Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 14 (1.2.1919)
- Date
- 1919-02-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Wien. SawstaZ ist man doch noch nicht so rveii, wi-.' dno st-nr dargewird. In bizk'c Mittri-nnz' sehr vsi der Äuu-ch chrr Tater des GrdankruZ. De? «atisnale Charakter Wisn«. Der ' Bidenslry, Denik schreib: unter anderem: Der Herr Bürgermeister Weis k i r ch n e r stellt sich hie künfLigesreie Wiener Republik sehr merkwürdig vor. Wenn er glaubt, das; ec ihr einen rem deutschen, Charakter wird ' cmsdrncken können, so wird er sehr ybalb erfahren, daß er dieses Ziel nichLerreichen kann. KslportsgefreiheiL. Im Parlament hat gestern eine Besprechung von Vertretern des «staatsrates und Mitgliedern der Leitung der Presse-Union über die Frage der Preßsreihest und der Kolportagefreiheit stattgesnnden. Die Debatte war ziemlich bewegt und kam eigentlich zu keinem Beschluß. Es wird eine neuerliche Enquete veranstaltet werden, in der die Vertreter aller Intereffentengrupven gehört werden sollen. Es wurde im allgemeinen ein Uebereinkommerr dahingehend erzielt, daß das objektive Verfahren auMbeben.und'die K o l p o r tage im größtmöglichsten Ausmaße Z u- Z u l"a j f e n fei. ILMenifterrmF- SüdLirsls. JMSbrnik, 31.Iänner.(Te!. der „WüMorgenztg.") Der italienische B.sehlshaber in Mer a n, General Amontes, hat anbesohlen, daß die Namen sämts licher Bahnstattonen in Deutsch-Sudtirol i n s I t al i e n i J dj'e übers e tz t und die deutschen Namen außer 'Gebrauch gesetzt werden müssen. In Meran ist in den letzten Tagen eine Studienkommission erschienen und hat sölaende Abänderungen des Lehrplanes ant. H.Krnar Nr. 14 unterricht wird in den drei obersten Klassen gestrichen;, der Geschichtsunterricht hat nach italienischen Lehr- Züchern zu . erfolgen. . . Telegramme. LsHecho-sloWakischSZteWAiL. Die Lschechisch-pslnischerr Kampfe. , Berlin, 31. Jänner. Die Vossische Zeitung meldet . aus Iastrzemb in .Oberschlesien: Auf dem tschechisch-polnischen Kriegsschauplatz an der schlesischösterreichischen Grenze haben Dienstag- und Mittwoch heftige Artillerie- und Maschinengewehrkämpfe stattgesunden.' Besonders hefttge Kämpfe entwickelten, sich rm ÄhfchrM üm Tefchen, dasstim Besitz der Tschechen ist. Karmin und . das KohlengebieL ringsum wurden- Erneut-von den Tschechen erobert. Ebensowurde die Bahnstatton Seibersdorf, unmittelbar an der schlesischen Grenze, von den Tscheche:: genommen. Sie stehen unter dem Befehl von Ententeoffizieren. Auch ein französisches Alpinifäger-Bataillon befindet sich bei ihnen. Die Bergarbeiterin Karmin -haben nach der Besetzung zu 70 Prozent die Arbeit wieder a u f g e n o m m e n. Das tschechische Milirär hat strengen Befehl, die deutsche Grenze nicht zu verletzen. Dennoch halten in O b e r s ch l e s i e n die Gerüchte Än, dic^ von einem beabsichtigten Angriff auf RaLibor Und Ziegen hals sprechen; die Starke der An° griffstruppen wird gerüchtweise auf 30.000 Mann angegeben. In der Gegend Freiwaldau—Freudenthal Hllen bereits etwa 10.000 Mann versammelt sein. öie Tschechen schlagen einen WaffenstiLstand vor. Prag, 30. Jänner. -Das Tschech o-slowakische Preßbureau meldet : Minister Svehla sandte an den polnischen Minister des Aeußern Paderewski folgendes Telegramm: Trotz der unter dem 29. b. M. von der tschecho-slowakifchen Republik, freiwillig angeordneten Einstellung der Operationen im Fürstentum Teschen - haben polnische Truppen soeben - einen