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Wiener Morgenzeitung · 1919-01-27 · Heft 9 (27.1.1919) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 9 (27.1.1919)
Date
1919-01-27
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Sette 2 ' 'Eien, Monkätz' ' j fl'i UW»».*«— Hl ■ I ■ ■■ . ■ ■-.■nltlCTihMl>A<a<>k - münde, Bremerhaven und Lebe mit der Landeshauptstadt Bremen: Vrarinfchweig-Lüueburg südlich bis zum Südabhang des Harzes und nördlich bis an die Nordsee, Cuxhaven einschließend, mit der Landeshauptstadt Braun schweig; Hamburg mit Schleswig-Holstein; ■ die Altmark mit Anhalt und dem nördlichen Tell der Provinz Sachsen mit der Landeshauptstadt Magdeburg. Diese sozialen Freistaaten könnten sich zur Bereinigung der westd euLs ch en s ozia! istis'ch en Freistaaten zusammenschließen mit der Bundeshauptstadt Kassel. Die Bereinigung der westdeutschen sozialistischen Freistaaten würde ein einheitliches Ganzes darstellen, bereis mit der Gesamtheit des Deutschen Reiches sich zusammenzuschließen, wenn das D e u t s ch e Reiche eine auf dem Rätesystem beruhmds, e ntschieden sozialistische Regierung hat, entschlossen, das Erfurter Programm restlos durchzüführen. Diese Reichsregierung - muß das stehende-Heer sofort auflösen und durch eine Volkswe h r ersetzen, das System der RüLeregi e r ü n g e n in ganz Deutschland befestigen und alle Personen aus derAeichsregiemng entfernen, die sich während des Krieges und der Revolution kompromittiert haben. Geht die Reichsregierung auf diese Forderungen nicht ein, dann erklärt sich d ie V er einig ung als selbständig und unabhängig von der Berliner Regierung. Sie wird sofort m i t der Entente einen Frieden.sabschluß suchen. Die Vereinigung der sozialistischen Freistaaten Nordwest-Deutschlands wird alsdann an die süddeutschen Staaten sowohl wie cm alle sozialistischen; Freistaaten, die sich ihr anschließen wollen, einen Aufruf zur Bildung des Deutschen Reiches auf der Grundlage des Systems der RLteregierungen richten und mit dem Ausland als s e l ö st än d i g er S L a at in Verbindung treten. Die erste Entschließung wurde a n g einoramcn, die Entschließung OerterS dagegen einer fiebengliedrigen Kommission zur WeiLerberaLung 'überwiesen. ^le Älleu. . ,; IüdischuaLiorrale WAhrevVerssrnm!M§ek. Gestern fanden im 11. und XX. Bezirke vier große Wählerversammlungen des Jüdischen NaLionalvereines statt, in denen die jüdischnationälen Kandidaten Ing. Stricker, Frau Erna Patak, David Nebenzahl und Dr. Plaschkes, ferner die Herren Adolf Stand, David Horowitz und Ing. Buchbinder referierten. Ing, Stricker behandelte - unter anderem die Frage des Anschlusses DeuLschvi'terrcichs an Deutschland. Der provisorische Naüonalrat sei gewiß nicht kompetent gewesen, einen bezüglichen bindenden Beschluß zu fassen und auch die zukünftige Konstituante fei zur Entscheidung dieser Angelegenheit nicht berufen. Nur im Wege einer Urabstimmung kann ermittelt werden .v d Deutsch- Österreich die Vereinigung mir D e u L s ch l a n d w i l l o d e r n i ch t. Frau Erna Patak erläuterte das brennende Problem der sozialen F ü r s o r g e im Judentum. Die Rolle, welche gegenwärtig die jüdische Frau im öffentlichen Leben spiele, sei tief traurig. Sie geißelte den Typus der ,Jom>Hüdin", der ^Wohltätigkeits-Jüdin", der „Spieltisch-Jüdin" und den unglaublichen