und Vorstellungen zahlreicher Bittsteller in den m:lt» ränschen Aest'-tenr behandelt werden. „Mit demaltenZopf m it f? e n b l i rfj aufgeräumt werde n" schloßt Staatsiekrerär M a y e r seinen begrüßenswerten Ukas. Prüfe ffor Adels 75. Geburtstag. Donnerstag den v. d. M. Mllendet Professor Karl U d e l, der' Künstler von Deltnst, sein 75. Lebensjahr. Professor Udrl, der bekanntlich leider halb erblindet ist, lebt in ärml.chcn Verhältnissen. - Wissenschaftliche Forschungen eines Wiener Gelehrten in Palästina. In einer der letzten Sitzungen der mathematisch-« aturtoissenschafklichett Klasseder Wiener Akademie der W i s s c u * ist a s t e n wurde ein vorläufiger Bericht des Unrversitätsbozenter: Dr. Josef Bayer, Knstosadjunkten am Nai'urhifirrischen Museum, über die wissenschaftlichen Ergebnisse seines.zweiten Palästina-Aufenthaltes im Jahre 1918 vorgelegr. Tic anfangs März gemeinschaftlich mit Leutnant Dr. Cito. Ant0ni ns unternommene Reise nach Palästina wurde durch einen dreiwöchigen Aufenthalt in Könstantinopel unterbrochen, welcher Gelegenheit zu eingehendem Studium des dortigen Museums gab. Bei Aleppo machte Bayer eine flüchiiZe Untersuchung an einem nördlich der Stadt gelegenen Teile, der sehr reiche' Ausbeute an neolithischen und bronzezeitlichrn Funden verspricht und dessen Abgrabung später, ernstlich ln) Auge zu sa'seu wäre, du seine Lage am Krell, ungspunkre der Linien Troja—Mesopotamien und Kaukasus—Palästina wichtig? Ausschlüsse über die urgeschichtlichen Beziehungen diesen Gebiete erwarten läßt. Weitere Steinzeitfunde machte er unter anderem in der Gegend von Deraa im Cstjordanlande. Mine Mai übernahm Bayer die Stelle des österreichisch-ungarischer: Verbindungsoffiziers bei der 7. türkischen Armee in Nablus, dem biblischen Sichem. Bei der Begebung den wissenschaftlich hochinteressanten Umgebung fand er de- 5-ler Uden, eine Gehstunde westlich von der Stadt, einen Lagerplatz aus dem Campiglien mit. einer Anzahl typischer'' Steinwerkzeuge. Kurze Zeit darauf entdeckte er Unweit der Stadt Nablus, beiderseits eines im Sommer trockenen Wassergrabens, der sich dort zu einer Mulde erweitst, eine.i grossen Campigli nrnohnplatz ml* n ehre e hni-dert prächtigen Faustlerieu in verschiedenster Größe. Dieser Entdeckung bürste größere Bedeutung dadurch zukoMmen, daß damit ein gewisser Grad von Seßhaftigkeit für Wiener MorgsnzöLtrmg den Canr'piglienrnenschen wahrscheinlich gemacht wird. Nach lätägigem Aufenthalt in Nablus wurde Bayers- Kommandierung nach Nazareth verfügt, während Dr. Antonius als Verbindungsoffizier zur 4. türkischen Armee nach Es Salt ins Ostjordanland abging. Bon Nazareth aus konnte er kleinere Exkursionen, in die Umgebung machen, wobei er an verschiedenen.Stellen Spüren des Steinzeitmenschen antraf. Von. den Funden bes, Sichem ging leider der wertvollste Teil, heim Sträßenkanipf in Nazareth am 2. September verloren. Nur die. Kunde von Bet Uden und eine Kiste mit Petrefakten aus dem Libanon konnte man auf ein Lastauto bringen und nach Konstantinopel transportieren, wo sie dem Leutnant. Dr. Christian von der ethnographischen Abteilung des Naturhistorischen Museums zur Weiterbeförderung übergeben wurden, der noch ,nicht in Wien eingetroffen ist. Die Funde des Doktor Antonius sind, derzeit in Mähris ch-Ost rau deponiert. Bayer bittet die Wiener Akademie, das. englische archäologische Institut in