wütenden Angriff gegen die von dm tschechoslowakischen Truppengegen die am 29. d. M. erreichte Linie unternommen. Um jedes Blutvergießen zu verleiden,- beruft sich die tschech o-s!owcckische Republik -aus die Tatsache der freiwilligen Einstellung der 'Operationen und schlügt, indem sie neuerdings einen Beweis der - sie beseelenden Versöhnlichkeit Abi, vor, die polnischen Truppen ohne Verzug aufzusordern, jedes weitere Blutvergießen einzustellen. ■ Für den Minister des Aeußern: Svehla. Der Einzug irr PreZhnrg. Prag, 30. Jänner. (Meldung des Tjchecho-slowakischen Preßbureaus.) Aus Preßburg wird gemeldet: Die slowakische Regierung wird am Dienstag .den 4. Februar in Preßburg eintreffen. Die Tscheche« wallen überseeische Kolonie«. Prag, 31. Jänner. (Tel. der ,Wr. Morgenztg.*) In -.einem Artikel des Dr. Förster in den a r o d u i Listy tritt der Autor in ausführlicher Meise -dafür ein, daß der tschecho-slowaki' he Staat Kolonien erhalte, da er diese für seine Entrvicklurig. unbedingt benötige. Gier Sschechifch<-*r Gesarchter ht MLncherr. J MÄnchsn, 31. Jänner. Morgen.^?') Dir MZnchon-'ÄugoruMr' 2ldmdzeitnng meldet: Bi? Lschechische ' RegierunK. .in. Prag . Hai die Errichtung einertschecho-stowMschenGesandtschaft in München zum 1. Februar 1919 beschlossen rmd zum außerordentlichen Gesandten und d cvollmächttgten Minister Wenzel Johann S k r.a m l i k Ritter v. Kronreuth und zum Konsul Friedrich F i s ch e r ernannt. Det tschechische Hapftälismus. Prag, 31. Jänner. (Tch der „Wr. Morgenztg.") P r a v o Lid u schreibt: Während die Sprecher des tschechischen Kapitals in der Nattonalversümmlungvon der Regierung sorderm daß sie gegen die deutschen Politiker wie gegen Hochverräter nach dem bekannten österreichischen Muster einschreite, schicken sie sich hinter den Kulissen an, sich mit dem deutschen Kapital zu verbrüdern und an der Finanzierung deutscher Schwerindustrieunternehmungen (Skodawerke usw.) teilzunehmen. - Die VolkszahLirng in Brünn. Am Jänner veranstaltete die tschechische Derwaltungskommiffion, die im November durch Drohungen mit der Straße die gewählte BrÜnner GemeinVever- Lretung zur Abdankung gezwungen hatte, eine Volksz ä h l ü n tz, bei der rm Gegensatz zu früher nicht die 'Umgangssprache,' sondern die Nationalität festgestellt werden sollte. Für die Zählung war von tschechischer Seite ein großer Apparat! in Bewegung gesetzt. In allen ^tößerek Straßen hatten tschechische Privatvereine Zähllokale errichtet, denen amtliche Zählbogen zur Verfügung gestellt wurden. Von diesem Lokale zogen Agitato reit' von Haus zu Haus, die, wie festgestellt worden ist, in einzelnen Fallen sogar vor Gewaltandrohungen nicht zurückschreckten. Das offizielle Ergebnis der Zählung ist aber bis heute noch nicht verlautbartworden, weil es offenbar nicht den Erwartungen der neuen Machthaber entspricht. Den betreffenden städtischen Behörden wurde strengstes Stillschweigen darüber-zur Pflicht gemacht. Trotzdem kann aber als unbedingt sicher folgendes, aus zuverlässiger Quelle stmnmendes Fählungsergebnis schon heute mitgeteilt werden:- 57 Prozent Tschechen, 37 Prozent Deutsche, 6 P r o ze n t >7I ü d i.s ch n a t io n a! e (Z i o n ist c n), 2 Prozent Militär-, Anderssprachige, Ausländer usw. Dieses Resultat ist vor allem darauf zurückzuf. hren, daß zahlreiche Geschäftsleute,, eingeschüchtert durch die wochenlang sortgesetzte Hetze gegen deutsche Firmen und die Zertrümmerung deutscher Geschäststafeln durch tschechische Soldaten sich zum Tschechentum bekannt haben und auch zahlreiche Gemeindeatb'eiter zu den'Tschechen übergegangen sind. Brünn zertWeise ohne Licht Mnd Straßenbahn. . -Brün«» - ‘30; '.'M«ntr.