Kastengeist, der in jüdischen Frauenkreisen herrscht. Der Eintritt der Frauen in das politische Leben sei der geeignete Zeitpunkt, um endlich Wandel zu schaffen mrd die ihrem Volke entfremdete Frau dem bedrängten Judentum wieder zu gewinnen. Eine große j ü d i s ch e F r a u e n v rg a n i s at i o it, welche die Frauen und Mädchen aller Stände und Klassen zu umfassen habe, müsse.?o rasch als möglich ans Werk gehen. Dr. P l a f ch k e s führte aus, daß nicht nur die Frage des Anschlusses an Deutschland, sondern auch die Fragen des W e h r f u st e m s, der Trennung von Kirche und Staat sowie des Abbaues der indirekten Steuern nur im Wege der Volksabstimmung e n tf ch i e d e n w e r d e n d ü r f e n, soll der Grundsatz vom „Selbstbestimrnungsrecht" keine blosse Phrase sein. Er fordert eine progressive Einkommens- und Vermögenssteuer unter Heranziehung der großen Vermögen und im Zusammenhang damit die allmähliche Reduzierung der indirekten Verbrauchssteuer auf die F*”-. ."!!-«*» " «■«""“»rag»» «HL»«»-! Der Preis der W-mtSD- NachMittKgsmrmmer beLsKgt so Heller... Wiener Msrgenzritnnz wichtigsten Nahrungsmittel. David Nebenzahl protestiert dagegen, daß die „Israelitische Union^ Versamrnlüngen für „Geladene" und unter Polizeiaufsicht adhült. Für die Assimilcmten -scheint der Mensch erst dort anzufangen, wo der Jiche aufhört. Herrn Br. Ofner müsse man entgegnen, daß nicht jene die schl e ch Ler e n Sta a-Ls bür g er sind, welche keine fremde Mas tt vetbinben. Wir veKangen vom Staate, daß er über den Nationen steht und seinen nationalen Minoritäten volle Rechte gewährt Alle vier Versammlungen waren massenhaft besucht. MNstevkarts. Ohne für Vollständigkeit zu bürgen, unterbreiten wir unseren Lesern das Verzeichnis der Firmen, unter denen jetzt die Wiener „Freiheitlichen" in den Wahlkarnpf treten: . Bürgerlich-demokratische Partei; D emokratisch e M i t t e l st a n d s p artei; Deutsch österreichische Volkspart e i; National-demo krätrsd) e Partei; Unabhängige de mokratische Partei; D e u t s ch n. a t i o n a l e P a r t e i; D e u t s ch - radikale Partei; Demokratische . W i r t s ch a f t s p a .r t e i; Deuts ch n a t i o n a l e Kriegsteilnehmer; Deutsche nationalsozialistische Arbeiterpartei. Und da soll der geehrte jüdische Wähler das Richtige treffen! r Jüdische Wähler und Wählerinnen, nehmet in. die Wählerlisten Ein» ßicht, ob Ihr richtig eingetragen seid! Die Wählerlisten liegen, in zahlreichen Schulen aus. Die Schule, wohin man gehött, ist bei der Brot- Kommission zu erfragen, der man zugetellt ist. Nur wer sich jetzt das Wahlrecht sicher^ wird am 16. Februar mitwLhlen können. Auskünfte werben im Hauvtagttatisnslokal, It, Lilienbrunngafse, Caf6 Müller (Souterrain), von 10 bis 12 und von 3 bis 7 Uhr erteilt. Das Agitationslokal des. Jüdischen NaLionalvereines für die Brigittenau befindet sich XX, Wallensteürstraße 2, Cafe Bürger. Sprechstunden täglich von 9 dis 12 Uhr und von 3 bis 6 Uhr. ' KKKNÄaLTMfte der JKdischsrr N.LtionabpnrLei für de» Wsch!- Lreis.Wierr-Nsrtzoft. 