Jerusalem, sobald dies die politischen Verhältnisse erlauben, von dem Sachverhalt in Kenntnis zu setzen, um das wissenschaftlich sehr wertvolle Fundmaterial wenigstens für die Wissenschaft zu retten. Jüdische Jugendbibliothek. Die Leitung. deS jüdischen Jugendheimes bittet uns um Veröffentlichung nachstehenden Aufrufes: Räch UestLbivüibung beträchtlicher Schwierigkeiten ist es ün§ im DezKribev vorigen Jahres endlich gelungen, in unserem Heim eine- Jugendbibliothek zu eröffnen. Die so errichtete Bibliothek entspricht aber nicht den an sie gestellten Anwrderurchen. Die Notwendigkeit einer Jugendbibliothek braucht w^hl nicht erst besonders hervorgehoben zu werben,, es sersuftv bemerkt, daß die Zahl derer, die Bücher entleihen wollen, in der kurzen-Zeit seit der Eröffnung auf mehzr als 200 gestiegen ist, während die Zahl der uns zur Verfügung stehenden, sich für die Jugend eignenden Bücher kaum 250 Bände'beträgt.. Es ergeht somit die Bitte an alle jene, die die Notwendigkeit einer Jugendbibliothek ein sehen, uns dprch Bücher- und Geldspenden die Vergrößerung der Jugendbibliothek zu ermöglichen, da wir außerstande sind, aus den uns zur Verfügung stehenden unzulänglichen Mitteln die Bibliothek, entsprechend auszubauen. — Wegtzn Abholung von Büchern und eventuellen Geldspenden wolle man das jüdische Jugendheim, II., Obere Donaustraße 91, mittels Postkarte verständigen..' SchLeibmafchinrnhaus - Ferdinand Tchrey, Wien, V!., Dreihnfeiseingafse 1» liefert alle Arten von Schreib- Maschinen preeSwert. Reparaturen/schnell. * Baron Lambert-Rothschild gestorben. Wie uns aus Paris gemeldet wird, ist dort Baron Lambert-Rothschild Sich gestorben.' Der Verstorbene war mit emer Tochter des ms Gustav Rothschild vermählt Md hätte mach seiner Vermählung den Namen Lamdert-Rothschild angenommen. Er hat seinerze'rt die B.ldung des Hilfskomitees für Nordfrankreich und Belgien durchgeführt und sich eifrig auf philanthropischem Gebiet betätigt. Bon fernen Töchtem ist die eine mit Herrn Jean Stern in Paris, die andere mit Herm von Goldschmidt iit Frankfurt vermählt. ,,„ . ,v Todesfall«. D« BiMräsident des Oberffm RechmmgS- ' Hofes, .Dr. Paul .S ch u l z. welcher - sich seit längerer .Zeit: emer Kar rm Sanatorium des Dr. Bins.wangec bei Konstanz unterzog, ist daselbst am 31. Jänner' infolge Herzschlages plötzlich gestorben. — Vorgestern ist hier der pensionierte'Redakteur des Tclegraphen-Aorrespondenzbureaus, Regiernngsrat Ludwig Po lla k, im 82. Lebensjahre nach' mrzem Leiden gestorben. Der Verstorbene erfreute sich iu Beamten- und jonrnal,Aschen Kreisen allgemeiner Wertschätzung. — Vorgestern ist in Eger Herr Jakob Zucke rmann, Handelskammerrat mtd. langjähriger Vorsteher der jüdischen Klckttlsgemeinde, gestorben. EingesendeL. $cfir«itm;a$d)iiKn uitd K«p.ir tnr«n „ aller Systeme, Zubehö' aller Art. preiswert bei Ferdinand Echrey, Wien, VI., Dreihuselsengasie 1. Telephon 2726. via MMsWOr. liermans Eäoer befindet sich ab 1. Februar 1919 in Wien, I. B zi^k, TucMa^ben Nr. 8. 83 Otto Wagenberg Wien, I. Tuchlauben 9 Telephon 4863/8 Grösstes Lager h S'ah!- und Galanteriewaren 7» Die Ernährung. Die BroLsteuer. Schon seit einiger Zeit besaßt man sich in Negierungskreisen mit der Frage einer Brotsteuer. Durch die Lieferungen von Ententegetreide ist diese Frage nunmehr aktuell ge,vordem deun der Getreidepreis wird jetzt anstatt K 1.