- ^DiN:ArbeÜer der O s! ojp a n e-r- ElektrszttälswerKrA haßen, -- um ihre Lvhn< forderungen drirchzüsetzen,!daS^Mach Brünn führende Speisekabel abgesperrt, so daß - die' Stadt zum großen Teil ohne Liclit ist Die-elektrische Straßenbahn v e rk e h r t e, nich t. Die auf elektrische Krastzufuhr angewiesenen Betriebe standen. still. In den späteren Abendstunden war die Stcomzufuhr wieder möglich. Die Tschechen gegen Denbchböhmen und Sndetensand. Prag,' Ni. Jänner. (Tcl. der ^Wr. Mo'Jenzig.^ Die N a r o d u i S t ft schreibt: Unsere deutschen Agitatoren und Hetzer glauben noch immer nicht, daß unter den Ruinen des Be.-!'n-Wrent.r Imperialismus anm chr papierenes „D t u t f chb ö h m e n" uub; „<3 u d e t e,n ka n d" begraben liegt. Wenn die deutsche Presse ihre Hollnüngen auf die Berhandlungen L o d g m a n s mit den Bevollmächtigten der Entente in der Schwerz setzt, wird ste bitter enttäuscht werden. Es sei konstatiert, daß es nnr von unserer Regierung abhängig und niemand von den Em'ssLcen des.sogenannten ^Drntschböhmen" und -Sudetenland" wäre m die Schweiz gelangt. Aber unsere Negierung hat ~ gegen deren Rege nichts emgewendet, weil sich die Herr.en L ö d g m a n rmd F r e i ß i c c in der Schweiz mit eigenen Obren davon, überzeugen werden, daß sie eine Siswhusarheit verrichten. Sie werden sich davon üverzeugen, daß die'Bevollmächtigten der Eillente mit ihnen nicht verhandeln werden, weil die Sieger bereits beschlossen hadcir, den'Geschlagenen alle Friedensdedinglmgen zu diktieren. Bis sich die Deutschen end- .gültia davon überzeugm werden,, daß sie vergebens an den Erfolg der Galvanisierung, der Leichen „Deuffchböhmen" und ^.Sndetenland" - geglaubt haben, dann wird. eS schon zu spät für sie fei«, weil sie die Frist für ein erfolgreiches verhandeln mit uns versäumt haben. ■ „ Deutschland. S)", rzrilmtg über den Grenzschutz. Berlin, 31. Jänner. (Tel. der-„Wr. Morqenzlst.") Hindenburg äußerte fidi über den Verlauf der Anwerbunq von Freiwilligen für den Schutz der Ostgrenzen sehr befriedigt. Er erklärte, die Anwerbung nehme einen so guten Verlauf, daß er gute Hoffnung habe, in Kürze vier Korps zur Versüguug zu haben. Die Berliner SoldatenrAe gegen den Zentralrat. Verlin, 30. Jänner. In der gestrigen Sitzung der Groß-Berliner Soldatenräte wurde mit großer Mehrheit eine Entschließung angenommen, die besagt, daß die Vollversammlung der Groß-Berliner Soldatenräte aufs energischeste gegen die Verfügung über die Neuregelung der Kommandogewalt protestiert, da sie geeignet sei, die Soldatenräte vollkommen machtlos und bedeutungslos zu machen. Die Vollversammlung fordert die fosorttge Einberufung eines Reichskmrgreises der SslÄsLerMe Annet>.ürp§ und dir Ärrtzerkk-rftsehüntz btt BewrdrmA ■ dis zuE ''endtziUttgen Stellungnahme und- Befchintz-- saffungseitensdes Kongresses. -'-Dir wnrdc mit 1^18 gegen 47 Stimmen angenommen. Prenßen --Mcht/.MrrMe« lassen^' ,-l" BeM«, 30. Iäuner. Das ,Wo!ffsche Bmechr. meldet: ' Die p r e u ß i s ch e Regierung gibt bekanntz daß M siclegenÜich der Beehmchsungen.