1. Ingenieur Robert Stricker, Staatsbahnrat, 2. Dr. Leopold PlafchLes, Advokat, 3. Erna PstsL, Erholungsheim-Inhaberin, 4. Jakob PittÄSs, Kaufmann, 5. Karl Blume, Obmann des Jüdischen HaMungsgehilfenverbandes,, 6. Isidor Blrrtz, Zahntechniker, 7. David Kebenznhl, Privatbeamter, S. Ing. Fedor Amern? rrnn, Oöerkommissär. - Gegen hie Verlegung der deutschen Technische« Hochschulen m Prag und Brünn. Der Verwaltungsrat des Oesterreüt;is6M Ingenieur- und Architektenvereins hat beschlossen, anläßlich des Antrages in der provisorischen Nationalversammlung auf Verlegung der deutschen Technischen Hochschulen in Prag und Brünn an das deutschösterreichische Staatsamt für Unterricht eine Eingabe zu richten, in der dafür Stellung genommen wird, daß diese beiden bedeutenden Institute an ihrer: gegenwärtigen Orten verbleiben. Nur wenn die politischen Verhältnisse Lies gänzlich ausschließen würden, sei' eine Verlegung der Prager Hochschule nach Aussig durchzuführen, während die Brunner Hochschule mit der Wiener Technik zu v ereinigen wäre. * Das Schicksal der Provinz Gudetenlimd. Dir beiden Landeshauptleute Dr. Freißler und I o k l werden sich als Vertreter der schlesischen Landesregierung in den nächsten Tagen nach Bern begeben, wo sie mit dm Vertretern der Entente über das Schicksal der Provinz Sudetenland in Verhandlung treten werden. Amerika will sich über Mitteleuropa direkt informieren. Bndspest- 27. Jänner. (Tel. der,Wr.Morgenztg?) Der Chef des Preßbureaus der Vereinigten Staaten, Mister Georg K r e e l, ist heute früh hier emgetroffcn. Kre »l äußerte.sich einem Mitarbeiter des Pester Lli» «d gegenüber folgendermaßen: Meine Reise durch das frühere Oesterreich-Ungarn hat zwei Ziele: Die Beschaffung aus eigener Anschauung geschöpfter Informationen mck die Herstellung einer direkten drahtlosen Verbindung zwischen den neum Staaten in Mitteleuropa und Nerv-Pork. Bisher war cs um diesen Nachrichtendienst nicht zum besten bestellt. Wir erhielten die Meldungen über Paris, London u.?. w. und das Fehlen der freien und verläßlichen Informationen hat sich immerstärker fühlbar gemacht, zumal jetzt, wo die Friedenskonferenz vor so wichtigen Entscheidungen steht. Ist die Schaffung der direkten Verbindung mit Ne«-HvrL möglich, se soll ftö auf da« allerraschesst erfolgen..^.. 27. Jänner 1919 _ Nr. 9 Sie. FriedeKSKSNferEKz.- 0«? LsgerfterLe DurowsLi. —' Die NsLlama- ' Lionen Her Llemerr DöLker. .[ Psris, 26. Jänner. Nach Wilson erhob sich Lloyd Georg, üm die Entschließung zu unteestützen. Er sagte: Hätte ich den geringsten Zweifel über rin Gelingen dieses Völkerbundes gehabt, so wäre er '«eschwundm vor dem Schauspiel, das sich hier am letzten Samstag bot, als wir die Gegend besuchten, die noch vor wenigen Jahren eine der schönsten in einem sehr schönen Lande war. Wir fuhren stundenlang durch eine Wildnis der Zerstörung^ die nicht wie ein Land anssah,wvMenschenwöhnen,sondern dieverheerhzerriffen ' und vollkommen unkenntlich gemacht war. Es ist wahrlich Zeit, daß wir eine andere Methode für die Beilegung der Streitigkeiten finden, als diese organisierte Schlächterei. Ich, weiß nicht, ob wir bei unserem Unternehmen Erfolg haben werden, aber es bedented schon einen Erfolg, daß wir es untenwmmen haben. Auch Orlando und Bourgeois unterstützten mit Nach-! druck die Entschließung. Der chinesische Delegierte! erklärte, daß er den Plan in jeder Niohtung für gut' erachte. Der polnische Delegierte D m o v s k i sagte, die Polen wären dafür besonders beg e i st e r t, da sie davon die Befreiung von dem Elend erwarteten, das sie von drei (Seiten bedroht habe. . Clemeneeaus Aeußerimgen über die Beriretrurg