— bis K 2.50 pro Kilogramm nicht weniger als K 3.30 betragen. Es ist nun, wie wir hören, einerseits eine kleine Erhöhung der Brot- und M e h l p r e i s e geplant, eine Steuer, die alle treffen wird und andererseits eine direkte Besteuerung der Selb st versorger und bemittelteren Kreise. Die allgemeine Brotpreiserhöhung wird wahrscheinlich zirka 30 Prozent betragen. Es soll dann ein Laib Brot von 1260 Gramm anstatt K 1.56 ungefähr K 2.—, und das Brotmehl K 1.—f Backmehl K 4.— kosten. Die Brotsteuer wird die Selbstversorger nach einem gewissen Schlüssel treffen und bei den bemittelteren Kreisen, das sind solche, die für 1919 ein höheres Einkommen als K 10.000 versteuern, prozentuell als ,B r 0 t « u f I o q S eingehoben werden, 2. Fibruar 1610 Nr. IS’ -' ■ .. ——.— — — — KoMpeNsMoNSverLrag' mit IVgoKlSWiLK. Mit der f ü b s l a w i s ch e n R e g i e r u u in L a i b a ch wurde am 30. Jänner der. erste größerj Kompensationsvertrag abges^loffen. Dack nach liefert die jugoslawische Regierung größE Mengen Käse, Bohnen und S ch l a ch t v i e wogegen D e u t s ch ö st e r r e i ch V i e hu n k S p eis es alz abgibt. Der Marktbericht. : Die Fleischbcschickung auf den hentigeir Märlc«n,wsr dtt'k' Bedarf entsprechend und genügend. Auf allen Märken wrtrd Rindfleisch an die rayonicrtcn Kunden abgegeben, nährend dal? Schaffleisch, das aus den Byrtagen zuriickgebüeben mr, ,cmä heute nicht verkmrft wurde. Der Naschmarkt wies, die üblich« Rübensorten auf. Als Nerngkeit sind Mucken zu ' verzeichnen Einige hundert K.logramm Weichwürfte und ebensoviel Schell^ sische ergänzten den heute aut beschickten Markt. Außerdem 'tourdeÄ/ btc aus der englischen Liebesattion stammnchen FleischkonserveLl.. an die Mindchbemlttellen uneutgclilirk aügegeberl. Am Hof. nwi;, der Nachtmarkt ein wenig lebhafter al§ i.n deü Vortagen.' M waren 87 Parteien mit 12.700 Kilogramm Wurzelgemüse erö schienen. Am Tagmackt gab es 80 Kilogramm NindfleisM welches schnell ausverkauft wurde, und 240 Kilsgratmn Schaff, lleisch, das liegen blieb. Am Gestügelmarkt waren 30 Hühnw- . die aber wegen der hohen Preise nicht abgesetzt wurden. Rudolfsheim war der rayonrerte Bedarf gedeckt. 3920 Krlvgranlr»-- slowenisches Kraut wurden , zum. Detailpreise von K 1.30 schnell msverkaltst« Der Fischmarkt am Karmelitermarkt wres im gacheir.-.. 600 Kilogramm Seefische auf. — Auf den Nebenmärkten, ml . die Beschickung bedarfdeckend. Auf einzelnen Markten MirdeK heute Liebesgaben unentgeltlich ansgegeben. 7— In der Bil'ttralim;. Halle gelangen heute die gestrigm Zufuhren von zwei Waggons ■. mährischer Zwiebel und 9600 Kilogramm Gärtnergrünwarerjt. > zum Verkauf. ' Die volle Brotquote in der nächsten Woche^ Wie in Bestätigung unserer gestrigen Nachricht amtlich rnit^ geteilt wird, ist es nach ueberwindung großer Schwierigkeiten gef langen, die Ausgabe der vollen Brotguote für Stcu auch iu de»,' nächsten.Woche sicherzustellen. Die Ausgabe .von Brot iu' bfi - Woche vom 9. bis 15. Februar kann nur" dann nngegekürzf erfolgen, wenn die von der interalliierten Lebensmittelkommissiob eiugeleiteten Getreidezuschüüe in gleichem Umfange eintrefscn wi< in den letzten Tagen. . . j- Hauslisten- und LeLsnswittelkartenausgabe^ Die nächste Hauslistenabgabe findet bereits Donnerstag de» , 6. Februar (nicht Samstag den 8.) statt. Bm Gnmd dirier Hau^ listen werden Donnerstag den 13. Februar, die Mehlkartnr und - Störbrotmehlkarten, Mehlbezugsimd