über hie nem cheütsMMeichsverfassüng . in vollem Ucksang an Min -ftühöreN Standpunkt ststhält, daß die künftige staats' rechtliche Gestaltung Preußens durch dke preußische^ verfassunggebende Versammlung bestimmt^werde und' daß allen Versuchen, Teile von Preußew 'l o"ß % '# r e i ß e n, m i t N a ch d r u ck entgegenZutreLeu sei. - Die preußische Regierung gibt erneut der Er« Wartung Ausdruck, daß die Behörden allen andrts gearteten Bestrebungen nachdrücklicher entgegentreten werden. Die Pslen in Pose«. Berlin, 30. Jänner. Zn Posen sind von den Polen neuerdings sieben hervorragende Persönlichkeiten. als Geiseln festgenommen worden. Die . VeehasiuM! wird als Vergelttmgsmaßregel gegen ß die Festnahuye! des als Haupt der polnischen Agitatton. in Ober-> icklelten bekanntm Liustittates Czavis/ m Beuchen b^.. festgenömmen. Die. SPsriakiften^ in BrsnM. . Berlin, 31. Jänner. Der LoLalanzeiger melde! Awvu;, ö.MVlw«|* v o *QVVI*Ü*'* in welcher Weife das bewaffnete Pröletattüt vvtt' Bremen^ .sich.zuck Widerstand gegen Hie heranrücken- - -den Regierüngsiruypen rüstet, läßt ' sich noch nichr gewinnen. Zur Stunde ist in Bremen noch' alles ArttsterieÜÄmpfe bei BentWen." ' OchWihMM<I8ttE (TeKd'^WLMorgenz^) Aus der Richtung-D e n t sch en hört mmr ftarLe-ti■ A r L i l l e r i e f e u e r. In Bentfchen sellfft sowtt nördlich Md südlich der Stadt sind starke b eutsche T r u p p e n m a f f e n zusammengezogen, so daß zu>' nächst ecke unmittelbare Gefahr für ' den Bahnhof' Bentschen nicht zu befürchten ist. Die Stadt Bombst, die vor einigen Tagen von den Polm besetzt wurde,' befindet sich noch in polnischer Hand. Sin Bündnis der Sowjetregiernng mit btn Spartakisten. Basel, 31. Jänner. (Tel. der ^Wr. Morgetrzta/) - Aus London wird gemeldet: Daily Mai! bkrichtet aus Petersburg: In den So.viets machte der Volks* ' komnüffÄ für Petersburg' die Mitteilung, daß -wischet C. den Sowiets in Rußland und den Spartakisten irr Deutschland ein O s f e n s i v b ü n d n i s a b g e-' schlossen worden sei. Außer Ra d e k seien noch einige hervorragende Sowiewertteter auf deutschem; - Dodew Erfolge des deutsche« Grenzschntzes. Berlin, 31. Jänner. Das Wolffsche Bmean meldet aus B r o m b e r g: Im weiteren Verlauf der Gefechte wurden Gromaden, Friedberg und Groß« - Nendorf von unseren Truppen g e n o m m e«.; Mehrere Maschinengewehre, zwei Tankgemehre^und . eine große Menge Munition und sonstiges Kriegsmaterial wurden eingebracht. Die preußischen Wahle«. Berlin, 31. Jänner. Die Freiheit meldet, daß, bei den Wahlen in die preußische Nationalversammlung' ssir die Unabhängigen 1,300.000 und für die Rechtssozialiften 6,100.000 Stimmen abgegeben wurden. Ungarn. Die Greueltaten der Rumänen. Budapest, 31. Jänner. (Ungarisches Telegraphen» Korrefpondenzbureau.) Der ungarische sozialdemokratische Eisenbahnerverband hat an den internationale«, Sozialistenkongreß in Lausanne ein Telegramm gerichtet, worin darauf hingewiesen wird, daß dir. Rumänen in Siebenbürgen den Eisenbahnern, Bergleuten, öffentlichen Beamten und Arbeitern gegenüber unerhörte Greueltaten begehen. Es wird von der sozialdemokratischen Internationale eine Interventi o n behufs sofortiger Abstellung dieser Gewalttätigkeiten verlangt. Eine italienische Stndienkommisflon in Budapest. Budapest, 31. Jänner. (Telegramm der ,Wr^ Morgenztg.^) Wie Az Est meldet, hat die italienische Regierung zum Studium der Verhältnisse i n U h garn eine Sonderkommission besttmmt, die sich bereits morgen nach Budapest begibt. Jugoslawien. Zensur in Sarajewo. A .ram, 30. Jänner. Die in Sarajewo -ec» scheinenden Zeitungen sind unter PräoentivMlur ge» stellt worden.