der großen und kleinen Mächte riefen viel t Gegenäußerung bei den letzteren hervor. z H y m a n s (Belgien) verlangte je zwei Vertreter' für die Ausfchüffe für den Völkerbund und für dm Ausschuß für Abeiterrechte und je einen Zu den Arrsschüffen für Häfen und Flüsse, für Schadenersatz und für die Bestrafung der Urheber des Krieges.! Der Vertreter Brasiliens verlangte einen Sitz imj Völkerbundausfchuß. Borden (Kanada) meinte, der^ für die kleinen Staaten wie Kanada besonders wichtige Völkerbund hätte nicht von dieser, sondern auf einer allgemein Konferenz behandelt werden sollen.! T r u m b t e verlangte für Serbien eine der örlgischm gleiche Vertretung in den Ausschüssen, V e n izelos für Griechenland eine solche in den Ausschüssen für Schadenersatz und Desttafung, G a r e i a für Portugal eine solche für Schadenersatz» da Porkugql schwer gelitten habe. Dr.B enesch verlangtedieVertretung des tschecho-slowakischen Staates in allen Ausschüssen, B r a t t g n u für Rumänien eine solche im Bötkerbundausschuß und .wegen der Donau in denjenigen für Hafen und Wasserwege. Der Vertreter Siams wünschte, an allen Ausschußsitzrmgen tellnehmen zu dürfen, in denen Siam berührende Fragen behandelt würden, und China wünschte eine Vertretung i«t Völkerbundsausschuß und wegm der vielen im ArrZlande arbeitenden Chinesen eine Vertretung toi Arbeiterrechtsausschuß. Clemeneeau erwiderte hieraus mit dem Hinweis auf die zwölf Millionen Feldsoldaten und die Millionen Gefallener bei den Großmächten, dir wohl allein das Recht darauf hätten, über das Schicksal der Wett zu entscheiden, die jedoch, angeregt durch den Völkerbundgedankcn, die kleineren Staaten^ zur Mitarbeit an dem Friedenswerk emgeladen hattren. Auf Gnmd einer Mlamentarischw Erfahrung, daß mit der, wechselnden Zahl von Ausschußmitgliedern die Äussichterl - auf erfolgreiche Arbeit sänken, erklärte er sich gegen eine solche Unzahl von Ver^ t r e t e r n und bat um Beschleunigung der Arbeit mit Rücksicht auf die Millionen Menschery die aus ihre Demobilmachung warteten. Nach einer heftigen Aussprache mit Hymmw lud Clemeneeau die kleinen Staaten für. Montag nachmittags zur Wahl ihrer Ausfchußmitglieder eur. Das Schicksal der deutsche« Rotmlm*; LvAds«, 25. Jänner. (Reuter-Bureau.) Die Timer meldet aus Paris: Bei den gestrigen Verhandlungen über die Frage der Kolonien erhob Srn;tts im Namen der Südafrikaner Anspruch aufDeutsch-SüdwestafriLs. Uebrr diesen Punkt herrscht vollständiges Eins erne hmr u. Großbritannien ist bereit, sich für Togo, Kamerun und für Südostafrika mit irgendeiner Form von Neutralisierung Ku begnügen. Infolgedessen braucht Man mit noch darüber zu verhandeln, was mit den S c m o a* in (ein und den Pazifischen Inseln gr- K soll. Japan hat vor einiger Zeit vorgeschlagkir, r die Zuteilung dieser Inseln der Arquawr als südliche Grenzlinie festgesetzt werden soll. v Telegramme« Deutschland. - Die M/chien 3»? preutzischeN sLMMlttN§. Berlin, 26. Jänner. (Tel. der „Wr. Mokgsiytg/) Dir Wahlen zur preußischen SiaüonalverMuulmrg haben heute um S Uhr vormittags degynnem Die Wahlbeielligung ist außerordentlich stark« Dir Wch!en vollziehen sich unter der Parole: Einigung sdee Zerreißung Preußen». Man rechnet mit emem noch . Wkeren AnMwrllen / der . hürger!ich-dtt;wkwtischni

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