Drotbezunskartett, die FeK« i karten,' die Milchkarten für Kmder, die Kartsfiel- und Srffeu^' karten , ansgegeben. *' t RersKbgabe. In der Woche vom S. bis L'-b. M. Schweizer Reis an Kinder bis zum vollendeten sNsten Lebensjahre abgegeben. Auf jedes. Kind in diesem Alter mtsäm vt Kilogramm Reis. Der Reis wird für alle Kinder biszum vollendeten sechsten Jahr bei jenen städtischen-.Abgäbestellen per«. ' ' absslgt, bei welchen die Schweizer Kondensmilch erhältlich tomv'- ■ ' Ä-gckhe »w WohlfahrtfieisH. ''In der 90. Wvch^. . wird an alle Besitzer von rosafarbigen Einkam. cheinen für Wohl^ - sahrtsleisch an dessen Stelle Konservenfirisch Kitz der ^veilen englischen Liebesgabensendung unentgeltlich in den, bekannten, Ständen und Geschäften der Großschlächterü nogetzebrn wrrden^ Bühne midi Must,' .. Gustav Mahlers „Zweite". Der Aufführung durch Bruno Walter, bvn ruftnen , und berechtigten Sachtvalter Mahlcrscheui Geistes, . wurde Schuberts Unvollendete vorangeftelltv' Die edle Trauer der Schubertschen Spätfrucht, frag-- . mentarifth wie das Leben seines Schöpfers, sollte -zuni;' : Folgenden überleiten, gegen die Gesänge der -in elyfischen :: Zypre'senhainen klagenden schwarzverhüllten Göttinnen der Schrei des mit dem Schicksal ringenden Mens ch e u schärfer kontrastievem In unserer Am- und Innenwelt wäre auch ohne diese Vorbereitung hinreichende Beziehung zu Mahlers Jdeenkreifen gegeben gewesen. T.auer um ewig Verlorenes, wehmütiges Sich*- besinnen aus zeitlichen Lebensgenuß, die Leere del . Dafeins bitter verlachender Humor, Aufschwung Z« Gott und aus der schauerlichen Oede des jüngsten : Tages erblühende, tiefste Religiosität sind die Grund-, stimmnngen der Symphonie. In ihren Massen di«; überlieferten Formen sprengend wie letzter Beethoven,' in äußeren Mitteln wie Berliocz über den Raum des ge-'/ gebenen Orchesters hinauswachfend, lehrt sie wieder die; ülerrviegende Wichtigkeit des Einzelschicksals gegenüber' dem Weltgeschehen. In tiefem Miterleben folgen . wir der sympl'oni'cheu Aufrolfungdes Mahlersch?.^. WeltUi.es, und wenn er au den Punkt komm^ wo er - bas menschliche Wort zu Hilfe ruft,, e.'ipsinden wir die traurige Wahrheit: „O Röslem/- rot! Der Mensch liegt in größter Not!" Aber Mahler^ gibt mehr als die uns jetzt so lebendig scheinende Musi-! kalisierung der Nöte des menschlichen Herzens .Für; ihn hieß, wie er sagte, eine Symphonie schreiben, sich:, aus ben Mitteln der vorhandenen Technik eine .Welt!: aufbauen. Und er meinte vielleicht eine Welt-A n-' s ch a u u n g. Als nach dem großkouzipierten Wurf. deS' ersten Satzes für ihn und den befreundeten' I. D. Foerster eine Steigerung nicht mehr mögttchj schien, war dies nicht nur ein aus musikalischen Form»! fragen entwachsendes Problem. Die Lösung zu findend hieß den Weg zu Ueberindischem zu gehen, aus jen-> seiilgeu Regionen Rat und Trost zu holen. Und Mahler fand sie. Es war in Hamburg, zu Bülows Leichenfeier, wo den Ergriffenen die Worte des Auferstehung^ choreS mit visionärer Kraft erfüllten, über Tod und, Leben hinweg in der Gläubigkeit die letzte Zuflucht der Gedankenwirren zu gewinnen und in solchem Sinne Erhebung und Abschluß seines symphonisck)en Werkes' zu gehalten. „O, glaube mein Herz." singt es jetzt, „es ging dir nichts verloren! Was entstanden ist.. Pasmuß vergehen, was vergangene auserstehen!" eurem chom myaucua erklingen die Kloxßockfthen s